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Schönach, Schloss

Aus Deckenmalerei-Lab
Dreyer, Angelika:Schönach, Schloss, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2023, URL: www.deckenmalerei.eu/0a513f0b-3492-442d-8327-b5a8c04ce03c

Inventarnummer: cbdd10532

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Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Den Neubau von Schloss Schönach und die umfangreichen Freskenmalereien gab der am Münchner Hof tätige Diplomat Graf Johann Georg von Königsfeld 1702 in Auftrag. Am 29.05.1995 stürzte ein Teil der von Georg Asam mit seinem Sohn Cosmas Damian freskierten Putzdecke im Festsaal herab.

Mötzing, Schloss Schönach
Mötzing, Schloss Schönach

Das Bauwerk

Der unter Verwendung älterer Fundamente entstandene kubische Schlossbau wird Giovanni Antonio Viscardi (1645–1713) zugeschrieben.

Entstehungs-, Bau- und Ausstattungsgeschichte

Schönach, Schloss

Der kubische Schlossbau wird dem kurfürstlichen Hofbaumeister Giovanni Antonio Viscardi (1645–1713) zugeschrieben und der ebenfalls am Münchner Hof beschäftigte Niklas Perti (tätig 1663–1692) übernahm die aufwändigen Stuckarbeiten. Diese offenkundige Präferenz von wittelsbachischen Hofkünstlern trifft auf Georg Asam nur indirekt zu, indem er zuvor schon mehrfach sowohl mit Viscardi als auch mit Petri zusammengearbeitet hatte.

Der überaus umfangreiche Freskenzyklus erstreckt sich über zwei Geschosse und umfasst insgesamt zwölf Zimmer und einen Festsaal. Die ikonographische Ausrichtung legt zumindest bei den kleineren Zimmern im 1. Obergeschoss eine vorgesehene Nutzung durch die ebenfalls im Jahre 1701 geehelichte Gräfin von Montfort nahe. [1]

Der Auftraggeber: Reichsgraf Johann Georg II. von Königsfeld (1679–1750)

Den Schloss-Neubau und die freskale Ausstattung beauftragte der Reichsgraf Johann Georg II. von Königsfeld (1679–1750).[2] Aus einem bayerischen Uradelsgeschlecht stammend,[3] übernahm er am Münchner Hof verschiedene Aufgaben, unter anderem als kurbayerischer Gesandter auf dem immerwährenden Reichstag zu Regensburg (1717–1732).[4]

Den Auftrag erteilte Johann Georg von Königsfeld im Jahre 1701, als er mit gerade mal 22 Jahren und eben zurückkehrt von seiner standesgemäßen Kavalierstour über Rom, Paris und Brüssel, das großväterliche Erbe mit großem Tatendrang antrat.[5] Aufgrund des väterlichen Hanges zu Wein, Weib und Spiel hatte ihn sein gleichnamiger Großvater seit früher Kindheit mit Umsicht zu seinem würdigen Nachfolger erzogen.

Die Künstler: Georg Asam mit Sohn Cosmas Damian und Gattin Maria Theresia Asam

Georg Asam (1649–1711) stattete zwischen 1703–1705 das Schloss Schönach in Niederbayern mit einem umfangreichen Freskenprogramm aus, das sich insgesamt auf zwölf Zimmer und den großen Festsaal verteilt. Aufgrund der Vielzahl der Bilder und ihrer hohen künstlerischen Qualität „sind sie neben den Freskenzyklen in den Klosterkirchen von Benediktbeuren und Tegernsee als drittes Hauptwerk anzusprechen.“[6]

Sein Sohn Cosmas Damian Asam (1686–1739) und, archivalisch nachweisbar, seine Frau Maria Theresia Asam (1657-1719) beteiligten sich ebenfalls an der Ausmalung.

1. Obergeschoss

Schönach, Schloss

Das erste Obergeschoss hat insgesamt 7 Räume: Das Zimmer der Tugenden, das Zimmer der Künste, ein Kabinett, das Zimmer göttlicher Kinder, das Herz–Kabinett, das Zimmer der Fama, das Zimmer der Venus.[7]

Zimmer der Tugenden

Das Zimmer der Tugenden befindet sich an der Nordseite und grenzt direkt an den westlich gelegenen Festsaal.

Zentrales Fresko: Minerva

Minerva gilt hier als Beschützerin der Künste.[8] Sie ist von vier seitenmittig angebrachten Kartuschen umgeben, welche die Kardinaltugenden zeigen.

