Günzburg, Münze
Inventarnummer: cbdd10298
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Die Günzburger Münzstätte war eine bedeutende Zentralbehörde im habsburgischen Vorderösterreich und Ausdruck der kaiserlichen Finanzpolitik wie des Geldes „als der nervus rerum menschlichen Handelns.“

Historische Voraussetzungen
Die Günzburger Münzstätte war eine bedeutende Zentralbehörde im habsburgischen Vorderösterreich und Ausdruck der kaiserlichen Finanzpolitik wie des Geldes „als der nervus rerum menschlichen Handelns.“[1]
Historische Voraussetzungen: Günzburg und die vorderösterreichische Verwaltungsreform 1752
Die Geschichte der Stadt Günzburg ist im Mittelalter und der Frühen Neuzeit bis zur Säkularisation 1803/1806 von wechselnden Machtkonstellationen geprägt, bei denen die Habsburger eine wichtige Rolle spielten.
Als der Besitzer von Günzburg, der Bischof von Augsburg, die Stadt 1274 „an den Markgrafen Heinrich II. von Berg-Burgau verpfändete, ohne diese Verpfändung wieder auszulösen“,[2] gelangte diese „nach dem Aussterben des Hauses Berg-Burgau 1301 als erledigtes Reichslehen an König Albrecht I. bzw. das Haus Habsburg.“[3] Die Markgrafschaft war damit Bestandteil der österreichischen Vorlande, einem territorialen Streubesitz im Südwesten des ehemaligen Deutschen Reiches geworden. Trotz mehrerer erfolgter Verpfändungen, vor allem an den burgauischen Adel,[4] wurde Günzburg 1559 endgültig aus der letzten Pfandschaft (Bischof von Augsburg) rückgelöst und die Habsburger blieben ohne zeitliche Unterbrechung bis 1805 die Herren über die Stadt.[5]
Innerhalb dieser habsburgischen Regentschaft sind neben dem Aufstieg zu einer Residenzstadt auch einige weitere bemerkenswerte wirtschaftliche und kulturelle Impulse zu beobachten. Diese neu gewonnene überregionale Bedeutung steigerte sich in der Regierungszeit von Kaiserin Maria Theresia (1740-1780), als zum einen im Zuge der vorderösterreichischen Verwaltungsreform 1752 „Günzburg von der Landvogteistelle zum Oberamt“[6] politisch aufrückte und „vor allem die Ansiedlung der vorderösterreichischen Münze in den 1760er Jahren“[5] die wirtschaftliche Entwicklung positiv beeinflusste.
Die ausschlaggebenden Gründe, in Günzburg eine Münzstätte zu etablieren, waren vielfältig. Wesentliche äußere Faktoren begünstigten sicher die Entscheidungsfindung, da Günzburg mit der Lage an der Donau und einer neu eingerichteten (1760) Poststraße von Wien nach Paris gute Bedingungen für Transport, Handel und Verkehr bot.[7] Zudem war die vorhandene Wasserkraft der Günz als notwendige Antriebsenergie und die Nähe zu Augsburg, „die bedeutendste Silberhandelsstadt im süd- und südwestdeutschen Raum“[8] auch nur von Vorteil „und genügend Holz für die Schmelzverfahren“[9] stand ebenfalls zur Verfügung.
Einen nicht unerheblichen Beweggrund bei der Wahl des Standortes Günzburg dürfte auch das seit dem Dreißigjährigen Krieg existierende „Währungs- und Münzchaos, das in Süddeutschland herrschte“,[10] gespielt haben, indem die Habsburger „im Hauptverbreitungsgebiet der unterwertigen Münzen“[9] eine zentrale Münzprägestätte platzieren wollten, um die dort wuchernden Währungsverhältnisse neu zu ordnen und „mit ihren qualitätvollen Prägungen einen einheitlichen Geldstandard in Schwaben“[11] zu sichern.
