Oldenburg, sog Degode Haus
Inventarnummer: cbdd20384
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Im ehem. Bürgerhaus hat sich eine Holzbalkendecke mit einem komplexen Bildprogramm der vier Erdteile von 1645 erhalten. Es ist für derartige Bauten ohne Vergleich. Von der übrigen Decken- und Wandmalerei in Grisaille sind nur geringe Reste sowie ein Türblatt mit einer Fortunadarstellung erhalten.

Das Degode-Haus
Kurzbeschreibung und Lage
Das so genannte Degode-Haus [1] in Oldenburg steht im Zentrum der ehemaligen Residenzstadt an der Westseite des Marktes. Hier mündet die Kleine Kirchenstraße auf den Markt.
Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte
Das Bürger- und ehemalige Freihaus stammt in seinen massiven Teilen wohl von 1502 und wurde 1617 in Fachwerk um- bzw. neu gebaut. Die verwendeten Hölzer sind 1616/17 und 1617/18 geschlagen worden. 1637 erhielt Hermann Mylius (von Gnadenfeld) – der Schwiegersohn des Bauherrn – das Haus von seinem Landesherrn als Freihaus. Es überstand den Stadtbrand von 1676 unbeschadet. 1791 erfolgten tiefgreifende Umbauten im Gebäudeinneren, darunter der Einbau einer Treppe und das Einziehen von Stuckdecken. 1860 gelangte das Gebäude an Wilhelm Degode und trägt seither den Namen Degode-Haus. 1888 erfolgte eine Sanierung, bei der im Erdgeschoss ein Laden mit großen Schaufenstern entstand. Von 1992 bis 1995 wurde das Gebäude im Innern erneut umgestaltet.[2]
Beschreibung
Das zweigeschossige Haus hat ein steiles Satteldach und ist mit dem Giebel zum Marktplatz ausgerichtet. Der vordere, jüngere Teil ist in Fachwerk ausgeführt, während der hintere, ältere Flügelbau massiv über einem Keller errichtet ist. Zum Markt hin kragt der Giebel mehrfach vor. An der nördlichen Traufseite ist das Vorderhaus inschriftlich auf 1617 datiert. Das Erdgeschoss des Fachwerkteils ist heute durch die großen Schaufenster geprägt, das Innere weitgehend durch die Umbauten von 1791, 1888 und 1992 bis 1995. Außer einer bemalten Holzbalkendecke von 1645 sind nur kleinflächige – wenn auch zahlreiche – Ausstattungsreste sowie ein Türblatt erhalten.[3]
Raum VII des Erdgeschosses
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der Raum ist im Jahr 1617 entstanden und erhielt 1645 eine Ausmalung. 1791 erfolgte seine Umgestaltung, in deren Zusammenhang die Holzbalkendecke mit einer klassizistischen Stuckdecke abgehängt wurde. Zwischen 1992 und 1995 wurde der Raum erneut umgestaltet und dem Ladengeschäft zugeschlagen.[4]
Beschreibung
Der ehemalige Raum liegt im rückwärtigen Flügelbau. Er besitzt zwei Fenster nach Norden und wurde ursprünglich über die Südostecke betreten. Erhalten hat sich lediglich seine bemalte Holzbalkendecke sowie ein Putzrest unmittelbar unterhalb der Decke, der von 1791 bis 1992 durch die Stuckdecke geschützt war. Hier hat sich ein breiter roter Randstreifen erhalten, der den Verlauf der Decke mit den Deckenbalken aufnimmt und offenbar mehrfach korrigiert und erneuert wurde. Die Lage des Raums entspricht der Position zahlreicher Festsäle in Hamburg, Lübeck oder Lüneburg. Ob es sich tatsächlich um einen derartigen Raum handelte, ist jedoch unbekannt und mangels Quellen und Befunden auch nicht mehr festzustellen.[5]