Westliches Nebenbild: Temperantia


Südliches Nebenbild: Fortitudo


Östliches Nebenbild: Justitia


Nördliches Nebenbild: Sapientia


Zimmer der Künste


Zentrales Fresko: Poesis, Eloquentia und Musica


Westliches Nebenteil: Sculptura


Südliches Nebenbild: Ethica


Östliches Nebenbild: Pictura

Die „Pictura“ (Kunst des Malens und Zeichnens) wird durch den Mythos der Dibutade dargestellt. In der Antike erzählte man mit dieser Ätiologie (Mythos zu einer Erfindung) die Entdeckung der Plastik: Die Tochter des Töpfers Dibutades musste von ihrem Geliebten Abschied nehmen. Um eine Erinnerung an ihn zu behalten, zeichnete sie den Schattenumriss des Kopfes des Scheidenden nach, wovon der Vater schließlich einen Abdruck aus Ton brannte (Plin.nat. 35,12,43 und Athenag.leg. 17,70). In der Neuzeit verschob man den Schwerpunkt der Geschichte auf das Wirken der Tochter zu einer Erfindung der Zeichenkunst hin. Zudem übertrug sich dabei bezeichnenderweise der Name Dibutades von dem Vater auf sein Kind.[9]

Das Fresko auf Schloss Schönach wird zusätzlich um die Legende des Wettstreites der Maler Zeuxis und Parrhasius bereichert. Damit dabei die Erzählstruktur der Dibutade-Geschichte nicht gestört wird, erscheinen die Szenen des antiken Künstlerstreites in dem Bild als Reliefs an den flankierenden Wandvorsprüngen.

Motiv-Vorlage: Die Erfindung der Malerei nach François Chauveau
Schönach, Schloss

Bei der Umsetzung des Dibutade-Stoffes hat sich der Freskant Asam als Vorlage einen Kupferstich von François Chauveau genommen, den er nach der Vorgabe Charles le Brun gestochen hatte. Die Druckgrafik erschien 1668 als Vignette des Gedichtes „La Peinture. Poëme“ von Charles Perrault, worin dieser das Aufblühen der Kunst unter dem Patronat König Ludwigs XIV. lobpreist. Der Stich gilt als die erste bekannte bildliche Darstellung der Dibutade-Erzählung.[9]

(Die obige Abbildung ist eine Kopie des Stiches durch Peter Schenk d. Ä. für die Drucksammlung „Le Cabinet des Beaux Arts (...) / De Schatkamer der Vrye Konsten (...)“, die 1693 in Amsterdam erschien.)

Nördliches Nebenbild: Architectura


Kabinett

Schönach, Schloss


Westliche Supraporte: Grauer Papagei


Östliche Supraporte: Bunter Papagei


Zimmer göttlicher Kinder


Östliches Fresko: Der abgestäubte Amor


Motiv-Vorlage: Der abgestäubte Cupido nach Sandrart
Schönach, Schloss

Das Bildmotiv des abgestäubten Cupido/Amor ist motivisch und kompositionell angelehnt an die entsprechende Illustration aus der ,Iconologia Deorum‘ (Platte Y), die Joachim von Sandrart 1680 publizierte.[10]

Westliches Fresko: Die Waschung des Bacchus


Motiv-Vorlage: Die Waschung des Bacchus nach Sandrart
Schönach, Schloss

Das Bildmotiv bezieht ihre gestalterische Anregung aus einer Illustration (Platte Q) in der ,Iconologia Deorum‘, die Joachim von Sandrart 1680 veröffentlichte. Die Übernahme konzentriert sich ganz auf die handelnden Hauptfiguren, während Georg Asam den die Szene hinterfangenden Wald durch einen architektonischen Hintergrund mit Säulen-Aufbau ersetzte.[11]

Das Herz-Kabinett

Schönach, Schloss


Zentrales Fresko: Liebes-Emblem

Das Liebesemblem zeigt "Blumenrabatten und ein von Pfeilen durchbohrtes Herz, darüber [ein] Schriftband "QUOT MAIO FLORES TOT SUNT IN AMORE DOLORES". [12]

Östliches Nebenbild: Kampf zweier Amoretten
Schönach, Schloss

"Das Bild zeigt ,den Sieg der reinen tugendhaften Liebe über die unerlaubten Liebe, welche durch enen jungen Satyr, als ein Sinnbild der bösen Lüste und der Geilheit, dessen Pfeile verschüttet werden, abgebildet ist.‘" [13]

