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Kolitzheim, Schloss Zeilitzheim

Aus Deckenmalerei-Lab
Friedrich, Verena:Kolitzheim, Schloss Zeilitzheim, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2023, URL: www.deckenmalerei.eu/64f28646-197d-4e23-95e1-5534f92c88e9

Inventarnummer: cbdd10384

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Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Die illusionistische Saalausmalung von Giovanni Francesco Marchini mit einem auf die Besitzgeschichte bezogenen Wappenprogramm veranlasste 1735 Kardinal Damian Hugo von Schönborn nachdem er das von Antonio Petrini 1679 für Philipp Gaston Wolf von Wolfsthal entworfene Schloss hatte umbauen lassen.

Schloss Zeilitzheim, Saal, Gesamtansicht des Deckenfreskos
Schloss Zeilitzheim, Saal, Gesamtansicht des Deckenfreskos

Besitz- und Baugeschichte von Schloss Zeilitzheim unter Wolf von Wolfsthal

Kurzbeschreibung

Das Schloss von Zeilitzheim befindet sich am südlichen Rand des Marktplatzes von Zeilitzheim, einem Ortsteil der Gemeinde Kolitzheim im Landkreis Schweinfurt. Es besteht aus einer imposanten, fast quadratischen, zweistöckigen Vierflügelanlage mit ebenfalls quadratischem Innenhof, gedeckt mit einem einfachen Satteldach. Lediglich der barockisierende Dachreiter über dem Ostflügel setzt einen Akzent.

Die Breite des Gebäudes beträgt 46 m, die Länge 45 m. Die einzelnen Flügel besitzen unterschiedliche Tiefe. Der nördliche Flügel, dem Marktplatz zugewandt, ist mit 16 m am tiefsten, die Seitenflügel sind dagegen 13 m, der Südflügel nur 11 m tief. An diesen schließt sich ein teilweise formal gestalteter Garten an. Der Haupteingang mit Treppe befindet sich an der Nordseite, hin zum Marktplatz. Von den ursprünglich zwei Portalen, die für Kutschen und Fuhrwerke zu befahren waren, existiert nur noch das Ostportal, das im Westen befindliche Portal wurde nachträglich zugemauert.

Forschungsstand zur Baugeschichte

Eine erste Würdigung des Landschlosses Zeilitzheim lieferte 1913 Hans Karlinger in Band 8 der Kunstdenkmäler Unterfrankens und Aschaffenburgs, indem er den Bau im Vergleich zu den Schlössern Wiesentheid und Castell als die „interessanteste gleichzeitige Lösung eines Landedelsitzes“ charakterisierte. [1] Neben einigen lokalhistorischen Erwähnungen beschäftigte sich Max H. von Freeden in einer Übersicht über fränkische Repräsentationsbauten des Barock unter anderem mit Schloss Zeilitzheim. [2] Ebenso kursorisch wird es in dem von Franz Prinz zu Sayn-Wittgenstein 1974 publizierten Sammelband „Schlösser in Franken“ gewürdigt. Bemerkenswert ist hier der Nachsatz, dass Schlösser für viele ihrer Eigentümer eine schwere Last geworden seien und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege eine lange Liste über zum Verkauf stehende Burgen und Schlösser führe. Auch Schloss Zeilitzheim sei von diesem Los betroffen. [3]

Eingehendere Forschungen zu Zeilitzheim wurden erst möglich, als die zuvor im gräflich Schönborn´schen Privatarchiv Wiesentheid verwahrten Bauakten und Pläne an das Staatsarchiv Würzburg abgegeben und dort repertorisiert wurden. Bis dahin hatte einzig der gräflich Schönborn´sche Archivar und Bibliothekar Wilhelm Schonath (1907–1979) im Jahr 1977 zu Zeilitzheim wissenschaftlich publiziert. [4] Eine umfassende Darstellung der Planungs- und Baugeschichte lieferte 1995 Erich Schneider. [5]

Besitzgeschichte des Ortes bis zur Erbauung des heutigen Schlosses

Ein Rittersitz der Herren von Zulichsheim ist 1278 erstmals urkundlich fassbar. [6] Diese Edelfreien waren fürstbischöflich-würzburgische Ministeriale. Im Jahr 1286 wird Zulichsheim im Besitz von Reichsritter Heinrich dem Alten von Rimpach erwähnt, aber am 25. Januar 1298 ist auf einer Urkunde des Würzburger Bischofs Manegold von Neuenburg (reg. 1287–1303) noch ein „Cunrad von Zulichsheim“ als Zeuge aufgeführt. [7] Die von Rimpach, ein seit 1134 belegtes würzburgisches Ministerialengeschlecht, starben in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts aus. [8] Danach ging das Rittergut Zeilitzheim an weitere landständige Geschlechter und schließlich an einen Zweig der Familie Fuchs von Bimbach. [9]

Im Jahr 1640 verkauften Georg Adam (gest. 1643) und Eitel Heinrich Fuchs von Bimbach (1618/24–1674) Zeilitzheim an Johann II. Wolf von Wolfsthal. [10] Die Wolf waren im 13. Jh. Warenhändler in Schwäbisch Gmünd gewesen und dort ins Patriziat aufgestiegen. Im Laufe des 15. Jahrhunderts gelangten sie über Nördlingen und Augsburg in das ratsfähige Patriziat Nürnbergs. Von Heinrich Wolf, der als einer der drei reichsten Männer Nürnbergs galt [11], lieh Kaiser Maximilian I. hohe Summen, die er allerdings nicht zurückzahlen konnte. Dies brachte Heinrich Wolf derart in finanzielle Schwierigkeiten, dass diese auch durch das 1501 vom Kaiser verliehene Adelsprädikat „von Wolfsthal“ nicht kompensiert werden konnten. Der Sohn Heinrichs, Balthasar Wolf von Wolfsthal, gelangte allerdings als kaiserlicher Reichspfleger von Weißenburg und Donauwörth und als Schatzkanzler Kaiser Maximilians I. erneut zu Vermögen.

Schon 1493 hatten die Wolf den Oberen Sitz, 1522 den Unteren Sitz in Burgfarrnbach bei Fürth erworben, wo sie schließlich ein Wasserschloss erbauen ließen. Damit war der Übertritt der Patrizier in den Landadel vorbereitet. [12] Um 1605 verkauften die Wolf von Wolfsthal ihre beiden Sitze in Burgfarrnbach und erwarben nicht weniger als 30 landständische Adelssitze in den Ritterkantonen Steigerwald, Baunach und Altmühl. [13]

Im Jahr 1629 konvertierte der protestantische Johann II. Wolf von Wolfsthal zum Katholizismus und bewährte sich in der Folge im 30jährigen Krieg als Oberst im Dienst der Bamberger Fürstbischöfe. Anlässlich der Krönung Kaiser Leopolds I. im Jahr 1658 wurde er zum Reichsritter ernannt. Bereits 1640 hatte er das Dorf Zeilitzheim samt dem frühneuzeitlichen Schloss erworben. Der Verkäufer, Georg Adam Fuchs von Bimbach, sah sich aufgrund seiner damaligen prekären finanziellen Lage zum Verkauf gezwungen. Da er den Familienbesitz jedoch nicht ganz aufgeben wollte, hatte er sich für Zeilitzheim vertraglich ein Recht auf Wiederauslösung vorbehalten. Der Käufer, Johann II. Wolf von Wolfsthal, der auch der Hauptkreditgeber des Georg Adam Fuchs von Bimbach war, strebte jedoch einen endgültigen Besitz- und Lehenerwerb an. Dies führte schließlich zu einem längeren Rechtstreit vor dem Reichskammergericht. [14]


Johann II. Wolf von Wolfsthal ließ 1668 in Hallerndorf bei Forchheim ein neues Schloss erbauen, das für Jahrzehnte den Familienstammsitz bildete. Weitere Erwerbungen waren das Schloss und Dorf Neuses, das Rittermannlehen Westheim-Eschenau, die Burg Thannstein und das Rittergut Schenkenau in den Haßbergen. [15] Dadurch wurden die Wolf von Wolfsthal sowohl in den Ritterkantonen Steigerwald wie auch Baunach immatrikuliert. [16]

Der Erbauer von Schloss Zeilitzheim: Philipp Gaston Wolf von Wolfsthal (1643–1717)

Johann II. Wolf von Wolfsthal hatte zwei Söhne, von denen der ältere im Jahr 1661 auf der mit seinem Bruder gemeinsam unternommenen Kavalierstour in Siena verstarb. Für den Jüngeren Sohn, Philipp Gaston Wolf von Wolfsthal hatte der Fürstbischof von Würzburg und Kurfürsterzbischof von Mainz, Johann Philipp von Schönborn, Pate gestanden. [17] Seine Karriere wurde nicht zuletzt dadurch gefördert, dass er 1668 Margaretha Sophie Voit von Rieneck die Nichte des damals regierenden Bischofs von Bamberg, Philipp Valentin Voit von Rieneck, heiratete. Nach dem frühen Tod seiner ersten Gemahlin heiratete er noch drei Mal. [18]

Ab 1668 war Gaston Philipp Wolf von Wolfsthal fürstbischöflich Bambergischer Hofrat und hatte zudem weitere Ämter inne. Hervorzuheben ist hier seine von 1677 bis zu seinem Tod 1717 dauernde Amtszeit als Hauptmann des Ritterkantons Steigerwald, denn hier lagen auch die meisten Besitzungen der Wolf von Wolfsthal. Im Jahr 1672 wurde er von seinem Taufpaten und Lehnherren, dem Würzburger und Wormser Fürstbischof und Mainzer Kurfürsterzbischof Johann Philipp von Schönborn, mit dem Rittergut Zeilitzheim belehnt. Aufgrund seiner Verdienste wurde er 1706 in den Reichsgrafenstand erhoben.