Die Decke
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Holzbalkendecke stammt von 1617 und blieb zunächst ungefasst. Erst 1645 ließ sie Hermann Mylius (von Gnadenfeld) mit Erdteilallegorien bemalen. Die Malerei ist inschriftlich auf dieses Jahr datiert. 1791 wurde sie mit einer abgehängten Stuckdecke verborgen und erst 1992 bei Bauarbeiten wieder entdeckt. 1994 erfolgten ihre Freilegung und anschließende Restaurierung. Die Hölzer waren im Laufe der Jahre stark geschrumpft, was zu Ablösungen von Fassungsbereichen sowie der Leinwandstreifen geführt hatte, die die Fugen zwischen den mit Nut und Feder verbundenen Brettern kaschieren. Die Malerei wurde gereinigt und gefestigt, Fehlstellen retuschiert und die Leinwandstreifen ergänzt und wieder angeklebt. Nach einem Wasserschaden im Jahr 2008 wurde die Decke 2009 erneut gereinigt und die Malerei gesichert. Das Holz war weiter geschrumpft, die Leinwandstreifen hatten sich erneut gelöst und einige Retuschen von 1994 waren farblich nicht mehr stimmig.[6]
Beschreibung und Ikonographie
Die Decke misst rund 6,50 auf 6,20 Meter. Fünf Balken von ca. 35 auf 30 Zentimetern gliedern sie in sechs Fachen. Dabei sind die von den Balken begrenzten Fachen annähernd gleich groß, während die äußeren sehr schmal sind und nur kleine Bereiche zwischen Balken und Wand füllen. Eine annährend mittige Fehlstelle in der westlichen Fache geht auf einen ehemaligen Kaminschlot zurück. Die vier mittleren Felder nehmen Erdteilallegorein auf: Von Osten nach Westen sind dies Europa, Asien, Afrika und Amerika. In querrechteckigen Kartuschen und querovalen Medaillons aus Schweifwerk, die im Wechsel mittig angeordnet sind, befindet sich jeweils die eigentliche Allegorie. Auf dem dahinterliegenden Balken – unterhalb des Bildes – steht in einer Kartusche der Name des jeweiligen Kontinents. An den äußeren Rändern werden in Schweifwerkmedaillons Bruststücke von Herrschern gezeigt, die eine – im Sinne der Zeit – für den Kontinent typische Kleidung bzw. Attribute und Herrschaftsinsignien tragen. Zwischen die drei Medaillons bzw. Kartuschen sind Tiere gemalt, die mit dem jeweiligen Kontinent assoziiert wurden. Sie stehen frei auf dem die Fachen ausfüllenden tektonischen Gerüst von Roll-, Beschlag- und Schweifwerk. Die dunklen Flächen sind zudem mit rankenden vegetabilen Elementen, Furchtgebinden, Äpfeln, Granatäpfeln und Weintrauben gefüllt. Um die zentralen Medaillons sowie entlang aller Außenseiten wachsen aus dem Schweifwerk geflügelte Frauenoberkörper in Gestalt von Sphingen hervor. Für die farbenfrohen Darstellungen in den Medaillons und Kartuschen wurden edelste Pigmente verwendet: Zinnober, Grünspan, Indigo, Smalte, Auripigment und Mennige. Die Tiere sind hingegen in Erdfarben gehalten: Umbra Natur, Grüne Erde, Roter Ocker, Sienna gebrannt und Englisch Rot. Als Bindemittel der Farben diente Hautleim mit 10% Kaseinanteil.[7]
Gestalterische Mittel – Komposition und Ansichtigkeit
Die Ansichtigkeit der Malerei erfolgt von Osten und ist auf die Eintretenden hin ausgerichtet.
