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Augsburg, Schaezlersches Gartengut

Aus Deckenmalerei-Lab
Herz, Timotheus:Augsburg, Schaezlersches Gartengut, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2022, URL: www.deckenmalerei.eu/69e006eb-940b-4ccf-b402-896017b544be

Inventarnummer: cbdd20015

Lage: Auf OpenStreetMap anzeigen

Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Der Garten zählte zu den größten Anwesen außerhalb Augsburgs. Heute existiert nur noch das Palais von 1770. Der stuckierte Festsaal, bemalte Türfelder und das Deckenfresko von Josef Christ im Treppenhaus mit der Allegorie über die Voraussetzungen für glückliches Handeln zeugen vom einstigen Glanz.

Augsburg, Gouachen, Karl Nicolai
Augsburg, Gouachen, Karl Nicolai

Bauwerk

Geschichte und Lage

Durch die heutige Lage des Palais an einer befahrenen Verkehrsachse, eingepfercht zwischen Parkhaus und mehrstöckiger Bebauung der angrenzenden Grundstücke ist der einstige Charme des Gartenguts kaum mehr erahnbar. Die idyllische Lage im Grünen an der Chaussee um die Stadt Augsburg ist längst passee. Direkt westlich der Stadtbefestigung, zwischen dem Gögginger Tor, einem der für den Handel wichtigsten der Stadt, und dem Alten Einlass, der auch nachts geöffnet blieb, bot es den Besitzern die Möglichkeit, direkt vor der Haustür der Stadt zu entfliehen und sich an dem Grün des Gartengutes zu erfreuen. Aus diesem Grund kaufte Georg Walther von Halder ab 1764 auf diesem Areal mehrere Grundstücke zusammen, um sich darauf von dem Maurermeister Johann Gottfried Schifter ein Palais errichten zu lassen.[1] Dem Bauamt liegt hierzu folgendes Dokument vor:

Nachdem Herr Johann (Georg) von Halder, Banquier, durch seinen Maurmeister Johann Gottfried Schiffer die dißseitigem Amte die Anzeige den 28. Juni machen lassen, daß er in seinem außerhalb dem Gögginger Thor liegenden Garten ein Gartenhaus 82 Schuh lang, 36 Schuh breit mit einem französischen Dachstuhl, angleichen einen Anbau zu einer GärtnerWohnung, WagenRemise und Stallungen 60 Schuh lang, 30 Schuh breit, mit einem deutschen Dachstuhl von Maurwerkaufführung und das Gartenhaus 2 Etagen, den Anbau aber nur eine Etage hoch machen wolle, so wurde derselbe dieses Baues wegen an einen hochlöblichen Magistrat verwiesen.[2]

Dieses Dokument legt nahe, dass der Baubeginn frühestens im Jahr 1769 stattgefunden haben kann, und nicht 1764, wie oft angegeben.[3]

Aus Halderschem Besitz kaufte Johann Lorenz von Schaezler am 22. März 1813 das Anwesen für 22500 Gulden. Nach dessen Tod ging das nun Schaezlersche Gartengut 1838 [4] zuerst an seinen Sohn Ferdinand Benedikt von Schaezler, später an dessen Schwester Elise über, die in dem Garten bereits 1816 ihre Hochzeit mit Markus Paulus von Schnurbein gefeiert hatte.[5] Aus Schaezlerscher Zeit ist auch bekannt, dass hier des öfteren Hortense de Beauharnais, Herzogin von Saint Leu mit ihrem Sohn, dem späteren Napoleon III., verweilte, der in Augsburg das Annagymnasium besuchte.[6] Von jenem sollen auch die Graffiti in einem der Fensterrahmen stammen.[7] Ebenso diente das Gartengut 1838 als Kulisse für ein Diner des Prinzen Carl von Bayern mit dem russischen Zaren Nikolaus.[6]

Elise von Schnurbein, geb. von Schaezler, vermachte das Anwesen 1883 an ihre Tochter Eugenie von Passus, welche es 1891 in Stettenschen Besitz weitervererbte. Zu diesem Zeitpunkt bestand der Besitz bereits nur noch aus dem Hauptgebäude, das noch bis 1933 als Wohnhaus fungierte.[8] In diesem Jahr fand der Verkauf an die Egdebia statt, die es zum Sitz der Schwäbischen Bäckerinnung machte.

Baubeschreibung

Das Haupthaus des Gartenguts hat eine rechteckige Kubatur. Die Fassade zur Straßenseite hin ist in neun Achsen und zweieinhalb Stockwerke gegliedert, wobei der genutete Verputz an den abgerundeten Ecken eine Rustizierung andeutet. Zudem ist der Mittelrisalit leicht vorgezogen. Der Sockel ist ebenfalls durch Fugenschnitte gestaltet, die die Sturzbögen der neun vergitterten, annähernd quadratischen Fenster durchbrechen. Im darüberliegende Stockwerk, der ursprünglichen Eingangsebene, ist der Fugenschnitt nur noch an den abgerundeten Gebäudeecken sowie um den Mittelrisalit fortgeführt. Die Fenstereinfassung füllt die gesamte Höhe des Stockwerkes aus: beginnend mit einem schlicht gerahmten Putzspiegel unterhalb des Fensters, bis zu einem markant angedeuteten, überlängten Schlussstein oberhalb der Fenster, der bis in das das Stockwerk abschließende Gesims reicht. Zwei Putzflächen flankieren seitlich die Schlusssteine. Die Rundbogenfenster des Risalits unterscheiden sich von den hochrechteckigen der Seiten, wobei die Fenstereinfassung in der Mitte des Gebäudes noch die Stelle der Eingangstür durch einen breiteren, leicht hervorspringenden Rundbogen zeigt.[9] Zudem ist der Schlussstein des Bogens plastisch gestaltet und fingiert als Konsole für den darüberliegende Balkon, den ebenfalls aber nochmals zwei weitere und größere Konsolen tragen.