Planung und Ausführung des Schlosses in den Jahren 1677/78 bis 1683. Der Anteil Antonio Petrinis

In den Jahren 1677/78 bis 1683 ließ Gaston Philipp Wolf von Wolfsthal in Zeilitzheim – unweit des alten Schlosses – einen repräsentativen Neubau errichten. In der Jahresrechnung 1677/78 ist aufgeführt, dass an den Baumeister Andreas Keßler die Summe von 1 Gulden, 1 Pfund und 3 Pfennige ausgezahlt wurde, „als er den Grundriß zum vorhabenden Schloßbau genommen“ hatte. [19] Die Abbrucharbeiten eines bereits existierenden frühneuzeitlichen Schlossbaus, unweit des Neubaus, übernahmen Meister Hans Spieß aus Tirol und Konsorten. [20]

Anfang Dezember 1679 entsandte Philipp Gaston Wolf von Wolfsthal seinen Verwalter in Zeilitzheim, Johann Schumm, nach Würzburg, um dem Architekten Antonio Petrini die Pläne Keßlers zur Begutachtung vorzulegen. [21] Antonio Petrini wurde damals als „Ihrer churfürstlichen Gnaden stifftsbaumeister“ geführt, womit seine übergeordnete Zuständigkeit für das gesamte Bauwesen im Würzburger Hochstift ausgedrückt wurde. [22] Es handelte sich also bei der Vorlage der Pläne nicht nur, wie bei Schneider zu lesen, um eine zeitübliche Praxis, die die Fähigkeiten Keßlers nicht in Frage stellen sollte [23] , sondern vielmehr darum, den eher ungelenken Entwurf des Baumeisters von einem renommierten Architekten in eine zeitgemäße Form bringen zu lassen und letztlich auch, das Bauvorhaben höheren Orts bekannt zu machen.

Obwohl sich Petrini selbst, mit Ausnahme eines Umbauprojekts für Schloss Geyerswörth in Bamberg, bis dato noch keine Verdienste im profanen Repräsentationsbau erworben hatte, fand er die Pläne Andreas Keßlers mit zahlreichen Mängeln behaftet. In einem Brief an den Grafen berichtete der Verwalter Schumm über die Reaktion Petrinis. Er sei die Pläne „…ein wenig durchgangen, die sähl, stallung und etliche zimmer nicht gelobet, mit vermelden, daß die sähl gar zue eng, die stallung mit keinen rechten eingang und licht versehen, auch die stuben zue endern, deß gleichen die stiegen nicht manierlich, und waß dergleichen mehr gewesen…“.

Schumm schrieb weiter, Petrini habe das Projekt „…nicht vor gut befunden…“ und sei der Meinung, dass man das Schloss zweckmäßiger gestalten könne. Der Architekt wolle über das Bauprojekt ein paar Tage nachdenken und dieses „..in form einrichten“. Der Graf könne sich dann für den einen oder den anderen Plan entscheiden. Laut Schumm erbot sich Petrini sogar auf Wunsch des Grafen nach Zeilitzheim zu kommen, um vor Ort das Baumodell und den Bauplatz zu begutachten, und stünde – selbst im Falle der Bauvergabe an Keßler – als Ratgeber zur Verfügung. [24]

Die von Petrini monierten Schwächen des Keßler´schen Entwurfs gehen deutlich aus der Faustskizze des Grundrisses hervor, die sich erhalten hat. [25] Schneider beurteilte diesen nicht zur Ausführung gelangten Grundriss als den Entwurf eines großen Bauernhauses, ohne jede Symmetrie, einzig die praktischen Anforderungen berücksichtigend. [26] Es ist deshalb davon auszugehen, dass der Bau schließlich nach den Plänen Antonio Petrinis errichtet wurde. Dies wiederum ist einer Bauaufnahme zu entnehmen, die vermutlich im Zusammenhang mit den Umbauplänen des Jahres 1735 entstand. Überliefert sind ein Gesamtplan sowie Pläne von Keller-, Erd-, Ober-, und Dachgeschoss. [27]

Petrini hatte demnach sowohl die Vierflügelanlage als auch die Trennung in Wohnschloss und Wirtschaftshof beibehalten. Allerdings konnte nun, durch die Vergrößerung des Schlossgevierts, im Westen und im Osten des Hofes, ein dreijochiger Arkadengang eingefügt werden, der im Erdgeschoss eine wettergeschützte Durchgangsmöglichkeit vom Wohnschloss zum Wirtschaftstrakt bot. Im Hauptgeschoss wurden die Räume im Ost- und Westflügel vergrößert, und über hofseitige Korridore erschlossen.

Petrinis Grundriss und Wegeführung

Petrini versah das Schloss an der Nordseite mit einem repräsentativen Eingang und vorgelagerter Treppe. Auf eine Diele folgte rückseitig eine gerade, zweiläufige Treppe mit Umkehrpodest auf halber Höhe. Sowohl im Erd- als auch im Obergeschoss führten Mittelkorridore nach Osten und Westen, von denen aus straßenseitig jeweils drei große Räume mit annähernd quadratischem Grundriss betreten werden konnten. Dies war eine Lösung, die bereits Keßler vorgeschlagen hatte.

Die Zimmer wurden über die Korridore beheizt. Im Osten und Westen waren sie mit Abtritten [28] ausgestattet, die über Abortgruben im Keller entsorgt wurden. Die Wohnappartements lagen im Obergeschoss und bestanden aus den bereits genannten drei straßenseitigen Zimmern, die sowohl über den Korridor als auch über einen bis zur nördlichen Außenwand reichenden Treppenhaussaal erschlossen wurden. Im Westflügel befanden sich drei zweiachsige Räume, von denen der mittlere als katholische Schlosskapelle diente. Im Grundriss sind sowohl die Kirchenbänke als auch Altar und Kanzel markiert. Der Ostflügel wurde fast zur Gänze von dem vier Fensterachsen einnehmenden sog. „Jagdsaal“ eingenommen, dessen Decke mit barockem Quadraturstuck ausgeziert wurde.

Quellen zum Baufortschritt unter Wolf von Wolfsthal

Vom 26. und 27. Dezember 1679 datieren die Werkverträge, die der Bauherr, Philipp Gaston Wolf von Wolfsthal mit dem Zimmerer und Fachbaumeister Adam Kunzelmann aus Stübig und dem Baumeister Andreas Keßler aus Zeil einging. [29] In beiden Verträgen wurde eine Bauzeit von drei Jahren festgesetzt.

Die feierliche Grundsteinlegung erfolgte entweder am 29. April 1680 oder am 9. Mai 1680. Der Eintrag im „Handbuch“ des protestantischen Lehrers Johann Christoph Sandner (1671–1720) ist in dieser Hinsicht nicht ganz eindeutig. [30] Recht derb wurde dieses Ereignis im Gedächtnis der Zeilitzheimer Jugend verankert, indem man die Kinder angeblich an den Haaren zum Grundstein zog, ihnen aber immerhin zum Andenken Dreiermünzen schenkte. [31]

Am 1. Juli 1681 waren die Kellergewölbe geschlossen, was nicht zuletzt durch die eingeritzte Jahreszahl im Sturz eines der Kellerfester in der nordöstlichen Hofecke dokumentiert ist. Ende 1681 war der Rohbau vollendet[32]und im Jahr 1683 wurden mit dem Innenausbau sämtliche Arbeiten abgeschlossen. Diese umfassten auch den einfachen Quadraturstuck an den Zimmerwänden und Decken.

Der Schreiner Hans Krönert aus Brünnstadt wurde für 23 Stubentüren, 4 „eingefasste Türen“ und die „Haußportalthür“ entlohnt. Die Steine für die Portalplastik wurden aus einem Steinbruch bei Zeil am Main herangeschafft. Die Schrifttafel, der Schlussstein mit einem Fischweibchen – Melusine – und die beiden Engel am Portal schuf der Bildhauer Bernhard Häußler aus Bamberg. Sie waren bis zum 24. September 1683 versetzt, was Anlass zu einem feierlichen Umtrunk gab. [33] Die sorgfältig geführten Rechnungsbücher weisen an Baukosten etwa 8.500 Gulden aus, womit man ungefähr 1.300 Gulden, also ca. 20 % über dem ursprünglich veranschlagten Budget lag. [34]

Der Bildhauer Bernhard Häußler

Bernhard Häußler, Bildhauer, wurde um 1645 in Wyhl in der Schweiz geboren und starb nach 1704 in Pottenstein. [35] Zusammen mit seinem Vater Nikolaus und seinem Bruder Josef war er nach dem 30jährigen Krieg aus der Schweiz nach Franken zugewandert, wo sie zunächst in Hof eine, später, ab 1682, in Bamberg zwei Bildhauerwerkstätten betrieben.

Bereits 1668 erhielt Bernhard Häußler den Auftrag, für Wunsiedel eine steinerne Figur für den Marktbrunnen anzufertigen. Im Jahr 1684 schuf er für das Haus des Stadtrats Johann Wachter, Marktplatz 3 in Staffelstein die Portalrahmung, die – wie in Zeilitzheim – einen gesprengten Dreiecksgiebel aufweist. Von ihm stammt auch das Hoheitswappen am Ostportal des Rathauses in Burgkunstadt, das das im Jahr 1690 noch regierende Wappen des Fürstbischofs Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg zeigt. Unter seinen bekannteren Werken befinden sich ferner Kanzeln für die evangelischen Pfarrkirchen in Pegnitz (um 1700) und in Schnabelwaid (1703).

Umbau unter Kardinal Damian Hugo von Schönborn

Übergabe des Schlosses an die Grafen von Schönborn

Als im Jahr 1713 der einzige Sohn von Philipp Gaston Wolf von Wolfsthal, Ludwig Sigmund, im Alter von nur 30 Jahren verstarb, er somit keinen männlichen Erben mehr hatte, adoptierte er seinen Freund und Nachbarn, Graf Rudolf Franz Erwein von Schönborn (1677–1754) und vermachte ihm den gesamten Familienbesitz. [36] In der Begründung heißt es: er habe durch die beiden Kurfürsten von Mainz, Johann Philipp und Lothar Franz von Schönborn, „viele große hohe Gnaden und von dero gesamten hochgräflichen Schönbornschen Famille je und allezeit eine aufrichtige Freundschaft genossen, und von selbiger eine besondere Zuneigung gegen ihn verspüret“, und sich somit entschlossen, Rudolf Franz Erwein Grafen von Schönborn samt allen seinen Nachkommen zu adoptieren bzw. zu arrogieren. [37]

Die Töchter und Enkel von Philipp Gaston Wolf von Wolfsthal wurden vom gräflichen Haus Schönborn mit einer Summe von 60.000 Gulden abgefunden. [38] Die hierzu erforderlichen Genehmigungen holte der Onkel des Grafen, Kurfürsterzbischof von Mainz und Fürstbischof von Bamberg, Lothar Franz von Schönborn beim Bamberger Domkapitel ein. [39] Name und Wappen der Wolf von Wolfsthal wurden ab 1717, dem Todesjahr des Grafen Philipp Gaston, von der Familie Schönborn übernommen.

