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Dresden, Das Belvedere im Brühlschen Garten

Aus Deckenmalerei-Lab
Hertzig, Stefan:Dresden, Das Belvedere im Brühlschen Garten, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2022, URL: www.deckenmalerei.eu/c9c212a0-3a84-4c24-8d4e-a4ef17c07d07

Inventarnummer: cbdd10484

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Verschiedene Kleinbauten befanden sich in den gärtnerischen Anlagen des Brühlschen Palais. Den Höhepunkt bildete das Belvedere mit einem reichgeschmückten Saal und einer ausgemalten Decke.

Dresden, Das Belvedere im Brühlschen Garten
Dresden, Das Belvedere im Brühlschen Garten

Bauwerk

Dresden, Das Belvedere im Brühlschen Garten

Der Brühlsche Garten stellt in seiner Gesamtheit und in seinen barocken Resten den einzigen, bis heute zusammenhängend erhaltenen Teil der Brühlschen Palaisanlage dar. Zwischen 1739 und 1748 hatte Kurfürst-König August III. den gesamten nördlichen, zur Elbe hin gelegenen Wallabschnitt der Festungsanlage seinem Premierminister zum Geschenk gemacht. Neben den eigentlichen gärtnerischen Anlagen waren vor allem die verschiedenen Kleinarchitekturen, die darin im Laufe der Jahre errichtet wurden, von künstlerischer Bedeutung. In dem mittleren, an das Palais und seinen Treillagen-Garten anschließenden Bereich befanden sich der zur Elbe hin gelegene ovale Gartenpavillon, dahinter das schlichte, elfachsige Bibliotheksgebäude. Nach Osten schloss sich die eingeschossige Brühlsche Gemäldegalerie mit ihren 19 Rundbogenfenstern an, die sich zur Elbe hin öffneten. Über Rampen und Treppen war schließlich der östliche, stark aufgeweitete Gartenteil zu erreichen. Neben einem kleinen, am Rande gelegenen Theater und dem bis heute erhaltenen Gärtnerhaus befand sich dort als Höhepunkt der gesamten Besitzung das 1748–51 durch Johann Christoph Knöffel an der Spitze der Festungsanlage errichtete Brühlsche Belvedere. Das komprimiert wirkende Bauwerk über dem Grundriss von zwei Ovalen und zwei Quadraten mit abgeschrägten Ecken gilt als der Höhepunkt der sächsischen Rokokoarchitektur schlechthin. Über einem Souterrain wurden seine Fassaden zum Garten hin mit Pilasterstellungen und Relief geschmückt, an den übrigen Fronten befanden sich Lisenen und Spiegelfelder, zwei Wappenschilde und ein mehrteiliges Mansarddach bildeten den Abschluss. Bereits im Jahre 1758 war das Belvedere durch den Beschuss Friedrichs des Großen im Siebenjährigen Krieg absichtlich zerstört und die Ruine im Jahr danach abgebrochen worden.[1]

Die Decke im Belvedere

Historische Pläne zeigen den reichgeschmückten Saal des Belvederes mit seinen breiten, rundbogigen Fensteröffnungen, festongeschmückten Pfeilern mit bekrönenden Figuren, sowie einer Zone aus bewegten – evtl. aufstuckierten oder aufgemalten – Kartuschen, die anstelle eines Hauptgesimses zum Deckengemälde überleiteten.[2] Man kann davon ausgehen, dass die in den Plänen nur teilweise erkennbaren Figuren – verschiedene weibliche Gestalten, Genien mit Kränzen und Putten mit Festons in einem bewegten Wolkenhimmel – durchaus auf eine konkrete Planung auch des Deckengemäldes Bezug nahmen und dass ein solches, in welcher exakten Form auch immer, auch realisiert worden war. Einig ist sich die Forschung mittlerweile darin, dass Stefano Torelli der ausführende Künstler dieses Deckengemäldes gewesen war.[3]

Bibliographie

  • Archivalien:
  • Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Plansammlung, Inv.-Nr. M 13, Bl. 3.
  • Städtische Galerie Dresden, Inv.- Nr. 1965 k/32.
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  • Literatur:
  • Ruggero, Zur Baugeschichte, 2020. – Ruggero, Christina: Zur Baugeschichte des Palais Brühl und der Bauten an der Augustusstraße und auf dem Festungswall in Dresden, in: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen (Hg.): Heinrich Graf von Brühl (1700–1763). Bauherr und Mäzen (= Arbeitsheft 29 des LfD), Altenburg, 2020, S. 14–40.
  • Zumpe, Die Brühlsche Terrasse, 1991. – Zumpe, Manfred: Die Brühlsche Terrasse in Dresden, Berlin 1991.

Einzelnachweise

  1. Zumpe, Die Brühlsche Terrasse, 1991 , S. 89–120.
  2. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Plansammlung, Inv.-Nr. M 13, Bl. 3. Städtische Galerie Dresden, Inv.- Nr. 1965 k/32.
  3. Ruggero, Zur Baugeschichte, 2020, Kat.-Nrn. 89 und 90.