Triebenbach, Schlosskapelle Maria Schnee
Schloßkapelle, Pfarrei Maria Himmelfahrt Laufen, Stadt Laufen, Erzdiözese München und Freising; z.Z. der Ausmalung Erzbistum Salzburg. Triebenbach war Hofmark, 1707–1824 im Besitz der Salzburger Beamtenfamilie von Schidenhofen zu Stumm. Fürstbischöflich Salzburgisches Pfleggericht Laufen
Patrozinium: Maria Schnee, ursprünglich St. Georg
Zum Bauwerk: Das Schloß liegt inmitten einer flachen quadratischen Absenkung, wo früher Wasser war. Von der einst großen Anlage sind nur Wohnbau, Torturm und Kapelle erhalten. 1355 wird Triebenbach als Veste erwähnt, 1474 als Schloß. 1390–1561 war es im Besitz der Herren von der Albm. Nach mehrfachem Besitzerwechsel kamen Schloß und Hofmark im 18. Jh. durch Kauf an Georg Ulrich von Schidenhofen und blieben bis 1824 im Besitz der Familie Schidenhofen zu Stumm. 1824 Verkauf an den Bauern Andreas Huber.
Gotisches ehem. Wasserschloß, in den Salzachniederungen gelegen, ehemals bedeutend größer mit Wohnbau, Nebengebäuden und Befestigungsanlagen. Der Wohnbau wurde im frühen 16. Jh. unter Eustachius von der Albm weitgehend umgebaut und mit Vertäfelungen ausgestattet, Ende des 16. Jh. wurde er um ein Stockwerk erhöht. Nach dem Besitzerwechsel 1824 wurden Anbauten, die Ringmauer und die Ecktürme, Zugbrücke und Stallungen abgerissen.
Die Kapelle ist dem Wohnbau östlich angebaut. Sie wurde ab 1669 unter dem Hofmarksherrn Johann Raymund Graf Lamberg errichtet und 1677 mit dem Altar ausgestattet. Damals war das Patrozinium St. Georg, doch wurde das Fest B.V. Mariae ad nives (Maria Schnee) feierlich begangen. Das Holztürmchen wurde erst im 18. Jh. aufgesetzt. Baureparaturen mit Abschlagen der gotischen Rippen durch Wolf Rinnberger, Maurermeister von Saaldorf. Zimmermeister war Matthias Moser aus Saaldorf. Innendekoration 1755, Stuckator war Christoph Fenninger aus Henndorf, der 1751/52 in der Sebastianskirche in Salzburg stuckierte (330 fl.) und 1758 in der Kapelle St. Georg in Zellhof (60 fl.). Der Stuck in der Annakapelle im Dechantshof bei Teisendorf wird ihm zugeschrieben.
Einfacher, rechteckiger Bau zu vier Jochen mit dreiseitigem Schluß (8,90×4,80m), Pilastergliederung, Westempore mit Zugang vom ersten Obergeschoß des Schlosses; kleine stuckierte Kanzel im N. Eingang im Erdgeschoß vom inneren Schloßhof im S. Belichtung durch drei Fenster nach S und zwei Fenstern nach O im Schluß.
Der Altar stammt von dem Laufener Tischler Georg Lang und dem Bildhauer Jakob Gerold aus Salzburg. Das Altarblatt des Salzburger Malers Nikolaus Grabner zeigt das Gnadenbild Maria Schnee zwischen zwei Engeln; unten ist die Ansicht von Triebenbach. Die Seitenfiguren, der ehem. Kirchenpatron Georg und der Nebenpatron Johannes der Täufer, sind ebenfalls von Jakob Gerold. An der Emporenbrüstung befinden sich 22 Rechteckbilder in zwei Reihen, Maria, die Erzengel Michael, Gabriel und Raphael, die Vier Evangelisten und die Vierzehn Nothelfer darstellend, Arbeiten des Laufener Malers Stephan Schröckher 1687/88.
Auftraggeber: Am vorderen Bildrand des Deckenbildes befand sich einst das Wappen der Familie Schidenhofen zu Stumm: Schräg rechts geteilt, oben in Gold ein schwarzer Steinbock, unten in Schwarz zwei aufsteigende goldene Spitzen. Das Wappen in seinem heutigen Zustand zeigt das obere Feld leer, das untere korrekt. Auftraggeber der Rokokodekoration in der Kapelle war Kaspar Joachim Anton von Schidenhofen (* 9.9.1697 † 27.3.1763), Salzburger Hofrat, Syndikus des Domkapitels und Rentmeister, Sohn des Erstbesitzers Georg Ulrich von Schidenhofen. Er hatte Schloß und Hofmark gemeinsam mit seinem Bruder Joseph geerbt und war nach dessen Tod 1733 Alleinbesitzer. Die Schidenhofen verwalteten das Stiftungsvermögen von 2000 fl. so gut, daß es beim Verkauf des Schlosses 24685 fl. betrug, die auf den Wunsch der Familie zu einem Drittel den Armen und zu einem Drittel der Schule gegeben wurden. Das letzte Drittel verblieb der Kapelle. Hofmarksverwalter z.Z. der Innendekoration war Anton Poiger.
Autor und Entstehungszeit: Andreas Langwider (* Wien um 1718 † Salzburg 1790) 1756.
In der Kirchenrechnung der Schloßkapelle Triebenbach für die erste Jahreshälfte 1756 steht: »Und H. Andreen Langwide: Mahlern in der Pergstrassen allhier zu Salzburg vor Außmah lung der Capellen 30.-«.