An repräsentativen Schlossbauten herrschte innerhalb der gräflich Schönborn´schen Familie kein Mangel. Der Adoptivsohn und Erbe Philipp Gastons, Reichsgraf Rudolf Franz Erwein von Schönborn ließ gerade sein Stammschloss Wiesentheid aufwändig modernisieren. Das nahe gelegene Schloss Gaibach diente seinem Onkel, dem Kurfürsterzbischof von Mainz und Fürstbischof von Bamberg, Lothar Franz von Schönborn, als Privatresidenz. Auch dessen privates Sommerschloss Pommersfelden war zu dieser Zeit im Bau und stand kurz vor der Vollendung. Nicht zuletzt dadurch fiel das Schloss in Zeilitzheim offenbar in einen „Dornröschen-Schlaf“, denn auch die Brüder des Rudolf Franz Erwein von Schönborn, der in Wien residierende Reichsvizekanzler Friedrich Carl, wie auch der ab Herbst 1719 in Würzburg regierende Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn, entfalteten eigene Bautätigkeiten. [40]

Das Umbauprojekt von Kardinal Damian Hugo von Schönborn

Gezwungenermaßen hielt sich seit Spätsommer 1734 ein weiterer Bruder des Reichsgrafen Rudolf Franz Erwein in Franken auf – Kardinal Damian Hugo Philipp von Schönborn, Fürstbischof von Speyer. Damian Hugo Philipp von Schönborn war von 1699 bis 1706 Komtur der Deutschordenskommende St. Aegidius in Aachen, von 1707 bis 1743 Landkomtur der Ballei Hessen des Deutschen Ordens in Marburg und der Ballei Biesen in Alden-Biesen. Im Jahr 1719 wurde er Fürstbischof von Speyer. 1721 folgte die Erhebung in den Kardinalsrang. [41]


Die Ereignisse im Zusammenhang mit dem polnischen Thronfolgekrieg (1733–1738) hatten Damian Hugo Anfang 1734 veranlasst, seine Residenzstadt Bruchsal zu verlassen. Nach dem Tod von König August II., dem Starken, betrieb Frankreich aktiv die Thronbesteigung des polnischen Magnaten Stanisław Leszcyński, des früheren Königs von Polen und Schwiegervater von König Ludwig XV. Kaiser Karl VI. hingegen hatte dem sächsischen Kurfürsten, im Gegenzug für die Annahme der pragmatischen Sanktion, also der Anerkennung der habsburgischen Erbfolge, seine Unterstützung beim Anspruch auf die polnische Krone zugesagt.

Der militärische Konflikt wurde sowohl in Polen, als auch am Rhein und in Italien ausgetragen. [42] Nachdem französische Truppen den Rhein überschritten hatten, wandte sich Kardinal Damian Hugo von Bruchsal aus über Frankfurt und Aschaffenburg auf die Schönborn´schen Besitzungen nach Heusenstamm und später nach Gaibach, wo er am 15. September 1734 mit großer Entourage eintraf. [43] Schloss Gaibach war ihm als Aufenthaltsort offenbar besonders genehm, denn schon am 24. August 1728 hatte er seinem Onkel Lothar Franz geschrieben, dieser möge ihm testamentarisch „den Trost, Gnad und Lieb“ erweisen, dass er Gaibach mit Haus und Möbeln gebrauchen dürfe „soviel und oft“ es ihm gefällig sei. [44]

Das zusätzliche Interesse Kardinals Damian Hugo Philipp von Schönborn an dem nur eine knappe Stunde Fußmarsch von Gaibach entfernt liegenden Zeilitzheim – so wurde gemutmaßt – könnte mit einem Darlehen zusammenhängen, das er seinem Bruder Rudolf Franz Erwein gewährt hatte. Möglicherweise diente das Schloss demzufolge als Absicherung dieses Kredits. [4]

Erweitertes Raumprogramm für Kardinal Damian Hugo von Schönborn

So sollte das einst gräflich Wolfsthal´sche Wohn- und Wirtschaftsschloss, während der unabsehbaren Dauer seines Aufenthalts, zur Nutzung durch den Kardinal, in einen repräsentativen Landsitz umgebaut werden. In erster Linie bedurfte es hierzu mehrerer Wohnräume für den Kardinal und ebenbürtige Gäste sowie einer größeren Anzahl von Zimmern, in denen die Verwaltungsbeamten tätig werden konnten, die der Kardinal aus Bruchsal und Speyer in sein fränkisches Exil beordert hatte. Insbesondere die Eingangssituation und das Treppenhaus mussten verbessert werden. Außerdem wurde ein großer Saal benötigt, dessen Bildersprache dem Selbstverständnis des neuen Hausherrn gemäß zu sein hatte.

Hierzu galt es, die Wirtschaftsräume der Vierflügelanlage in einen sich im Süden anschließenden Gebäudetrakt zu verlagern, der zu diesem Zweck neu errichtet werden sollte. Zudem waren südlich des Schlosses Grundstückserwerbungen geplant, um einen barocken Garten anlegen zu können.

Als Vorbereitung wurden die bereits erwähnten Bauaufnahmen angefertigt. [45] Die Grundlage für die Umbauarbeiten bildete eine weitere Planserie. [46] Diese umfasst 3 Grundrisse des Gesamtschlosses und zwar des Keller-, Erd-, und Obergeschosses. [47] Dazu gehören Aufrisse der Nordfassade und der Ostseite [48] , sowie der Süd- und der Westseite [49] und Schnitte in der Ost-West sowie der Nord-Süd-Achse. [50] Von der im Ostflügel geplanten Schlosskapelle, deren Errichtung den größten Eingriff in die bestehende Bausubstanz bedeutet haben würde, haben sich gleich mehrere Grund- und Aufrisse sowie Schnitte erhalten. [51]

Den Abschluss der Planungen kommentierte Kardinal Damian Hugo von Schönborn selbst in einem handschriftlichen Vermerk auf einem der Grundrisse mit den Worten: „Riß wie das graflich schönbornische Hauß zu Zeilsheim 1735 restaurirt wordten undt 1736 folgender dahin zu continuiren ist“. [52]

Balthasar Neumann als Berater des schönbornschen Umbaus

Erste Kenntnis von bevorstehenden Umbaumaßnahmen in Zeilitzheim gehen aus einem Brief Balthasar Neumanns vom 8. Mai 1735 an den seit 1728 in Würzburg regierenden Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn hervor. Neumann berichtete: „…den Dienstag zu Gaybach, weilen Ihre Hochfürstl. Eminenz mir gnädigst zuschreiben lassen, alda wegen der Einrichtung, sowohl alß zu Zeilitzheim, bin aber wegen daßigen Zimmern, alwo höchst dieselbe absolute die öfen mitten in die Zimmer zu setzen beliebten, nicht d´accort wordten vndt müßte es geschehen lassen…“. [53]

Während der Anwesenheit des Kardinals in Gaibach in den Jahren 1735 und 1736 hielt sich Balthasar Neumann mehrfach in Gaibach auf. Obwohl er in den wenigen überlieferten Quellen zu Zeilitzheim nicht mehr genannt wird, scheint er Kardinal Damian Hugo beraten zu haben. Nicht zuletzt auf Anweisung von Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn. [54]

Quellen zur inneren Ausgestaltung unter Damian Hugo

Leider ist die Quellenlage hinsichtlich der Umbaumaßnahmen von Schloss Zeilitzheim sehr lückenhaft, was die Annahme Schneiders plausibel erscheinen lässt, dass der Kardinal die meisten Bauarbeiten aus seinem Privatvermögen finanzierte. Darüber sind leider keine Aufzeichnungen erhalten. In den Archivalien wird jedoch der seit 1722 in fürstbischöflich Speyerischen Diensten stehende, der „Werkmeister und Zimmerballier“ Johann Georg Stahl mehrfach erwähnt. In einem Brief vom 22. März 1735 schrieb der Kardinal an seinen Kammerrat Duraß, der „Zimmerballier“ Johann Georg Stahl solle sich darauf einrichten, für einige Monate wegzubleiben. Auch werde der Maler Giovanni Francesco Marchini gebraucht, der Farben und Pinsel mitbringen solle. Beide, Stahl und Marchini, könnten aus Bruchsal gemeinsam anreisen. [55]

Nach Ausweis der „Zeilitzheimer Vogteirechnungen“ wurde im Schloss 1735 tatsächlich gebaut, denn es wurden Ausgaben für Gerüstarbeiten und für Bauholz verzeichnet, die von Baumeister Stahl angefordert worden waren. [56] Am 16. Dezember 1735 kündigte Kardinal Damian Hugo die Rückreise Stahls nach Bruchsal an. [57]

Im Februar 1737 konnte der Kardinal in das Hochstift Speyer zurückkehren und am 11. März 1737 zog er feierlich in Bruchsal ein. [58] Danach wurden im Schloss Zeilitzheim nur noch Reparaturarbeiten verzeichnet, etwa 1737 für „Dachwerck im herrsch. Schloß und Scheuer zu Zeülitzh[eim] einzudecken“. [59] Zu einer vollständigen Umsetzung der geplanten Umbaumaßnahmen, insbesondere der Errichtung der Schlosskapelle samt deren Turm, kam es nicht mehr. [60]

In der Diele wurden sechs aus Sandstein gearbeitete, auf Postamenten stehende Hermenpfeiler errichtet. Sie tragen einerseits die Südwand des neu gestalteten Saals im Obergeschoss, andererseits dienen sie als Auflager der Treppenanlage. Dabei orientierte man sich offenbar am ebenfalls mit Hermenpfeilern geplanten Treppenhaus im fürstbischöflich würzburgischen Sommerschloss zu Werneck. [61]

Die Treppe selbst ist von der Neumann´schen Treppenlösung in Schloss Bruchsal inspiriert. Sie ist dreiläufig, und führt mit zwei Umkehrpodesten ins Hauptgeschoss. Wie in Bruchsal wurde das Treppenauge oben geschlossen, wodurch sich ein kleiner Vorplatz ergab, und wie dort sorgen runde Wandöffnungen für seine Belichtung. [61]

Die im Erdgeschoss befindliche Küche wurde in den Westflügel an die Stelle der ehemaligen Durchfahrt verlegt. Im Obergeschoss betrafen die Umbaumaßnahmen die Aufteilung der Räume und die Positionierung der Öfen, die – wie von Neumann bemängelt – tatsächlich jeweils in die Mitte der Rückwand versetzt wurden. [62]

Das Gebäude in Grund- und Aufriss und seine Künstler

Grundriss

Das Schloss besteht aus einer vierflügeligen, zweigeschossigen Anlage, angeordnet um einen quadratischen Innenhof. Auf den Hauptzugang im Norden folgt eine über 2/3 der Tiefe des Nordflügels einnehmende Diele. Das hintere, dem Innenhof zugewandte Drittel nimmt die um ein quadratisches Treppenauge geführte dreiläufige Treppe mit zwei Ruhepodesten ein.

