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Oberspier, Jagdschloss Zum Possen

Aus Deckenmalerei-Lab
Laß, Heiko:Oberspier, Jagdschloss "Zum Possen", in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2022, URL: www.deckenmalerei.eu/50bbf1a6-3a6c-4e3b-b7fc-4d0e4344b2b7

Inventarnummer: cbdd10198

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Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Das Jagdgschloss zum Possen erhielt vermutlich 1760-62 großflächige Wandmalereien, die sich unter Tapeten bis heute erhalten haben.

Jagdschloss zum Possen
Jagdschloss zum Possen

Das Jagdschloss Zum Possen

Jagdschloss zum Possen

Lage

Das ehemalige Jagdschloss zum Possen[1] liegt knapp fünf Kilometer südlich der ehemaligen Residenzstadt Sondershausen auf einem Plateau der Hainleite inmitten von Wäldern auf dem 430 Meter hohen Possen.

Bau- und Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Die konkrete Entstehungszeig des Schlosses ist unbekannt. Der Ort selbst wurde von der Landesherrschaft bereits im Mittelalter zur Zucht von Pferden genutzt. Ein Dachziegel mit der Jahreszahl 1619 lässt lediglich den Schluss zu, dass hier damals ein Gebäude stand. Ende des 17. Jahrhunderts stand auf dem Possen dann ein kleines Jagdhaus. 1732-38 ließ Fürst Günther XLIII. von Schwarzburg-Sondershausen einen Neubau errichten. Seit 1738 trägt er den Namen „Jagdschloss zum Possen“. Christian Günther III. ließ 1760-62 umfangreiche Instandsetzungsarbeiten durchführen. Später An- und Umbauten sowie Abbrüche haben das Schloss im 19. und 20. Jahrhundert weiter verändert.

Beschreibung

Das Jagdschloss ist eine annähernd regelmäßige Vierflügelanlage. Überwiegend einstöckige Bauten umfassen einen großen Innenhof. Im Süden nimmt das zweigeschossige Corps de logis die mittleren neun von insgesamt 21 Achsen ein. Während die anderen Bauteile Satteldächer haben, ist der Hauptbau mit einem Mansarddach ausgezeichnet. Ein leicht vortretender dreigeschossiger Mittelrisalit umfasst die mittleren drei Achsen sowohl im Norden als auch im Süden an der Eingangsseite.

Im Innern des Schlosses befanden sich ein Speisesaal, 16 Stuben, 22 Kammern, zwei Küchen, ein Schlachthaus, drei Keller, vier Remisen, zwei Scheunen sowie Stallungen für 57 Pferde. Eine Besonderheit war ein Zimmer, in dem sämtliche Möbel und Gerätschaften bis hin zum Schreibzeug aus Hirschhorn gefertigt waren.[2] Diese heute verlorene und nicht datierte Ausstattung dürfte aus dem 19. Jahrhundert gestammt haben. Im Obergeschoss hat sich die barocke Raumaufteilung erhalten.

Die erhaltene Wandmalerei im Schloss

Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte

Die Räume im ersten Obergeschoss haben sich von Prinzip her seit dem Umbauten von 1760/62 unverändert erhalten. Sie werden über das mittige rückwärtige Treppenhaus erschlossen. Von einem zentralen Raum im Mittelrisalit gelangt man nach Osten in ein weiteres Zimmer, das die ganze Gebäudetiefe durchmisst. Im Westen schließt sich ein nach Süden ausgerichteter Raum an. An seiner Nordseite ist ein Kabinett gelegen. In diesen vier Räumen im Kernbereich hat sich Wandmalerei erhalten.

Beschreibung

Die großflächige Wandmalerei[3] ist unter Tapeten verborgen und nicht zu sehen. Sie stammt vermutlich aus der Umbauzeit von 1760/62. Unten befand sich eine Sockelzone mit aufgemalten Lambris und darüber in aufgemalten Rahmungen verschiedene Landschaftsdarstellungen. Die Supraporten über den Türen hatten ebenfalls gemalte Rahmen.

Bibliographie

  • Literatur:
  • Apfelstedt, Kunstdenkmäler, 1886. – Apfelstedt, F[riedrich]: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen, H. 1. Die Unterherrschaft. Sondershausen 1886.
  • Bärnighausen, Sondershausen, 1990. – Bärnighausen, Hendrik: Sondershausen. Historische Bauten und Sehenswürdigkeiten. Arnstadt 1990.
  • Dehio, Thüringen, 1998. – Dehio, Georg: Thüringen (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Bearbeitet von Stephanie Eißing und Franz Jäger. Berlin/München 1998.
  • Döring, Possen, 1928. – Döring, Edmund: Zur Namens- und Baugeschichte des Jagdschlosses „Zum Possen“ bei Sondershausen. In: Mitteilungen des Vereins für deutsche Geschichts- und Altertumskunde in Sondershausen 5 (1928), S. 3-15.
  • Laß, Lustschlösser, 2006. – Laß, Heiko: Jagd- und Lustschlösser. Kunst und Kultur zweier landesherrlicher Bauaufgaben. Dargestellt an thüringischen Bauten des 17. und 18. Jahrhunderts. Petersberg 2006.
  • Wurche, Possen, 1987. – Wurche, Heinz: Geschichte des Jagdschlosses „Zum Possen“. In: Das Naherholungszentrum „Possen“. Sondershausen 1987, S. 5-9.
  • Archivalien:
  • Witte, Possen, 2002. – Witte, Bianca: Untersuchungsbericht. Fassungssondierungen ausgewählter Innenräume des ehemaligen Jagdschlosses auf dem Possen. 2002. In: Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Bau- und Kunstdenkmalpflege, Archiv [65.080-004]. Sonderhausen, Possen Jagdschloß und Turm.

Einzelnachweise

  1. Laß, Lustschlösser, S. 354-355; Dehio, Thüringen, 1998, S. 931; Bärnighausen, Sondershausen, 1990, S. 92; Wurche, Possen, 1987, S. 5; Döring, Possen, 1928, S. 4-9.
  2. Apfelstedt, Kunstdenkmäler, 1886, S. 74.
  3. Witte, Possen, 2002.