Auftraggeber
Der Auftraggeber der Malerei war der gräflich-oldenburgische Rat Hermann Mylius von Gnadenfeld (1593-1657). Der Diplomat vertrat die Grafschaft Oldenburg in den Verhandlungen mit Cromwell um die oldenburgische Neutralität sowie in den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden in Osnabrück und anschließend in den Nachverhandlungen in Nürnberg. 1662 wurde er von Kaiser Ferdinand II. mit dem Prädikat „von Gnadenfeld“ in den Adelsstand erhoben.[8]
Vorlagen und Vergleiche
Die Darstellungen der zentralen Allegorien folgen Adriaen Collaert nach Marten de Vos.[9]
Programm
Die Erdteile sind im Sinne einer Bedeutungshierarchie gestaffelt. An erster Stelle steht Europa, gefolgt von den anderen Kontinenten. Europa ist als Herrscherin der Welt dargestellt, lediglich Asien wird auch eine Hochkultur zugestanden. Die Szenen im Hintergrund geben teilweise diskriminierende Stereotypen wieder, etwa den vermeintlichen Kannibalismus in Amerika. Die Porträtmedaillons folgen ebenfalls derartigen Stereotypen. Die Auswahl der Tiere scheint ohne Wissen über die tatsächliche Fauna des jeweiligen Kontinents erfolgt zu sein. Unabhängig davon ist das komplexe Bildprogramm bemerkenswert und in der Deckenmalerei von Bürgerhäusern in Norddeutschland ohne Vergleich.[10]
Erdteilallegorie - Europa
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Adriaen Collaert nach Maarten de Vos: Europa
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Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Allegorie Europas wurde auf einem Kreidegrund gemalt.[11]
Beschreibung und Ikonographie
Die gepanzerte Europa ist als Beherrscherin der Welt dargestellt: Sie sitzt auf der Weltkugel, ist gekrönt und hält in ihrer erhobenen rechten Hand ein (heute weitgehend verlorenes) Zepter. Mit ihrer Linken umfasst sie eine Weinrebe. Unter dem Zepter weidet links in Frieden das Vieh, während Europa mit dem Rebstock die rechts im Hintergrund tobende Schlacht abhält. Das Pferd verweist auf die Grafschaft Oldenburg, der es aufgrund ihrer für alle Kriegsparteien wichtigen Pferdezucht gelang, im Krieg neutral und unbehelligt zu bleiben.
Vorlagen und Vergleiche
Vorlage für die Personifikation der Europa war ein Stich Adriaen Collaerts nach Marten de Vos.[12] Die Darstellung ist jedoch vereinfacht und reduziert. Statt des Pferdes sind bei Collaert zwei Bären zu sehen.
Tiere Europas - Hirsch und Reh
Beschreibung und Ikonographie
Rechts und links der Allegorie der Europa sind im Ornament zwei große Tiere auszumachen: Links ein springender Hirsch und rechts ein schreitendes Reh. Sie stehen für die Fauna Europas.
Zwei europäische Porträts
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Malerei wurde auf einem Kreidegrund ausgeführt.[11]
Beschreibung und Ikonographie
An den äußeren Seiten der Fache sind zwei europäische Herrscher im Halbprofil dargestellt. Der linke trägt eine Bügelkrone und hält Schwert und Reichsapfel in Händen. Der rechte trägt einen Lorbeerkranz und hält eine Bügelkrone sowie ein Zepter. Offenbar wird hier auf die antiken und nachantiken Kaiser angespielt.
Erdteilallegorie - Asien
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Adriaen Collaert nach Maarten de Vos: Asien
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Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Malerei wurde auf Kreidegrund gemalt.[11]
Beschreibung und Ikonographie
Die Allegorie Asiens scheint auf dem ersten Blick der Darstellung Europas zu entsprechen. Doch sitzt sie nicht auf der Erdkugel, sondern nur auf einem Kamel oder Dromedar. Sie ist ebenfalls gewappnet. Ihre Kopfbedeckung verweist im Verständnis der Zeit auf den islamischen Kulturraum. In ihrer rechten Hand schwenkt sie ein Weihrauchfass und nimmt damit Bezug auf die Herkunft des Weihrauchs aus Asien. Im Hintergrund tobt eine Schlacht: Von links drängen die Christen heran – kenntlich durch die aufgerichteten Lanzen der Spanier –, die die muslimischen Gegner zurückdrängen. Auf der gegenüberliegenden Seite sind wiederum friedliche Tiere auszumachen. Es sind jedoch wilde Tiere und keine Haustiere.
Vorlagen und Vergleiche
Die Darstellung folgt einem Stich von Adriaen Collaert nach Marten de Vos.[12] Auch hier wurde die Vorlage vereinfacht umgesetzt.
Tiere Asiens - Bär und Einhorn
Beschreibung und Ikonographie
Rechts und links der Allegorie Asiens sind zwei Tiere in das Ornament integriert, die offenbar stellvertretend für die Fauna des Kontinents stehen sollen. Es handelt sich um einen Bären und um ein Einhorn.