Motiv-Vorlage: Kampf zweier Amoretten nach Sandrart
Schönach, Schloss

"Nach einem Stich von Joachim von Sandrart (Sandrart, Iconologia Deorum, Platte V und zugehörige Beschreibung)."[13]

Westliches Nebenbild: Kind mit Seifenblasen


Zimmer der Fama

Schönach, Schloss


Zentrales Fresko: Fama

Fama steht hier laut Wagner-Langenstein für die falsche Nachrede. "In Gestalt einer geflügelten Frau mit einem leichten, wehenden Gewand dargestellt trägt die Fama hier nur eine Posaune, aus der das Wort ,terrae [...]‘ tönt." [13]

Westliches Nebenbild: Ratio

"Eine Frauengestalt mit Brustpanzer und Helm hält in der linken Hand ein Schwert, mit der rechten führt sie einen Löwen am Zügel. Subscriptio: "RATIO VT DOMINETV [R] CORPVS MENTI SUB IVG[E]".[14]

Südliches Nebenbild: Calumnia

"Die Verleumdung (Calumnia). Ein Mischwesen mit Bart, wirren Schlangen (?) - Haaren, hängenden Brüsten und Krallen an den Füßen hält in der linken Hand eine Schlange und in der rechten eine Fackel, mit der es ein nahstehendes Gebäude in Brand zu setzen scheint. Subscriptio: ,ZOYLVS IN CAVLAM MVTAVIT SEAPIVS AVLAM‘. (Zoylus war ein griechischer Kritiker, der die Werke von Homer und Plato ungerechtfertigt herabsetzte.)"[14] Wanger-Langenstein betont die motivische Nähe zu Ripa.

Östliches Nebenbild: Ignorantia

"Ignorantia (als solche bezeichnet). Sie ist dargestellt als Knabe, der verbundenen Augen auf einem Esel reitet. In der einen Hand hält er eine Rute, in der anderen einen Palmwedel. Subscriptio: ,AMAT TENEBRAS HIC PAT[ERQ]VI ASINVS EST MATER‘." [15]

Nördliches Nebenbild: Simulatio

"Die Heuchelei (Simulatio). Ein Wolfs im Schafspelz vor einem Schafspferch. Subscriptio: ,PELLE SVB AGNINA ATITAT MENS SAEPE‘. (ATITAT=AGITAT?).[14]

Zimmer der Venus

Schönach, Schloss


Zentrales Fresko: Venus


Motiv-Vorlage: Venus nach Sandrart
Schönach, Schloss

Wagner-Langenstein erwähnt als Vorlage Sandrats Iconologia Deorum, Platte Z.[15]

2. Obergeschoss

Schönach, Schloss


Zimmer des Endymion


Zentrales Fresko: Endymion und Selene


Südwestliches Nebenbild: Apoll tötet Coronis


Motiv-Vorlage: Apollo tötet Coronis nach J.W. Baur
Schönach, Schloss

Die dargestellte Szene wird in ihrer wesentlichen Bildaussage durch die beiden Protagonisten Apoll und Coronis erzählt, deren Gestaltung sich auf das Kupferbild Abb. 21 in Ovids Verwandlungen von Johann Wilhelm Baur bezieht.[16]

Südöstliches Nebenbild: Orpheus


Motiv-Vorlage: Orpheus nach J.W. Baur

Die Darstellung mit Orpheus, der vor den Tieren musiziert, hat ihre direkte bildliche Vorgabe auf dem Kupfer zu ,Ovids Verwandlungen‘ (Abb. 92), von Johann Wilhelm Baur künstlerisch umgesetzt und 1641 publiziert.[17]

Nordöstliches Nebenbild: Diana mit Hunden

Dargestellt ist laut Wagner-Langenstein Diana mit den Hunden.[18]

Motiv-Vorlage: Diana mit Hunden von Louis Dorigny

Als Vorlage dient laut Wagner-Langenstein ein Stich von Louis („Ludovico“) Dorigny nach Simon Vouet. [18]

Nordwestliches Nebenbild: zerstört


Zimmer des Herkules


Zentrales Fresko: Herkules und der nemeische Löwe


Westliches Nebenbild: Herkules und der kretische Stier
Schönach, Schloss


Motiv-Vorlage: Herkules bezwingt den kretischen Stier nach J.W.Baur
Schönach, Schloss

Laut Wagner-Langenstein ist das Motiv "nach Johann Wilhelm Baur (Verwandlungen, Abb. 83)" gestaltet.[18]

