Zum Inhalt springen

Pirna, Kirchplatz 4

Aus Deckenmalerei-Lab
Hertzig, Stefan:Pirna, Kirchplatz 4, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2023, URL: www.deckenmalerei.eu/0de8d6c0-6761-40df-ba86-03838750eea7

Inventarnummer: cbdd20060

Lage: Auf OpenStreetMap anzeigen

Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Das dreigeschossige Haus aus dem 16. Jahrhundert hat ein hohes Satteldach und Renaissancefenster. Im 1. OG befindet sich eine Holzbalkendecke mit reich bemalten Trägerbalken, datiert zwischen 1653 und 1700. Die Decke zeigt Akanthusblattranken und schildartige Bemalungen mit bronzefarbenen Zapfen.

Pirna, Kirchplatz 4
Pirna, Kirchplatz 4

Das Bauwerk

Pirna, Kirchplatz 4

Das dreigeschossige Haus zu vier Achsen stammt aus dem 16. Jahrhundert und wird von einem hohen, traufständigen Satteldach abgeschlossen. Die Fenster sind mit Renaissancefensterprofilen ausgezeichnet. An der sonst schmucklosen Fassade befindet sich im Erdgeschoss lediglich ein schönes Sitznischenportal mit Zahnschnitt und Eierstab aus der Zeit um 1520.[1]

Die Deckenmalerei im 1. Obergeschoss

Im ersten Obergeschoss des Hauses befindet sich eine Holzbalkendecke, deren dekorative Bemalung aufgrund der Nutzung des Raumes als Amtsstube auf die Jahre zwischen 1653 und 1700 eingegrenzt werden kann.

Die reich profilierten Trägerbalken sind durchgängig mit einer Marmorierung bemalt, an den Ecken in einem grauen Farbton, der hier, wie auch für die gesamte Decke den Untergrundston darstellt. Seitlich und an den Unterseiten sind sie aber in einem bläulich grünen Ton gehalten, der auch sonst die erhaben gedachten Teile auszeichnet.

An den gleich breiten Feldern, die an der Decke voneinander abgetrennt werden, befinden sich zum einen breite, nur sehr oberflächlich gemalte grünliche Akanthusblattranken. Die anderen Abschnitte sind mit länglichen Rechtecken mit doppelten konkaven Einschwüngen an den Enden bemalt. In ihrer Mitte sitzt jeweils ein zweites Rechteckfeld mit spitzen Enden, in dessen Mitte sich aber schildartige Bemalungen befinden, die wie gedrechselte, plastisch vorstehende, bronzefarbene Zapfen wirken.[2]

Bibliographie

  • Dehio, Handbuch, 1996 – Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen I. Regierungsbezirk Dresden, München/Berlin 1996
  • Sandner, Die Bemalung, 2006 – Sandner, Ingo,: Die Bemalung historischer Holzdecken in Pirnaer Bürgerhäusern – Funde seit 1990, in: Pirnaer Hefte. Beiträge zur Stadt- und Regionalgeschichte, Baugeschichte und Denkmalpflege, 6 (2006), S. 23–45.

Einzelnachweise

  1. Dehio, Handbuch, 1996, S. 706.
  2. Sandner, Die Bemalung, 2006, S. 38. Untersuchungen ergaben, dass sich unter der frühbarocken Bemalung noch eine frühere, wohl aus der Zeit um 1600 befindet.