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Esslingen, Rathaus, heute Amtsgericht

Aus Deckenmalerei-Lab
Seeger, Ulrike:Esslingen, Rathaus, heute Amtsgericht, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2025, URL: www.deckenmalerei.eu/f3099784-a749-4a7e-842b-8ebcdacfefd0

Inventarnummer: cbdd20192

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Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Das Deckengemälde von Paul Ambrosius Reith von 1726–1727 im neu nach einem Stadtbrand erbauten Rathaus hat die kluge und gerechte Regierung der Freien Reichsstadt Esslingen zum Thema, die unter dem Schutz des Kaisers und mithilfe der Reichsritterschaft des Kantons Kocher den Frieden erfleht.

Der große Saal
Der große Saal

Das neue Rathaus von 1705–1715

Bauaufgabe

Am 25. Oktober 1701 brach in Esslingen ein Brand aus, der vor allem im südöstlichen Teil, also nördlich des Neckarkanals Rossneckar wütete und dem etwa 200 Gebäude der Freien Reichsstadt zum Opfer fielen. Zu den verbrannten Gebäuden gehörte auch das schon 1233 erwähnte, 1524 und 1665 umgebaute Rathaus.[1] „Es stand hart am Neckar, zum Theil auf der Stadtmauer und dicht neben dem finsteren Thor.“[2] Das Finstere Tor sicherte die mit Häusern und einer Kapelle bebaute Innere Brücke über den Rossneckar an ihrer Stadtseite.

Das 1705–1715 neu erbaute Rathaus stimmte in seiner Lage mit dem Vorgängerrathaus angeblich überein, wenngleich der räumliche Zusammenhang mit der Inneren Brücke wegen des dortigen Geländesprungs nicht mehr spürbar ist. Im Ratsprotokoll zur Grundsteinlegung hieß es, das neue Rathaus werde am Platz des abgebrannten Vorgängerbaus am Neckarkanal erbaut.[3]

Bei dem in der Literatur oft als „Altes Rathaus“ bezeichneten stattlichen Gebäude am Marktplatz von 1422 mit seinem 1586–1589 an den damals noch jungen Heinrich Schickardt beauftragten Umbau handelte es sich nicht um das Rathaus, sondern um das Kauf- und Steuerhaus.[4] Es beherbergte in seinem Erdgeschoss die Fleisch- und Brotlauben, im Obergeschoss das Umgelderamt (oberste Finanzbehörde der Stadt) und diente nur vorübergehend Ratsgeschäften.[5]

Baugeschichte

Die Pläne für das neue Rathaus lieferte 1703 der in Straßburg gebürtige Esslinger Stadtbaumeister Johann Jakob Börel (Börl, Börle), doch verzögerte sich die Grundsteinlegung bis zum 22. April 1705.[6] Da die Baudeputation mit Börels Fundamentierungsarbeiten nicht zufrieden war, zog sie im Dezember 1705 den Vorarlberger Baumeister Peter Jochum (Joachim) (geb. 1676) als Bauaufsicht hinzu.[7] 1707 wurde der Bau wegen Geldmangels vorübergehend stillgelegt, 1709/1710 weitergeführt, doch zog sich die Fertigstellung bis 1715 hin.[8] Der vierte Flügel, der den Ehrenhof zur Stadt abschloss, folgte sogar erst 1716.[9]

Baubeschreibung

Stadtbaumeister Johann Jakob Börel entwarf eine zweigeschossige Dreiflügelanlage, deren Front sich dem Rossneckar, der Ehrenhof hingegen der Stadt zuwandte. Als vierter Flügel, der den Ehrenhof zur Stadt abgrenzte, diente ein eingeschossiger Altan, dessen Flachdach begehbar war und in dessen Mitte sich ein großes Portal mit einem doppelköpfigen Reichsadler auf den Türflügeln befand.[10] Der Altan erinnerte an die mittelalterliche Gerichtslaube, in der Urteile öffentlich verkündet wurden. Er wurde 1844 abgebrochen als das Gebäude dem nach der Säkularisation neu eingerichteten Oberamt Esslingen diente.[11]

Innerhalb des siebenachsigen Mittelflügels ragt ein fünfachsiger Mittelrisalit um ein Mezzaningeschoss und ein Mansarddach über die zweigeschossigen, von einfachen Satteldächern gedeckten Nebenachsen und die Seitenflügel heraus. Der Mittelrisalit wirkt in seinem Aufbau wie die Schmalseite eines traditionell einflügeligen Rathauses.[12]Dieser Eindruck hätte sich verstärkt, wäre, wie Baumeister Börel es vorgesehen hatte, anstelle des Mansarddachs ein Giebel aufgemauert worden.[13] Auf das Gesimsband zur Trennung von Erd- und Obergeschoss wurde im Mittelrisalit verzichtet. Die Ecken werden von gebänderten Pilastern akzentuiert, die sich an der Neckarseite wiederholen, wo der Mittelrisalit ebenfalls mit fünf Achsen, dort jedoch um eine Achse vor den Mittelflügel tritt.

Die Pilaster bleiben als Gliederungselement dem Mittelrisalit vorbehalten. Die kurzen Seiten der Seitenflügel werden lediglich von entsprechend gebänderten Lisenen eingefasst. Das Erdgeschoss der gesamten Dreiflügelanlage öffnet sich in Rundbögen mit Kämpfer- und Scheitelsteinen. Die Reihe der Obergeschossfenster mit Scheitelstein und profilierten geohrten Einfassungen ist am Mittelrisalit nur dadurch hervorgehoben, dass sie, wie erwähnt, nicht über einem geschosstrennenden Gesims beginnt. Zudem ist dort das mittlere Fenster als Fenstertür mit Rundbogengiebel hinter einem „Verkündbalkon“ mit steinerner Balustrade ausgebildet.[14] Die Mezzaninfenster des Mittelrisalits folgen in der Rahmung denen des Obergeschosses.