Die Beletage zeichnet sich durch aufwendigere und plastischere Schmuckelemente aus, wodurch dieses Stockwerk luftiger erscheint. Über den Fensterstürzen enden die Schlusssteine in Rollwerk, das flankiert von zwei Girlanden eine Kartusche bildet. Gerahmt wird diese Rocaille von zwei Stuckelementen, die sich nach obenhin verbreitern und dadurch weitausragende Volutenkonsolen imitieren, die das darüberliegende Gebälk tragen. Das Mansardendach darüber wird auf jeder Seite von zwei Dachhäusern mit geschwungenem Rundbogenabschluss geschmückt. Im Mittelrisalit ist das Piano Nobile mit dem Mezzaningeschoss darüber durch vier Pilaster gegliedert, die zum Gebälk in zueinander gesiegelten Rocaille-Kartuschen enden. Die großen Rundbogenfenster mit darüber konkav hochgebogenen Putzflächen und Kreissegmentgiebeln verweisen auf den dahinterliegenden Festsaal. Die dazwischenliegende, ebenso gestaltete Tür ermöglicht den Zugang zu dem Balkon mit Eisengitter aus Kurven-, Blatt- und Blumenwerk.[10] Die Fenster des Mezzaningeschosses bekrönen ebenfalls Rocaillen. Den oberen Abschluss des Gebäudes bildet ein schmaler Giebel mit zwei kleinen Voluten und einem Bogenabschluss.

Im Wesentlichen entspricht die Gestaltung der Gartenseite der der Straßenfassade. Allerdings ist die Bauornamentik etwas reduzierter. Unter anderem sind an der Stelle der Rocaillen hier auch in der Beletage nur Putzspiegel. Und im Mittelrisalit fehlen die Stuckverzierungen an den Kapitellen der Pilaster gänzlich. Des weiteren besteht die linke der neun Achsen nur aus Blendfenstern, da sich dahinter die Wendepodeste des Treppenhauses befinden. Inwieweit die Anbindung der zwei Türen, die die heutigen Zugänge zum Gebäude ermöglichen, dem ursprünglichen Zustand entspricht, sei dahingestellt. Allerdings handelt es sich dabei um barocke Holztüren mit schmiedeeisernem Oberlicht.

Die beiden seitlichen vierachsigen Fassaden entsprechen den Seitenteilen der Hauptfassaden. Hier finden sich ebenfalls die aufwendigen Rocaillen wieder.

Zur Ausstattung im Innern des Gartenpalais gehörte einst neben dem Festsaal in der Beletage auch ein Gartensaal, in dessen Zusammenhang die 1989 wiederentdeckten bemalten Türfelder stehen dürften. Die Felder der nördlichen Tür sind komplett erhalten, von der südlichen jedoch nur ein einzelnes Bildfeld. Sie zeigen auf den Innenseiten in braun-orangener Grisaillemalerei Ruinen- und Parklandschaften. Auf den Außenseiten hingegen sind Darstellungen des ländlichen Lebens, orientiert an Françoise Bouchers „Les charmes de la vie champêtre“.[11] Der Gartensaal an sich fiel allerdings den Umbauten zur gewerblichen Nutzung zum Opfer: nach dem Elektrohandel Henrich zog dort eine Druckerei ein.

Garten

Einen wohl bedeutenden Teil des Anwesens machte der repräsentative Garten aus. Zur Zeit des Erbauers zeichnete sich dieser noch durch ein langgestrecktes Rechteck aus. Er ist in seinem Grundaufbau durch eine Zeichnung um 1770 von Johan Jacob Mantz erhalten.[12] Die jeweiligen Mitten des Gartens betonten zwei Wege, die sich in der Mitte des Grundstückes trafen und so ein Kreuz bildeten. Den Kreuzungspunkt wiederum zierte ein Wasserbecken, geformt aus Halbkreisen und konkaven Schwüngen, umgeben von acht aufwendigen Formschnitten. Ein weiterer konzentrischer ovaler Weg gliederte die freien Rasenflächen, wobei jene zum Bassin hin eine Hecke begrenzte. Des weiteren führten von den beiden westlichen Grundstücksecken zwei gerade Wege zum Haupthaus, die mit der Mittelachse eine sternförmige Anordnung bildeten. Sämtliche Wege, ob nun begrenzt durch Hecken oder nicht, zierten in abwechselnder Anordnung Formschnitte, bestehend aus kugelförmigen Hochstämmchen und kleineren Kegeln. Vor der Gartenfassade des Palais erstreckte sich in etwa der Form eines Halbkreises ein Broderieparterre mit floral-ornamentalem Muster. Die Zeichnung von Mantz zeigt daneben noch einen kleinen Nutzgarten, ein Nebengebäude, je ein Tor an der Süd- und Westseite sowie die Einfassung des Grundstücks durch eine umlaufende Hecke, die zur Straßenseite in einen Staketenzaun wechselte.

