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Im 18. Jh. im Bereich des Landkreises Eichstätt tätige Deckenmaler

Aus Deckenmalerei-Lab


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 13: Landkreis Eichstätt. Hirmer, München 2008, ISBN 978-3-7774-4475-8, S. 451–455 Original (Passwortgeschützt)
davordanach


BAADER, Johann Michael, Hofmaler in Eichstätt und Maler in Paris *18.5.1729 Eichstätt †30.11.1792 Paris. Baader erhielt seine erste handwerkliche und künstlerische Ausbildung vermutlich in seiner Geburtsstadt. 1749-54 lebte er, finanziert durch ein Stipendium des Eichstätter Fürstbischofs Johann Anton II. Freiherr von Freyberg- Hopferau, in Rom, wo er die römische Barockmalerei studierte und sich einer Zeichenausbildung in der Accademia die San Luca unterzog. 1755-62 arbeitete er als Freskant und Ölmaler in Eichstätt, wo ihn 1757 sein Förderer, Fürstbischof Johann Anton II., den Titel »Fürstbischöflich Eichstättischer Hoff- und Cabinets Mahler« verlieh; seine Werke finden sich in der Residenzstadt Eichstätt und im hochstiftischen Umland. Von 1762 bis zu seinem Tod 1792 hielt sich Baader in Paris auf; hier war seine Arbeit vom Schaffen seines Freundes, dem Zeichner und Graphiker Johann Georg Wille, geprägt. – In den sieben Eichstätter Jahren schuf Baader neben den im Bereich des Landkreises Eichstätt liegenden Fresken in Schambach von 1755/56 (S. 425–36) Deckengemälde in Berching (LKr. Neumarkt/OPf). Während die Schambacher Fresken tafelbildmäßig angelegte Kompositionen mit einigen perspektivischen Kunstgriffen sind, zeigt sich Baader in Berching vom Illusionismus Cosmas Damian Asams und von dessen 1734/35 geschaffenen Fresko im Oratorium der Akademischen Marianischen Kongregation in Ingolstadt (heute: Maria de Victoria, künftig: CBD Bd 14) beeinflusst. Künstlerisch überzeugender sind die Schöpfungen Baaders auf dem Gebiet der Ölmalerei, vor allem der Jephtha-Zyklus im Festsaal der Eichstätter Sommerresidenz verdient Aufmerksamkeit (S. 214 f.). Baaders Leben und Werk dokumentiert den Übergang von der Rokokozeit zur Aufklärung. Während sich Baader in der Eichstätter Zeit unter der Ägide zweier Fürstbischöfe zu einem traditionellen Historienmaler mit Schwerpunkt auf religiöse Bildthematiken formte, zeigte er sich in Paris den Ideen »bürgerlich« denkender Künstlertypen aufgeschlossen.

Lit.: Grimminger, Christina, Werkverzeichnis Johann Michael Baader (1729–1792), in: Klaus Walter Littger (Hg.), Jephthas Tochter Eine alttestamentliche Geschichte in Eichstätt (Schriften der Universitätätsbibliothek Eichstätt 57, zugleich Ausst. Kat. Universitätsbibliothek Eichstätt-Ingolstadt 26.11. 2003–16.01.2004), Wiesbaden 2003 S. 77–112; Dies., Leben und Werk von Johann Michael Baader (1729- 1792), in: Ebd., S. 17–35; Dies., Der Eichstätter Rokokomaler Johann Michael Baader (1729–92) und sein Jephtha-Zyklus im Festsaal der Eichstätter Sommerresidenz, in: Das Münster, Heft 1, 2004, S. 1–6.


BERGMULLER, Johann Georg, Maler in Augsburg

  • 15.4.1688 Türkheim † 2.4.1762 Augsburg. Bergmüller erhielt seine erste künstlerische Ausbildung in der Kunstschreinerwerkstatt des Vaters. Herzog Maximilian Philipp, der in Bergmüllers Geburtstadt Türkheim ansässige Bruder des Kurfürsten Ferdinand Maria, verhalf ihm zu einer Lehre bei dem Münchner Hofmaler Johann Andreas Wolff, die er 1702–08 absolvierte. Nach Jahren, in denen Bergmüller eigenständig für höfische Auftraggeber arbeitete, und einer vom Münchner Hof finanziell unterstützen Bildungsreise nach Niederlande ließ er sich in Augsburg nieder, wo er 1713 die Meistergerechtigkeit und das Bürgerrecht erhielt und die Augsburger Bürgerstochter Maria Barbara Kreuzer heiratete; von seinen zehn Kindern sollte der Sohn Johann Baptist Konrad auch den Malerberuf ergreifen. Durch künstlerisches Können und Vielseitigkeit erwarb sich Bergmüller hohes Ansehen in Augsburg; dies bezeugen eine gute Auftragslage und die Ämter, mit denen er betraut wurde. Von 1730 bis zu seinem Tode bekleidete er das Amt des katholischen Direktors der paritätisch besetzten Augsburger Kunstakademie; 1739 wurde er zum »Hochfürstlich Augspurgischen Cabinet und Hoff Mahler« ernannt. Bergmüller ist eine der führenden Künstlerpersönlichkeiten des 18. Jh.s in Süddeutschland. Er wirkte nicht nur durch sein umfangreiches und stilprägendes Werk als Maler, Zeichner, Freskant, Kupferstecher und Kunsttheoretiker, sondern auch, indem er Augsburg durch seine Akademietätigkeit und durch die Ausbildung begabter Künstler den Aufstieg zu einem bedeutenden Kunstzentrum verhalf. Im Bereich des Landkreises Eichstätt finden sich die von Bergmüller 1721 signierten Fresken in der ehemaligen Klosterkirche Notre-Dame (S. 154-71); hierher hatte ihn der Eichstätter Hofbaudirektor Gabriel de Gabrieli geholt, der mit Bergmüller kurz zuvor beim Bau und bei der Ausmalung der Marienkapelle des Augsburger Domes zusammen gearbeitet hatte.

Lit.: Straßer, Josef, Johann Georg Bergmüller 1688–1762. Die Zeichnungen (= Schriften des Salzburger Barockmuseums Nr. 23, zug Kat. Salzburger Barockmuseum 23.7.–29.8.1999), München-Berlin 1999.