Zwei asiatische Porträts
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Malerei erfolgte auf Kreidegrund.[11]
Beschreibung und Ikonographie
An den äußeren Seiten der Fache befinden sich zwei Porträts, die in Analogie zum antiken und gegenwärtigen Kaisertum des Abendlandes, für das aktuell muslimische und das ehemals christliche Morgenland stehen. Links ist ein bärtiger Sultan mit bekröntem Turban und Zepter sowie einem Wappenschild mit Stern und Halbmond dargestellt. Das rechte Medaillon zeigt einen reich gewandeten orthodoxen Patriarchen mit Tiara.
Erdteilallegorie - Afrika
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Adriaen Collaert nach Maarten de Vos: Afrika
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Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Malerei wurde auf Kreidegrund erstellt.[11]
Beschreibung und Ikonographie
Die annähernd nackte Personifikation Afrikas reitet auf einem Krokodil. Sie trägt einen Lendenschurz, einen Gürtel sowie Ohrringe und einen Haarreif. In der Hand hält sie einen Zweig. Im Hintergrund springen wilde Tiere umher. Der Unterschied zu den Darstellungen Europas und Asiens ist eklatant: Die Personifikation ist nackt und unbewaffnet. Es gibt keinen Verweis auf eine kulturelle Leistung. Eine Schlachtendarstellung fehlt ebenfalls.
Vorlagen und Vergleiche
Die Darstellung geht auf einen Stich von Adriaen Collaert nach Marten de Vos zurück.[12] Sie wurde jedoch stark vereinfacht. So fehlen die Verweise auf vergangene Hochkultur wie etwa ein Obelisk und ein Aquädukt.
Tiere Afrikas - Elefant und Löwe
Beschreibung und Ikonographie
Rechts und links der Allegorie sind zwei Tiere im Ornament zu sehen, die die Fauna Afrikas repräsentieren sollen. Es handelt sich um einen Elefanten und um einen Löwen.
Zwei afrikanische Porträts
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Malerei wurde auf Kreidegrund gemalt.[11]
Beschreibung und Ikonographie
Die Medaillons an den Außenseiten stellen im Verständnis der Zeit schwarzafrikanische Herrscher dar. Sie halten eine Streitaxt und tragen ein Haarband bzw. einen Turban mit Krone sowie ein Zepter.
Erdteilallegorie - Amerika
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Adriaen Collaert nach Maarten de Vos: Amerika
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Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Allegorie wurde auf Kreidegrund gemalt.[11]
Beschreibung und Ikonographie
Die nahezu nackte Personifikation Amerikas reitet auf einem Gürteltier und trägt einen Lendenschurz, eine Federkrone sowie einen Köcher. In ihrer rechten Hand hält sie einen Bogen, in ihrer linken eine Streitaxt. Sie verweist damit auf den Widerstand, den die indigene Bevölkerung Amerikas den Europäern entgegensetze. Ein entsprechendes Kampfgeschehen ist rechts zu sehen. Links steht ein Tier, das vermutlich ein Lama darstellen soll. Dahinter ist ein in der Zeit beliebter diskriminierender Stereotyp ins Bild gesetzt, der Kannibalismus der Menschen in Amerika: Ein Mensch wird zerteilt und gegrillt.
Vorlagen und Vergleiche
Die Darstellung folgt einer Grafik von Adriaen Collaert nach Marten de Vos.[12] Nur wenige Details wurden übernommen: Die Personifikation selbst, das Lama und der Kannibalismus. Von der großen Schlacht sind nur wenige Menschen übrig geblieben.
Tiere Amerikas - Antilope und Dromedar
Beschreibung und Ikonographie
Rechts und links der Allegorie sind zwei Tiere in das Ornament gemalt, die die Fauna Amerikas repräsentieren sollen. Die Tiere sind nicht zu identifizieren und ähneln am ehesten einer Antilope sowie einem Dromedar. Vermutlich soll es sich jedoch zumindest bei einem der Tiere um ein Lama handeln.
Zwei amerikanische Porträts
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Malerei erfolgte auf einem Kreidegrund.[11]
Beschreibung und Ikonographie
Die beiden Medaillons an den Rändern der Fache sollen amerikanische Herrscher darstellen. Sie tragen Federschmuck und Ohrringe sowie Pfeil und Bogen.