Eine größere Dimension erreichten das Grundstück und somit auch der Garten unter Schaezlerschem Besitz ab 1813, als noch die beiden benachbarten Grundstücke hinzukamen.[13] Die genauen Ausmaße dieser Anlage in Richtung Norden sind nicht klar gesichert. So geht Seyboth davon aus, dass der Garten bis zum Klinkerberg und zur Stadtjägerstraße reichte.[6] Trauchburg hingegen setzte die Nördliche Grenze des Areals auf die Fröhlichstraße.[14] Die kolorierte Zeichnung des Anwesens von 1828 [15] verzeichnet am nördlichsten Eck des Parks einen eigens aufgeschütteten Aussichtspunkt, den sogenannten Sternberg,[16] von wo aus die gesamte Anlage zu überblicken war.[17] Aufgrund der topographischen Lage erscheint der Bereich um die heutige Fröhlichstraße sinnvoller, da nördlich davon, den Klinkerberg hinunter, das Gelände abfällt, und hier die Errichtung eines Aussichtspunktes mit Blick auf den restlichen Garten nahezu unmöglich ist. Inwieweit der Verlauf der Fröhlichstraße allerdings der auf der Zeichnung von 1828 vermerkten „Straße nach Pfersee“ entspricht — und somit der damaligen nördlichen Grenze des Anwesens —, bleibt fraglich.[18] Die übrigen Grenzen jedoch sind klar durch die benachbarten Gartengüter auszumachen: im Westen durch die Wohnlichschen Besitzungen, später Fröhlich, und im Süden durch den Schnurbeinschen Garten.[19] Im Osten führte die „Chaussee um die Stadt Augsburg“ an dem Gartengut vorbei, die heute nach dem Besitzer der Anlage benannt ist: Schaezlerstraße. Die Zeichnung zeigt zudem, dass es sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts bereits nicht mehr um einen strengen geometrischen Barockgarten handelte, sondern um einen im englischen Stil gestalteten Landschaftsgarten. Der Bereich zur Chaussee hin diente als geometrisch angelegter Nutzgarten mit Gemüsebeten und Obstbäumen. Die westliche Grenze des Nutzgartens bildete ein von Bäumen gesäumter Weg, der geradewegs zu besagtem Sternberg führte. Eine weitere Allee führte direkt mittig vom Haupthaus bis zum westlichen Ende des Anwesens. Seitlich der Allee durchbrachen lose gepflanzte Baum- und Strauchgruppen die Rasenflächen. Eingeschlossen von hochaufragendem Grün lag versteckt auch eine größere Rasenfläche in langgezogener ovaler Form. Wie eine Aquatinta-Radierung von Johann Lorenz Rugendas d.J. von 1823 [20] zeigt, zierte das Zentrum dieses Rasenovals eine Renaissance Bronzeplastik. Diese Figurengruppe von Hubert Gerhard aus dem Jahr 1584 erwarb Johann Lorenz Schaezler schon zwei Jahre vor der Radierung 1821 in Kirchheim.[17] Er bezahlte die bereits fragmentierte Gruppe, als Adam und Eva bezeichnet, mit insgesamt 11 382 Gulden. Nach einer Reinigung stellte sich jedoch heraus, dass es sich um eine Dreiergruppe handelte. Heute befindet sich die Plastik mit marmornem Sockel im Bayerischen Nationalmuseum, allerdings ist das inhaltliche Programm zwischen Jupiter, Juno und Ganymed oder Mars, Venus und Cupido noch nicht geklärt.[21]

Der 21 Tagwerk große Park bestand noch bis 1890, als die Bebauung des Areals zwischen dem neuen Bahnhof und der alten Stadtmauer begann. So durchschnitten nun mehrere Straßen das Anwesen, etwa die neue Prinzregentenstraße mit Platz. Auch errichtete die Stadt Augsburg hier in den darauffolgenden Jahren mehrere Gebäude: 1892—1893 die heutige Staats- und Stadtbibliothek, 1914 das Maria-Theresia-Gymnasium. Für die Holbeinstraße fiel letztendlich auch die Lindenallee.[22] Ein Neubau mit Glasfassade in den letzten Jahren rang dem Palais schließlich auch die letzte Freifläche ab, so dass heute keinerlei Anhaltspunkte für eine prächtige Parkanlage vorhanden sind.

