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Stolpen, Burg

Aus Deckenmalerei-Lab
Burioni, Matteo:Stolpen, Burg, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2024, URL: www.deckenmalerei.eu/4b875075-02fc-4f9e-b6fc-6ff828325077

Inventarnummer: cbdd10336

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Im Seigerturm der Burg Stolpen ist die früheste erhaltene Wandmalerei von Heinrich Göding aus der Regierungszeit Kurfürst Augusts von 1563 zu sehen.

Burg Stolpen, Turmzimmer 1
Burg Stolpen, Turmzimmer 1

Die Burg Stolpen

Die Burg Stolpen wurde von den Bischöfen von Meißen im 14. Jahrhundert errichtet und 1559 von Kurfürst August von Sachsen ausgebaut und mit Malerei von Heinrich Göding verziert. Eine gesichterte Baugeschichte liegt mangels baurchäologischer Untersuchungen und umfassender Forschungen nicht vor. In der Burg Stolpen befanden sich neben der Burg Nossen die frühsten erwähnten, heute verlorenen Wandmalereien im Auftrag des Kurfürsten. Etwa im Vorzimmer zum Ess- und zum Schlafgemach der Bischofsburg eine heute verlorene Malerei von Heinrich Göding: "sieben gemalte Hirschen, daran siebe Geweihe gemacht". Aus der Zeit von Kurfürst August erhalten hat sich das Renaissanceportal.

Wand und Deckenmalerei im Seigerturm

Von der Innendekoration sind heute noch zwei Turmzimmer im Seigerturm zu sehen. Der Seigerturm geht auf die früheste Bauphase im 14. Jahrhundert zurück, 1559 wurden die Geschosshöhen verändert, Gewölbe statt Holzbalkendecken eingezogen und ein Renaissancegiebel auf den Turm gesetzt. In zwei Turmzimmer finden sich Reste der Wand- und Deckenmalerei von Heinrich Göding. Die Wand- und Deckenmalerei in den beiden Turmzimmer ist ausweislich einer gemalten Inschrift 1563 zu datieren.

Wandmalerei im Turmzimmer 1

Burg Stolpen, Turmzimmer 1

Einzig die Malerei über dem Eingang zu Turmzimmer 1 hat Jens Gaitzsch überzeugend als Sturz des Phaetons identifiziert. Zu sehen ist rechts der aufsteigende und links der zerstörte Sonnewagen. Die teilzerstörte, 2006-2007 freigelegte und restaurierte Wand- und Deckenmalerei ist damit die früheste erhaltene Wandmalerei von Heinrich Göding aus der Regierungszeit Kurfürst Augusts.

Wand- und Deckenmalerei im Turmzimmer 2

Die Wand- und Deckenmalerei im Turmzimmer 2 ist weitgehend erhalten. Sie zeigt dekorative Leisten im Deckenbereich und einen umlaufenden, illusionistisch gemalten Vorhang im Wandbereich. Sie ist ebenfalls Heinrich Göding zuzuschreiben und nach 1559 zu datieren.

Bibliographie

  • Cornelius Gurlitt, Kurfürst August Bauten zu Stolpen, in: Neues Archiv für Sächsische Geschichte und Alterturmskunde, 15, 1894, S. 157-161.
  • Coban-Hänsel, Margitta: Kurfürst August von Sachsen als spiritus rector der bildnerischen Schlossausstattungen, in: Barbara Marx (Hg.), Kunst und Repräsentation am Dresnder Hof, Berlin und München 2005, S. 108-130.
  • Gaitzsch, Jens: Der Seigerturm von Burg Stolpen, in: Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz, 3, 2020, S. 10-18.
  • Gaitzsch, Jens, Eine himmlische Irrfahrt, Blog Schlösserland Sachsen, 31.05.2021, https://wissen.schloesserland-sachsen.de/blog/detail/eine-himmlische-irrfahrt/

Einzelnachweise