Zum Inhalt springen

Meißen, Bennohaus

Aus Deckenmalerei-Lab
Hertzig, Stefan:Meißen, Bennohaus, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2023, URL: www.deckenmalerei.eu/d88e7249-ad10-4087-8a1f-7b04740bfe93

Inventarnummer: cbdd20062

Lage: Auf OpenStreetMap anzeigen

Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Das Bennohaus in Meißen wurde um 1470/80 errichtet. Die Fassade ist schmucklos mit 8 Renaissance-Fenstern. Im Inneren zeigt sich eine reiche Baugeschichte mit einer Wendeltreppe, Zellengewölben und einer kunstvoll bemalten Holzbalkendecke mit Akanthusblattranken und Voluten in dunklen Umrissen.

Das Bauwerk

Das sogenannte Bennohaus in Meißen – angeblich war einer der Vorgängerbauten einst von Bischof Benno bewohnt worden – wurde um 1470/80 begonnen, in den Jahren 1570, 1583 und 1588 um- und ausgebaut, sowie nach Kriegszerstörung 1637 im Jahre 1640 wiederaufgebaut. Das dreigeschossige Haus weist an seiner schmucklosen Fassade acht gekoppelte Fenster mit Renaissance-Profilen auf. Im Erdgeschoss sitzt in der Mittelachse ein manieristisches, rundbogiges Sitznischenportal, das von einer toskanischen Pilasterstellung mit einem aufstuckierten Triglyphenfries darüber geschmückt wird. Ein hohes traufständiges Satteldach mit Schleppgaupen schließt den Bau ab.[1]

Das Innere des Hauses zeigt noch reiche Spuren seiner Baugeschichte auf, wie etwa eine steinerne Wendeltreppe mit gewundenem Handlauf. Die Einfahrtshalle weist Zellengewölbe aus dem Umfeld Arnolds von Westfalen sowie Wandmalereien mit Vögeln und Ranken aus dem 15. Jahrhundert auf. Im ersten Obergeschoss befindet sich ferner eine bemalte Holzbalkendecke aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Die Deckenmalerei im 1. Obergeschoss

Die Balken der Decke sind reich profiliert und mit Marmorierungen bemalt. An der Decke selbst werden durch aufgemalte Leisten schmale, längsrechteckige Felder voneinander abgetrennt. Diese sind mit breiten, grob aufgefassten Voluten und Akanthusblattranken bemalt, die in dunkelfarbigem Umriss dargestellt und nur wenig durch Weißtöne gehöht und dadurch plastisch wiedergegeben sind.

Bibliographie

  • Dehio, Handbuch, 1996 – Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen I. Regierungsbezirk Dresden, München/Berlin 1996.

Einzelnachweise

  1. Dehio, Sachsen I (wie Anm. 2), S. 599f.