Bautypologische Einordnung

Bautypologisch changieren die Gesamtanlage und der Außenbau zwischen einem Residenzschloss, worauf die Forschung immer wieder hingewiesen hat,[15] und einem einflügeligen Rathaus, das als Mittelrisalit der Dreiflügelanlage eingeschoben zu sein scheint. Eine ähnlich raffinierte bautypologische Zwischenstellung nahm der vierte Flügel ein, der einerseits Eingangsflügel war, andererseits an eine Gerichtslaube erinnerte. Vermutlich diente der Ehrenhof an Markttagen dem Handel.[16] Die typologische Zwitterstellung setzt sich im Inneren fort, indem dort der für Rathäuser traditionelle Tanzsaal ein gewichtiges Deckenprogramm in der Art der großen Säle in Residenzschlössern erhielt.

Raumprogramm und Wegeführung

Esslingen, Rathaus, heute Amtsgericht

Das Raumprogramm des Rathauses folgte weitgehend dem Kanon spätmittelalterlicher und renaissancezeitlicher Rathäuser. Im Erdgeschoss, wo sich die Dreiflügelanlage in großen Erdgeschossarkaden zum Hof öffnete, waren Salzmagazin, Waage und Geschäftsräume für Spezerei- und Luxuswaren untergebracht.[17] Im Obergeschoss befanden sich außer dem im Detail zu besprechenden großen Saal die Ratsstube, die Ehe- und Blutgerichtszimmer, ein Totenkämmerchen und die Ratsbibliothek.[18]

Von einer großen dreischiffigen Halle im Erdgeschoss des Mittepavillons gelangte man nach rechts in das Haupttreppenhaus, das bereits im Seitenflügel lag. Es bestand ursprünglich aus drei parallelen Läufen[19] und war zusätzlich vom Hof durch eine Nebentür erschlossen. Ein weiteres etwas kleineres Treppenhaus befand sich im linken Seitenflügel, wo es ebenfalls durch eine Nebentür vom Hof zusätzlich erreichbar war.[20] Die Lage der beiden Treppenhäuser in den Seitenflügeln ermöglichte es, den Mittelbau zur Gänze dem Saal und den Amtsfunktionen vorzubehalten.

Am oberen Ende beider Treppenhauses führten breite Flure zum großen Saal.[21] Kleinere auf den Neckararm ausgerichtete Räume dienten als Ratsstube, Totenkämmerchen, Ehe- und Blutgerichtszimmer sowie als Ratsbibliothek.[22]

Den großen Saal darf man architektonisch in die Nachfolge der großen, einer breiten Öffentlichkeit zugänglichen Tanzsäle stellen, die bei spätmittelalterlichen und renaissancezeitlichen Rathäusern oft das erste Obergeschoss ausfüllten. Der Esslinger Saal diente ebenfalls dem Tanz und musikalischen Veranstaltungen.[23] Beispielsweise kam zum Abschluss der Schwörtagszeremonie die Gesellschaft dort zum Ball zusammen.[24] Die nur einem eingeschränkten Kreis zugänglichen Rats- und Gerichtsstuben, die sich in Esslingen ebenfalls im ersten Obergeschoss befinden, lagen bei den Rathäusern des Spätmittelalters und der Renaissance zumeist im zweiten Obergeschoss.

Der große Saal

Die bislang durch keine historische Beschreibung dokumentierte, heute nicht mehr vorhandene innere Ausgestaltung des im Grundriss quadratischen Saals ging auf einen Entwurf des Ludwigsburger Architekten Donato Giuseppe Frisoni zurück.[25] Gemäß dem Ratsprotokoll vom 18. Oktober 1727 wurde damals eine „Discretion“ angemahnt, „die man dem H. OberBau-Director Frisoni, wegen einiger gemachter Riß in den Raths-Saal annoch respecte schuldig seye.“[26] Die Stuckateursarbeiten übernahm Johann Jakob Schweizer (geb. 1700), der 1726/1726 für die Rahmung der Spiegel über den beiden Kaminen bezahlt wurde.[27]

Die Stuckdecke mit Bandelwerk weist als Bekrönung der vier mit Malerei versehenen Tondi Adler auf. Sie halten alternierend Zepter und Schwert, was Hans Andreas Klaiber als Zeichen für Sanftmut und Gerechtigkeit interpretierte.[28]Christian Ottersbach bezeichnet sie als die Machtinsignien des sonst doppelköpfigen Reichsadlers.[29]

Unterhalb der Mezzaninfenster und zum Teil auch auf den fensterlosen Wänden befanden sich 16 gemalte Medaillons mit Porträts der habsburgischen Kaiser. Der ebenfalls gemalte, barock ornamentierte Rahmen gipfelte in der habsburgischen Hauskrone. Diese heute überdecken Medaillons wurden mehrfach übermalt, gelten jedoch als bauzeitlich.[30] Der Umstand, dass die Reihe mit dem damals amtierenden Kaiser Karl VI. endete, stützt ihre Ursprünglichkeit. Sie bezeugten die Loyalität der Freien Reichsstadt zum Kaiser und speziell der Habsburgerdynastie.[31]

Die Deckengemälde von Paul Ambrosius Reith

Zur Vermittlung des Malers Paul Ambrosius Reith im Jahr 1727

Schon im alten, 1701 abgebrannten Rathaus hatte die Stadt dem schwäbischen Ritterkanton Kocher erlaubt, dort seine Zusammenkünfte abzuhalten.[2] Nach dem Brand von 1701 überließ sie ihm das südlich an das neue Rathaus angrenzende Grundstück, wo der Ritterkanton 1722–1725 für seine Belange ein eigenes Ritterhaus erbaute.[32] Architekt des Ritterhauses war

Matthias Widmann, der seit 1712 Baumeister-Adjunctus in Ludwigsburg war, was die stilistische Nähe seiner Detailformen zu Donato Giuseppe Frisoni erklärt.[33]

Als Dank für die Überlassung des Grundstücks Ritterstraße 10 schenkte der Ritterkanton der Stadt Esslingen für die Ausmalung des Rathauses den Betrag von 100 Dukaten und stellte zudem ihren Maler Paul Ambrosius Reith zur Verfügung. Der Sachverhalt ist durch das Ratsprotokoll vom 19. Juli 1726 dokumentiert.[34] Im Februar 1727 hatte Reith seinen Auftrag abgeschlossen, woraufhin sich der Stadtrat beim Ritterkanton bedankte.[35]

Reith hat sein Werk im Rathaussaal signiert und zwar im Tondo „Friede und Gerechtigkeit“ auf einer hinteren Seite des dort aufgeschlagen liegenden Buchs: „P. A. REITH F.“ In Aldingen und Kleinheubach hingegen ließ sich noch keine Signatur Reiths entdecken.

