Zum Inhalt springen

Nördlingen, Bräugasse 2

Aus Deckenmalerei-Lab
Dreyer, Angelika:Nördlingen, Bräugasse 2, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2026, URL: www.deckenmalerei.eu/2520250c-c175-44b3-9559-b3f470ec123e

Inventarnummer: cbdd20368

Lage: Auf OpenStreetMap anzeigen

Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Das Gebäude samt ihrer zeitgenössischen Ausstattung aus dem späten 17. Jahrhundert ist Ausdruck der sozialen Stellung und dem christlichen Glauben des Auftraggebers. Zugleich veranschaulicht es die gehobene bürgerliche Hauskultur nicht nur im Nördlinger, sondern auch im gesamten süddeutschen Gebiet.

Nördlingen, Bräugasse 2
Nördlingen, Bräugasse 2

Lage, Bau- und Ausstattungsgeschichte

Das imposante Fachwerkhaus befindet sich in der Nördlinger Altstadt und bildet an der Biegung Herren- und Neubaugasse auf Höhe der Bräugasse einen städtebaulich markanten Eckpunkt.

„Das Haus steht außerhalb des alten Grabens an drei Seiten frei. Zwei gehen zu einer Straßengabelung, eine Seite zum Garten; nur der rückwärtige Giebel steht in enger Reihe zum Nachbarhaus, das schon stand, als das neue erbaut wurde.“[1]

Die Bräugasse, die sich südlich der Georgskirche befindet, ist nach der dortigen Existenz des ehemaligen städtischen Brauhauses benannt und wurde 1721 erstmals erwähnt.[2]

Nikolaus Kobelt (1629–1698) erwarb 1672 für einen Preis von 15 Gulden das damals öde Grundstück, weil der Vorgängerbau 1647, während des 30jährigen Krieges, abgebrannt war.[3]

„Die einzelnen Entstehungszeiten sind durch Inschriften belegt: die mit einem Reichsadler und Rollwerk verzierten östlichen Eckstiele der Fachwerkfassade weisen die Bauzeit mit ,1678‘ und die Initialen des Bauherrn ,NK‘ aus. Der südliche Ausgang ist mit ,1687‘ bezeichnet, eine Stuckdecke im zweiten Obergeschoß mit ,1694‘. Das aufwendig mit Rankenwerk und Granatapfelmotiven gestaltete Eingangsportal trägt am Türsturz [...] die Datierung ,1697‘“.[4]

„Bei der Trockenlegung [in den 1970er Jahren] kamen zahlreiche Spolien zum Vorschein, die zeigten, dass das Haus aus Trümmern der im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Häuser erbaut wurde.“[5]

Das Bauwerk

Der imposante dreigeschossige Fachwerkbau erhebt sich über einem durchfensterten und verputzten Sockelbereich, der keinerlei kleinteilige Fachwerkstruktur zeigt und damit als massives, das ganze Bauwerk tragende Stockwerk seine diebezügliche Wirkung entfaltet.

Darüber zeigen die beiden Obergeschosse, die jeweils vorkragen, die lineare Struktur ihrer Fachwerkkonstruktion. Deren geschossweiser Aufbau setzt sich auf sehr systematische und damit das Bauwerk vereinheitlichende Weise aus einem eher wandbelassenen Sockelbereich und der darüber befindlichen Fensterzone zusammen. Diese prinzipielle Anordnung bestimmt auch die beiden Stockwerke innerhalb des großen Satteldaches.

„Mit den bis zum Sturzriegel reichenden Fußstreben und knaggenartigen Kopfstreben, sowie den Andreaskreuzen im Brüstungsbereich zeigt die verzapfte Fachwerkkonstruktion der Fassaden die charakteristischen lokalen Merkmale einer Entstehung in der zweiten Hälfte des 17. Jh.“[4] Und auch die „heutige Fassadenfassung mit aufgemalter Eckrustika am Erdgeschoss und der roten Fachwerkgestaltung mit schwarzen Begleitern entspricht der Entstehungszeit.“[4]

Die inzwischen bestehende Zugangssituation, das Bauwerk von der Giebelseite aus zu betreten, geht auf eine 1877 vorgenommene Veränderung zurück; ehemals befand sich der Eingang an der nördlichen Trauffassade.[4]

„Ansonsten ist die gesamte ursprüngliche, über die Geschosse jeweils analoge Grundrißeinteilung erhalten. Der hausmittige, quer zum First angelegte Flez erschließt südlich im Erdgeschoß die Gartenparzelle, in den Obergeschossen einen Laubengang, der offenbar eine ,recreatio‘-Funktion zu erfüllen hatte.“[4]

Im nordöstlichen Eckstiel des Fachwerkgebäudes sind im 1. Obergeschoss über einem Akanthusornament drei geschnitzte Informationen enthalten, die sich auf die Bauzeit von 1678, den Auftraggeber NK, Nikolaus Kobelt, und dessen Amt als kaiserlicher Notar in Gestalt des Reichsadlers beziehen.

Der Auftraggeber: der Notar Nikolaus Kobelt (1628–1698)

„Bauherr war Nikolaus Kobelt; der Sohn eines Nördlinger Lodwebers hatte in Straßburg Jura und Philosophie studiert und ließ fünfzigjährig 1678, als Kaiserlicher Notar, dieses Haus errichten und bis zu seinem Ableben 1698 schrittweise ausstatten.“[4]

Nikolaus Kobelt war „Verweser der Stipendiatenpflege und Notarius Caesareus Publicus.“[3] Er verstarb „am 18. Februar 1698 im Alter von 69 Jahren, 11 Monaten und 18 Tagen.“[3]

Gang mit Treppenanlage im Erdgeschoss und Treppenaufgang in das erste OG

Nördlingen, Bräugasse 2, Okulus im Erdgeschoss

Der in Nord-Süd-Richtung verlaufende 3m breite Gang ist fast 10m (9,8m) lang und 2,5m hoch. An seiner Ostseite befindet sich der knapp 5m lange Treppenaufgang in das erste Obergeschoss, der mit seiner Breite von 1,3m fast die Hälfte des Raumvolumens einnimmt.

Rankenmalerei im Aufgang in das 1. OG

Auf „den Untersichten [und Tragebalken] der mit gedrechselten Geländern versehenen Treppenläufen“[4] ist eine Ornamentmalerei aufgebracht, welche die stilisierte Anordnung von Akanthusranken aufweist.

Die gestalterische Besonderheit liegt in ihrer freizügigen und lichten Erscheinung, die sich vor dem hellbraunen Hintergrund gut abhebt. Bezieht man in diese Betrachtungsweise die Gestaltung des Treppenlaufes in das 2. Obergeschoss, das eigentliche Hauptgeschoss, mit ein, lässt sich eine motivische Entwicklung, eine formale Steigerung, konstatieren, die in einer sehr viel dichteren, geflechtartigen Anordnung besteht und deren ornamentale Intensivierung der funktionalen Hervorhebung des obersten Stockwerks dient.

Gang im 1. OG und Treppenaufgang

Der 3m breite, in Nord-Süd-Richtung verlaufende Gang ist knapp 10m (9,8m) lang und 2,5m hoch. Der 5m lange Treppenaufgang in das zweite Obergeschoss befindet sich an der Ostwand.

Rankenmalerei im Aufgang in das 2. OG

Die Rankenmalerei an der Unterseite des Treppenlaufes entspricht prinzipiell in der verwendeten Motivik von Akanthusschleifen und ihrer in sich verschlungenen Struktur der Darstellungsweise im Stockwerk darunter.

