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Maria Gern, Wallfahrtskirche Maria Gern

Aus Deckenmalerei-Lab


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 11: Landkreis Traunstein. Hirmer, München 2005, ISBN 978-3-7774-2695-2, S. 245–256, geschrieben von Bauer-Wild, Anna. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

Wallfahrtskirche Maria Gern, Markt Berchtesgaden, Ortsteil Vordergern, Pfarrei St. Andreas Berchtesgaden, Erzdiözese München und Freising; z. Z. der Ausmalung exempte Propstei Berchtesgaden. Das Mariengnadenbild zog zahlreiche Wallfahrer an. Fürstpropstei Berchtesgaden

Patrozinium: Mariä Heimsuchung

Zum Bauwerk: Das holzgeschnitzte Gnadenbild von Maria Gern ist ein Werk des Wolfgang Huber aus Gern, Unterwaldmeister der Herrschaft Itter in Tirol. 1669 Bau einer kleinen hölzernen Kapelle für das Bild, 1680 Bau einer größeren Kapelle mit Klause, Wallfahrerherberge und Verkaufsstand. Bau einer großen Wallfahrtskirche 1708-10 durch Maurermeister Jakob Hilliprandt und Zimmermeister Gabriel Wenig von Berchtesgaden nach einem Riß des Salzburger Stuckators Joseph Schmidt (Baugeschichte nach AEM): »Dem Josepher Schmidt Stockherdorer angeschafften Recompens wegen des gemachten Riss zur Neuen Capellen Gepäu 6 fl.« Baubeginn 1708, Fertigstellung des Rohbaus und Verputz 1709. Im Herbst 1709 begann Joseph Schmidt mit der Stuckierung; Fenster und Türen wurden eingesetzt. 1710 Weiterarbeit an der Stuckierung, Beginn der Freskierung; Pflasterlegen, Bau der Altarmensen, Einbau der Kirchenstühle, Glockenweihe. 1711 Weiterarbeit an der Freskierung und letzte Arbeiten an der Kircheneinrichtung. Es wurden offenbar zunächst die alten Altäre weiterverwendet, denn erst 1714 wurden der vom Berchtesgadener Konventualen Kajetan Anton Freiherr Notthafft von Weissenstein gestiftete Kreuzaltar aufgesetzt und 1715/16 der neue Hochaltar gemacht, zu dem der Dekan von Rehlingen Geld beisteuerte (Bildhauer Andreas Stangassinger, Tischler Kaspar Schneider, Faßarbeiten Franz Thomas Schmidt). 1723 Veränderung des Dachstuhls und Erhöhung des Turms; der Hofzimmermeister Peter Wenig machte die Turmspitze. Feierliche Weihe am 21.11.1724 durch den Augsburger Weihbischof Johann Jakob Maximilian von Mayer. Seitenaltäre 1739 (Tischler Franz Anselm Schneider, Altarbilder des östlichen Altars von Johann Zick).

Oblonger Saalraum, genordnet einer Ellipse angenähert, mit Ausbuchtungen in der Hauptachse (Vorhalle und AR) und in der Querachse (Seitenaltäre). Genordet. Turm an der S-Seite, Sakristei zweistöckig, an den Chor anschließend. Empore im Süden. Reiche Stuckaturen 1709/10 von Joseph Schmidt aus Salzburg (360 fl.), mit flachen stuckierten Pilastern, die phantastische Kapitelle haben (Schmidt hatte vor Maria Gern schon in St. Bartholomä und in der Sakristei der Stiftskirche stuckiert). In den Nischen der Querachse zwei Seitenaltäre. Gleichmäßige Belichtung von O und W durch je zwei Rechteckfenster mit darüberliegenden querovalen Fenstern; in der Querachse über den Altarnischen liegende Fensternischen mit querovalen Fenstern. Im AR und im Vorraum befinden sich jeweils zwei Rechteckfenster.