Festlegung des auszumalenden Raums und des Programms

Zunächst war offen, ob die Ausmalung die in der Südecke des Gebäudes gelegene Ratsstube oder den großen Saal zieren sollte.[36] Zudem überlegte man, ob die Gemälde auf Holz, Leinwand oder auf Gips, also auf den Putz zu malen seien.[36]Räumlich entschied man sich für den Saal mit dem Argument, „weilen winters Zeit darin [= in der Stube] [Öfen] brennen und der Rauch es allzu sehr verderben würde. Im Saal hingegen, lasse sichs, wann es auch schon vom danzen staubig werden sollte, gar leichtlich wieder abbuzen. Über die Technik sollten der Maler und Bürgermeister Weickersreutter gemeinsam entscheiden.[37] Zur Ausführung kam Öl auf Leinwand.

Zum Programm der Deckengemälde legte Reith zwei Varianten vor, die dem Rat der Stadt jedoch nicht zusagten. Bürgermeister Weickersreutter sollte deshalb zusammen mit den Steuerbeamten des Umgelteramts dem Maler „zu etwas anders anleitung […] geben“.[38] Als Konzeptionist ist demnach neben den namentlich nicht fassbaren Steuerbeamten Johann Philipp Weickersreutter (1679–1734) anzusehen.[39] Er war Bürgermeister und Kastenpfleger (Kastenvogt) in Esslingen.[40] Sein gleichnamiger Vater Johann Philipp Weickersreutter (1629–1699) bekleidete das Amt eines Esslinger Bürgermeisters über dreißig Jahre.[41] Er durchlitt die Besatzung durch französische Truppen 1688 und musste 1693 mit den Besatzern über Lösegeldzahlungen für Esslinger Geiseln verhandeln.[42]

Hans Andreas Klaiber vermutete wegen der Verwendung biblischer Beischriften einen Theologen als Konzeptionisten.[43] Die biblischen Beischriften betreffen ausschließlich die Tondi, deren Ikonographie wesentlich komplexer ist als die des ebenfalls nicht ganz einfach zu entschlüsselnden Mittelbildes. Es ist also sehr gut möglich, dass die Vorgaben für die Tondi von einer anderen Instanz erdacht wurden als die für das Mittelbild.

Anordnung und Ausrichtung der Gemälde

Die Tondi bezogen sich in ihrer Anordnung thematisch auf das Mittelbild. Links des Mittelbildes vervollständigen die beiden Tondi die vier Kardinaltugenden, die im Hauptgemälde nur als Prudentia und Justitia auftreten mit den Personifikationen von Fortitudo und Temperantia. Rechts des Mittelbilds beziehen sich Friede und Gerechtigkeit auf das im Mittelbild dargestellte Schutz- und Loyalitätsverhältnis zwischen Kaiser und Reichsstadt. Das Gemeinwohl mit einer Ansicht des neu erbauten Rathauses befindet sich rechts auf der Ebene der Stadtansicht im Rücken des dort das Bild begrenzenden Flussgottes Neckar.

Das Hauptgemälde war auf einen Betrachter ausgerichtet, der mit dem Rücken zum Ehrenhof stand. Die vier Tondi, in denen das zentrale Sujet mit Tugenden und weiteren Personifikationen bekräftigt und ergänzt wurde, richten sich an einen Betrachter in der Raummitte. Sie stehen jeweils diagonal zum Hauptgemälde.

Zusammenhang mit den Arbeiten von Paul Ambrosius Reith in Aldingen und Kleinheubach

Im März 1728 bat Reith, gegen eine Bezahlung von 80 Gulden auch die Ratsstube mit einem Gemälde versehen zu dürfen.[44] Der Stadtrat überließ die Entscheidung der Bürgerstuben-Gesellschaft, da diese das Gemälde zu bezahlen hätte. Vermutlich hatte Reith unmittelbar nach dem Rathaussaal die Deckengemälde in den „französischen Kammern“ des Aldinger Schlosses der Herren von Kaltental geschaffen, womit er 1727 ausgelastet war.[45] Die Herren von Kaltental gehörten als Reichsritter dem Ritterkanton Kocher an.

Im Anschluss an seine Arbeiten in Esslingen und Aldingen begab sich Reith nach Kleinheubach, wo er 1728–1729 den Saal im Schloss der Grafen von Löwenstein-Wertheim-Rochefort ausmalte.[46] Mit Esslingen blieb er in Kontakt, da er sich anerboten hatte, von Kleinheubach aus, das ebenso wie die Spiegelfabrik Lohr am Main lag, die über den Kaminen im Saal anzubringenden Spiegel zu beschaffen.[47]

Allegorie auf die kluge und gerechte Regierung der Freien Reichsstadt Esslingen

Esslingen als Freie Reichsstadt unter dem Schutz des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation

Das in ein Hochrechteck mit seitlichen Ausbuchtungen eingeschriebene Deckengemälde ist in drei Register unterteilt. Im mittleren Register, das wegen der seitlichen Ausbuchtungen besonders breit ist, kniet in der rechten Bildhälfte Minerva als Personifikation der Freien Reichsstadt Esslingen.[48] Zu erkennen ist ihre Doppelrolle einerseits an Helm, Rüstung, Lanze und langem Gewand für Minerva, die als Athene zugleich Schutzgöttin der Stadt Athen war, andererseits an dem Wappenschild der Stadt, das einen schwarzen Adler mit den Initialen CE (Civitas Esslingensis) auf der Brust führt.[48] Das Wappen wird von Rosen bekränzt. Unterhalb des Wappens schüttet ein kecker Putto ein Füllhorn mit weiteren Rosen, Blumen, Ähren, Äpfeln, Birnen und vor allem Weintrauben aus.

