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Hann Münden, Residenzschloss Welfenschloss

Aus Deckenmalerei-Lab
Laß, Heiko:Hann. Münden, Residenzschloss "Welfenschloss", in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2025, URL: www.deckenmalerei.eu/233387ec-0901-47bb-a195-99892160a965

Inventarnummer: cbdd10061

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Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Das sogenannte Welfenschloss in Hann. Münden birgt mehrere Wandmalereizyklen aus den Jahren von 1572 bis 1575, daunter eine der frühesten belegbaren Zyklen mit Darstellungen der Schlacht von Lepanto aus dem Jahre 1572. Besser erhalten haben sich zwei Räume mit Heldendarstellungen von 1572–75.

Bauwerk

Kurzbeschreibung und Lage

Das sogenannte Welfenschloss [1] in Hann. Münden steht auf einer mäßigen Erhebung am Südufer der Werra in der Nordostecke der Stadt innerhalb der ehemaligen Stadtmauern. Von der ursprünglichen – nie vollendeten – Anlage sind der Nord- und der Ostflügel erhalten. Die Architektur gilt als ein frühes Beispiel der sogenannten 'Weserrenaissance'.

Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte

Das Schloss[2] wurde ab 1501 für Herzog Erich I. zu Braunschweig und Lüneburg erbaut. Von einer Vorgängeranlage ist auszugehen, auch wenn zu dieser keine konkreten Befunde vorliegen. Das Schloss wurde durch einen Brand 1561 weitgehend zerstört und für Herzog Erich II. zu Braunschweig und Lüneburg ab 1571 neu errichtet. Im Nordosten blieben größere Gebäudeteile wie die Schlosskapelle und die unteren Geschosse des Nordflügels erhalten. Der Wiederaufbau erfolgte in zwei Abschnitten als Residenzschloss für das Fürstentum Göttingen bzw. Calenberg und integrierte die erhaltenen Reste. Von der konzipierten Vierflügelanlage — eventuell war auch eine nach Süden offene Dreiflügelanlage geplant — wurden der Nord- und der Ostflügel mit repräsentativen Räumen bis zum Tode des Bauherrn 1584 erbaut. Der Westflügel kam über den Ansatz mit einem Treppenhaus nicht hinaus. Im Süden entstand zu unbekannter Zeit nur ein niedrigerer Fachwerkflügel. Bereits 1584 verlor das Schloss seinen Status als Residenz und erlitt im Dreißigjährigen Krieg 1626 vor allem im Innern schwere Beschädigungen. 1735–41 erfolgte der Umbau zu einer Kaserne. Nach Zerstörungen im Siebenjährigen Krieg 1757 wurden 1765 Kornmagazine im Schloss eingerichtet und der Ostflügel Ende des 18. Jahrhunderts in Teilen neu aufgeführt. Der Südflügel fiel 1849 einem Schadensfeuer zum Opfer. 1861 zogen Behörden in das Schloss und bereits Ende des Jahrhunderts erfolgten erste Restaurierungen. Diese sind aus heutiger Sicht als unsachgemäß zu bezeichnen und führten oft zu einer kompletten Übermalung des Bestandes und freien Ergänzung des Verlustes. Vor allem in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts erfolgte eine erneute Restaurierung, in deren Verlauf auch die Arbeiten der Jahrhundertwende teilweise rückgängig gemacht wurden.[3] Am Außenbau kam es zu Rekonstruktionen verlorener Bauteile und eine Farbfassung, die nach Befunden vom Innenhof auf den gesamten Bau übertragen wurde.

Auftraggeber

Herzog Erich II.[4] war Katholik in einem lutherischen Land. Unter der Vormundschaftsregierung seiner Mutter Elisabeth war die Reformation eingeführt worden. Er versuchte nach seiner Konversion 1547, das Augsburger Interim einzuführen. Erich II. war in zwei kinderlosen Ehen verheiratet. Bereits 1545 heiratete er Sidonie von Sachsen. Die Ehe verlief unglücklich und Erich wandte sich Katharina von Weldam zu, von der er zwei (wohl untergeschobene) Kinder anerkannte. Diese erklärte Philipp II. von Spanien 1576 für ehelich und legitim in seinen Ländern. Erich II. lebte mit Katharina seit 1563 zusammen. Seinem Sohn Wilhelm kaufte er drei Orte in Italien, seine Tochter Katharine verheiratete er 1580 an Andrea Doria Galeano aus Genua. Nach dem Tod von Sidonie heiratete Erich II. Dorothea von Lothringen.

Erich II. war selten in seinem Fürstentum, da er als Söldnerführer — meist in spanischen Diensten — fast ständig unterwegs war, vor allem in den Niederlande, Frankreich, Spanien und Italien. Er besaß daher auch zahlreiche Besitzungen im Ausland, mit denen er bezahlt worden war. 1573 wurde Erich von Philipp II. in den Orden vom Goldenen Vlies aufgenommen.

Architekten, Künstler und Handwerker

Erich II. hat 1572 nachweislich Bauleute, Bildhauer und Maler aus den Niederlanden an seinen Hof berufen. Die Annahme, dass diese zumindest teilweise auch für Bau und Ausstattung des Schluss zuständig waren, scheint erlaubt.[5]

Baubeschreibung

Die erhaltenen Nord- und Ostflügel des Welfenschlosses in Hann. Müden sind gemeinsam als Hauptgebäude anzusprechen.[6] Soweit es die Quellen erkennen lassen, gab es in Münden keine Gebäudehierarchie, sondern eine Geschosshierarchie mit einer ausdifferenzierten Nutzung. Die beiden viergeschossigen Flügel stoßen in annähernd rechtem Winkel aufeinander. Der Nordflügel hat eine Länge von rund 95 Metern und ist ca. 15 Meter tief, der Ostflügel ist etwa 55 Meter lang und rund 12 Meter tief. Die Traufhöhe der Gebäude liegt bei ungefähr 19 Metern, die Firsthöhe bei rund 12 Metern.

Die hohen Sattel- bzw. Walmdächer werden zur Feldseite von Zwerchhäusern durchbrochen. An der westlichen Schmalseite des Nordflügels schließt der Wandaufriss mit einem 1565 vollendeten Schweifgiebel, der mit Tugendfiguren geschmückt ist. Die regelmäßige Anordnung der Kreuzstockfenster wird lediglich von den Fenstern der Kapelle im Nordflügel sowie einen schlanken Erker in Form eines Chörleins im dritten und vierten Obergeschoss vor der letzten östlichen Fensterachse des Nordflügels unterbrochen. Vor den Hoffassaden befanden sich ursprünglich offene Arkaden zur Erschließung der Räume in den Flügeln. Während in der Nordwestecke des Hofes ein Wendelstein die vertikale Verbindung herstellt, befindet sich in der Südwestecke ein zweiläufiges Treppenhaus mit Wendepodest. Treppenhaus und Wendelstein waren aufgrund der Galerien in die Wandfluchten integriert.

Die Wirtschaftsräume waren im Erdgeschoss gelegen, über diesen befanden sich Wohnräume und im dritten Geschoss lagen unter anderem mehrere große Säle bzw. waren dort konzipiert. Die aus dem Vorgängerbau übernommene Kapelle reicht über zwei Geschosse. Im Nordflügel gab es zwei Raumgruppen mit Wohnnutzung, die offenbar mindestens aus einem Repräsentationsraum und einem kaminbeheiztem Schlafraum bestanden. Hinzu kamen ein bis zwei Nebenkammern. Östlich dieser Räume befanden sich die landesherrlichen Gemächer in direkter Nachbarschaft zur Schlosskapelle. Die Räume an den Ecken des Nordflügels nahmen im zweiten Obergeschoss repräsentative Zimmer auf: das sogenannte „Schiffgemach“ im Westen und im Anschluss an die Kapelle im Osten das sogenannte „Gemach zum Weißen Ross“ – die ehemalige Ratsstube. Fast der ganze Ostflügel vor der Ratsstube wurde von einem großen Saal eingenommen. Fast das gesamte dritte Obergeschoss war für den „Langen Saal“ reserviert. Dieser sollte bis in das Dachgeschoss hinaufreichen, blieb jedoch unvollendet. Im Ostteil des Flügels über der Kapelle befand sich das so genannte „Eingelegte Gemach“, daran anschließend an der Ostecke über der Ratsstube ein „Sommergemach“, das so genannte „Römergemach“. Die Namen der Räume sind nicht alle zeitgenössisch, sondern tauchen in den Inventaren erst um 1700 auf.[7]

Die Innenausstattung des Schlosses[8] war teilweise äußerst erlesen. Aus der Zeit vor dem Brand haben sich in einigen Räumen Reste von Groteskenmalerei erhalten.[9] So gab es im ersten Obergeschoss des Nordflügels Darstellungen von Pflanzen, Tieren und Fabelwesen in einer „flächenfüllenden und verschnörkelten Ornamentik“, die „spielerisch miteinander“ verbunden waren. Es handelte sich überwiegend um Grisaillemalerei. Die Ausstattung nach dem Brand war von teilweise erlesener Qualität, hat sich jedoch kaum erhalten. Im Bereich der Appartements besaßen sogar die Galerien Gipsestrich, während die Laufgänge, Säle und Gemächer des Ostflügels lediglich Dielenböden erhielten. In den Appartements waren die Estrichböden zudem mit farbigen Ornamenten verziert. Ferner erhielten die Repräsentationsräume der Wohnappartements Öfen. Die Gestalt der ehemaligen Stuckdecken ist unbekannt. Einige Räume waren komplett ausgemalt.[10] Zur beweglichen Ausstattung gehörten u. a. Alabastermöbel.[11] Aufgrund ihres Erhaltungszustandes besonders bedeutend sind zwei übereinandergelegene Zimmer an der Nordostecke des Schlosses: Das sogenannte Gemach zum Weißen Ross und das so genannte Römergemach.[12] In beiden Gemächern werden in gemalter Scheinarchitektur monochrom gehaltene ganzfigurige Personen gezeigt, die an Statuen erinnern sollen, sowie polychrome Darstellungen in Kartuschen. Die Wände imitieren Marmor. Im Gemach zum Weißen Ross werden Helden des Alten Testaments präsentiert, im Römergemach sind es moralische Vorbilder des klassischen Altertums. Die Personen sind jeweils beschriftet. Teilweise lassen sich für die Gestaltung niederländische Ornamentstichvorlagen nachweisen. Die Ausmalung ist in der Zeit für die Region einzigartig. Sie stellt zudem zwei der bedeutendsten erhaltenen profanen Gemäldezyklen Deutschlands aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts dar. Die mit Hann. Münden ehemals vergleichbaren Prunkräume auf Burg Trausnitz von 1575-80 sind heute verloren.