Über Andreas Langwider ist wenig bekannt. Eine Ausbildung in Wien ist überliefert. 1755 wird er als bürgerlicher Maler in Salzburg genannt. 1751/52 malte er zwei Seitenaltarblätter in der Sebastianskirche in Salzburg (150 fl.), 1755 führte er Faßarbeiten in der Pfarrkirche St. Georgen bei Oberndorf aus (ca

Befund
Träger der Deckenmalerei: Stichkappentonne Rahmen: Stuckprofil
Technik: Fresko; polychrom
Maße: Höhe 5,20 m; 3,10×2,40
Erhaltungszustand und Restaurierungen: 1824 wurde das Schloß mit der Kapelle an den Bauern Andreas Huber verkauft, unter der Bedingung, daß er bei eventuellen Abbrüchen am Schloß die Kapelle unversehrt erhalte. 1889 war eine Innenrestaurierung im Gespräch, mit einer farbigen Fassung des Raums. 1960 wurden nach einem Gutachten des BLfD schwere Schäden festgestellt: Der Raum war verwahrlost, das Dach undicht, die Nässe hatte den Stuck z.T. zerstört. In der Folge wurden zunächst die Außenreparaturen durchgeführt, 1967 die Innenrestaurierung mit Reparatur und Ergänzung des Stucks sowie Wiederherstellen der alten Raumfassung. Die Malerarbeiten führten Georg Gschwendtner aus Karlstein und Franz Nefzger aus Freilassing aus. Das Deckenbild ist in Anbetracht der Umstände recht gut erhalten. Rechts befindet sich ein großer reparierter Schrägriß, in dessen Bereich wieder Schäden aufgetreten sind; im übrigen teilweise Übermalungen, Haarrisse.
Beschreibung und Ikonographie
ANBETUNG DER KÖNIGE Weite, zartfarbige Landschaft mit Pyramide. Der Stall von Bethlehem ist durch eine primitive Holzhütte dargestellt. Vor ihm sitzt Maria, das Jesuskind auf dem Schoß; Joseph, der daneben steht, weist mit der Rechten auf das Kind. Die Drei Könige sind mit ihrem Gefolge von links gekommen, wo noch zwei Diener und ein Kamel zu sehen sind. Der weißbärtige Balthasar, mit goldenem, hermelinbesetztem Mantel, kniet vor dem Kind mit Gesten der Ergebung. Zepter und Krone liegen vor ihm. Rechts steht Kaspar, der Mohrenkönig, prächtig gewandet, einen Turban mit Krone auf dem Haupt, und hat die Rechte auf die Brust gelegt. Ein kleiner Page neben ihm hält das Geschenk, ein rauchendes goldenes Weihrauchfaß. Hinter Balthasar steht hochaufgerichtet Melchior, ebenfalls mit Krone und Turban. Der Page neben ihm präsentiert ein geöffnetes goldenes Kästchen.
Kaspar Joachim Anton von Schidenhofen zu Stumm, der Auftraggeber, wählte das Thema wegen seines Namenspatrons, des Mohrenkönigs Kaspar.
Der Deckenstuck bildet im O und W des Deckenbilds je ein locker gerahmtes Feld aus, wo im W ein Marienmonogramm, im O das Auge Gottes stuckiert ist, beides in einem Strahlenkranz.
Quellen und Literatur
AEM, Pfarrakten Laufen, Kapellen: Schloßkapelle Triebenbach 1693–1863; Bauten II. Stiftsarchiv Laufen, Rechnungen der St. Georgskapelle in Triebenbach 1755–58. BLfD, Akt Triebenbach, Schloß und Schloßkapelle Sedlmaier, Friedrich Christoph, Beschreibung und Geschichte des Ritterschlosses Trübenbach bei Laufen in Oberbayern, in: OAVG 3, 1842, S. 116–30. Mayer-Westermayer, Bd 1, S. 725. KDB I OB (3), S. 3831–35 Seitz, Hugo, Schloß Triebenbach bei Laufen, in: Bayerland 28 1916/17, S. 193–95, 216–18. Martin, Franz, Laufen (Süddeutsche Kunstbücher 12), Wien 1922, S. 14f. Martin, Franz, Kunstgeschichte von Salzburg, 1925, S. 144, 146. Thieme-Becker Bd 22, S. 354, s.v. Langwider. Heichele, Otto, Die Schloßkapelle von Triebenbach, in: Salzfaß 12, 1933, S. 50–53. Seefeldner, Oskar, Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte. 22. Schidenhofen von und zu Stumb, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 1934, S. 129–33. Roth, Hans, Zur Baugeschichte von Schloß Triebenbach, in: Laufen und Oberndorf. 1250 Jahre Geschichte, Wirtschaft und Kultur an beiden Ufern der Salzach (Hg. Heinz Dopsch und Hans Roth), Laufen/Oberndorf 1988, S. 194–96. –, Die Filialkirchen der Pfarrei Laufen, in: Laufen und Oberndorf (s.o.), S. 383–93. Triebenbach S. 389–93. Reindel-Schedl, Helga, Schloß Triebenbach, die Hofmark und ihre Inhaber, in: Laufen und Oberndorf (s.o.), S. 189–93. Historischer Atlas I, Bd 55, Laufen an der Salzach (Helga Reindel-Schedl), München 1989, S. 448–51. Dehio 1990, S. 1185. Langwider 1756