Ein weiterer Putto hält Minerva alias Esslingen einen goldenen Schild mit einem Ruder zwischen Reiher und Füllhorn vor Augen. Er symbolisiert das wachsame und wohltätige Regiment, indem das Steuerruder (Staatsruder) für Regieren, das Füllhorn für Wohlstand und der Kranich für Wachsamkeit stehen.[48]

Minerva alias Esslingen richtet ihren Blick jedoch auf den Kaiser, der im Register über ihr in der Mittelachse des Bildes auf einer Wolke thront. 1726 handelte es sich um Kaiser Karl VI., den im Deckengemälde allerdings nicht die habsburgische Hauskrone und das goldene Vlies, sondern die zeitlos das Amt bezeichnende Reichskrone ziert. Hans Andreas Klaiber deutete ihn deshalb als „Genius Imperii“, also als Personifikation des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation.[49]

Der Kaiser mit Allongeperücke trägt über der Rüstung einen roten Hermelinmantel, mit dem er wie eine (einseitige) Schutzmantelmadonna die Personifikation der Reichsstadt Esslingen fürsorglich umfängt. Beim Ausbreiten des Mantels hilft ihm Fama, die rechts oben im Bild den Ruhm des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation ausposaunt.[50] Zur Rechten des Kaisers liegt unter seinem Zepter der Reichsapfel. Darüber sitzt auf einer Wolke ein schwarzer Adler.

Rechter Hand des Kaisers sitzt die im Einklang mit Cesare Ripa weiß gekleidete Personifikation der Freiheit. Sie ist außer an der Farbe ihres Gewands am Zepter zu erkennen, den der Putto neben ihr hält, sowie am Hut. Der Hut, der laut Ripa geschorenen Sklaven nach ihrer Entlassung zum Schutz mitgegeben wurde, war ein gängiges, auch ohne Kenntnis von Ripas Iconologia verständliches Symbol der Freiheit.[51] Der von Rosen umwundene Stab, auf dem die Freiheit in Esslingen den Hut balanciert, entstammt zumal einer anderen, noch zu eruierenden Bildtradition.

Die goldenen Schlüssel, auf die die Freiheit ihre rechte Hand gelegt hat und die von Hans Andreas Klaiber nicht separat gedeutet wurden, symbolisieren laut Tipton die Schlüsselgewalt der Stadt.[52] Insgesamt dürfte die Personifikation den rechtlichen Status der allein dem Kaiser unterstellten Freien Reichsstadt bezeichnen. Ihre Position im oberen Register des Gemäldes verleiht ihr besonderes Gewicht. Zwischen dem Kaiser und der Freiheit trägt ein herbeifliegender Putto einen Lorbeerkranz für den Kaiser und einen Palmzweig vermutlich für die von der Stadtverwaltung während des Pfälzer Erbfolgekriegs (1688–1697) tapfer verteidigte Freiheit.[53]

Die Statuten als Grundlage und Garanten von Klugheit und Recht

Unterhalb der Freiheit sitzen im mittleren Register als Dreiergruppe Prudentia und Justitia mit einem rot gewandeten alten Mann mit goldener Kette und aufgeschlagenem Buch in ihrer Mitte. Prudentia hat als Tugend der Weisheit Spiegel und Schlange bei sich, Justitia als Tugend der Gerechtigkeit Schwert und Waage. Der Greis bezeichnet „il buon consiglio“, also den guten Rat, in Anlehnung an Cesare Ripa.[54] Bei Ripa hatte der alte Mann im roten Gewand an seiner Goldkette ein Herz hängen. Außerdem sollte auf dem bei Ripa geschlossen darzustellenden Buch eine Eule sitzen. Weitere, in Esslingen ebenfalls nicht übernommene Attribute hätten die als Trias zusammenhängenden Köpfe von Hund, Wolf und Löwe sowie ein Delphin sein können.

In Esslingen berief man sich statt auf das Herz auf die Statuten der Stadt, von denen im aufgeschlagenen Buch der wichtigste Leitsatz zu lesen war. Er beginnt mit ,,CAROLUS VI IMPERATOR AUGUSTISSIMUS PRIVILEGIA CIVITATIS CONFIRMATA", der erhabenste Kaiser Karl VI. hat die Privilegien der Stadt bestätigt.[55] Hans Andreas Klaiber hat darauf hingewiesen, dass die Stadt ihre Privilegien beim Regierungsantritt Kaiser Karl VI. nicht neu hatte bestätigen lassen, vermutlich um das Geld für den zeremoniellen Aufwand zu sparen.[56] Der zweite Satz „ LEGES ANIMA REI PUBLICÆ", Gesetze sind die Seele des Staates,[56] bezeichnet eine unparteiische Grundhaltung, die die Tugenden der Klugheit (Prudentia) und der Gerechtigkeit (Justitia) gedeihen lässt.

Friedenssehnsucht mithilfe der Reichsritterschaft

Im unteren Register dominiert eine Stadtansicht Esslingens von Süden mit der großen Neckarbrücke im Vordergrund und der oberhalb eines Weinbergs thronenden Burg im Hintergrund. Flankiert wird die Stadtansicht für den Betrachter links von einem Ritter, der die Reichsritterschaft vertritt.[57] Er schaut mit gezücktem Schwert autoritär befehlend auf den schwarzen Löwen neben ihm, der eine goldene, vom Reichsapfel bekrönte Krone trägt und eine Pranke auf ein Kanonenrohr gestellt hat.[58]

Rechts sitzen der Flussgott Neckar mit einer Nymphe, die man vielleicht als Kocher zu deuten hat. Zu ihren Füßen liegen abgelegt ein Helm und eine Fahne. Die Fahne mit schwarzem Doppeladler und einem roten Medaillon, das einen schreitenden zurückblickenden Hund mit erhobener Rute zeigt, ist die des Ritterkantons Kocher.[59] Der Flussgott Neckar hält trotz seines hohen Alters das Steuerruder fest in der Hand. Die Flussnymphe, bei der es sich in Anbetracht der Fahne um eine Personifikation des Kochers handeln dürfte, wendet sich ihm triumphierend zu und zeigt mit der rechten Hand auf die völlig intakte, von der Sonne beschienene und vom Füllhorn reich bedachte Stadt Esslingen.