Der entscheidende formale Unterschied besteht in der geflechtartigen, dichteren Erscheinung, die das 2. Stockwerk gestalterisch und funktional als Hauptgeschoss hervorhebt und auszeichnet.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Türgestaltung im 1. und 2. OG im Gang: eine Einführung

Die heute noch in situ vorhandenen Zimmertüren sind sowohl in ihrer materiellen als auch in gestalterisch und inhaltlicher Hinsicht von hochwertiger Qualität und sollten die soziale Stellung des Nikolaus Kobelt als Kaiserlicher Notar demonstrieren. Für das gestalterische Konzept und die Ausführung des Auftrages kommt wahrscheinlich der Nördlinger Bildhauer Johann Michael Ehinger in Frage, eine Vermutung, die allein auf stilistischem Abgleich und nicht archivalischem Nachweis basiert.[6]

In der analytischen Gesamtbetrachtung der Außenseiten der Zimmertüren, also der den Gästen und Besuchern sofort sichtbaren Schauseiten im öffentlichen Verkehrsbereich der Gänge, wird deren hoher repräsentativer Charakter anschaulich, der ein konsequent durchdachtes Konzept zeigt.

Deren gestalterische Absicht besteht darin, die Türen über die beiden Geschosse hinweg in der Formbildung der Türstöcke und –blätter mit Rankenmalerei und den strukturell einheitlichen Türrahmungen miteinander zu verbinden.[7]

Diese Türrahmungen sind in den zwei Stockwerken jeweils als Ädikulen gebildet. Der klassische Aufbau dieses Architekturmotivs mit den beiden vertikalen Säulen, dem horizontalem Gebälk und einem Dekorgiebel darüber variierte der Planer allerdings auf phantasievolle und die einzelnen Geschosse unterscheidbare Weise.

Der dekorative Giebelaufsatz im 1.OG ist einer imaginär zu ergänzenden Dreiecksform eingepasst und symmetrisch angeordnet. Die zentrale Mittelachse bildet ein hochrechteckiges Feld mit einem darin dargestellten Fruchtgehänge, von dem aus sich Akanthusschlingen ausbreiten. Die dabei entstandene bewegte Umrisslinie ist das besondere Merkmal der dreieckigen Giebelstruktur (und wird in den weiteren Text-Abschnitten verkürzt als Typus Dreiecksgiebel angegeben).

Im Unterschied zu dieser Giebelform im 1.OG sind die Dekorelemente des Ziergiebels im 2. OG der umfassenden Grundform eines Segmentbogens eingepasst. Innerhalb dessen entfaltet sich der symmetrische Aufbau aus mittiger Blattmaske und den gegenläufigen Volutenformen unten und oben, die von einem Akanthusblatt getrennt werden und in den folgenden Text-Abschnitten als Typus Dreiecksgiebel bezeichnet wird).

Der offensichtlichste Unterschied besteht allerdings in den vorhandenen Bildmotiven: Während im 1.OG prachtvolle Fruchtgehänge die Bildfelder auszieren, sind im 2.OG ungewöhnliche Sinnbilder christlichen Inhalts dargestellt, deren Gehalt über die beigegebenen Schriftrollen erschließbar ist.

Die hohe künstlerische Qualität der Türen zeigt sich auch an der sehr eigenen, eher ornamentalen Machart der Ädikulen.

So sind zum Beispiel die Schäfte der toskanischen Säulen nicht glatt belassen oder mit Kanneluren versehen, sondern weisen im unteren Drittel eine Bänderung auf, die im oberen Säulenbereich von Quer-Rillen abgelöst wird.

Der auf diese Weise erzielte ornamentale Eigenwert der Gliederung fügt sich auf diese Weise harmonisch dem dekorativen Gesamtbild der Türen ein, ohne hierbei ihren eigentlichen Strukturcharakter zu verlieren.

1.OG Südwand im Gang: Tür zur Altane

Die Tür zu der den Blick auf den Außenraum und den Garten ermöglichenden Altane folgt dem Ädikula-Schema Typus Dreiecksgiebel. Die, baugeschichtlich gesehen, wohl bereits vorhandene einfache Türöffnung sollte zur Ausstattungszeit konsequenterweise ebenfalls mit einer Ädikula umformt werden, weshalb das geplante Aufbaumotiv aus Platzmangel und Proportionsgründen ihre rechte Säule einbüßen musste.

1.OG südliche Ostwand im Gang: Bemalte Wohnungstür

Den Eingang in die südöstlich gelegene Wohnung ziert eine Ädikula im Aufbauschema Typus Dreiecksgiebel, deren Türblatt zwei Bildmotive aufweist.

Oberes Bildfeld: Fruchtgehänge

In der Bildmitte ist eine Früchteansammlung zu sehen, die u.a. Granatäpfel und einen Pinienzapfen (?) aufweisen.

Unteres Bildfeld: Fruchtgehänge

Das motivisch schwer zu identifizierende und zu differenzierende Fruchtgehänge scheint sich vielleicht u.a. aus einem Granatapfel zusammen zu setzen.

Vorraum der südlichen Wohnung im 1. OG.

Die südöstlich gelegene Wohnung besitzt einen quadratischen Vorraum mit einer Wandlänge von jeweils 1,8m bei einer Höhe von 2,8m.

Wandmalerei: materiell vorhandene und gemalte Scheinbalken

In dem Vorraum ist die offene Fachwerkstruktur des Gebäudes zu sehen. Diese setzen sich aus horizontalen und schräg verlaufenden Konstruktionselementen zusammen und verleihen dem Innenraum sein gestalterisches Gepräge. Das Besondere an diesem optisch reizvollen Gefüge ist deren Kombination aus tatsächlich vorhandenen, realen Holzträgern und nur gemalten Scheinbalken, um in der Räumlichkeit konstruktive Stabilität vorzutäuschen.

1. OG Westwand: Doppeltüre

Die Doppeltür mit dem Ädikula-Aufbau im Typus Dreiecksgiebel bildet das repräsentative Eingangsmotiv in die beiden dahinter liegenden Räume, die ursprünglich wohl voneinander getrennt waren, deren ehemalige Nutzung jedoch bisher nicht erschlossen ist.

Eine präzise Bestimmung der im Bildfeld versammelten Früchte ist nicht in allen Fällen zu leisten, weshalb an dieser Stelle ein übergeordneter und in sich schlüssiger Deutungsvorschlag unterbleiben muss.

Die dargestellten Bildmotive folgen alle einem ähnlichen, sie untereinander formal verbindenden Aufbauschema: mehrere, im Bildzentrum präsentierte Früchte hängen an einer mit Schlaufen versehenen Girlande, die an einem großen Nagel? befestigt ist und deren lose Bänder den innerbildlichen Rahmen abgeben.

Oberes Bildfeld des nordwestlichen Türflügels: Fruchtgehänge

Das bildzentrale Stillleben setzt sich aus mehreren Früchten zusammen, z.B. Granatäpfel, Weintrauben und Kürbis, zwischen denen sich ein Kohlblatt entfaltet.

Unteres Bildfeld des nordwestlichen Türflügels: Fruchtgehänge

Das erkenn- und identifizierbare Zentrum des Bildfeldes bildet eine von mehreren Früchten umlagerte Zitrone.

Oberes Bildfeld des südwestlichen Türflügels: Fruchtgehänge

Im Zentrum des mehrteiligen Früchte-Ensembles sind geschlossene und geöffnete Granatäpfel und Erbsenschoten (?) identifizierbar, die auf einem Blattbett liegen.

Unteres Bildfeld des südwestlichen Türflügels: Fruchtgehänge

Die dargestellten Früchte und Blattformen sind nicht eindeutig bestimmbar.

2. OG südliche Ostwand im Gang: bemalte Tür

Die bemalte Tür folgt dem Aufbauschema Typus Dreiecksgiebel und weist zwei Sinnbilder auf.

Oberes Bildfeld: Ameisenhaufen und baumumstandene Hofanlage

Unter dem in einer Schriftrolle zu lesendem Motto ,Die arbeits Last. Frisch aufgefaßt.‘ sieht man im Bildvordergrund einen großen Ameisenhaufen, auf dem die große Anzahl der Insekten emsig und quirlig ihrer evolutionären Lebensbestimmung nachkommt. Dahinter sind zwei Gebäude rechtwinklig einander zugeordnet, die von hohen Laubbäumen umstanden werden. Das Holzgeländer in der Bildmitte verweist dezent auf die Existenz eines Weges.