Forschungsstand

Einen wichtigen Beitrag zum Schaezlerschen Gartengut lieferte Wolfgang von Schaezler, der in einem 16-seitigen undatierten Schreiben unter anderem das Tagebuch seines Vorfahren Johann Lorenz von Schaezler auswertete.[23] Eine genauere Betrachtung des Gartens fertigte Trauchburg an. Ihr Verdienst ist auch die Aufarbeitung der Bauamtsprotokolle im Stadtarchiv.[24] Die Untersuchung des Anwesens im Vergleich zu anderen Landsitzen der Patrizier stellte Metzger an.[25] Zudem finden sich kurze Einträge zum Schaezlerschen Gartengut im Denkmalatlas,[26] im Bayerischen Dehio [27] und im Stadtlexikon der Stadt Augsburg.[28]

Festsaal

Bereits von Außen deuten der Mittelrisalit, die langgestreckten Rundbogenfenster und die beiden eisernen Balkone sowohl zur Straßen- wie zur Gartenseite auf den dazwischenliegenden Festsaal. Durch den erhöhten Zugang über eine Freitreppe, lag der Saal im 1. Stock, der Beletage, die heute durch die veränderte Eingangssituation zum 2. Obergeschoss wurde.

Die Längsseiten des Saals sind durch die vier Türen gegliedert, die Schmalseiten hingegen durch die Türen zu den Balkonen sowie die jeweils beiden flankierenden Rundbogenfenster. Über den Türen der Längsseite sind Kartuschen mit Supraporten angebracht, die wiederum bekrönt werden von plastisch ausgeformten und farbig gefassten Stuckköpfen. Seitlich flankieren die Türen schmale Putzflächen, die von Stuck gerahmt werden. Die Seitenmitte besteht aus einem breiteren, aufwendiger stuckierten Feld. Zudem hebt sich hier auch das oben umlaufende Gesims an. Die Achsen der Schmalseite trennen ebenfalls wieder die schmalen Putzflächen. Ebenso bekrönen hier die Putzköpfe die Fenster und Türen. Gleichfalls wird auch hier bei der Mittelachse das Gesims angehoben. Die Ecken des Saals sind abgerundet, wobei das Putzfeld in der Höhe durchbrochen ist, um hier Platz für ein weiteres Schmuckelement zu schaffen.

In gleicher Weise ist der Übergang der Wände zum Deckenspiegel abgerundet. Hier sind über den Ecken von Rocaillen gerahmte Kartuschen angebracht. Und auch die jeweiligen Seitenmitten betonen hier große Kartuschen, die bis weit in den Plafond hineinreichen. An dieser Stelle befinden sich die Putten, die Dehio mit den Emblemen des Handels beschreibt.[29] In der Mitte des Deckenspiegels ist eine symmetrische, sternförmige Stuckierung, von der ein Leuchter herabhängt.

Folgende Details zum Saal wurden bei dem Verkauf an die Egdebia in einem Schreiben festgehalten:

Der Saal im 2. Obergeschoß bleibt erhalten, wird in den ehemaligen farbigen Fassungen wiederhergestellt u. [Streichung der] mit einem Tafelboden versehen.“ [30]

Der Parkettboden ist folglich neueren Datums.

Die vier grisaillenen Supraporten in gelb-braun Tönen zeigen mehrere Orte in Augsburg. Darunter das Gartenpalais mit einem davor ankommenden Heuwagen. Dies mag sich auf das Hungerjahr 1817 beziehen, als schließlich eine Lieferung von Roggen am Klinkertor eintraf und Linderung verschaffen sollte.[31] Über einer weiteren Tür ist das alte Bäckerhaus am Perlachberg dargestellt. Dieser auf Elias Holl zurückgehende Bau von 1602 musste nach dem Zweiten Weltkrieg zu Gunsten einer breiteren Straße weichen. Die Tatsache allerdings, dass es sich um das Zunfthaus der Bäcker handelte und dass auch erstgenannte Supraporte mit Getreide und dem Bäckerhandwerk eng verbunden ist, legt nahe, dass es sich um ein Programm der Bäckerinnung handelt, und somit neueren Datums ist. Zudem zeigt die bei Trauchburg veröffentlichte Fotografie des Festsaals nur leere Felder, ohne Supraporten.[32]

Treppenhaus

Durch die heutige nördliche Eingangstür zur einstigen Gartenseite hin gelangt der Besucher heute in das Treppenhaus. Auf dieser untersten Ebene ist ebenso die oben erwähnte vollständig erhaltene barocke Tür mit den bemalten Feldern aufgestellt. Zu den oberen Stockwerken führt eine dreiseitig umlaufende Holztreppe mit zwei Podesten. Diese sind in je neun Felder unterteilt. Ein zweifarbiger Stern aus Intarsien ziert die vier Eckfelder sowie das Mittelfeld. Die übrigen vier Felder sind aus einem hellen Holz gefertigt. Die Unterseiten der Treppenaufgänge sowie die Decken des Treppenhauses sind mit Rahmenstuckierungen verziert. In den die Fläche definierenden Rahmen ist mittig ein weiterer Stuckrahmen in geschwungenen Formen eingelassen. Auf die Schrägen sind sogar zwei Rechtecke mit konkaven Ecken nebeneinander gearbeitet. Beleuchtet wird das Treppenhaus auf jeder Etage durch je zwei Fenster an der Westseite.

