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Rottenburg a d Laaber, Schloss Niederhatzkofen

Aus Deckenmalerei-Lab
Weißer, Katrina:Rottenburg a. d. Laaber, Schloss Niederhatzkofen, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2024, URL: www.deckenmalerei.eu/253bac9c-d3e5-4fbf-b732-f6f036346f82

Inventarnummer: cbdd10463

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Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Georg Christoph Cajetan Notthafft baute das Schloss ca. 1720–1730 zu einer barocken Vierflügelanlage aus und gab die Decke im sogenannten Kaisersaal in Auftrag. Die Wanddekorationen folgten wohl um 1770 unter Maximilian Cajetan Notthafft, Freiherr von Weißenstein.

Niederhatzkofen, Schloss
Niederhatzkofen, Schloss

Kurzbeschreibung und Lage

Die heutigen Ortsteile der Stadt Rottenburg a. d. Laaber, Nieder- und Oberhatzkofen, tauchen bereits 871 in den Urkunden auf.[1] Es ist anzunehmen, dass die Geschichte der Hofmark Niederhatzkofen von Beginn an mit einer an der Großen Laaber gelegenen Feste verbunden war, die im Laufe der Zeit zur Wasserburg und schließlich zum Schloss ausgebaut wurde.[1] Sie wird erstmals 1420 urkundlich erwähnt, als Herzog Ernst von Bayern-München sie verpfändete.[2] Seit dem 12. Jahrhundert hatte der Herzog die Vogtei über Hatzkofen inne, dies belegt erstmals das Herzogsurbar von ca. 1230.[3] 1427 und 1428 wird die Burg Heytzhouen erneut verpfändet.[4]

Nach weiteren Besitzerwechseln kaufte 1572 Burghard Notthafft (1534 – 1586), der herzoglicher Pfleger in Rottenburg war, das Gut Niederhatzkofen, welches bis 1781 im Besitz der Familie blieb.[1] Er ließ das Gebäude neu errichten, das jedoch in der nächsten Generation schon wieder in einem Brand aufging.[5] 1632 wurde es zudem durch die Schweden zerstört, sodass der Enkel Burghards, Johann Sebastian Notthafft Freiherr von Weißenstein, das Schloss erst wieder bewohnbar machen musste.[6] Vollendet wurde die spätbarocke Anlage ca. 1720 bis 1730 unter Georg Christoph Cajetan Notthafft, der von 1713 bis 1737 Vizedom in Landshut war.[7] Von diesem Neubau zeugt auch die den 1723 von Michael Wening publizierten Kupferstich begleitende Beschreibung des Schlosses.[8]

Da die Notthafft im 18. Jahrhunderten in eine finanzielle Notlage kamen, wurde das Gut 1781 an Wiguleus Xaver Aloisius Freiherr von Kreittmayr versteigert, der von 1758 bis 1790 kurfürstlich-bayerischer Staatskanzler war.[9] Letzter Hofmarksherr war Joseph Ritter von Vacchhiery, nach dessen Tod 1848 die Grafen Preysing von Lichtenegg-Moos das Landgut in ihren Fideikomisseingliederten.[10] Diese bewohnten das Schloss nur kurze Zeit, sodass es hauptsächlich als Wirtschaftsbetrieb und Unterkunft für den Gutsverwalter diente.[11] 1947 kaufte der Landkreis Rottenburg das Gebäude, um darin ein Krankenhaus einzurichten.[12]

Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte

Rottenburg an der Laaber, Schloss Niederhatzkofen

Die Feste Hatzkofen war ursprünglich im Besitz der bayerischen Herzöge und wurde im 15. Jahrhundert mehrmals verpfändet.[13] In der Folgezeit ging der Status als herzogliches Pfand jedoch verloren, sodass 1528 die Erben des Warmund von Frauenberg die Hofmark Niederhatzkofen samt Herrensitz als freies Eigen an Elisabeth Teuffenbeck veräußerten, die über 800 Gulden in das baufällige Gebäude investiert und nebenbei Taferne und Bad im Dorf neu errichtet sowie eine Mühle hinzugekauft haben soll.[14]

Das Schloss wurde ca. 1720 bis 1730 unter Georg Christoph Cajetan Notthafft als barocke Vierflügelanlage mit zwei Geschossen ausgebaut. In diese Zeit fällt auch die Ausmalung der Decke des als „Kaisersaal“ bezeichneten großen Saales im ersten Stockwerk des Nordflügels.