Schrift- und Bildquellen

Aus der Frühen Neuzeit haben sich lediglich wenige Außenansichten und aus dem 18. Jahrhundert auch Planmaterial erhalten. Ergiebig ist das Archivmaterial und für die größtenteils verlorene Ausstattung sehr aufschlussreich sind hier vor allem mehrere Inventare, die Streetz 1996[13] gründlichst ausgewertet hat.

Forschungsstand

Die Bau- und Ausstattungsgeschichte des Welfenschlosses kann seit der Dissertation von Streetz 1996[13] als geklärt gelten. Unbekannt ist lediglich die Baugeschichte der mittelalterlichen Vorgängeranlage.

Gelbes Gemach

Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte

Das Gelbe Gemach[14] (N-I-7) im Welfenschloss von Hann. Münden ist nur aufgrund der schriftlichen Überlieferung bekannt. Es lag im ersten Obergeschoss des Nordflügels und hat sich nicht erhalten. Der repräsentative Raum verfügte über einen Ofen mit der Jahreszahl 1577 und dem Wappen Erichs II. sowie seiner zweiten Gemahlin Dorothea von Lothringen und verschiedene Malereien. Es könnte sein, dass der Raum zusammen mit drei weiteren zu einem fürstlichen Gemach gehörte. Im Westen schloss sich ein Schlafzimmer (N-I-6) mit einer Abortkammer (N-I-5) an, im Osten ein Raum, von dem auch der Ofen im Gelben Gemach befeuert wurde und der als Vorzimmer, aber auch als Saal bezeichnet wird. Auf diesen folgte die Kapelle (N-I-9).[15]

Beschreibung

An der Balkendecke gab es ein Feld mit dem Schriftzug „E·H·Z·B·V·L“ (Erich Herzog zu Braunschweig und Lüneburg) sowie das braunschweigische und lothringische Wappen. Bei jedem Wappen befand sich ein vergoldeter Stern auf rotem Grund. Die Wände nahmen teilweise figürliche Darstellungen auf: Über der Eingangstür erblickte man Kaiser Karl d. Gr. mit einem Zepter, über der Tür zum westlich angrenzenden Gemach Judas Makkabeus mit der Inschrift „JUDAS MACCABEUS“ und über der dritten Tür zum „Gelben Vorgemach“ Herzog Gottfried von Boullion mit der Inschrift „GOTHOFREDUS BULLONIUS“. Ihm gegenüber wurde Alexander d. Gr. präsentiert mit der Inschrift „ALEXANDER MAGNUS“. Diese Angaben entstammen einem Schlossinventar von 1699.[16]

Das Figurenprogramm der Wand präsentierte damit Vertreter der typologischen Dreiergruppe der neun Guten Helden[17] aus der heidnischen Antike (Alexander d. Gr.), dem Alten Testament (Judas Makkabäus) sowie des christlichen Abendlandes (Karl d. Gr., Gottfried von Bouillon).

Fürstengemach

Beschreibung

Für das so genannte Welfenschloss in Hann. Münden kann anhand von Inventaren für die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts in der Westhälfte des Nordflügels ein Gast- oder ein Prunkgemach rekonstruiert werden. Diese Arbeit hat Michael Streetz 1996 weitgehend geleistet.[18] Das Gemacht bestand gemäß eines Inventares von 1575 aus einem „eingelegten Gemacht“, (N-II-2) einer „Schlafkammer“ sowie einem „vermalten Gemach.“ (N-II-3).[19] Für das eingelegte Gemach, das wohl vertäfelt war, lassen sich Alabastermöbel und Stammbaum nachweisen.[10] Das vermalte Gemach dürfte eine Wandmalerei besessen haben, die aber unbekannt ist.

Schiffgemach

Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte

Die Ausstattung des Schiffgemachs[20] (N-II-1) im ersten Obergeschoss an der Nordwestecke des Nordflügels im Welfenschloss von Hann. Münden ist nur noch in Ansätzen erhalten. Vermutlich handelte es sich um ein Tafelgemach oder eine Trinkstube. Der Raum wurde durch ein Vorzimmer erreicht. Ein kleiner gefangener Raum schloss sich nach Süden an. Die Möblierung des Raumes war grün, woher er auch den Namen „Grünes Gemach“ hatte. Der Name „Schiffgemach“ bezieht sich auf einen Gemäldezyklus an der Wand, der die Schlacht von Lepanto 1571 vorstellt und in geringen Resten erhalten ist. Nicht erhalten hat sich ein Ofen mit drei Aufsätzen, der die Wappen von Herzog Erich II. und seiner Frau Dorothea von Lothringen sowie die Jahreszahl 1577 trug.

Das Schiffgemach[21] ist für Herzog Erich II. 1572–1573 von einem unbekannten Künstler ausgestattet worden. Der Raum ist 1699 in einem Inventar erstmalig beschrieben worden. Damals war er vermutlich noch in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten. Später wurde er verändert und erhielt eine neue Decke sowie eine neue Ostwand. Wahrscheinlich wurden 1735/41 (oder erst Ende des 19. Jahrhunderts?) die Wandgemälde mit einer Putzschicht überzogen. Vermutlich wurden erste Malereifragmente 1881 freigelegt und anschließend — wohl zur Verbesserung des Gesamteindrucks — vollständig übermalt. Eine Freilegung aller Reste erfolgte erst 1977. 1899 brachte man einen Text an, der die ehemaligen Bildunterschriften gemäß des Schlossinventars von 1699 zeilen- und buchstabengetreu wiedergab. Der Raum wurde 1983 restauriert, Ergänzungen wurden rückgängig gemacht und das Schiffgemach anschließend als Veranstaltungsraum eingerichtet.[22]

Die ursprüngliche Wandmalerei[23] ist auf einen Gipsputz aufgetragen. Es lassen sich zwei übereinanderliegende Farbschichten nachweisen: unten Blei-Zinn-Gelb mit geringem Zusatz von Azurit und Smalte (es handelt sich wohl um Ei-Öl-Tempera oder Kasein-Öl-Tempera), oben eine graue Schicht Eisenoxid (Bindemittel wie die untere Schicht).

Beschreibung

Vom ursprünglichen Raum[24] sind noch die West-, die Nord- und die Südwand erhalten. Die Unterkante der Originaldecke war 35 Zentimeter über der Unterkante der heutigen Decke. An den erhaltenen Wänden gibt es geringe Malereireste. Aufgrund historischer Beschreibungen ist das ursprüngliche Aussehen des Raumes jedoch ein wenig bekannt. Seine Malerei wird erstmals 1680 genannt und in einem Inventar von 1699[25] werden auch die Inschriften an den Wänden wiedergegeben. Der Fußboden hatte einen Gipsestrich, auf dem 48 Sterne waren („Gypsboden und 48 Sternen“). Die Decke war stuckiert und mit großen Bildern bzw. Gemälden bemalt („Decke mit Stuck und vollkommen großen Bildern und Gemählden überall verziehret“). Ihr Inhalt ist nicht überliefert. Die Wände präsentierten verschiedene Szenen der Schlacht von Lepanto, in der die Verbündeten der Heiligen Liga, also die Spanier, Genuesen, Venezianer und der Papst, aber auch Malteser, am 7. Oktober 1571 die osmanische Flotte besiegt hatten. Längere Inschriften unter den Bildern schilderten die Schlacht auch im Text. Diese sind im Inventar von 1699 genannt und als durchlaufender Text geschrieben. Dieser Text folgte nicht immer der Chronologie des Schlachtverlaufs. Daher liegt die Vermutung nahe, dass hier alle Texte zu allen Bildern aufgeführt sind und nicht kenntlich gemacht wurde, wo eine neue Texttafel begann. Da sich Schriftreste nicht erhalten haben, ist eine Rekonstruktion unmöglich. Auch die Malereireste erlauben keine Zuordnung. Wehking hat den Text des Inventars in einzelne Abschnitte unterteilt, die einzelnen möglichen Szenen zugeordnet werden können.[26]

UTRAQUE AD PRAELIUM IN ACIES ORDINATUR (Beide Seiten stellen sich in Schlachtordnung auf.).

IBIDEM STATIM TURCARUM SINUM EGRESSA ORDINE PROGREDITUR CON FAEDERATA CLASSIS (Ebendort rückt sogleich die Flotte der Verbündeten [der Heiligen Liga] in Schlachtordnung vor, nachdem sie den türkischen Meerbusen verlassen hat).

SICILIAM REDEUNT, TUTO DUCE (Sie kehren unter sicherer Führung nach Sizilien zurück).

DON JOAN DE AUSTRIA CUM CORTERIS INDE CORCYRE REMANET (Don Juan d’Austria bleibt darauf mit den übrigen auf Korfu).

VENETA REVERSA DUCIT VICTRIX GLORIOSA CAPTAS TRIREMES (Die Venezianische [Flotte] kehrt als ruhmreiche Siegerin zurück und führt die erbeuteten dreirudrigen Galeeren mit sich).

VICTRIUM VEXAT. INGRUENS TEMPESTAS (Ein hereinbrechendes Unwetter überfällt die Siegerin).