DIETRICH, Joseph, Maler in Eichstät

  • 25.3.1696 Wernfels bei Spalt † 30.12.1745 Eichstätt. Dietrich ist der Sohn eines im Gebiet des sog. Oberen Hochstifts ansässigen Schreiner, sein jüngerer Bruder ist der spätere Münchner Hofbildhauer Johann Joachim Dietrich. Eine Lehre erhielt Dietrich vermutlich in Eichstätt, danach hatte er wohl Kontakt zur Augsburger Kunstszen 1730 heiratete er die Tochter des hauptsächlich als Fassarbeiter tätigen Eichstätter Malers Lorenz Koch und übernahm dessen Malerwerkstätte. Dietrich trat in die Fußstapfen des Malers Matthias Zink und wurde zum erfolgreichsten einheimischen Freskanten und Ölmaler in Eichstätt und im Hochstiftsgebiet. Stilistisch sind Parallelen zwischen beiden Malern zu beobachten, weshalb eine Schulung Dietrichs bei Zink nicht auszuschließen ist. Jedoch hat er Zink nie kopiert, er hat seinen eigenen Stil gefunden, der an der zeitgenössischen Illusionsmalerei der Augsburger Schule orientiert ist. Joseph Dietrich ist der wichtigste Repräsentant der lokalen Malerszene Eichstätts seiner Zeit, wenngleich seine Schaffenszeit nur sehr kurz war und aus den letzten fünf Jahren seines Lebens nur Öl- und Fassarbeiten überliefert sind. Die Malerwerkstätte führte nach Dietrichs Tod Johann Michael Franz weiter, der später zum Hofmaler aufstieg. Der jüngste Sohn Dietrichs, Joseph, heiratete 1774 in Ingolstadt die Tochter des verstorbenen Malers Johann Evangelist Hölzl und ließ sich dort als Maler nieder. Im Bereich des Landkreises Eichstätt finden sich signierte Deckenmalereien von Dietrich in der Klosterkirche zu Rehdborf von 1734 (S. 391-421), in Möckenlohe von 1735 (S. 351-59), in Enkering von 1736 (S. 245–50), in der Frauenbergkapelle zu Eichstätt von 1739 (S. 180-85) und in Gungolding von 1740 (S. 256-61). Neben Johann Michael Franz kommt er für die Deckengemälde im ehem. Domherrnhof Schönborn in Eichstätt der Zeit nach 1736 (S. 241-44) in Frage. Ferner weist das CBD Ölgemälde dem Werk Dietrichs zu: das Hochaltarblatt in Kevenhüll von 1741, das linke Seitenaltarblatt in Nassenfels und die beiden Seitenaltarblätter in der Eichstätter Maria-Hilf-Kapelle von 1744.

Lit.: Grimminger, Christina, Der Eichstätter Maler Joseph Dietrich (1696–1745). Leben und Werk (ungedr. Magisterarbeit der Katholischen Universität Eichstätt), Eichstätt 1991; Dies., Dietrich, Joseph, in: Saur, Bd 27, 2000, Sp. 305 f.



EBERL, Joseph, Maler in Gaimersheim

  • unbekannt †vor 1.8.1793. Eberl ist erstmals 1747 anlässlich seiner Heirat mit Maria Josepha Hueber in Gaimersheim greifbar; der Eintrag in den Matrikeln bezeichnet ihn als »Franciscus Josephus Eberl Pictor« aus Wolferstadt (LKr. Donau-Ries). Danach ist Eberl im Gebiet dieses bayerischen Marktes und der benachbarten Stadt Ingolstadt als Maler tätig. Eberl muss 1793, und zwar vor dem 1.10., verstorben sein. Zum einen trägt das Hochaltargemälde in Mühlhausen neben der Malersignatur die Datierung 1793, zum anderen ist er im Traueintrag der ersten Hochzeit seines Sohnes Aloysius am 1.10.1793 als verstorben verzeichnet. Sein Sohn dürfte die Werkstätte fortgeführt haben, da er 1802 erstmals »pictor« genannt wird. Archivalisch fassbar ist Eberl des weiteren als »Maler« an den beiden Seitenaltären in Irgertsheim von 1765. Barocke Deckenmalereien im Bereich des Landkreises Eichstätt signierte Eberl 1772 in Lippertshofen (S. 343–47), die Fresken in Lenting der Zeit um 1760 (S. 327–42) werden ihm zugewiesen.

Quellen: DAEI, Pfarrmatrikeln Gaimersheim (Heirat 1747, 1799 Sterbeeintrag seiner Frau, 1793 und 1802 Heiraten von Aloysius Eberl, seinem Sohn, wie auch der Tod dessen erster Frau 1801. Der Sterbeeintrag Eberls ist in den Pfarrmatrikeln von Gaimersheim nicht nachweisbar).

ERHARD (ERHARDT), Christian Dominikus, Maler in Augsburg *20.11.1731 Augsburg †10.10.1803 Augsburg. Erhard ist der Sohn des Müllers Balthasar Erhard und dessen Gattin Anna Maria Bergmüller, der Schwester des Augsburger Malers und Akademiedirektors Johann Georg Bergmüller. Seine Ausbildung erhielt Erhard bei seinem Onkel, 1756 heiratete er Anna Maria Frey, die Tochter des Augsburger Malers Joseph Willibald Frey, einem Sohn des Eichstätter Malers Johann Georg Frey. Erhard war in Augsburg als Freskant, Fassadenmaler, Zeichner und Graphiker tätig. Von seinen Fresken sind nur wenige Werke erhalten, so etwa Reste der Ausstattung in St. Peter am Perlach oder die jüngst aufgedeckten, signierten Deckengemälde im Haus Maximilianstraße 58. Barocke Deckenmalereien finden sich im Bereich des Landkreises Eichstätt in Kottingwörth von 1761 (S. 317–26), die einzigen bislang bekannten Arbeiten Erhards außerhalb Augsburgs, wohin ihn der Bruder seines Schwiegervaters, Franz Xaver Frey, der dortige Pfarrherr, berufen hatte.

Quellen: StBiblA, Codex Halder 30, von Georg Christoph Kilian, Bl. 13: »Erhardt Christian eines hiesigen Millers Sohn lehrnete bey seiner Mutter Bruder H. Bergmiller mahlt was ihm vorkommt in Oehl und Fresco, auch Häuser, verheurathete sich gar jung« (frdl. Mitt. Georg Paula, München)

Lit.: Nagler Künstler-Lexicon, Bd 4, München 1837, S. 142; Neuhofer, Theodor, Beiträge zur Kunstgeschichte des Hochstifts Eichstätt, in: SHVE 61, 1965/66, S. 9–92, hier: S. 58 f.; Paula, Georg, Erhard (Erhardt), Christian Dominikus, in: Saur, Bd 34, 2002, Sp. 322.


FLIEGER, Johann, Maler in Eichstätt

  • unbekannt † 1695 Eichstätt. Flieger war ab 1676 in Eichstätt tätig. Seine Witwe heiratete Johann Georg Frey, der die Malerwerkstätte weiter betrieb. Nachweislich fertigte Flieger 1673/75 ein Fresko in der Eichstätter Maria-Hilf-Kapelle (S. 173), das jedoch nicht erhalten.