Von der Diele im Erdgeschoss gehen in der Hälfte der Raumtiefe zwei Korridore ab, von denen aus die Zimmer in den beiden Flügeln erreicht werden. Über kurze Flure gelangt man auch in die hofseitigen Arkadengänge im Ost- und im Westflügel. Im Obergeschoss gelangt man zunächst in einen zum Treppenhaus gehörigen Vorraum und auch hier zweigen hofseitige Flure ab, von denen aus die Räume der Seitenflügel zu betreten sind.

Außenbau

Während die Gebäudeecken mit einer glatten Steinrustika betont sind, wurde der übrige Bau mit einer aus Stuck gearbeiteten Quaderrustika versehen. Diese „Stupfputztechnik“ wurde durch den Baumeister Andreas Kessler mehrfach angewandt, um eine aufwändigere Bautechnik zu illusionieren. [63] Lediglich die Tür- und Fenstergewände sowie das schlichte, glatte Gurtgesims, das die Geschosse voneinander trennt, sind aus sorgfältig behauenem Sandstein gearbeitet. Das schlichte Satteldach war bauzeitlich mit zwei zueinander versetzten Reihen von Schleppgauben gegliedert, die heute jedoch nicht mehr existieren. [34] Über dem Ostflügel erhebt sich ein Dachreiter mit welscher Haube.

Die Nordfassade besitzt 15 Fensterachsen, wobei das Hauptportal die Mittelachse des Erdgeschosses einnimmt. Eine doppelläufige Freitreppe mit halbrundem Podest bildet den Zugang zum Portal. [64] Die Portalrahmung ist mit zwei Vollsäulen korinthischer Ordnung, verkröpftem Gebälk und gesprengtem Dreiecksgiebel als Ädikula ausgebildet. In der Mitte des Giebels erhebt sich eine von schmalen Pilastern flankierte Attika, die mit dem Allianzwappen derer von Würtzburg (heraldisch links) und der Wolf von Wolfsthal (heraldisch rechts) besetzt ist. [65]

Das Wappen ist umgeben von Palmwedeln und Trophäen, die auf die militärischen Verdienste des Bauherrn Gaston Philipp Wolf von Wolfsthal anspielen. Vor Volutenspangen an den Giebelstücken stehen Buckelschalen mit Früchten. Beide Wappenkartuschen werden von einer Grafenkrone bekrönt. Die Pilaster, deren Spiegel mit Fruchtgehängen verziert sind, tragen korinthische Kapitelle und darüber ein sich verkröpfendes Gebälk. Seitlich sind im Profil gezeigte Adler angebracht. Den Abschluss des Portalapparates bilden mittig zwei Akanthusvoluten und seitlich auf Podesten stehende Obelisken, die mit Kugeln bekrönt sind. Das Rundbogenportal besitzt eine rechteckige Profilrahmung. In den Zwickeln sind im Hochrelief gearbeitete, Lorbeerkränze haltende Putten angebracht. Den betonten Schlussstein im Bogen ziert ein ihre beiden Schwänze emporhaltendes Meerweibchen, eine sogenannt Melusine.

Die profilierten Fenstergewände sind in beiden Geschossen geohrt. Im Erdgeschoss befinden sich – zumindest an der Hauptfassade – noch die bauzeitlichen schmiedeeisernen Fensterkörbe. Sowohl an der Ost – wie auch an der Westseite des Gebäudes – befanden sich sind bogenförmige Einfahrten. Die westliche Einfahrt wurde jedoch später vermauert. Die Torbögen besitzen eine Plattenrustika und an den Keilsteinen Fratzenreliefs. Durch diese Torbögen – heute nur noch an der Ostseite – gelangte man unmittelbar in den quadratischen Innenhof, zu dem sich die Erdgeschossgänge des Ost- und Westflügels jeweils mit drei Rundbogenarkaden auf rustizierten Pfeilern öffneten. Hier sind die aufgehenden Wände glatt verputzt.


Innen

Unmittelbar hinter dem Portal befindet sich die um wenige Stufen erhöht liegenden Diele, deren flache Decke mit Quadraturstuck verziert ist. [66] Die Diele endet an zwei auf Postamenten stehenden Hermenpfeilern, die, gemeinsam mit zwei der Wand vorgestellten Hermenpilastern, einen in Form von drei flachen Bögen gestalteten Unterzug stützen. Dahinter gehen seitlich die Durchgänge zu den Korridoren des Nordflügels ab.

Eine ebenfalls mit Hermenpfeilern und Wandpilastern gestaltete Stützenstellung bildet den Auftakt zum Treppenhaus. Der Anstieg befindet sich für den Eintretenden links. Nach dem ersten Treppenlauf gelangt man auf ein Wendepodest. Im 90-Grad-Winkel verläuft die Treppe weiter an der Hofseite bis zum zweiten Wendepodest und dann erneut im 90-Grad-Winkel weiter bis zu einem von einer Brüstung abgegrenzten Vorplatz, von dem die beiden Korridore des Obergeschosses abgehen. Die inneren Treppenwände sind durch querovale und runde Okuli geöffnet, wodurch Licht in das oben geschlossene, auf Höhe des Erdgeschosses verbleibende Treppenauge fällt.

Vom Vorplatz im Obergeschoss [67] ausgehend gelangt man über zwei Flügeltüren in den nördlich angrenzenden Saal. In der Mittelachse dieser Wand befindet sich – zum Korridor hin – eine Feuertüre, um das Beheizen des Ofens vom Gang aus bewerkstelligen zu können. Entsprechende Feuertüren sind auch an den nachfolgenden Räumen festzustellen.

Der rechteckige Saal zu drei Fensterachsen besitzt eine flache Decke über einer schmalen Hohlkehle. Neben den beiden Eingangstüren gibt es noch an jeder Seite jeweils einen Durchgang, von dem aus die Appartements über eine Enfilade erschlossen wurden. Auf jeder Seite folgen drei zweiachsige Räume. Wie aus den Binnenzeichnungen des Grundrisses aus dem Umbauprojekt von 1735 hervorgeht, sollten die beiden äußersten Zimmer in Alkovenform eingerichtet werden. Zumindest nach Osten war ein mittig aufgestelltes Bett vor einer Zwischenwand vorgesehen, hinter der sich kleinere Räume und der Abtritt befanden.

Für die gegenüberliegende Raumfolge des Nordflügels ist diese Anordnung offenbar nicht gewünscht gewesen, denn hier sind auf dem Plan Streichungen zu sehen. Da die bauliche Veränderung des Ostflügels mit dem Neubau einer Schlosskirche nicht zur Ausführung kam, blieb der vier Fensterachsen einnehmende sog. „Jagdsaal“ erhalten. Er besitzt noch eine Deckendekoration aus Quadraturstuck der ersten Bauperiode.

Beteiligte Architekten, Baumeister und Zimmermänner

Andreas Keßler, Baumeister, wurde 1641 in Walenstadt im Schweizer Kanton St. Gallen geboren. Er starb am 10. Juni 1687 in Zeil am Main. Dort hatte er am 26. Januar 1665 Elisabeth Kertzner geehelicht, und wurde dort am 9. April 1665 als Bürger aufgenommen. [68] Als Bauunternehmer konnte Keßler offenbar gleichzeitig mehrere Bauten errichten. So war er in Zeilitzheim mit 14 Mitarbeitern beschäftigt, obwohl er gleichzeitig in Bamberg den Bau des Alten Ebracher Hofes aufführte. [69] Eine kunsthistorische Einschätzung seiner Tätigkeiten lieferte Erich Schneider, wonach er als Entwerfer eher konservativ arbeitete. Lediglich die Vorliebe für gequaderten Stupfputz könnte als individuelles Merkmal seiner Bauten gelten. Dennoch war er sowohl für den landständischen Adel wie auch für geistliche Auftraggeber tätig, wodurch er zu den „gefragten Baumeister des späteren 17. Jahrhunderts in Franken“ [70] gehörte.

Antonio Petrini, zur ersten Generation der großen Barockbaumeister in Franken gehörend, entstammte einer Maurermeister- und Steinmetzfamilie aus Lasino im Clavedine-Tal bei Trient. Er wurde entweder am 18. 11. 1620 oder am 17. 03. 1621 in Lasino geboren und starb am 8. April 1701 in Würzburg. Jugend und Ausbildung liegen nach wie vor im Dunkeln, ehe er 1650 als Festungsbaumeister an den Verteidigungsbauten der Festung Marienberg in Würzburg nachweisbar ist. Unter Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn begann er auch mit der Neubefestigung der Stadt Würzburg. Er ließ sich in Würzburg nieder und verheiratete sich mit der Witwe des Stadtrats und Juliusspitalverwalter Wolfgang Striegler. Nach dem Bau der Karmelitenkirche (Reuererkirche) in den Jahren 1662-69 schuf er mit der Kirche von Stift Haug sein Hauptwerk im Bereich der Sakralarchitektur. Neben Adelshöfen in Würzburg entstand unter seiner Leitung zwischen 1686 und 1696 auch das fürstbischöfliche Sommerschloss Seehof bei Bamberg und in späten Jahren übernahm er die Bauleitung für den Neubau des Juliusspitals in Würzburg. Seine maßgebliche Beteiligung an der Erbauung des Schlosses in Zeilitzheim wurde in der Literatur erstmals von Erich Schneider hervorgehoben. [71]

Johann Georg Stahlwurde um 1687 geboren. Er starb am 30. Juli 1755 in Bruchsal im Rang eines hochfürstlich speyerischen Baumeisters. Spätestens seit 1723 war er an dem von Fürstbischof Philipp Damian Hugo begonnenen Bauprojekt der Residenz zu Bruchsal beschäftigt. [72] Am 22. Juni 1725 wurde er als Zimmerpolier vereidigt, 1743 erhielt er unter dem Nachfolger Philipp Damian Hugos, Fürstbischof von Hutten, seine Bestallung als Werkmeister. Seit den 30er Jahren hatte er das Bruchsaler Bauwesen geleitet.