Die endgültige „Entscheidung für Günzburg fiel auf Empfehlung des Tiroler Repräsentionsrates Erwin von Scharff schon Ende 1761.“[9] Danach waren noch innerstädtische Probleme im Stadtrat über die mögliche Lage der Gebäude zu diskutieren und zu klären, ehe man „sich für die Zweiteilung des Münzwerkes, also unten an der Günz und oben beim Schloss“[12] durchrang. Dieser Entschluss ging am 23. März 1762 an die kaiserliche Hofkammer nach Wien.[13] In der heißen Phase der städtischen Debatten hatte der Wettenhausener Stiftsbaumeister Joseph Dossenberger bereits mit den Planungen der Bauten begonnen und Kostenberechnungen erstellt, beides „in enger Verbindung mit Scharff“[13].
Das Bauwerk
Funktion und Vorraussetzungen
Die von Dossenberger entwickelten Entwürfe sahen zwei Neubauten vor, die in ihrem architektonischen Charakter der jeweiligen Bauaufgabe angemessen waren. So musste das talseitige Gebäude am „Günzkanal, dem Ausfluss des Egelsees“[14] für „die lauten, schmutzigen und schweren Arbeiten, die zumeist Wasserkraft benötigten“[14], eher der rein industriellen Fertigung gehorchen und den dafür erforderlichen Maschinen für das Walzen, Gießen, Strecken und Schneiden der verschiedenen Metalle einen entsprechenden Raum bieten.
Nimmt man die Ansicht des Münzwerkes in der westlichen Kartusche an der Decke der Amtsstube als bildliches Dokument ernst, war die Gestaltung des Äußeren mit einem rustiziertem Sockelgeschoss und gleichmäßiger Pilastergliederung im Oberschoss zwar zurückhaltend instrumentiert, aber für einen Zweckbau dieser Art nicht unambitioniert in Form gebracht.
Das eigentliche Münzgebäude mit den Räumlichkeiten für die „Prägewerke, die Kanzlei und die Wohnungen der leitenden Münzbeamten“[14] war davon separiert und sollte in dem eher geschützteren Bereich innerhalb der ummauerten Oberstadt errichtet werden.[15] Trotz der äußeren Trennung der Bauten waren beide räumlich dennoch miteinander verbunden, weil man „aus Sicherheitsgründen einen unterirdischen Gang“[16] angelegt hatte, um die kostbaren vorgefertigten Metallrohlinge beim Transport zur oberen Prägestätte vor möglichen kriminellen Handlungen abzuschirmen.
Während die Situierung des Münzgebäudes aus den genannten Gründen in der Stadt als gesichert galt, war seine genaue Positionierung darin noch unklar. Gute Voraussetzungen bot ein Grundstück in der Nähe des Schlosses, denn „dort gab es seit dem Schlossbrand von 1703, der die Remisen und Stallungen auf der Ostseite des Schlosskomplexes zerstört hatte, genügend Platz.“[14] Da man mit der Ausmünzung relativ schnell beginnen wollte, ein geeignetes neues Gebäude aber noch nicht existierte, beantragte man bei den zuständigen Stellen in Wien eine Übergangslösung, die darin bestehen sollte, ein zeitlich befristetes Nutzungsrecht für bestimmte Räumlichkeiten im Günzburger Schloss zu erwirken. „Dieses wurde [...] mit der kaiserlichen Resolution vom 18. August 1763 gestattet“[15] und gleichzeitig dem damaligen Bewohner „befohlen, ihnen ein Gewölbe, eine nichtbenützte Küche und zwei unbewohnte Zimmer zur einstweiligen Ausmünzung allsogleich einzuräumen.“[17] Diese höchstkaiserliche Anordnung führte allerdings zu erheblichen Zwistigkeiten mit dem Landvogt Ferdinand Carl Freiherr von Ulm-Erbach,[14] der als Vorsteher des Oberamtes der Markgrafschaft Burgau, das im Schloss untergebracht war, seine Arbeits- und Wohnräume beschnitten sah. Zugleich war er darüber sehr aufgebracht, dass „das Münzschlagwerk unter des Land-Vogten Wohnung errichtet werden sollte. Was ein solches Getöss und Erschütterung der Mauern verursacht“.[18] Mit diesem Hinweis auf die entstehende und dauerhafte Ruhestörung verband er seine Zweifel, ob er „bei einem solchen Getümmel [seiner] Arbeit vorstehen und den allerhöchsten Dienst pflichtschuldig besorgen könnte.“[18] Diesen landvogtlichen Bedenken entgegnete man auf das Schärfste sowohl von Wien wie von Freiburg, dem Ort der Regierung der vorderösterreichischen Lande, aus, als man ihm mit hierarchisierendem Unterton empfahl, „sich in das Unvermeidliche zu fügen, weil es sich ja nur um eine provisorische Aufstellung der Prägewerke im Schloss handle.“[18] Dieses Schreiben enthielt zugleich eine rigide Zurechtweisung, indem man den Landvogt darauf hinwies, dass es „nicht wohl angehe, dem allerhöchsten Willen entgegenlautenden Antrag zu stellen.“[18]