FRANZ, Johann Michael, Hofmaler in Eichstätt

  • 11.12.1715 Dirlewang bei Mindelheim † 5.4.1793 Eichstätt. Der Zimmermannssohn dürfte seine erste Ausbildung bei dem Mindelheimer Maler Franz Anton Germiller erhalten haben, danach gelangte er, dies legen stilistische Abhängigkeiten nahe, in den Bann des Augsburgers Johann Georg Bergmüller oder seines Umkreises. Nach eigenen Angaben war Franz ab 1733 tätig, in Stadt und Hochstift Eichstätt ab 1739, und zwar »sowohl mit Verfertigung Viller Portraits, als auch in Faß- und Freskoarbeithen«. Vermutlich pflegte er berufliche Kontakte mit dem Eichstätter Maler Joseph Dietrich, denn nach Dietrichs Tod 1745 führte er dessen »verwaiste Werkstatt« fort; auch stilistische Gemeinsamkeiten sind auszumachen. 1751 erhielt Franz den Hofschutz und heiratete Magdalena Strauß, die Tochter des Eichstätter Hofbuchdruckers Franz Josef Anton Strauß. Der eheliche Sohn Anton Franz ist seit 1789 in Eichstätt erwähnt, erhielt 1797 den Titel eines »Miniatur- und Porträt Hofmalers« und starb 1811. Johann Michael Franz, der 1793 als »pictor aulicus« starb, hinterließ ein umfangreiches Werk als Zeichner für Kupferstichwerke, Altarbildmaler und Freskant. Seine bedeutendsten Werke schuf er unter der Ägide des Eichstätter Fürstbischofs Raymund Anton Graf von Strasoldo, und zwar auf dem Gebiet der Freskomalerei und dem Repräsentationsporträt. Franz gilt als der Hauptvertreter der Eichstätter Rokokomalerei. Signierte barocke Deckenmalereien im Bereich des Landkreises Eichstätt finden sich von Franz in Eichstätt in der Maria-Hilf-Kapelle von 1744 (S. 172–79), in der Vorderen Kapitelstube von 1762 (S. 233–38), im Treppenhaus und im Spiegelsaal der ehem. fürstbischöflichen Stadtresidenz von 1768 (S. 186–213) und in den Hofgartenpavillons von 1781 (S. 225–32), ferner im Schloss Hirschberg von 1764 (S. 262–79). Zugeschrieben werden ihm die Fresken im Treppenhaus des ehem. Dominikanerklosters in Eichstätt aus der Zeit von 1757/60 (S. 118–22) und in Tauberfeld der Zeit 1751/60 (S. 437–40). Zudem kommt Franz neben Joseph Dietrich als Schöpfer der Deckengemälde im ehem. Domherrnhof Schönborn der Zeit nach 1736 (S. 241–44) in Frage.

Lit.: Müller, Angela, Die Ölgemälde des Johann Michael Franz. Hofmaler zu Eichstätt (1715–1793), ungedr. Magisterarbeit an der Katholischen Universität Eichstätt 1988; Baumgartl, Edgar, Franz, Johann Michael, in: Saur, Bd 44, 2005, Sp. 153.


FREY, Johann Georg d.Ä., Maler in Eichstätt

  • um 1670 Oberehnheim im Elsass †8.10.1737 Eichstätt. 1695 heiratete Frey in Eichstätt Maria Susanna Flieger, die Witwe von Johann Flieger, und übernahm damit die Malerwerkstatt Fliegers. Zwei seiner Söhne wurden ebenso Maler: Joseph Willibald heiratete 1728 die Witwe des Augsburger Malers Leopold Lander und ist dort 1747 als bürgerlicher Maler genannt, Johann Georg d.J. taucht als »bürgerl Maler in Eichstätt« auf. Freys Sohn Franz Xaver wirkte ab 1744 als Pfarrer in Kottingwörth; er beauftragte den Schwiegersohn seines Bruders Joseph Willibald, den Augsburger Maler Christian Erhard, mit den Freskomalereien in der dortigen Pfarrkirche. Nach Johann Georg Freys Tod 1737 heiratete seine Witwe 1760 Willibald Wunderer, Tuchmachersohn in Eichstätt, der ebenso als Maler tätig war. Die bisherige Forschung schrieb Frey Freskomalereien in Konstein, Altendorf und Hitzhofen zu, die jedoch dem Werk des Eichstätter Malers Matthias Zink angehören. Frey ist lediglich als Fass- und Altarbildmaler nachweisbar. Im Bereich der barocken Deckenmalerei war er 1716/17 unter dem Münchner Hofmaler Melchior Steidl in der Dominikanerkirche St. Peter und Paul zu Eichstätt tätig; über diese Arbeit berichtete Frey in seinem Tagebuch, das in Auszügen überliefert ist (S. 111–17)

Lit.: Neuhofer, Theodor, Beiträge zur Kunstgeschichte des Hochstifts Eichstätt, in: SHVE 61, 1965/66, S. 9–92, hier: S. 50


GREITMANN (KREUTTMANN), Vitus Joseph, Maler in Burgheim bei Neuburg a.d. Donau

  • 27.12.1712 Burgheim †unbekannt (Sterbeeintrag weder in Burgheim, noch in Speyer nachweisbar). Der in Burgheim geborene Greitmann taucht in den Quellen erstmals 1742 beim Heiratseintrag mit der aus Rögling stammenden Maria Theresia Kirchbaur als »Maler« auf; dies war ebenso der Beruf des bereits verstorbenen Vaters. Von 1743–57 sind die Geburten je dreier Söhne und Töchter nachweisbar; in diesen Einträgen ist Greitmann 1751 und 1755 als »Maler und Ratsherr« aufgeführt. Burgheim gehörte zu Pfalz-Neuburg und so war Greitmann hauptsächlich im Landgebiet dieses Fürstentums tätig. Signierte Fresken sind in Flotzheim von 1750 und Warching von 1752 (beide LKr. Donau-Ries) erhalten. Nachweisbar sind ferner 1736 ein Chorgemälde in Buchdorf, wo ein »Künstler aus Burgheim« freskierte, und 1754 ein Antependiumbild in Kienberg. 1748/49 wurde Greitmann ein Auftrag in Dinkelshausen (LKr. Neuburg-Schrobenhausen) entzogen, weil er zu teuer war. 1758 arbeitete er in Speyer in der dortigen Klosterkirche der Dominikanerinnen; diesen Auftrag dürfte ihm seine Schwester Josepha Greitmann vermittelt haben, die 1746 Oberkustorin, später Priorin im Kloster war. Greitmanns Malereien sind einfache Schöpfungen, zeigen jedoch seine Kenntnis der barocken Perspektivmalerei; stilistisch ist er an Bergmüller orientiert. Im Bereich des Landkreises Eichstätt sind von der Hand Greitmanns die Fresken in der Klosterkirche St. Walburg in Eichstätt von 1741 und 1743/44 erhalten (S. 77–110).