Adam Kunzelmann, Zimmerer und Fachbaumeister aus Stübig, wurde um 1631 in Kaider geboren und starb 1701 in Wattendorf. Als sein Hauptwerk gilt das in Fachwerkbauweise errichtete Rathaus von Staffelstein, das zwischen 1685 und 1687 errichtet wurde. [73]

Der Saal und seine Ausmalung von Giovanni Francesco Marchini

Verpflichtung von Giovanni Francesco Marchini

Aus wenigen Angaben eines Belegzettels lässt sich entnehmen, dass der Freskomaler Giovanni Francesco Marchini in den Monaten August und September 1735 in Anwesenheit des Kardinals und einiger Kavaliersarchitekten an den Wandbildern des sogenannten „Schönbornsaales“ gearbeitet hatte. [74] So heißt es hierzu: 10 Maß 1719er Wein „seind aufgangen, wie deß H. Cardinal Ihro Hochfürstl. Eminentz und Seine Officier und Gavalier BauMeister und Mahler dero anwesenheit mit hier gewesen d[en] 8. und 27. Au[gust]o, den 14. September et 20. Sept[ember].“ [75]

Allerdings war der Kardinal mit Marchinis Arbeitseinstellung während dessen Aufenthalts in Zeilitzheim offenbar nicht zufrieden, denn in einem Schreiben vom 10. Februar 1736 forderte er seinen Kammerrat Duras Marchini betreffend auf: „…treibet dahero immer auf ihn, dann er will ernsthaft getrieben sein, sonst launet er erschröklich, wie wir es hieroben gesehen haben…“ [76]

Giovanni Francesco Marchini, dessen Lebensstationen im Folgenden kurz referiert werden, stammte vermutlich aus der Gegend um den Comer-See und dürfte nach einer Lehre in der näheren Umgebung auch in Rom gewesen sein. So empfahl er sich jedenfalls 1730 dem Fürstbischof von Speyer, Kardinal Damian Hugo von Schönborn als „pittore romano“ [77].

Seit dem Jahr 1711 ist Marchini in Deutschland nachweisbar. Er arbeitete in Thüringen und in Kursachsen, bevor er 1716 in Bamberg in die Dienste von Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn trat. Nahezu 29 Jahre lang wurde er für die Familie von Schönborn tätig, für Rudolf Franz Erwein in Wiesentheid, für Kardinal Damian Hugo in Bruchsal und Zeilitzheim und für Friedrich Carl in Bamberg. Marchini war ein ausgewiesener Spezialist der Quadraturmalerei. Dies bezeichnet einen architektonisierenden Illusionismus, bei dem, mit Hilfe der Zentralperspektive an Wänden und Decken, malerisch Architektur illusioniert wurde.

Die architektonische Saalgliederung

Die architektonische Gliederung des eingeschossigen Raumes besteht im Wesentlichen aus den Türrahmen der Flügeltüren an der Rückwand und den Schmalseiten. Die Türgewände bestehen aus weiß geäderten schwarzen Marmorprofilen über einem Sockel aus roten, ähnlich profilierten Sandsteinblöcken. Ein hölzerner Lambris, der den Rahmen für Putzfelder bildet, beginnt und endet mit einer Karniesleiste. Die Kanten der drei bodentiefen, stichbogigen Fensternischen sind ebenso wie der Ofenpfeiler mit schmalen Holzblenden verwahrt.

Sowohl die noch zu besprechenden gemalten Tondi als auch die Landschaftsausblicke besitzen stuckierte Rahmen, die durch Spangen aus Bandelwerk und Akanthus miteinander verbunden sind. Vor dem Ofenpfeiler zwischen den beiden rückwärtigen, zum Vorplatz führenden Türen steht ein eiserner Kanonenofen, der von hinten unten zu befeuern ist. An seiner Rückseite besitzt er ein gebogenes, von vorne nicht zu sehendes Ofenrohr. Nach oben schließt der Raum über einer schmalen Voute mit einer Flachdecke.

Die scheinarchitektonische Gliederung der Wände

Über dem durchlaufenden Sockellambris erheben sich gemalte Pilaster toskanischer Ordnung. Basen und Kapitelle sind golden gefasst, währen die Schäfte eine gelb-orangene Äderung fingieren. Die Astragalstäbe der toskanischen Pilaster sind gesimsartig über die gesamte Wandfläche geführt. Sie verlaufen scheinbar hinter den Türaufsätzen durch. Die Pilaster tragen ein in Gelbtönen gemaltes Gebälk, bestehend aus fasziertem Architrav, einem mit Muschelpalmetten und Blattornamenten verzierten Fries und einem schmalen Gesims.

In hochformatigen Rahmen sind an den Seiten der Fensternischen und des Ofenpfeilers Bandwerksornamente zu sehen. Diese bestehen aus zwei sich vertikal überkreuzenden geschweiften Bändern, welche, von Akanthusblättern begleitet, mittig von einer Rautenspange gehalten werden. Hochformatige Rahmen mit vertikal hängenden Glockengirlanden bilden die Piedestale für die rot, gelb und blaugrau marmorierten gemalten Pilaster die die Wandflächen rahmend gliedern. Zu beiden Seiten der Türen findet sich so jeweils ein von Pilastern flankiertes Wandfeld. Ebenso jeweils zwei Pilaster an den Fensterpfeilern. Basen und Kapitelle der gemalten Pilaster sind gelb gehalten.

Die Türen besitzen graue Rahmen die über dem Sturz in architektonischen Aufbauten münden. Diese tragen an der Eingangswand jeweils ein konvex einschwingendes Gebälk, das als Hintergrund für eine mittig auf dem Sturz stehende weiße Jakobsmuscheln dient. Die beiden Flügeltüren an den Seitenmitten, die in die Appartements des Hauptgeschosses führen, sind jeweils von einem eingezogenen Segmentgiebel bekrönt, dessen gerade Gesimsstücke auf frontal gezeigten Voluten ruhen. Die Türblätter wurden ebenso wie die Gewände und segmentbogigen Unterzüge der Fensternischen mit gemaltem Ornament verziert. Weiße spiegelsymmetrisch verlaufende Bänder bilden Felder aus, die mit hellblauem Fond, Akanthusrosetten und -Blättern gefüllt sind.

Die Wandflächen zwischen den Pilastern sind jeweils mit einem hochrechteckigen Stuckrahmen und darüber mit einem runden Stuckrahmen gefüllt. Die runden Rahmen scheinen mit einem Band an dem Astragalgesims befestigt zu sein, worauf eine stuckierte Schleife im Scheitel der Tondi hinweist. Stuckierte Bänder mit Muschelpalmette und Akanthusblättern bilden die tektonische Verbindung zwischen dem oberen und dem unteren Rahmen. Am Ofenpfeiler, der ohne Astragalgesims auskommen muss, hängt der Tondo nur an der Schleife, darunter ist in Illusionsmalerei eine rundbogige Ofennische wiedergegeben, die jedoch ebenfalls von einem stuckierten Gesims eingefasst ist, und wie der hochrechteckige Gemälderahmen an den Wänden behandelt ist. Die als Grisaille gemalte Rundnische ist in der Kalotte mit einer großen, geöffneten Muschelschale ausstaffiert, auf deren Muschelschloss eine deutlich kleinere Deckelschale der Jakobsmuschel zu stehen kommt.

Die Wandflächen an den Fensterpfeilern sind mit einem gemalten Rahmen und einer langen vertikal hängenden Akanthusblütenkette gefüllt. Nach einer Befunduntersuchung ergab sich kein Hinweis auf nachträgliche Veränderungen. [78]

Die Kinder- und Amorettenszenen in Grisaille

Die Sockelzone nimmt insgesamt neun Kinder- und Amorettenszenen in Grisaille auf. In die hölzernen Rahmen sind auf den Putz in Grisaille gegebene, gerahmte Reliefs mit Kinderszenen, einzelnen Kindern Bandwerksornament und Glockengirlanden gemalt. Querformatige Kinder- und Amorettenszenen vor unbestimmt felsigem Grund sind in den Sockeln der Rückwand, der Seitenwände und jeweils unter den Fenstern angebracht. Die Fensterpfeiler zeigen jeweils eine Kinderdarstellung.

Die beiden Szenen der Ostseite zeigen Amoretten nach vollbrachter Jagd mit ihrer Beute. Im linken Feld sitzen drei geflügelte Kinder neben bzw. auf einem erlegten Hirsch. Ein Kind hält in seiner rechten Hand das Geweih. Ein anderes nimmt einem Jagdhund das Halsband ab. Das mit dem Rücken zum Betrachter gezeigte Kind scheint ein Jagdnetz aufzuräumen. Im rechten Feld haben zwei Kinder ein Jagdnetz gelüftet, unter dem zwei tote Hasen liegen. Ein weiteres Kind lagert auf der Erde, während das vierte dabei ist, das Jagdhorn, das es an einem Band um den Hals getragen hat, abzulegen.

An der westlichen Seitenwand sind im linken Feld drei nackte mit einer Blattgirlande spielende Kinder zu sehen. Im rechten Feld sitzen drei Kinder am Boden und spielen mit einer Tuchdraperie, dabei lehnt sich das sitzende Kind in der Mitte an einen großen Stein an.

An der Ofenwand sind in beiden Feldern jeweils drei sich balgende Kinder dargestellt.

In der linken Fensternische kauern auf dem Bildfeld des Lambris zwei Kinder am Boden zusammen mit einem umgestürzten Krug, aus dem sich Flüssigkeit ergießt. In der mittleren Fensternische sitzen auf dem Bildfeld zwei Kinder am Boden und scheinen erschrocken und abwehrend auf eine leere Fläche vor ihnen zu schauen. Das Kind am Sockel des darauffolgenden, rechten Fensterpfeilers, ist mit dem Rücken zum Betrachter gezeigt. Vor den beiden Fensterpfeilern wurde im Lambris jeweils ein hochrechteckiges Feld mit einem einzelnen Putto eingefügt. Am linken Pfeiler ist ein kniendes Kind mit einem Teller zu sehen.

Am rechten greift ein seitlich gegebenes Kind in die Luft.

Vorlagen

Die Amoretten der Ostwand zum Thema der Jagd wurden fast wörtlich einem Kupferstich von Louis Testelin (1615–1655) entnommen, der ins 17. Jahrhundert datiert wird. Es handelt sich um Blatt 3 einer Serie mit Amoretten und Kindern, die in Paris von Louis Elle (1612–1689) gestochen und wohl auch herausgegeben wurde. [79] Der im extremen Querformat gehaltene Kupferstich mit insgesamt sieben Amoretten wurde dabei in zwei rechteckige Szenen aufgeteilt, was allerdings nur geringfügige Änderungen nötig machte. Das Jagdnetz bildete ursprünglich eine Einheit, die von Marchini auf zwei Szenen aufzuteilen war.