Unteres Bildfeld: Schnecke

Inmitten einer baumreichen Landschaft kriecht, proportional gesehen, eine Riesenschnecke. Das Motto in der beigegebenen Schriftrolle lautet: ,Die Hauß.Sorg sey. Allzeit dabey.‘

Bemaltes Treppengehäuse ins Dachgeschoss

Das den Treppenaufgang in das Dachgeschoss umgebende Holzgehäuse ist zur Gänze mit Akanthusranken bemalen.

2.OG: nördliche Westwand: Doppeltüre

Die Doppeltür mit dem Ädikula-Aufbau im Typus Dreiecksgiebel bildet das repräsentative Eingangsmotiv in die beiden dahinter liegenden Räume, die ursprünglich wohl voneinander getrennt waren, deren ehemalige Nutzung jedoch noch nicht erschlossen ist.

Die auf den Bildfeldern dargestellten Bildmotive könnten jedoch auf die getrennten Schlafzimmer des Hausherren und seiner Gattin hinweisen, ein Vorschlag, der hier mit aller gebotenen Vorsicht formuliert wird.

Oberes nordwestliches Bildfeld: Zwei Füllhörner

Unter einer Schriftrolle mit der Inschrift: ,Wie es Gott fügt, Bin Ich vergnügt.‘ sieht man aus einem Wolkenband einen schweren Metallring und im Wind wehende Bänder heraushängen, an dem zwei sich überkreuzende Füllhörner befestigt sind. Ihr überreicher Inhalt ergießt sich nach unten auf eine wüstenähnliche Hügellandschaft mit karger Vegetation.

Dieses sturzflutartige Ausschütten göttlicher Gaben erfolgt allerdings nicht in einem wilden Durcheinander, sondern die fallenden Gegenstände sind in sich sortiert: so entströmen dem bildlinken Füllhorn eher weltliche Objekte wie Geld, diverse Schmuckstücke, Broschen, Halsketten und eine Petschaft.

Unter den aus dem bildrechten Füllhorn stürzenden Gegenständen befinden sich eher dem sakralen Bereich zugehörige Dinge: kreuzähnliche Symbole, Votivgaben, aber auch Korallen, die man damals als „Sinnbild des rechten Glaubens und guter Werke“[8] verstand.

Unteres nordwestliches Bildfeld: zwei Herzen

Unter der Schriftrolle mit dem Motto: ,In Lieb und Noth, Biß in den Todt.‘ schweben über einer baumbestandenen Hügellandschaft zwei Herzen, deren dauerhafte Zusammengehörigkeit auf besondere Weise ausgedrückt ist. Ihre coronare Verbundenheit zeigt nicht nur das beide Herzwandungen umschließende Doppelband an, sondern die Symbolik dieses lebenslangen Bündnisses wird zusätzlich durch eine an den Herzenden angebrachte schmiedeeiserne Kette verstärkt.

Oberes Bildfeld des südwestlichen Türflügels: nestbauende Vögel

Das Motto dieses Bildfeldes in dem oberen Schriftband lautet: ,Vereint aus Lieb. Folgt treüem Trieb.‘ und bedarf eigentlich keiner zusätzlichen Erklärung.

Zur Ausstattungszeit brachte man diesen Inhalt mit der Darstellung eines Nest bauenden Vogelpaares zusammen, die eifrig damit beschäftigt sind, einen halbkreisförmigen Trog als Brut- und Neststatt mit Ästen, Zweigen und Blattwerk auszukleiden, um ihren Nachkommen eine angenehm wohlige Bleibe zu bereiten.

Die Vogelfrau hat ihre künftige Brutstellung bereits eingenommen, während das Männchen noch emsig dabei ist, das Nest auszupolstern.

Unteres Bildfeld des südwestlichen Türflügels: Hahn und Henne

In der oberen Schriftrolle ist das Motto: ,Zur folg bereit, Zu Jeder Zeit.‘ zu lesen. Es ist kombiniert mit der Darstellung von, proportional gesehen, riesigen Exemplaren eines Hahnes und einer Henne, die sich außerhalb ihres heimischen Gehöftes aufhalten. Die Henne im Bildvordergrund wird beim Aufpicken von Futter gezeigt, das ihr der stolze Hahn zur Nahrungsaufnahme bereitgelegt hat. Er selbst ist eine prächtige Erscheinung mit mächtigem Körperbau, geschwelltem Kamm und aufgestellten Schwanzfedern, der äußerst wachsam seine biologische Funktion des Behütens ernst nimmt.

Programm und Synthese der Doppeltür im 2 OG, Westwand: Die gute Ehe in der Emblematik

Die auf den beiden Türblättern dargestellten Embleme sind mehrschichtig zu deuten. An dieser Stelle sei lediglich eine der möglichen Lesarten vorgestellt, die den Auftraggeber als Ehemann und Oberhaupt einer Familie zeigen und damit private Aspekte seiner Lebensführung thematisieren.

Zusammen gesehen, versinnbildlichen die vier in den Emblemen vorhandenen Sinnsprüche in Kombination mit den Darstellungen die wesentlichen Aussagen eines bei der Heirat ausgesprochenen Ehe-Versprechens. Diese bleiben für ein christlich-katholisches Paar nach ihrer Verehelichung ein Leben lang gültig und möglicherweise besteht die Funktion der Emblembilder darin, die Ehepartner an das dauerhafte Befolgen dieser sakramentalen Grundsätze zu erinnern.

Dass ein im festen Glauben und Vertrauen an den christlichen Gott eingegangenes Ehebündnis von diesem auch belohnt werden kann, zeigt das Icon mit den beiden Füllhörnern, aus denen Gegenstände nach unten fallen und damit die divine Freigebigkeit veranschaulichen.[9]

Auf einen anderen Aspekt verweist die Inschrift „Wie es Gott fügt, Bin ich vergnügt.“ Damit ist nicht ein demutvolles Hinnehmen göttlicher Direktiven gemeint, sondern in dieser Sentenz wird „die Ehe mit ihren wesentlichen Zielen als einzige soziologische Institution unmittelbar im Schöpferwillen Gottes [verankert].“[10]„Die Ehe ist [nämlich] nach dem Willen Gottes eine dem Wesen des Menschen gegebene Schöpfungsordnung (Gn 1,28).“[11] In seiner sakramentalen Ausformung „wird sie nicht nur als zu heiligendes Verhalten, sondern als Heilskraft nachdrücklich in die Heilsordnung einbezogen.“[11]

Eingedenk dieses Stellenwertes der Ehe werden, wie das Icon zeigt, mit den göttlichen Meriten nur diejenigen Eheleute überhäuft, die in ihrer Liebe zueinander, die absolute und treue Liebe Gottes zu den Menschen in der Welt widerspiegeln und auf diese Weise die ihnen nach der Schöpfungsordnung vorgesehene Berufung vollziehen.[12]

Diese Teilhabe der Menschen an Gottes Heilsplan drückt sich ebenso in dem auf lebenslange Dauer angelegten Eheversprechen aus, das substanziell an das von Gott nicht unwiderrufliche Liebes- und Treueversprechen zu den Menschen erinnern soll.

Die beiden aus dem Wolkenband heraushängenden Herzen machen diese „Beziehung des Menschen mit Gott“[13] sichtbar. Mit der die Herzenden verbindende Kette ist indes nicht ein weiteres, den Glauben und die Liebe festigende Verbindung zu verstehen, sondern ein symbolischer Hinweis, die an Gott zu richtende Gebete nicht zu vergessen.[13]

Die auf gegenseitiger Liebe basierende Ehezeit soll, so versinnbildlicht es das Emblem mit dem Hahn und der Henne, auf gegenseitigem Respekt basieren, der zugleich auch die stetige Wachsamkeit und die gleichbleibende Fürsorge beinhaltet. Damit sind die Umstände umschrieben, die den Bund fürs Leben nicht nur einseitig als starken Ausdruck von Liebe und Wertschätzung auffassen, sondern gleichzeitig auch die damit verbundenen Verpflichtungen, gleich welcher Art. Man ist „Zur folg bereit. Zu jeder Zeit.“

Das Motto „Vereint aus Lieb. Folgt treuen Trieb.“ verweist darauf, in der ehelichen Zweisamkeit nicht nur das individuelle Glück der Ehepartner allein zu sehen. Ihrer biologischen Natur nach sind die Eheleute ebenso „auf die Zeugung und Erziehung der Nachkommenschaft hingeordnet“[14], denn, der christlichen Auffassung nach, sind Kinder „Segen und Gabe Gottes“[10], die den Fortbestand der Familien gewährleisten.

