Dreyer, Angelika:Güstrow, Residenzschloss, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2023, URL: www.deckenmalerei.eu/ae6b5824-9443-412d-8097-fa216d1eca94

Inventarnummer: cbdd10547

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Das ehemalige Residenzschloss in Güstrow wird derzeit einer umfangreichen Renovierung unterzogen, die bis Ende 2028 abgeschlossen sein soll. Die eingehende Bearbeitung dieses Objektes kann erst im Anschluss erfolgen.

Lage und Baugeschichte

Die Lage

"Auf einem Hügel am Südrand der Stadt anstelle der Burg der Fürsten von Werle, 1556–1696 Residenz der Herzöge von Mecklenburg-Güstrow. Eindrucksvoller Dreifügelbau, Rest einer urspr. Vierflügelanlage, stadtseitig stets eingebaut, von der Feldseite trotz späterer Vorstadtbebauung freier Blick über den Schlossgarten in der Nebelniederung auf die Hautansichtsseite, die unvollendete Südfront und die zwischen Stadt und Land vermittelnde Westfassade mit Brück und Torhaus zur urspr. Schlossfreiheit." [1]

Die Baugeschichte

"1258 erste Erwähnung der Burg, nach Aussterben der Fürsten von Werle 1436 Sitz der Herzöge von Mecklenburg; Näheres über Geschichte und Aussehen der Burg nicht bekannt. Nach Brand der südl. Burggebäude 1557 veranlasste Herzog Ulrich 1558 den Bau des Schlosses: der Architekt F. Parr errichtete wohl als Teil einer geplanten unregelmäßigen Vierflügelanlage bis 1566 den bestehenden westl. Teil des Südflügels sowie des Westflügel, nach 1570 fertiggestellt von seinen Mitarbeitern H. Strol, J. Baroldt sowie seinem Bruder C. Parr. Nach neuerlichem Feuer in erhaltenen Teilen der Burg begann Ph. Brandin 1588 nach bescheideneren Plänen mit Nord- und Ostflügel, die C. Midwo bis 1598 zu Ende führte. Die entstandene Vierflügelanlage um einen rechteckigen Hof blieb im Südosten wegen des fehlenden östl. Teils des Südflügels offen. Nach 1657 von. C.P. Dieussart Hofarkaden den Nordflügels, 1670/71 Schlossbrücke und Torhaus. Im 18. Jh. langsamer. Verfall; 1795 Ostflügel und östl. Teil des Nordflügels abgetragen."[2]

Baubeschreibung

"Dreiflügeliger, weiß gequadeter Putzbau von drei Geschossen mit viergeschossigen Türmen, an den Außenfronten über hohem, infolge der Hangsituation z.T. zweigeschossigen Sockel, abeschlossen durch ein steiles Satteldach mit hohen, vielfältig gestalteten Kaminen sowie die von Laternen bekrönten Turmhauben."[3]

Vorraum zum Jagdsaal: Arabesken auf schwarzem Grund

Im Vorraum zum Jagdsaal ein kräftig kassetiertes Stichkappengewölbe, ausgemalt mit Arabesken auf schwarzem Grund.[3]

Südwestliches Turmkabinett im Westflügel

"Im südwestlichen Turmkabinett in Fresco- und Seccotechnik ausgemalt, urspr. mit Gold- und Kupferhöhungen, inschriftlich 1657 dat."[3]

Die Wandbemalung: Illusionistische rundbogige Figurennischen

"Wände mit illusionistischen rundbogigen Figurennischen, flankiert von Pilastern, die ein kräftiges verkröpftes Gesims tragen".[4]

Die Deckengemalung: Die vier Weltreiche

"[I]n den acht Deckenfeldern Allegorien der vier aufeinanderfolgenden. antiken Weltreiche, jeweils in einer historischen Szene und einem zugeordneten Fabelwesen [...] nach Kupferstichen von M. Merian d. Ä."[5]

Turmbau zu Babel

Das Bild zeigt den Turmbau zu Babel.[6]

Geflügelter Löwe

Dem Turmbau zu Babel ist der geflügelte Löwe zugeordnet.[6]

Eroberung Babylons durch den Perserkönig

Das Bild zeigt die Eroberung Babylons durch den Perserkönig.[6]

Kyros und der Bär

Der Eroberung Babylons durch den Perserkönig ist Kyros und der Bär zugeordnet.[6]

Sieg über Persien durch Alexander den Großen

Das Bild zeigt den Sieg über Persien durch Alexander den Großen.[6]

Panther

Dem Sieg über Persien durch Alexander den Großen ist ein Panther zugeordnet.[6]

Caesar als Feldherr

Das Bild zeigt Caesar als Feldherr.[6]

Fünfach gehörnter Wolf

Caesar als Feldherr ist der fünfach gehörte Wolf zugeordnet.[7]

Bibliographie

  • Feldmann, Mecklenburg-Vorpommern, 2016 — Feldmann, Hans-Christian: Mecklenburg-Vorpommern (Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Mecklenburg-Vorpommern), Berlin/München 2016 (2. Auflage).

Einzelnachweise

  1. Feldmann, Mecklenburg-Vorpommern, 2016, S. 241.
  2. Feldmann, Mecklenburg-Vorpommern, 2016, S. 241f.
  3. 3,0 3,1 3,2 Feldmann, Mecklenburg-Vorpommern, 2016, S. 244.
  4. Feldmann, Mecklenburg-Vorpommern, S. 244.
  5. Feldmann, Mecklenburg-Vorpommern, 2016, S. 244f.
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 6,5 6,6 Feldmann, Mecklenburg-Vorpommern, S. 245.
  7. Feldmann, Mecklenburg-Vorpommern, S. 245