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Im 18. Jh. im Raum Ingolstadt und Pfaffenhofen tätige Maler

Aus Deckenmalerei-Lab


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 14: Landkreis Ingolstadt; Landkreis Pfaffenhofen. Hirmer, München 2010, ISBN 978-3-7774-3001-0, S. 268–271 Original (Passwortgeschützt)
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IM 18. JH. IM RAUM INGOLSTADT UND PFAFFENHOFEN TÄTIGE MALER

ASAM, Cosmas Damian, Maler in München

1686 Benediktbeuern †1739 München, mit seinem Bruder Egid Quirin Asam einer der bedeutendsten Vertreter des süddeutschen Spätbarock. Zu ihren Hauptwerken gehören die Ausstattungen der Kirchen von Weingarten, Freising, Einsiedeln, St. Emmeram in Regensburg, Fürstenfeld und ihre Privatkirche St. Johann Nepomuk in München, die sog. Asamkirche in München, sowie Werke in Böhmen. Das 1739 in acht Wochen entstandene ca. 400 qm große Fresko des Kongregationssaals Maria de Victoria in Ingolstadt stellt eines der ikonographisch bedeutendsten Werke Cosmas Damian Asams dar. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Lit.: Bernhard Rupprecht: Die Brüder Asam. Sinn und Sinnlichkeit im bayerischen Barock, Regensburg 1985.

DIFFEFNIRRIINNER Johann Georg Maler in Augsburg

  • 4. 4.1718 Mittenwald †5.12.1785 Augsburg. Ausbildung bei seinem älteren Bruder Joseph Dieffenbrunner (s. CBD, Bd 2), bei Johann Adam Schöpf und ab 1746 bei Matthäus Günther, der ihn am stärksten beeinflusste. 1754 erhielt Dieffenbrunner das Augsburger Meisterrecht und 1781 das dortige Bürgerrecht. Er war unverheiratet. D. war überwiegend im Raum Augsburg und Dachau tätig, wo er 1755/58 zusammen mit Matthäus Günther die Klosterkirche und im Anschluss zahlreiche Dorfkirchen mit Heiligenzyklen freskierte. Zu seinen wichtigsten Werken gehören die Klosterkirche Gutenzell (1755/56), die Fresken in den Kirchen von Violau, Geltendorf, Inhausen, Vierkirchen, Sittenbach und Oberweikertshofen (s. CBD, Bd IV und V). Die im späten 19. Jh. einer nazarenischen Ausmalung zum Opfer gefallenen Fresken in der Klosterkirche Scheyern 1769/70 waren mit Sicherheit der bedeutendste Auftrag in seinem Leben. Lit.: Paula, Georg, Johann Georg Dieffenbrunner, Leben und Werk, tuduv-Studien, Reihe Kunstgeschichte Bd 8, München 1983.

FEILL, Johann Michael, Maler in Geisenfeld

  • † unbekannt. 1701 für die 1702 zerstörte Ausmalung des Chors in der Pfarrkirche Gosseltshausen zusammen mit Johann Baptist Zimmermann belegt.

Lit.: Hofmann, Siegfried, Die Kirche in Gosseltshausen im Spiegel der Kirchenrechnungen des Pfarrarchivs bis 1800 mit einem Exkurs über Andrea Pozzo und das Deckenfresko Melchior Puchners in Gosseltshausen, in: SHVI 84, 1975 S. 153–83.

FRANK, Franz Ignaz, Maler in Ingolstadt

  • unbekannt † gegen 1770; Sohn eines Torschreibers aus Ingolstadt und dort seit 1729 als verheirateter Mann ansässig. 1737 wurde er als Bürger und Maler aufgenommen. Von da an ist er in Kirchen- und städtischen Rechnungen als Fass- und Dekorationsmaler nachweisbar. Wegen der krankhaften Veränderung einer Hand war er nach 1763 nicht mehr tätig. Seine Werkstatt und Malergerechtigkeit ging 1764 an seinen Pflegesohn und Gehilfen Hieronymus Krieglederer über.