Allegorie glücklichen Handelns

Augsburg, Gouachen, Karl Nicolai

Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Da die Errichtung des Haupthauses nach den Dokumenten des Bauamtes nicht vor 1769 stattgefunden haben kann und Josef Christ bereits im Jahre 1770 zu seiner ersten Reise nach St. Petersburg aufbrach, muss das Fresko in jenem Jahr entstanden sein.[33] Somit dürfte Georg Walther von Halder der Auftraggeber des Deckengemäldes gewesen sein. Genauere Details über die Auftragsvergabe sowie die Wahl des Sujets haben sich allerdings nicht erhalten. Ebenso wenig findet das Fresko selbst in den historischen Dokumenten Erwähnung. Erst 1933 taucht es in einem Dokument auf, das heute im Landesamt für Denkmalpflege aufbewahrt wird. Dieses Schreiben, das mit einer Begehung des Gebäudes und dem Verkauf an die Egdebia in Zusammenhang steht, klärt die Vorgehensweise mit der Ausstattung des Palais. Darin heißt es:

„Ebenso wird das Deckengemälde im Spiegel des Treppenhauses von den späteren Übermalungen befreit, ausgebessert u. konserviert. Für diese Arbeit [Streichung] ist Kunstmaler Gostav (?) bestimmt.“ [30]

Das Resultat dieser Restaurierung gibt die von Karl Nicolai angefertigte Gouache des Freskos wieder.[34] Darauf ist ein detail- und farbenreiches Fresko abgebildet, was leider nicht mehr dem heutigen Zustand entspricht. Aus der Akte des bayerischen Landesamtes für Denkmalschutz ist nicht klar ersichtlich, was die Schäden verursachte.[35] Nun sind die Hauptfiguren des Freskos gerade noch auszumachen, einige Figuren sind noch umrissartig und schemenhaft zu sehen, andere aber bis zur Unkenntlichkeit übermalt. Ein trauriges Resultat für eines der wenigen Fresken Christs mit profanem Inhalt.

Beschreibung und Ikonographie

Den Übergang der Wandflächen zur Decke hin ziert an drei Seiten eine Stuckleiste. Zur vierten, der Südseite, ist durch die Form des Treppenhauses bedingt keine Leiste angebracht. Zentral über dem tatsächlichen Treppenaufgang fand das Fresko seinen Platz. Es füllt nicht den kompletten Deckenspiegel, sondern mittig eine diffuse Wolkenformation, die sich zu den Rändern des Plafonds hin auflöst. Im westliche und im südlichen Bereich des Freskos sitzen die beiden Hauptfiguren: die Szenerie dominierend Minerva, und seitlich unterhalb der Halbgott Merkur. Jener trägt seine typischen Attribute, Flügelhelm und Caduceus, die Flügelschuhe hingegen fehlen, wenngleich er seinen rechten Fuß deutlich sichtbar emporstreckt. Er ist umhüllt von gelber und grüner Draperie. Mit seiner linken Hand hält er ein Gefäß, aus dem drei Putten ein Gemisch aus Blüten und Goldmünzen herausholen und herabfallen lassen. Die Göttin im südlichen Bereich in blau-gelbem-Gewand trägt einen Helm auf ihrem Haupt, auch sonst sind Teile einer Rüstung erkennbar: etwa der Rundschild in ihrer Linken und der Speer, den sie in Begriff ist mit ihrem weit ausgestreckten rechten Arm zu schleudern. Ein Vergleich mit der Gouache von Nicolai zeigt, dass ihr Haupt wohl auch ein Federbusch zierte und dass auf dem Schild das Gorgonenhaupt abgebildet war.[36] Westlich der beiden Hauptfiguren taucht der Oberkörper einer Fortuna aus den Wolken heraus. Auf dem Fresko ist diese nur noch durch die Umrisse ihrer Flügel und der Fanfare auszumachen. Auf der östlichen Seite des Freskos und somit Minervas Speer folgend tauchen - ebenfalls nur in Brustbildern - übereinander angeordnet mehrere Figuren aus den Wolkenkonstrukten heraus. Die unterste davon lässt sich klar als Neid benennen, da sie durch den abgemagerten Körper, die rötliche Hautfarbe, das schüttere schlangenartige Haar und der Schlange in ihrer linken Hand zweifellos Ripas Beschreibung der Invidia entspricht.[37] Der Frauenkörper darüber wendet sich, sein Gesicht mit der rechten Hand schützend, von Minervas Speer, sowie dem Gorgoneion ab. Über weitere Attribute verfügt sie nicht. Darüber ist auf dem Fresko noch ein weiterer Kopf auszumachen. Auf Nicolais Gouache sind an dieser Stelle sogar zwei Figuren erkennbar, allerdings nur bis zu den Schultern, die dann in zackigen Linien enden. Krämer bezeichnete diesen Teil der Gouache als Zwietracht.[38] Weder der heutige Zustand des Freskos, noch die Gouache bekräftigen die Bezeichnung als Discordia .[39] Dass es sich aber auch hierbei um schlechte Charaktereigenschaften handelte, ist durchaus plausibel.