Beschlagwerk mit Porträtmedaillons
Beschreibung und Ikonographie
In der schmalen westlichen Fache sind in das Rollwerk zwei Porträtmedaillons gemalt. Es wird vermutet, dass es sich um den Hausherrn Hermann Mylius von Gnadenfeld und seine Frau Katharina Mausolius handelt. Im bürgerlichen Kontext sind derartige Darstellungen ausgesprochen selten.[13]
Balkenseiten
Beschreibung und Ikonographie
An die Balkenseiten sind mittig Schrifttafeln mit den Namen der jeweiligen Kontinente bzw. der Jahreszahl 1645 gemalt. Darüber hinaus werden die Seiten von Blattranken sowie Darstellungen wilder Tiere und wilder Vögel geziert. Es gibt keinen Bezug zu den angrenzenden Erdteilen. Die Unterseiten zeigen eine monochrome Gestaltung mit Diamanten und Ornamenten.[14]
Malereireste in einem Raum des Obergeschosses
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
In mehreren Räumen des Hauses gibt es kleine Befundflächen der ehemaligen Decken- und Wandmalerei. Diese können bezüglich ihrer Erstfassung in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts datiert werden bzw. in die Zeit nach 1617 und vor 1645.[15]
Beschreibung und Ikonographie
Es handelt sich um ornamentale Malerei, die häufig in Grautönen gehalten ist. Beispielhaft seien hier zwei Malereireste an Balken im ersten Obergeschoss gezeigt. Beschlag- und Schweifwerk sowie Obst lassen sich erkennen.[16]
Eine ausgebaute Tür
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Auf dem Dachboden des Hauses hat sich ein Türblatt aus einem unbekannten Raum erhalten.
Beschreibung und Ikonographie
Die Grisaillemalerei gibt Aufschluss über die Qualität der ehemaligen Malerei an Wänden und Decken. Auf der einen Seite ist Fortuna zu sehen. Sie steht einbeinig auf einer Kugel, die in einer Muschel ruht. Über den Kopf hat sie ein Segel gespannt. Gerahmt wird die Darstellung von Schweifwerk.
Die andere Seite der Tür ist mit Schweifwerk verziert. Das zentrale hochovale Feld nimmt das Hüftstück einer Frau auf. Ihr Haar ist mit Perlen geschmückt und in der Hand hält sie einen Fächer.
Bibliographie
- Literatur:
- Asche, Oldenburg, 1982. – Asche, Kurt: Das Bürgerhaus in Oldenburg. Tübingen 1982.
- Dehio, Niedersachsen, 1992. – Dehio, Georg: Bremen - Niedersachsen (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Bearbeitet von Gerd Weiß. München/Berlin 1992.
- Deuter, Oldenburg, 1988. – Deuter, Jörg: Oldenburg. Ein norddeutsches Stadtbild. Oldenburg 1988.
- Grote, Holzdecke, 1994. – Grote, Rolf-Jürgen: Nur eine bemalte Holzdecke? Niederländische Druckgraphik als Vorbild der Erdteil-Darstellungen im Oldenburger „Degode“-Haus, Markt 24. in: Denkmalpflege in Niedersachen, 14. Kg, Heft 3/94, S. 155-158.
- Archivalien:
- AZ 11475-55/05. – Amtsarchiv des Bauordnungsamtes der Stadt Oldenburg. AZ 11475-55/05. Oldenburg. Markt 24. Bd. I.
- AZ 01233-50/05. – Amtsarchiv des Bauordnungsamtes der Stadt Oldenburg. AZ 01233-50/05. Oldenburg. Markt 24. Bd. V.
- AZ 10160-94/11. – Amtsarchiv des Bauordnungsamtes der Stadt Oldenburg. AZ 10160-94/11. Oldenburg. Markt 24. Bd. VI.
- AZ 01371-50/05. – Amtsarchiv des Bauordnungsamtes der Stadt Oldenburg. AZ 01371-50/05. Oldenburg. Markt 24. Bd. IX.
- AZ 01370-50/05. – Amtsarchiv des Bauordnungsamtes der Stadt Oldenburg. AZ 01370-50/05. Oldenburg. Markt 24. Bd. X (Restaurierungsbericht ARGE Herrmann/Hehr 1994).