Quellen: ABA, Pfarrmatrikeln Burgheim (frdl. Mitt. Doris Bauchrowitz, Augsburg). - Lit.: Neuhofer, Theodor, Beiträge zur Kunstgeschichte Bayerns, in: SHVE 62, 1967/68, S. 8–101, hier: S. 44; CBD Bd 12, S. 341. Remling, Franz Xaver, Urkundliche Geschichte der ehemaligen Abteien und Klöster im jetzigen Rheinbayern, Neustadt 1836, Bd 2, S. 209 f.; 1836, S. 210; Röttger, Bernhard, Die Kunstdenkmäler der Pfalz, Stadt und Bezirksamt Speyer, 1934, S. 460.


HOLZER, Johann Evangelist, Hofmaler in Eichstätt

  • 24.12.1709 Burgeis in Südtirol †21.7.1740 Schloss Clemenswerth im Emsland. Durch Beziehungen zum Kloster Marienberg – Holzer war Sohn des Klostermüllers und sein Onkel, Pater Maurus Holzer, Leiter der dortigen Schule - erhielt Holzer eine einer späteren geistlichen Berufslaufbahn angemessene Ausbildung, zeitgleich trat seine künstlerische Begabung zutage. Holzer lernte bei zwei Bergmüller-Schülern, ab 1724 bei dem Meraner Nikolaus Auer und ab 1728 bei dem Straubinger Joseph Anton Merz, dem er bei der Ausmalung der Klosterkirche Oberaltaich assistierte. Nach einer Zeit der Werkstattgemeinschaft mit Johann Georg Bergmüller von 1730–36 entstanden die Freskenausstattungen in St. Anton über Partenkirchen und in der Benediktinerabteikirche Münsterschwarzach, die Holzers Ruhm begründeten. Der Künstler starb 1740 während Vertragsverhandlungen über Arbeiten für Kurfürst Clemens August von Köln im Gästepavillon des Jagdschlosses Clemenswerth. Holzer betätigte sich auch als Altarbildmaler (vgl. Eichstätt-Schutzengelkirche S. 126) und fertigte in Augsburg zahlreiche Fassadenmalereien, die allerdings alle zerstört sind. Er hinterließ ein umfangreiches Skizzen- und Entwurfsmaterial; Teile davon erwarb 1740 der Augsburger Freskant Matthäus Günther. Trotz seines frühen Todes mit 31 Jahren und dem Umstand, dass der Großteil seines Werkes verschollen ist, gilt er als Genie der Malerei des 18. Jh.s. Im Landkreis Eichstätt freskierte Holzer 1737 im Festsaal der fürstbischöflichen Sommerresidenz in Eichstätt (S. 214–24); zeitgleich wurde ihm der Titel des Eichstätter Hofmalers verliehen.

Lit.: Mick, Ernst Wolfgang, Johann Ev. Holzer. Ein frühvollendetes Malergenie des 18. Jhs. (= Schnell & Steiner Künstlerbibliothek), München-Zürich 1984; Rapp, Jürgen, »J. Holzer fecit sub Directione Domini J.G. Bergmiller«. Johann Evangelist Holzer arbeitet für Johann Georg Bergmüller, in: Pantheon XLVIII, 1990, S. 81–109; Johann Evangelist Holzer. 1709–1740 zum 250. Todesjahr. Fresken in Augsburg. Holzer in Münsterschwarzach (= Augsburger Museumsschriften 2, Ausst. 1.12.1990–3.2.1991 Städtische Kunstsammlungen Augsburg), Augsburg 1991.


KÖLL, Malerfamilie in Kipfenberg

Von den in Kipfenberg ansässigen Kölls waren als Deckenmaler Kaspar und Anton d.Ä. und/oder d.J. tätig. Das Verwandtschaftsverhältnis von Anton d.Ä. und Kaspar Köll konnte nicht geklärt werden. Vielleicht ist Kaspar der Onkel von Anton Köll d.Ä., denn dessen Vater, der Maurer Andreas Köll, könnte der Bruder von Kaspar sein.

KÖLL, Kaspar *31.1.1643 Kipfenberg †21.4.1700 Kipfenberg. Kaspar Köll heiratete 1667 in Kipfenberg. 1688 ist er als Deckenmaler in Kinding (nicht erhalten, S. 293) und 1693 als Fass- und Ölmaler in St. Walburga in Beilngries nachweisbar. Von seinem 1670 geborenen Sohn Raphael, der im gleichen Jahr wie er, nämlich 1700, starb und laut Sterbeeintrag auch Maler war, sind 1697 und 1699 Fassarbeiten in Wettstetten und Österberg nachweisbar.

KÖLL, Anton d.Ä.

  • 3.10.1688 Kipfenberg †23.3.1771 Kipfenberg. Der Taufeintrag von »Antonius Conradus« datiert auf den 3.10.1688, sein Vater »Andreas Kel« wird 1692 bei der Geburt einer Tochter »civis et murarius« genannt. Anton Köll heiratete erstmals 1729, damals bereits »pictor« genannt, ein zweites Mal 1732. 1734, 1738, 1747 sind Taufeinträge seiner Töchter, darunter ein Zwillingspaar, verzeichnet. Von Kölls zweiter Frau Anna Maria hat sich in der Wallfahrtskirche Hl. Kreuz zu Schambach ein Votivbild erhalten (S. 425). Es zeigt die Votantin in bürgerlicher Tracht vor einem Altar mit bemaltem Antependium in reicher Dekoration, darüber halten zwei Engel das Kreuzpartikelreliquiar von Schambach. Die Tafel ist bezeichnet mit »Ex VOTO Anna Maria Köllin mallerin in Kipfenberg 1751«. 1771 starb der »civis et pictor« Anton Köll hochbetagt mit »85 annorum«. Zu den Werken s. unter Anton Köll d.J.

KÖLL, Anton d.J.

