Görlitz, Napoleonhaus
Inventarnummer: cbdd20094
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Das Görlitzer Napoleonhaus am Obermarkt 29 wurde nach 1717 errichtet und besitzt eine barocke Fassade, sowie einen prachtvollen Treppenaufgang, welcher sich durch alle drei Geschosse des Bauwerks zieht.
Das Napoleonhaus
Das sog. Napoleonhaus ist ein nach dem Stadtbrand von 1717 unter Einbeziehung älterer Teile eines Hallenhauses errichtetes, palaisartiges Bürgerhaus. Das drei Geschosse hohe, siebenachsige Haus ist im genuteten Erdgeschoss mit einem prachtvollen Korbbogenportal mit Säulenstellung und einem Balkon mit einer Flechtband-Balustrade geschmückt. In den ebenfalls durchgängig rustizierten Obergeschossen werden die jeweils gekoppelt vorliegenden seitlichen Achsen von Lisenen gerahmt. Die Fenster mit profilierten Gewänden sitzen auf ornamentalen Sockeln mit aufstuckierten Vasen. Über ihnen befindet sich im ersten Obergeschoss jeweils eine breite Stichbogenverdachung mit Kartuschendekor und darauf lagernden weiblichen Figuren. Im zweiten Stock sind es Dreieckgsiebel mit Schmuckwerk und aufgesetzten Stuckvasen. In dem dreiachsigen, von Pilastern gegliederten Mittelrisalit werden die Fenster mit einfachen Gewänden von Schneppen- und Segmentgiebelverdachungen mit barockem Dekor (Kartuschen, Büsten), bzw. zusätzlich von einer Puttengruppe über dem ersten Obergeschoss bekrönt. In der Mitte des hohen Mansarddaches sitzt schließlich ein dreiachsiges, lisenengegliedertes und sparsam geschmücktes Zwerchhaus, das von einem Dreiecksgiebel mit einem Ovalfenster abgeschlossen wird.[1]
[1] Dehio, Sachsen I, S. 395. Der Name geht auf die Anwesenheit Napoleon Bonapartes zurück, der am 20. August 1813 vom Balkon des Hauses eine Truppenabnahme durchführte.
Bauwerksabschnitt
In der gewölbten Halle mit dem Hofdurchgang befindet sich ein prachtvoller, galerieartiger, durch drei Geschosse gehender barocker Treppenaufgang.
Gesamtmalerei
Die Treppe führt in zwei abgewinkelten, geraden Läufen, die von schmalen, gedrechselten Holzbalustern eingefasst werden, um ein annähernd rechteckiges Auge nach oben. Die reich profilierten tragenden Balken, die unten wie auch an ihren Seiten mit doppelten, perlstabartigen Dekorationen bemalt sind, fassen an den Unterzügen der Treppe verschiedenartige, längsrechteckige Felder ein. Diese sind auf hell-weißem Grund mit großen, in schönen Rundungen auslaufenden Akanthusblättern bemalt. Die über der Treppe befindliche, ebenfalls in Felderungen unterteilte, abschließende Decke ist hingegen mit einer aufgemalten Marmorierung geschmückt.
Bibliographie
- Bechter Barbara/Fastenrath Vinattieri, Wiebke: Regierungsbezirk Dresden, in: Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen I. Regierungsbezirk Dresden, München/Berlin 1996.