Für die einzige gesicherte Ausmalung der Pfarrkirche in Reichertshofen erhielt Frank die stattliche Summe von 276 fl. 10 kr. Erhalten hat sich nur ein Fresko in dem jetzt als Seitenkapelle genutzten ehemaligen Chor.

Lit.: Kuhn, Hanns, Die Alt-Ingolstädter Maler (vom 15.–18. Jh.), in: SHVI 57, 1939, S. 108f., 140; Hofmann, Siegfried, 1973, S. 180f.

FRANZ, Johann Michael, Hofmaler in Eichstätt

  • 11.12.1715 Dirlewang bei Mindelheim †5.4.1793 Eichstätt. Ausbildung vermutlich im Umkreis Johann Georg Bergmüllers. Nach eigenen Angaben war Franz ab 1733 tätig, in Stadt und Hochstift Eichstätt ab 1739. Nach dem Tod des Eichstätter Malers Joseph Dietrich 1745 führte er dessen »verwaiste Werkstatt« fort. 1751 erhielt Franz den Hofschutz und heiratete Magdalena Strauß, die Tochter des Eichstätter Hofbuchdruckers Franz Josef Anton Strauß. Johann Michael Franz, der 1793 als »pictor aulicus« starb, hinterließ ein umfangreiches Werk als Zeichner für Kupferstichwerke, Altarbildmaler und Freskant. Seine bedeutendsten Werke schuf er unter der Ägide des Eichstätter Fürstbischofs Raymund Anton Graf von Strasoldo, und zwar auf dem Gebiet der Freskomalerei und dem Repräsentationsporträt. Franz gilt als der Hauptvertreter der Eichstätter Rokokomalerei. Signierte barocke Deckenmalereien im Bereich des Landkreises Eichstätt finden sich von Franz in Eichstätt in der Maria-Hilf-Kapelle von 1744, in der Vorderen Kapitelstube von 1762, im Treppenhaus und im Spiegelsaal der ehem. fürstbischöflichen Stadtresidenz vor 1768 sowie in den Hofgartenpavillons von 1781, ferner im Schloss Hirschberg von 1764. Zugeschrieben werden ihm die Fresken im Treppenhaus des ehem. Dominikanerklosters in Eichstätt aus der Zeit von 1757/60 sowie in Tauberfeld aus der Zeit 1751/60 (alle CBD Bd 13). Als eines seiner späten Werke ist die Ausmalung der Pfarrkirche in Pettenhofen signiert und 1778 datiert; in der Figur des Apostel Johannes hat Johann Michael Franz sein Selbstporträt hinterlassen. Lit.: Müller, Angela, Die Ölgemälde des Johann Michael Franz. Hofmaler zu Eichstätt (1715–1793), ungedr. Magisterarbeit an der Katholischen Universität Eichstätt 1988; Baumgartl, Edgar, Franz, Johann Michael, in: Saur, Bd 44, 2005, Sp. 153; CBD Bd 13, S. 452.

HELTERHOF, Philipp, Maler in München

  • Cham †1807 München. Zunächst als Mitarbeiter Johann Baptist Zimmermanns, nach dessen Tod selbständig, später als Schlossdiener in Schleißheim tätig. Unter Zimmermanns Leitung führte er 1756 ff. die Fresken der Pfarrkirche St. Moritz in Ingolstadt aus (1888 abgeschlagen).

Lit.: Lipowsky Künstlerlexikon, Bd 1, S. 116; CBD Bd 3/1, S. 73-78 249; CBD Bd 3/2, S. 495, 499–502; Hofmann 1973, S. 181.

HÖLZL, Johann Evangelist, Maler in Ingolstadt

  • 1716 Dietramszell †1765 Ingolstadt, verheiratet mit Margareta Antonia Deschler, der Tochter des Freisinger Malers Franz Deschler, seit 1747 in Ingolstadt ansässig, dort hauptsächlich als Maler von Altarbildern und Porträts bekannt. Fresken von ihm haben sich nur in der Pfarrkirche in Elsendorf (NB, LKr. Kelheim) erhalten. 1761 wurde er in den Äußeren Rat der Stadt gewählt. Bei der Ausmalung der Pfarrkirche St. Moritz in Ingolstadt unter Leitung von Johann Baptist Zimmermann 1756/65 zog er sich angeblich eine Krankheit zu, an der er starb.