Die übrigen Stiche dieser Serie dienten offenbar als Anregung für weitere Amoretten- und Kinderszenen, etwa die mit einer Akanthusranke spielenden drei Kinder im linken Bildfeld der westlichen Seitenwand. Kompilatorisch wurde beispielsweise auch Blatt 5 der Serie in der Kinderszene links des Kaminpfeilers verwendet.

Ruinenlandschaften

Die jeweils zwei hochrechteckigen Bilderfelder an West-, Ost- und Südwand gestaltete Marchini als italienische Ruinenlandschaften. Sie könnten beispielsweise von einer Stichserie Jean Le Pautres (1618-1682) angeregt worden sein.[80] So werden hier wie dort Bäume, Ruinen oder architektonische Versatzstücke, wie Brücken und Brunnen in den Vordergrund gesetzt, um weite Ausblicke in Landschaften zu suggerieren. Allerdings sind die illusionierten Ausblicke im Saal des Schlosses Zeilitzheim gänzlich unbelebt.

Antike Büsten in runden Nischen

Über den Landschaften sind in stuckeirten Tondi mit Hilfe der Illusionsmalerei Rundnischen gezeigt, in denen jeweils eine auf einem Sockel stehende Marmorbüste steht. Die Plastizität der Nische wird hier mit Hilfe geschickter Licht- und Schattenverteilung hervorgerufen. An den Seitenwänden des Saals stehen in den Tondi vier männliche Büsten, an der Ofenwand zwei weibliche Büsten. Die beiden Büsten der Ostwand und der Ofenwand schauen einander an, während die der Westwand den Blick jeweils nach außen richten.

Die Identifizierung der in den Büsten dargestellten Persönlichkeiten wird durch den Umstand ihrer Verschiedengeschlechtlichkeit erschwert. [81] Auch phänotypisch sind sie nicht eindeutig zuzuordnen, was vermutlich auch nicht beabsichtigt war. So blickt der Betrachter auf die Ruinenlandschaften und die antikisierenden Büstenporträts nehmen den Betrachter in den Blick.

Jupiter mit Blitzbündel über dem Ofen

An der Stirnseite des Ofenpfeilers ist als Grisaillemalerei im stuckierten Tondo der Gott Jupiter mit Adler und Blitzbündel dargestellt, was ikonographisch zum Anbringungsort passt. [82] Seewaldt bemerkte die Ähnlichkeit der Jupiterdarstellung mit einem weiteren Werk Marchinis, dem in ähnlicher Position über einem Ofen in einem Tondo dargestellten Gott Jupiter im Prosperitasaal in Schloss Pommersfelden. [83]

Die scheinarchitektonische Gliederung der Decke

Schloss Zeilitzheim, Saal, Gesamtansicht des Deckenfreskos

Den flachen Plafond gliedert eine gemalte Scheinarchitektur in Form einer mehrfach durchbrochenen Hypaethralarchitektur, die mittig durch ein an den Ecken konvex eingezogenes Gebälk verklammert wird. Das Gebälk rahmt einen großen Himmelsausblick. In den Ecken flankierten gestufte Pfeiler die Tugendallegorien, deren gelb gefasste Pfeilerspiegel mit scheinbar stuckierten vertikalen Akanthusketten vor getüpfeltem Grund verziert sind. Zwischen den Pfeilerkolonnaden an den Ecken sind an den Langseiten auf Pfeilern ruhende Segmentbögen mit betonten Scheitelsteinen zu sehen. Über den Seitentüren werden die Wappenkartuschen von gestuften Pfeilern gerahmt.

Die Tugenden

In den Ecken der Voute sitzen große gelb gemalte Akanthusglocken, die als Konsolen für Trompen dienen, die auf einer Fächerpalmette ruhen und mit einem segmentbogigen Gesims enden. Dadurch ergeben sich nach oben scheinbar Raumzylinder, die – von einem gebogenen Gebälk nach oben begrenzt – Platz für die Darstellung der Tugendallegorien bieten. Die weiblichen Personifikationen der Tugenden Justitia, Prudentia und Temperantia sitzen in nicht näher bestimmbarer Landschaft, über sich den von weißen Wolken durchzogenen blauen Himmel.

Justitia

Über der südwestlichen Ecke des Saals befindet sich mit Justitia die Allegorie der Gerechtigkeit mit ihren Attributen der Waage in ihrer Rechten und dem erhobenen Schwert in ihrer Linken. Sie trägt ein weißes Gewand mit einem roten Mantel, der über ihren Schoß gelegt ist und das rechte Bein bis über das Knie freigibt. Die ungewöhnliche Freizügigkeit dieser Tugendallegorie kulminiert in ihrer fast entblößten linken Brust.

Prudentia

Schräg gegenüber an der Südostecke des Saales ist Prudentia, die Klugheit verbildlicht. Ihre Attribute, Spiegel und Schlange, hat sie in ihren Händen. Vielleicht war es das Attribut des Spiegels, das den Maler dazu veranlasste ihr als einziger der weiblichen Allegorien einen Perlenschmuck ins Haar zu geben. Sonst ist sie mit einem weißen Brusttuch, einem blauen Gewand und einem roten Mantel bekleidet. Nur die Spitze ihres Schuhs lugt über dem Gesims hervor.

Temperantia

In der nordwestlichen Ecke sitzt Temperantia, die Allegorie der Mäßigung. Sie weist mit ihrer erhobenen Rechten die Kandare vor, mit ihrer Linken bedeckt sie den Deckel einer Kanne. Temperantia trägt ein weißes Kopftuch, ein weißes Brusttuch und ein Unterkleid, darüber ein rotes Gewand und einen goldenen Mantel, unter dem ihr rechter Unterschenkel zu sehen ist. Ihre Sandalen sind mit blauen Bändern gebunden.

Abwesenheit der Fortitudo
Schloss Zeilitzheim, Saal, Gesamtansicht des Deckenfreskos

Die vierte Ecke zeigt nur einen Landschaftsausschnitt, was offenbar so beabsichtigt war. Dem Zyklus der vier weltlichen Tugenden entsprechend, hätte hier die Allegorie der Fortitudo, der Stärke, Platz nehmen müssen. Seewaldt deutete das dezidierte Fehlen der Fortitudo als Hinweis auf die Situation des im Exil lebenden Kardinals. [84]

Die Wappen

Vor dem gemalten Gesims und den seitlichen gemalten Arkaden der Decke prangen an drei Seiten großformatige Wappen. Zusammen mit den darunter gemalten Inschriften vergegenwärtigen sie die oben referierte Besitzgeschichte von Schloss Zeilitzheim. Das Ehepaar Wolf von Wolfsthal wurde über der Inschrift „AEDIFICAVIT“ als Erbauer vorgestellt. Rudolf Franz Erwein von Schönborn, dem das Haus als Geschenk zugefallen war, erhielt als Untertitel „GAUDET“. Kardinal Damian Hugo, der Schloss Zeilitzheim in den damaligen Stand versetzt hat, würdigte diese Tat als „RESTAURAVIT“.

Gleichzeitig lassen die Anbringungsorte eine klare Hierarchie erkennen. Den wichtigsten Platz frontal gegenüber dem Eintretenden hatte Damian Hugo, dessen Kardinalswappen zudem vor einem Hermelinmantel erscheint. Zur Rechten des Eintretenden und damit auf der zeremoniell höherstehenden Stelle erscheint des Wappen von Rudolf Franz Erwein. Das Schlusslicht der Hierarchie bildete das Ehepaar Wolf von Wolfsthal zur Linken des Eintretenden.

Das Bauherrenpaar Wolf von Wolfsthal

„AEDIFICAVIT“ – das Ehepaar Wolf von Wolfsthal

Über der Tür ins westliche Appartement ist im Bereich des Segmentgiebels eine Inschriftkartusche aufgemalt mit der Aufschrift „AEDIFICAVIT“. Darüber befindet sich das Allianzwappen des Erbauerpaares, Philipp Gaston Wolf von Wolfsthal und der Margaretha Sophie von Würtzburg, bekrönt von der Grafenkrone. Heraldisch rechts ist in Gold der schwarze Wolf zu sehen, heraldisch links der Kapuzenträger der Freiherren von Würtzburg auf blauem Feld. [85] Die die Wappenkartusche rahmenden Trophäen sind als Anspielung auf den militärischen Rang des ersten Bauherrn von Schloss Zeilitzheim zu sehen.

Rudolf Franz Erwein von Schönborn

„GAUDET“ – Rudolf Franz Erwein von Schönborn

Gegenüber, über der Tür ins östliche Appartement befindet sich im Giebel eine Kartusche mit der Aufschrift „GAUDET“. Darüber erhebt sich das von der Grafenkrone und der Kette des Ordens vom Goldenen Vlies eingefasste Wappen von Rudolf Franz Erwein von Schönborn, gehalten von den Schönborn´schen Löwen und mit vollständigem Oberwappen. Der Herzschild zeigt in Rot auf drei silbernen Spitzen einen schreitenden goldenen Löwen mit blauer Krone. Dies ist das Stammwappen der Grafen von Schönborn. Darüber ist die reichsständische Grafenkrone zu sehen.

Im Hauptschild zeigt Feld 1 in Rot drei (2:1) silberne Schildchen, das Wappen der reichsständischen Herrschaft Reichelsberg. In Feld 2 ist in Gold der kaiserliche golden nimbierte schwarze Doppeladler zu sehen. Er hält im rechten Fang Szepter und Schwert, im linken Fang den Reichsapfel. Feld 3 weist einen silbernen Balken in Bau auf, begleitet von 3 (2:1) silbernen Rauten. Dieses Wappen steht für die Herrschaft Heppenheim, genannt von Saal. Feld 4 trägt in Hermelin auf einem roten und mit goldenen Quasten verzierten Kissen den goldenen Reichsapfel mit goldenem Kreuz. Damit ist das Erbtruchsessen-Amt in den österreichischen Landen ob und unter der Enns im Wappen vermerkt, ein Anspruch, der seit 1712 bestand. In Feld 6 sind in Schwarz 3 (2:1) goldene aufrechte Getreidegarben zu sehen, die aus dem Wappen derer von Buchheim stammen. Feld 7 endlich zeigt in Gold den schwarzen Wolf derer von Wolfsthal. Feld 8 beinhaltet ein besonderes Gnadenzeichen, das mit der Übernahme des von Buchheim´schen Titels an das Haus Schönborn kam. Auf einem kleinen Schild unter dem Erzherzogshut mit Fürstenmantel ist in Rot ein silberner Balken zu sehen. Feld 9 schließlich präsentiert in Silber den blauen Löwen, belegt mit zwei roten Balken, das Wappen der Truchsesse von Pommersfelden. [86]

Damian Hugo von Schönborn

„RESTAURAVIT“ – Damian Hugo von Schönborn

Über dem Scheitel der mittleren Fensternische befindet sich eine dritte Kartusche mit der Aufschrift „RESTAURAVIT“ und darüber das Prunkwappen von Kardinal Damian Hugo Philipp von Schönborn-Buchheim. Zwei Putten halten den hermelinbesetzten Kardinalsmantel auf, vor dem drei Wappenkartuschen präsentiert werden. Unterlegt sind diesen ein Tatzenkreuz des Deutschen Ordens sowie Bischofskrümme und Schwert.