  • um 1732 Ort unbekannt †4.8.1767 Kipfenberg. Anton Köll d.J. ist der einzige Sohn von Anton Köll d.Ä. Sein Sterbeeintrag, der auf der 4.8.1767 datiert, bezeichnet auch ihn als Maler: »hon: juvenis Antonius Kehl pictor et huiatis pictoris filius, pius in deum et parentes«. Anton Köll d.J. starb mit 35 Jahren, seine Taufe ist jedoch in den Pfarrmatrikeln zu Kipfenberg nicht nachweisbar. Er muss um 1732 auswärts auf die Welt gekommen sein und könnte auch der Ehe mit Kölls erster Frau Maria Magdalena entstammen. Sicher arbeitete Anton Köll d.J. in der Werkstatt des Vaters. Eine Unterscheidung vom Werk seines Vaters ist weder stilistisch noch anhand der bislang bekannten Malersignaturen möglich. Als signierte Werke sind nachweisbar: Das Hochaltarblatt in Emsing von 1764 und der Kreuzweg in Zandt von 1767. Barocke Deckenmalereien von Anton Köll d.Ä. und/oder d.J. im Bereich des Landkreises Eichstätt sind die signierten Werke in Pfahldorf von 1760 (S. 376–79), in Unteremmendorf von 1760 (S. 441–43) und in Dörndorf von 1762 (S. 69–75). Zugeschrieben werden die Fresken in Ochsenfeld der Zeit um 1750/60 (S. 372–75). Quellen: Pfarrarchiv Kipfenberg, Tauf-, Heirats- und Sterbematrikeln.


MOHR, Joseph Ernst, Hofmaler in Eichstätt

  • 1713 Eichstätt †1751 Eichstätt. Mohr erhielt 1744 den Hofschutz, nachweislich schuf er die Altarblätter für die Nebenaltäre im Willibaldchor des Eichstätter Domes. Er kommt, neben Joseph Anton Rieger, als Autor des Deckenbildes in der Hinteren Kapitelstube von 1743/44 in Eichstätt in Frage (S. 238–40).


MURMANN, Maler- und Kupferstecherfamilie in Eichstätt

Aus dieser Familie waren im Bereich des Landkreises Eichstätt die beiden Brüder Johann Dominikus und Hugo Ernst tätig. Sie sind die Söhne von Franz Michael, der in den Traueinträgen der Söhne, überliefert in den Kirchenbüchern der Eichstätter Pfarrei Unsere Liebe Frau (heute Dompfarrei), 1733 und 1741 als »pictor et civis« aufgeführt.



führt ist. Franz Michael war also auch Maler und nicht Bildhauer, wie KDB V MF (2), S. 342 meint. Murmanns Frau hieß Dorothee, die Herkunft des Ehepaars ist unbekannt. 1745 starb »Dorothea Murmanin Mahlerin« mit 70 Jahren, ob der 1740 verstorbene »Franz Michael Murmann miles« mit ihrem Mann identifiziert werden kann, ist unklar. Nachweisbar sind drei Söhne. Johann Franz heiratete erstmals 1733 Maria Clara Riedlmiller, und, nach deren Tod 1747, das zweite Mal 1749 Maria Clara Schröll, die Tochter des Eichstätter Buchbinders Mathias Schröll, auch sie starb 1755 lange vor ihrem Ehemann. Johann Franz war in Eichstätt als »sculptor«, als »Kupfer- und Silberstecher«, tätig. Im Jahr 1777 findet sich der Sterbeeintrag »Franciscus Murmann«, leider ohne Berufsbezeichnung, aber wohl mit Johann Franz identisch. Aus beiden Ehen des Kupfer- und Silberstechers Johann Franz sind Kinder überliefert. Seiner zweiten Ehe entspross 1753 Henricus Murmann, der 1792 als »Bürger und Stecher« in Eichstätt starb. Die Brüder von Johann Franz waren Johann Dominikus und Hugo Ernst. Auch Laurentius Murmann, der 1744 als »pictor aufm Kugelberg« getaufte Sohn von Johann Dominikus, ergriff den Beruf des Vaters und Großvaters; er starb 1785 als »Seelmaler« (Vorstadt von Eichstätt).

  • um 1706 Ort unbekannt †15.8.1745 Eichstätt. Johann Dominikus Murmann ist als Freskant bereits fassbar (1732 Ornbau-Jobstkapelle, 1735 Daiting und 1736/37 Ornbau-Pfarrkirche, zusammen mit seinem Bruder), bevor er bei seiner Verheiratung in den Eichstätter Kirchenbüchern 1741 erstmals in den Quellen auftaucht. Der »bei den Schießhütten in Eichstätt« wohnte »Mahler von Augspurg« (Am Kugelberg), so überliefert in den Pfarrakten Ornbaus (DAEI). Die Identifizierung mit dem 1755 für eine Malerarbeit in das Eichstätter Spital genannten »Johannes Georgius Schredter, von Reichenhall gebürtig, academischer Kosthalter vnd Maller 2 fl.« mit Johann Dominikus fällt schwer, da dieser bereits 1745 starb; vielleicht wurde ja auch sein Sohn Laurentius (s.o.) ebenso genannt. Barocke Deckenmalereien im Bereich des Landkreises Eichstätt signierte Johann Dominikus 1732 in Walting (S. 444f.) und um 1740 in Kevenhüll (S. 288–92).
  • †unbekannt. In den Eichstätter Kirchenbüchern ist Hugo Ernst nur zweimal nachweisbar: 1746 bei seiner Verheiratung mit Walburga Santner und 1749 als Trauzeuge seines Bruders Johann Franz. Da 1746 jedoch »Johann Georg Schreder« genannt wird, ist davon auszugehen, dass er in der Zeit, in der er als Maler in Kirchen des Hochstiftsgebiets nachweisbar ist (1741–46), auch in Eichstätt ansässig war (»Georg Caietanus franz. Schretter pictor« starb hier 1763). Neben nachweisbarer Fassarbeiten schuf Hugo Ernst Murmann Antependien für Gersdorf und Altarblätter für Weigersdorf, Fresken in Röckenhofen und Polenfeld. Barocke Deckenmalereien im Bereich des Landkreises Eichstätt signierte Hugo Ernst 1741 in Grösdorf (S. 251ff.) und 1745 in Weigersdorf (S. 446–50); zugeschrieben werden ihm die Fresken in der Bühlkirche zu Beilngries von 1740 (S. 36–41).

Quellen: DAEI, Pfarrmatrikeln Eichstätt-Unsere Liebe Frau und St. Walburg.