Die Betitelung des Freskos als „Triumph der Athena und des Merkur“[40] trifft nicht auf die Kernaussage und den ikonographischen Inhalt zu. Abgesehen von der Mischung griechischer und römischer Gottheiten, ist der Sieg noch nicht errungen. Fortuna bläst zwar bereits in das Horn, allerdings sehr dezent im Hintergrund. Des weiteren ist Minerva noch sehr aktiv und in Bewegung dargestellt. Zudem handelt es sich bei Merkur und Minerva um Götter, die den Handel beschützen. Daher scheint es näherliegend, dass Christ darstellt, wie Minerva und Merkur schlechte Eigenschaften verjagen, um so einen erfolgreichen Handel zu gewährleisten. Erst wenn Neid und dergleichen Laster entfernt werden, ist es möglich, dass Fortuna den Sieg verkündet und Merkur mit den Putten großzügig den Inhalt des Füllhorns ausschütten kann. Denn ebenso sind auch erfolgreiche Geschäfte die Voraussetzung dafür, sich vor den Toren Augsburgs ein Gartengut zu errichten, in dem - fern dem Treiben der Stadt - die Annehmlichkeiten des Lebens genossen werden können. Somit zeigt das Fresko auf allegorischer Ebene die Voraussetzungen für einen gewinnbringenden und glücklichen Handel.

Komposition und Ansichtigkeit

Das Fresko durchzieht eine Diagonale von Nord-Westen nach Süd-Osten, gebildet durch Merkurs Tuch, seinen Arm, bis hin zu Minervas Schild. Diese Diagonale spiegelt sich in der Fanfare der Fortuna sowie in der Anordnung der schlechten Eigenschaften wider. Nur Minervas Speer und Merkurs linker Arm kontrastieren diese in der Gegendiagonale. Die Hauptdiagonale teilt zudem das Bildfeld in einen göttlichen guten Bereich und den Bereich gegenüber mit Lastern.

Beim Hinaufschreiten der Treppe fällt - bei Erreichen der einstigen Beletage - der Blick zunächst auf die drei Putten, die Blumen und Goldmünzen herabregnen lassen. Auf Nicolais Gouache könnte der unterste Putto sogar mit dem Betrachter einen Blickkontakt hergestellt haben und gleichzeitig in das Fresko einführen. Vor Ort ist dies leider nicht mehr zu eruieren, da auch die Gesichter der Putti komplett übermalt wurden. Erst beim Herantreten an die Treppe zum Dachgeschoss wird nach und nach der Blick auf Merkur und Minerva frei. Und erst als Letztes bieten sich dem Betrachter am obersten Treppenabschnitt mitsamt Geländer die Laster dar.

Gestalterische Mittel

Bei der Lichtführung orientierte sich Christ an den örtlichen Gegebenheiten. Denn die zwei Fenster an der Westseite des Treppenhauses illuminieren gleichsam Minerva und Merkur und lassen die Farben ihrer Gewänder glänzen. Der östliche Teil des Freskos hingegen ist verschattet und verbraunt, einzig ein rotes Tuch und die Schlange der Invidia in Grün weichen davon ab. Auch Fortuna ist leicht verschattet, da sie sich zwischen den beiden Fenstern befindet und so kein direktes Tageslicht auf sie fällt. Die Fenster nutzt Christ aber auch noch auf einer anderen Ebene: Während Minerva eindeutig auf den Wolkenmassen sitzt, ist Merkur in einer halb sitzenden, halb heranfliegenden Position dargestellt, so als würde er gerade durch eines der Fenster zu der Szene hinzukommen. Ebenso bläst Fortuna die Fanfare nach Westen, wo sich außerhalb des Palais der Garten befindet.

Vorlagen und Vergleiche

Die Thematik des Handels, vertreten durch Minerva und Merkur, ist in Augsburg öfter dargestellt. Vor allem in den etwas später zu datierenden Werken des Akademieprofessors Johann Josef Anton Huber findet sie mehrmals Verwendung.[41] Direkte Vorlagen zu Christs Fresko können jedoch weder in anderen Fresken noch in den Graphiken im Umkreis der Augsburger Akademie ausgemacht werden. Jedoch orientierte sich Christ bei seiner Figur des Merkur an Giambolognas Bronzeplastik, dem Mercurio Volante von 1580. Dass diese Plastik in Augsburg durchaus bekannt war, bezeugt der etliche Jahre zuvor entstandene, von Adrian de Vries 1599 gefertigte Merkurbrunnen, der ebenfalls jene florentinische Plastik zum Vorbild hat. Die gemalte Merkurfigur von Christ ähnelt dabei stärker dem Vorbild Giambolognas als die Brunnenfigur. Die einzige Abweichung hierbei ist in dem Hinzufügen des Füllhorns zu sehen, das wiederum für die Deutung des Inhalts wichtig ist. Zudem entspricht dies auch der für Augsburg spezifischen Darstellungstradition des Merkur.