Die Wanddekorationen des Raumes entstanden vermutlich um 1770 unter Maximilian Cajetan Notthafft, Freiherr von Weißenstein (1732 - 1794). Vom Umbau des Gebäudes zu Beginn des 19. Jahrhunderts zeugt das klassizistisch umgeformte Eingangsportal, welches das Ehewappen Kreittmayr-Frönau aufweist.[15] Nachdem das Gebäude bereits im zweiten Weltkrieg als Lazarett gedient hatte, wurde es nach dem Ankauf durch den Landkreis Rottenburg von 1949 bis 1951 für die Nutzung als Krankenhaus tiefgreifend umgebaut, wobei u. a. ein drittes Stockwerk aufgesetzt wurde.[16]

Baubeschreibung

Das Schloss ist als Vierflügelanlage um einen rechteckigen Innenhof gebaut. Seit dem Umbau zum Krankenhaus verfügt es über drei Geschosse, die mit Walmdächern abschließen. Der Nordflügel stellt den Haupttrakt und die bis auf das Portal ungegliederte Eingangsfassade des Schlosses dar. Er ragt an seinen beiden Enden in Ost und West um eine Fensterachse über das geschlossene Geviert des Baus hervor. In seinem ersten Geschoss befindet sich mittig der sogenannte Kaisersaal und in der Nordwestecke die ehemals zweigeschossige Kapelle. Der doppelte Wassergraben, der das Schloss früher komplett umgab, ist heute noch teilweise als Weiher erhalten.

Wie Micheal Wenings 1723 publizierter Kupferstich zeigt, verlief der Zugang zur barocken Schlossanlage ursprünglich über eine lange Steinbrücke, welche den doppelten Wassergraben überquerte. Der Nordflügel wurde durch das Hauptportal, rustizierte Gebäudeecken und Blendgiebel mit Voluten an den hervorspringenden Schmalseiten hervorgehoben. Er verfügte über vierzehn Fensterachsen. Die gewölbte Durchfahrt führte in den Innenhof, der an Ost-, Süd- und Westseite durch heute teils vermauerte Arkaden gegliedert war.[15] Die Räume im Erdgeschoss waren kreuz- sowie tonnengewölbt und beherbergten die Stallungen, Wagenremise und Schlossökonomie.[17] Über zwei kleine Vorhallen mit Kreuzgratgewölbe in der Mitte des Ost- und Westflügels bestand mittels zweiläufiger Winkeltreppen Zugang zu den Wohn- und Repräsentationsräumen im ersten Obergeschoss.[17]

Der Kaisersaal: Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte

Der große Saal gehörte mit der Kapelle zu den repräsentativen Räumen in der sogenannten Beletagevon Schloss Niederhatzkofen. Er befindet sich mittig oberhalb der Tordurchfahrt im ersten Geschoss des Nordflügels und war nur durch kleine Nebenzimmer von der westlich gelegenen Kapelle getrennt.[1] Zugänglich ist der vermutlich aufgrund der Herrscherfigur in der Deckenmalerei „Kaisersaal“ genannte Raum über die zweiläufigen Treppen im Ost- und Westflügel und einen umlaufenden Korridor.[18] Während die Decke um 1720 im Zuge des Neubaus des Schlosses unter Georg Christian Cajetan Ferdinand Notthafft, Freiherr von Weißenstein durch den aus Niederbayern stammenden Maler Vischer in Freskotechnik ausgemalt wurde, entstanden die in Secco ausgeführten Malereien an den Wänden durch einen unbekannten Maler um 1770.[19]

Raumbeschreibung

Der längsrechteckige Raum verfügt über vier Fensterachsen an der Nordwand und an der gegenüberliegenden südlichen Längswand über zwei Eingangstüren zum Korridor. An den beiden Stirnwänden in Ost und West sind jeweils rechts und links eines gemalten Stuckmarmorkamins weiße Flügeltüren zu sehen, wobei die linke an der Westwand nur aufgemalt ist.[20] Die Wände sowie die mit einer Hohlkehle daran anschließende Decke sind komplett ausgemalt, wobei der Hintergrund einheitlich in Rosa gehalten ist.