Während Fahne und Helm im Vordergrund eher als Zeichen verdienstvoll geleisteter Kriegsarbeit zu lesen sein dürften, erscheint etwas weiter hinten, knapp links von der Mittelachse die szenisch aufgefasste Personifikation des Friedens. Eine Frau mit Olivenzweig in der erhobenen Hand verbrennt Waffen, eine andere, am Boden liegende führt ein Lamm mit sich. Sowohl der Olivenzweig als auch das Verbrennen der Waffen und das Lamm verweisen auf die Personifikation des Friedens bei Cesare Ripa.[60] Allerdings ist der Frieden gemessen an Ripa noch nicht ganz perfekt. Laut Ripa sollte die Personifikation Lamm und Löwe in Eintracht nebeneinanderführen. Im Bild dominiert zweifellos der gefährliche Löwe unter der Aufsicht des Ritters. Außerdem stürzt die weiß gekleidete Frau mit dem deutlich kleineren Lamm merkwürdig rücklings auf die Erde.

Ohne befriedigende Deutung, jedoch auf jeden Fall positiv konnotiert ist die rechts hinter Minerva alias Esslingen hinter einer Wolke als Halbfigur hervortretende Frau. Sie hat einen hell leuchtenden Stern auf der Brust und hält in den Händen rechts einen Fingerring mit Schmuckstein, links einen blühenden Zweig. Klaiber bezeichnete sie als Concordia,[56] die laut Ripa jedoch mit Myrte, Granatapfel und Zepter darzustellen war.[61] Der Stern auf der Brust erinnert sowohl an die Wahrheit als auch an die göttliche Weisheit. Der Ring jedoch kommt bei Ripa als Attribut nur als Ehering vor, sodass diese mit ihrem Blick auf das Füllhorn gerichtete Figur als noch ungedeutet zu gelten hat.

Allegorie auf die gute Herrschaft der Stadt Esslingen

Insgesamt hat man das zentrale Deckengemälde als Allegorie auf die kluge und gerechte Herrschaft der Freien Reichsstadt Esslingen zu lesen, die unter dem Schutz des Kaisers und mit Beistand der Reichsritterschaft Kocher Frieden und Wohlstand erfleht. Die erst eine Generation zuvor erduldete Besetzung durch die Franzosen, die 1688 gleich im ersten Jahr des Pfälzischen Erbfolgekriegs eintrat und bis in die neunziger Jahre andauerte, und der Stadtbrand von 1701 standen als Bedrohungen des Gemeinwohls den Konzeptionisten noch klar vor Augen. Der 1699 verstorbene Vater des namentlich mit dem Programm beauftragten Johann Philipp Weickersreutter musste während der französischen Besatzung als Bürgermeister gegen Willkür und Zerstörung ankämpfen.

Constantia et Fortitudine schützen die Treue
Constantia et Fortitudine schützen die Treue

Die vier Nebenszenen in den Ecken bekräftigen und ergänzen die schon im Hauptgemälde angesprochenen Tugenden des Friedens und des Wohlstands.[28] Konzeptionell sind sie jedoch anders aufgebaut, da sie den Vorgaben in Cesare Ripas Iconologia nur insofern folgen, als sie mit einer Cesare Ripa entlehnten Bildsprache die beigegebenen Bibelstellen illustrieren.

Die Deutung des Tondos links oberhalb des Hauptgemäldes als Beständigkeit (Costanza) und Treue (Fidelitas) geht auf Hans Andreas Klaiber zurück.[62] Bei Cesare Ripa, dessen Vorgaben im Mittelbild weitgehend gefolgt wurde, hält Costanza in der Rechten eine Säule, in der Linken über einem Feuer trotz der Verbrennungsgefahr standhaft ein Schwert.[63] Fidelitas, beziehungsweise italienisch „Fedeltà“ trägt bei Ripa ein weißes Gewand, hält einen Schlüssel oder ein ringförmiges Siegel und hat als gängiges Symbol der Treue einen Hund bei sich. Schlüssel und Siegel stehen für die Verschwiegenheit der Treue. [64]

In Esslingen sind die beiden einander umarmenden Personifikationen derart gewichtet, dass die dort eherne Säule, die auch ein zentrales Attribut der Kardinaltugend der Stärke (Fortitudo) ist, im Vordergrund steht. Ihre rechteckige Basis trägt auf der einen Seite die Inschrift: „SAP . III . 9 FIDELES IN DILECTIONE“ (treu in Zuneigung).[65] Auf der anderen, nur noch schlecht lesbaren Seite endet sie in dem Wort „FORTITUDINE“. Den Aspekt der Stärke im Bild unterstützt das Löwenfell, das die Personifikation um ihren Oberkörper geschlungen hat. Insofern hat man die Frau mit der Säule eher als Fortitudine als als Fidelitas zu begreifen.

„Constantia et Fortitudine“ bildeten zusammen das Motto Kaiser Karls VI. Ihre Verschmelzung zu einer Personifikation sollte möglicherweise den amtierenden Kaiser ehren, zumal die eherne Säule durch den österreichischen Bindeschild vor dem doppelköpfigen Reichsadler näher bestimmt wurde. Dem Gemälde zufolge schützt und ermöglicht Karl VI. mit seinem Motto Beständigkeit und Stärke die Treue. Über den beiden Personifikationen hascht ein Putto nach einer Taube, die er jedoch bereits an der Leine führt.

Friede und Gerechtigkeit
Friede und Gerechtigkeit

Rechts oberhalb des Hauptgemäldes erscheinen im Tondo Friede und Gerechtigkeit. Klaiber hat sie anhand der Schrift im aufgeschlagenen Buch identifiziert: „PSALM“ [85, 11.] „IUSTITIA ET PAX OSCULATÆ SUNT“.[66] Die beiden Personifikationen haben Wangen und Hände an- beziehungsweise ineinandergelegt. Über ihnen entzündet ein Putto zwei Fackeln aneinander als Zeichen gegenseitiger Liebe und Zuneigung.[65] Das Motiv entstammt der Liebesemblematik.[67]

Die Gerechtigkeit hat Schwert und Waage abgelegt. Darüber liegt das aufgeschlagenen Buch mit dem Psalm, in dem auf einer hinteren Seite Paul Ambrosius Reith seine Signatur „P. A. REITH F.“ hinterlassen hat.