Bildmotivisch übertragen wird diese familienerhaltende Maßnahme auf den stolzen, wachsamen und fürsorglichen Hahn, der „wegen seines Fortpflanzungstriebes [...] als Sinnbild der Fruchtbarkeit“[15]und in dieser Hinsicht als treu und als verlässlich gilt.

Mit diesem Geflügel-Paar, das gemeinsam und liebevoll ein Nest für den zu erwartenden Nachwuchs baut, lassen sich generelle Aussagen von „schützender Liebe“[16] wie auch das „Sinnbild der Geborgenheit“[17]verbinden. Beide Verhaltensweisen bilden jedenfalls die Grundvoraussetzungen, um die Kinder als Auszeichnung ehelicher Liebe und als „Segen und Gabe Gottes“[10] zu verstehen.

Dieses im zweiten Obergeschoss versinnbildlichte „Verhältnis von Mann und Frau in der christlichen Ehe, lässt [gleichzeitig] das Verhältnis Christi zur Kirche in Erscheinung treten [...], weil das ,Geheimnis‘ der Ehe typologisch die Verbindung Christi mit der Kirche anzeigt. [...].“[18]

„Die sakramentale Einbeziehung des Ehestandes in das Heilsgeschehen Christus-Kirche macht diejenige Liebe, die das Verhältnis zwischen Christus und Kirche bestimmt, auch zum inneren Gesetz der Ehe: ,wie Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat (Eph 5,25), so sollen auch die Ehegatten einander in Christus lieben.“[19]

Dieser inhaltliche Zusammenhang aus Ehe und Christus-Kirche findet an der gegenüberliegenden Westseite mit den emblematischen Darstellungen von Christus` Rolle im Heilsgeschehen seine raumübergreifende Ergänzung und heilsgeschichtliche Verbindung.

Unter der Prämisse, diese Emblembilder und ihre (an-)gedeuteten Aussagen als eigenständige Quelle mit spezieller Aussagequalität zu verstehen, könnte man tatsächlich Rückschlüsse auf die Nutzung der dahinterliegenden Räumlichkeiten anstellen.

So läge der über die Embleme erschließ-, aber nicht beweisbare Gedanke nahe, in der Anordnung und Verteilung der Bild- und Schriftmotive den jeweiligen Eingang in die getrennten Schlafzimmer von Herrn Nikolaus Kobelt und seiner Ehefrau Barbara (?–1695) zu vermuten.

2. OG nördliche Ostwand im Gang: bemalte Türe

Die Eingangstür in den nordöstlichen Eckraum zeigt das Aufbauschema einer Ädikula vom Typus Dreiecksgiebel.

Die beiden emblematischen Sinnbilder nehmen in ihrer Aussage Bezug auf den christlichen Gott.

Oberes Bildfeld: Auge und Ohr

Die Darstellung im oberen Bildfeld variiert und erweitert das ikonographisch bekannte und vertraute Bildmotiv vom Auge Gottes um das Sinnesorgan eines Ohres. Aus diesem Grunde erscheinen im hellstrahlenden Sonnenkörper, der die dunklen Wolken vertreibt, eben nicht nur das Auge, sondern auch das Ohr Gottes, was in dem Schriftband noch einmal als knappe, aber eindringliche Mahnung an die Lebensweise eines christlichen Menschen zu verstehen ist: „Gott sieht und hört. Leb nicht verkehrt.“

Unteres Bildfeld: Sonnenblume

Umgeben von einer hügeligen Landschaft wendet eine einzelne, voll erblühte Sonnenblume ihren Blütenkopf zur voll erstrahlenden Sonne, die gerade aus dem Schatten einer dichten Baumreihe hervorbricht. Der motivische und inhaltliche Bezug wird über die hellgraue Farbgebung von Sonnenblume und Sonne hergestellt, die sich auf diese Weise beide von der bräunlichen Schattenwelt abheben.

Das Schriftband am oberen Bildrand bedarf kaum einer zusätzlichen Erklärung: „Zu Gott gekehrt. Wird bald erhört.“

Nordöstlicher Raum im 2. OG: Beschreibung und Maße

Der NO-Raum ist der im 2. Obergeschoss am prächtigsten ausgestattete Raum, wodurch wohl seine Funktion als Amtszimmer des kaiserlichen Notars hervorgehoben werden sollte. Diese besondere Raumnutzung drückt sich in den eher bescheidenen, aber wohlig wirkenden Raummaßen von 5x5,8m und einer Höhe von 2,4m nicht direkt aus, wird allerdings durch die ikonographische Ausstattung ausgeglichen. Den Raum betritt man von der Westseite aus durch die mit christlichen Sinnbildern bemalte Tür und gelangt in einen hellen Innenraum, der durch jeweils zwei Fenster auf der Nord- und Ostseite Licht erhält.

Die ebenfalls bemalte Tür an der Südseite des Zimmers öffnet den Zugang in die dahinter gelegenen Räume. Die Gestaltung der Decke setzt sich einerseits aus plastisch-voluminösen Stuckbahnen und anderseits aus fünf unterschiedlich großen Gemälden zusammen. Die sichtbare Anordnung der Stuckbahnen zeichnet den Verlauf eines vierstrahligen geometrischen Musters nach, das sich aus den beiden Haupt- und den zwei Diagonalachsen ergibt.

Die Positionierung der gemalten Leinwandbilder berücksichtigt diese vorgegebene Struktur. Das rechteckige Hauptbild befindet sich im zentralen Kreuzungs- oder Knoten-Punkt, während die vier runden Nebenszenen wie Trabanten auf den Diagonalseiten ihren Platz einnehmen. Diese streng symmetrische Verteilung der Deckengemälde folgt einer Quincunx-Anordnung, die der Stellung der Zahl Fünf auf einem Würfel entspricht und sich im Anwesen Bräugasse 2 in gleicher Weise in dieser Disposition in der Anlagestruktur des Gartens auf der Südseite wiederholt.

Bemalte Eingangstüre (Raumseite)

Die Innenseite der Eingangstür in den nordöstlichen Eckraum ist als eine Ädikula mit Sprenggiebel gestaltet. Mit den glatten Schäften der Säulen toskanischer Ordnung, die auf hohen Piedestalen stehen und den nur sehr schmalen Zierleisten sorgt der Aufbau nicht nur für eine noble Erscheinung, sondern gibt diesem Hauptraum auch eine respektgebietende, vielleicht sogar amtliche Würde im Hause des kaiserlichen Notars, obwohl die genaue Raumfunktion nicht bekannt ist. Die beiden im Türblatt eingefügten emblematischen Bildszenen steigern den optischen und thematischen Mehrwert der Haupttür.

Oberes Bildfeld: Blumengarten mit Rabatten und Springbrunnen

In dem Bildfeld der Eingangstür ist ein geometrisch angelegter Garten dargestellt, dessen symmetrischer Aufbau perspektivisch in leichter Übersicht erkennbar ist. Die einzelnen Beete sind mit den unterschiedlichsten Blumen bepflanzt, die alle in voller Blüte stehen und ein vielfarbiges Bild abgeben. Im Zentrum der Gartenanlage, die von einer Baumreihe mit gleicher Form und Höhe abgeschirmt und einer Mauer begrenzt wird, befindet sich ein Springbrunnen, dessen Wasserfontäne in die Höhe schießt. Das am oberen Bildrand entrollte Schriftband beinhaltet folgende Sentenz: „Der Erden Lust und Zier, Befind sich nun in mir.“

Unteres Bildfeld: Getreidebündel in Baumform

Schriftband: „Zu ??? und From[m]en, Deß Lebens bin kom[m]en.“

Inmitten einer hügeligen Gebirgslandschaft steht im Bildvordergrund auf einem dunklen Erdhügel ein markant geformtes Bündel aus Getreidehalmen, die dem Weizenfeld dahinter entstammen. Der dicke Stamm des Bündels und die oberen, sich auseinanderspreizenden Ähren erinnern in ihrer Gesamterscheinung an die Kontur eines Baumes, was, im Zusammenhang mit dem Emblem, als Lebensbaum zu deuten ist. Im Bildervordergrund, dem Betrachter am nächsten, sind die roten Früchte von Wald-Erdbeeren zu sehen.