Die Decke

Gesamtanlage der Decke

Die flache Decke ist an den Rändern gekehlt und im Übergang zu den Wänden durch ein Gesims von diesen abgehoben. Der Deckenspiegel ist in vierzehn Felder eingeteilt, die jeweils von einem doppelt profilierten Rahmen aus weißen Stuck umgeben sind. Davon sind ein großes, annährend rechteckiges Feld in der Mitte und vier in den Ecken mit figürlichen Freskomalereien gefüllt. Um das zentrale Bild reihen sich acht in Stuck ausgeführte Felder. Alle Felder sind entlang einer Längsachse spiegelsymmetrisch angeordnet und entsprechen sich in ihren Formen. Die teils längsovale oder rechteckige Gestaltung der Felder verfügen über zahlreiche eckige oder runde Aus- und Einbuchtungen, mit denen sie sich der Form der angrenzenden Felder anpassen. Sie schließen nicht direkt aneinander an, sondern wahren überall den ungefähr gleichen Abstand, sodass der rosa gefasste Hintergrund der gesamten Decke den überaus farbigen Gesamteindruck prägt.

Der Hintergrund der acht Ornamentfelder ist in einem hellen Ockerton gefasst, von dem sich die Stuckarbeiten in dunklerem Ocker absetzen. Die Stuckaturen sind im Bandwerk-Stil ausgeführt und weisen in den langrechteckigen Feldern seitlich des zentralen Deckenbildes rautenförmigen Gitterbrokatauf.[18] Zudem bilden Arkanthus-Blattansätze, stilisierte Blüten- und Muschelformen geometrische Formen und Bänder,[21] die symmetrisch angeordnet sind.

Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Die Entstehung der Deckenmalerei wird um 1720 angenommen, als Georg Christian Cajetan Ferdinand Notthafft das Schloss fast gänzlich neu bauen ließ und den aus Niederbayern stammenden Maler Vischer beauftragte, die Decke des großen Saals in Freskotechnik auszumalen.[22]

Beschreibung und Ikonographie

Dem nahezu längsrechteckigen Mittelbild mit der Darstellung eines Herrschers mit Buch und Schwert, der von vier Putten umgeben ist, sind die jeweils symmetrisch angeordneten Eckbilder zugeordnet. Sie zeigen vier weibliche Figuren als Tugenden-Allegorien. Durch von Putten gehaltenen Spruchbänder und Attribute sind diese als Gerechtigkeit (Justitia), Klugheit (Prudentia), Tapferkeit (Fortitudo) und Vorsehung (Providentia) ausgewiesen. Mit den ersten drei Darstellungen sind weltliche Kardinaltugenden abgebildet, wobei diese statt durch die Vorsehung eigentlich durch die Mäßigung (Temperentia) ergänzt werden. Die Personifikation der Providentiafällt aus dem weltlichen Tugend-Kanon heraus und ist explizit als göttliche Vorsehung dargestellt.

Die im mittleren Bildfeld ebenfalls von Putten empor gehaltenen Spruchbänder mit der Sentenz His Regit – Illis Tuetur (Mit diesen regiert er - von jenen wird er bzw. das Reich geschützt) beziehen sich auf die zentrale Herrscherfigur und bauen zugleich eine inhaltliche Verbindung zu den Tugenddarstellungen in den Eckbildern auf. Durch die dort abgebildeten positiven Eigenschaften wird der Herrscher zur Regierung befähigt. Welche der vier Tugenden damit gemeint sind, erklärt die Geste des Putto, der das Spruchband mit der Aufschrift His Regit hält: Er deutet mit der linken Hand auf den Südteil der Decke, wo Gerechtigkeit und Klugheit einander gegenüber stehen. Entsprechend führt die Geste des anderen Putto mit dem zweiten Teil des Spruchs Illis Tuetur zu den restlichen beiden Tugenden in der nördlichen Hälfte des Freskos, wo die göttliche Vorsehung und die Tapferkeit zu sehen sind. Diese sind die bewahrenden und schützenden Eigenschaften, welche das gute Regiment des Herrschers garantieren und zugleich seine herausgehobene Stellung durch die göttliche Vorbestimmung legitimieren.