Lit.: Kuhn, Hanns: Die Alt-Ingolstädter Maler (vom 15. bis 18. Jahrhundert, in: SHVI 56 (1938), S. 3-58, 57 (1939), S. 87-141; Braun, Emanuel, Johann Evangelist Hölzl. Ein Rokokomaler in Ingolstadt (Ausstellungskatalog), Eichstätt 1985; Koch, Laurentius, Die Brüder Hölzl, Maler aus Dietramszell (Johann Evangelist, Andreas und Felix). In: Beiträge zur Heimatforschung 1991, München 1991, S. 94-103.

KRAUS, Martin, Maler in Hohenwart

Lebensdaten unbekannt; 1730 als Maler der Deckenbilder in der Marktkirche Hohenwart genannt.

PUCHNER (Puechner), Melchior, Maler in Ingolstadt

  • 6.1.1695 Schongau †9.12.1758 Ingolstadt. Puchner ließ sich 1721 in Ingolstadt nieder, wo er am 9.12. in die Universitätsmatrikel als akademischer Maler aufgenommen wurde und am 6.10.1722 die Hofzimmermeistertochter Maria Barbara Vogel aus Neuburg a.D. heiratete. Von seinen sieben Kindern heiratete eine Tochter den Münchner Maler Franz Ignaz Oefele, den Schwager des Historikers und Bibliothekars Andreas Felix von Oefele. Dieser berichtet, dass Puchner bei den Münchner Malern Johann Andreas Wolff und Kaspar Gottfried Stuber seine Ausbildung erhalten habe; die Bemerkung, Stuber habe ihn in der Theorie von Geometrie und Perspektive unterrichtet, ist an den Fresken in Gosseltshausen verifizierbar. Oefele beschreibt ihn als empfindliche Natur, fleißigen aber langsamen Maler, dessen Bilder immer dann, wenn er einmal doch schneller und schwungvoller malte, besser gelangen. Puchner ist als Zeichner, Altarbildmaler und Freskant nachweisbar; Aufträge führten ihn über Ingolstadt hinaus in den Raum Weißenburg, Hilpoltstein und Neumarkt. Ein Großteil der in diesem Band behandelten Objekte sind von Puchner; neben den Deckenbildern in Ingolstadt Heiliggeist, St. Moritz, der Franziskanerkirche, der Alten Anatomie, in Etting und Zuchering gehören die Ausmalungen der Kirchen in Geisenfeld und Gosseltshausen zu seinen Hauptwerken, Geisenfeld als sein erstes und Gosseltshausen als sein letztes bekanntes Werk. Ein wichtiger Auftraggeber war der Abt des Benediktinerklosters Scheyern, in dessen Auftrag er die Kirchen nicht nur die Scheyerner Hl.-Kreuz-Kapelle, sondern auch die Kirchen in Fischbachau und Bayrischzell freskierte (LKr. Miesbach, CBD Bd 2, S. 470–96).

Quellen: BSB Oefeleana 14, S. 167f. – Lit.: Kuhn, Hanns, Die Alt Ingolstädter Maler, in: SHVI 57, 1939, S. 85-141, hier: S. 104-07 Hofmann, Siegfried, Zum Werk Ingolstädter Freskenmaler des 18 Jahrhunderts, in: Ebd. 82, 1973, S. 156–84, hier: S. 156–75.

