Oppershausen, Gut Oppershausen, Gutskapelle

Laß, Heiko:Oppershausen, Gut Oppershausen, Gutskapelle, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2022, URL: www.deckenmalerei.eu/4ea60e19-643c-4729-b371-7827232b8fd8

Inventarnummer: cbdd10073

Lage: Auf OpenStreetMap anzeigen

Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Die Gutskapelle von 1657 wurde 1918 überarbeitet. Die verbretterte Segmenttonne im Innen ist ausgemalt mit einem Wolkenhimmel und Engeln.


Gut Oppershausen und seine Gutskapelle

Das 1230 erwähnte Oppershausen war Stammsitz der Herren von Oppershausen. Das Gut[1] gelangte nach deren Aussterben 1651 an die von der Wense. Diese verkauften das Gut 1903. Das Gutsensemble setzt sich zusammen aus dem Herrenhaus, einen Vorwerk, Nebengebäuden wie Wirtschaftsbauten und Remise, Park und einer Kapelle. Das Haupthaus ist ein eingeschossiger Fachwerkbau unter Mansarddach aus dem 17. Jahrhundert mit. einem im rechten Winkel angefügten Erweiterungsbau des 19. Jahrhunderts. In ca. 100 Metern Entfernung steht die ehemalige Gutskapelle Maria-Magdalena mit Dachreiter. Der kleine Fachwerksaal ist inschriftlich auf 1657 datiert.

Die Gutskapelle

Der schlichte Saalraum [2] wird von Pilastern gegleidert und einer Segmenttonne überwölbt. Er misst 11,0 auf 6,5 Meter. Die heute einheitlich wirkende Ausstattung ist 1918 z.T. erheblich überarbeitet und ergänzt worden. Aus der Erbauungszeit stammen vor allem der Altar und die Kanzel. Die Orgelempore wure in Teilen bereits 1636 geschaffen, Teile des Orgelprospekts jedoch erst im 18. Jarhrhundert.

Die Deckenmalerei in der Kapelle

Die Decke[3] ist mit einem Wolkenhimmel ausgemalt. Über der Orgel, der Raummitte und über dem Altar reißt der Himmel ein wenig auf und lässt das göttliche Licht in die Kapelle eindringen. Am Himmel tummeln sich zahlreiche Engel. Oberhalb der Orgel halten zwei Putten ein Schriftband „GLORIA IN EXCELIS DEO ANNO 1657“, weitere Putten in der Deckenmitte halten Palmwedel und Lorbeerkranz. Über dem Alar singen und musizieren sie.

Es handelt sich um ein typisches Bildprogramm für ein lutherisches Gotteshaus im 17./18. Jahrhundert. Während der Himmel einen Hinweis auf den Wohnort Gottes gibt und nicht mit einer Darstellung des irdischen Himmels verwechselt werden darf, sind die Engel nicht nur als ewige Lobpreiser des Herren, sondern auch als Verkünder seines Wortes zu verstehen. Sie helfen den Menschen im Laufe ihres Lebens von der Taufe bis in den Tod und sie geleiten den Verstorbenen in das Jenseits. Sie sind Gottes Gehilfen, gewähren den Menschen Schutz und machen Gott für den Menschen erfahrbar. Engel galten als Begleiter des Heiligen Geistes und offenbarten dem gläubigen Menschen bereits eine Ahnung von der ewigen Herrlichkeit. Die ewig musizierenden Engel im himmlischen Lobgesang über dem Altar können zugleich als eine Vorwegnahme des himmlischen Lobgesangs verstanden werden, dem die Gemeinde im gemeinsamen Singen des Kirchenliedes teilhaftig wird, wenn Gott in der Handlung real im Raum präsent wird.[4]

Bibliographie

  • Literatur:
  • Bühring, Celle, 1970. – Bühring, Joachim (Bearb.): Die Kunstdenkmale des Landkreises Celle (Die Kunstdenkmale des Landes Niedersachsen, 34). München/Berlin 1970.
  • Dehio, Niedersachsen, 1992. – Dehio, Georg: Bremen - Niedersachsen (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Bearbeitet von Gerd Weiß. München/Berlin 1992.
  • Grote/Königfeld, Katalog, 1991. – Grote, Rolf-Jürgen/Königfeld, Peter: Katalog. In: Dies. (Hrsg.): Raumkunst in Niedersachsen. Die Farbigkeit historischer Innenräume Kunstgeschichte und Wohnkultur. München 1991, S. 219-266.

Einzelnachweise

  1. Dehio, Niedersachsen, 1992, S. 1035; Bühring, Celle, 1970, S. 295; www.gut-opperhausen.de
  2. Dehio, Niedersachsen, 1992, S. 1035; Grote/Königfeld, Katalog, 1991, S. 259. Zur Kapelle vgl. auch Bühring, Celle, 1970, S. 294-296.
  3. Dehio, Niedersachsen, 1992, S. 1035; Katalog, 1991, S. 259. Zur Kapelle vgl. auch Bühring, Celle, 1970, S. 295.
  4. Vgl. demnächst Laß, Pfarrkirchen, im Druck.