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Meßkirch, Stadtpfarrkirche St Martin, Johannes Nepomukkapelle

Aus Deckenmalerei-Lab
Seeger, Ulrike:Meßkirch, Stadtpfarrkirche St. Martin, Johannes Nepomukkapelle, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2024, URL: www.deckenmalerei.eu/0b0d508f-455d-42ac-9236-d315b9828f74

Inventarnummer: cbdd10488

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Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Nachdem Fürst Froben Ferdinand von Fürstenberg-Meßkirch 1731 in Prag Reliquien des 1729 heiliggesprochen Johannes von Nepomuk erhalten hatte, ließ er 1732–1734 an der Stadtpfarrkirche eine Nepomukkapelle errichten, deren Kuppel zusammen mit dem Altarbild 1736–1737 Cosmas Damian Asam ausmalte.

Stadtpfarrkirche St. Martin

Die Stadtpfarrkirche mit einem romanischen Turmuntergeschoss und einer Erneuerungsphase im 13. Jahrhundert wurde 1526 durch Gottfried Werner Graf von Zimmern (1484–1554) als dreischiffige netzgewölbte Basilika errichtet. [1] Architekt war Lorenz Reeder. Die umfangreiche Altarausstattung bildet das Hauptwerk des Meisters von Meßkirch. [1]

1772–1774, also 40 Jahre nach Anbau der zu besprechenden Nepomukkapelle wurde die Kirche barockisiert nach Plänen des Malers Andreas Meinrad von Au (1712–1792) und des Architekten Franz Anton Bagnato (1731–1810). [2]

Johannes Nepomukkapelle

Der Grundstein für die Kapelle wurde am 18. Juni 1733 gelegt, nachdem der Auftraggeber Fürst Froben Ferdinand von Fürstenberg-Meßkirch 1731 in Prag Reliquien des erst zwei Jahre zuvor (1729) heiliggesprochen Johannes von Nepomuk erhalten hatte. [3] Architekt war Johann Caspar Bagnato (1696–1757). [4] Die Ausführung der Pläne übernahm der Meßkircher Baumeister Johann Georg Brix (1665–1742). [5]

Für die Ausgestaltung des Inneren gewann Fürst Froben Ferdinand noch vor der Grundsteinlegung die Brüder Cosmas Damian und Egid Quirin Asam, die nicht nur die malerische und skulpturale Ausstattung besorgen, sondern auch den Bauplatz der zukünftigen Kapelle bestimmen sollten. [6] Insbesondere Cosmas Damian hatte sich dadurch ausgewiesen, dass er gleichzeitig im Witwensitz der Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden in Ettlingen die dortige, dem hl. Johannes von Nepomuk geweihte Schlosskirche ausmalte. Den Quellen zufolge kam Asam 1732 allem Anschein nach aus Ettlingen nach Meßkirch. [7]

Zentralraum

Da die Autorin im Rahmen des CbDD bislang noch keinen Zugang zur Nepomukkapelle hatte, konnte das Programm der Deckengemälde noch nicht im Detail erfasst und beschrieben werden.

Zentrales Deckengemälde mit der Aufnahme des hl. Johannes Nepomuk durch Christus


Nebenszenen der Kuppel in pupurfarbenem camaïeu


Leichnam des hl. Johannes Nepomuk vor der Karlsbrücke


Verhör des hl. Johannes Nepomuk vor König Wenzel


unkenntlich wegen Zerstörung


Almosenspende und Krankenheilung


Nebenszenen der Pendentifs in sepiafarbenem camaïeu

Es waren ursprünglich vier Szenen, die jedoch teilweise völlig unkenntlich waren. [8]

Johannes Nepomuk nimmt der Königin die Beichte ab


Johannes Nepomuk bei der heiligen Messe


Altargemälde: Johannes Nepomuk empfängt den Sternenkranz von Maria vor der Madonna von Altbunzlau


Wandmedaillons mit Heiligen

Die Identifikation der Heiligen nach Gubler, Bagnato, 1985, S. 309.

Carlo Borromeo


Hl. Wolfgang


Konrad von Urach


Fidelis von Sigmaringen


Bibliographie

  • Sauer, Nepomukkapelle, 1921 = Joseph Sauer, Die Johann Nepomukkapelle der Stadtkirche zu Messkirch. Mit einem Exkurs über die Nepomukkapelle in Ettlingen. Ein Beitrag zur Geschichte der Gebrüder Asam, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, N. F. 36 (1921), S. 4–51.
  • Sauer, Meßkirch, 1935 = Horst Sauer, Die Erneuerung der Stadtkirche zu Meßkirch in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 62 (1935), S. 15–58.
  • Gubler, Bagnato, 1985 = Hans Martin Gubler, Johann Caspar Bagnato 1696–1757 und das Bauwesen des Deutschen Ordens in der Ballei Elsaß-Burgund im 18. Jahrhundert. Ein Barockarchitekt im Spannungsfeld von Auftraggeber, Bauorganisation und künstlerischem Anspruch, Sigmaringen 1985, hier S. 307–313.
  • AK Asam, 1986 = Cosmas Damian Asam. 1686–1739. Leben und Werk, Ausst.-Kat. Kloster Aldersbach, Niederbayern, hg. von Bruno Bushart und Bernhard Rupprecht, Katalog: München 1986, S. 267–268, 308–309.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Dehio BAW II, 1997, S. 458.
  2. Sauer, Meßkirch, 1935.
  3. Gubler, Bagnato, 1986, S. 307. Vgl. auch AK Asam, 1986, S. 267 (Bärbel Hamacher).
  4. Gubler, Bagnato, 1985, S. 307–313
  5. Sauer, Nepomukkapelle, 1921, S. 8–11.
  6. Sauer, Nepomukkapelle, 1921, S. 7.
  7. Sauer, Nepomukkapelle, 1921, S. 14.
  8. Sauer, Nepomukkapelle, 1921, S. 23.