Forschungsstand

Zentraler Gegenstand der Forschung waren bis jetzt mit Schwerpunkt in den 1980er Jahren die Werke von Christ mit christlogischem Inhalt. Diese Arbeiten überwiegen deutlich in seinem Œuvre und auch im Erhaltungszustand.[42] Eine Aufarbeitung der Supraporten, des im Stadtkern liegenden Schaezler-Palais, bei denen Christ mitwirkte, erfolgte vor wenigen Jahren.[43] Die großformatigen Fresken hingegen mit profanen Themen wie das im Schaezlerschen Gartengut oder auch im Rugendasschen Anwesen [44] wurden bis jetzt noch nicht wissenschaftlich aufgearbeitet. Selbst die Forschung, die sich mit dem Gartenpalais vor dem Gögginger Tor befasste, geht über eine Nennung des Freskos der Vollständigkeit halber nicht hinaus. So benannte der Dehio für Schwaben es als „Triumph der Athene und des Merkur“[29], andere Arbeiten hingegen ignorieren das Fresko völlig, wie etwa der Denkmalatlas: „während das Treppenhausfresko völlig übergangen ist […]“ [1], was auch von anderen Autoren übernommen wird. Die hier vorliegende Arbeit stellt somit eine erste Aufarbeitung des Freskos der Schaezlerstr. 9 im wissenschaftlichen Sinne dar.