SUBDUCTUS CONSTANTIONOPOLIM REPETIT (Der entkommene [Teil der türkischen Flotte] kehrt nach Konstantinopel zurück).

ANNO DNI 1571 NONO OCT. CIRCA MERIDIEM DIMICANT CHRISTIANI ET VINCUNT (Im Jahr des Herrn 1571 am 9. Oktober um die Mittagszeit kämpfen die Christen und siegen).

OCCHAI S SUBDUCIT EX ACIE (Occhai [=Uluch Ali, der Befehlshaber des südlichen Flügels der osmanischen Flotte] entfernt sich vom Schlachtfeld).

Sollte diese Aufteilung zutreffend sein — und es spricht nichts dagegen —, hätte es im Schiffgemach einem Gemäldezyklus von neun Einzelszenen gegeben.

Größere Malereireste befinden sich vor allem an der Südwand, wo man noch erahnen kann, wie der Raumeindruck einst gewesen ist. Unter der Decke, links neben der Tür und ganz links gibt es noch größere zusammenhängende Malereiflächen. Man erkennt einzelne Schiffe, die in Anordnung und Gestalt den Darstellungen der Flugblätter und Grafiken folgen, die direkt nach der Schlacht in große Fülle über mehrere Jahre hinweg Verbreitung fanden.[27] Zahlreiche Galeeren werden in Seitenansicht präsentiert. Deutlich kenntlich gemacht sind die einzelnen Flaggen, etwa die Genuas und der Malteser. Bedeutend kleiner ist der Malereirest an der Nordwand, an der Westwand sind nur noch geringste Reste vorhanden.

Das Programm des Schiffgemachs und sein Auftraggeber

Es ist gut möglich, dass das Bildprogramm ehemals noch umfangreicher war und die überlieferten Beschriftungen nicht vollständig sind. Wehking[28] hat zu Recht darauf hingewiesen, wie unwahrscheinlich es ist, dass eine der zentralen Szenen der Schlacht wie die Tötung des osmanischen Oberbefehlshaber Ali Paschas nicht gezeigt wurde, die Flucht Uluch Alis aber sehr wohl. Vielleicht war 1699 (nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges) auch bereits ein Teil der Wandmalerei oder zumindest der Beschriftungen zerstört und konnte daher nicht inventarisiert werden.

Die Seeschlacht von Lepanto ist von den Zeitgenossen sofort propagandistisch instrumentalisiert und medial verbreitet worden. Sie galt — entgegen den historischen Tatsachen —als der entscheidende Sieg der Christenheit über die muslimischen Türken, deren Vorherrschaft auf dem Meere "endlich" gebrochen war. Herzog Erich II. teilte diese Sichtweise nachweislich, wie aus einem Brief von 1572 hervorgeht.[28] Schnell wurde die Schlacht bei Lepanto aber nicht nur als Sieg der Christen über die Muslime interpretiert, sondern als Sieg der Katholiken über die Ungläubigen und konnte damit auch gegen die Protestanten eingesetzt werden. Das bedeutete auf das Welfenschloss bezogen, dass man vom Schiffgemach, das den Sieg der katholischen Sache feierte, auf die lutherische Residenzstadt blickte. Man erkannte in der gewonnen Schlacht ein Gottesurteil zugunsten des katholischen Glaubens.[29]

Bei Herzog Erich II. dürfte zum einen die Sache des katholischen Glaubens im Vordergrund gestanden haben, hoffte er doch, die Protestanten würden wie die Moslems den Katholiken unterliegen. Er war jedoch auch einigen der Protagonisten persönlich verbunden[30] und mit dem Befehlshaber der Genueser Flotte — Goivanni Andrea Doria — befreundet.[31] Die Genueser Flotte nahm an der Schlacht teil und ist auf den Gemälden im Schiffgemach zu identifizieren. Auch an den Spanischen Hof hatte Erich II. enge Verbindungen.[32] Hinzu kam ein familiäres Interesse an dem Sujet. Erich II. hatte keine ehelichen Kinder und erhoffte doch auch für seine unehelichen eine ruhmreiche Zukunft. Don Juan d’Austria war nun als natürlicher Sohn Kaiser Karls V. ein positives Beispiel, wie weit man dennoch in der Hierarchie der adeligen Welt aufsteigen konnte. Zuletzt erklärte Philipp II. von Spanien Erichs II. Sohn in den Landen seiner Herrschaft 1576 für ehelich und legitim. Zur Familie Doria sollte das familiäre Verhältnis noch enger werden, verheirate Erich II. seine Tochter Katharina doch 1580 mit Andrea Doria Galeano.[33]

Die einzigartige Stellung der Wandmalerei des Schiffsgemachs in Europa

Das Bildprogramm des Schiffgemachs ist spektakulär. Nur ein Jahr nach der Schlacht begonnen ist es eines der frühesten und mit 12 Szenen das umfangreichste seiner Zeit. Die Wandmalerei des Schiffgemachs ist aufgrund von Zeitstellung, Thematik und Umfang nördlich der Alpen einzigartig.[34] Lediglich der Papst und die Republik Venedig agierten ähnlich schnell mit der Beauftragung eines oder auch mehrerer verherrlichender Gemälde. So ist es möglich, dass Erich II. die Anregung zur Ausstattung in Hann. Münden der eines Saales vom Dogenpalast in Venedig übernahm, wo eine 1572 von Tintoretto vollendete Darstellung der Schlacht von Lepanto präsentiert wurde (sie ist bereits 1577 bei einem Brand zerstört worden). Bereits Ende 1571 hatte auch Papst Pius V. drei Szenen für die Sala Regia im Vatikan vorgesehen, von denen dann aber nur zwei ausgeführt wurden. Die Doria ließen in ihrem Stadtpalast erst 1580 die Schlacht im Bild darstellen — allerdings auf kostbaren Tapisserien.[35]

Vorzimmer zum Gemach zum Weißen Ross

Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte

Der Vorraum zum Gemach zum Weißen Ross[36] war ein großer Saal im Ostflügel (O-II-1), der direkt vom Treppenturm aus betreten wurde. Heute ist hier nur noch ein schmaler Vorraum vorhanden. Die Portalgewände des Vorraums sind im Rahmen von Umbauarbeiten der 1980er Jahre gedreht worden. Die reicher gestaltete Treppenhausseite zeigt nun in das Innere. So hat man es auch beim Portal zum anschließenden Gemach zum Weißen Ross gehalten.[37] Der Raum hatte einen Dielenboden und eine Holzdecke mit Vergoldungen. Sowohl die Decke als auch die Konsolsteine waren mit vergoldeten Knöpfen geziert; der Bereich vor dem Gemach zum Weißen Ross zeigt heute eine Rekonstruktionsfassung des 19. Jahrhunderts.[38] Der Saal hatte keine nachweisbare gegenständliche Malereifassung, und seine Wände nahmen wohl Teppiche auf. Jedoch hat sich über dem Eingangsportal zum Gemach zum Weißen Ross eine bemerkenswerte Wandmalerei erhalten. Die Allegorien von Gloria und Caritas halten das braunschweig-lüneburgische sowie das lothringische Wappen, also das Wappen des Bauherrn Herzogs Erich II. und das seiner Gemahlin Dorothea von Lothringen. Die Malerei wird in die siebziger Jahre des 16. Jahrhunderts datiert, da das Paar 1575 heiratete.[39]

Die Wandmalerei des Vorzimmers

Beschreibung und Ikonographie

Über dem Eingang zum Gemach zum Weißen Ross sind zwei Allegorien an die Wand gemalt, die als Wappenhalte dienen.[40] Es handelt sich links um Gloria und rechts um Caritas. Gloria trägt ein rotes Cape und wird von einem Hund begleitet. In ihrer Rechten hält sie das Wappen des Bauherrn, Herzogs Erich II. zu Braunschweig und Lüneburg. Mit ihren Linken einen Lorbeerkranz über das Wappen. Sie blickt über die Schulter zu Caritas. Ihr sind zwei Kinder zugeordnet, von denen sie eines auf dem rechten Arm trägt. Das andere nestelt an ihrem Kleidersaum. Auf ihrem Haupt trägt sie ein Nest mit zwei Vögel. Mit ihrer Linken hält sie das Wappen der zweiten Gemahlin Herzogs Erich II., Dorothea von Lothringen. Die Ikonografie der Allegorien weicht von der durch Cesare Ripa etablierten ab. Die Malerei wird in die zweite Hälfte der siebziger Jahre des 16. Jahrhunderts datiert, da das Herzogspaar 1575 heiratete. Die Malerei ist vermutlich in Tempera ausgeführt — heute (2016) ist aber fast nur noch die Untermalung vorhanden.[41]

Gemach zum Weißen Ross

Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte

Das Gemach zum Weißen Ross[42] ist nach dem Brand 1561 weitgehend neu erbaut worden. Es sind aber wohl alte Mauerteile wiederverwendet worden und auch der Erker an der Nordseite bestand bereits vor 1560. Der Raum wurde 1572/74 ausgemalt und erlebte im späten 19. und dann erneut in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts umfassende Restaurierungen, die vor allem die Malerei betrafen.[43] Der Raum diente ursprünglich als Ratsstube.[44]

Beschreibung

Das Gemach zum Weißen Ross[45] liegt im zweiten Obergeschoss an der Nordostecke des Welfenschlosses. Es wird durch eine Tür an der Südseite betreten. Im 18. und 19. Jahrhundert gab es auch eine Tür an der Westseite, deren Öffnung aber heute wieder geschlossen ist. An der Nordseite erhält der Raum Licht durch einen Erker, der vom zweiten bis in das dritte Geschoss reicht. Die steinernen Sitzbänke haben eine Höhe von 60 Zentimetern.[46] Im Osten befinden sich zwei Kreuzstockfenster in einer gemeinsamen Fensternische – von einem Mittelpfeiler getrennt. Gegenüber ist ein Kamin mit hoher Kaminschürze. Der gegenwärtige Kamin stammt aus dem angrenzenden Raum des Ostflügels.[47]