Reith hat Pax nicht nach den Vorgaben von Cesare Ripa, sondern als (auch bei Ripa) weiß gekleidete Frau gemalt, die auf eine Schlange tritt. Im Hintergrund sitzt eine Henne mit ihren Küken als Zeichen der Fürsorge[68] und Fruchtbarkeit.[69]Ein Putto mit einem Küken in der Hand bringt als weiteres Zeichen der Fürsorge Ähren herbei. Vermutlich wich Reith bei der Personifikation des Friedens von Cesare Ripa ab, da er sie erstens nach Ripa schon im Hauptgemälde gemalt hat und es sich zweitens im Tondo um die Illustration eines biblischen Textes handelte.

Temperantia
Temperantia

Links unterhalb des Hauptgemäldes befindet sich das Tondo mit der Kardinaltugend der Temperantia, also der Mäßigung. Ein herbeifliegender Putto ist ihr dabei behilflich, Wasser mit Wein zu verdünnen. Temperantia trägt über einer Rüstung einen roten Mantel. In der Rechten hält sich ein von Lorbeer umwundenes Schwert. Darunter liegt ein aufgeschlagenes Buch mit einer Esra 3,40 entnommenen Stelle: „NON EST IN IUDICIO EIUS INIQUUM“ (in seinem Urteil ist nichts Ungerechtes).[62]

Zusammen mit Fortitudo im Tondo rechts oben vervollständigt Temperantia den Kanon der vier Kardinaltugenden, der im Hauptgemälde mit Prudentia und Justitia zu beiden Seiten des „buon consiglio“ ja nur begonnen wurde. Beide Tondi, das der Fortitudo und das der Temperantia flankieren dabei die Seite der Tugenden auf dem Hauptbild.

„Hinter der Temperantia steht eine Pyramide mit den Reliefs von ,,Fides" und ,,Caritas", gekrönt von der Rudolfinischen Hauskrone, die mit Lorbeer geschmückt ist und über der das Auge Gottes leuchtet. Dazu noch die Inschrift: „Super ipsum efflorebit corona eius", über denselben wird seine Krone sprießen. In einer Art Nebenprogramm werden der Temperantia die ihr besonders nahe verwandten geistlichen Tugenden beigeordnet (die ,Spes" als Dritte darf man sich wohl in Gedanken [auf der Rückseite der Pyramide] ergänzen).“[62]

Verheißung von Gemeinwohl und Fruchtbarkeit
Verheißung von Gemeinwohl und Fruchtbarkeit

Klaiber identifizierte die Hauptfigur des Tondos rechts unten als „Felicitas publica“.[68] Zwar hat sie statt des bei Ripa geforderten Merkurstabs als Zeichen von Frieden, Versöhnung und Bildung nur ein Zepter bei sich, doch stimmen das überquellende Füllhorn und die Blumen mit Ripa überein.[70] Reith hat sie im Haar seiner Personifikation und im Korb eines davonfliegenden Puttos untergebracht. Eine eigenständige Erfindung Reiths ist eine Art Fruchtbarkeits- oder Morgensterngöttin, die Klaiber als Taugöttin benannt hat. Aus ihren Brüsten spritzt Milch auf eine Palme, die im Hof des neuen Esslinger Rathauses wächst. Über ihrem Kopf leuchtet ein Stern, links im Bild steht eine Mondsichel.

Die von Reith gewählten Bildmotive der Fruchtbarkeit und des Gedeihens illustrieren die Bibelzitate im aufgeschlagen neben dem Füllhorn liegenden Buch: „CANTIC CANT: II 12“ (Hohelied II,12) „FLORES APPARUERUNT IN TERRA NOTRA [sic!]“ (die Blumen erschienen in unserem Land). Und: „ZACH[arja] 3.V.9 (richtig: VIII, 12).“ „ET CÆLI DABUNT ROREM SUUM“ (und die Himmel werden ihren Tau geben).

Insbesondere die zweite Bibelstelle, die einer göttlichen Verheißung der Wiederinbesitznahme der Stadt Jerusalem entnommen ist, floss in das Gemälde ein und war offenbar auf Esslingen zu beziehen. Der vollständige Bibeltext lautet: „Aber nun will ich nicht wie in den vorigen Tagen mit den übrigen dieses Volks fahren, spricht der HERR Zebaoth; sondern sie sollen Same des Friedens sein. Der Weinstock soll seine Frucht geben und das Land sein Gewächs geben, und der Himmel soll seinen Tau geben; und ich will die übrigen dieses Volks alles besitzen lassen.“

Vor Rathausvedute ist ein von Bäumen planvoll umstandener Weingarten zu sehen, der sich direkt auf die biblische Verheißung bezog. Das gemäß Ripa dargestellte Gemeinwohl illustrierte die Vision, dass die übrigen dieses Volks alles besitzen sollten. Die Palme im Rathaushof war laut Klaiber als „Zeichen der friedsamen Gerechtigkeit“ zu deuten.[68] Sie ist mit Fahnen und dem Esslinger Stadtwappen behangen.

Programm und Synthese

Den Quellen zufolge war es den Esslinger Stadtoberen nicht von vorne herein ein Anliegen, den Saal ihres nach dem Stadtbrand von 1701 in den Jahren 1705–1715 neu erbauten Rathauses mit einem Bildprogramm zu versehen. Das Budget für das Deckengemälde bekamen sie ebenso vom Ritterkanton Kocher geschenkt wie dieser auch ihren Maler Paul Ambrosius Reith zur Verfügung stellte. Zudem musste sich der Stadtrat erst noch entscheiden, ob er das Deckengemälde in der Ratsstube oder im Saal haben wollte. Erst als die Entscheidung für den Saal gefallen war und Reith zwei Bildvorschläge eingereicht hatte, die dem Rat nicht zusagten, scheint das Vorhaben den Ehrgeiz der Konzeptionisten geweckt zu haben.

Namentlich fassbar ist der Bürgermeister Johann Philipp Weickersreutter der Jüngere, doch waren vermutlich mehrere Kräfte an der Konzeption beteiligt. Mittelbild und Tondi ergänzen sich zwar in ihrer Thematik, doch sind sie konzeptionell unterschiedlich aufgebaut. Das Mittelbild veranschaulicht die Verfassung und die weltlichen Rechtsverhältnisse der Freien Reichsstadt, wohingegen in den Tondi Gottesfürchtigkeit verbunden mit der Bitte um Frieden und Gerechtigkeit zum Ausdruck kommt.