Der linke Wappenschild ist geviert. Im Wechsel befinden sich in Blau ein silbernes Kreuz für das Hochstift Speyer und in Rot eine silberne Burg mit Tor und zwei Türmen, darüber eine goldene Krone für die Fürstpropstei Weißenburg. Diese Vierung deutet auf eine bereits länger andauernde Personalunion der beiden Ämter hin. Der rechte Schild zeigt das Familienwappen der Schönborn und in der Mitte befindet sich ein Wappenschild mit einem doppelten schwarzen Tatzenkreuz in Silber, der für die beiden Landkomtureien des Deutschen Ordens Alden-Biesen und Marburg steht. Die drei Einzelwappen sind unter einem Fürstenhut angeordnet und der als Wappendecke dienende Hermelin ist nach oben mit dem Kardinalshut abgeschlossen.

Putten mit Blumengirlanden

Über den Langseiten ist die gemalte Architektur durch große Bogenstellungen geöffnet. Die Deckenmitte darüber schließlich ist belebt durch drei Amoretten, die vor einem duftigen Gewölk eine Blütengirlande, bestückt mit Rosen, Tulpen, Hyacinthen, Narzissen und Trompetenwinden tragen. Darüber hinaus ist eine herbeifliegende Taube ins Bild genommen.

Programm und Synthese

Der Einschätzung Schneiders zufolge wurden in Schloss Zeilitzheim, das im Übrigen von Kardinal Damian Hugo stets nur als „Haus“ bezeichnet wurde, nur notwendige Eingriffe „unter Vermeidung jeglichen Prunkes“ [87] vorgenommen. Tatsächlich orientierte man sich, insbesondere bei der Distribution der Räume, an den zeitgenössischen, in Frankreich formulierten Grundsätzen der „commodité“ (Bequemlichkeit), „bienséance“