Wandmalerei im Gemach zum Weißen Ross

Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Die Malerei im Gemach zum Weißen Ross ist überwiegend nach dem Brand 1561 geschaffen worden. Der Raum bestand jedoch bereits vor dem Brand, wie auch der Erker an der Nordseite. Es haben sich auch geringe Reste der vor 1561 geschaffenen Malerei erhalten, die in einigen Sichtfenstern präsentiert werden.[48] Die gegenwärtige Malerei ist vermutlich von niederländischen Künstlern um 1572/74 geschaffen worden. Die Arbeiten im Schloss setzten nach einer Unterbrechung zu Beginn des Jahres 1571 wieder ein. Ein inventarähnliches Verzeichnis erwähnt die Malerei 1575 zur Charakterisierung des Raums. So ergibt sich die Datierung.[49]

Die Künstler haben die Umrisse der Figuren und der Scheinarchitektur mit Rötel auf den Untergrund vorgezeichnet. Als Bindemittel verwendeten sie ölhaltige Tempera (Kasein und Öle und Harze).[50]

Zu einem unbekannten späteren Zeitpunkt wurde die Wandmalerei wie in allen Räumen übermalt. Aufgrund eines Inventars von 1699 erhielt man Ende des 19. Jahrhundert Kenntnis von ihr und legte sie 1892 wieder frei. Es folgte eine erste Restaurierung.[51] Die Arbeiten wurden von dem „Kasseler Geschichtsmaler Professor Knackfuß“ (wohl Hermann Joseph Wilhelm Knackfuß) ausgeführt. Zur Seite standen ihm sein Schüler Wagner sowie zwei Gehilfen. Faktisch kam es zu großflächigen Ergänzungen und einer kompletten Überfassung der alten Malerei.

Die aus heutiger Sicht unsachgemäße Ausführung der Arbeiten machte ab 1964 eine erneute Restaurierung notwendig.[52] Es wurden alle Übermalungen und Ergänzungen entfernt. Damals entdeckte man auch die Reste der Fassung vor 1561. Ergänzungen links neben dem Kamin, wo im 18. und 19. Jahrhundert ein Türdurchbruch war, konnten jedoch auch jetzt nicht vermieden werden. Die Deckenmalerei mit aufschablonierten Mauresken richtet sich nach originalen Mustern.

Beschreibung und Ikonographie

Die Wände des Gemachs zum Weißen Ross sind komplett ausgemalt.[53] Es werden verschiedene Marmor- und Steinarten imitiert. Eine antikisierende Scheinarchitektur mit ionischen Vollsäulen, die ein Gebälk mit Triglyphen tragen, gliedert die Wandflächen. Sie zieht sich um den ganzen Raum. Eine Ausnahme stellt das Eingangsportal dar, das mit einem Dreiecksgiebel bekrönt wird, der von gekuppelten kannelierten Pilastern getragen wird. Hier fehlen die Triglyphen. Die Postamente der Säulen stehen auf einem durchgehenden Band, das sich in seiner Höhe an der realen Steinbank im Erker orientiert und diese quasi malerisch fortsetzt (auch wenn der Erker heute keine Ausmalung mehr zeigt). Die Postamente tragen mit Ausnahme der Pilaster am Eingang Masken mit einem Ring durch das Maul — sie gleichen Bärenköpfen mit menschlichen Zügen. Unterhalb der Säulenpostamente befinden sich quadratische Sockel mit runder Füllung — am Eingang sind es Diamantquader. Die Spiegel dazwischen sind in kräftigem rotorange marmoriert. Das obere Drittel der Wand ist freigelassen. Dort erblickt man eine bläuliche Marmorierung.

Zwischen den Säulen befinden sich Rundbogennischen oder Bogenfelder. Diese sind durch Argraffen mit dem Gebälk verbunden. Über der Verklammerung ist jeweils eine Triglyphe. In den Nischen stehen ganzfigurige Skulpturen von Männern in ocker-goldenen Farbtönen. In den Arkadenbögen sind reiche Schlagwerkkartuschen auf blau hinterlegten Feldern angebracht. Sie präsentieren kleinformatige Brustbilder von sitzenden Frauen. Immer ist über dem Gebälk in querovalen Rollwerkkartuschen ein Namensschild angebracht. Es handelt sich bei den Dargestellten um biblische Helden. Eine Ausnahme stellen die Darstellungen in der Türleibung dar.

Die sieben männlichen Helden entstammen dem Alten Testament und sind mit ausladenden Gesten dargestellt, die die Nischen überschneiden. Es handelt sich um Judas Makkabaeus, Abraham, Josua, Kaleb, Gideon, David und Samson. Die Frauen in den Kartuschen sind die großen Heldinnen des Alten Testaments: Abigail, Judith und Esther. Es soll sich offensichtlich nicht um Statuen wie bei den Männern, sondern um Gemälde handeln, denn sie sind in natürlichen Farben gehalten. Ihre Platzierung ist beiderseits des Kamins an der Westseite sowie ihm gegenüber. Der Kamin präsentiert ein weißes Ross auf rotem Grund. Dieses gilt als Wappen des alten sächsischen Stammlandes und hat dem Raum den Namen gegeben. Es handelt sich aber weder um das Wappen der Welfen noch um eines der damals von Welfen regierten Fürstentümer.

Bezug auf den regierenden Fürsten nehmen aber die Wappen über dem Ausgang.[54] Auf der Giebelspitze befindet sich ein bekröntes braunschweig-lüneburgisches Wappen. Rechts und links stehen zwei bislang nicht bestimmte Wappen. Es handelt sich um das der niederländischen Baronie von Liesveld (links) sowie der niederländischen Herrschaft Wörden (rechts), die Erich II. beide innehatte. Im Giebelfeld selbst erblickt man ein weiteres bekröntes Wappen, das drei goldene Lilien auf blauem Grund zeigt. Es steht für die Grafschaft Clermont, die Erich II. ebenfalls besaß.

In der Laibung des Ausgangs sind in wesentlich kleineren Wandnischen als im Raum ein "Wilder Mann" rechts und ein Narren links gemalt. Sie sind im Gegensatz zu den biblischen Gestalten als zeitgenössische Figuren gedacht und in natürlicher Farbigkeit dargestellt. Inhaltlich stehen sie im Gegensatz zu den anderen Darstellungen, da sie keine Vorbilder sind, sondern vielmehr für Laster, Amoralität, Gesetzlosigkeit oder auch Unbelehrbarkeit stehen.

Vorlagen und Vergleiche

Bislang konnten keine Vorlagen für die Darstellungen im Gemach zum Weißen Ross gefunden werden. Da die Malerei im ein Geschoss höhergelegenen Römergemach aber nach Vorlagen erfolgte, ist davon auszugehen, dass auch für die Darstellungen im Gemach zum Weißen Ross Vorlagen genutzt wurden.[55]

Programm

Das Programm[56] des Raumes bezieht sich auf seine ursprüngliche Funktion als Ratsstube. Die Helden des Alten Testamentes stellen positive Vorbilder dar. Es geht um Personen beiderlei Geschlechts, die sich durch Klugheit und List, aber auch Mut und kriegerische Kraft in den Dienst von Glauben, Familie und Staat gestellt haben. Sie stehen damit für die Gerechtigkeit Gottes. Die Figuren von "Wildem Mann" und Narr am Ausgang des Römergemachs ermahnen die Räte, nicht den Lastern, der Dummheit oder gar Gesetzlosigkeit zu verfallen. Anstatt dem Naturtrieb zu folgen, sollen sie dem Verstand verpflichtet bleiben.

Esther

Beschreibung und Ikonographie

An der Westwand im Gemach zum Weißen Ross befindet sich links neben dem zentralen Kamin eine Darstellung der Esther.[57] Das polychrome Gemälde wird in einer üppigen Rollwerkkartusche präsentiert. Die bekrönte Esther scheint zu sitzen. Sie blickt nach links. Im Hintergrund sieht man, wie der verräterische Haman gehenkt wird. Über dem abschließenden Fries trägt eine Rollwerkkartusche die Inschrift: „HESTER .“

Judith

Beschreibung und Ikonographie

An der Westwand des Gemachs zum Weißen Ross befindet sich rechts des zentralen Kamins eine Darstellung der Judith.[57] Die polychrome Malerei wird in einer üppigen Rollwerkkartusche präsentiert. Über dem abschließenden Gebälk steht in einer weiteren Rollwerkkartusche „IVDITH .“ geschrieben. Judith blickt auf das abgeschlagene Haupt des Holofernes, das sie vor sich in der linken Hand emporhält. In ihrer Rechten trägt sie das Schwert, mit dem sie ihn enthauptet hat.

Judas Makkabaeus

Beschreibung und Ikonographie

An der Südwand des Gemachs zum Weißen Ross befindet sich rechts neben dem zentralen Ausgang in einer Gemalten Nische eine Darstellung des Judas Makkabaeus, der eine Statue vorstellen soll.[57] Die antikisch gerüstete Figur blickt den Betrachter an und hält in ihrer Linken ein Schild, mit der Rechen ein geschultertes Schwert. Die Malerei des Kopfes ist nach Resten ergänzt.[58] Über der Darstellung ist oberhalb des Gebälks eine Kartusche mit dem Schriftzug „I[VDAS]. MACCABE[VS].” angebracht.

Samson

Beschreibung und Ikonographie

An der Südwand im Gemach zum Weißen Ross ist links neben dem zentralen Ausgang in einer Nische die Figur des Samson dargestellt.[57] Eine Kartusche über dem abschließenden Gebälk nimmt den Schriftzug „SAMSVM .“ auf. Samson schreitet gerade von dem erlegten Löwen herab. Er blickt nach links auf den Eselskieferknochen in seiner ausgestreckten Hand, mit dem er die feindlichen Philister erschlug.