Nachdem dieses Kompetenzgerangel damit vorerst geklärt war, versuchte man endlich den Münzbetrieb in Gang zu bringen. Die bauliche und funktionale Voraussetzung dafür war schon geschaffen, da das Münzwerk im Tal an der Günz mit seinen Wasserrädern, „Schmelzöfen, [dem] Walz- und Streckwerk“[19] „im Sommer 1764 einsatzbereit gewesen“ ist. Auch die „provisorische Herrichtung der zugestandenen Räume im Schloß war bis zum Sommer soweit gediehen, dass mit der Münzprägung begonnen werden konnte.“
Das Gebäude
Der Baubeginn und -fortschritt des innerstädtischen Münzgebäudes, das am Schlosshof neu errichtet wurde, ist nur in groben Umrissen zu skizzieren. „Der Baubeginn ist nicht vor 1764 anzunehmen“[19], so dass man die Hauptbauzeit wohl in den Jahren zwischen 1765-1766 ansetzen muss und der obere Münzbau im Frühjahr 1767 betriebsbereit und bezugsfertig gewesen sein dürfte, was auch die Bauinschrift im Gebäudeinneren nahelegt.[20]
Das architektonische Endergebnis war und ist ein massiver Putzbau mit einem mächtigen Walmdach. Das Gebäude ist L-förmig angelegt, der Hauptbau weist eine Länge von ca. 57m Länge und 12m Breite auf, während der nördliche Querbau 21m lang ist.
Der Aufbau des elfachsigen Hauptbaues an der Westseite und an der fünfteiligen Ostseite des Querbaues ist einheitlich und unterstreicht auf diese Weise den repräsentativen Charakter der Münze. Der dreigeschossige Baukörper ist im Erdgeschoss als Sockel mit Streifenrustika gebildet, während die beiden folgenden Stockwerke abwechselnd von den vertikalen Fensterbahnen und reliefierten Bändern und Felderungen gegliedert werden, wobei man auf eine denkbare Pilastergliederung zugunsten des Wandreliefs verzichtete. Auf der Westseite sind 2 Portale angebracht, die zu den dahinter liegenden Treppenhäuser führen und in ihrer kurvigen, plastisch aufgefassten Machart einen wirkungsvollen Kontrast zur Reliefwand bilden.
Das Bau- und Raumkonzept des oberen Münzbaues ist auf die mit dem talseitigen Münzwerk verzahnte Münzproduktion hin ausgerichtet: „Das Münzamt brauchte Räume der Verwaltung und zur Entgegennahme der alten Münzen, auch einen Raum zum „Geld zählen“, ein „Silbergewölbe“ zum Verwahren des kostbaren Materials. Dann Räume zur Prüfung des Feingehalts („Probirgaaden“), den Maschinensaal für die Prägestöcke, daneben Feilzimmer zur Feinjustierung der Münzen, die darauf im „Weißsud“ eine Verfeinerung der Oberfläche erhielten. Ferner brauchte man einen Raum mit einem Hochofen zum Einschmelzen, wohl auch Gießen des Rohmaterials in „Zaine“, das sind flache Stangen; er wurde die „Schmölz“ genannt und war auch gewölbt. Die Zaine mußten durch Walzen und Strecken, dann Schneiden im Werk an dem Günzkanal weiterverarbeitet werden bis zu den vorjustierten Schrötlingen für die eigentliche Prägearbeit, für die sie zurück in den Bau am Schloßplatz getragen werden mußten.“[21] Alle diese Räumlichkeiten befinden sich im Erdgeschoss.[22]
Im 1. Stockwerk war die Wohnung des Münzmeisters untergebracht, von denen zwei kleinere Zimmer als Amtsräume genutzt wurden.[23] Im zweiten Stockwerk lagen die Wohnräume des Wardein, des Graveurs und des Kassierers.[24]
Diese Raumzusammenhänge sind am besten auf den 1805 von dem Günzburger Maurermeister Joseph Bayer angefertigten und um 1980 entdeckten Grundrissen nachzuvollziehen,[25] da sich die originalen Risse von Dossenberger nicht erhalten haben.