Auftraggeber: Über den Fürstpropst von Berchtesgaden, Joseph Clemens Herzog von Bayern und Kurfürst von Köln, war wegen seiner Rolle im Spanischen Erbfolgekrieg die Reichsacht verhängt worden, und er befand sich im Exil. Das Stiftskapitel durfte in seiner Abwesenheit zwar Reparaturen und Umbauten durchführen, aber nicht Neubauten erstellen. Im Fall Maria Gern setzte es sich über diese Bestimmung hinweg. Verantwortlich für den Bau war der Berchtesgadener Stiftsdekan Johann Baptist Lachemayr von Ehrenheim (* um 1634, Aufnahme 1657, Wahl zum Dekan 1688, † 29.11.1710). Nach seinem Tod wurde am 7.12.1710 Heinrich Maximilian Freiherr von Piesser zum Dekan gewählt (* 1648, Profeß 1669, † 1713). Er hatte sich von Anfang an für den Bau eingesetzt und ließ nun die Kirche Maria Gern fertig ausstatten. Sein Wappen befindet sich über dem Eingang zur Empore. Die Spendenfreudigkeit der Gläubigen war groß, vor allem die Familie von Piesser, seit 1692 in Berchtesgaden ansässig, stiftete viel für den Bau. Adam Haslinger, Bürgermeister und Gastgeber, verköstigte Künstler und Handwerker und führte die Rechnung.

Autor und Entstehungszeit: Christoph Lehrl (* 1634 Salzburg † 1718 Höglwörth, s. S. 381) und Franz Thomas Schmidt († 1719 Berchtesgaden, s. S. 382) 1710/11

mit 9 fl. 44x. »umb verschidene gemachte Mallereyen« und mit 40 fl. 30x. »für gedingtermassen gemachte Arbeith«. 1710 erhielt er »für verschiden gemachte Mallereyen in der Kirch ybersich« 30 fl. Im Herbst wurden Zehrkosten an Adam Haslinger gezahlt, für »Herrn Fr. Christophen von Höglwörth, al er in der Kapellen inwendig gemahlen« (61 fl. 40x.), und für »Franz Thoman Schmidt Maler, als er in der Gern gemahlen« (22 fl. 56x.). 1711 wurde das Gerüstaufschlagen für »den Mal ler« abgerechnet und Haslinger erhielt Kostgeld »für H.I Christophen von Höglwierth« (9 fl.). Dann wurden »auf gene diges Anbevelchen Ihrer Hochwürden und Gnaden Herri Dechant ... dem Brueder Christophen Ainsidlern zu einen Recompens geraicht 15 fl.«. 1715 hat man »Herrn Fr. Christo phen Mallern von Höglwierth ... den Trunkh vom Capitl Kel ler aus abfolgen lassen, so in 3 Jahren, und wehrenter Zeit de Kürchen mallen betroffen 54 fl.« Die Arbeit an der Freskierung dauerte also zwei Jahre, 1710/11, und wurde von dem Berchtesgadener Maler Franz Thomas Schmidt und dem Höglwörther Laienbruder und Maler Christoph Lehrl ausgeführt. Franz Thomas Schmidt faßte 1715/16 den neuen Hochaltar um 185 fl.

A Ratschluß der Erlösung

Eine Händescheidung zwischen Lehrl und Schmidt ist bei der bescheidenen Qualität der Bilder und ihrem schlechten Erhaltungszustand schwierig: sie wurden mehrfach überarbeitet (s. u.). Auch arbeiteten Schmidt und Lehrl sichtlich nach Stichvorlagen. Von Franz Thomas Schmidt ist kein gesichertes Werk als Vergleichsbeispiel bekannt; allerdings ist überliefert, daß er freskierte: Er hat laut Kirchenrechnung 1709 bei der Ölberggruppe im Friedhof von St. Andreas in Berchtesgaden »Gewilckh und Glory in Fresco« ausgemacht »Gewilckh und Glory in Fresco«.