Bibliographie

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Einzelnachweise

  1. Karlinger, Gerolzhofen, 1913, S. 300.
  2. Freeden, Landschlösser, 1969, S. 102 f.
  3. Sayn-Wittgenstein, Franken, 1974, S. 226.
  4. 4,0 4,1 Schonath, Gaibach und Zeilitzheim, 1977, S. 4.
  5. Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 69.
  6. Vgl. zur Geschichte von Zeilitzheim: Brückner, Zeilitzheim, 1931.
  7. Monumenta Boica, 38: Monumenta episcopatus Wirziburgensis. 1288–1313, München 1866, S. 184.
  8. Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, Band 3, Regensburg 1865, S. 244.
  9. Zu den Resten der zu Beginn des 16. Jahrhunderts errichteten hoch- und spätmittelalterlichen Vorgängerbauten sowie untertägige Teile des frühneuzeitlichen Schlosses von Zeilitzheim vgl. Denkmalliste Lkr. Schweinfurt, Gem. Kolitzheim unter D-6-78-150-134. Anfang des 16. Jahrhunderts waren die Grumbach in Zeilitzheim begütert. 1522 verkaufte Wilhelm von Grumbach seinen Anteil an die Brüder Wolf und Dietrich Fuchs von Bimbach, aber noch bis 1622 waren nebeneinander sowohl die Herren von Grumbach als auch die Fuchs von Bimbach in Zeilitzheim ansässig. Vgl. Karlinger (1913), S. 298.
  10. Vgl. zum Kauf des Dorfes Zeilitzheim, das im Hochstift Würzburg lag und zum Ritterkanton Steigerwald gehörte: Flurschütz da Cruz, Konfession, 2014, S. 168–179.
  11. Flurschütz da Cruz, Konfession, 2014, S. 95.
  12. Vgl. hierzu: Flurschütz da Cruz, Konfession, 2014, S. 103. Gründe hierfür dürften mehrere Skandale im familiären Umfeld gewesen sein. Vgl. hierzu ebenda, S. 104 und Fleischmann, Nürnberg, 2008, S. 1166.
  13. Vgl. hierzu das von Johann II. Wolf von Wolfsthal 1647 geführte „Lehen Büchlein. Über alle Einzige Lehen So von Ihre HochEdel gestreng, Herren, Hanß Wolffen Von Wolffsthal Vff hallerndorf Zeülizheimb Vnd Obristen Erkaufft Vnd Erhandlet worden […]“ StAWü, Schönbornarchiv, Amtsarchiv Hallerndorf, 1 (Lehenbücher und Gültregister), Nr. 5. Vgl.: Flurschütz da Cruz, Konfession, 2014, S. 137; Flurschütz da Cruz, Wolf von Wolfsthal, 2015, S. 148.
  14. Vgl. Flurschütz da Cruz, Konfession, 2014, S. 170 ff. Georg Adam Fuchs von Bimbach hatte nicht nur einen Teil seiner Rechte und Besitzungen unter Wert verkaufen müssen, sondern wurde durch das Hinauszögern der Auszahlung des Kaufpreises auch um die Möglichkeit der an eine Frist gebundenen Wiedereinlösung gehindert.
  15. Sowohl Zeilitzheim als auch Neuses am Sand und das Ritter-Mannlehen Westheim-Eschenau waren vormals Fuchs´sche Rittergüter. Siehe: Flurschütz da Cruz, Konfession, 2014, S. 138 f.
  16. Letzteres erfolgte 1680. Vgl. Flurschütz da Cruz, Konfession, 2014, S. 139.
  17. Vgl. Flurschütz da Cruz, Wolf von Wolfsthal, 2015, S. 139–162.
  18. Die erste Ehe wurde 1671 mit Margarethe Sophie Voit von Rieneck (gest. 1669) geschlossen. Die zweite Ehe mit Margaretha Sophie von Würtzburg (1640–1684) und die dritte Ehe mit Maria Agnes von Ostein (1645–1708). Vgl. Flurschütz da Cruz, Wolf von Wolfsthal, 2015, S. 139–162.
  19. Zitiert nach Brückner, Zeilitzheim, 1931, S. 14. Die gesicherte Überlieferung zum Schlossbau setzt jedoch erst im Jahr 1679 ein. Die von Brückner angegebene Quelle wurde bislang noch nicht gefunden. Vgl. hierzu: Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 69.
  20. Brückner, Zeilitzheim, 1931, S. 14.
  21. Siehe hierzu die Faustskizze des Grundrisses für Schloss Zeilitzheim: StAWü, Schönbornarchiv, Amt Gaibach, Urkunde Nr. 362, Beilage 6. Siehe: Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 121, Abb. 16.
  22. Kossatz, Preuss, 1988, S. 488, Anm. 565.
  23. Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 72.
  24. StAWü, Schönbornarchiv, Amt Gaibach, Urkunde Nr. 362, Beilage 11. Bericht des Vogtes Johann Schumm an den Grafen Wolf von Wolfsthal vom 5. Dezember 1679 wegen einer Begegnung mit dem Baumeister Antonio Petrini in Würzburg. Vgl. Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 73.
  25. StAWü, Schönbornarchiv, Amt Gaibach, Urkunde Nr. 362, Beilage 6. Siehe: Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 121, Abb. 16.
  26. Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 77.
  27. StAWü, Schönbornarchiv, Karten und Pläne, K II/93 a und b (Gesamtplan), K II/ 95 (Kellergeschoss), K II/88 a (Erdgeschossgrundriss) K II/ 88b (Obergeschossgrundriss), K II/ 88 c (Grundriss des Dachgeschosses). Die Pläne dokumentieren den Zustand vor den Umbaumaßnahmen von 1735. Auf dem Grundriss des Erdgeschosses findet sich der Vermerk: „Der Erstere Grund von Ihro hochgräfl. Excellenz von Schönborn zu Zeilitzheim“. Darunter „Erdgeschoss“. Vgl. Hassler, Baupolitik, 1985, Nr. 133; Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 125, Abb. 20.
  28. Anm. Verf.: Unter einem Abtritt, auch „Prive(t)“ verstand man im 18. Jahrhundert ein Plumpsklo, das in gemauerten Kästen bzw. Abortgruben endete, die ausgeschöpft werden mussten. Vgl. hierzu: Zedler, Universal-Lexicon, 1732–1754, Bd 1, Sp. 213.
  29. Vgl. den vollständigen Wortlaut der Verträge bei Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 79–81, Anm. 42 und Anm. 44. Sowohl im Vertrag mit Kunzelmann als auch im Vertrag mit Keßler wird hervorgehoben, dass beide „des Schreibens nit erfahren“ bzw. „des Schreibens unerfahren“ waren.
  30. Vgl. Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 82, der die Quelle im protestantischen Pfarrarchiv von Zeilitzheim einsah.
  31. Ebda.
  32. Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 84 mit Angabe der Quellen.
  33. Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 85 mit Angabe der Quellen.
  34. 34,0 34,1 Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 86.
  35. Siehe zu den Bildhauern Häußler: Sitzmann, Ostfranken, 1957, S. 227; Adelheid Waschka, Die Bildhauer Häußler, Johann Nicolaus Resch und Leonhard Gollwitzer (1682–1737). Barockunternehmer und ihre Werke im Raum Bad Staffelstein, Kunst_Kultur_in_Bad_Staffelstein_I_Barockunternehmer_219-238.pdf (kis-badstaffelstein.de)[letzter Zugriff 28.12.2022]
  36. Domarus, Rudolf Franz Erwein von Schönborn, 1954, S. 64.
  37. StAWü, Schönbornarchiv I, Nr. 8, IV. Vgl.: Schraut, Schönborn, 2005, S. 189 f.
  38. Siehe zu diesem Vorgang und auch die Gründe für die Übergehung der männlichen Enkelsöhne: Schraut, Schönborn, 2005, S. 189 ff., mit Angabe sämtlicher Quellen.
  39. Vgl. hierzu ausführlich Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 68 f.
  40. Hubala, Schönborn, 1989.
  41. Damian Hugo Philipp von Schönborn wurde Kardinaldiakon der Titeldiakonie San Nicola in Carcere. Im Jahr 1740 wurde er ferner Fürstbischof von Konstanz. Vgl. hierzu: Dahm, Damian Hugo Schönborn, 1995, Sp. 620–623.
  42. Ammerich, Bistum Speyer, 1999, S. 24–26.
  43. Hirsch, Schönborn, 1923, S. 54 f.
  44. Siehe Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 90 und Schonath, Gaibach und Zeilitzheim, 1977, S. 3 f. Vgl. zu den Krediten des Kardinals an seine Familie auch: Mauelshagen, Damian Hugo von Schönborn, 2001, S. 170 f.
  45. StAWü, Schönbornarchiv, Karten und Pläne K II/ 95 (Kellergrundriss) K II/ 88 a und b (Grundriss von Erd- und Obergeschoss) sowie K II/88 c (Grundriss Dachgeschoss). Online abrufbar: Digitale Bibliothek - Münchener Digitalisierungszentrum (digitale-sammlungen.de) und Digitale Bibliothek - Münchener Digitalisierungszentrum (digitale-sammlungen.de)
  46. Hotz, Deutscher Orden, 1968, S. 465 ff.; Hassler, Baupolitik, 1985, S. 122-131. Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 94.
  47. StAWü, Schönbornarchiv, Karten und Pläne, K II/95 (Kellergrundriss), KII/ 90 b (Erdgeschossgrundriss), K II/90 a (Hauptgeschossgrundriss). Vgl. Schneider, Zeilitzheim, 1995, Abb. 19–21.
  48. StAWü, Schönbornarchiv, Karten und Pläne, K II/89a. Vgl. Schneider, Zeilitzheim, 1995, Abb. 25.
  49. StAWü, Schönbornarchiv, Karten und Pläne, K II/ 89b. Vgl. Schneider, Zeilitzheim, 1995, Abb. 26.
  50. StAWü, Schönbornarchiv, Karten und Pläne, K II/89c. Vgl. Schneider, Zeilitzheim, 1995, Abb. 27.
  51. Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 95.
  52. GLAK H / Zeilitzheim / 1: Schloß Zeilitzheim, Idealgrundriss der 1735 geplanten Gesamtanlage. Vgl. Hassler, Baupolitik, 1985, Abb. 145.
  53. Lohmeyer, Briefe, Stuttgart, 1921, S. 66.
  54. So heißt es in einem Schreiben von Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn an Balthasar Neumann vom 2. Dezember 1735: „…und wirst du bey solcher gelegenheit auch gebührend beobachten können, waß unser Bruder der H. Cardinal und Bischof zu Speyer von dir verlangen…“ (StAWü, Bausachen II 224).
  55. GLAK 78/139. Vgl.: Hans Rott, Bruchsal. Quellen zur Kunstgeschichte des Schlosses und der bischöflichen Residenzstadt, Heidelberg 1914, S. 79, Nr. 312; Seewaldt, Marchini, 1984, S. 94; Hassler, Baupolitik, 1985, S. 123; Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 92.
  56. StAWü, Schönbornarchiv, Zeilitzheimer Vogteirechnungen 1735/36, pag. 138 und pag. 139, zitiert bei Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 92.
  57. GLAK 78/139, zitiert bei Hassler, Baupolitik, 1985, S. 123 und Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 92.
  58. Hassler, Baupolitik, 1985, S. 117.
  59. StAWü, Schönbornarchiv, Zeilitzheimer Vogteirechnungen 1736/37, pag. 81. Zitiert bei Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 93.
  60. Erst im Jahr 1720 ging das Patronatsrecht über die evangelische Pfarrei, das bis dato von Georg Adam und Heinrich Eitel Fuchs von Bimbach ausgeübt wurde, an die Familie von Schönborn über. Im Schloss existierte eine katholische Pfarrkuratie (vgl.: August Amrhein: Realschematismus der Diöcese Würzburg, Würzburg 1873, S. 560). Zwischen 1717 und 1723 setzte Rudolf Franz Erwein von Schönborn durch, daß die protestantische Pfarrkirche von den Katholiken des Ortes mitbenutzt werden durfte. Das Simultaneum wurde jedoch wieder aufgegeben und die Katholiken nutzten fortan wieder in die Kapelle im Schloss.
  61. 61,0 61,1 Schneider (1995), S. 105.
  62. Vgl. hierzu StAWü, Schönbornarchiv, Karten und Pläne, K II/90 a (Hauptgeschossgrundriss).
  63. Diese Wandgestaltung wurde von Keßler mehrfach angewandt, etwa am Ebracher Hof in Bamberg, der Kirche von Eyrichshof oder am Turm der Pfarrkirche in Ostheim bei Hofheim. Vgl.: Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 87.
  64. Die Treppenanlage ragte ursprünglich weiter in den Marktplatz hinein. Sie wurde in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts auf Betreiben der Gemeinde Zeilitzheim umgebaut, um einen Gehweg entlang des Schlosses anlegen zu können. Vgl. Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 87, Anm. 91.
  65. Es handelt sich um das Wappen der zweiten Gemahlin des Philipp Gaston Wolf von Wolfsthal, Sophia Magdalena von Würzburg (1640-1684). In erster Ehe war er mit Anna Margaretha Voit von Rieneck (gest. 1669) verheiratet. Nach dem Tod seiner zweiten Frau heiratete er 1688 Freiin Anna Agnes von Ostein. Vgl. Flurschütz da Cruz, Wolf von Wolfsthal, 2015, S. 147 f.
  66. Digitale Bibliothek - Münchener Digitalisierungszentrum (digitale-sammlungen.de)
  67. Digitale Bibliothek - Münchener Digitalisierungszentrum (digitale-sammlungen.de)
  68. Vgl. Heinrich Weisel, Lexikon der Bauhandwerker des 17. und 18. Jahrhunderts im Gebiet der Haßberge und angrenzender Regionen, Haßfurt 2021; vgl. zu weiteren Arbeiten Keßlers auch Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 70 f.
  69. Brückner, Zeilitzheim, 1931, S. 15; Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 71.
  70. Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 71.
  71. Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 77–79. Weder in der bislang einzigen Monografie über Petrini von Lucia Longo aus dem Jahr 1985 noch in ihrem 2001 erschienenen Beitrag in der Neuen Deutschen Biographie fand seine Beteiligung am Neubau des Schlosses in Zeilitzheim Erwähnung (Lucia Longo, Antonio Petrini. Ein Barockbaumeister in Franken, München und Zürich 1985; Lucia Longo-Endres, Antonio Petrini. In: Stolberg-Wernigerode, Otto zu: Neue deutsche Biographie, Bd 20, Berlin, 2001, S. 267 f.).
  72. Otto Bernhard Roegele, Bruchsal, wie es war, Karlsruhe 1955, S. 34.
  73. Vgl. zu Adam Kunzelmann: Rüdiger Kutz, Das Staffelsteiner Rathaus – Bauten und Erbauer. In: Staffelstein. Die Geschichte einer fränkischen Stadt, Sonnefeld 1980, S. 127-140.
  74. Seewaldt, Marchini, 1984, Kat. Nr. 36.
  75. StAWü, Schönbornarchiv, Zeilitzheimer Vogteirechnungen 1735/36; Belege, unpaginiert. Zitiert bei Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 93. Schneider schlägt als mögliche Kavalierarchitekten die ebenfalls in Bruchsal beteiligten Freiherren Philipp Christoph von und zu Erthal (1689–1748), Hans Georg von Rotenhan (1675–1746) und Anselm Franz von Ritter zu Groenesteyn (1692–1765) vor (ebda, S. 104).
  76. Seewaldt, Marchini, 1984, S. 94 ff. und Kat. Nr. 36; Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 98.
  77. Seewaldt, Marchini, 1984, S. 9 und Anm. 13; Trux, Marchini, 1999, S. 271–280.
  78. Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 97.
  79. https://sammlungenonline.albertina.at/?query=search=/record/objectnumbersearch=[F/II/16/59&showtype=record]
  80. Vgl. hier als Beispiel: Jean Le Pautre (1618-1682), Italienische Landschaft mit Tempelruine und rastender Gruppe an einem Brunnen, Stecher Jean Le Blond (um 1594-1666) herausgegeben zwischen 1650-1666; Radierung, 139 x 196 mm, Kupferstichkabinett Dresden Inv. Nr. A 84076.
  81. Seewaldt, Marchini, 1984, S. 95 schlägt hierfür Darstellungen antiker Philosophen vor, was sich jedoch nicht verifizieren lässt. Der Hinweis auf ähnliche Büsten an der Wand der Galerie im Palazzo Farnese in Rom, ist zwar berechtigt, jedoch wurden hier tatsächlich männliche und weibliche antike Büsten in die Rundnischen eingestellt, deren Deutung noch aussteht. Vgl. John Rupert Martin, The Farnese Gallery, Princeton 1965, S. 69.
  82. Auf dem Kanonenofen findet sich neben Wellenranken mit geflügelten weiblichen Halbfiguren, die teilweise Fackeln tragen, ein Relief mit Herkules, wie er die kerynitische Hirschkuh tötet. Die Luftlöcher im unteren Bereich sind in Form von Tatzenkreuzen gestaltet.
  83. Seewaldt, Marchini, 1984, S. 95. Siehe ebda, Abb. 30.
  84. Seewaldt, Marchini, 1984, S. 96.
  85. Die korrekte Tingierung war offenbar nicht bekannt. Die Freiherren von Würtzburg führten in Gold das Brustbild eines bärtigen Mannes, schwarz gewandet, mit silbernem Kragenaufschlag, auf dem Kopf eine spitze nach hinten umgebogene schwarze Mütze mit silbernem Aufschlag tragend, an deren Spitze ein roter sechszackiger Stern zu sehen ist. Das hier fehlende Oberwappen wäre zu schwarz-goldenen Decken ein Stoß Pfauenfedern, außen je zwei besonders tingierte umgebogene Straußenfeldern, rechts golden und schwarz, links schwarz und golden. Vgl. Eugen Schöler, J. Siebmacher´s Grosses Wappenbuch Band F, Historische Familienwappen in Franken, Neustadt/Aisch 1982, Taf. 125, Nr. 3.
  86. Vgl. Hefner, Otto Titan von: J. Siebmachers grosses und allgemeines Wappenbuch 2,1: Der Adel des Königreichs Bayern, Nürnberg 1860, S. 21.
  87. Schneider, Zeilitzheim, 1995, S. 102.