Abraham

Beschreibung und Ikonographie

An der Nordwand des Gemachs zum Weißen Ross, links vom Erker, ist in einer Nische Abraham dargestellt.[59] Er hält ein Schild mit Maske in der Linken und ein Schwert in der Rechten. Er scheint aus der Nische heraustreten zu wollen. Zu seinen Füßen erblickt man fünf Kronen, die aneinandergekettet sind. Über dem abschließenden Gebälk befindet sich in einer Kartusche der Schriftzug „ABR[A]HAM .“. Die Darstellung des Abraham im Kontext von biblischen Heldinnen und Helden, die für die Befreiung Israels überwiegend kriegerisch tätig wurden, mag ebenso erstaunen wie die kriegerische Gewandung des Erzvaters. Tatsächlich war aber auch Abraham ein Feldherr. Er befreite seinen Neffen Lot aus der Gefangenschaft mehrerer Könige. Darauf deuten die Kronen hin.

Josua

Beschreibung und Ikonographie

An der Nordwand im Gemach zum Weißen Ross, rechts des Erkers, ist die Gestalt des Josua zu sehen.[57] Eine Kartusche über dem abschließenden Gebälk trägt den Schriftzug „IOSVE .”. Josua scheint von dannen zu schreiten und blickt den Betrachter dabei über die Schulter hinweg an. An seinem rechten Arm trägt er einen Schild, in der linken Hand hält er eine Lanze.

Kaleb

Beschreibung und Ikonographie

An der Ostseite des Gemachs zum Weißen Ross befinden sich zwei Fenster in einer gemeinsamen Nische. In der nördlichen Laibung der Fensternische ist die Figur des Kaleb zu sehen, [57] rechts neben der des Josua an der Nordwand. Kaleb, der Gott immer treu blieb, auch wenn das Volk Israel mehrheitlich vom ihm abfiel, ist als antiker Feldherr mit Umhang, Schwert und Schild dargestellt. Er scheint gerade im Begriff zu sein, die Nische nach vorn zu verlassen, während er nach hinten blickt. Über dem abschließenden Gebälk nennt eine Inschriftenkartusche seinen Namen: „CALEF”.

Gideon

Beschreibung und Ikonographie

An der Ostwand des Gemachs zum Weißen Ross befindet sich eine Fensternische mit zwei Fenstern. Am Mittelpfeiler wird Gideon dargestellt.[57] Er tritt dem Betrachter aus seiner Nische heraus entgegen. In seiner rechten Hand hält er einen Morgenstern. Zusätzlich hat er ein Schwert gegürtet. Mit seiner Linken zeigt er gen Himmel. Sein Helm liegt zu seinen Füßen, ebenso das Vlies, dass ihm Gott als Zeichen gab. Über dem abschließenden Gebälk präsentiert eine Inschriftenkartusche seinen Namen: „GEDEON.”.

David

Beschreibung und Ikonographie

An der Ostwand des Gemachs zum Weißen Ross befindet sich eine Fensternische, die zwei Fenster aufnimmt. An der südlichen Laibunrg der Nische wird David präsentiert.[57] Er ist dem Betrachter frontal zugewandt. Er blickt auf den abgeschlagenen Kopf des Riesen Goliath herab, den er mit seiner Linken auf sein linkes Knies stützt. In seiner Rechten hält er das Schwert, mit dem er das Haupt abgetrennt hat. Über dem Gebälk präsentiert eine Inschriftenkartusche seinen Namen: „DAVID.“.

Abigail

Beschreibung und Ikonographie

An der Ostwand des Gemachs zum Weißen Ross, rechts neben der Fensternische, präsentiert eine große üppige Rollwerkkartusche ein kleines Gemälde von Abigail. [57] Sie scheint zu sitzen und blickt zum Betrachter. Ihre linke Hand hat sie mit mahnendem Zeigefinger erhoben. Über dem abschließenden Gebälk präsentiert eine Inschriftenkartusche ihren Namen: „ABIGAEL.“.

Sachsenross

Beschreibung und Ikonographie

Vor der Westwand des Gemachs zum Weißen Ross steht in der Mitte ein Kamin.[60] Auf der Kaminschürze halten zwei Löwen ein Schriftband, das verlauten lässt: „INVITVS MOREENS, 1562, CVR MOREEOR“ (Warum werde ich gebissen, 1562, da ich doch nur wieder Willen beiße?). Die Löwen sind goldfarben angelegt und beziehen sich vermutlich auf das braunschweig-lüneburgische Wappen. Die Jahreszahl 1562, die wohl eine Datierung sein soll, hat keinen Bezug zur Ausstattung des Raumes. Unter dem Band zwischen den Löwen ist auf einem Postament ein Schild mit dem steigenden Sachsenross zu sehen. Es hat ein goldenes Zaumzeug. Das steigende weiße Pferd auf rotem Grund gilt als Wappen des alten sächsischen Stammlandes und hat dem Raum den Namen gegeben. Es handelt sich aber weder um das Wappen der Welfen noch um eines der damals von Welfen regierten Fürstentümer. Die heutige Malerei ist das Ergebnis von Restaurierungen des 19. und 20. Jahrhunderts. Der gegenwärtige Kamin stammt ursprünglich aus dem angrenzenden Raum des Ostflügels. Der Rest der ehemaligen Kaminplatte liegt heute vor dem Kamin auf dem Boden. Die Inschrift stimmt mit der auf der Kaminschürze überein: „INVITVS MORDENS 1562 CVR MORDEOR”.

Narr

Beschreibung und Ikonographie

In den Laibungen des Ein- bzw. Ausgangs zum Gemach zum Weißen Ross an der Südseite sind einander gegenüber die polychromen Darstellungen eines Narren und eines Wilden Mannes gestellt. Der Narr an der Ostwand steht in einer gemalten Nische.[61] Er schreitet nach links aus und hält sein Gesicht in die rechte Hand gestützt. In der linken hält er ein Narrenzepter. Gekleidet ist er in ein Narrengewand mit Narrenkappe.

"Wilder Mann"

Beschreibung und Ikonographie

An Südseite des Gemachs zum Weißen Ross befindet sich der Ausgang. Im den Laibungen der Tür sind ein Narr sowie ein "Wilder Mann" einander gegenübergestellt. Der bärtige "Wilde Mann" an der Westseite steht in einer gemalten Nische.[61] Er hat einen Lendenschurz von Blättern sowie einen Blattkranz im Haar. Seine Keule trägt er lässig über der rechten Schulter.

Römergemach

Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte

Das Römergemach[62] ist nach einem Brand 1561 weitgehend neu errichtet worden, wobei jedoch erhaltene Mauerzüge verwendet wurden. Der Erker an der Nordseite etwa wurde bereits vor 1560 aufgeführt. Wohl 1572/74 ist der Raum ausgemalt worden. Im 19. und 20. Jahrhundert erfolgten Restaurierungen vor allem der Malerei. Seither hat er sein gegenwärtiges Aussehen. Der Raum wurde ehemals als Sommergemach oder auch als vermaltes Gemach bezeichnet. Seine konkrete Funktion ist unbekannt.

Beschreibung

Das Römergemach[63] liegt im dritten Obergeschoss an der Nordostecke des Welfenschlosses. Es wird durch eine Tür an der Westseite betreten. In der Mitte der Westwand steht ein Kamin. An der Nordseite erhält der Raum Licht durch einen Erker, der vom zweiten bis in das dritte Geschoss reicht. Er nimmt eine niedrige umlaufende Sitzbank auf. In der Mitte stand gemäß den Inventaren ein Tisch.[64] Im Osten befinden sich zwei Kreuzstockfenster in einer gemeinsamen Fensternische — von einem Mittelpfeiler getrennt. Der Boden war ehemals mit Tannendielen belegt. Die Balkendecke hatte Füllhölzer. Sie war farbig gefasst und die Füllhölzer sollen mit vergoldeten hölzernen Knopfnägeln sowie einer Schablonenmalerei auf gelblichem Grund geziert gewesen sein. So stellt sich der Raum seit dem 19. Jahrhundert auch weitgehend wieder dar.

Wandmalerei im Römergemach

Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Die Wandmalerei[65] im Römergemach ist von niederländischen Malern zwischen 1572 und 1574 ausgeführt worden. Da die Arbeiten nach dem Schlossbrand 1561 erst 1571 wieder einsetzten und die Malerei bereits 1575 in einem inventarähnlichen Verzeichnis dafür genutzt wurde, den Raum zu charakterisieren, ist die Entstehungszeit der Wandmalerei auf eben diese Zeit einzugrenzen. Die Jahreszahl 1574 auf dem Kamin stammt aus der Restaurierung von 1896–98 und kann nicht zur Datierung herangezogen werden.[66]

Die Umrisse der Figuren und der Scheinarchitektur sind mit Rötel auf den Untergrund vorgezeichnet worden. Als Bindemittel wurde ölhaltige Tempera (Kasein und Öle und Harze) verwendet.[67]

Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde die Malerei überfasst und erst 1892 aufgrund eines Inventars von 1699 wiederentdeckt und freigelegt. Die anschließende Restaurierung[68] erfolgte durch den „Kasseler Geschichtsmaler Professor Knackfuß“ (wohl Hermann Joseph Wilhelm Knackfuß). Zur Seite standen ihm sein Schüler Wagner sowie zwei Gehilfen. Das Ergebnis waren großflächige Ergänzungen und eine komplette Überfassung der alten Malerei. Diese aus heutiger Sicht fragwürdige Vorgehensweise führte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer erneuten Restaurierung, bei der man die Übermalungen und Ergänzungen wieder entfernte. Am Kamin konnten keine Originalbestände mehr festgestellt werden.[69] An der Decke wurde die Schablonenmalerei des 19. Jahrhundert entfernt und eine neue aufgebracht.[70]