SCHEFFLER, Christoph Thomas, Maler

  • 1699 Mainburg †1756 Augsburg. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Felix Anton erhielt Christoph Thomas Scheffler seine erste Ausbildung beim Vater Wolfgang Scheffler in Mainburg. Die Scheffler-Brüder gelten als Schüler Cosmas Damian Asams; Christoph Thomas war 1719–22 als Geselle Asams tätig; u.a. in Aldersbach und Schleißheim. Am 20.9.1722 trat er als Laienbruder in das Jesuitenkolleg in Landsberg am Lech ein; dies brachte ihm wohl um 1725 den Auftrag für den Orbansaal in Ingolstadt ein (s. S. 138), bevor er in Ellwangen und in Dillingen auch für die Jesuiten arbeitete. Nachdem Scheffler am 17.4.1728 aus dem Orden ausgetreten war, arbeitete er zunächst zusammen mit seinem Bruder; der Wormser Bischof übertrug ihnen Ausmalungen in Worms und vermittelte sie schließlich nach Schlesien. 1732 machte sich Scheffler in Augsburg als Maler ansässig; die Stadt hatte ihm den Beisitz gewährt, mit der Auflage, bis zu seiner Verheiratung weder einen Gesellen noch einen Lehrjungen zu unterhalten. Im gleichen Jahr wurde Prior Cölestin Mayr Abt von St. Ulrich und Afra in Augsburg; er verschaffte Scheffler viele Aufträge in und um Augsburg. 1738 heiratete Scheffler die Augsburger Bürgerstochter Maria Regina Pelle; damit erlangte er den Status eines Bürgers. Seit seiner Augsburger Zeit entfaltete Scheffler ein umfangreiches Schaffen. Er belieferte zahlreiche, meist höher stehende Auftraggeber mit Ölgemälden, zu Freskoarbeiten wurde er bis nach Mainz, Trier und Regensburg berufen. Seine Wertschätzung dürfte auch damit zusammenhängen, dass er bis in seine späten Schaffensjahre den Stil Asams, der ihn stark geprägt hatte, pflegte.

Lit.: Braun, Wilhelm, Christoph Thomas Scheffler. Ein Asamschüler Beiträge zu seinem malerischen Werk, Stuttgart 1939; Balk, Thomas Der Augsburger Historienmaler Christoph Thomas Scheffler (1699-1756). Ein Kunstreiseführer zu Scheffler-Fresken in süddeutschen Kirchen (= DKV-Kunstführer Nr. 537/9), München 1999 Paula, Georg, Christoph Thomas Scheffler, in: Neue Deutsche Biographie, Berlin 2005, Bd 22, S. 613f.

SCHREDTER, Johann Georg, Maler in Ingolstadt

  • Reichenhall †1739/40? wird 1701 als akademischer Maler in Ingolstadt sesshaft. Nachweislich freskierte »Johann Georg Schreder« 1718/19 in der Pfarrkirche Kösching (CBD Bd 13, S. 296-306); in Zuchering können ihm die Langhausfresken A-C zugewiesen werden (siehe S. 164–171). Unklar ist, ob er mit »Georg Caietanus franz Schretter pictor« identisch ist, ist.

Lit.: Kuhn, Hanns, Die Alt-Ingolstädter Maler, in: SHVI 57, 1939 S. 101f.; Hofmann, Siegfried, Zum Werk Ingolstädter Freskenmaler des 18. Jahrhunderts, in: ebd. 82, 1973, S. 177-79; CBD Bd 13, S. 455

SINGER, Johann Michael, Maler in Reichertshofen

  • Kissingen, Lebensdaten unbekannt, tätig 1768/88. Über Leben und Werk des Malers war bisher wenig bekannt. Das Hofmarksarchiv Rohrbach enthält einige Archivalien, die sich auf J.M. Singers Ansiedlungsversuch in Rohrbach beziehen. Danach stammte er aus Kissingen, war 1777 Witwer und heiratete am 16. September 1777 Maria Schlechenloher von Oberpindhart, um ein Anrecht auf Niederlassung zu gewinnen. Die Trauung durch Pfarrer Kümmerl fand wohl in der Kirche St. Johann Evangelist in Rohrbach statt, die damals mit Waal vereint war. Zur »wirklichen Ansessigmachung« wäre noch die »Erkaufung eines Gütls« vonnöten gewesen. Hierzu kam es nicht mehr, da der Stiefsohn Singers (wohl der voraufgehenden Ehe zugehörig), der in einem kurprinzlichen Regiment diente, des Diebstahls angeklagt wurde und seinen Stiefvater der Teilhabe an dem Diebesgut bezichtigte. J.M. Singer wurde vom Hofmarksgericht Rohrbach festgenommen und für den Prozess an das Landgericht Pfaffenhofen überstellt.