Gebäuderestaurierung
Gebäuderestaurierung:
„Im Zweiten Weltkrieg wurde am 9. April 1945 bei einem Fliegerangriff der zum Rathaus gehörende Südflügel des Schlosses schwer getroffen und auch der südliche Teil des ehem. Münzgebäudes in Mitleidenschaft gezogen. Ab 1954 lief die Planung für einen Neubau des Südflügels mit zwei Obergeschossen. Der Rohbau war schon bis zum Dachansatz gediehen, da wurde vom Stadtrat am 1. März 1957 beschlossen, gegen Süden halbseitig ein weiteres Geschoß aufzusetzen, gegen Norden sollte zur Angleichung der Dachneigung nur ein Kniestock aufgebracht werden. – Ab 1961 erfolgte in mehreren Schritten die Renovierung des ehem. Münzgebäudes: 1964 Erneuerung der Dachdeckung; 1965 Renovierung der Außenfassaden mit Rekonstruktion der Gliederung des 18. Jahrhunderts; dazu kam 1966 die Renovierung des Treppenhauses und 1967 die Erneuerung des Portals.“[26]
Die Amtsstube und ihre freskale Ausstattung
Die Amtsstube und ihre freskale Ausstattung
Bei einem derartig zweckgerichteten Industriebau, das in seiner Raumauf- und -verteilung den aufeinander abgestimmten Arbeitsschritten der Münzproduktion folgt, ist eigentlich eine wandfeste Ausstattung nicht zwingend zu erwarten. Um so größer ist das Erstaunen, im Erdgeschoss, links vom Eingang, in der Nordwestecke des Baues, in dem quadratischen Hauptraum, dem ehemaligen Amtszimmer, „in dem der Edelmetall- und Münzhandel abgewickelt wurde“[27], eine qualitativ hochwertige freskale Gestaltung der Decke vorzufinden.
Betritt man das Amtszimmer von der südlichen Gangseite aus, ist man von dem ersten Raumeindruck überrascht. Entgegen seiner ökonomisch-bürokratischen Zweckbestimmung bekommt der Amtsraum in der Art seiner Wandgliederung und der Farbigkeit der Deckenbilder einen ausgesprochen lichten und höfischen Charakter, den man eher in einem Fürstenbau erwarten möchte.
Für die Helligkeit des Raumes sorgen jeweils zwei Fenster an der Nord- und Westseite. Die vier Wände sind mit schlanken Pilastern toskanischer Art gegliedert, auf denen ein stuckiertes Gebälk aufruht, das in der jeweiligen Wandmitte hochgebogen ist. In einer Art Blickregie leiten sie formal dezent über zu der für den Eintretenden zentralen (nördlichen) Kartusche in der relativ hohen Voute, in der sich „der kaiserliche Doppeladler mit dem kaiserlichen Wappenschild“[28] befindet. Gegenüber auf der Südseite ist eine Inschriften-Kartusche zu sehen, deren Inhalt sich auf die Kaiserin Maria Theresia u.a. als „Wiederherstellerin des Metall- und Münzwesens“[29] bezieht. Dieser kaiserlichen Kartuschen-Achse in seiner Nord-Süd-Ausrichtung sind auf der Querachse (Ost-West) die zeitgenössischen Porträts der beiden neu errichteten Münzbauten zur Seite gestellt, deren Kartuschenform etwas verbreitet ist, damit die dargestellten Längsbauten Platz darin finden. Auf der Westseite ist das Münzwerk im Tal an der Günz, auf der Ostseite die Außenansicht des oberen Münzamtes zu sehen.
Die Nord-Süd-Ausrichtung mit den bildlichen Hinweisen auf die allerhöchste Auftraggeberin Maria Theresia (in den Kartuschen) scheint auch für die Anlage des großen Freskenbildes in der Deckenmitte ausschlaggebend gewesen zu sein. Für die eintretenden Besucher ergab sich damit eine Blickabfolge, die zuerst das Kaiserwappen, von dort aus das allegorisch überhöhte Hauptfresko und erst dann die restlichen Kartuschenbilder erfassten.