- NLD, 034-1905-037-03 (1). – Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Plansammlung und Sammlung der Restaurierung: Stadt Oldenburg. Markt 24. Degode-Haus. 034-1905-037-03.
- NLD, 034-1905-037-03 (3). – Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Plansammlung und Sammlung der Restaurierung: Stadt Oldenburg. Markt 24. Degode-Haus. 034-1905-037-03.
- Butt, Degode-Haus, 2009. – Butt Restaurierungen: Degode-Haus. Markt 24, Oldenburg. Dokumentation zur Konservierung und Restaurierung der Renaissance-Deckenmalerei im Erdgeschoß. Lübeck 2009.
- Hehr/Herrmann, Haus Degode, 1994. – Arge Hehr/Hermann: Markt 24, Oldenburg. Haus Degode. 1994. Untersuchungsbericht zur Fassungsfunden im Gebäudeinneren. Bremen 1994.
- Herrmann/Hehr, Degode-Haus, 1994. – ARGE Hermann/Hehr: Restaurierungsbericht. Projekt: Renaissance-Deckenmalerei im „Degode-Haus“, Oldenburg. Juni-Oktober 1994. Bremen 1994.
Einzelnachweise
- ↑ Dehio, Niedersachsen, 1992, S. 1027; Asche, Oldenburg, 1982, S. 31-33. NLD, 034-1905-037-03.
- ↑ Grote, Holzdecke, 1994, S. 55; Deuter, Oldenburg, 1988, S. 26, 53; Asche, Oldenburg, 1982, S. 31. NLD, 034-1905-037-03 (3); AZ 11475 -55/05; Hehr/Herrmann, Haus Degode, 1994, S. 3-4.
- ↑ Asche, Oldenburg, 1982, S. 28, 31. AZ 10160-94/11.
- ↑ NLD, 034-1905-037-03 (3); AZ 01371-50/05; Hehr/Herrmann, Haus Degode, 1994, S. 3, 6.
- ↑ Grote, Holzdecke, 1994, S. 155-156. NLD, 034-1905-037-03 (3); AZ 01370-50/05; AZ 01371-50/05; Butt, Degode-Haus, 2009, S. 3; Hehr/Herrmann, Haus Degode, 1994, S. 6; Herrmann/Hehr, Degode-Haus, 1994, S. 15.
- ↑ Grote, Holzdecke, 1994, S. 55. NLD, 034-1905-037-03 (1); NLD, 034-1905-037-03 (3); AZ 01370-50/05; AZ 01371-50/05; Butt, Degode-Haus, 2009, S. 3, 6-30; Hehr/Herrmann, Haus Degode, 1994, S. 1-6; Herrmann/Hehr, Degode-Haus, 1994, S. 6, 10-22.
- ↑ Grote, Holzdecke, 1994, S. 156. NLD, 034-1905-037-03 (3); AZ 01370-50/05; AZ 01371-50/05; Butt, Degode-Haus, 2009, S. 4-5; Herrmann/Hehr, Degode-Haus, 1994, S. 4-7.
- ↑ Grote, Holzdecke, 1994, S. 55.; Asche, Oldenburg, 1982, S. 32. AZ 01233-50/05. AZ 01370-50/05; Herrmann/Hehr, Degode-Haus, 1994, S. 5.
- ↑ Grote, Holzdecke, 1994, S. 156-157.
- ↑ Vgl. auch Grote, Holzdecke, 1994.
- ↑ 11,0 11,1 11,2 11,3 11,4 11,5 11,6 11,7 AZ 01370-50/05; Herrmann/Hehr, Degode-Haus, 1994, S. 7.
- ↑ 12,0 12,1 12,2 12,3 Grote, Holzdecke, 1994, S. 158.
- ↑ Grote, Holzdecke, 1994, S. 157.
- ↑ Grote, Holzdecke, 1994, S. 156. NLD, 034-1905-037-03 (3); AZ 01371-50/05; Butt, Degode-Haus, 2009, S. 5.
- ↑ NLD, 034-1905-037-03 (3); AZ 01371-50/05; Hehr/Herrmann, Haus Degode, 1994.
- ↑ NLD, 034-1905-037-03 (3); AZ 01371-50/05; Hehr/Herrmann, Haus Degode, 1994, S. 2, 9.