Komposition und Ansichtigkeit

Alle fünf Deckenbilder sind von doppelt profilierten, weißen Stuckrahmen umgeben, die mittig sowie an den Ecken verkröpft und konkav eingewölbt sind. Dadurch scheinen sich die Bildfelder den jeweils gegensätzlich ausgeformten Stuckfeldern anzupassen, an die sie mit etwas Abstand angrenzen.

Während die vier kleineren Eckbilder hochrechteckig ausgeführt sind und sich in ihrer an einer Ecke konkav eingebuchteten Form spiegelbildlich entsprechen, ist das längsrechteckige Mittelbild entlang der Hauptachse des Saales ausgerichtet. So sind die Eckbilder jeweils für den vor den Stirnwänden oder in der Mitte des Raumes stehenden Betrachter am besten zu erkennen, während die Malerei im Zentrum nur von der Fensterwand aus gesehen richtig herum erscheint.

Zentrales Deckengemälde: Herrscherfigur

In der Mitte des zentralen Deckenbildes thront eine bekrönte männliche Herrscherfigur in rotem Mantel auf einer Wolkenband und hebt seine Augen zu dem in der linken oberen Ecke schwebenden Putto mit Flügeln, der den Schriftzug His Regit (Mit diesen regiert er) präsentiert und mit seiner freien Hand nach links deutet.[23] Der Herrscher trägt einen goldenen Brustpanzer und hebt in seiner Linken ein Schwert empor, während er mit der Rechten in einem Buch blättert, das ein Putto ihm aufgeklappt darbietet. In der rechten oberen Ecke des Bildes trägt ein ebenfalls beflügelter Putto ein Band mit der Aufschrift Illis Tuetur (von jenen wird er bzw. das Reich geschützt).[23] Er deutet wiederum mit seiner rechten Hand nach rechts zum Bildrand. Unter ihm taucht ein weiterer Putto hinter der Wolkenbank auf.

Nebenbild: Allegorie der Gerechtigkeit

Die Gerechtigkeit ist durch eine weibliche Figur versinnbildlicht, die auf einer Wolkenbank sitzt und in ihrer linken Hand eine goldene Waage emporhält. In der Rechten präsentiert sie ein Schwert. Über ihr schwebt ein Putto mit einem Schriftband, auf dem Justitia steht. Mit der freien Hand deutet er nach unten auf die Figur.

Nebenbild: Allegorie der Klugheit

Die Allegorie der Klugheit ist durch eine weibliche Figur dargestellt, die auf einer Wolkenbank sitzt und in ihrer rechten Hand eine sich windende Schlange hält, die ein Symbol für die Weisheit ist. Mit der Linken stützt sie ein aufgeklapptes Buch auf ihrem Knie ab. Dieses steht für die Bibel und die dort zu findenden christlichen Wahrheiten aus Altem und Neuem Testament. Ein über der Figur schwebender Putto weist sie durch die das von ihm präsentierte Spruchband mit der Aufschrift Prudentia als die Klugheit aus.

Nebenbild: Allegorie der göttlichen Vorsehung

Die göttliche Vorsehung ist durch eine mit einem goldenen Brustpanzer gewappnete weibliche Figur personifiziert, die auf einer Wolkenbank thront und in ihrer rechten Hand ein Fernrohr hält. Dieses steht für das Begreifen und die Einsicht als wichtige Wesenszüge der Vorsehung. Mit der Linken deutet die Figur auf ihre eigene Stirn, auf der ein von einem Strahlenkranz umgebenes drittes Auge erscheint. Es symbolisiert das göttliche Auge. Über der Figur schwebt ein Putto mit einem Spruchband, auf dem Providentia steht.