Der Entwurf von Johann Baptist Enderle für das Deckengemälde von Meinrad Hengge
Der verschollene Entwurf von Johann Baptist Enderle für das Deckengemälde von Meinrad Hengge
Der Entwurf für das Deckengemälde in der Günzburger Münze, den Johann Baptist Enderle zeichnete, ist im Original heute verschollen, als fotographische Reproduktion jedoch erhalten geblieben.[30]
Ein Vergleich zwischen Enderles Entwurf und der Ausführung durch seinen Schüler Meinrad Hengge[31] ergibt, dass sich dieser in seiner freskalen Umsetzung ganz eng an die Vorgabe seines Lehrers hielt. Auffällig sind lediglich zwei kleine Veränderungen an der Unterseite des Freskos: zum einen ist auf der bildlinken Seite die Darstellung der Bergwerks-Situation perspektivisch und figürlich anders aufgefasst und zum anderen ist auf der bildrechten Seite gegenüber dem Entwurf die Spindelpresse, der Münzprägestock, perspektivisch zwar nachvollziehbarer dargestellt, verliert durch diese veränderte Ausrichtung allerdings viel von seiner ursprünglichen direkteren Anschaulichkeit. Denn Enderle hatte offensichtlich im Sinn, die Spindelpresse mit den langen Schwungarmen und Zugriemen bildwirksam in Szene zu setzen, denn sie stellte ab dem 17. Jahrhundert (mit Vorformen im 16. Jahrhundert), münztechnisch gesehen, eine große Umwälzung dar, indem sie das bis dahin erprobte Verfahren der Hammerprägung ablöste.[32]
Die Nichtexistenz eines Putto in der linken Bildmitte ist vernachlässigbar, obwohl er im Entwurf ein kompositorisches Pendant zur Fama gegenüber bildete.
Die Restaurierungen der Deckengemälde
Die Restaurierung der Deckengemälde
Karl Ludwig Dasser, der Monograph von Johann Baptist Enderle, des Entwerfers des Günzburger Deckenbildes, schätzte bereits 1970 den Erhaltungszustand der Kartuschen und des Deckengemäldes als katastrophal ein, weil sie „nahezu völlig übermalt“[33] sind und damit „gänzlich den alten Charakter verloren“[34] haben. Für den schlechten Zustand der Fresken ist eine zweimalige Restaurierung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verantwortlich, „1911 und 1931, letztere von M. Kronwitter“[35], der sich auf der oberen (südlichen) Rahmung nennt.
„Nachdem 1975 die Landpolizei aus dem Erdgeschoß des Nordteils ausgezogen war, konnte 1978/79 der Umbau des heute sog. „Münzkabinetts“ stattfinden, dabei wurden die Amtsräume der ehem. Münze mit einer Restaurierung der Raumschale einer neuen Nutzung zugeführt. Der mit Fresken ausgestattete Hauptraum wurde als Trauzimmer neu eingerichtet.“[26]
Die nördliche Kartusche: Kaiserliche Doppeladler mit kaiserlichem Wappen
Kaiserliche Doppeladler mit kaiserlichem Wappen
Die nördliche Kartusche in der relativ hohen Voute ist das erste Bildfeld, welches der Eintretende gewahr wird. In ihm befindet sich „der kaiserliche Doppeladler mit dem kaiserlichen Wappenschild“[28].
Die südliche Inschriftenkartusche
Südliche Inschriftenkartusche
Die südliche Inschriften-Kartusche bezieht sich auf die Kaiserin Maria Theresia u.a. als „Wiederherstellerin des Metall- und Münzwesens“[29].
Die westliche Kartusche: Münzwerk im Tal an der Günz
Westliche Kartusche: Das Münzwerk im Tal an der Günz
Auf der Querachse (Ost-West) brachte man die zeitgenössischen Porträts der beiden neu errichteten Münzbauten an. Ihre Kartuschenform ist etwas verbreitet, damit die dargestellten Längsbauten Platz darin finden. Die Westseite stellt das Münzwerk im Tal an der Günz vor.
