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Grimma, Stadthaus Markt 17

Aus Deckenmalerei-Lab
Hertzig, Stefan:Grimma, Stadthaus (Markt 17), in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2023, URL: www.deckenmalerei.eu/976b351b-0b0f-4fda-9c20-dd51310e6769

Inventarnummer: cbdd20095

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Das Stadthaus in Grimma ist ein Bau des 16. Jahrhunderts. Während seine Fassade im 19. Jahrhundert überformt wurde, blieb im Inneren an den Wänden und der Decke des Bürgermeisterzimmers eine reiche malerische Ausstattung des 17. Jahrhunderts teilweise erhalten.

Das Stadthaus Markt 17

Baugeschichte / Beschreibung

Das Stadthaus in Grimma ist ein neunachsiger dreigeschossiger Bau des 16. Jahrhunderts, welcher im 19. Jahrhunderts durch eine neugeschaffene Neorenaissancefassade überformt worden war. An den Seiten wird diese von schmalen Lisenen eingerahmt und die Etagen werden durch unterschiedlich stark ausgebildete, durchgehende Stockwerksgesimse voneinander getrennt. Durch weitere aufgeputzte Gesimse und Rechteckfelder ist das Erdgeschoss als eine reich profilierte Struktur ausgebildet. Im ersten Obergeschoss werden die sparsam profilierten Fenster der untergeordneten Achsen ferner durch gerade Verdachungen auf kleinen Konsolen ausgezeichnet. In der dritten und vierten, sowie achten und neunten Achse fasste man die dort gekoppelten Fenster hingegen durch weiteren Schmuck zu kleinen Risaliten zusammen: Kleine Pilasterstellungen sind es zwischen den Fenstern und seitlich etwas größere, welche zusätzliche Gesimse tragen und im ersten Obergeschoss in der Mitte ein Dekorelement in einem Tondo rahmen. Ein hohes Satteldach mit ursprünglich in zwei Reihen angeordneten Fledermausgaupen schließt den Bau nach oben ab.[1]

Bauwerksabschnitt (Geschichte)

Im Inneren des Stadthauses befindet sich im Erdgeschoss eine ornamental bemalte Renaissancedecke. Im ersten Obergeschoss ist im sog. „Ponickauschen Zimmer“ des Bürgermeisters in Teilen eine reiche malerische Ausstattung des 17. Jahrhunderts an Wänden und Decke erhalten geblieben.

Das Ponickausche Zimmer

Im sog. „Ponickauschen Zimmer“ im ersten Obergeschoss findet sich an den Wänden und der Decke in Teilen eine reiche malerische Ausstattung des 17. Jahrhunderts.

Die Malerei im Ponickauschen Zimmer

Zu dieser zählt neben kartuschenartigen Bekrönungen der Türen, verschiedenen Flechtband-Einrahmungen in den Fensternischen, aufgemalten marmorierten Rundbogenarkaden der unteren Wände vor allem auch ein Fries aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts unterhalb der Decke. Auf diesem sind Putten zwischen zahlreichen Ranken und Früchten dargestellt.

Eine frühbarocke Hinzufügung aus der Zeit vom Ende des Jahrhunderts stellt die sehr reich bemalte Holzbalkendecke des Zimmers dar. Der mächtige, reich aus zahlreichen Profilstäben gebildete und mit eleganten, weiß-grauen Marmorierungen bemalte Tragbalken teilt zwei annähernd quadratische Deckenhälften voneinander ab. Diese sind mit einer prachtvollen illusionistischen Bemalung in Form unterschiedlicher Kassettenfelder geschmückt. Im Zentrum der beiden Hälften befinden sich in den fast quadratischen Mittelfeldern die Wappen der Ponickauschen und Schleinitzschen Adelsgeschlechter. An den Ecken sitzen wiederum vier L-förmig abgewinkelte Kassetten, zwei weitere, quadratische nach den Seiten sowie drei größere bzw. kleinere Rechteckfelder zu den Wänden hin. Von besonderer Kostbarkeit sind aber die illusionistisch gemalten Rahmeneinfassungen sowie die Füllungen der Kassetten: Zahnschnittgesimse, Flechtbänder, Kordeln und Perlstäbe. Im Inneren der abgewinkelten oder rechteckigen Felderungen befinden sich hellgraue, sowie in diese wiederum einbeschrieben, eine dunkle Marmorierung. Kleine Rollwerkskartuschen sitzen schließlich in den jeweils vier kleinen Eckfeldern.

Bibliographie

  • Dehio, Sachsen II, 1998, S. 345. – Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II. Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz, München/Berlin 1998, S. 345.

Einzelnachweise

  1. Dehio, Sachsen II, 1998, S. 345.