Arnstadt, Haus Zimmerstraße 17
Inventarnummer: cbdd20239
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In einem Raum des ersten Obergeschosses gibt es einen Raum, dessen Stuckdecke Malereien aus der Zeit um 1770 aufnimmt, die die vier Elemente und die vier Jahreszeiten allegorisieren.

Haus Zimmerstraße 17

Kurzbeschreibung und Lage
Das Gebäude steht an der Südseite der Zimmerstraße. Diese liegt innerhalb der alten Stadtummauerung zwischen Innenstadt und Schlossareal in jenem Bereich der Altstadt, der 1670 Opfer eines Stadtbrandes wurde. Der Wiederaufbau dieses Bereichs erfolgte in mehreren Etappen unter Verwendung erhaltener Bausubstanz. Hier wohnten überwiegend höfische und städtische Beamte.[1]
Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte
Das gegenwärtige Gebäude setzt sich aus zwei Bauten unterschiedlicher Entstehungszeit zusammen, wobei Altsubstanz aus der Zeit vor dem Brand aus dem 16. Jahrhundert stammt. Der westliche Teil des Hauses wurde bereits im 17. Jahrhundert neu errichtet, der östliche erst im 18. Jahrhundert. Die Zusammenfassung des Hauses erfolgte um 1760/70.[2]
Beschreibung
Das zweigeschossige Haus ist unregelmäßig durchfenstert. Ein Gesims trennt die beiden Stockwerke voneinander. Der Eingang befindet sich in der rechten, westlichen Haushälfte. Die Satteldächer über den beiden Haushälften sind unterschiedlich hoch. Auch erkennt man bei genauem Hinsehen, dass der Sockelbereich im östlichen Bereich im Gegensatz zum westlichen leicht vorspringt.[3]
Raum im OG
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der Raum ist im Rahmen der Umbauarbeiten um 1760/70 geschaffen worden.[4]
Beschreibung
Der Raum liegt an der Nordostecke des Hauses. Er wird über einen Vorraum/Flur an der Südseite betreten. Nach Norden hat der Raum zwei Doppelfenster zur Straße. Nach Westen führt eine Tür in einen weiteren Raum. Den Dielenboden ziert eine zentrale intarsierte sternförmige Rosette. Die Wände sind schmucklos. An der Südwand stand ehemals vor der Wand ein Ofen.[5]
Die Decke
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Decke wurde um 1770 stuckiert. In fünf Felder wurden Deckenbilder gemalt.[6]
Beschreibung und Ikonographie
Ein kräftiges mehrfach profiliertes Stuckprofil bildet ein großes Hauptfeld, das bis auf einen schmalen umlaufenden Rand und eingezogene Ecken fast den gesamten Deckenspiegel einnimmt. In den Ecken befinden sich stuckierte Kartuschen in Rocaillerahmen.
Das Hauptbild
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Das Deckenbild wurde um 1770 in Öltechnik auf eine Grundierung in Mischtechnik auf Putz gemalt.[6]
Beschreibung und Ikonographie
Vor einem blauen Himmel lagern auf dunklen Wolken mehrere Gestalten, die die vier Elemente allegorisieren. Im Südwesten nahe dem ehemaligen Ofen wird das Feuer dargestellt. Eine zinnoberrot gekleidete Frau weist mit dem ausgestreckten Zeigefinger ihrer rechten Hand ins Unbestimmte. Ihre Linke hat sie an die Brust gelegt. Ein Putto macht ihr mit einer Fackel im wahrsten Sinne des Wortes Feuer unterm Hintern. Die Allegorie des Wassers ist im Nordosten dargestellt. Eine blau gekleidete Frau hält in ihrer rechten Hand eine Muschel. Ihre Linke umfasst einen Krug, aus dem Wasser herausfließt. Für die Luft steht im Nordwesten eine rot gekleidete Frau mit Zepter in der Hand. Aus den Wolken, auf denen sie sitzt, blasen Puttenköpfe kräftige Winde. Eine weitere Putte hat den blauen Schal eingefangen, der fast weggeweht wäre. Die Erde im Südosten wird schließlich durch eine erdfarben gekleidete Frau personifiziert. Sie ist mit Weinlaub bekränzt, hält in ihrer linken Hand einen kahlen Zweig und stützt ihren rechten Ellenbogen auf einen Obstkorb.
Gestalterische Mittel – Komposition und Ansichtigkeit
Die Ansichtigkeit ist auf die Eintretenden im Süden hin ausgerichtet.
Die Nebenbilder
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Malerei in den vier Eckkartuschen wurde in Öltechnik auf einer Grundierung in Mischtechnik auf Putz gemalt.[6]
Beschreibung und Ikonographie
Die vier Darstellungen allegorisieren die vier Jahreszeiten. Den Frühling stellt eine Frau in der südwestlichen Ecke dar, die sich einen Blumenstrauß über den Kopf hält. In der nordwestlichen Ecke trägt eine Frau eine Korngarbe. Sie steht für den Sommer. Eine Frau mit einer Weinrebe in der linken Hand personifiziert den Herbst. Eine warm im Pelz gekleidete Frau verbildlicht den Winter in der südöstlichen Ecke des Raums nahe dem ehemaligen Ofen.
Bibliographie
- Literatur:
- Dehio, Thüringen, 2003. – Dehio, Georg: Thüringen (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Bearbeitet von Stephanie Eißing und Franz Jäger. 2. Aufl. München/Berlin 2003.
- Archivalien:
- Donhof/Orben, Bauuntersuchungen, 1993. – Donhof, M./Orben, J. (bearb.): Arnstadt, Zimmerstraße 17. Ausgewählte Bauuntersuchungen, Baugeschichtliche Untersuchungsergebnisse und denkmalpflegerische Zielstellung. Büro für Bauforschung Dipl. phil. M. Donhof Arnstadt. Arnstadt 1993, in: Landratsamt Ilmkreis, Denkmalbehörde, Objekteakte Arnstadt Zimmerstraße 17.
- Raumbuch, 1993. – Büro für Restaurierung Rudolstadt: Dokumentation zur Farbuntersuchung, Arnstadt, Zimmerstraße 17, Raumbuch. Rudolstadt 1993, in: Landratsamt Ilmkreis, Denkmalbehörde, Objekteakte Arnstadt Zimmerstraße 17.