Zum Inhalt springen

Lüneburg, Haus Am Berge 25

Aus Deckenmalerei-Lab
Laß, Heiko:Lüneburg, Haus Am Berge 25, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2026, URL: www.deckenmalerei.eu/c5e37028-3f49-4674-9536-926495d1ed11

Inventarnummer: cbdd20391

Lage: Auf OpenStreetMap anzeigen

Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Eine heute abgehängte Holzbalkendecke eines ehemaligen Festsaals von 1620 zeigt in Grotesken verschiedene Früchte, Vögel und Tiere sowie in Kartuschen und Medaillons unter anderem Rosen und einen Cherubimkopf.

Am Berge 25 / Papenstraße, Holzbalkendecke
Am Berge 25 / Papenstraße, Holzbalkendecke

Das Haus Am Berge 25

Kurzbeschreibung und Lage

Der Komplex [1] steht in der Altstadt an der Einmündung der Papenstraße in die Straße Am Berge. Er besteht aus einem älteren giebelständigen Bau zur Straße Am Berge sowie einem rückwärtigen Flügelbau entlang der Papenstraße.

Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Das Haupthaus stammt aus dem Jahr 1483. 1544 gelangte das auch als Brauhaus genutzte Anwesen an die Familie Schrantz. Der Müllerknecht Johan Pinningh heiratete in die Familie ein und erweiterte das Haus 1620 gemäß Bauinschrift um den rückwärtigen Flügelbau. 1864 wurde der Braubetrieb eingestellt und 1879 erhielt die Giebelfront zur Straße einen spätklassizistischen Verputzt. Das Innere beider Bauteile ist in den vergangenen 200 Jahren mehrfach umgebaut worden.[2]

Beschreibung

Zur Straße Am Berge steht das dreigeschossige Haus mit einem verputzten Giebel. Der traufständige Flügelbau schließt in der Flucht des Hauptbaus an. Er umfasste ursprünglich nur zwei Geschosse; erst später ist eine Zwischendecke in den ehemals hier gelegenen Saal eingezogen worden. Noch heute lässt sich am Mauerwerk ablesen, dass die Fensteröffnungen nachträglich geteilt wurden. Auf den ehemaligen Saal ist ein vorkragendes Fachwerkobergeschoss gesetzt. Eine Erweiterung des 19. Jahrhunderts beschließt den Flügelbau heute.[3]

Der ehemalige Saal

Datei:0cfeba0b-9b3f-4158-897e-f448378279fe.jpg
Am Berge 25 / Papenstraße, Holzbalkendecke

Bau- und Ausstattungsgeschichte

Der Saal wurde 1620 für Johann Pinning und seine Frau Anna Schrantz erbaut. Im 19. Jahrhundert wurde hier eine Zwischendecke eingezogen. Der Saal blieb zunächst im Obergeschoss bestehen, ist heute jedoch durch Zwischenwände in mehrere Wohnungen unterteilt.[4]

Beschreibung

Der Saal durchmaß ehemals die ganze Tiefe des Flügels. Zur Straße hin verfügte er über einen Erker.[5]

Die abgehängte Holzbalkendecke

Datei:D4622a20-b067-479b-940c-f8d23a1a598b.jpg
Am Berge 25 / Papenstraße, Holzbalkendecke

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Die Deckenmalerei wurde 1620 für Johann Pinning und seine Frau Anna Schrantz ausgeführt und spätestens im 19. Jahrhundert abgedeckt. Nach ihrer Wiederentdeckung 1997 erfolgte ihre Sicherung. Heute ist sie erneut verdeckt.[6]

Beschreibung und Ikonographie

Die Holzbalkendecke erstreckte sich mit 15 Fachen über den gesamten Flügel. Die Fachen ziert eine groteskenartige vegetabile Malerei mit Blattwerk sowie verschiedenen Früchten in rötlichen und blauen Farbtönen. Hinzu kommen Masken, Kronen und Schleifen. Verschiedene Tiere und Vögel – darunter ein Eichhörnchen, ein Bär und ein Papagei – beleben das Ornament. Fünf Fachen mit zusammenhängender Malerei konnten 1997 dokumentiert werden. Zumindest in diesem Abschnitt wird die Mitte einer jeden Fache im Wechsel von einem runden Medaillon oder einer quadratischen Kartusche akzentuiert. In die Medaillons sind Rosen gemalt, die Kartuschen zeigen einen Cherubimkopf sowie ein anhand der Fotografien nicht zu identifizierendes Objekt oder Wesen. Die Balkenunterseiten zieren Perlstab und Blattranken.[7]

Bibliographie

  • Literatur:
  • Böker, Lüneburg, 2010. –Böker, Doris (Hrsg.): Hansestadt Lüneburg mit Kloster Lüne (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen, Bd. 22,1). Petersberg 2010.
  • Pessenlehner, Danzhus, 1998. – Pessenlehner, Michael: Bauhistorische Untersuchungen in einem Lüneburger „Danzhus“. in: Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen 1998/1, S. 28-20.
  • Archivalien:
  • Steinert, Katalog, 2007. – Steinert, Annett: Katalog der Decken- und Wandmalerei in Lüneburg, Gotha 2007.

Einzelnachweise

  1. Böker, Lüneburg, 2010, S. 169-171.
  2. Böker, Lüneburg, 2010, S. 169; Pessenlehner, Danzhus, 1998, S. 28. Steinert, Katalog, 2007.
  3. Böker, Lüneburg, 2010, S. 169, 171: Pessenlehner, Danzhus, 1998, S. 28.
  4. Böker, Lüneburg, 2010, S. 169, 171; Pessenlehner, Danzhus, 1998, S. 28.
  5. Pessenlehner, Danzhus, 1998, S. 29.
  6. Böker, Lüneburg, 2010, S. 171; Pessenlehner, Danzhus, 1998, S. 28. Steinert, Katalog, 2007.
  7. Böker, Lüneburg, 2010, S. 171; Pessenlehner, Danzhus, 1998, S. 28-29. Steinert, Katalog, 2007.