Von Fr. Christoph Lehrl kann die Ausmalung der Augustiner-Chorherren-Stiftskirche Ranshofen (OÖ) 1697/98 zum Vergleich dienen. Wie in Ranshofen orientiert sich Lehrl auch in Maria Gern im Bildraum durch oft kunstvoll ornamentierte Pflasterungen, in Maria Gern z.B. in den Fresken 7, 8 und 11. Man kann dabei feststellen, daß diese Lehrl-Pflasterungen bei den qualitätvolleren Kompositionen auftreten, und deshalb annehmen, daß Lehrl der bessere Maler war und von Schmidt die anspruchsloseren Bilder stammen.

Der Kirchenraum
Das Gewölbe nach Osten mit A Ratschluß der Erlösung, B Verkündigung, C Geburt Jesu, 1-6 Marienszenen

Befund

mit Stichkappen und zentraler ovaler Flachkuppel Rahmen: Innen dünne vergoldete Holzleisten, außen feine Stuckleisten bzw. Ornamentstuck-Kartuschen Technik: Fresko; sämtliche Fresken sind polychrom Maße: Höhe der Kuppel 10,20 m; Höhe der Altarnische 7,65 m

Erhaltungszustand und Restaurierungen: Bei einer Innenrestaurierung 1874 wurden die Deckenbilder durch Sebastian Forster aus Laufen mit Ölfarben übermalt. Weitere Restaurierungen 1924 und 1945. Gesamtrestaurierung des Innenraums 1969/70, Kirchenmalerarbeiten durch Kirchenmaler Georg Löhnert, Ingolstadt: Stuckrestaurierung, Zurückführen der Raumschale auf die ursprüngliche Farbigkeit. Abheben der Übermalungen an den Deckenbildern, Festigung der Mal schicht, Einstimmen der Schadstellen, Ergänzen der Fehlstellen. Letzte Restaurierung 1990/91 durch Fa. Dreyer, Traunstein. Die Deckenbilder wurden gereinigt, Risse wurden geschlossen. Es stellte sich heraus, daß Löhnert 1969 etwa 80% der Malerei überarbeitet hatte (Befund des BLfD, Christian Baur); es wurde gleichzeitig festgestellt, daß sich eine erneute Freilegung nicht lohne, weil zu wenig von der originalen Malsubstanz erhalten sei. Freilegen einiger kleiner übertünchter Deckenbilder (über der Empore Engelskonzert G11, über dem Altar Vasen mit Blumen).

Beschreibung und Ikonographie

Die Gewölbezone ist von reichem Akanthusstuck überzogen durch Stuckleisten in einzelne Gewölbekompartimente aufgeteilt, in denen Bildfelder in Art von Kartuschen ausgebildet sind. Eine Reihe von größeren Hauptbildern in geschlosseneren Formen besetzt die Längsachse, dabei handelt es sich um die wichtigeren Szenen; bei ihnen ist die chronologische Abfolge vom Chor zum Eingang. In dieser Richtung sind auch die Nebenbilder geordnet, aber nicht streng, und vor allem sind die ikonologischen Zuordnungen der Nebenbilder zu den jeweiligen Hauptbildern nicht systematisch durchgeführt. Die Zählung und Beschreibung folgt deshalb der Chronologie der Ereignisse.

A RATSCHLUSS DER ERLÖSUNG (Bild hinter dem Hochaltar) Gottvater mit dem Zepter und Christus mit Kreuz und Wundmalen thronen auf Wolken, über ihnen schwebt im Strahlenkranz der Heilige Geist. Unten ist – angeschnitten – die große Weltkugel zu sehen. »Gottvater segnet die Welt.« Daß Christus mit Kreuz und Wundmalen in diesem ikonologischen Zusammenhang erscheint, ist nicht üblich, aber der Platz innerhalb des Bildzyklus spricht dafür, daß es sich bei dem Bild um den Ratschluß der Erlösung handelt.

