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Niedergebra, Rittergut Blauer Hof

Aus Deckenmalerei-Lab
Laß, Heiko:Niedergebra, Rittergut "Blauer Hof", in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2022, URL: www.deckenmalerei.eu/2358ba5d-5a29-44f0-b5f6-c8ee420f8bab

Inventarnummer: cbdd10159

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Ende des 19. Jahrhunderts werden Säle mit aufwendiger Decken- und Wandmalerei genannt. Im Hauptsaal von 1732 gab es demnach Deckenfresken, die Minerva und die Künste, Jupiter im Kampf gegen die Giganten und Mars auf einem Streitwagen zeigten.

Niedergebra, Blauer Hof
Niedergebra, Blauer Hof

Der sog. Blaue Hof in Niedergebra

Niedergebra, Blauer Hof

Geschichte und Beschreibung

Der sogenannte Blaue Hof[1]in Niedergebra wurde von 1730 bis 1735 auf Grundlage einer alten Wasserburg erbaut. Ursprünglich war auch diese neue Anlage von einem Wassergraben umgeben. Bauherr war Friedrich Wilhelm vom Hagen, dessen Familie das Gut 1562 erworben hatte. Sein Sohn Ludwig Philipp vom Hagen war Staatsminister für König Friedrich II. von Preußen.

Das Gut steht an der Nordwestecke der Ortschaft. Das dreigeschossige, querrechteckige Hauptgebäude ist mit einem Mansardwalmdach gedeckt. Auf die Ecken sind aus der Mauerflucht vortretende, quadratische Türme mit Hauben gesetzt. An den Langseiten heben Dreiecksgiebel die Eingänge hervor. Die ehemalige Schieferdeckung hat dem Bau den Namen Blauer Hof gegeben.

Das Gebäude ist nicht zugänglich, das Denkmalinventar von 1889 benennt drei Räume mit Wand- und Deckenmalerei.

Der Saal im ersten Obergeschoss

Beschreibung

Julius Schmidt schreibt 1889 zu einem Raum im ersten Obergeschoss: „Im ersten Stockwerke ist ein Saal bemerkenswerth durch seine Wandbekleidung aus Leinwand, die mit stumpft in Oel gemalten mythologischen Figuren bedeckt ist“.[2] Mehr ist nicht bekannt.

Der Saal im zweiten Obergeschoss

Beschreibung in Ikonografie

Julius Schmidt schreibt 1889 zum Saal im zweiten Obergeschoss: „Ein grösserer Saal, reich in Stuck ornamentiert, enthält Porträts in ganzer Figur des Königs Friedrich Wilhelm I., Friedrichs II. als Kronprinz und des Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau, welche von heraldischen preussischen Adlern umgeben werden. Eine andere Wand ist mit den Reliefbrustbildern in Stuck von Gardegrenadierofficieren, die gegenüberliegende mit solchen von römischen Kriegern belebt. An der Decke zeigt sich al fresco gemalt und von Stuckornamenten umrahmt: Minerva mit, die Attribute der Künste tragenden, Genien, der Kampf der Giganten gegen Jupiter, und Mars auf seinem Kriegswagen. Ferner schmücken zwei reich mit vergoldeter Stuckatur umrahmte Kamin, über denen die Jahreszahl 1735 die Zeit der Entstehung nennt, das interessante Gemach.“[2]

Das Programm ist mit Minerva und Mars offensichtlich Arte et Marte gewidmet. Hinzu kommt mit Jupiters Kampf gegen die Giganten ein Hinweis auf die gerechte Herrschaft, gegen die Aufstände zwecklos sind. Ein konkreter politischer Bezug ist nicht zu erkennen. Hinsichtlich der Wandgemälden ist aber ein eindeutiger Zusammenhang zum Herrscherhaus der Hohenzollern herzustellen.

Raum im zweiten Obergeschoss

Beschreibung

Julius Schmidt berichtet 1889, dass es im zweiten Obergeschoss einen Raum mit Wandbespannungen gebe, die „chinesische Figuren“ zeigten.[2] Weiteres ist nicht bekannt.

Bibliographie

  • Literatur:
  • Bienert, Burgen, 2000. – Bienert, Thomas: Mittelalterliche Burgen in Thüringen. 430 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. Gudensberg-Gleichen 2000.
  • Dehio, Thüringen, 1998. – Dehio, Georg: Thüringen (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Bearbeitet von Stephanie Eißing und Franz Jäger. München/Berlin 1998.
  • Schmidt, Hohnstein, 1889. – Julius Schmidt (Bearb.): Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Grafschaft Hohenstein (Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen, 12). Halle 1889.

Einzelnachweise

  1. Bienert, Burgen, 2000, S. 189; Dehio, Thüringen, 1998, S. 889; Schmidt, Hohnstein, 1889, S. 138–139.
  2. 2,0 2,1 2,2 Schmidt, Hohnstein, 1889, S. 139.