Hamburg Klein Flottbek, Landhaus Eichenlust
Inventarnummer: cbdd10277
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Im Landhaus Eichenlust haben sich Reste einer oder auch mehrerer Decken von ca. 1794 erhalten.

Landhaus Eichenlust
Kurzbeschreibung und Lage
Das Landhaus Eichenlust[1] in Hamburg-Nienstedten ist eines der ältesten seiner Art im Hamburger Westen. Das Grundstück war bereits um 1700 bebaut – vermutlich mit einem Sommerhaus – und 1734 wurde das Landhaus errichtet. Es wechselte oft den Besitzer. 1734 wird es als „Eichen-Lust“ bezeichnet. Nach einem Besitzerwechsel 1794 erfolgte ein Umbau des Hauses. 1884 und 1908 kam es zu weiteren Umbauten wie einer Aufstockung des nördlichen Seitenflügels. 1929 erfolgten Renovierungen im Inneren. Die Grundkonstruktion des Gebäudes blieb aber bis heute erhalten.
Der Einflügelbau ist von Norden nach Süden ausgerichtet. Der Zugang erfolgt von Osten. Der zweigeschossige Kernbau misst fünf Achsen in der Breite und zwei Achsen in der Tiefe. An der Eingangsseite ist die mittlere Achse um eine Achse vorgezogen, zum Garten hin befindet sich im Erdgeschoss ein halbrunder Säulenvorbau, der im Obergeschoss einen Balkon trägt. An beiden Seiten ist das Gebäude um ehemals eingeschossige dreiachsige Verlängerungen erweitert.
Die Deckenmalerei
Befund - Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die erhaltene Deckenmalerei[2] ist wohl 1794 im Rahmen der Umbaumaßnahmen entstanden. Sie befand sich bis zu ihrer Restaurierung 1996 auf dem Dachgeschoss. Ihr ursprünglicher Anbringungsort ist unbekannt. Sie umfasst 37 Bretter von ehemals drei Decken und mit wohl ursprünglich insgesamt rund 25 Quadratmetern.
Die überkommene Leimfarbmalerei wurde auf grundierte Fichtendielen aufgetragen. Es handelt sich um bis zu zwei Malschichten ähnlicher Motivik. Die zweite Fassung liegt direkt auf der ersten. Im Rahmen der Restaurierungen wurden Retuschen vorgenommen. Anschließend wurden die Decken an neuem Ort in das Haus eingebaut.
Beschreibung und Ikonographie
Die Malerei zeigt weiß-graue Akanthusranken auf einem monochrom blauen bzw. roten Grund. Die Ranken sind illusionistisch mit Lichtwerten in grau und weiß gehöht. Die Schattenseite betont ein schwarzer Rand. In die Ranken sind Medaillons eingefügt, die in goldenen Ockerfarben Landschafts- bzw. Gartenveduten aufnehmen. Ein Medaillon präsentiert einen Thron. Die einzelnen Rapporte sind durch kräftige geometrisierende graue Blattbänder von einander getrennt.
Insgesamt ist die Komposition sehr konservativ und wurde bereits 100 Jahre zuvor in Hamburg in ihrer Großform verwendet. Die Malerei ist nicht zugänglich. Vorlagen oder Ikonographie wurden bislang nicht bestimmt. Sie könnte auf Embleme zurückgehen.
Bibliographie
- Literatur:
- Hauer, Schätze, 2003. – Hauer, Ruth: Schätze in Hamburg. Restaurierungen (Arbeitshefte zur Denkmalpflege in Hamburg, 21). Hamburg 2003.
- Hoffmann, Elbchaussee, 1966. – Hoffmann, Paul Theodor: Die Elbchaussee. Ihre Landsitze, Menschen und Schicksale. 7., durchges. und erg. Aufl. Hamburg 1966.
- Klée-Gobert, Altona, 1959. – Klée-Gobert, Renata (Bearb.): Altona, Elbvororte (Die Bau- und Kunstdenkmale der Freien und Hansestadt Hamburg, 2). Hamburg 1959.
- Archivalien:
- 39-222.1174/1. – Freie und Hansestadt Hamburg. Behörde für Kultur und Medien, Denkmalschutzamt, Objektakte Baron-Voght-Str. 27, Aktenzeichen 39-222.1174/1