Münster, ehem Haus Prinzipalmarkt 39
Inventarnummer: cbdd20255
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Im Saal des 1943/45 zerstörten Hauses gab es eine bemalte Holzbalkendecke von ca. 1630. Die Malerei zeigte Federungen mit Rankenwerk und Medaillons, die u.a. das Bruststück eines Mannes, das Bruststück einer Frau sowie ein Jesusmonogramm mit Kreuz, Herz und Nägeln präsentierten.

Das ehemalige Haus Prinzipalmarkt 39 in Münster

Kurzbeschreibung und Lage
Das 1943/45 komplett zerstörte Haus[1] stand im Zentrum der Stadt Münster an der Westseite des Prinzipalmarkts.
Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte
Das Haus stammte aus dem späten Mittelalter und wurde um 1500 und 1662 umgebaut. 1943/45 ist es komplett zerstört worden.[2]
Beschreibung
Das schmale tiefe Haus hatte zum Markt hin im Erdgeschoss zwei spitzbogige Arkaden, über denen zwei Geschosse und ein dreistufiger Giebel mit zwei weiteren Geschossen aufragten. Das höhere erste Obergeschoss und etwas niedrigere zweite Obergeschoss hatten jeweils drei Fenster.[3]
Zerstörter Raum
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der Saal wird auf 1490 datiert. Um 1630 erhielt er eine Holzbalkendecke mit Malerei. Damals gehörte das Haus Johann III. von Oesede. Nach dessen Tod 1637 wohnte bis 1638 noch seine Witwe Catharina im Haus, dann gelangte das Gebäude an Henrich Pottgießer.[4]
Beschreibung
Der Saal befand sich im ersten Obergeschoss an der Marktseite nach Osten.[5]
Die zerstörte Deckenmalerei
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Malerei ist um 1630 entstanden. Damals wohnten im Haus Johann III. von Oesede und seine Frau Catharina. Nach Johanns Tod 1637 kam das Gebäude 1638 an Henrich Pottgießer. Die Malerei wurde später zu einem unbekannten Zeitpunkt unter einer Stuckdecke verborgen und erst 1923 wieder entdeckt. 1943/45 ist sie zusammen mit dem Haus zerstört worden.[4]
Beschreibung und Ikonographie
Von der Holzbalkendecke gibt es nur drei Fotos und eine Beschreibung. So formuliert Geisberg 1934: „Im vorderen Saal des Obergeschosses Reste einer bemalten Balkendecke, die bis auf das 5 x 1,12 m messende Feld zwischen der Front und dem ersten Querbalken wieder zugedeckt sind, darunter auch das Stück Abb. 638. Auf weißem Grunde venetianischrote Bänder, die ein Viereck zwischen zwei Kreisen und je ein Dreieck an den Enden bilden. In letzteren je ein Cherubskopf, in den Kreisen auf grauem Grunde das Brustbild einer modisch gekleideten Dame, in dem Viereck in Flammenglorie das Jesusmonogramm mit Kreuz, Herz und Nägeln, das S. 27 auch als Wappen des Weihbischofs Claessens (1623-1647) nachgewiesen. Blattranken mit schwarzen Konturen, gelben Trauben und roten Blumen.“[6] Vom Monogramm gibt es eine Fotografie, die sich im Farbdiaarchiv zur Wand- und Deckenmalerei erhalten hat. Hier findet sich auch die Abbildung eines Männerkopfes analog zu dem der Dame.[7] Von der Dame hat sich eine Schwarzweißfotografie im Bildarchiv des LWL-DLBW erhalten. Sie wurde 1934 von Geisberg publiziert.
Bibliographie
- Literatur:
- Geisberg, Münster 3, 1934. – Geisberg, Max (bearb.): Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen 41. Die Stadt Münster. Teil 3. Die Bürgerhäuser und Adelshöfe bis zum Jahre 1701. Münster 1934.
- Kirchhoff, Prinzipalmarkt, 2001. – Kirchhoff, Karl-Heinz: Der Prinzipalmarkt (Häuserbuch der Stadt Münster, 1, Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Münster, N.F. 20/1). Münster 2001.
- Mummenhoff, Bürgerliches Bauen, 1993. – Mummenhoff, Karl E.: Bürgerliches Bauen und Wohnen im Wandel der Jahrhunderte, in: Jakobi, Franz-Josef (Hrsg.): Geschichte der Stadt Münster, Bd. 3.. Münster 1993, S. 523-568.
Einzelnachweise
- ↑ Kirchhoff, Prinzipalmarkt, 2001, S. 223-225; Geisberg, Münster 3, 1934, S. 52.
- ↑ Kirchhoff, Prinzipalmarkt, 2001, S. 223; Geisberg, Münster 3, 1934, S. 52.
- ↑ Kirchhoff, Prinzipalmarkt, 2001, S. 223-224; Geisberg, Münster 3, 1934, S. 52.
- ↑ 4,0 4,1 Kirchhoff, Prinzipalmarkt, 2001, S. 223; Mummenhoff, Bürgerliches Bauen, 1993, S. 532.
- ↑ Mummenhoff, Bürgerliches Bauen, 1993, S. 532.
- ↑ Geisberg, Münster 3, 1934, S. 52.
- ↑ https://www.zi.fotothek.org/objekte/19004096.