Bemalte Süd-Tür

Die in den südlichen Nachbarraum führende Türe ist in der Art einer Ädikula mit Säulen toskanischer Ordnung und Sprenggiebel aufgebaut, die von einer Zierleiste eingefasst wird. Das Türblatt beinhaltet zwei emblematische Bildmotive mit Spruchband.

Oberes Bildfeld: Gebirgslandschaft mit Reben-Pyramide

Inmitten einer unwirtlichen Gebirgslandschaft mit hohem Wolkenhimmel steht ein pyramidenförmiges Holzgestell, an dem flächendeckend Weintrauben zu sehen sind, die nach oben wachsen, wie das Schriftband kundtut: „Ich wachß je mehr und mehr, Mit ungemeßner Ehr.“

Ungewöhnlich an diesem Bildmotiv ist die gestalterisch offensichtliche Disproportionalität zwischen der künstlichen Pyramide, die als höchster Gipfel die sie umgebende Landschaft um ein Vielfaches überragt und als Bedeutungs-Maßstab zu werten ist.

Unteres Bildfeld: Opferaltar in Tempel

Im Innenraum eines Tempels, der mit den zwei kannelierten Säulen angedeutet ist, befindet sich eine auf schwarz-weißen Bodenplatten stehende Opferschale aus Bronze. Ihr sechseckiger Sockel ruht auf Kugelfüßen, von denen Voluten zum Becken überleiten, in dem Feuerflammen, gespeist von Kohlestücken, züngeln. Die Wandung der Opferschale ist zusätzlich mit Festons verziert, die an den Voluten aufgehängt sind und an der Vorderseite die Darstellung eines Phönix zeigt, der sich mit ausgebreiteten Schwingen aus der sprichwörtlich gewordenen Asche erhebt.

Ein Schriftband am oberen Bildrand beinhaltet die Sentenz: „Gemildert wird die Zeit, Wann ich werd zubereit.“

Programm und Synthese: Öffentliches Tugend- und Glaubensbekenntnis des kaiserlichen Notars Kobelt

Die Grundidee, das gesamte Haus in ihrer Ausstattung der Ehre und dem Ruhm Gottes zu widmen, ist bereits im Türsturz des Eingangsportales ablesbar: „SOLI DEO GRATIA“. Im 2. Obergeschoss ist dieses Lob Gottes bildmotivisch hingegen weiter ausdifferenziert und in ihrer inhaltlichen Aussage strukturell schlüssig auf die Außen- und Innenseiten der beiden Türen des NO-Raumes verteilt.

An der Außenseite der Tür wird auf emblematische Weise der Glaube an den allgegenwärtigen christlichen Gott versinnbildlicht, während auf deren Innenseite und der Südtür sein Sohn Christus einerseits den Weg in und andererseits die Verheißung auf das Himmelreich exemplarisch vorlebt.

Dem in das kaiserliche Notarszimmer Eintretenden wird auf zwei emblematischen Darstellungen der Glaube an den christlichen Gott empfohlen: „Zu Gott gekehrt. Wird bald erhört.“ lautet der beigegebene Spruch im Schriftband im unteren Bildfeld, in dem auch zusätzlich die Hoffnung auf Erlösung mitschwingt.

Im Emblembild darüber ist die All-Gegenwart und All-Wissenheit von Gott selbst thematisiert. Der Concepteur und Maler hielten sich bei diesem Bildmotiv allerdings nicht an die bildtradtionelle Überlieferung, sondern erweiterten dieses Motivrepertoire auf originelle Weise.

Anstatt, wie allgemein üblich, das Auge Gottes mit dem Sinnbild der Dreifaltigkeit in Dreiecksform zu verwenden, ist in Nördlingen die allmächtige Sinnesfähigkeit des göttlichen Auges um die Eigenschaften des Hörens erweitert. Beide Organe werden von einer in sich geschlossenen Ovalform umgriffen, die, aus der Kreisform entwickelt, in ihrer barocken Dynamisierung weiterhin deren symbolische Essenz beibehalten hat und „als Bild der Vollkommenheit und Unendlichkeit, als Bild des Himmels und der Ewigkeit, aber auch des Göttlichen schlechthin“[20] gilt.

Die Sentenz im Schriftband „Gott sieht und hört. Leb nicht verkehrt“ beinhaltet in heutiger Lesart eine nicht ganz so harmlose Drohung, sich für den richtigen, sprich christlichen Lebensweg zu entscheiden, denn Gott sieht und hört sowieso alles.

Mit der Darstellung der Sonnenblume im unteren Bildfeld, die „vor allem als Sinnbild für den Christen [gilt], der sich um seines Heiles willen Gott zuwendet“[21] leitet das Programm? auf die Innenseite der Tür über, auf welcher der Weg zum Heil von Christus, Gottes Sohn, versinnbildlicht ist.

Christus wird hierbei in beiden Emblembildern als die geistig-spirituelle Nahrung schlechthin für einen Gläubigen vorgestellt, welche die elementaren Grundsubstanzen, in fester und flüssiger Konsistenz, für eine christliche Lebensausrichtung ausmachen.

Im unteren Bildfeld wird Christus als das lebenserhaltende „Sinnbild für das Brot und damit für den Leib Jesu Christi“[22] auf originelle Weise symbolisiert. Im Bildzentrum steht inmitten einer Hügellandschaft mit Wolkenhimmel darüber auf einem dunklen Erdhügel eine zusammengebundene Ährengarbe. Deren Besonderheit besteht in ihrer Formgebung, denn, zusammengesehen, bilden die Getreidehalme den dicken Stamm und die kronenförmig auseinanderfallenden Ähren das Motiv eines Baumes nach, der durchaus verschiedene Assoziationen in sich trägt, in diesem Kontext aber eher als Lebensbaum zu verstehen ist, der zwar „in der Erde wurzelt, seine Krone aber scheinbar den Himmel berührt.“[23]

Die darin enthaltene Aussicht, das irdische Leben zu überwinden und sich zu Höherem emporzurecken, ist allerdings, bezogen auf die Biographie von Jesus, mit dem Blutopfer des Sterbens und Todes verbunden, was die im Vordergrund des Bildes dargestellten Erdbeeren ausdrücken. Dennoch überwiegt in dem Emblembild mehr die Hoffnung auf ein Überdauern des Erdenlebens, denn die blutroten Erdbeeren fallen optisch kaum ins Gewicht, während der Ähren-Baum voller Leben strotzt.

Die im Spruchband enthaltene Sentenz „Zu gut Nutz? und Frommen des Lebens bin ich kommen“ erinnert indirekt den zum Glauben bereiten Menschen an die mit Schmerzen erlittene Lebensaufgabe von Christus und in diesem Sinne ein nützliches, d.h. frommes und sinnvolles Leben zu führen.

Die in Christus sich manifestierende Bedeutung „als Symbol von Leben und Unsterblichkeit“[24] wird im oberen Bildfeld mit dem Motiv eines Springbrunnens versinnbildlicht, der inmitten eines Blumengartens hochschießt und von einer mit Pinien umstandenen Mauer umschlossen wird. Mit dieser Piniengrenze, die „als Sinnbild für Auferstehung und Unsterblichkeit“[25]steht, wird auf die dem ganzen Bild innewohnende Aussage verwiesen.

