München, Kapelle im ehem. Stadthaus des Klosters Ettal


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 3, Teil 1: Stadt und Landkreis München. Sakralbauten. Hirmer, München 1987, ISBN 978-3-7991-6111-4, S. 264, geschrieben von Baur, Eva-Gesine. Original (Passwortgeschützt)
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Kapelle im ehem. Stadthaus des Klosters Ettal, Ecke Kaufingerstraße/Fürstenfelderstraße. Umfaßte: Kaufingerstr. 15, von ca. 1480–1753 und 1766–1803 im Besitz des Klosters, 1898 Abbruch; Kaufingerstr. 18, vor ca. 1480–1573 im Besitz des Klosters, 1824 Abbruch; Fürstenfelderstr. 18 bis 1799 im Besitz des Klosters, 1910 Abbruch; Fürstenfelderstr. 19, bis 1803 im Besitz des Klosters, 1910 Abbruch. Nach Westenrieder (S. 27), Burgholzer (S. 130) und Hübner (S. 312) handelte es sich bei dem Gebäude des Ettaler Klosterhauses um die ehem. Residenz von Kaiser Ludwig dem Bayern, der es bei seinem Umzug in den neuerbauten Alten Hof um 1347 dem Kloster Ettal vermacht hatte. Ehemaliges Deckenbild jetzt im BNM

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Engel verehren das Marienmonogramm, Deckenbild aus dem ehemaligen Ettaler Klosterhaus, jetzt München, Bayer. Nationalmuseum

Zum Bauwerk: Baublock über rechteckigem Grundriß in drei Geschossen vermutlich aus dem 14. Jh.. Über die Lage der ehem. Kapelle ist nichts bekannt; von der Ausstattung ist das Deckenbild erhalten.

Autor und Entstehungszeit: Johann Andreas Wolff (*1652 †1716) um 1709

In der Beschreibung der Zweibrücker Gemäldesammlung in München und ihrer Zuwächse ab 25. 7. 1802 (BHStA I, HR I, Fasc. 280, Nr. 24/1) wird unter Nr. 1116 aufgeführt: »Wolf Andre. Zwey Engel verehren des Nahmen Mariae: Blavon. Leinw: 3 (Schuh) 3 (Zoll) Höhe, 7.9 Breite. Aus dem Ettaler Klosterhaus.« Mit diesen Maßen und dem Bildgegenstand stimmt ein Gemälde im BNM (s.v. Candid) überein, das eindeutig die Stilmerkmale I. A. Wolffs aufweist

Befund

Träger der Deckenmalerei: vermutlich Flachdecke

Maße: 1,03 × 2,50 m

Technik: Öl auf Leinwand, polychrom

Verbleib: Bis 1802, als das Bild bei der Säkularisation in Staatsbesitz überging, befand es sich wahrscheinlich in dem Teil des Klosterhauses, der am längsten (bis 1803) in dessen Besitz war; der Vermutung Waagens (Wolff, S. 49), das Bild habe sich ursprünglich an der Decke des Lateinischen Kongregationssaales im Jesuitenkolleg befunden und sei erst nach Aufhebung des Jesuitenordens in das Ettaler Klosterhaus verbracht worden, muß widersprochen werden, die Bildform ist mit der Form der Füllungen dort nicht vereinbar. Bis 1900 befand sich das Bild im Besitz der BSGS (Inv. Nr. 2656), im Jahre 1900 wurde es an das BNM (Inv. Nr. R 7380) überwiesen.

Darstellung

ENGEL VEREHREN DAS MARIENMONOGRAMM Zwei Engel, bläulich-braun und grünlich-mattrot gekleidet, werden in starker Untersicht gezeigt, wie sie Weihrauchfässer schwingen. In der Mitte zwischen ihnen das aus leuchtenden Sternen gebildete Monogramm Mariens. MARIA (ligiert) in die Wolken verstreut Puttenköpfe, zu Füßen des rechten Engels ein Putto bis in Schulterhöhe, der sich auf eine Wolkenbank stützt.

Quellen und Literatur

BHStA I, HR I, Fasc. 280, Nr. 24/1

Westenrieder 1782, S. 27

Burgholzer, Joseph, Stadtgeschichte von München als Wegweiser für Fremde und Reisende. Mit Beylagen und Zusätzen, 2 Bde, München 1796, Bd. 1, S. 130.

Hübner 1803, S. 312

Mayer-Westermayer, Bd 2, S. 401

Voll, Karl, Heinz Braune und Hans Buchheit, Gemäldekatalog des Bayerischen Nationalmuseums, 1908, Nr. 565 (als Peter Candid).

Waagen, Ludwig, Johann Andreas Wolff. 1652-1716, Günzburg 1932, S. 48 f., S. 119 u. S. 130.

Häuserbuch, Bd 3, 1962, S. 82, S. 141f., S. 268-70 u. S. 272f.

E.-G. B

Oberen Gruftkirche