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Lumpzig, Herrenhaus

Aus Deckenmalerei-Lab
Laß, Heiko:Lumpzig, Herrenhaus, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2022, URL: www.deckenmalerei.eu/9840ce47-4cdc-4f19-91d5-43a26f44dd74

Inventarnummer: cbdd10099

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Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Im Herrenhaus von Lumpzig habe es laut Beschreibung Paul Lehfelds 1895 Deckenmalerei im Hauptsaal gegeben. Es handelte sich gemäß der Beschreibung um Embleme, die ca. 1830 "aufgefrischt" worden waren. Von der Malerei ist heute nichts mehr bekannt.

Das Rittergut

Das Rittergut[1] in Lumpzig geht auf eine bereits im 12. Jahrhundert erwähnte Anlage zurück. Das Hauptgebäude des vierflügeligen Komplexes wurde 1668 erbaut. Bauherr war der kursächsische Gerichtspräsident Heinrich Hildebrand von Einsiedel (auf Schafenstein und Weisbach), der es im selben Jahr erworben hatte. 1798 erwarb es J. G. Seidel von dessen Nachkommen. Ende des 19. Jahrhunderts erfolgten Umbauten. Nach der Enteignung 1945 kam das Gut 1947 in den Besitz des Landkreises und es erfolgten Teilabbrüche an Wirtschaftsbauten. 19482007 diente das noch heute erhaltene Hauptgebäude als Alten- und Pflegeheim.

Das Haupthaus ist ein schlichter, verputzter Massivbau unter einem hohen Walmdach. Er hat drei Geschosse über einem Sockel und misst acht auf vier Achsen. Eine Treppe führt zum einachsigen Eingang mit einem Vorbau empor.

Die ehemalige Deckenmalerei im Hauptsaal

Paul Lehfeldt berichtet 1895:[2] „Im Innern des Herrenhaues hat der Mittelsaal des Obergeschosses noch seine alten Deckenmalerei, freilich in neuerer, derber Auffrischung. (Diese dürfte wohl um 1830 unter dem damaligen ganz kunstfreundlichen Besitzer v. Jacobi wiederhergestellt sein, aus welcher Zeit dem Stile nach die Ausmalung der Wände mit dorischen Pilastern und Ornamenten herrührt). Sie ist übrigens weniger von künstlerischem Interesse, da auf den durch Leisten-Umrahmungen entstehenden 3 mal 5 Feldern das zur Entstehungszeit herrschende Emblematenwesen in höchst einfachen, zum Theil kindlichen, zum Theil direct geschmackswidrigen Darstellungen mit lateinischen, erklärenden, ebenfalls möglichst kurzen Beschriften als eine Reihe von Lebensregeln Ausdruck gefunden hat. Zwei zur Sonne fliegende Adler mit der Erklärung: Sic adjutor (der Sinn ist: so nütz gegenwärtige Unterstützung); zwei Hände, deren eine mit Augen bedeckt ist, auf einem Buch, mit: intra modum (halte dich innerhalb der Maass-Vorschriften); eine Krone über drei köpfen, mit : numquam sati (d. h. dränge dich nicht um zu hohe Dinge); eine Hand, die in ein Wespennest greift, mit: non temere (nicht tollkühn); krähender Hahn, mit: in tempora (d. h. fange bei Zeiten an); Sonne und Sternzeichen über einem Feld, mit: infatigabiliter (d. h. wie die Himmelszeichen stets gleichmässig fortlaufen, sei unermüdlich); Ceder vom Winde geneigt (nachgiebig); Hammer und Ambos, mit: patiendo (geduldig), Hand mit Geld, mit: suum cuique (Jedem das Seine); weinende Halbfigur, mit: non omnia (?vielleicht: nicht alles in der Welt ist Glück); Hand mit Sichel im Feld, mit: mature (war die Reife ab); säende Hand, mit: jactando (säe, um zu ernten); Sonnenuhr, mit: immutabilis (sei unveränderlich, wie die Sonne zeigt); Hand mit Steuer am Kahn, mit: perite (sei erfahren); brennendes Herz unter dem Jehovanamen in Strahlen, mit: huic uni (nur diesem Einen sein deine Liebe geweiht).“ Eine komplette Deckengestaltung mit Emblemen in einem Hauptsaal war eher ungewöhnlich.

Bibliographie

  • Literatur:
  • Lehfeldt, KDM Altenburg, 1895. – Lehfeldt, Paul: Bau- und Kunst-Denkmäler Thüringens. Herzogtum Sachsen-Altenburg, I. Band, Verwaltungsbezirk Altenburg (Ostkreis). Jena 1895.
  • Wolf/Hofmann/Hofmann, Rittergüter II, 2010. – Wolf, Gustav/Hofmann, Sabine/Hofmann, Klaus: Das alte Schloss sehn wir noch heut… Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land Teil II, Museum Burg Posterstein. Posterstein 2010.

Einzelnachweise

  1. Wolf/Hofmann/Hofmann, Rittergüter II, 2010, S. 7072; Lehfeldt, KDM Altenburg, 1895, S. 198199.
  2. Lehfeldt, KDM Altenburg, 1895, S. 198199.