In der dialektischen Auffassung des Programmierers werden hier zwei wesentliche Aussagen über Christus im Heilsgeschehen zusammengebunden: einerseits spendet er als Springbrunnen das lebenserhaltende Element des Wassers und andererseits werden in dem Motiv des blühenden Blumengartens bildliche Erinnerungen an den „paradiesische[n] Uranfang“[26]hergestellt, welche die Leiden und Mühen des irdischen Daseins erträglicher machen. Mit der Sentenz im Spruchband „Der Erden Lust und Zier. Befind sich nun in mir.“ erhält die spirituelle Glaubenserwartung hoffnungsgenährten Ausdruck.

Diese beiden Emblembilder könnte man, in Anlehnung an die literarische Vorgabe der Imitatio Christi des Thomas von Kempen auch als ,Erbauungs-Bilder‘ auffassen, die den Glaubenswilligen zu einem christlichen Leben hinleitet und seine Seele auf dem Weg zur Gemeinschaft mit Gott begleitet.[27]

Die an dieser Innentür bildlich schon mehrmals in Aussicht gestellte Hoffnung auf ein ewiges Leben im Paradies als Belohnung für ein im christlichen Glauben geführtes Dasein auf Erden, wird an der Innenseite der Südtür noch einmal auf andere Weise aufgegriffen und erscheint in ihrer Aussagekraft mit intensivierter Eindringlichkeit. Den thematisch gemeinsamen Nenner bildet der Beginn eines neuen Lebens, die Überwindung und Erlösung vom irdisch-sündigen Dasein und das Eintreten in neue überzeitliche und überräumliche Regionen.

Die Verheißung auf das Paradies, deren Voraussetzung die Überwindung des Todes ist, symbolisiert im unteren Bildfeld die in einem Tempel aufgestellte hell glühende Opferschale als Hinweis „zur Passion Christi“[28]. Das Verschmerzen dieses Opfertodes, die darauffolgende Auferstehung, verdeutlicht der in der Beckenwandung dargestellte mythische Vogel Phoenix, der „als Symbol der Ewigkeit und der Erneuerung“[29]

gilt. Diesen inneren Zusammenhang aus Opferbereitschaft und Verheißung des ewigen Lebens literarisiert die Sentenz im Spruchband folgendermaßen: „Gemildert wird die Zeit, wann ich wird zubereit.“

Das teleologische Endziel eines gläubigen Christen, nach der Verheißung auf das Jenseits und der Auferstehung das ewige Leben zu erreichen wird im oberen Bildfeld veranschaulicht. Diese Grundaussagen sind in die Darstellung des überdimensionieren Pyramidenaufbaus übertragen, zwischen deren Sprossen pralle, überreife Weintrauben hervorquellen. Deren fast zum Zerplatzen gezeigter Reifegrad bezieht sich nicht nur „auf die Verheißung des Jenseits und des ewigen Lebens“[30], sondern wird im christlichen Bereich „auch in Bezug zum Endgericht gesetzt [...].“[31]

Das Deckengemälde: Gesamtüberblick

Die Deckengestalt im nordöstlichen Eckraum wird in erster Linie von den vier Stuckbahnen bestimmt, welche die zwei Haupt- und zwei Diagonalachsen nachzeichnen. In dieses geometrische Netz sind die fünf Deckenbilder eingebunden. Im Knotenpunkt der Stuck-Struktur befindet sich das zentrale Hauptbild, das von den vier Nebenszenen begleitet wird.

Zentrales Deckengemälde: Die Vier Elemente, symbolisiert durch antike Gottheiten

In einer realistisch anmutenden Hügellandschaft, die ziemlich abrupt an die Gestade eines weiten Meeres anstößt und im Landesinneren Höhlenformationen aufweist, wie man dies zum Beispiel bis heute an griechischen Inseln beobachten kann, verteilen sich vier antike Gottheiten. Auf dem Achsenkreuz sind in der Vertikalen die weiblichen Personifikationen der Erde und der Luft und in der Horizontalen die männlichen Verkörperungen des Feuers und des Wassers verteilt.

Das Element Erde versinnbildlicht Kybele, die mythologische Erzeugerin der Natur, der Menschen und Tiere.[32] Sinngemäß sitzt sie auf einem vierrädrigen Triumphwagen, der von zwei Löwen gezogen wird. Beide Tiere, die als symbolischer Ausdruck ihrer Natur-Macht gelten, haben angehalten, um sich auszuruhen, was dem Maler Gelegenheit bietet, die Göttin motivisch vorzustellen.[32] Ihr Hauptattribut, das Getreidebündel, kennzeichnet sie dreifach: sie hält es in der Hand, stellt ihren Fuß darauf und bekrönt damit auch in Kranzform ihr Haupt. Auch die symbolische Anwesenheit von Früchten, die aus einem Korb quellen, unterstreicht ihren Herrscherstatus über die Natur.

Um diese Aussage noch zu unterstreichen, hat der Maler zum endgültigen Verständnis ein Schriftband mit der Sentenz „Von mir kombt Jederzeit Bar reiche Fruchtbarkeit.“ hinzugefügt.

Über Kybele sitzt inmitten eines Wolkenknäuels eine weibliche Gottheit, bekleidet mit rotem Obergewand, blauem Mantel und im Wind wehenden Schleier, deren vorzeitige Identifizierung nur über das Schriftband, nicht, wie üblicherweise, über das sie kennzeichnende Attribut erfolgt. Das diese Göttin kennzeichnende und sie als Hera identifizierbare Begleittier, der Pfau, ist nämlich nicht in ihrer unmittelbaren Nähe dargestellt, sondern hinter dem Triumphwagen der Kybele zu entdecken. Aus dieser geschützten Position heraus späht der Pfau, Juno, auf einen die Flügel gespreizten Adler, das Symboltier ihres Gatten Zeus, der sich ebenfalls auf der Erde niedergelassen hat und auf diese Weise eventuell auf deren mythenbekannten Zwistigkeiten hinweist.

Diese narrative Verbindung zweier Gottheiten auf der Vertikalachse setzt sich auf der Horizontalachse fort. Dort ist Vulkan, die Verkörperung des Elementes Feuer, vor einem Höhleneingang bei der Schmiedearbeit zu sehen. Bereits gefertigt hat er Rüstungen, Kanonenrohre, Schwerter und weitere martialische Geräte, die dem Betrachter stolz vorgelegt werden. Bildnarrativisch gesehen, wird Vulkan genau in dem Moment gezeigt, als er beim Schmieden eines Blitzes für seinen Bruder Zeus von dessen Gemahlin Juno überrascht wird und ihr plötzliches Erscheinen schreckt ihn jedenfalls so sehr, daß er seine Arbeit unterbricht. Diese Bild-Aussage ist kombiniert mit dem Spruch auf dem Inschriftband: „Der Feürs-Gwalt schröckt wohl sehr, Der Blitz-Strahl noch viel mehr.“

Das vierte kosmologische Element, das Wasser, versinnbildlicht Neptun, der auf seinem von Pferden gezogenen Muschelwagen energisch und entschlossen in Erscheinung tritt. Seine innere Einstellung, die Macht über das Meer eigentlich als die ranghöchste Potenz innerhalb der bestehenden Welten-Aufteilung zwischen ihm, Vulkan und Jupiter zu verstehen, drücken unmissverständlich sowohl sein vom Fahrtwind hochgewehter Mantel als auch seine körperliche Haltung aus, die alle Bereitschaft zum Zustoßen mit dem Dreizack ausdrückt. Die Neptun beigefügte Inschrift „Der Meeres-Wellen Macht. All andern Gwalt verlacht.“ bestätigt diesen verbildlichten Macht-Anspruch.

Auf den beiden Schlaufenenden eines weißen Bandes ist auf der Horizontalachse die zweigeteilte Datierung 16 94 zu sehen.

