Hamburg, ehem Haus Steinstraße 85
Inventarnummer: cbdd20215
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Im Museum für Hamburgische Geschichte hat sich eine Decke aus der Mitte des 17. Jahrhunderts erhalten. Sie präsentiert in Rollwerkkartuschen – überwiegend nach Vorlagen von Jost Amman – Allegorien der zwölf Monate durch Männer, deren Tätigkeiten oder Attribute auf den jeweiligen Monat verweisen.

Das ehemalige Haus Steinstraße 85
Kurzbeschreibung und Lage
Das Haus stand an der Nordseite der Steinstraße in der Hamburger Altstadt.
Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte
Das Bürgerhaus wurde im 16. Jahrhundert errichtet und Anfang des 20. Jahrhunderts abgerissen.[1]
Die translozierte Decke
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Jost Amman: Janvarivs 1
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Jost Amman: Febrvarivs 2
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Jost Amman: Martivs 3
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Jost Amman: Aprilis 4
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Jost Amman: May 5
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Jost Amman: Avgvstvs 8
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Jost Amman: October 10
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Jost Amman: November 11
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Jost Amman: December 12
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Der Raum
Die konkrete Funktion des Raumes zur Entstehungszeit ist unklar. Ende des 18. Jahrhunderts war er gemäß Jaacks der einzige Raum mit Deckenmalerei und diente der internen familiären Nutzung.[2]
Malerei – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Malerei auf Holz stammt aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Sie war ursprünglich in bläulichen Farbtönen gehalten, erscheint heute aber eher grünlich.[2] Das Bild für den September ist verloren.
Die Malerei schuf eventuell Jacob Matthias Weyer. Dieser war Hamburger Amtsmaler. Jaacks hat darauf hingewiesen, dass sich im Kupferstichkabinett der staatlichen Museen Berlin ein Skizzenbuch von Weyer mit Rötelzeichnungen befindet, deren Darstellungen ähnlich denen der Decke sind.[3]
Beschreibung und Ikonographie
Die Decke wird durch Balken in 12 Felder geteilt. In jedes dieser Felder ist bzw. war eine ovale Rollwerkkartusche gemalt. In diesen befinden sich die Monatsallegorien. Es handelt sich jeweils um die Darstellung eines Mannes, der auf dem Erdboden steht. Er ist von Gegenständen oder Lebewesen umgeben oder hält Gegenstände in der Hand oder geht einer Tätigkeit nach, die auf den jeweiligen Monat verweist.
Die erste Reihe nimmt die Allegorien für Januar, Februar und März auf. Der Januar wird durch einen Mann mit Deckelpokal und Brotlaib dargestellt, der sich an einem Feuer wärmt. Für den Februar steht ein Mann, der Weinstöcke zurückschneidet. Und den März personifiziert ein Sämann.
Die zweite Reihe zeigt die Monate April, Mai und Juni. Im April erblickt man einen Mann beim Okulieren. Der Mann, der den Monat Mai vorstellt, trägt einen Blumenstrauß und eine Laute. Ein weit ausschreitender Mann, der einen schweren Sack geschultert hat und einen Scheffel trägt, personifiziert den Juni.
In der dritten Reihe sind die Monate Juli und August zu sehen, der September ist verloren. Für den Juli steht ein Mann, der sich mit der Linken auf den Stiel einer Sense stützt und in der Rechten eine Sichel hält, für den August ein Mann mit einer Sichel in der Rechten und einer Korngarbe über der linken Schulter.
In der letzten Reihe werden die letzten drei Monate des Jahres personifiziert. Der Oktober wird durch einen mit Weinlaub bekränzten Mann neben einem Weinstock dargestellt. Er hält ein Gefäß in seiner erhobenen Rechten und eine Kanne in seiner Linken und damit verweist auf das Keltern des Weins. Im November hat ein Mann lässig einen Dreschflegel geschultert. Und im Dezember führt ein Schlachter ein Schwein zur Schlachtbank.
Vorlagen und Vergleiche
Bis auf die Monate Juni und Juli folgen alle erhaltenen Darstellungen einem Monatszyklus Jost Ammans, der 1688 in Ansbach durch Stephan Hermann verlegt wurde.
Bibliographie
- Literatur:
- Jaacks, Zimmer, 1997. – Jaacks, Gisela: Hamburger Zimmer vom Barock zum Klassizismus, in: Bracker, Jörgen/Jaacks, Gisela (Hrsg.): Decken- und Wanddekoration in Hamburg vom Barock zum Klassizismus (Hamburg-Porträt. Nr. 28. Museum für Hamburgische Geschichte), Hamburg 1997, S. 3-18.