PUCHNER, Melchior, Maler in Ingolstadt

  • 6.1.1695 Schongau †9.12.1758 Ingolstadt. Puchner ließ sich 1721 in Ingolstadt nieder; hier ist am 9.12. seine Aufnahme als akademischer Maler in der Universitätsmatrikel verzeichnet. Am 6.10.1722 heiratete er die Hofzimmermeistertochter Maria Barbara Vogel aus Neuburg a.D. Von seinen sieben Kindern heiratete eine Tochter den Münchner Maler Franz Ignaz Oefele, den Schwager des Historikers und Bibliothekars Andreas Felix von Oefele. Dieser berichtet, dass Puchner bei den Münchner Malern Johann Andreas Wolff und Kaspar Gottfried Stuber seine Ausbildung erhalten habe; die Bemerkung, Stuber habe ihn in der Theorie von Geometrie und Perspektive unterrichtet, ist besonders an den Fresken in Gosseltshausen ablesbar (s. CBD Bd 14). Puchner ist als Zeichner, Altarbildmaler und Freskant nachweisbar; Aufträge führten ihn über Ingolstadt hinaus in den Raum Pfaffenhofen, Weißenburg, Hilpoltstein und Neumarkt, eines seiner Hauptwerke findet sich in der Propsteikirche von Fischbachau (CBD Bd 2, S. 472). Obwohl viele Freskendekorationen von späteren Übermalungen in ihrer originalen Substanz geschädigt sind, zeigen die erhaltenen bzw. freigelegten Deckengemälde seine stilistische Herkunft aus dem Münchner Kunstkreis auf. Im Landkreis Eichstätt werden ihm die barocken Deckenmalereien in der Seelenkapelle zu Kösching von 1731 (S. 306–12) zugeschrieben.

Quellen: BSB Oefeleana 14, S. 167f. - Lit.: Kuhn, Hanns, Die Alt-Ingolstädter Maler, in: SHVI 57, 1939, S. 85–141, hier: S. 104–07; Hofmann, Siegfried, Zum Werk Ingolstädter Freskenmaler des 18. Jahrhunderts, in: Ebd. 82, 1973, S. 156–84, hier: S. 156–75.

RIEGER, Joseph Anton, Maler in Augsburg

  • 21.3.1697 Augsburg †20.9.1754 Augsburg. Rieger ist der Sohn des Augsburger Malers Johann Rieger, dem späteren ersten katholischer Direktor der Augsburger Kunstakademie. Am 8.8.1729 heiratete Joseph Anton Rieger Maria Eva Bramer in der Augsburger Dompfarrei. 1742/49 ist der »Virtuosus Gabriel artis suo pictor« Joseph Rieger in Eichstätt nachweisbar; er arbeitete für Mitglieder des Eichstätter Domkapitels. Rieger kommt neben Joseph Ernst Mohr für das Deckengemälde in der Hinteren Kapitelstube in Eichstätt von 1743/44 (S. 238–40) in Frage.

Quellen: ABA, Pfarrmatrikeln Augsburg, Dompfarrei und Pfarrei St. Moritz (frdl. Mitt. Doris Bauchrowitz, Augsburg); DAEI, Nachlass Neuhofer 74 (mit Auszügen aus den Domkapitelsprotokollen im STAN).

RÖSNER, JOHANN MICHAEL, MALER IN WORMS

  • unbekannt †14.7.1726 Worms. Die Herkunft und auch die Umstände der Ausbildung von Rosner sind unbekannt. Möglich, dass er 1715 in der Stiftskirche St. Paul in Worms freskierte, wie Schmitt 1963 bereits vermutete; für die im Zweiten Weltkrieg zerstörten Fresken nimmt die Forschung teils auch Johann Conrad Seekatz in Anspruch, doch das erhaltene Bildmaterial spricht mehr für eine Autorschaft Rosners. Dies bekräftigen die Beziehungen Rosners zum Wormser Weihbischof Johann Baptist Gegg (1716–30); der in Eichstätt geborene Gegg war seit 1715 Dekan von St. Paul und vermittelte Rosner 1717 auch nach Eichstätt, wo sich sein Bruder Johann Michael Gegg als Mäzen der Ausstattung der Eichstätter Jesuitenkirche hervortat. Nach dem Aufenthalt in Eichstätt kehrte Rosner nach Worms zurück und wurde für Arbeiten in Gernsheim beauftragt: 1719 schuf er die Gemälde des Hochaltars, 1723 beendete er die Fassung aller drei Altäre. Im März 1724 schloss Rosner den Akkord über die Ausmalung der evangelischen Heilig-Geist-Kirche in Worms – auch diese Fresken wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Rosner, der verheiratet war, wie der Akkord von 1724 nachweist, starb 1726. Von Johann Michael Rosner sind im Bereich des Landkreises Eichstätt die barocken Deckenmalereien der Schutzengelkirche in Eichstätt von 1717 erhalten (S. 123–53).

Quellen: StadtA Worms Abt. 108 Nr. 36: Sterbeeintrag Rosners, Abt. 111 Nr. 56: Akkord von 1724 (frdl. Mitt. Margit Rinker-Olbrisch, Worms). – Lit.: Schmitt, Hermann, Johann Baptist Gegg von Eichstätt, Weihbischof von Worms (1716–1730), in: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 15, 1963, S. 95–146, hier: S. 109, 140f.; Duchhardt-Bösken, Sigrid, Zur Ausstattung der Pfarrkirche in Heldenbergen, in: Kunst und Kultur am Mittelrhein (= Festschrift für Fritz Arens zum 70. Geburtstag), Worms 1982, S. 132–37, hier: S. 132; Reuter, Fritz, Die evangelische Dreifaltigkeitskirche in Worms, Köln 2003; Bönnen, Gerold, Geschichte der Stadt Worms, Stuttgart 2005, Abb. 33, S. 746. – Bildmaterial: www.zi.fotothek.org (s. Worms).

SCHREDTER, JOHANN GEORG, MALER IN INGOLSTADT

  • Reichenhall †unbekannt. Schredter taucht 1701 in Ingolstadt auf; der Eintrag in die Universitätsmatrikel »Gabriel Seel pictor et civis in Nassenfels« datiert auf den 9.11.1701. Nachweislich freskierte »kurfürstliche Hofmalers« 1718/19 in der Pfarrkirche Kösching (S. 296–306). Unklar ist, ob er mit »consul huius civitis secundarius« identisch ist, dessen Sterbeeintrag in der Ingolstädter Pfarrei St. Moritz unter dem 19.1.1740 verzeichnet ist.

Quellen: DAEI, Pfarrmatrikeln Ingolstadt-St. Moritz. – Lit.: Kuhn, Hanns, Die Alt-Ingolstädter Maler, in: SHVI 57, 1939, S. 85–141, hier: S. 101f.; Hofmann, Siegfried, Zum Werk Ingolstädter Freskenmaler des 18. Jahrhunderts, in: Ebd. 82, 1973, S. 156–84, hier: S. 177–79.