Nebenbild: Allegorie der Tapferkeit

Die Allegorie der Tapferkeit zeichnet sich durch die Attribute von Löwe und Schild aus. Während der Löwe für Kraft und Mut steht, symbolisiert das Schild Abwehr und Schutz. Beides sind wichtige Eigenschaften der Stärke und Tapferkeit. Sie wird durch eine weibliche Figur dargestellt, die auf einer Wolkenbank sitzt und ihren Oberkörper diagonal zu dem neben ihr liegenden Löwe dreht, der ihr wiederum entgegenblickt. In ihrer linken Hand hält sie ein Schild empor, das zur Abwehr nach hinten gewendet ist. Mit der Rechten greift sie um den Knauf eines Schwertes, dessen Spitze nach oben zeigt. Über ihr schwebt ein Putto und präsentiert das Band mit der Bezeichnung Fortitudo.

Die Wand

Bau- und Ausstattungsgeschichte

Von der durch unterschiedliche Bild- und Stuckfelder symmetrisch gegliederten Decke unterscheidet sich die ca. 50 Jahre später entstandene, illusionistische Wanddekoration nicht nur durch die abweichende Maltechnik, sondern auch durch ihren Stil. Dabei sind sowohl die Stirnwände des Raumes als auch die Wandfelder zwischen den Fenstern und Türen an den beiden Längswänden sowie deren Laibungen komplett bemalt. Bei den Restaurierungsarbeiten von 1951 bis 1952 wurden vor allem die Wandmalereien stark überarbeitet.[24]

Beschreibung

An den Stirnwänden in Ost und West markieren gemalte Kamine mit Vasen und Bildnis-Medaillons in Trompe-l’oeil-Manier die zentrale Achse des Raumes. Auf dem illusionistischen Kamin an der Ostwand scheint eine Brunnenskulptur zu stehen, die symmetrisch flankiert wird von zwei kleinen Porzellan-Tassen und zwei großen Vasen, die in der Art von Chinoiserien gestaltet sind.[25] Darüber hängt das von Lorbeerkränzen umgebene Porträt-Medaillon einer Frau scheinbar von dem rundum verlaufenden Schmuckfries herab, der als Gesims hervorspringt. In der Hohlkehle oberhalb sind Agraffen mit Masken als scheinarchitektonische Verbindungen zum Deckenspiegel ausgeführt. Das Mittelfeld der Westwand ist mit der Ausnahme eines männlichen Brustbildes entsprechend ähnlich mit einem Kamin und scheinbar darauf ausgestelltem Porzellan gestaltet. In den Sopraporten-Feldern über allen vier Türen an beiden Stirnwänden sind Festons aus Blüten zu sehen.

Beide Längswände sind scheinarchitektonisch gegliedert durch eine ebenfalls mit Festons verzierte Sockelzone, auf die vorgeblendete Zierpilaster aufbauen. Diese scheinen das darüber verlaufende, ornamental gestaltete Gesims, welches die Wände rundum nach oben abschließt, zu tragen. Auf den Wandfeldern zwischen den Türen und Fenstern sind oberhalb der gemalten Sockelzone unterschiedliche Vasen zu sehen, die auf mit Voluten verzierten Konsolen stehen und von jeweils zwei Pilastern flankiert werden. Über den Vasen scheinen männliche wie weibliche Porträts in Lorbeer-umkränzten Medaillons von dem ringsum die Wände nach oben abschließenden Fries herabzuhängen. Diese Brustbilder bilden zusammen mit denjenigen an den beiden Stirnwänden eine Art Ahnengalerie.[26]In der Hohlkehle darüber sind wieder jeweils mittig von jedem Wandfeld teilweise mit Masken gestaltete Agraffen aufgemalt.