B VERKÜNDIGUNG Queroval. In einem weiten gepflasterten Raum kniet Maria, ein Gebetbuch in der Hand. Vor ihr erscheint der Engel. Er kniet vor ihr und grüßt sie. Über der Szene schwebt die Geisttaube.

1–4 Vier Szenen sind diesen Hauptbildern zugeordnet

Kuppelgewölbe mit H Immaculata, D Anbetung der Könige, E Pfingsten und 7-14 Marienszenen (Christoph Lehrl und Franz Thomas Schmidt 1710/11
1 Tod Josephs?, 3 Mariä Vermählung, 5 Traum Joseph

Kuppelgewölbe mit H Immaculata, D Anbetung der Könige, E Pfingsten und 7-14 Marienszenen (Christoph Lehrl und Franz Thomas Schmidt 1710/11. Die beiden seitlichen Bilder 5 und 6 beziehen sich auf das Mittelbild. 5 TRAUM JOSEPHS Joseph liegt auf seinem Bett und schläft. Im Hintergrund die Hobelbank mit dem Schreinerwerkzeug. Ein Engel erscheint und weist zum Himmel, wo von hellem Licht umgeben die Taube des Heiligen Geistes zu sehen ist. Ein Engel verkündet Joseph im Traum, daß Maria vom Heiligen Geist empfangen habe (Mt 1, 20). 6 VERKÜNDIGUNG AN DIE HIRTEN In weiter bäuerlicher Landschaft sind vier Hirten dargestellt, die mit Gesten der Furcht und Überraschung auf einen Engel in den Wolken blicken, der das Schriftband hält: GLORIA IN EXCELSIS. D ANBETUNG DER KÖNIGE Weite Landschaft vor einem ruinenhaften Steinbau mit Pflasterboden, Säulen und Bogen. Maria sitzt vor dem Gebäude, hinter ihr ist Joseph dargestellt. Maria hat das Kind auf dem Schoß und präsentiert es den Drei Königen. Das Kind neigt sich zum vordersten, Baltasar, der ihm ein Kästchen reicht. Melchior und der schwarze Kaspar mit Turban halten Gefäße. Im Hintergrund zwei Kamele.

E PFINGSTEN In einem weiten Innenraum sind Maria, die zwölf Apostel und die drei Frauen versammelt. Von oben kommt in hellem Licht die Taube des Heiligen Geistes. Über den Köpfen der Versammelten sind die Feuerzungen zu sehen.

Um D und E wie um das große Mittelbild H sind seitlich acht Szenen aus dem Leben von Jesus und Maria angeordnet.

7 BESCHNEIDUNG JESU Kunstvoll gepflasterter Innenraum mit Baldachindraperie und siebenarmigem Leuchter – der Tempel von Jerusalem. Auf einem runden Opfertisch liegt das Kind Jesus, es wird von einem alten Mann mit Kapuze beschnitten. Links Maria und Joseph, rechts zwei Juden in Hüten und Mänteln.

8 DARSTELLUNG IM TEMPEL Ein Hoherpriester, begleitet von einem Ministranten mit Kerze, steht vor einem hohen Gebäude mit Säule. Er hält den Jesusknaben. Vor ihm kniet Maria. Im Hintergrund Joseph mit dem kleinen Käfig, worin die Tauben zu vermuten sind, und Hannah.

9 FLUCHT NACH ÄGYPTEN Weite Landschaft mit Palme und Ruine. Joseph führt den Esel, auf dem Maria mit dem Kind sitzt.

10 DER HEILIGE WANDEL Landschaft. Jesus geht zwischen Maria und Joseph, die ihn an der Hand halten.

Das Kirchengewölbe gegen die Orgelempore mit E. Pfingsten, F. Mariä Himmelfahrt, G. Krönung Mariens

DER ZWÖLFJÄHRIGE JESUS IM TEMPEL Tempelinneres. Jesus sitzt lehrend in einer Muschelnische, ihm hören viele Schriftgelehrte zu. Ganz hinten, zwischen Pfeilern, sieht man die kleinen Figuren von Maria und Joseph, die ihr Kind suchen.