Südöstliche Bildfeld: Das Element Wasser (Wal)

Das Rundbild ist kompositionell genau in zwei Hälften geteilt. Im unteren Bildteil sieht man das offene Meer, in dem sich ein riesiger Wal aufhält und der von drei Segelschiffen umgeben ist. Das beigegebene Schriftband zeigt den Spruch: „Es ist kein Ungeheür, Dem ich nicht wehr und steür.“

Südwestliches Bildfeld: Das Element Erde (Löwe)

Unter dem Spruchband mit der Sentenz: „Wer wagt sich hin an Mich, Ohn Schaden muthiglich.“ ist ein Löwe mit beeindruckender Mähne zu sehen, der mit seiner rechten Pfote ein Beutestück festhält. Bildrechts ist eine Höhle, wohl der Rückzugsort des wilden Tieres, dargestellt. Sein natürliches Habitat ist allerdings keine anzunehmende Wüstenlandschaft, sondern ein europäischer Mischwald, der im Bildvordergrund erst durch die beiden Palmbäume ein exotisches Flair bekommt.

Nordwestliches Bildfeld: Das Element Feuer (Feuer-Salamander)

Vor einer hügeligen und baumbestandenen Landschaft mit einem sie durchströmenden Fluss ist im Vordergrund ein Salamander zu sehen, der inmitten langer Feuerzungen aushält. Das Schriftband verrät hierzu: „Obschon die Flamm verzehrt, Leb Ich doch unversehrt.“

Nordöstliches Bildfeld: Das Element Luft (Adler)

In den luftigen Höhen über einer Gebirgslandschaft fliegt mit weit ausgespannten Flügeln ein Adler, der mehrere Blitzestrahle in seinen Krallen hält und damit als Anspielung auf das Begleittier von Göttervater Zeus zu verstehen ist. Das Schriftband scheint dies zu bestätigen: „Mich schröckt kein Donners Knall, Weil Selbsten führ den Stral.“

Programm und Synthese: Die vier Elemente zwischen Mythologie und Schöpfung

Im Zusammenhang mit den beiden Türen dieses Raumes, deren Bildmotive auf innovative Weise komplexe Aussagen christlichen Inhalts vermitteln, überrascht auf den ersten Blick die Anwesenheit antiker Gottheiten an der Zimmerdecke. Diesen scheinbaren Gegensatz hilft die euhemeristische Mytheninterpetation zu überbrücken, denn aus „dieser Deutungsperspektive [...][ergibt] sich auch die Möglichkeit, die Mythologie mit der in der Bibel niedergelegten Geschichtsschreibung zu versöhnen.“[33]

Mit der Darstellung der vier Elemente in Gestalt von Juno, Kybele, Neptun und Vulkan ist bereits die erste Phase der Separierung der Ur-Materie versinnbildlicht, womit man gleichzeitig indirekt auf die göttliche Schöpfung der Welt rückschließen kann. Die antiken Götter sind in diesem Deutungs-Modell nichts anderes als Symbole für das Tierreich, ein Gedanke, der generell in ähnlicher Weise auch im erhaltenen Programm für den alten Festsaal von Kloster Benediktbeuern überliefert ist.[34]

Diese religiöse Interpretation mit ihrer Anspielung auf das kosmologische Sinnbild der Welt erfährt in Nördlingen eine stoffliche Konkretisierung in den vier Nebenszenen. Gezeigt wird dort die Ausdifferenzierung in das Reich der Natur, wobei nicht die bildtraditionell auch beliebten Erscheinungsformen der Pflanzen, Mineralien oder der Jahreszeiten-Zyklus gemeint ist, sondern mit der Darstellung von Feuer-Salamander, Wal, Löwe und Adler christlich hochsymbolische Tiere dargestellt sind. Die alle vier Geschöpfe zusammenhaltende symbolische Aussage besteht darin, im christlichen Sinne auf das „Sterben und die Auferstehung Jesu Christi“[35] hinzuweisen. Dieser bildzentrale Erlösungs-Gedanke ist zugleich damit verbunden, Christus zwar nicht als den Schöpfer, aber auch als Beherrscher der vier Elemente vorzustellen, wie dies z.B. in der Stillung des Seesturms geschildert wird: „Die Leute aber staunten und sagten: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar die Winde und der See gehorchen?“[36]

In diesem ikonographischen Kontext ist die Erde sowohl als Wohnort der sündig gewordenen Menschheit in ihrer Stellung im Kosmos als auch im göttlichen Heilsplan definiert.

Türe am südlichen Ende des Ganges im 2. OG

Außer den Türen im NO-Raum befindet sich im 2. OG am Südende des Ganges eine weitere mit Bildemblemen bemalte Eingangstüre, deren Außenseite zwei Bildfelder aufweist.

Unteres und oberes Bildfeld: Embleme mit Schnecke und Ameisen

Im unteren Bildfeld kriecht eine proportional überdimensionierte Schnecke durch eine hügelige Landschaft und trägt schwer an ihrem Haus. Die im Spruchband enthaltene Aussage: „Die Hauß.sorg sey. Allzeit dabey.“ lässt genauso viel interpretatorischen Freiraum zu wie diejenige im oberen Bildfeld: „Die arbeits Last. Frisch aufgefaßt.“, deren Inhalt sich auf Ameisen auf einem Hügel beziehen. In einer ersten, rein optischen Sinn-Ebene könnte man im übertragenen Sinne aus der Kombination von Motto und Ameisen allein auf deren Arbeitsamkeit schließen, die dem Gedanken der Vorsorge folgt, bereits im Sommer die Nahrung für den Winter anzusammeln. Diese Grundidee von vorsorgender Vorausschau, die wiederum auf kluger Bedachtsamkeit beruht, findet sich auch in der Darstellung der Schnecke.

Doch dieser profane Aspekt der Häuslichkeit, der ein maß- und planvolles Vorwärtskommen ausdrücken kann, ist genauso im emblematischen Sinne ebenso christlich aufzufassen, denn „wie die Schnecke ihr Haus immer bei sich trägt, soll auch der Christ stets die Unschuld pflegen, da diese ihm umfassenden Schutz gewährt.“[37] Und auch die schnelle Emsigkeit der Ameisen kann einem Christgläubigen als Vorbild dienen, denn deren vorausschauendes Verhalten, kann auch als Vorbild für jeden Christen dienen, rechtzeitig Buße zu üben, um in der Todesstunde für die Aufnahme in das Paradies vorbereitet zu sein.

Südöstlicher Raum im 2. OG

Nördlingen, Bräugasse 2

Das Zimmer in der südöstlichen Ecke des Hauses kann in seinen räumlichen Abmessungen mit dem gegenüberliegenden repräsentativ genutzten NO-Raum nicht konkurrieren. Seine Länge von 4m, einer Breite von 3,5m und einer Höhe von 2,4m zeigt eher einen privaten, fast intimen Raum-Charakter, der vielleicht auf eine Raum-Funktion als Studiolo, als privater Rückzugsraum, des Hausherren gedacht werden kann, ohne dies allerdings archivalisch belegen zu können.

Wand- und Deckenmalerei: gemaltes Schildpatt-Imitat

Nördlingen, Bräugasse 2

´

Die Besonderheit dieses kleinen Raumes verdeutlicht auf alle Fälle die Gestaltung der Wände und Decke, welche die Erscheinung von Schildpatt, den Hornschuppen vom Rückenschild einer Meeresschildkröte, nachahmen.