SEEL (SELL), GABRIEL, MALER IN NASSENFELS UND NEUBURG A.D. DONAU

  • †unbekannt. Am 18.7.1731 heiratete in Nassenfels der {ZITAT|017} die Witwe eines in Nassenfels ansässig gewesenen Bürgers und Bäckers; sein Vater Andreas Söll war kaiserlicher Soldat. Nach dem Tod seiner ersten Frau ehelichte {ZITAT|018} am 3.7.1736 Anna Margaretha Biebl. In der Zeit von 1737–42 weisen die Nassenfelser Pfarrmatrikeln Tauf- und teilweise Sterbeeinträge von vier Kindern auf, danach siedelte Seel in die nahe gelegene Residenzstadt Neuburg um, wo 1744 eine weitere Tochter zur Welt kam und 1748 der Tod einer Tochter verzeichnet ist. In den Jahren 1748–52 ist Seel als Fass-, Altarmaler sowie als Freskant in der dem Neuburger Jesuitenkolleg inkorporierten Pfarrkirche St. Gertrud in Dinkelshausen (LKr. Neuburg-Schrobenhausen) tätig, danach verlieren sich seine Spuren. Barocke Deckenmalereien im Bereich des Landkreises Eichstätt sind von Gabriel Seel in Nassenfels von 1738/41 (S. 360–71) erhalten, die er während seiner dortigen Ansässigkeit 1738/41 fertigte.

Quellen: DAEI, Pfarrmatrikeln Nassenfels 1, 4. – Lit.: CBD Bd 10, S. 341.

STEIDL, MELCHIOR, MALER IN MÜNCHEN

  • 12.11.1657 Innsbruck †7.8.1727 München. Steidl wurde als Sohn von Christoph Steidl, Barbier und Kammerdiener des Erzherzogs Ferdinand Karl von Österreich, geboren. Nachdem er eine Malerlehre absolviert hatte, arbeitete er als Geselle bei dem Münchner Hofmaler Johann Anton Gumpp, der ebenso aus Innsbruck stammte und mit dem Steidl möglicherweise 1678 nach München übersiedelte. 1687 wurde Steidl Meister in München; das Bürgerrecht erlangte er ein Jahr später durch die Heirat mit einer Enkelin des Hofmalers Kaspar Amort d.Ä. Steidl war einer der produktivsten und bedeutendsten Freskanten Süddeutschlands seiner Zeit und hauptsächlich in oberösterreichischen Klöstern und Stiften sowie in Altbayern und Franken tätig. Stilistisch ist Steidl, wie sein Lehrer Gumpp, der Architekturmalerei nach dem Vorbild der oberitalienischen Quadraturmalerei des 17. Jh.s, vornehmlich der Monumentalmalerei des Pietro da Cortona, verpflichtet. Er hat auch als Altarbildmaler gearbeitet und ein umfangreiches Werk an Zeichnungen dokumentiert ihn als herausragenden Künstler. Barocke Deckenmalereien im Bereich des Landkreises Eichstätt sind von Steidl im Chor der ehemaligen Klosterkirche St. Peter und Paul des Dominikanerklosters in Eichstätt (S. 111–17) erhalten, die er 1716/17 fertigte.

Lit.: Straßer, Josef, Melchior Steidl (1657–1727). Die Zeichnungen, (= Schriften des Salzburger Barockmuseums Nr. 23, zugl. Aust.-Kat. Salzburger Barockmuseum 23.7.–29.8.1999), München-Berlin 1999, S. 5–24 (Leben und Werk).

WINK, JOHANN CHRISTIAN THOMAS, HOFMALER IN MÜNCHEN

  • 19.12.1738 Eichstätt †2.2.1797 München. Christian Wink gilt als einer der bedeutendsten bayerischen Künstler in der 2. H. des 18. Jh.s. Sein bereits als Maler tätiger älterer Bruder, Johann Chrysostomus Wink, vermittelte ihm eine Lehre bei Anton Scheidler in Eggenfelden, in dessen Werkstatt er u.a. die Technik des Freskierens erlernte. Nach einem kurzen Aufenthalt bei Johann Jakob Feichtmayr in Eichstätt sowie an der Augsburger Akademie und in Freising gelangte Wink um 1760 nach München. Dort arbeitete er zunächst für den herzoglich-clementinischen Hofmaler Johann Michael Kaufmann, machte sich jedoch bald selbständig. Sein erster großer Auftrag bildeten die Fresken für St. Joseph in Starnberg (1765), weitere wie beispielsweise für die Wallfahrtskirche in Loh (1767–71) folgten. Gleichzeitig war er für den Kurfürsten tätig, so entstand 1768–71 das Deckenbild des Speisesaals im Neuen Schloss Schleißheim. 1769 wurde ihm durch Maximilian III. Joseph der Titel des {ZITAT|019} verliehen. Die Höhepunkte seines Schaffens fallen in die Zeit zwischen 1770 bis 1780, als er zahlreiche Kirchen mit Fresken, aber auch mit Altarblättern ausstattete und regelmäßig für den kurfürstlichen Hof, auch als Theatermaler, tätig war. In seiner Spätzeit erhielt der einst so erfolgreiche Künstler nur noch wenige Aufträge. Er starb nach längerer Krankheit 1797 mit 58 Jahren. Wink war einer der gefragtesten und produktivsten Künstler im bayerischen Kurfürstentum und Mitbegründer der 1770 entstandenen Zeichnungsschule. Er war der Onkel von Johann Amandus Wink, mit dem er auch zusammenarbeitete. Im Landkreis Eichstätt führte Christian Wink 1776/77 und 1784 die Freskoausstattung der Wallfahrtskirche in Betbrunn (S. 45–66) aus.

Lit.: Clementschitsch, Heide, Christian Wink 1738–1797 (ungedr. Diss.), 2 Bde, Wien 1968; Hutter, Christine, Die Tafelbilder des kurfürstlichen Hofmalers Christian Wink (1738–1797) (Dissertation in Entstehung).

WUNDERER, WILLIBALD, MALER IN EICHTTÄTT

  • 7.3.1739 Eichstätt †19.11.1799 Eichstätt. Wunderer wurde als Tuchmachersohn in Eichstätt geboren. Nach Absolvierung einer Malerlehre, vermutlich in einer Eichstätter Werkstätte, heiratete er am 7.10.1760 die Witwe des Eichstätter Malers Johann Georg Frey d.Ä., Maria Walburga. Neben der Werkstätte, die er nun betrieb, besaß er 1771–77 die Kreuzwirtschaft mit Weißbier- und Sudelgerechtigkeit in der Westenstraße. Am 12.5.1791 – Wunderer war zwischenzeitlich {ZITAT|020}, also zweiter Bürgermeister – heiratete er die Witwe Apolonia Steidl, geborene Bäckertochter Hebinsack, mit der er vier Kinder zeugte. Wunderer, der 1792 erster Bürgermeister wurde, starb am 19.11.1799 in Eichstätt. Das Werk des in Eichstätt hochangesehenen Malers umfasst Fassarbeiten und zahlreiche, hauptsächlich signierte Altarblätter sowie Deckengemälde. Künstlerisch ist er am Stil Johann Georg Bergmüllers orientiert, wie etwa das Hochaltarblatt in der Wallfahrtskirche Hl. Kreuz zu Schambach dokumentiert. Im Bereich des Landkreises Eichstätt finden sich von seiner Hand die signierten Fresken in Biberbach von 1781 (S. 67f.) und in Kinding von 1792 (S. 293ff.).

