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Stade, Haus Sattelmacherstraße 10

Aus Deckenmalerei-Lab
Laß, Heiko:Stade, Haus Sattelmacherstraße 10, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2026, URL: www.deckenmalerei.eu/cccf9bf9-2788-4900-90a6-dffb5517dbeb

Inventarnummer: cbdd20387

Lage: Auf OpenStreetMap anzeigen

Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Aus dem Haus Sattelmacherstraße 10 haben sich zehn Bretter einer ehemaligen Holzbalkendecke mit Landschaftsmedaillons aus der Zeit um 1700 erhalten.

Das Haus Sattelmacherstraße 10

Kurzbeschreibung und Lage

Das Haus Sattelmacherstraße 10 [1] steht in der Stader Altstadt an der Südseite der Straße.

Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Das Haus ist nach dem Stadtbrand von 1659 in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut worden.

Beschreibung

Der zweigeschossige, giebelständige Fachwerkbau über hohem massivem Sockel auf trapezförmiger Grundfläche ist fünf Achsen breit und wird über eine zentrale Freitreppe erschlossen. Eine weitere Treppe an der Ostseite erschließt das Obergeschoss.

Die ausgebaute Decke

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Die Holzbalkendecke wurde um 1700 bemalt. Aus unbekanntem Grund wurde sie zu einem nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt ausgebaut. Die Bretter befinden sich heute im Depot des Museums Schwedenspeicher. Die Balken sind nicht erhalten.[2]

Beschreibung und Ikonographie

Es haben sich zehn Bretter erhalten. Sie wurden vom Fotografen Andreas Lechtape digital zusammengefügt. Demnach deckten sie vier Fachen ab, von denen eine durch Querbalken nochmals unterteilt war, sodass mindestens sechs Felder entstanden. Diese sind mit Akanthusschlingen gefüllt. Die Mitte eines jeden Feldes nimmt ein Medaillon mit einer Landschaftsdarstellung auf. Die Landschaften sind kaum noch zu erkennen. Offenbar handelte es sich um Idealdarstellungen heimischer Ansichten mit Bäumen im Vordergrund, an denen vorbei der Blick in die Tiefe des Raumes geleitet wurde. In den ungeteilten Fachen sind die Medaillons queroval, in der unterteilten hingegen rund. In den querovalen Landschaften können zentrale Wasserflächen ausgemacht werden; in einer der runden ist ein Gebäude zu erkennen. Derartige Landschaftsmedaillons waren in der Region im 17. und 18. Jahrhundert weit verbreitet.

Die ehemalige Decke war größer als der Bereich, aus dem die erhaltenen Bretter stammen. Die Akanthusschlingen sind am rechten Rand abgeschnitten und fehlen links fast vollständig. In der unterteilten Fache ist nur das mittige Medaillon komplett erhalten, das linke ist angeschnitten und das rechte fehlt nahezu gänzlich. Die angeschnittenen Medaillons dürften ehemals vollständig gewesen sein und die querovalen wohl annähernd in der Mitte der jeweiligen Fache gelegen haben. Aufgrund des Hausgrundrisses kann angenommen werden, dass die Decke trapezförmig war. Eine Spiegelsymmetrie gab es wohl nicht.

Bibliographie

  • Literatur:
  • Clasen/Kiecke/Kiesow, Stade, 1960. – Clasen, Carl-Wilhelm/Kiecker, Sokar/Kiesow, Gottfried (bearb.): Die Kunstdenkmale der Stadt Stade (Die Kunstdenkmale des Landes Niedersachsen, 46). Textband. München/Berlin 1960.
  • Grote/Königfeld, Katalog, 1991. – Katalog. In: Grote, Rolf-Jürgen/Königfeld, Peter (Hrsg.): Raumkunst in Niedersachsen. Die Farbigkeit historischer Innenräume. Kunstgeschichte und Wohnkultur. München 1991, S. 219-266.

Einzelnachweise

  1. Clasen/Kiecke/Kiesow, Stade, 1960, S. 195-197.
  2. Grote/Königfeld, Katalog, 1991, S. 256.