Bibliographie

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  • Dehio BAW I, 1993 = Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Baden-Württemberg I: Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe, bearbeitet von Dagmar Zimdars und anderen, München /Berlin 1993.
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  • Jeutter, Raumdekorationen, 1995 = Ewald Jeutter, Raumdekorationen aus dem zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts in Bürgerhäusern der ehemals „Freyen Reichsstadt“ Hall. Ein Beitrag zu den Auftraggebern und den Dekorateuren, in: Württembergisch Franken, 79 (1995), S. 243–312.
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  • Klaiber, Eßlinger Baukunst, 1937 = Hans Klaiber, Die Hauptwerke der Eßlinger Baukunst von der Renaissance bis zum Klassizismus, in: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte, 1 (1937), S. 122–156.
  • Ottersbach, Gerichtshof, 2019 = Christian Ottersbach, Der Königliche Gerichtshof für den Neckarkreis, in: Prudentia, Iustitia, Consilium. 200 Jahre Landgerichte Ellwangen, Tübingen, Ulm, Ellwangen 2019, S. 33–39.
  • Ottersbach, Hic domus, 2002 = Christian Ottersbach, „Hic domus haec patria est”. Esslingens barockes Rathaus. Residenz der Ratsaristokratie und imaginäres Kaiserschloss?, in: Esslinger Studien, 41 (2002), S. 15–45.
  • Ottersbach, Residenzschloss, 2008 = Ottersbach, Ein Residenzschloss für die Reichsstadt. Esslingens barockes Rathaus, in: Burg und Stadt (Forschungen zu Burgen und Schlössern, 11), hg. von der Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern in Verbindung mit dem Germanischen Nationalmuseum, München/Berlin 2008, S. 237–248.
  • Pfaff, Eßlingen, 1840 = Karl Pfaff, Geschichte der Reichsstadt Eßlingen. Nach Archivalurkunden und anderen bewährten Quellen, Esslingen am Neckar 1840.
  • Schreiber, Rathäuser, 1973 = Christa Schreiber, Rathäuser des Barock in Franken, Schwaben und Baden, Phil. Diss. Freie Universität Berlin, Berlin 1973.
  • Tipton, Res publica, 1996 = Susan Tipton, Res publica bene ordinate, Hildesheim/Zürich/New York 1996.