Beschreibung und Ikonographie

Die Wände[71] des Saals haben eine gemalte Architekturgliederung: sich verjüngende korinthische Pilaster mit Bossenquadern, an denen Ringen hängen. Sie tragen ein schlichtes Gebälk. Beiderseits des Erkers an der Nordwand sowie gegenüber an der Südwand tragen alternativ Hermenpilaster beiderlei Geschlechts das Gebälk. Zwischen den Pilastern stehen in Nischen mit Diamant- und Bossenquadern gemalte ganzfigurige Personen der Antike sowie eine Personifikation. Sie sind monochrom in Brauntönen gemalt und als Skulpturen zu verstehen. Sie ragen teilweise über die Nischen hinaus. Unter ihnen sind steinerne Sockel mit marmorierten Spiegeln dargestellt. Es gibt auch vier breitere und höhere Öffnungen zwischen den Pfeilern, die an Kleeblattbögen erinnern. In diesen sind große und aufwendige Rollwerkkartuschen zu sehen, die die Öffnung sowohl über- als auch hinterschneiden. Sie präsentieren kleine farbige Gemälde mit weiteren Personen der Antike. In einer der Rollwerkkartuschen ist kein Bild zu sehen, sondern eine emblematische Darstellung. Bei den Dargestellten handelt es sich um Pandemia, Marcus Curtius, Pythius, Lucullus, Crassus, Sulla, Mucius Scevola, Krösus, Horatius Cocles und Midas. Die Stauten führen negativ konnotierte Protagonisten vor, die Kartuschen präsentieren Helden, die aufgrund ihres vorbildliches Handelns berühmt wurden. Der Fond der Nischen und Bögen ist mit grünem Farbton hinterlegt. Das umlaufende Gebälk nimmt Kartuschen auf, in denen die Namen der Dargestellten stehen. Diese Scheinarchitektur nimmt nur zwei Drittel der Wand ein. Das obere Drittel zeigt einen grünmarmorierten Fond, die Kaminschürze einen roten.

Vorlagen und Vergleiche

Die lebensgroßen Darstellungen im Römergemach folgen Vorlagen aus der Serie „Divitium miseria“ von Maarten van Heemskerck aus dem Jahre 1563. Auf Blatt drei finden sich Pythius, Lucullus, Crassus, Sulla, Krösus und Midas. Pandemia wurde leicht abgeändert.[72] Zwei Kartuschen folgen Stichen von Cornelis Floris, die 1564 erschienen sind: „Veelerhande cierlijke Compertimenten profitelijk voor schilders goutsmeden beeldsnyders under ander constenaren …“.[73] Zwei Inschriftenkartuschen im Erker sind den „Variarum Protractionum“ von Vredeman de Vries 1555 entnommen.[74] Die Vorlagen sind jedoch nicht kopiert, sondern abgewandelt worden.

Programm

Das Programm des Römergemachs ist ein doppeltes.[75] Zum einen werden hier die reichsten Fürsten ihrer Zeit präsentiert, deren Schwäche das persönliche Gewinn- und Genussstreben war, zum anderen in den Kartuschen römische Helden, die durch ihr vorbildliches Verhalten das Vaterland retteten. Pandemia steht ebenfalls für den Reichtum, das Emblem für Tugend und Standhaftigkeit. Das Programm ist also ein antithetisches. Die Aufnahme von Personifikation und Emblem verdeutlicht zudem, dass es um eben diesen Gegensatz geht und nicht etwa andere Eigenschaften, die den Dargestellten zugesprochen werden könnten. Dass die Negativbeispiele groß, aber monochrom sind, die positiven Exempel aber klein in wirklichkeitsgetreuen Farben, ist durchaus Bestandteil der Aussage. Die äußeren Werte sind scheinbar groß, aber nicht echt, die Tugend unscheinbar, aber real. Den Schlüssel geben die Zitate im Erker: „Es ist nötiger, die Seele zu heilen als den Körper, denn zu sterben ist besser als schlecht zu leben“ und „Nichts ist ehrenhafter und hochherziger als das Geld zu verachten, wenn du es nicht hast, wenn du es (aber) hast, für Wohltätigkeit und Freigebigkeit zu verwenden.“ Es geht um die Liberalitas als Herrschertugend.

Pandemia

Beschreibung und Ikonographie

Im Römergemach ist an der Westwand zwischen Eingang und Kamin die Figur der Pandemia an die Wand gemalt. Sie schreitet nach links und blickt auf eine Krone, die sie in der ausgestreckten rechten Hand vor sich hält. In der Linken trägt sie ein Füllhorn, zu ihren Füßen steht eine Truhe, aus der eine Gliederkette heraushängt. Es scheint sich um eine Figur zu handeln, die über Reichtum und Macht im Überfluss verfügt und deren Erlangung im Römergemach als menschliche Schwäche bewertet wird.[76]Tatsächlich handelt es sich auch, wie Wehking nachgewiesen hat, um die Allegorie eines negativen Begriffs. Pandemia steht für die Macht des Geldes als „gesamte Welt“ — die ganze Welt hänge am Gelde.[77] Über der Darstellung ist am Fries eine Kartusche mit den Schriftzug „PANDEMIA“ angebracht.

Marcus Curtius

Beschreibung und Ikonographie

An der Westwand des Römerzimmers, rechts neben dem Kamin, ist eine große Kartusche gemalt, die ein Gemälde des Römers Marcus Curtius präsentiert.[78] Das Gemälde ist zu einem großen Teil zerstört. Dennoch erkennt man, dass jener Moment dargestellt ist, in dem sich Curtius auf seinem Pferd in eine am Boden aufgetane Spalte stürzt. Mit diesem Opfertod rettete er seine Vaterstadt Rom. Curitus galt damit als ein Musterbeispiel römischer Tugend, da er sich für den Staat opferte. Über der Darstellung ist am Fries eine Kartusche mit dem Schriftzug „ M[ARCVS] CVRTIVS“ angebracht.

Pythius

Beschreibung und Ikonographie

An der Nordwand des Römergemachs, links des Erkers, erblickt man in einer Nische die Figur des Pythius.[79] Die Standfigur scheint leicht nach links zu schreiten, während sie nach rechts blickt. Pythius besaß unermesslichen Reichtum. Zur Ausbeutung seiner Goldminen hatte er jegliche andere Arbeit untersagt. Nach seiner Rückkehr wurden ihm von seiner Frau daraufhin alle Speisen aus Gold nachgebildet vorgesetzt. Pythius erkannte seinen Fehler und fortan musste nur noch ein Fünftel des Volkes die Minen ausbeuten. Über ihm ist am Fries eine Kartusche mit dem Schriftzug „PITHYVS.“ angebracht.

Lucullus

Beschreibung und Ikonographie

An der Nordwand des Römergemachs, rechts neben dem Erker, ist eine Darstellung des reichen Römers Lucullus gemalt.[80] Er scheint dem Betrachter entgegenzuschreiten. In seiner linken Hand hält er eine Fahne, an seiner Hüfte hängen ein Geldbeutel und ein Schwert. Über ihm ist am Fries in einer Kartusche der Schriftzug „LVCVLLVS .“ zu lesen.

Crassus

Im Römergemach befinden sich an der Ostwand in einer Nische zwei Fenster nebeneinander.[80] An der nördlichen Laibunrg der Fensternische erblickt man eine Darstellung des reichen Römers Crassus. Er schreitet nach links aus, während er missgestimmt in ein Trinkgefäß blickt, das er in seiner Rechte hält. Seine Linke umfasst mehrere Geldbeutel. Der reiche Crassus versucht mit einem Becher seinen Gelddurst zu stillen. Er starb im Krieg gegen das Partherreich, das er unnötigerweise angegriffen hatte. Über seiner Darstellung ist am Fries eine Kartusche angebracht, in der der Schriftzug „CRASSVS“ zu lesen ist.

Sulla

Beschreibung und Ikonographie

An der Westwand des Römergemachs befinden sich zwei Fenster in einer Nische.[80] In der südlichen Laibung der Fensternische ist der reiche Römer Sulla dargestellt. Er blickt den Betrachter an, scheint aber nach hinten in das Bild hinein bzw. aus der Nische heraustreten zu wollen. In seiner rechten Hand hält Sulla den abgeschlagenen Kopf eines Gegners sowie ein geschultertes Schwert, in der Linken eine Lanze. So wird verdeutlicht, dass Sulla zur Erreichung seiner Ziele über Leichen ging. Er präsentiert damit ein Attribut, das verdeutlicht, dass es sich bei ihm um ein Negativbeispiel handeln soll. Über der Darstellung befindet sich am Fries eine Kartusche mit dem Schriftzug „SVLLA” .

Mucius Scaevola

Beschreibung und Ikonographie

An der Westwand des Römergemachs befindet sich an der Südseite – gegenüber der Eingangstür — ein kleines Gemälde von Mucius Scaevola in einer großen Kartusche.[78] Der Römer Scaevola steht vor einem Altar und hält seine rechte Hand in die auflodernden Flammen. Mucius Scaevola galt als ein Beispiel von furchtlosem Heldenmut und Standhaftigkeit, da er bei der Belagerung Roms durch den etruskischen König Porsenna bei einem Mordanschlag gefangengenommen wurde und seine rechte Hand anschließend in einem Altarfeuer verbrennen ließ. Diese Tat bewirkte den Abzug der Belagerer. Über der Darstellung ist am Fries eine Kartusche mit dem Schriftzug „M[VCIVS] SCEVOLA” angebracht.

Krösus

Beschreibung und Ikonographie

An der Südwand des Römergemachs in der Südostecke steht in einer Nische König Krösus. Es blickt nach links und scheint leicht nach vorn zu schreiten. Er ist gekrönt, trägt einen Mantel mit weitem Pelzkragen und sein Zepter aufrecht in der linken Hand. Krösus war der letzte König von Lydien. In Fehlinterpretation eines Orakelspruchs begann er einen Krieg, den er verlor und in dem sein Königreich unterging. Auf einer Kartusche am Fries steht die Inschrift: „CROESVS”.

