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Bovenau, Gut Osterrade

Aus Deckenmalerei-Lab
Laß, Heiko:Bovenau, Gut Osterrade, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2022, URL: www.deckenmalerei.eu/4a26bda2-e26b-4ce0-b8cb-f3768ae310f8

Inventarnummer: cbdd10413

Lage: Auf OpenStreetMap anzeigen

Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Auf Osterrade hat sich eine Stuckdecke mit zentralem Deckengemälde von ca. 1700 erhalten.

Bovenau-Osterrade; Gut Osterrade, Herrenhaus
Bovenau-Osterrade; Gut Osterrade, Herrenhaus

Gut Osterrade

Bovenau-Osterrade; Gut Osterrade, Herrenhaus

Kurzbeschreibung und Lage

Gut Osterrade[1] liegt am Nordrand der Gemeinde Bovenau, direkt an der Alten Eider, die im Nordwesten vorbeifließt. Erschlossen wird das Gut von Südosten über eine gerade Achse, an deren Ende das Herrenhaus, leicht aus der Achse verschwenkt, steht.

Bau- und Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Das Gut ist relativ jung und entstand erst 1553/54 durch Erbteilung. Es wechselte im Laufe seiner Geschichte häufig den Besitzer. Das erste Herrenhaus von 1575 war ein Doppelhaus und wurde 1619 unter Benedix von Ahlefeldt umgebaut. Sein gleichnamiger Enkel begann Anfang des 18. Jahrhunderts einen weiteren Umbau, ging jedoch in Konkurs und starb 1712. 1715 kam Bovenau an Detlef von Brockdorff, der das Gebäude 1723 weitgehend durch einen Neubau ersetzten ließ. Alte Teile wurden aber mit einbezogen. Nach einem Großbrand 1829 erfolgte eine klassizistische Erneuerung.

Beschreibung

Das Herrenhaus[2] stammt in seiner gegenwärtigen Erscheinung überwiegend aus dem 19. Jahrhundert, auch wenn sich über dem südwestlichen Abschnitt ältere Raumstrukturen erhalten haben. Vom ehemaligen Doppelhaus ist nichts mehr zu sehen. Der Bau unter Satteldach hat heute zwei Geschosse und ist 13 Fensterachsen breit und vier Achsen tief. Die mittleren drei Achsen der Eingangsseite treten hinter zwei Säulen unter einem Segmentbogengiebel etwas zurück und bilden auf diese Art eine offene Vorhalle.

Das Erdgeschoss ist das Hauptgeschoss. Von der Vorhalle aus betritt man ein Vestibül, von dem ein schmaler Flur ausgeht, der die Räume der Hof- von denen der Gartenseite trennt. Im Südteil des Gebäudes sind Reste des Fachwerkdoppelhauses erhalten. Einige Deckenbalken zeigen Reste der ursprünglichen schlichten Bemalung mit Rahmenmustern und Punktreihen. Aus der Zeit um 1650 haben sich Reste der stuckierten Balken erhalten. Aus der Zeit um 1700 stammen zwei Stuckdecken im Flur sowie im angrenzenden so genannten Südkabinett.

Das so genannte Südkabinett und seine Stuckdecke

Bau- und Ausstattungsgeschichte

Das so genannte Südkabinett[3] wurde für Bendix von Ahlefeldt um 1700 wohl von Domenico Carbonetti und Giuseppe Mogia bzw. deren Werkstatt stuckiert. Der Raum selbst ist älter.

Beschreibung

Die Stuckdecke zieren Profile und sowie florale Elemente. Vier Putten, die von Füllhörnern voller Blumen flankiert sind, tragen ein Mittelmedaillon mit einem Floragemälde.

Das Deckengemälde der Flora

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Die Malerei[4] ist undatiert, aber wohl in Zusammenhang mit der Stuckdecke um 1700 entstanden. Der Künstler ist unbekannt.

Beschreibung und Ikonographie

Das Mittelfeld zeigt eine vor Wolken schwebende Flora mit Blumen im Haar. In ihren ausgebreiteten Armen hält sie eine Blumengirlande. Kleid und Mantel wehen effektvoll im Wind. Zwei Putten begleiten sie. Die stuckierten Füllhörner mit überquellenden Blumen beziehen sich auf das zentrale Gemälde mit Flora. Ihre Ansichtigkeit ist auf die Eingangstür ausgerichtet.

Bibliographie

  • Literatur:
  • Lafrenz, Herrenhäuser, 2015. – Lafrenz, Deert: Gutshöfe und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein. Petersberg 2015.
  • Rinn, Stukkateure, 1999. – Rinn, Barbara: Italienische Stukkateure zwischen Elbe und Ostsee (Bau + Kunst. Schleswig-Holsteinische Schriften zur Kunstgeschichte, 1). Kiel 1999.
  • Rumohr, nördliches und westliches Holstein, 1981. – Rumohr, Henning von: Schlösser und Herrenhäuser im nördlichen und westlichen Holstein. Frankfurt a. M. 1981.
  • Rumohr/Neuschäffer, Schlösser, 1983. – Rumohr, Henning von/Neuschäffer, Hubertus: Schlösser und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein. Frankfurt 1983.
  • Schulze, Bauforschung, 1989. – Schulze, Heiko K. L.: Bericht über neue Ergebnisse der Bauforschung des Landesamtes für Denkmalpflege 1985 -1988. In: Nordelbingen 58 (1989), S. 189-254.
  • Schulze, Bericht, 1991. – Schulze, Heiko K. L.: Bericht über neue Ergebnisse der Bauforschung des Landesamtes für Denkmalpflege 1989/90. In: Nordelbingen 60 (1991), S. 221-300.
  • Seebach, Herrenhäuser, 1985. – Seebach, Carl-Heinrich: 800 Jahre Burgen, Schlösser und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein. Neumünster 1985.

Einzelnachweise

  1. Lafrenz, Herrenhäuser, 2015, S. 424-427; Rinn, Stukkateure, 1999, S. 142-143; Schulze, Bericht, 1991, S. 293; Schulze, Bauforschung, 1989, S. 190-203; Seebach, Herrenhäuser, 1985, S. 45-46; Rumohr/Neuschäffer, Schlösser, 1983, S. 273-275; Rumohr, nördliches und westliches Holstein, 1981, S. 158-168.
  2. Lafrenz, Herrenhäuser, 2015, S. 425-426; Rinn, Stukkateure, 1999, S. 142; Schulze, Bauforschung, 1989, S. 191-192, 198; Rumohr, nördliches und westliches Holstein, 1981, S. 163.
  3. Lafrenz, Herrenhäuser, 2015, S. 426; Rinn, Stukkateure, 1999, S. 142-143.
  4. Rinn, Stukkateure, 1999, S. 142.