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Müden, ehem Gut Dieckhorst

Aus Deckenmalerei-Lab
Laß, Heiko:Müden, ehem. Gut Dieckhorst, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2024, URL: www.deckenmalerei.eu/42b45e5b-f275-4c95-b174-1d579031094d

Inventarnummer: cbdd10520

Lage: Auf OpenStreetMap anzeigen

Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Im 1983 abgerissenen Haus Dieckhorst befanden sich mehrere Räume mit Decken- und Wandmalerei. Malerei aus drei Räumen ist über Fotos von 1965 und 1970/71 überliefert. Die Decke zierten mythologische Szenen, die Wand eines Raums zeigte eine einheimische Landschaft mit Vögeln.

Dieckhorst. Herrenhaus Dieckhorst,, Raum 4, Deckle
Dieckhorst. Herrenhaus Dieckhorst,, Raum 4, Deckle

Das ehemalige Herrenhaus von Gut Dieckhorst

Dieckhorst. Herrenhaus Dieckhorst

Kurzbeschreibung und Lage

Das ehemalige Gut Dieckhorst[1] ist südlich der gleichnamigen Ortschaft jenseits der Aller auf einer von einem Nebenraum umgebenen Insel gelegen.

Bau- und Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Die Familie von Marenholtz besaß Dieckhorst von spätestens 1473 bis 1844. Unter Einbeziehung älterer Bereiche im Keller ließ sie 1711 ein neues Herrenhaus erbauen. Nach längerem Leerstand wurde dieses 1983 abgerissen und 1987 durch einen Neubau ersetzt.

Beschreibung

Das Herrenhaus der offenen Dreiflügelanlage erhob sich mit zwei Stockwerken über einem Sockelgeschoss. Der Bau unter Mansarddach war drei Achsen tief und neun Achsen breit. Die kaum vortretenden mittleren drei Achsen waren unter einem Dreiecksgiebel zusammengefasst. Auch die äußeren Fensterachsen traten leicht nach vorn. Der verputzte Bau war schlicht gestaltet. Lediglich die zentrale Eingangstür, die man über eine Freitreppe erreichte, war mit rustizierten Pilastern und Segmentgiebel ausgezeichnet. Im Gegensatz dazu soll die üppige Innenausstattung gestanden haben. Einige Fotos von 1965 und 1970/71 dokumentieren nur wenige Bereiche. Man betrat einen geräumigen Flur, von dem eine Treppe in das Obergeschoss führte. Geradeaus gelangte man in den Gartensaal. Die Decken sollen durchweg stuckiert gewesen sein. In einige waren noch 1965 Deckengemälde eingelassen. Im Treppenhaus und mehreren Räumen sollen sich darüber hinaus bemalte Leinwandbespannungen befunden haben. Fotografisch dokumentiert ist nur die des Empfangszimmers.

Der Gartensaal

Dieckhorst. Herrenhaus Dieckhorst, Gartensaal

Beschreibung

Der Gartensaal[2] befand sich im Erdgeschoss gegenüber dem Eingang.

Das Deckengemälde im Gartensaal

Dieckhorst. Herrenhaus Dieckhorst, Gartensaal, Decke

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Die Malerei war vermutlich in Öl auf Leinwand auf Spannrahmen erstellt und in die Stuckdecke eingelassen. Auf den Fotos von 1965 ist die Malerei noch vorhanden, auf denen von 1970/71 ist sie bereits entfernt.

Beschreibung und Ikonographie

In die Stuckdecke war ein Gemälde eingelassen, das gemäß einer Fotografie von 1965 mythologische Figuren an einem Wolkenhimmel zeigte. Genaueres ist nicht zu erkennen.

Das Empfangszimmer

Bau- und Ausstattungsgeschichte

Das Empfangszimmer lag im Erdgeschoss rechts.[3]

Die Wandmalerei des Empfangszimmers

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Die Wandmalerei des Empfangszimmers[2] bedeckte über einer Sockelzone umlaufend die gesamte Wand. Die gemalten Rokokorahmen nahmen dabei keinen Bezug auf die Raumgestalt. Teilweise wurde die Malerei um eine Ecke herumgezogen, teilweise war eine Wand in unterschiedlich große Segmente unterteilt. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass sich die Malerei ursprünglich in einem anderen Raum befand und zweitverwendet wurde.

Beschreibung und Ikonographie

Im Gegensatz zum Obergeschoss, wo in die Wände des Saals Gemälde in Stuckrahmen eingelassen waren, sollte die Wand im Empfangszimmer mittels der Malerei aufgelöst werden. Zwischen rahmenden Bäumen hindurch fiel der Blick auf heimische Flusslandschaften mit Hügeln im Hintergrund. Es entstand der Eindruck, dass man sich im Freien oder einer Laube befinden würde. Im Vorder- und Mittelgrund waren die „Hauptvertreter der heimischen Vogelwelt“ [2] dargestellt.

Der so genannte Raum 4 im Erdgeschoss

Dieckhorst. Herrenhaus Dieckhorst, Raum 4, Decle

Beschreibung

Der so genannte Raum 4 befand sich im Erdgeschoss.

Die Decke in Raum 4

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Die Malerei war vermutlich in Öl auf Leinwand auf Spannrahmen erstellt und in die Stuckdecke eingelassen.

Beschreibung und Ikonographie

Die Decke war in neun Felder geteilt. Um ein annähernd kreisrundes großes Hauptfeld herum ordneten sich in den Raumecken elliptische Felder und zwischen diesen schlanke ovale Felder an. Das Hauptbild zeigte Flora mit einem Blumenkranz in der linken Hand. Sie wurde von einer Putte mit zwei weiteren Kränzen begleitet, darunter ein Lorbeerkranz. In den Ecken waren Blumenbouquets gemalt. Die Zwischenfelder zeigten Papageien.

Bibliographie

  • Literatur:
  • Eismann, Dieckhorst, o.J. – Eismann, Stefan: Dieckhorst. In: EBIDAT-Datenbank des Europäischen Burgeninstitutes am 07.11.2022.
  • Kiecker/Lütgens, Gifhorn, 1931. – Kiecker, Oskar /Lütgens, Hans: Die Kunstdenkmale des Kreises Gifhorn (Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, 18). Hannover 1931.
  • Schultz, Burgen, 1987. – Schultz, Hans Adolf: Burgen, Schlösser und Herrensitze im Raum Gifhorn-Wolfsburg. Gifhorn 1987.

Einzelnachweise

  1. Eismann, Dieckhorst, o.J.; Schultz, Burgen, 1987, S. 31-32; Kiecker/Lütgens, Gifhorn, 1931, S. 41-46.
  2. 2,0 2,1 2,2 Kiecker/Lütgens, Gifhorn, 1931, S. 43.
  3. Kiecker/Lütgens, Gifhorn, 1931, Tafel 4.