Bibliographie

  • Dehio, Niederbayern, 2008 – Brix, Michael/ Bischoff, Franz / Liedke, Volker: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bayern II: Niederbayern, München u.a. 2008
  • Ebeling, Befunduntersuchung, 1987 – Ebeling, Stefan: Befunduntersuchung im Inneren des Kreiskrankenhauses Rottenburg-Niederhatzkofen, Regensburg 1987
  • Eckardt, Niederbayern, 1930, – Eckhard, Anton: Die Kunstdenkmäler von Niederbayern. Bezirksamt Rottenburg, München 1930
  • Lampl, Niederbayern, 1986, – Lampl, Sixtus/ Neu, Wilhelm/ Braasch, Otto :Denkmäler in Bayern. Regierungsbezirke. Denkmallisten, Bd. 2: Niederbayern. Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Geländedenkmäler, München 1986
  • Mayer, Restaurierung, 1990 – Mayer, Claus-Peter: Bericht zur Restaurierung von Wand- und Deckengestaltung im sog. Kaisersaal des ehemaligen Schlosses von Niederhatzkofen, München 1990
  • Timmer, Schlossklinik, 2001 – Timmer, Klaus: Schlossklinik Rottenburg. 50 Jahre Tradition und Fortschritt im Dienste der Patienten, Furth 2001
  • Wening, Landshut, 1723 – Wening, Michael: Historico-topographica descriptio: das ist Beschreibung deß Churfürsten- und Hertzogthumbs Ober- und Nidern Bayrn, München 1723
  • Wiesmüller, Rottenburg, 1997 – Wiesmüller, Josef: Rottenburg a. d. Laaber. Heimat aus Gottes- und Menschenhand, Horb 1997

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Stark, Niederhatzkofen, 2005.
  2. Eckardt, Niederbayern, 1930, S. 118; Stark, Niederhatzkofen, 2005; Timmer, Schlossklinik, 2001, S. 8.
  3. Timmer, Schlossklinik, 2001, S. 8.
  4. Eckardt, Niederbayern, 1930, S. 118; Stark, Niederhatzkofen, 2005.
  5. Eckardt, Niederbayern, 1930, S. 119; Stark, Niederhatzkofen, 2005.
  6. Stark, Niederhatzkofen, 2005; Wiesmüller, Rottenburg, 1997, S. 449.
  7. Eckardt, Niederbayern, 1930, S. 119; Lampl, Niederbayern, 1986, S. 205; Timmer, Schlossklinik, 2001, S. 9; Stark, Niederhatzkofen, 2005.
  8. Wening, Landshut, 1723, S. 70.
  9. Eckardt, Niederbayern, 1930, S. 120-121; Timmer, Schlossklinik, 2001, S. 9; Stark, Niederhatzkofen, 2005.
  10. Eckardt, Niederbayern, 1930, S. 120; Timmer, Schlossklinik, 2001, S. 9.
  11. Timmer, Schlossklinik, 2001, S. 11.
  12. Timmer, Schlossklinik, 2001, S. 19-21.
  13. Eckardt, Niederbayern, 1930, S. 118; Timmer, Schlossklinik, 2001, S. 8.
  14. Timmer, Schlossklinik, 2001, S. 8; Eckardt, Niederbayern, 1930, S. 119.
  15. 15,0 15,1 Eckardt, Niederbayern, 1930, S. 121.
  16. Timmer, Schlossklinik, 2001, S. 11; Dehio, Niederbayern, 2008, S. 422-423.
  17. 17,0 17,1 Ebeling, Befunduntersuchung, 1987, S. 2.
  18. 18,0 18,1 Timmer, Schlossklinik, 2001, S. 12.
  19. Mayer, Restaurierung, 1990, S. 3-4; Timmer, Schlossklinik, 2001, S. 12.
  20. Die bei früheren Umbauten zugesetzten Türbereiche wurden malerisch ergänzt: Mayer, Restaurierung, 1990, S. 55, 91.
  21. Mayer, Restaurierung, 1990, S. 3.
  22. Mayer, Restaurierung, 1990, S. 3; Timmer, Schlossklinik, 2001, S. 12.
  23. 23,0 23,1 Timmer, Schlossklinik, 2001, S. 13.
  24. Mayer, Restaurierung, 1990, S. 5-6.
  25. Mayer, Restaurierung, 1990, S. 4.
  26. Mayer, Restaurierung, 1990, S. 4; Timmer, Schlossklinik, 2001, S. 12.