12 LEBEN IN NAZARETH/JESUS HILFT JOSEPH Einfacher Innenraum mit zwei Fenstern ins Freie, wo man das Berchtesgadener Land und das Kirchlein Maria Gern erblickt. Joseph bearbeitet einen Balken mit der Axt, der Jesusknabe liest die Späne auf. Maria sitzt nähend dabei. Szenen aus dem häuslichen Leben in Nazareth sind in der barocken Deckenmalerei im süddeutschen Raum selten.

13 HOCHZEIT VON KANA In einem großen, kunstvoll gepflasterten Innenhof mit umgebender Mauer und abschließender Balustrade sitzt die Hochzeitsgesellschaft an einem langen, weißgedeckten Tisch, das Brautpaar in der Mitte, Gäste links. Rechts sitzt Maria und wendet sich zu Jesus, vor dem vier große Amphoren stehen. Ein Knabe gießt aus einer Schale Wasser in eine fünfte Amphore. Von der Balustrade aus, hinter der man die Paläste einer Stadt sieht, schauen viele Leute zu.

14 ABSCHIED JESU VON MARIA Innenraum mit Frauen rechts und Aposteln. Jesus und seine weinende Mutter stehen in der Mitte, einander zugewandt, und halten sich an der Hand.

F MARIÄ HIMMELFAHRT Maria schwebt auf Wolken aufwärts, von vielen Engeln begleitet, deren einer ihr einen Kranz reicht. Links unten sieht man in der Ferne den verlassenen Sarkophag, von den Aposteln umringt.

Diesem Bild sind zwei Nebenbilder zugeordnet.

Ornamentkartuschen in den umgebenden Stichkappen zeigen musizierende Engel (modern, s. Abb. S. 248).

H IMMACULATA (zentrales Bild der Ausmalung) Marschwebt auf einer kleinen Erdkugel vor einer von Wolken gebildeten Glorie. Vier Engel halten Palmzweige und Blumen. Um die Erdkugel ringelt sich die Schlange mit dem Apfel im Maul. Maria zertritt ihren Kopf mit dem rechten Fuß, mit dem linken steht sie auf der Mondsichel. Sie hält in der Hand die Lilie, im Haar trägt sie einen Rosenkranz, ihr Haupt ist von Sternen umgeben.

K1-2 In den Konchen der Seitenaltäre beziehen sich queroval Deckenbilder, die nicht zum Marienzyklus gehören, jeweils auf den Weihetitel des darunterliegenden Altares.

K1 TOD DES HL. FRANZ VON ASSISI (über dem Kreuzaltar) Franz liegt auf dem Totenbett, in Händen hält er einen Kruzifixus. Viele Mitbrüder sind bei ihm. Im Himmel erscheinen Christus mit dem Kreuz und Maria, begleitet von Engeln. Das Thema wurde hier wegen der leidenschaftlichen Verehrung des Kreuzes und Leidens Christi gewählt, die den hl. Franziskus auszeichnete. Das Altarblatt des Kreuzaltars zeigt die Kreuzigung, die umgebenden Medaillons Passionsszenen, das Antependium Arme Seelen.

K2 TOD JOSEPHS (O, über dem Josephsaltar) Joseph ist frontal in seinem Bett sitzend dargestellt, links von ihm hält Jesus seine Hand, von rechts stützt ihn Maria. Seitlich ist ein Tischchen mit Arzneien zu sehen. Das Altarblatt auf dem Josephsaltar zeigt Joseph mit dem Jesusknaben, die vier umgebenden Medaillons den Traum Josephs, Vermählung, Flucht nach Agypten und Joseph in der Werkstatt, das Antependium noch einmal den Tod Josephs (Altargemälde von Johann Zick, 1740).