Einzelnachweise

  1. Die Erwähnung 1233 bei Pfaff, Eßlingen, 1840, S. 70. Der Ausbau 1524 ebenso bei Pfaff, Eßlingen, 1840, S. 70. Der Ausbau 1665 in Denkmaltopographie Esslingen, 2009, S. 50 (Christian Ottersbach). Zum Stadtbrand: Klaiber, Eßlinger Baukunst, 1937, S. 127–128 sowie Denkmaltopographie Esslingen, 2009, S. 51–52 (Christian Ottersbach).
  2. 2,0 2,1 Pfaff, Eßlingen, 1840, S. 70.
  3. Schreiber, Rathäuser, 1973, S. 68 mit Anm. 180.
  4. Dehio BAW I, 1993, S. 211. Denkmaltopographie Esslingen, 2009, S. 50 (Christian Ottersbach).
  5. Schreiber, Rathäuser, 1973, S. 335, Anm. 172. Siehe auch Pfaff, Eßlingen, 1840, S. 70–71.
  6. Klaiber, Eßlinger Baukunst, 1937, S. 131; Schreiber, Rathäuser, 1973, S. 68.
  7. Klaiber, Eßlinger Baukunst, 1937, S. 131; Schreiber, Rathäuser, 1973, S. 68. Der Anteil Börel und Jochums wurde vor Gericht ausgetragen (Klaiber, Eßlinger Baukunst, 1937, S. 133–134).
  8. Klaiber, Eßlinger Baukunst, 1937, S. 132–133; Schreiber, Rathäuser, 1973, S. 68.
  9. Schreiber, Rathäuser, 1973, S. 68.
  10. Die ursprüngliche Gestalt ist der Ansicht des Rathauses auf dem Deckengemälde der Felicitas publica im Saal von Paul Ambrosius Reith zu entnehmen.
  11. Ottersbach, Gerichtshof, 2019, S. 36. Er wurde zunächst durch ein Ehrenhofgitter ersetzt, das im 20. Jahrhundert entfernt wurde (Ottersbach, Gerichtshof, 2019, S. 36).
  12. Auf Ottersbach, Hic domus, 2002, S. 18 wirkte der Mittelrisalit wie ein Rathausturm.
  13. Klaiber, Eßlinger Baukunst, 1937, S. 132.
  14. Ottersbach, Residenzschloss, 2008, S. 237.
  15. Klaiber, Eßlinger Baukunst, 1937, S. 135; Klaiber, Deckengemälde, 1957, S. 24; Ottersbach, Hic domus, 2002, S. 16.
  16. Schreiber, Rathäuser, 1973, S. 73–74.
  17. Klaiber, Eßlinger Baukunst, 1937, S. 134–135; Schreiber, Rathäuser, 1973, S. 69 mit Anm. 196 auf S. 337; Ottersbach, Hic domus, 2002, S. 21; Ottersbach, Gerichtshof, 2019, S. 35.
  18. Siehe hierzu die Grundrisse bei Ottersbach, Hic domus, 2002, S. 19; Ottersbach, Residenzschloss, 2008, S. 239 und Ottersbach, Gerichtshof, 2019, S. 35.
  19. Ottersbach, Hic domus, 2002, S. 24; Ottersbach, Residenzschloss, 2008, S. 239.
  20. Zur Lage der beiden Treppenhäuser und ihrer ursprünglichen Gestalt: Ottersbach, Hic domus, 2002, S. 21–22. Gute Abbildungen beider Treppenhäuser in Ottersbach, Gerichtshof, 2019, S. 35. Siehe auch Schreiber, Rathäuser, 1973, S. 337–338, Anm. 197, die aus den Quellen zu den 1710 eingebauten Treppen referiert.
  21. Siehe hierzu den Rekonstruktionsgrundriss des ersten Obergeschosses bei Ottersbach, Hic domus, 2002, S. 19; Ottersbach, Residenzschloss, 2008, S. 239 und Ottersbach, Gerichtshof, 2029, S. 35.
  22. Siehe hierzu den Rekonstruktionsgrundriss des ersten Obergeschosses bei Ottersbach, Gerichtshof, 2029, S. 35. In der Ratsstube stuckierte Johann Jakob Schweizer 1727/1728 die Kamine (Ottersbach, Hic domus, 2002, S. 25).
  23. Klaiber, Eßlinger Baukunst, 1937, S. 136.
  24. Ottersbach, Hic domus, 2002, S. 24.
  25. Ottersbach, Hic domus, 2002, S. 24–25.
  26. Der Hinweis darauf erstmals bei Ottersbach, Hic domus, 2002, S. 25 mit Anm. 35.
  27. Ottersbach, Hic domus, 2002, S. 25. Zu weiteren Arbeiten Schweizers in Reutlingen und ab 1731 umfänglich in Schwäbisch Hall: Jeutter, Raumdekorationen, 1995, S. 244–249.
  28. 28,0 28,1 Klaiber, Deckengemälde, 1957, S. 26.
  29. Ottersbach, Hic domus, 2002, S. 28.
  30. Klaiber, Deckengemälde, 1957, S. 28; Ottersbach, Hic domus, 2002, S. 27. Bei Ottersbach in der Bildunterschrift der Wittelsbacher König Ludwig der Bayer genannt, sodass es sich doch nicht nur um die Habsburgerdynastie gehandelt zu haben scheint. Die Medaillons sind heute verdeckt.
  31. Eine ausführlichere, mit zeitgenössischen Verfassungsschriften abgesicherte Deutung bei Ottersbach, Hic domus, 2002, S. 28–29.
  32. Zum Ritterhaus: Böhringer, Ritterbau, 1966/67.
  33. Böhringer, Ritterbau, 1966/67, S. 216.
  34. Böhringer, Ritterbau, 1966/67, S. 217; Tipton, Res publica, 1996, S. 294 mit Transkription auf S. 296–297.
  35. Tipton, Res publica, 1996, S. 297 (Ratsprotokoll vom 10. Februar 1727).
  36. 36,0 36,1 Tipton, Res publica, 1996, S. 294 mit Transkription auf S. 297.
  37. Tipton, Res publica, 1996, S. 297 (Ratsprotokoll vom 12. September 1726).
  38. Tipton, Res publica, 1996, S. 294 mit Transkription auf S. 297 (Ratsprotokoll vom 12. September 1726).
  39. Ebenso: Böhringer, Ritterbau, 1966/67, S. 217; Ottersbach, Hic domus, 2002, S. 26.
  40. Personeninformation
  41. Weickersreutter, Johann Philipp - Porträtsammlung der HAB.
  42. Museen in Esslingen am Neckar: Zum Valentinstag
  43. Klaiber, Deckengemälde, 1957, S. 22.
  44. Tipton, Res publica, 1996, S. 300 (Ratsprotokoll vom 2. März 1728).
  45. Siehe hierzu den Eintrag: Seeger, Ulrike: Aldingen, Neues Schloss (cbdd10028), in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2020, URL: www.deckenmalerei.eu/239fe274-84ba-4fd2-8aa0-7f93cea3dd2d, letzter Zugriff: 2025-02-03
  46. Siehe hierzu den Eintrag: Seeger, Ulrike: Kleinheubach, Schloss Löwenstein (cbdd10366), in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2024, URL: www.deckenmalerei.eu/46f5900b-1cb7-4aa0-a57d-7965b8747e93, letzter Zugriff: 2025-02-03
  47. Tipton, Res publica, 1996, S. 300 (Ratsprotokoll vom 20. Oktober 1728). Siehe auch Ottersbach, Hic domus, 2002, Anm. 39.
  48. 48,0 48,1 48,2 Klaiber, Deckengemälde, 1957, S. 25; Tipton, Res publica, 1996, S. 295.
  49. Klaiber, Deckengemälde, 1957, S. 24–25.
  50. Ebenso Klaiber, Deckengemälde, 1957, S. 25.
  51. Ripa, Iconologia, 1645, S. 375. Tipton hat das Zepter als Schwert bezeichnet und Symbol der Rechtsbefugnisse gedeutet (Tipton, Res publica, 1996, S. 295). Bei Ripa bewegt sich zu Füßen der Freiheit als besonders freiheitsliebendes Tier zudem eine Katze.
  52. Tipton, Res publica, 1996, S. 295. Ripa verwendete die in Italien päpstlich konnotierten gekreuzten Schlüssel als Attribute der Autorità oder Podestà allerdings zusammen mit Büchern und Waffen (Ripa, Iconologia, 1645, S. 54–56).
  53. Einen Eindruck von der Besetzung Esslingens durch französische Truppen gleich zu Beginn des im Pfälzer Erbfolgekriegs gibt Klaiber, Eßlinger Baukunst, 1937, S. 127.
  54. Klaiber, Deckengemälde, 1957, S. 25. Ripa, Iconologia, 1645, S. 106–110.
  55. Klaiber, Deckengemälde, 1957, S. 25 sowie Ottersbach, Hic domus, 2002, S. 26.
  56. 56,0 56,1 56,2 Klaiber, Deckengemälde, 1957, S. 25.
  57. Tipton, Res publica, 1996, S. 295.
  58. Tipton, Res publica, 1996, S. 295 deutet den Löwen als Wappentier der Reichsritterschaft. Speziell der Ritterkanton Kocher führte jedoch den zurückblickenden Hund mit erhobener Rute, der auf der abgelegten Fahne im Gemälde zu sehen ist.
  59. https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Kantonkocher.JPG
  60. Ripa, Iconologia, 1645, S. 468.
  61. Ripa, Iconologia, 1645, S. 97–101.
  62. 62,0 62,1 62,2 Klaiber, Deckengemälde, 1957, S. 27.
  63. Ripa, Iconologia, 1645, S. 124–125.
  64. Ripa, Iconologia, 1645, S. 202–203.
  65. 65,0 65,1 Tipton, Res publica, 1996, S. 296.
  66. Klaiber, Deckengemälde, 1957, S. 27–28.
  67. https://archive.org/details/emblemataamatori00vanv/page/n17/mode/1up
  68. 68,0 68,1 68,2 Klaiber, Deckengemälde, 1957, S. 28.
  69. Ripa, Iconologia, 1645, S. 197–198.
  70. Ripa, Iconologia, 1645, S. 203–204.