Unterweilbach, Schloßkapelle St. Martin


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 5: Landkreis Dachau. Hirmer, München 1996, ISBN 978-3-7774-6320-9, S. 274, geschrieben von Bauer-Wild, Anna. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

Schloßkapelle, Pfarrei Ampermoching, Gemeinde Hebertshausen, Erzdiözese München und Freising; z. Z. der Ausmalung war Unterweilbach Hofmark, 1679-1701 im Besitz der Freiherren Mändl auf Deutenhofen; seit 1729 ist das Schloß (mit Unterbrechung 1751-58) im Besitz der Grafen Spreti (heute Trebra-Spreti). Gericht Dachau

Patrozinium: St. Martin

Zum Bauwerk: Bau des Schlosses 1692, dabei wurde eine früher an dieser Stelle existierende Kapelle als Raum innerhalb des Schlosses neugebaut. Um 1805 wurde in der Schloßkapelle in Höhe des ersten Geschosses ein Boden eingezogen und nur das obere Geschoß als Kapelle genutzt. 1845 wurde dieser obere Teil in byzantinischem Stile nach Plänen des Münchner Bildhauers Joseph Otto Entres umgestaltet; 1926 wurde der Zwischenboden wieder entfernt. - Die Stukkierung der Kapelle stammt aus der Erbauungszeit mit Ausnahme von zwei später eingefügten seitlichen Rocaillekartuschen.

Einfacher Rechteckraum (7,20 × 4,70 m), Zugang von der (heute teilweise verbauten) pfeilergetragenen Halle des Schlosses aus. Die Kapelle ist zweigeschossig und hat im ersten Geschoß seitlich zwei Oratorien; Empore im W, Belichtung durch zwei Fenster in der Altarwand (O).

Auftraggeber: Johann Georg Mändl, Freiherr auf Deutenhofen, der 1679 die Hofmark Weilbach »sambt dener zweyen darbey geweßnen kleinen unnd in Schwedischen Feinds Zeiten völlig ruinirten Schlößlein von Herrn Carl Freyherrn von Eysenreich durch Kauff an sich gebracht, und das jetztige Schloß von Grund auff kostbar unnd zierlich erbauen lassen« (Wening, Bd 1, S. 50).

Autor und Entstehungszeit: Autor unbekannt, nach 1692

Befund

Träger der Deckenmalerei: Flachdecke Rahmen: Ovales Stuckprofil Technik: Öl auf Leinwand; polychrom Maße: Höhe 7,30 m; 2,05 × 1,20 Erhaltungszustand und Restaurierungen: Restaurierung der Kapelle laut Inschrift 1935; letzte Innenrestaurierung 1968 Der Zustand des Bildes ist gut.

Beschreibung und Ikonographie

KRONUNG MARIENS DURCH DIE DREIFALTIGKEIT Ansicht nach O. – Maria, in weißem Kleid und blauem Mantel, ist auf einer Wolke schwebend dargestellt; über ihr links Christus in rotem Mantel mit dem Kreuz, in der Mitte der Hl. Geist in Gestalt eines bärtigen Greises in Pontifikalgewändern, rechts Gottvater mit Zepter und Weltkugel. Die Häupter der drei göttlichen Personen sind von Strahlen umgeben. Gemeinsam halten sie eine Krone über das Haupt Mariens.

An der O-Wand zwischen den Fenstern in einer Stuckkartusche ein Doppelwappen: links der Farn, das Wappen der Familie Spreti, rechts der Sparren mit dem Stern darüber das Wappen der Familie Hirsch.

 
Der Kirchenraum (Photographische Aufnahme Kunstreferat des Erzbistums München und Freising)

Quellen und Literatur

Weiling, Bd 1, 5. 30. Schmidtsche Matrikel, Bd 2, S. 202. Mayer-Westermayer, Bd 1, S. 129. Historischer Atlas I, Bd 11/12 (Pankraz Fried), München 1958, S. 104 f. Angerpointner, Alois, Die Schlösser und Hofmarken Unterweilbach und Deutenhofen, in: Amperland 21, 1985, S. 118-22. Kunst- und Kulturdenkmäler 1977, S. 369. Dehio 1990, S. 1218