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Kollmar, Hof Rave in Moorhusen

Aus Deckenmalerei-Lab
Laß, Heiko:Kollmar, Hof Rave in Moorhusen, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2024, URL: www.deckenmalerei.eu/81b5d8ef-5378-418f-8ff3-123093d6712b

Inventarnummer: cbdd20157

Lage: Auf OpenStreetMap anzeigen

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Aus dem Hof Rave hat sich im Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Schloss Gottorf ein bemaltes transloziertes Wandfeld erhalten, das den Auftraggeber Claus Piening beim Pferdekauf und bei der Jagd zeigt. Die Malerei wurde 1772 von Gustav Wilhelm Drawer ausgeführt.

Sommerstube im Hof Rave in Moorhusen
Sommerstube im Hof Rave in Moorhusen

Der Hof Rave in Kollmar-Moorhusen

Sommerstube im Hof Rave in Moorhusen

Kurzbeschreibung und Lage

Der Hof Rave steht an der Südseite der Straße von Moorhusen.

Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Der Hof wurde nach seiner Zerstörung im 30-jährigen Krieg wieder aufgebaut. 1749 kam er an Claus Piening. 1772 ließ er zusammen mit seiner Frau Christine einen Querflügel mit Sommerhaus anfügen.[1]

Die ehemalige Sommerstube

Sommerstube im Hof Rave in Moorhusen

Bau- und Ausstattungsgeschichte

Die Sommerstube wurde 1772 von Claus Piening und seiner Frau Christine erbaut. Ihre Ausmalung besorgte der Maler Gustav Wilhelm Drawer aus Langenhals. 1894 wurde die Stube umgestaltet und erhielt massive Außenwände.[2]

Beschreibung

Der Raum war zwei Fach breit.[1]

Die Wandmalerei der Sommerstube

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Die Malerei wurde 1772 für Claus Piening und seine Frau Christine von Gustav Wilhelm Drawer aus Langenhals auf Kiefernholz ausgeführt. Im Rahmen der Umbauten 1894 wurde zumindest ein Teil der bisherigen Wandvertäfelung umgesetzt und diente hinfort als Zwischenwand. 1968 wurde dieses 2,96 auf 4,89 Meter messende Fragment vom Landesmuseum in Schloss Gottorf erworben. Es ist unbekannt, ob es sich um eine komplette Wand von 1772 oder nur um ein Teilstück handelt. Die ursprüngliche Malerei war seinerzeit völlig übermalt.[3]

Beschreibung und Ikonographie

Das erhaltene Wandstück umfasst eine Tür sowie rechts und links von dieser zwei Wandfelder, die alle bemalt sind. Während die Tür eine Schmuckblumenvase auf einem Postament ziert, hängen an den Wänden rechts und links scheinbar Tafelbilder in fingierten Rahmen. Oberhalb und unterhalb dieser Bilder sowie beiderseits und oberhalb der Vase sind schwungvoll große Rocaillen gemalt.[4]

Das linke Bild zeigt zentral den Hofbesitzer Claus Piening zusammen mit einen Pferdehändler. Rechts steht ein Knecht, der das Pferd am Zaum hält. Links vor der Haustür steht Christine Piening und betrachtet die Szene.[4]

Auf dem rechten Bild erblickt man Claus Piening auf der Hirschjagd. Er reitet durch einen lichten Wald auf einem Schimmel von links nach rechts und wird von zwei Hunden bei der Hatz auf den Hirsch unterstützt. Dieser flüchtet nach rechts. Im Vordergrund rechts erblickt man einen Teich mit zwei Schwänen.[4]

Bibliographie

  • Literatur:
  • Rave, Bauernhof, 1966. – Rave, Robert: Das Leben auf einem Bauernhof in der Kollmar-Marsch um die Jahrhundertwende, Erinnerungen des Bauern Robert Rave in Moorhusen, Kr. Steinburg. Moorhusen 1966.
  • Röper, Innenraumgestaltung, 1984. – Röper, Gerhard: Die Innenraumgestaltung der ländlichen Profanarchitektur Schleswig-Holsteins vornehmlich des 18. Jahrhunderts. Lüdinghausen 1984.
  • Archivalien:
  • Zugangsnummer 1967/26. – Landesmuseum Schleswig-Holstein, Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Schloss Gottorf, Zugangsnummer 1967/26.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Rave, Bauernhof, 1966, S. 1.
  2. Rave, Bauernhof, 1966, S. 1-2. Zugangsnummer 1967/26.
  3. Röper, Innenraumgestaltung, 1984, S. 1200; Rave, Bauernhof, 1968, S. 2. Zugangsnummer 1967/26.
  4. 4,0 4,1 4,2 Röper, Innenraumgestaltung, 1984, S. 1200. Zugangsnummer 1967/26.