Horatius Cocles

Beschreibung und Ikonographie

An der Südwand des Römergemachs ist in einer Kartusche der Römer Horatius Cocles dargestellt, wie er auf einem Pferd auf einer Brücke reitet.[78] Die linke Hälfte des Gemäldes ist heute verloren und auch die ganze linke Hälfte der Kartusche sowie die Wand ist rekonstruiert. Cocles galt als ein Musterbeispiel römischer Tugend. Er verteidigte eine Brücke gegen den feindlichen König der Etrusker — Porsenna — bis die Römer die Brücke abgebrochen hatten. So rettete er Rom. Auf einer Kartusche am Fries über der Darstellung steht „H[ORATIVS] COCLIS.”.

Midas

Beschreibung und Ikonographie

An der Südwand des Römergemachs an der Westseite – neben dem Eingang – ist in einer Nische König Midas dargestellt.[78] Er schreitet leicht nach vorn links, das Zepter in seiner rechten Hand weist weit über die Nische hinaus. Der König trägt eine Zackenkrone mit Eselsohren sowie ein Narrengewand. Beide stehen für seine Dummheit. Da er sich gewünscht hatte, dass alles zu Gold würde, was er anfasse, wurde auch jegliche Nahrung vergoldet und er drohte zu verhungern. In seiner linken Hand hält er ein zu Gold gewordenes Brot und blickt den Betrachter traurig an. Vor dem Hungertod rettete ihn ein Rat des Dionisios, der ihm auch den Wunsch gewährt hatte. Die Eselsohren trägt Midas, da er nach einem Wettstreit zwischen Apoll und Pan den dem Apoll zuerkannten Preis tadelte. Sie wuchsen ihm daraufhin. So präsentiert Midas jene Attribute, die ihn als Negativbeispiel ausweisen. Über ihm befindet sich am Fries in einer Kartusche der Schriftzug „MIDAS.“.

Emblem

Beschreibung und Ikonographie

An der Ostwand des Römergemachs wird am Mittelpfeiler zwischen den zwei Fenstern in einer schlichten Kartusche mit Roll- und Beschlagwerk ein Emblem präsentiert.[76] Man erkennt einen Felsen zwischen Wasser und Wüste. Auf ihm wachsen Rosen. Der Fels steht für Standhaftigkeit und Härte. Die dornenreichen Rosen verweisen auf den harten Weg der Tugend.

Inschriftenkartuschen

Beschreibung und Ikonographie

Im Erker des Römergemachs sind zwei reiche Rollwerkkartuschen an die Ost- und Westwand gemalt, die jeweils eine lateinische Inschrift aufnehmen.[81] Die Kartuschen orientieren sich an Darstellungen in den Variarum Protractionum von Vredeman de Vries aus dem Jahre 1555. Die Schriften in Gelb auf Blau lauten: „MAGIS NECESSARIVM / EST MEDERI ANIMAE, QVAM; / CORPORI MORI ENIM MELIVS / EST QVAM MALE VIVERE.” (Es ist nötiger, die Seele zu heilen als den Körper, denn zu sterben ist besser als schlecht zu leben) und „NIHIL HONESTIVS MAGNIFICEN/TIVSQVE, QVAM PECVNIAM / CONTEMNERE SI NON HABEAS, / SI HABEAS, AD BENEFICENTIAM, / LIBERALITATEMQVE CON/FERRE, M(arcus) T(ullius) Cicero” (Nichts ist ehrenhafter und hochherziger als das Geld zu verachten, wenn du es nicht hast, wenn du es (aber) hast, für Wohltätigkeit und Freigebigkeit zu verwenden).

Kaminschürze

Beschreibung und Ikonographie

Die Kaminschürze präsentiert auf rotem Fond eine reiche leere Rollwerkkartusche.[82] Auf einer Fahne oben links erkennt man den Schriftzug „ANNO“, auf ihrem Pendant rechts „1574“. Die Malerei ist ein Produkt der Restaurierung des 19. Jahrhunderts, soll aber nach Angaben des Restaurators die noch erkennbaren figürlichen Malereireste ersetzen. Bestätigende Malereireste konnten bei späteren Restaurierungen jedoch nicht nachgewiesen werden.

Eingelegtes Gemach

Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte

Das sogenannte Eingelegte Gemach[83] (N-III-2) befand sich im dritten Obergeschoss des Nordflügels vom Welfenschloss in Hann. Münden, direkt angrenzend an das sogenannte Römergemach, mit dem es durch eine Tür in der Ostwand verbunden ist. Zum Eingelegten Gemach gehörte eine Schlafkammer, deren konkrete Dimension unbekannt ist und die wie ein ebenfalls verlorener Flur heute dem Raum zugeschlagen ist. Dieser Flur wurde vom Treppenturm aus betreten und erschloss nicht nur das Eingelegte Gemach, sondern auch die Schlafkammer und das Römergemach. Seinen Namen hatte der Raum von seinen Hölzern und Paneelen, bei denen es sich vermutlich um Einlegearbeiten oder sogar um Vertäfelungen handelte. Die Ausstattung des Zimmers soll unter Herzog Friedrich ausgebaut und nach Hannover in das Leineschloss verbracht worden sein, ebenso das Paneelwerk der Schlafkammer. Konkrete Aussagen über die Ausstattung können nicht gemacht werden, jedoch präsentierte man im Eingelegten Gemach Alabastermöbel und eine große gemalte braunschweigische Stammtafel.[84]

Bibliographie

  • Literatur:
  • Dehio, Niedersachsen, 1992. - Dehio, Georg: Bremen – Niedersachsen (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Bearbeitet von Gerd Weiß. München/Berlin 1992.
  • Döbele, Lepanto, 1989. - Döbele, Isolde: Die Künstler und die Seeschlacht von Lepanto (1571) im 16. und 17. Jahrhundert. In: Sievernich, Gereon/Budde, Hendrik (Hrsg.): Europa und der Orient. Berlin 1989, S. 68–75.
  • Dreyer, Mages, 2017. – Dreyer, Angelika: Die Fresken von Joseph Mages (1728–1769). Zwischen barocker Frömmigkeit und katholischer Aufklärung (Studien zur christlichen Kunst, 12). Regensburg 2017.
  • Dülberg, Ikonografie, 1991. – Dülberg, Angelica: Zur Ikonographie der profanen Wand- und Deckenmalerei vom 15. bis zum 19. Jahrhundert – ein erster Überblick. In: Grote, Rolf-Jürgen/Königfeld, Peter (Hrsg.): Raumkunst in Niedersachsen. Die Farbigkeit historischer Innenräume Kunstgeschichte und Wohnkultur. München 1991, S. 133–156.
  • Engel/Reichwald, Gemach, 1970. – Engel, Helmut/Reichwald, Helmut: Das Gemach zum Weißen Roß im Schloß von Hann. Münden. In: Niedersächsische Denkmalpflege 6 (1970), S. 222–234.
  • Fusenig, Ausmalung, 2002. – Fusenig, Thomas: Ausmalung des Römergemaches im Schloß Hannoversch-Münden. In: Borggrefe, Heiner/Lüpkes, Vera/Huvenne, Paul/Beneden, Ben van (Hrsg.): Hans Vredeman de Vries und die Renaissance im Norden. München 2002, S. 239.
  • Königfeld/Siegner/Kummer, Architekturpolychromie, 1989. – Königfeld, Peter/Siegner, Klaus/Kummer, Wolfram: Niedersächsische Architekturpolychromie – Ein Versuch. In: Restaurierung von Kulturdenkmalen. Beispiele aus der niedersächsischen Denkmalpflege (Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen, Beiheft 2). Hannover 1989, S. 139–149.
  • Kunze, Leben, 1993. – Kunze, Wolfgang: Leben und Bauten Herzog Erichs II. von Braunschweig-Lüneburg. Katalog zur historischen Ausstellung im Schloss Landestrost, Neustadt am Rübenberge. Hannover 1993.
  • Lausmann, Restaurierung, 1989. – Lausmann, Manfred: Die Restaurierung der Renaissancemalereien im Mündener Schloss. In: Restaurierung von Kulturdenkmalen. Beispiele aus der niedersächsischen Denkmalpflege (Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen, Beiheft 2). Hannover 1989, S. 219–224.
  • Malortie, Münden, 1866. – Malortie, Carl Ernst von: Das Schloß zu Münden. In: Beiträge zur Geschichte des Braunschweig-Lüneburgischen Hauses und Hofes. Fünftes Heft. Hannover 1866, S. 105–140.
  • Niemeyer, Renaissanceschlösser, 1914. – Niemeyer, Bernhard: Renaissanceschlösser in Niedersachsen. Bd. 1. Hannover 1914.
  • Röttgen, Bilderprogramme, 1975. – Röttgen, Herwarth: Zeitgeschichtliche Bilderprogramme der katholischen Restauration unter Gregor XIII. 1572–1585. In: Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst 26 (1975), S. 89–122.
  • Rudolph, Lepanto, 2012. - Rudolph, Harriet: Lepanto – Die Ordnung der Schlacht und die Ordnung der Erinnerung. In: Carl, Horst/Planert, Ute (Hrsg.): Erinnerungskulturen vom 14. bis zum 19. Jahrhundert. Träger – Medien – Deutungskonkurrenzen (Herrschaft Und Soziale Systeme in der Frühen Neuzeit, 15). Göttingen 2012, S. 101–128.
  • Streetz, Renaissanceschloß, 2004. – Streetz, Michael: Das Renaissanceschloß Hann. Münden in den Inventaren des 16., 17. und 18. Jahrhunderts. Eine Fallstudie zur Auswertung schriftlicher Quellen und ihrer Verbindung mit Ergebnissen der Bauforschung. 2 Bde. Frankfurt a. M. 2004. Diss. Göttingen 1996.
  • Wehking, Göttingen, 2006, Nr. 166. – Wehking, Sabine: DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 166 (Sabine Wehking). In: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0016604.
  • Wehking, Göttingen, 2006, Nr. 183. – Wehking, Sabine: DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 183 (Sabine Wehking). In: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0018305.
  • Wehking, Göttingen, 2006, Nr. 185. – Wehking, Sabine: DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 185† (Sabine Wehking). In: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0018509.
  • Wehking, Göttingen, 2006, Nr. 186. – Wehking, Sabine: DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 186† (Sabine Wehking) In: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0018606.
  • Welfenschloss Münden, 1987. – Welfenschloss Münden. Baugeschichte – Restaurierung – Umbau. Dokumentation aus Anlaß der Einweihung des Rittersaales am 19. 2. 1987. Hann. Münden 1987.
  • Wyss, Helden, 1957. – Wyss, Robert L.: Die neun Helden — eine ikonographische Studie. In: Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 17 (2/1957).
  • Archivalien:
  • Auszug aus dem „Inventarium des Churfürstl. Amtes Münden“ aus dem Jahre 1699 gemäß einer Abschrift. Niedersächsisches Hauptarchiv. Hannover (Hannover 74 Münden E 445).
  • Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Sammlung der Restaurierung.
  • Lausmann, Abschlußbericht, 1983. – Lausmann, M.: Abschlußbericht über die Restaurierung des „Lepanto-Raumes“ im Schloß Hann.-Münden. 1. Juli 1983. in: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Plansammlung und Sammlung der Restaurierung. In: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Sammlung der Restaurierung: 031-6539-003-02 (6).