Südliches Nebenbild: Herkules und die Hydra
Schönach, Schloss


Motiv-Vorlage: Herkules und Hydra nach J.W. Baur
Schönach, Schloss

"Die Figur des Herkuls weitgehend nach Johann Wilhelm Baur (Verwandlungen, Abb. 87, Cadmus tötet den Drachen)". [18]

Südliches Nebenbild (Hohlkehle): Tod des Herkules
Schönach, Schloss


Motiv-Vorlage: Tod des Herkules nach J.W. Baur
Schönach, Schloss

"Nach J.W.Baur (Verwandlungen, Abb. 85)". [18]

Östliches Nebenbild: Herkules und das Troja bedrohende Seeungeheuer
Schönach, Schloss

"Die Figur des Herkules weitgehend nach J.W.Baur (Verwandlungen, Abb. 84)". [18]

Motiv-Vorlage: Herkules und das Troja bedrohende Seeungeheuer nach J.W. Baur
Schönach, Schloss

"Die Figur des Herkules weitgehend nach J.W.Baur (Verwandlungen, Abb. 84, Herkules tötet Nessus)". [18]

Nördliches Nebenbild: zerstört


Nördliches Nebenbild (Hohlkehle): Herkules und Omphale


Zimmer der vier Jahreszeiten


Zentrales Fresko: Apoll


Motiv-Vorlage: Apoll nach Georg Asam

Die Figur von Apoll als Herrscher über die vier Jahreszeiten entstammt einer lavierten Federzeichnung, die Georg Asam um 1700 selbst anfertigte. Sitzposition, Körperhaltung und attributive Ausstattung sind hierbei sehr ähnlich geblieben. Der gravierende Unterschied besteht lediglich darin, das auf der Zeichnung bestehende und aufeinander bezogene Figurengefüge zugunsten einer Einzeldarstellung verändert zu haben.[19]

Nordwestliches Nebenbild: Frühling


Motiv-Vorlage: Frühling nach Georg Asam

Die Personifikation des Frühling hatte Georg Asam auf einer lavierten Federzeichnung mit der Darstellung des Apoll und den vier Jahreszeiten grundsätzlich vorgebildet. Bei der seitenverkehrten Übertragung auf die Decke behielt er wesentliche Motive wie Sitzhaltung und die Präsention des Frühlingskranzes bei. Mit der Isolierung als Einzelfigur im Fresko ging der ursprüngliche interaktive Zusammenhang verloren.[19]

Südwestliches Nebenbild: Sommer


Motiv-Vorlage: Sommer nach Georg Asam

Die Darstellung von der Personifikation des Sommers geht auf eine lavierte Federzeichnung von Georg Asam aus der Zeit um 1700 zurück. Sitz- und Körperhaltung sowie die attributive Ausstattung beziehen sich detailgetreu auf die eigene Bildvorgabe. Allein die Isolierung der Figur, bedingt durch ihre Übertragung auf die Deckenfläche, zerstört den ursprünglich gestalterischen Zusammenhang.[19]

Südöstliches Nebenbild: Herbst


Motiv-Vorlage: Herbst nach Georg Asam

Die Darstellung der Personifikation des Herbstes durch Bacchus geht auf eine von Georg Asam um 1700 angefertigte lavierte Federzeichnung zurück. Die Sitzhaltung und Attribute sind der zeichnerischen Vorgabe sehr ähnlich. Durch die Übertragung auf die Decke ergab sich lediglich in der Blickrichtung von Bacchus ein kleine Veränderung. War diese in der Zeichnung noch auf Apoll in seinem Rücken bezogen, den er zusätzlich mit dem Heben des Weinpokals hochleben ließ, ist dieser Zusammenhang im ausgeführten Fresko nicht mehr existent. Zur optischen Hervorhebung von Bacchus als Verkörperung des Herbstes ersetzte Georg Asam die Wolkenbank durch ein Weinfaß als Sitzunterlage.[19]

Nordöstliches Nebenbild: Winter


Motiv-Vorlage: Winter nach Georg Asam

Die motivische Vorlage für die Darstellung des Winters entstammt einer lavierten Federzeichnung, die Georg Asam um 1700 anfertigte. Für die Übertragung in das Fresko isolierte er die Figur aus dem ursprünglichen kompositionellen Gesamtzusammenhang. Dabei beließ er wesentliche Erkennungsmerkmale des Winters: hier als Rückenfigur mit Pelzmütze, einem Füllhorn mit Wintergemüse und einem Bäumchen in der linken Hand.[19]