Die östliche Kartusche: oberes Münzamt
Östliche Kartusche: oberes Münzamt
In der östlichen Kartusche ist die Außenansicht des oberen Münzamtes zu sehen.
Das zentrale Deckengemälde
Das zentrale Deckengemälde
Das zentrale Deckenbild übernimmt die quadratische Grundform des Raumes. Der stuckierte Bildrahmen hat vier gleich lange, leicht konvexe Hauptseiten, die von den ausgerundeten Ecken miteinander verbunden werden.
Über einem perspektivisch verkürzt wiedergegebenen Architektursockel mit dem Ausblick in einen Landschaftsstreifen sieht man zwei verschiedene voneinander getrennte Bereiche. Während sich im unteren Bildteil eine Vielzahl an Putten in unterschiedlichsten Körperhaltungen tummeln, schafft eine rasant nach oben sich spindelnde Wolkenbank sowohl Distanz zu den Kleinen als auch eine Sitzgelegenheit für eine einzelne allegorische Figur.
Seit der Monographie von Karl Ludwig Dasser über den schwäbischen Freskanten Johann Baptist Enderle aus dem Jahre 1970 ist sowohl der Entwerfer wie auch das Thema des Freskos bekannt, das er als die „Göttin Moneta von Putten umgeben“[36]. beschrieb. Ausgangspunkt dieser künstlerischen und inhaltlichen Bestimmungen war eine Zeichnung, die sich ehemals in Münchner Privatbesitz befand und die Adolf Feulner in seinem Buch über das bayerische Rokoko abbildete.[37] Dieser Entwurf, der unten links mit „Joh. Enderle inv.“[30]. bezeichnet ist, gilt heute als nicht mehr auffindbar.[34] Erhalten hingegen hat sich eine weitere Zeichnung, die heute dem Heimatmuseum Günzburg gehört und deren Status ungeklärt ist. Darauf erkennbar ist die Inschrift „Joh. Enderle inv. – Meinrad Hengge pinx.“[35] Die hier angedeutete Beziehung zwischen Enderles Invention und der Ausführung durch Hengge sind noch unerforscht, doch geht man heute davon aus, dass Enderle seinem Schüler Hengge die Umsetzung seines Entwurfes überließ,[38] ohne allerdings genauere Umstände zu kennen.
Während diese Zusammenhänge von Entwurf und Ausmalung erst einmal im Dunklen bleiben müssen, lassen sich die dargestellten Inhalte im Hauptfresko durch anschauliche Analyse etwas mehr aufhellen. Das Bild selbst fungiert dabei als historische Quelle.
Bis heute hat sich an der thematischen Bestimmung seit Dasser 1970 nichts Wesentliches geändert. Geändert hat sich lediglich die genauere Beschreibung der Putten in der unteren Bildzone.[39]. Fasst man deren unterschiedliche Tätigkeiten zusammen, so zeigt sich, dass von der linken bis zur rechten Bildseite verschiedene Arbeitsschritte von der Gewinnung des Rohstoffes im Bergwerk bis zur endgültigen Münzprägung durch eine Spindelpresse, die bildprominent ganz rechts präsentiert wird.
Diese unterschiedlichen Arbeitsphasen sind bildkompositorisch dreiteilig angelegt: Auf der bildlinken Seite sind die vorbereitenden Handwerke zur Münzprägung (Schürfen im Bergwerk, Zerkleinern des gewonnenen Metalls) den verarbeitenden Handwerken auf der bildrechten Seite entgegengesetzt (Arbeit am Schmelzofen und am Prägestock). In der Mitte des dargestellten Produktions-Ablaufes werden Putten gezeigt, die auf emsige Weise damit beschäftigt sind, nicht nur den immer wieder abzuwägenden Metallgehalt zu überprüfen, wie ein herbeifliegender Putto mit Balkenwaage und dem kaiserlichen Wappen als Halterung deutlich macht. Die Ergebnisse dieser mehrfachen Justiervorgänge müssen dabei akribisch festgehalten werden, was die Putten mit ihren Federkielen in die bereitliegenden Bücher gewissenhaft ausführen.
