Hamburg Bergedorf, ehem Haus Sachsentor 21
Inventarnummer: cbdd20041
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Im Bergedorfer Schloss werden Malereifragmente des 18. Jahrhunderts aus dem Haus Sachsentor 21 präsentiert. Sie zeigen Ornamente und alttestamentliche Szenen.

Hamburg, ehem. Haus Sachsentor 21

Kurzbeschreibung und Lage
Das Haus[1] stand an der Nordseite des Marktplatzes von Hamburg-Bergedorf.
Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte
Das Gebäude wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts nach einem Stadtbrand 1621 erbaut. An der Giebelseite wurde um 1880 eine Putzfassade mit großen Fenstern im Erdgeschoss angebracht. 1985 wurde das Haus abgebrochen.
Auftraggeber
Im 17. und 18. Jahrhundert waren die Hauseigentümer als Barbiere und Wundärzte tätig. Einige von ihnen stellten den Bergedorfer Bürgermeister.
Beschreibung
Es handelte sich im Kern um ein giebelständiges, dreigeschossiges Fachwerkhaus.
Die Deckenmalerei

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Malerei[1] stammt vermutlich aus verschiedenen Räumen des Hauses Sachsentor 21 und datiert in das frühe und mittlere 18. Jahrhundert. Die des frühen 18. Jahrhunderts wurde in Leimfarbtechnik erstellt, die aus der Jahrhundertmitte in Ölmalerei. Möglicher Auftraggeber könnte der Bergedorfer Bürgermeister Christian Albrecht Schröder gewesen sein, der das Haus seit 1728 bewohnte. Die Malerei wurde erst während der Abrissarbeiten hinter einer abgehängten Decke im Erdgeschoss entdeckt. 19 bemalte Bretter konnten gerettet und eingelagert werden. 2011 wurde die Malerei restauriert und wird seit 2012 im Bergedorfer Schloss gezeigt.
Beschreibung und Ikonographie
Erhalten haben sich 15 bemalte Deckenbretter aus Eichen- und vier aus Nadelholz. Leinwandstreifen verdeckten die Fugen. Am ursprünglichen Standort war die Deckenfläche durch Deckenbalken unterteilt.
Die ältere Malerei ist lediglich ornamental mit weißen Akanthusranken mit dunkelblauen Blumen bzw. Enden vor ockergelbem Hintergrund. Eine der Ranken ist heute unvollständig.
Die jüngere Malerei präsentiert vor grauem Hintergrund graue Blatt- und Blumengirlanden, die scheinbar an der Decke fixiert sind. Teilweise werden sie zusätzlich von polychromen Putten gehalten. In zwei großen Feldern sind in der Mitte im kreisrunden gemalten Stuckrahmen farbige Malereien zu sehen. Sie illustrieren biblische Erzählungen. Das größere Medaillon zeigt den Propheten Elias, wie er von zwei Raben im Auftrag Gottes mit Brot und Fleisch versorgt wird. Das Kleinere bildet Hagar in der Wüste ab. Sie ist am Verdursten und hat ihren Sohn im Hintergrund abgelegt. Da erscheint ihr ein Engel Gottes und zeigt ihr einen rettenden Brunnen. Zur biblischen Erzählung passt die fruchtbare Waldlandschaft Mitteleuropas nur schlecht.
Programm
Beide Darstellungen haben die Hilfe Gottes zum Inhalt, der die Gläubigen weder verhungern, noch verdursten lässt.
Bibliographie
- Literatur:
- Matthes, Sachsentor. – Matthes, Olaf (Textvorlage): Eine Holzbalkendecke aus dem Haus „Sachsentor 21“ (MUSEUMSBLÄTTER des Museums für Bergedorf und die Vierlande). Hamburg o.J.
- Archivalien:
- 39-602.1381. – Freie und Hansestadt Hamburg. Behörde für Kultur und Medien, Denkmalschutzamt, Objektakte Sachsentor 21, Aktenzeichen: 39-602.1381.