EB1-3 Drei Bildfelder befinden sich an der Emporenbrüstung.

EB1 HL. CACILIA (Mitte) an der Orgel (Forster 1874, Keine Abb.).

EB2 MATTHAUS Der Evangelist sitzt in einem Raum mit Säulen und Baldachin, er hält ein geöffnetes Buch auf dem Knie. Der Engel reicht ihm das Tintenfaß, in das Matthäus seine Feder eintaucht. Links ein Tisch mit Büchern.

EB3 MARKUS Öffene, pfeilergetragene Halle. Der Evangelist schreibt in ein Buch. Der geflügelte Löwe hält ihm eine Schrifttafel vor, auf die er blickt.

W1-3 ECCE HOMO UND SCHMERZENSMUTTER Am Choreingang befinden sich zwei Wandbilder, durch Restaurierungen stark verändert, aber wohl auf ursprünglichen Bildern basierend; links vom Altar eine Darstellung des dornengekrönten Christus im roten Mantel, rechts davon Maria als Schmerzensmutter mit dem Schwert im Herzen, beide in Ganzfigur.

Quellen und Literatur

AEM, Pfarrakten Berchtesgaden 136 8331 01: Filiale Maria Gern, Jahresrechnungen 1708–1730: Baurechnungen 1708–11; Hochaltar 1715; Turmerhöhung und Dachstuhlerneuerung 1723. 136 3001 02: Abrechnung der Kirchweihkosten 1724. BLfD, Akt Maria Gern, Wallfahrtskirche.

Scherer, Heinrich SJ, Atlas Marianus, München 1702, S. 64 f. Koch-Sternfeld, Joseph Ernst von, Geschichte des Fürstenthums Berchtesgaden und seiner Salzwerke, Salzburg 1815, Bd 3, S. 45.

Mayer-Westermayer Bd 1, S. 110. KDB I OB (3), S. 3025 f.

EB. Markus
Stuckdetail von Joseph Hepp 1733

Martin, Franz, Berchtesgaden, Augsburg 1923, S. 39 f. Wurzbach, Norbert von, Führer durch das Kirchlein Maria Gern. Der Berchtesgadener Kalvarienberg, Berchtesgaden 1948.

Schüller, Karl und Otto, Maria Gern. Geschichte eines Gnadenbildes und einer Wallfahrtskirche, Berchtesgaden 1966. Brugger, Walter, Wallfahrtskirche Maria Gern (= KKF 1469) München-Zürich 1984, 72000.

Brenninger, Georg, Wallfahrten im Berchtesgadener Land in: Kunst und Kultur der Fürstpropstei Berchtesgaden, Kat der Ausstellung Berchtesgaden 1988, S. 175–192. Maria Gern S. 177–82.

Dehio 1990, S. 1232 f. (s. v. Vordergern

Brenninger, Georg, Wallfahrtswesen und Volksfrömmigkeit, in: Brugger/Dopsch/Kramml, Geschichte von Berchtesgaden, Bd II/2, Berchtesgaden 1995, S. 1133–66. Wallfahrtskirche Maria Gern S. 1134–39.

Hahnl, Adolf, Kirchenbau (1600–1800), in: Brugger/Dopsch/Kramml, Geschichte von Berchtesgaden, Bd II/2, Berchtesgaden 1995, S. 1222–80. Wallfahrtskirche Maria Gern S. 1237–43.

Wagner, Franz, Malerei, Plastik und Kunsthandwerk, in: Brugger/Dopsch/Kramml, Geschichte von Berchtesgaden, Bd II/2, Berchtesgaden 1995, S. 1281–1334. Wallfahrtskirche Maria Gern S. 1296, 1316 f.

A. B.