Bibliographie

  • Augsburger Stadtlexikon. Hrsg. von Günther Grünsteudel et al.. 2. Aufl.. Augsburg 2020.
  • Dehio, Georg: Bayern III: Schwaben. 2. überarbeitete Aufl.. München u. Berlin 1989.
  • Flad, Max: Joseph Christ aus Winterstetten. Ein Maler des späten Rokokos. In: Schwäbische Heimat. Stuttgart 1981, S. 282-287.
  • Hagen, Bernd von/ Wegener-Hüssen, Angelika: Denkmäler und Bayern. Stadt Augsburg. München 1994.
  • Klein, Julia: Die Supraporten des Schaezlerpalais in Augsburg. In: Die Deutsche Barockgalerie im Schaezlerpalais. Meisterwerke der Augsburger Sammlung. Hrsg. von Christof Trepesch. Berlin u. München 2016, S. 58-71.
  • Metzger, Christof: Landsitze Augsburger Patrizier. München 2005.
  • Paula, Georg: Ein unbekannter Kreuzweg von Joseph Christ. In: Jahrbuch der bayerischen Denkmalpflege. München u. Berlin 1985, S. 197-199.
  • Ripa, Cesare: Iconologia Overo Descrittione Di Diverse Imagini cauate dall’antichità, & di propria inuentione. Rom 1603.
  • Schaezler, Wolfgang von: Geschichte des Schaezler’schen Gartenhauses vor dem Gögginger Tor. Maschinenschrift, Augsburg undatiert. Staats- und Stadtbibliothek Augsburg.
  • Seyboth, Gertrud: Wandlungen einer Stadt, Augsburg 1978.
  • Trauchburg, Gabriele von/ Zorn, Wolfgang: Häuser und Gärten Augsburger Patrizier. München u. Berlin 2001.
  • Zorn, Wolfgang: Handels- und Industriegeschichte Bayerisch-Schwabens 1648-1870. Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte des schwäbischen Unternehmertums. In: Veröffentlichungen der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft bei der Kommission für Bayrische Landesgeschichte, 1, Bd. 6. Augsburg 1961.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Hagen/Wegener-Hüssen, Stadt Augsburg, 1994, S. 392, 393.
  2. Stadtarchiv Augsburg, Bauamtsprotokoll vom 12. Juli 1769, zitiert bei Trauchburg, Häuser, 2001, S. 139, 140.
  3. Unter anderem sind dieser Annahme: Hagen/Wegener-Hüssen, Stadt Augsburg, 1994, S. 392; Grünsteudel/Hägele/Frankenberger, Stadtlexikon, 1998, S. 779; Seyboth, Wandlungen, 1978, S. 113.
  4. Da dies erst 1838 an den ersten Sohn ging, Johann Lorenz von Schaezler allerdings schon 1826 verstarb, musste die Besitzerin dazwischen Marianna Barbara von Schaezler, geb. Liebert gewesen sein, da 1838 ebenso ihr Sterbedatum ist. Vgl. Grünsteudel/Hägele/Frankenberger, Stadtlexikon, 1998, S. 777.
  5. Trauchburg, Häuser, 2001, S. 144.
  6. 6,0 6,1 6,2 Seyboth, Wandlungen, 1978, S. 113.
  7. Abbildungen des Schriftzuges finden sich bei Krätz/ Schaezler, Denkmalamt Akte, S. 49. Unter anderem ist auch die Jahreszahl 1827 zu erkennen.
  8. Krätz/Schaezler, Denkmalamt Akte, S. 46.
  9. Von der dort angebrachten Freitreppe zeugt unter anderem eine kolorierte Federzeichnung von J.M Frey um 1800.
  10. Vgl. Dehio, Kunstdenkmäler Augsburg, 1989 S. 140.
  11. Hagen/Wegener-Hüssen, Stadt Augsburg, 1994, S. 393.
  12. Heute in Privatbesitz, abgebildet bei Metzger, Landsitze, 2005, S. 34.
  13. Trauchburg beschreibt, dass aus Halderschem Besitz die Literanummer I 19 stammte und durch die Familie Schaezler die Nummern I 20 und 21 hinzukamen. Einer logischeren Reihenfolge der Literanummern würde genau das Gegenteil entsprechen, da im Süden die Nummern J 22 und 23 angrenzen. Somit wären die Nummern J 20 und 21 Halder zuzuordnen und 19 im Norden als Schaezlersche Erweiterung; vgl. Trauchburg, Häuser, 2001, S. 140.
  14. Trauchburg, Häuser, 2001, S. 139.
  15. Plan vom Garten der Schaezlerschen Villa, kolorierte Zeichnung 1828, Privatbesitz; abgebildete bei Trauchburg, Häuser, 2001, S. 139 und Krist-Krug, Gärten, 2006, S. 32.
  16. Stern hier vor allem als Zeichen der Familie Schaezler, der auch im Innern des Wohnhauses auftaucht.
  17. 17,0 17,1 Trauchburg, Häuser, 2001, S. 141.
  18. Auch Schaezler spricht von der Stadtjägerstraße als Grenze (Krätz/ Schaezler, Denkmalamt Akte, S. 42), allerdings ist hier der zeitliche Rahmen nicht klar. Generell erscheint der Garten sehr performativ, da sich durch die verschiedenen Besitzverhältnisse das Areal ausweitete oder auch wieder verkleinerte.
  19. Auf dem Wohnlischem-Gelände befindet sich heute das Diakonissenhaus; der Schnurbeinsche Garten ging bis zur heutigen Bahnhofsstraße. Vgl. Trauchburg, Häuser, 2001, S. 147 — 151, Bau der Bahnofstraße S. 151.
  20. Johann Lorenz Rugendas d.J.: Mars-Venus-Gruppe im Garten des Freiherrn von Schaezler. Aquatinta von 1823, Städtische Kunstsammlungen Augsburg. Abgebildet u.a. bei Trauchburg, Häuser, 2001, S. 141 und Hagen/Wegener-Hüssen, Stadt Augsburg, 1994, S. 392.
  21. Erstere Deutung wurde Johann Lorenz von Schaezler später nahegelegt, ebenso dass es sich dabei in der Figur des Jupiter um den Auftraggeber, Grafen Johann von Fugger handeln solle. Siehe den Tagebucheintrag Johann Lorenz von Schaezlers, zitiert bei Trauchburg, Häuser, 2001, S. 141—143.
  22. Trauchburg, Häuser, 2001, S. 145.
  23. Schaezler, Gartenhaus, o.D.
  24. Trauchburg, Häuser, 2001.
  25. Metzger, Landsitze, 2005.
  26. Hagen/Wegener-Hüssen, Stadt Augsburg, 1994, S.392—393.
  27. Dehio, Kunstdenkmäler Augsburg, 1989, S.140.
  28. Grünsteudel/Hägele/Frankenberger, Stadtlexikon, 1998, S. 779.
  29. 29,0 29,1 Dehio, Kunstdenkmäler Augsburg, 1989, S. 140.
  30. 30,0 30,1 Denkmalamt Akte, 2332, Schreiben vom 09.08.1933 (unterzeichnet 10.08.).
  31. Denkmalamt Akte S. 48; ebenso Zorn, Handels- und Industriegeschichte, 1961, S. 128.
  32. Trauchburg, Häuser, 2001, S. 142–143. Eine weitere Supraporte zeigt zudem noch die Wallanlage am Roten Tor, die sich ebenso nicht mit der Familie Schaezler, sondern vielmehr als Tor nach Süden für eine Zunft an Bedeutung gewinnt.
  33. Grünsteudel/Hägele/Frankenberger, Stadtlexikon, 1998, S. 332.
  34. Die Gouache von Nicolai ist heute im Besitz der Kunstsammlungen und Museen der Stadt Augsburg. Sie wurde 1938 angefertigt.
  35. Die Akte verweist auf mehrmaliges Eindringen von Wasser durch den undichten Dachstuhl: etwa vom 28.03.1997. Der Zustand des Freskos deutet aber nicht zwingend auf einen Wasserschaden hin, sondern vielmehr auf eine unsachgemäße Übermalung.
  36. Der Vergleich von Nicolais Gouachen mit anderen, besser erhaltenen Fresken zeigt, dass jener beim Kopieren sehr gewissenhaft vorging. Unterschiede sind nur in leichten Abweichungen der Farbtöne auszumachen, sowie an Stellen, wo Nicolai die Ikonographie nicht verstand. Da er auf der Gouache des Gartenpalais aber beispielsweise den Stuckrahmen korrekterweise nur an drei Seiten darstellt, scheint er auch hier sorgfältig kopiert zu haben.
  37. Ripa, Iconologia, 1603, S. 241–243.
  38. Siehe die Betitelung der Gouache durch Gode Krämer im Inventar der Kunstsammlungen und Museen der Stadt Augsburg als „Minerva und Merkur vertreiben Neid und Zwietracht“.
  39. Vgl. Ripa, Iconologia, 1603, S. 104–106. Das Problem ist hauptsächlich der Mangel an klaren Attributen.
  40. Dieser Titel stammt aus Dehio, Kunstdenkmäler Augsburg, 1989, S. 140.
  41. Etwa für ein Haus am Metzgplatz oder auch im Kellerhaus.
  42. Vgl. hierzu Paula, Christ, 1985; Flad, Christ, 1981.
  43. Klein, Die Supraporten, 2016.
  44. Siehe Gossner, ???, 2021.