Kabinett


Divina Providentia mit Kriegsgerät


Motiv-Vorlage: Divina Providentia von Kendlbacher

"Eine fast identische Darstellung von etea 1695 findet sich im Stift Reichersberg von Johann Eustachius Kendlbacher." [20]

Zimmer des Neptun


Zentrales Fresko: Neptun im Muschelwagen

Wagner-Langenstein verweist darauf, dass der Dreizack des Neptun bei einer späteren Restaurierung fälschlich durch einen einfachen Stab ersetzt wurde.[20]

Motiv-Vorlage: Neptun im Muschelwagen von Carlo Cesio nach Cortona
Schönach, Schloss

"Stich von Carlo Cesio nach Pietro da Cortona (Fresko im Palazzo Pamphili)."[1]

Wagner-Langenstein, Asam, 1983, S. 188.

Rittersaal


Südliches Hauptfresko: Phaeton erbittet den Sonnenwagen

"Von einer Hore geleitet gelangt Phaeton zu seinem Vater Phoebus und bittet ihn, den Sonnenwagen lenken zu dürfen. Hinter Phaeton sieht man – personifiziert mit Feuerbecken – Lucifer, den Stern, der als letzter den Nachthimmel verläßt. Rechts im Hintergrund schirrt eine Hore die Pferde an. Die bei Ovid an den Pforten des Sonnenpalastes in Erz dargestellten Wassergötter finden sich hier im Landschaftshintergrund des Bildes."[21]

Nördliches Hauptfresko: Sturz des Phaeton

"Eine Hore greift zwei der auseinanderdrängenden Pferde am Zügel. Links im Hintergrund sieht man die Bergung von Phaetons Leichnam durch Nymphen. Rechts werden die trauernden Schwestern am Grab des Phaeton in Bäume verwandelt, daneben Cygnus, ein Freund des Abgestürzten in Gestalt eines Schwanes."[22]

Motiv-Vorlage: Phaetons Schwestern an seinem Grab nach J.W. Baur
Schönach, Schloss

Im rechten Bildhintergrund ist der marmorene Sarkophag des Phaeton zu sehen. Seine Schwestern haben sich in ihrer Trauer um das Grabmal versammelt und werden in ihrer beginnenden Verwandlung in Bäume gezeigt. Anwesend ist auch Cygnus, ein Freund des Abgestürzten, in Gestalt eines Schwanes. Diese Darstellung orientiert sich sehr genau an das Kupferbild (Abb. 17) zu Ovids Verwandlungen von Johann Wilhelm Baur.[23]

Südöstliches Nebenbild: Jupiter


Südwestliches Nebenbild: Saturn


Motiv-Vorlage: Saturn nach Joachim von Sandrart
Schönach, Schloss

Als Vorlage benennt Wagner-Langenstein einen Stich aus der Iconologia Deorum von Joachim von Sandrart, Platte C. [22]

Westliches Nebenbild: Mars


Nordwestliches Nebenbild: Merkur


Nordöstliches Nebenbild: Diana


Östliches Nebenbild: Venus


Westwand: 7 Porträts

An der Westwand befinden sich über den Fenstern in hochovalen Kartuschen sieben Porträtbildnisse. Das mittlere Porträt ist aufgrund seiner Positionierung und aufwändigeren Stuckgestaltung über einem Doppelfenster gegenüber den anderen sechs Porträts hervorgehoben. Die Identifizierung ist aus äußeren Gründen bis dato nicht möglich.

Südwand: 3 Porträts

An der Südwand befinden sich über den Fenstern in hochovalen Kartuschen drei Portätbildnisse. Die Identifizierung ist bis dato aus äußeren Gründen nicht möglich.

Nordwand: 3 Portäts

An der Nordwand befinden sich über den Fenstern drei hochovale Porträtbildnisse in stuckgerahmten Kartuschen. Die Identifizierung ist bis dato aus äußeren Gründen nicht möglich.

Ostwand: Porträt

An der Ostwand befindet sich in der Supraporte des mittleren Hauptportals das Porträt eines Adeligen. Seine Identifizierung ist bis dato aus äußeren Gründen nicht möglich.