Erstmals 1768 tritt Johann Michael Singer mit Fresken in der ehemaligen Hofmarkskirche in Hofgiebing, LKr. Mühldorf, auf (CBD Bd 8, S. 126–28). Zwischen 1768 und 1777 war J.M. Singer für die Grafen Törring-Jettenbach in Winhöring, LKr. Altötting, tätig. Maximilian Graf Arco, Wildmeister in Geisenfeld, schrieb am 3. Juli 1777 einen Empfehlungsbrief für J.M. Singer an den Freiherrn Maximilian Clemens von Dirsch auf Rohrbach, worin es hieß: » ... Er ist auch sehr geschickt in fresco mahlerey, und hat ihm mein Vätter der verstorbene Graf Töring yber seinen accord der gefasten Kürche zu Winnering (= Winhöring, seit 1717 im Besitz der Grafen Törring-Jettenbach, die ab 1744 auch Hofmarksherren auf Pörnbach im Landgericht Pfaffenhofen waren) 150 f. duceur (= Trinkgeld) gegeben«. Von dieser Arbeit Singers ist nichts erhalten. Nach seinem missglückten Ansiedlungsversuch in Rohrbach scheint J.M. Singer in Reichertshofen ansässig geworden zu sein. In der Kirchenrechnung von Waal für 1780 wird er unter »Ausgab auf Kirchenzierd« wie folgt genannt: »Michael Singer Mahler zu Reichertshofen empfangt vor einige Mallereyen 2 fl. 6 x.« (fol. 101 r). 1779 »vollendete« in Wolnzach der Schreiner G.J. Kirmeier ein offenes, viersäuliges Altarretabel nach einem Entwurf von J.M. Singer für die an die Pfarrkirche St. Laurentius angebaute Elsenheimerkapelle (Drexler-Herold, S. 360). Im AR der Waal benachbarten Pfarrkirche St. Martin in Fahlenbach - im 18. Jh. eine Hofmarkskirche - hängt ein stark nachgedunkeltes Ölgemälde mit der Geißelung Christi, bezeichnet »Joha michal Singer / pix 1788«. Quellen: Hofmarksarchiv Rohrbach


WINTER, Johann Georg, Maler in München

Sohn des Melchior Winter, Kurbayerischer Oberlieutenant und seiner Ehefrau Maria Theresia (AEM). Lipowsky überliefert als Geburtsdatum den 30.9.1707 und als Geburtsort Gröningen in Brabant. Nach dem Tod des Vaters genoss Winters Mutter eine lebenslängliche Rente in Ingolstadt (Oefeleana 14, fol. 210: »Il naquit dans la pais bas. Sa mere jouissait d'une rente viagere à Ingolstat«). In Donauwörth lernte er bei einem ansässigen Maler (Oefele, ebda: »Il entra jeune chez un barbouilleur [Schmierer] a donauwerth«), den er bald übertraf. In München war er Schüler Cosmas Damian Asams und bei Johann Adam Müller, einem Mitarbeiter Asams, und dem Maler Engelhart beschäftigt. Er heiratete am 3.2. 1750 in München, St. Peter, Dorothea Hennenfuß, die Tochter des Münchner Bürgers und Goldschlagers Hennenfuß und seiner Frau Anna. Zeuge war Franz Michael Zimmermann, der jüngere Sohn Johann Baptist Zimmermanns, der mit der Schwester Dorotheas verheiratet war. Kinder Joseph Georg (*30.5.1751), Maria Theresia (*11.1.1753), Anna Franziska (*14.4.1754; Taufmatrikeln Pfarrei St. Peter, München). 1751 wurde Johann Georg Winter hofbefreiter Maler. Er starb am 22.1. 1768 in München (St. Peter). Winter wohnte damals im Krottental; seine Frau überlebte ihn.