Diese malerische Imitation von Bernstein und ihren zufälligen Sprenkeln galt schon zur Ausstattungszeit als ein ungewöhnliches Stilmittel, um den noblen Charakter von Edelstein zu erzeugen. Dieses künstlerische Vorgehen beschränkte sich allerdings hauptsächlich auf die schmückende Veredelung von Kleinobjekten wie Schmuck, Kämme oder Kästchen. Eine Übertragung dieser Schein-Veredelung in eine Räumlichkeit bildet dahingehend eher eine große Ausnahme, vor allem im Nördlinger oder süddeutschen Kulturraum.[38]

Sanierung / Renovierung

Das bau- und ausstattungsgeschichtlich hochinteressante Objekt Bräugasse 2 ließ erstmals 1877 der damalige Besitzer, der Wollwarenfabrikat Jakob Winter (1816–1903), der das Haus 1845 erworben hatte, renovieren.[39]

Es kam einem seltenen Glücksfall gleich, dass der in Nördlingen ansässige Restaurator Matthias Schwenkenbecher (1940–2011) 1974 das Haus der protestantischen Kirchenstiftung, den damaligen Eigentümern, abkaufte und im Bewusstsein um dessen kultur- und kunstgeschichtlichen Wert sich bemühte, den ursprünglichen Zustand des Hauses sach- und fachgerecht wieder herzustellen.[5]

Die Dach-, Fassaden- und Fensterinstandsetzung unterstützte nach dem Jahre 2000 die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.[40]

Bibliographie

  • Bauer, Programm, 1972 — Bauer, Hermann: Das Programm der Deckenbilder im Alten Festsaal von Kloster Benediktbeuern, in: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, Band 35, 1972, Heft 1, S. 124–134
  • Bauer/Rupprecht, Corpus, 1981 — Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 2: Freistaat Oberbayern. Die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen-Garmisch-Partenkirchen-Miesbach, München 1981
  • Bezzel, Winter, 1993 — Bezzel, Ernst: Winter, Jacob, in: Schlagbauer, Anton/Kavasch, Wulf-Dietrich (Hgg.): Rieser Biographien, Nördlingen 1993
  • Büttner/Gottdang, Ikonographie, 2006 — Büttner, Frank/Gottdang, Andrea: Einführung in die Ikonographie. Wege zur Deutung von Bildinhalten, München 2006
  • Haspecker, Ehe, 1986 — Haspecker, Josef: Ehe, in: Höfer, Josef/Rahner, Karl (Hgg.): Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Band, Freiburg im Breisgau 1986 (2. Auflage)
  • Kempen, Nachfolge, 1989 — Thomas von Kempen: Das Buch von der Nachfolge Christi, Stuttgart 1989
  • Kretschmer, Lexikon, 2008 — Kretschmer, Hildegard: Lexikon der Symbole und Attribute in der Kunst, Stuttgart 2008
  • Lotz, Oval, 1955 — Lotz, Wolfgang: Die ovalen Kirchenräume des Cinquecento, in: Römisches Jahrbuch für Kunstgeschichte, 7, 1955, S. 7–98
  • Michl, Ehe, 1986 — Michl, Johann: Ehe, in: Höfer, Josef/Rahner, Karl (Hgg.): Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Band, Freiburg im Breisgau 1986 (2. Auflage)
  • Pfeffel, Äpfel, 1746 — Pfeffel, Johann Andreas (Hg.): Güldene Aepfel in silberenen Schalen [...], Augsburg 1746
  • Rapp, Kybele, 1894 — Rapp, Adolf: Kybele, in: Roscher, Wilhelm Heinrich: Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie, Band 2,1, Leipzig 1890–1894, Spalte 1638–1672
  • Schwenkenbecher, Wintersche Haus, 1985 — Schwenkenbecher, Matthias: Das Wintersche Haus als ein Beispiel eines Bürgerhauses vom Ende des 17. Jahrhunderts, in: Historischer Verein für Nördlingen und das Ries, 27. Jahrbuch, 1985 (=Frieden ernährt. Krieg und Unfrieden zerstört, 14 Beiträge zur Schlacht bei Nördlingen 1634), Nördlingen 1985, S. 321–326
  • Schwenkenbecher, Bürgerhaus, 1989 — Schwenkenbecher, Matthias: Das Wintersche Haus, ein Bürgerhaus in Nördlingen. Seine Geschichte und Restaurierung, in: Schönere Heimat. Erbe und Auftrag, hg. von Bayerischer Landesverein für Heimatpflege e.V., 78. Jahrgang, München 1989, S. 65–67
  • Volk, Ehe, 1986 — Volk, Hermann: Ehe: in: Höfer, Josef/Rahner, Karl (Hgg.): Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Band, Freiburg im Breisgau 1986 (2. Auflage)
  • Vollmer/Paula/Kociumaka, Nördlingen, 1998 — Vollmar, Bernd/Paula, Georg/Kociumaka, Catharina: Stadt Nördlingen. Ensembles, Baudenkmäler, Archäologische Denkmäler (= Petzet, Michael (Hg.): Denkmäler in Bayern [...], Band 90: 7, Schwaben, Landkreise. Donau-Ries 2. Stadt Nördlingen), München 1998

Einzelnachweise

  1. Schwenkenbecher, Bürgerhaus, 1989, S. 66.
  2. Wulz, Hauschronik, 2025.
  3. 3,0 3,1 3,2 Wulz, Häuserchronik, 2025.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 Vollmer/Paula/Kociumaka, Nördlingen, 1998, S. 76.
  5. 5,0 5,1 Schwenkenbecher, Bürgerhaus, 1989, S. 67.
  6. Vollmer/Paula/Kociumaka, Nördlingen, 1998, S. 52.
  7. Es sei hier nur angemerkt und nicht ausgeführt, dass die Rankenmalereien in ihrer Größe und Dichte sich ebenfalls pro Stockwerk unterscheiden.
  8. Kretschmer, Lexikon, 2008, S. 228.
  9. Kretschmer, Lexikon, 2008, S. 145.
  10. 10,0 10,1 10,2 Haspecker, Ehe, 1986, 3. Band, Spalte 675.
  11. 11,0 11,1 Volk, Ehe, 1986, 3. Band, Spalte 680.
  12. catholicus.eu > de > das-sakrament-der-ehe-bedeutung; Volk, Ehe, 1986, 3. Band, Spalte 684.
  13. 13,0 13,1 Kretschmer, Lexikon, 2008, S. 215.
  14. catholicus.eu > de > dass-sakrament-der-ehe-bedeutung; Haspecker, Ehe, 1986, 3. Band, Spalte 675.
  15. Kretschmer, Lexikon, 2008, S. 175.
  16. Kretschmer, Lexikon, 2008, S. 184.
  17. Kretschmer, Lexikon, 2008, S. 299.
  18. Michl, Ehe, 1986, 3. Band, Spalte 678.
  19. Volk, Ehe, 1986, 3. Band, Spalte 682.
  20. Kretschmer, Lexikon, 2008, S. 233. Zur Ovalform: Lotz, Oval, 1955, S. 7–98.
  21. Kretschmer, Lexikon, 2008, S. 394.
  22. Kretschmer, Lexikon, 2008, S. 23.
  23. Kretschmer, Lexikon, 2008, S. 49.
  24. Kretschmer, Lexikon, 2008, S. 69.
  25. Kretschmer, Lexikon, 2008, S. 329.
  26. Kretschmer, Lexikon, 2008, S. 150.
  27. Kempen, Nachfolge, 1989.
  28. Kretschmer, Lexikon, 2008, S. 307.
  29. Kretschmer, Lexikon, 2008, S. 327.
  30. Kretschmer, Lexikon, 2008, S. 448.
  31. Kretschmer, Lexikon, 2008, S. 447.
  32. 32,0 32,1 Rapp, Kybele, 1890–94, Spalte 1640.
  33. Büttner/Gottdang, Ikonographie, 2006, S. 182.
  34. Bauer, Programm, 1972, S. 124–134; Bauer/Rupprecht, Corpus, Band 2, 1981, bes. 73–93.
  35. Kretschmer, Lexikon, 2008, S. 443.
  36. Deissler/Vögtle, Bibel, 2007, S. 1391.
  37. Pfeffel, Aepfel, 1746, 17-3, Nr. 83.
  38. Sieht man von dem berühmt-berüchtigten Bernsteinzimmer ab, das zudem echte Materialität und andere Funktionszusammenhänge aufwies.
  39. Die Angaben nach: Schwenkenbecher, Bürgerhaus, 1989, S. 66. Biographische Informationen nach: Bezzel, Winter, 1993, S. 452.
  40. https://www.denkmalschutz.de/pressemeldung/ausgezeichnete-arbeiten-am-winterschen-haus.html.