Bibliographie

  • BIBLIOGRAPHIE:
  • Freundorfer, Straubing, 1974 — Freundorfer, Wolfgang: Straubing. Landgericht, Rentkastenamt und Stadt (=Kommission für bayerische Landesgeschichte (Hg.): Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 32), München 1974
  • Langenstein, Asam, 1986 — Langenstein, Eva: Georg Asam (1649–1711). Ölmaler und Freskant im barocken Altbayern, München/Zürich 1986
  • Mader, Kunstdenkmäler, 1910 — Mader, Felix: Die Kunstdenkmäler von Oberpfalz und Regensburg. Heft XXI: Bezirksamt Regensburg (=Hager, Georg (Hg.): Die Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern. Band 2: Regierungsbezirk Oberpfalz und Regensburg. XXI. Bezirksamt Regensburg), München 1910
  • Peter, Königsfeld, 1977 — Peter, Wolf-Dieter: Johann Georg Joseph Graf von Königsfeld (1679–1750). Ein bayerischer Adeliger des Ancien régime, Kallmünz 1977
  • Sayn-Wittgenstein, Schlösser, 1972 — Sayn-Wittgenstein, Franz Prinz zu: Schlösser in Bayern. Residenzen und Landsitze in Altbayern und Schwaben, München 1972
  • Schmid, Schönach, 2006 — Schmid, Diethard: Schönach, in: Körner, Hans-Michael/Schmid, Alois (Hgg.): Bayern I: Altbayern und Schwaben (=Handbuch der Historischen Stätten, Band 324), Stuttgart 2006, S. 754–755
  • Wagner-Langenstein, Schönach, 1982 — Wagner-Langenstein, Eva: Georg Asam und seine Tätigkeit für den Grafen Johann Georg Joseph von Königsfeld in Schloss Schönach, in: Liedke, Volker (Hg.): Ars bavarica. Gesammelte Beiträge zur Kunst, Geschichte, Volkskunde und Denkmalpflege in Bayern und in den angrenzenden Bundesländern, Band 25/26, München 1982, S. 47–64
  • Wagner-Langenstein, Asam, 1983 — Wagner-Langenstein, Eva: Georg Asam 1649–1711. Ein Beitrag zur Entwicklung der barocken Deckenmalerei in Bayern (=Bosl, Karl/Bauer, Richard (Hgg.): Miscellanea Bavarica Monacensia. Dissertationen zur Bayerischen Landes- und Münchner Stadtgeschichte, Heft 120), München 1983


  • ONLINE:

Einzelnachweise

  1. Wagner-Langenstein, Asam, 1983, S. 47–65.
  2. Peter, Königsfeld, 1977, besonders S. 356–361.
  3. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Königsfeld_(Adelsgeschlecht,_Bayern)&oldid=211495707[letzter Zugriff am: 03.01.2023].
  4. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Johann_Georg_von_Königsfeld&oldid=201308342[letzter Zugriff am: 03.01.2023].
  5. Peter, Königsfeld, 1977.
  6. Wagner-Langenstein, Asam, 1982, S. 47.
  7. Wagner-Langenstein, Asam, 1983, S. 50–56.
  8. Wagner-Langenstein, Asam 1983, S. 51
  9. 9,0 9,1 Freundlicher Hinweis von Andreas Huber.
  10. Wagner-Langenstein, Asam, 1982, S. 51, Anmerkung 18, S. 52 Abbildung und S. 54, Anmerkung 19.
  11. Wagner-Langenstein, Asam, 1982, S. 51, Anmerkung 18, S. 53 Abbildung, S. 54, Anmerkung 20.
  12. Wagner-Langenstein, Asam, 1983, S.184.
  13. 13,0 13,1 13,2 Wagner-Langenstein, Asam, 1983, S. 184.
  14. 14,0 14,1 14,2 Wagner-Langenstein, Asam, 1984, S. 185.
  15. 15,0 15,1 Wagner-Langenstein, Asam, 1983, S. 185.
  16. Wagner-Langensstein, Asam, 1982, S. 60 und 61, Anmerkung 35.
  17. Wagner-Langenstein, Asam, 1982, S. 61–62.
  18. 18,0 18,1 18,2 18,3 18,4 18,5 18,6 Wagner-Langenstein, Asam, 1983, S. 187.
  19. 19,0 19,1 19,2 19,3 19,4 Langenstein, Asam, 1986, S. 69, 94.
  20. 20,0 20,1 Wagner-Langenstein, Asam, 1983, S. 188.
  21. Wagner-Langenstein, Asam, 1983, S. 185–186.
  22. 22,0 22,1 Wagner-Langenstein, Asam, 1983, S. 186.
  23. Nach Wagner-Langenstein, 1982, S. 56–57.