Als junger Mann in München war er kein Kind von Traurigkeit: »Winter aima les plaisirs, dansa a l'opera« ... »Pictor iuvenis, valde felicis penicilli, amat musicam et choreas« (Oefeleana 5/V, S. 385). Johann Georg Winter ist weniger mit Werken als durch zeitgenössische Nachrichten fassbar, die meisten sind durch Andreas Felix von Oefele überliefert, der ihn persönlich kannte. Danach freskierte er 1753 im alten Residenztheater in München, war für den Kurfürst von Köln in dessen Lusthäusern und für die Klarissen am Anger tätig, war an der Bilderserie in der Lateinischen Kongregation in München mit dem Wandgemälde >Hl. Franz von Assisi« beteiligt, schuf ein 21 Fuß großes Ölgemälde >Heilige Familie« für Berg am Starnberger See. In München gehörte Johann Georg Winter zu den angesehenen Malern seiner Zeit, wie aus Oefeles Notizen hervor.

Das einzige wenigstens in Photographien erhaltene Freskowerk Winters ist die Ausmalung der Augustinerkirche in Ingolstadt, die aus diesem Grund in diesem Band umfassend abgebildet wird. Der Auftrag 1738/39 stand ebenso unter der Leitung Johann Baptist Zimmermanns wie die unmittelbar vorausgehende Freskierung der Klosterkirche St. Jakob am Anger in München, die Winter ebenfalls zusammen mit den Zimmermann-Söhnen Johann Joseph und Franz Michael sowie mit Joseph Zitter durchführte (CBD Bd 3/I, S. 232). Zimmermann war in diesen Jahren gleichzeitig mit mehreren Aufträgen betraut.

Als Schüler Winters überliefert Oefele den Münchner Maler Franz Seraph Kirzinger und den Eggenfelder Maler Ignaz Kaufmann. Winters Sohn Joseph Georg (*30.5.1751 †23.9.1789) war Architektur- und Tiermaler, Kopist und Kupferstecher und trug den Titel eines Hofkammerrats (Westenrieder, Historische Arbeiten. Nachrichten über Münchener Künstler betr., Ms. Stadtarchiv München, Gewerbeamt 1798). Bei dem von Meidinger erwähnten „von Zitter und Winter“ gemalten Kuppelfresko in der Klosterkirche in Schlehdorf handelt es sich vermutlich um ihn.

Quellen: Oefeleana 5/V, fol. 385 und 14, fol. 210; Lit. Lipowsky- Künstlerlexikon Bd 2, S. 172, 275 f.


ZÄCHENBERGER, Johann Anton, Maler in Ingolstadt und München

  • um 1690 Salzburg †19.2.1773 München. Der nach eigenen Angaben bei Joseph Ruffini (* Meran †1749 Augsburg), in Trient und in Wien im Malerhandwerk ausgebildete Maler wurde am 19.4.1719 in Ingolstadt als Bürger aufgenommen; 1722 erfolgte hier die Bürgeraufnahme seines jüngeren Bruders Wolfgang Zächenberger als Bildhauer und Stuckator. 1720 entstanden die signierten Freskenausstattungen J.A. Zächenbergers in Puch (S. 230) und Burgheim (CBD Bd 10, S. 78); 1722/28 als Gemeinschaftsarbeit mit seinem Bruder die – bis auf zwei Emporenfresken zerstörte - Ausmalung von Großmehring (CBD Bd 13, S. 254 f.). Vielleicht genötigt durch die Konkurrenz des jüngeren, moderneren und erfolgreicheren Melchior Puchner, der sich 1721 als akademischer Maler in Ingolstadt niedergelassen hatte, versuchte Zächenberger 1724 in München Fuß zu fassen und erwarb dort eine Malergerechtigkeit. 1741 wurde er Stadtmaler von München, 1729–35 und 1742–49 gehörte er zu den Vierern der Zunft. Ein signiertes Fresko von 1729 hat sich in St. Michael in München-Perlach erhalten (CBD Bd 3/I, S. 93–95). In Puch dürfte der Maler im Hauptfresko C am rechten Bildrand ein Selbstporträt hinterlassen haben (S. 236).