Quellen: DAEI, Pfarrmatrikeln Eichstätt-Unsere Liebe Frau. – Lit.: Neuhofer, Theodor, Beiträge zur Kunstgeschichte des Hochstifts Eichstätt, in: SHVE 61, 1965/66, S. 9–92, hier: S. 54.

ZACHENBERGER, JOHANN ANTON, MALER IN INGOLSTADT UND MÜNCHEN

  • um 1690 Salzburg †19.2.1773 München. Zächenberger war ein Sohn des Salzburger Dragoners Simon Zächenberger, der 1696 nach Strasswalchen bei Salzburg zog und hier als Kramer und Löffelmacher nachweisbar ist. Der im Malerhandwerk ausgebildete Zächenberger wurde am 19.4.1719 in Ingolstadt als Bürger aufgenommen; 1722


Zächenberger als Bildhauer und Stuckator. Während der Ingolstädter Zeit entstanden die signierten Freskenausstattungen Zächenbergers in Puch (CBD Bd 3/1, S. 144) und Burgheim (CBD Bd 10, S. 78); im Bereich des Landkreises Eichstätt waren von Zächenberger die Deckenmalereien in Appertshofen (erhalten nur die Emporenbilder, S. 27–35) und in Großmehring (S. 254f.). Am 27.10.1724 bemühte sich Zächenberger um die Malergerechtigkeit des Daniel Horapöckh in München, die er am 5.3.1725 erhielt. In seinem Bewerbungsschreiben gab Zächenberger an, er habe in München bei Joseph Ruffini gelernt und sei im Römischen Reich, sowie in Salzburg, Trient und Wien auf Wanderschaft gewesen, zudem habe er bei bürgerlichen Malern gearbeitet. Nachweisbar ist die Freundschaft mit Ruffini. 1741 wurde Zächenberger Stadtmaler von München, von 1729–35 und von 1742–49 gehörte er zu den Vierern der Zunft. Auch Zächenbergers Sohn, der 1732 geborene Joseph, wurde Maler. Dieser bildete sich bei seinem Vater und Joseph Ruffini aus und arbeitete von 1760–70 in der Malerstube der Nymphenburger Porzellanmanufaktur; er ist aber auch als Ausstattungs- und Dekorationsmaler nachgewiesen.

Lit.: Kuhn, Hanns, Die Alt-Ingolstädter Maler, in: SHVI 57, 1939, S. 85–141, hier: S. 101; Hofmann, Siegfried, Die Hochaltäre in Böhmfeld, Kleinmehring, Demling und Zuchering sowie die Altäre in Großmehring, in: SHVI 85, 1976, S. 149–66, hier: S. 158; CBD Bd 10, S. 341.


ZINK, Matthias Maler in Eichstätt

Ausbildung existieren keine schriftlichen Quellen. Möglich ist eine Malerlehre in Donauwörth, aus stilistischen Gründen ist aber auch eine Lehre oder ein Aufenthalt bei einem bedeutenden Maler, etwa in Augsburg oder München, denkbar. Am 17.1.1691 heiratete Zink in Eichstätt Anna Maria Hofmann, die Tochter des Eichstätter Bürger- und Wagners Georg Hofmann, 1694 kam sein Sohn Johann Michael auf die Welt; dieser wurde zunächst Kammerdiener des Abtes im Benediktinerkloster Neresheim, heiratete 1721 in Neresheim und wirkte dort bis zu seinem Tode 1765 als Maler. Matthias Zink betrieb bis zu seinem Tode 1738 die größte und wichtigste Malerwerkstätte in Eichstätt; vermutlich lernte bei ihm der Maler und Freskant Joseph Dietrich. Zinks Betätigungsfeld umfasste Fassarbeiten, Ölmalereien und Freskodekorationen. Seine Bedeutung liest sich auch daran ab, dass er nicht nur für die Orden in Eichstätt und in weit entlegenen Orten des Hochstifts Eichstätt arbeitete, sondern auch mit Ingolstadt, Neuburg a.d. Donau (CBD Bd 10, S. 162) oder Harburg ins »Ausland« berufen wurde. Zinks Schöpfungen weisen ihn als einen handwerklich brillanten, künstlerisch eigenwilligen Maler aus. Seine Altarbilder bestechen durch perfekte Bildraum- und Figurenanlagen sowie durch detaillierte Landschafts- mit nahezu stillebenähnlichen Pflanzendarstellungen. Die Fresken weisen durchgängig einen eigenen Stil auf. Zinks Bildung dokumentiert sich zudem an der Benutzung emblematischer Vorlagenwerke. Das Oeuvre dieses Eichstätter Malers kristallisierte sich erstmals im Laufe der Forschungen des CBD heraus. Der Fund des Quellenbelegs für die Fresken in Hitzhofen von 1722 (S. 280–87) erlaubt die stilistische Zuweisung weiterer Deckenmalereien im Bereich des Landkreises Eichstätt, und zwar in Konstein aus der Zeit nach 1701 (S. 313–16), die zweite Ausmalung von St. Walburg in Eichstätt von 1706 (S. 77–110), in Altendorf von 1709/10 (S. 17–23), im ehem. Priorat des Augustinerinnenklosters Marienstein der Zeit um 1715/25 (S. 348 ff.), in Pfalzpaint von 1728 (S. 380–83) und im Festsaal des ehem. Augustinerchorherrenstifts Rebdorf von 1735 (S. 422ff.). Ferner können ihm die Fresken der Galeriebrüstungen der Eichstätter Schutzengelkirche von 1718 (S. 123–53) zugeschrieben werden. Eine weitere Zuweisung sind die Fresken in Baar (künftig: CBD Bd 14).

Lit.: Weissenberger, Paulus, Die Malerfamilie Matthias und Johann Michael Zink. Ihre Lebensgeschichte und ihr Lebenswerk, in: Ellwanger Jahrbuch 22, 1967/68, S. 37–71 (mit älterer Literatur).


ALLGEMEIN VERWENDETE LITERATUR

Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Hg. Ulrich Thieme und Felix Becker, voll. von Hans Vollmer, Bde 1–37, Leipzig 1907–50. Saur Allgemeines Künstler-Lexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, München-Leipzig ab 1991. Bleicher, Joseph, Eichstätts Künstler, Eichstätt 1930, S. 27ff. Neuhofer, Theodor und Brun Appel, Künstlerverzeichnis, in: Eichstätt (= GKF Nr. 15), München-Zürich 1984, S. 46–52, hier: S. 50ff. (Maler).