Einzelnachweise

  1. Streetz, Renaissanceschloss, 2004, vor allem S. 55–137; Dehio, Niedersachsen, 1992, S. 642–643; Welfenschloss Münden, 1987; Malortie, Münden, 1866.
  2. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, vor allem S. 55–137; Dehio, Niedersachsen, 1992, S, 642–643; Welfenschloss Münden, 1987 .
  3. Streetz, Renaissanceschloß 2004, S. 136, Anm. 517; Lausmann, Restaurierung, 1989.
  4. Kunze, Leben, 1993, vor allem S. 143–155.
  5. Vgl. zusätzlich: Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 138.
  6. Zur Architektur und Ausstattung allgemein vgl. Dehio, Niedersachsen, 1992, S. 642–643. Zur Nutzungsverteilung im Schloss vgl. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 733–738. Vgl. ferner Welfenschloss Münden, 1987.
  7. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 272, Anm. 55.
  8. Streetz, Renaissanceschloß , 2004, S. 738–740.
  9. Lausmann, Restaurierung, 1989, S. 223–224; Welfenschloss Münden, 1987, S. 6; Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 137.
  10. 10,0 10,1 Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 739.
  11. Streetz, Renaissanceschloß 2004, S. 739.
  12. Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 138–142.
  13. 13,0 13,1 Streetz, Renaissanceschloß, 2004.
  14. Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 142; Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 176, 183, 442; Wehking, DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 186†.
  15. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 436, zitiert in Anm. 4: „Fursten Gemach auff der Understen Gallerie Bie der Capellen“ aus einem Inventar 1585.
  16. HSTA Hannover, Han 74 Münden, E Nr. 445 (Schloßinventar 1699), p. 26–28, dem alle Autoren des 19. und 20. Jahrhunderts folgen.
  17. Vgl. Wyss, Helden, 1957.
  18. Streetz, Renaissanceschloss, 2004.
  19. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 349, Anm. 6.
  20. Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 142; Streetz, Renaissanceschloss, 2004, S. 221–223, 226–231.
  21. Wehking, Göttingen, 2006, Nr. 185; Lausmann, Restaurierung, 1989, S. 221; Lausmann, Abschlußbericht, 1983.
  22. Welfenschloss Münden, 1987, S. 6.
  23. Lausmann, Restaurierung, 1989, S. 221; Lausmann, Abschlußbericht, 1983, S. 9.
  24. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 228–231; Lausmann, Abschlußbericht, 1983; Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 142; Wehking, Göttingen, 2006, Nr. 185.
  25. Gemäß Streetz, Renaissanceschlloss, 2004: "Inventarium des Churfürstl. Amtes Münden“ aus dem Jahre 1699 gemäß einer Abschrift. Niedersächsisches Hauptarchiv. Hannover (Hannover 74 Münden E 445).
  26. Der Text ist auch wiedergegeben bei Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 229. Die Übersetzung von Wehking ist der von Streetz (ebd.) vorzuziehen.
  27. Dreyer, Mages, 2017, S. 99.
  28. 28,0 28,1 Wehking, Göttingen, 2006, Nr. 185.
  29. Rudolph, Lepanto, 2012, S. 102–103.
  30. Lausmann, Abschlußbericht, 1983, S. 6.
  31. Lausmann, Restaurierung, 1989, S. 221.
  32. Niemeyer, Renaissanceschlösser, 1914, S. 12–19.
  33. Kunze, Leben, 1993, S. 169–171.
  34. Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 142.
  35. Rudolph, Lepanto, 2012, S. 117–118; Döbele, Lepanto, 1989, vor allem S. 70–73; Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 142; Röttgen, Bilderprogramme, 1975, S: 96–97. Vgl. zu frühen Erinnerungsbildern auch Rudolph, Lepanto, 2012, S. 104.
  36. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 382–390.
  37. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 384, Anm. 66.
  38. Die Originale Decke mit Resten der Bemalung wurde 1989 konservatorisch gesichert, so Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 387.
  39. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 388.
  40. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 388–389; Engel/Reichwald, Gemach, 1970, S. 222.
  41. Lausmann, Bericht, 1986. S. 2.
  42. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, 369–382, 403, Anm. 140.
  43. Streetz, Renaissanceschloss, 2004, S. 136.
  44. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 371.
  45. Streetz, Renaissanceschloss, 2004, S. 369–382.
  46. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 155, Anm. 13, S. 220, Anm. 11.
  47. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 376.
  48. Engel/Reichwald, Gemach, 1970, S. 224; Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 379, S. 403, Anm. 140.
  49. Wehking, Göttingen, 2006, Nr. 166; Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 340.
  50. Engel/Reichwald, Gemach, 1970, S. 231; Streetz, Renaissanceschloss, 2004, S. 136.
  51. Streetz, Renaissanceschloss, 2004, S. 125–126; Welfenschloss Münden, 1987, S. 6; Engel/Reichwald, Gemach, 1970, S. 225–228, 232.
  52. Streetz, Renaissanceschloss, 2004, S. 136; Welfenschloss Münden, 1987, S. 6.
  53. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 377–178; Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 138–139; Welfenschloss Münden., 1987, S. 6; Engel/Reichwald, Gemach, 1970, S. 225.
  54. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 372; Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 138–139; Engel/Reichwald, Gemach, 1970, S. 225.
  55. Wehking, Göttingen, 2006, Nr. 166.
  56. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 377, Anm. 37; Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 139–140.
  57. 57,0 57,1 57,2 57,3 57,4 57,5 57,6 57,7 57,8 Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 138–139; Engel/Reichwald, Gemach, 1970, S. 225; Wehking, Göttingen, 2006, Nr. 166.
  58. Engel/Reichwald, Gemach, 1970, S. 233.
  59. Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 138–140; Engel/Reichwald, Gemach, 1970, S. 225; Wehking, Göttingen, 2006, Nr. 166.
  60. Wehking, Göttingen, 2006, Nr. 166; Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 371, 376.
  61. 61,0 61,1 Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 139–140.
  62. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 336–347, 349, Anm. 6, 403, Anm. 140.
  63. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 127, 336–347.
  64. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 338.
  65. Fusenig, Ausmalung, 2002; Königfeld/Siegner/Kummer, Architekturpolychromie 1989, S. 143; Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 340; Wehking, Göttingen. 2006, Nr. 166.
  66. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 346, Anm. 136; Lausmann, Restaurierung, 1985.
  67. Engel/Reichwald, Gemach, 1970, S. 231; Streetz, Renaissanceschloss, 2004, S. 125, 136; Lausmann, Restaurierung, 1985, S. 220.
  68. Lausmann, Restaurierung, S. 5, 219; Streetz, Renaissanceschloss, 2004, S. 125–126; Welfenschloss Münden, 1987, S. 6; Engel/Reichwald, Roß, 1970, S. 225–228, 232.
  69. Die Arbeiten im Römergemach wurden 1968/69 durch Helmut Reichwald begonnen. 1974 wechselte Reichwald nach München an das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. Sein früherer Mitarbeiter Manfred Lausmann führte die Arbeiten weiter und schloss sie 1984 ab. Vgl. Lausmann, Restaurierung, 1985, S. 8.
  70. Lausmann, Restaurierung, 1985, S. 8–9.
  71. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 340–342; Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 140.
  72. Fusenig, Römergemach. 2002; Wehking, Göttingen, 2006, Nr. 183.
  73. Fusenig, Ausmalung, 2002.
  74. Fusenig, Ausmalung, 2002; Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 342; Wehking, Göttingen, 2006, Nr. 183.
  75. Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 140; Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 341, 739; Wehking, Göttingen, 2006, Nr. 183.
  76. 76,0 76,1 Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 141.
  77. Wehking, Göttingen, 2006, Nr. 183.
  78. 78,0 78,1 78,2 78,3 Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 141; Wehking, Göttingen, 2006, Nr. 183.
  79. Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 141–142. Wehking, Göttingen, 2006, Nr. 183.
  80. 80,0 80,1 80,2 Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 142; Wehking, Göttingen, 2006, Nr. 183.
  81. Fusenig, Ausmalung, 2002; Wehking, Göttingen, 2006, Nr. 183.
  82. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 346, Anm. 136.
  83. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 314–336.
  84. Streetz, Renaissanceschloß, 2004, S. 332, 739.