Lit.: Kuhn, Hanns, Die Alt-Ingolstädter Maler, in: SHVI 57, 1939 S. 101; Hofmann, Siegfried, Die Hochaltäre in Böhmfeld, Kleinmehring, Demling und Zuchering sowie die Altäre in Großmehring, in SHVI 85, 1976, S. 149–66, hier: S. 158; CBD Bd 10, S. 341.


ZIMMERMANN, Johann Baptist, Maler und Stuckator in München

  • 1680 Haid bei Wessobrunn †1758 München, einer der bedeutendsten Maler und Stuckatoren des 18. Jh. und zusammen mit seinem Bruder Dominikus Zimmermann der Vertreter des Rokoko schlechthin. Zimmermann hat im Raum Ingolstadt und Pfaffenhofen drei Kirchen mit Fresken geschmückt, keines dieser Werke hat sich erhalten. Erstmals mit einem selbstständigen Auftrag nachweisbar ist Zimmermann in der Pfarrkirche Gosseltshausen mit der Stuckierung und Freskierung des Chors (1701 zerstört); bis dahin hatte er im Stuckatorentrupp seines Stiefvaters Christoph Scheffler gearbeitet (s. CBD Bde 3/I und 7). In der Bibliothek der Kartause Buxheim/Schw. signierte Zimmermann 1710 erstmals ein großes Fresko.

In die Jahre 1738/39 fällt der Auftrag an Zimmermann, die von Johann Michael Fischer neu erbaute Augustinerkirche in Ingolstadt (Kriegsverlust) auszumalen. In dieser Zeit war Zimmermann mit Aufträgen überhäuft (u.a. Schloss Nymphenburg und St. Jakob am Anger in München, Pfarrkirche Prien, Schloss Hohenaschau, die Klöster Kloster Raitenhaslach, Herrenchiemsee, Buxheim). Er trat hier oft nur als Unternehmer auf und beschäftigte neben seinen Söhnen Johann Joseph und Johann Michael eine große Anzahl von Mitarbeitern, wie in der Augustinerkirche den Maler Johann Georg Winter. Über dem dritten Werk, der Ausstattung der Pfarrkirche St. Moritz in Ingolstadt mit Stuck und Fresken 1756/65 (1888 abgeschlagen), starb Zimmermann, die Fresken wurden von seinem Mitarbeiter Philipp Helterhof und von dem Ingolstädter Maler Johann Evangelist Hölzl ausgeführt bzw. vollendet.

Lit.: CBD Bd 1–12; Bauer, Hermann und Anna, Johann Baptist und Dominikus Zimmermann, Regensburg 1985.


ZINK, Matthias, Maler in Eichstätt

  • 13.2.1665 Donaumünster †2.11.1738 Eichstätt. Am 17.1.1691 heiratete Zink in Eichstätt und betrieb bis zu seinem Tode 1738 die größte und wichtigste Malerwerkstätte in Eichstätt. Sein Hauptauftraggeber war das Hochstift Eichstätt (CBD Bd 13); daneben war Zink auch in Ingolstadt, Neuburg a.d. Donau (CBD Bd 10, S. 162) und Harburg tätig. Im LKr. Pfaffenhofen kann ihm die Ausmalung der Kirche in Baar, in Zusammenarbeit mit dem Eichstätter Stuckator Jakob Egg, zugewiesen werden (siehe S. 179).

Lit.: Weissenberger, Paulus, Die Malerfamilie Matthias und Johann Michael Zink. Ihre Lebensgeschichte und ihr Lebenswerk, in: Ellwanger Jahrbuch 22, 1967/68, S. 37–71; CBD Bd 13, S. 456.