„Über allem thront die Göttin Moneta in den Wolken, ausstaffiert wie eine Athena mit Helm, Speer und Gorgoneion; zu deren Füßen leeren Putten Münzen aus einem Füllhorn.“[35]
Diese Identifizierung der dargestellten Personifikation als Göttin Moneta gründet auf den deutenden Erstaussagen von Dasser 1970 und ist bis heute nicht hinterfragt, obwohl eine simple Benennung der vorhandenen Attribute (Helm, Speer, Gorgoneion) bereits stutzig machen müsste.
Dassers analytische Überlegungen sind im Detail nicht mehr nachzuvollziehen, vermutlich ging er von der einfachen und nachvollziehbaren Voraussetzung aus, dass in einer Münzprägestätte die Verkörperung der Moneta angemessen und passend sei. Der bekannte, gewusste Umstand, dass sich im oder am Tempel der Juno Moneta auf dem Kapitol eine Münzprägestätte in antik-römischer Zeit befand,[40] mag dafür ideengebend gewesen sein. Dass die bildliche Überlieferung zur Kennzeichnung der Juno „Moneta als Personifikation des Münzwesens oder der Münzprägestätte typischerweise mit einer Waage in der Hand“[41] oder sogar ohne jegliche Beigabe auskam,[42] stößt hingegen auf Misstrauen.
Vertraut man hingegen auf die Darstellung des anschaulichen Bestandes im Hauptfresko, legen die der weiblichen Allegorie beigefügten Attribute nicht nur eine Identifikation mit Minerva nahe, sondern bestimmen sie als solche.[43]
Auf diese Weise ergibt sich eine hier erstmals vorgeschlagene Verschiebung des inhaltlichen Gewichtes weg von der Schutzpatronin der Münzstätten (Juno Moneta) und hin zur Göttin Minerva, die demnach eher als „Herrin des Handwerks“[44] aufzufassen ist und die als „bewaffnete, jungfräuliche Göttin der praktischen Klugheit“[45] die städtischen Gewerke förderte.
Die Handwerkerin Minerva, die „wesentliche Kulturtechniken des männlichen und weiblichen Lebensbereiches“[45] stiftete, ist in Günzburg zum einen als die Schutzherrin des Metall- und Münzhandwerks zu sehen und zu verstehen.
Zum anderen ist damit eine weitere Deutungsebene verbunden, die weniger das Handwerkliche, sondern das Staatsmännische berührt. Einen ersten bildlichen Hinweis liefert die Inschrift „HIS NITITUR ORBIS“ (Darauf stützt sich der Erdkreis) in der unteren Bildmitte. Diese Sentenz ist hier in Günzburg das schriftliche Überbleibsel eines bereits im 17. Jahrhundert bekannten Emblems, das ursprünglich im Icon tatsächlich mit einer Erdkugel versehen war, auf dem Schwert und Buch[46] als Zeichen von Macht und Gesetz lagen.[47] Macht und Gesetz repräsentiert in der Frühen Neuzeit auch die Göttin Minerva, die „nicht mehr wie im Mittelalter als Vorbild individueller Tugend“[48] galt. „Der Fokus verschiebt sich auf die Voraussetzungen kultureller Prosperität, auf die gute Regierung [...], denen Athene als Schirmherrin vorsteht.“[48]
In Günzburg wird dieser ikonographische Sachverhalt auf Linie, sprich auf Sichtachse (Nord-Süd) gebracht: Zwischen den beiden Kartuschen, die das kaiserliche Wappen und die Inschrift mit dem Lobpreis auf die Kaiserin Maria Theresia abbilden, befindet sich die Allegorie von Minerva, die einerseits als Schutzherrin des Metall- und Münzhandwerkes inszeniert ist, deren wichtigste Produktionsabläufe die Putten unter ihr vorführen. Zum anderen repräsentiert sie das Staatswesen, die gute Regierung, deren Machthaberin dafür sorgen soll, mit ihren vielfältigen politischen Aufgaben das Allgemeinwohl zu erhalten und/oder zu steigern. In diesem mythologischem Kontext ist auch die auftraggebende Kaiserin Maria Theresia mit einzubeziehen, die, laut Kartuschen-Inschrift „fromme, glückliche, erhabene Mutter des Vaterlandes, die Wiederherstellerin des Metall- und Münzwesens“, die den Münzstättenbau „als Zeugnis ihrer Majestät, zur Förderung der Vorteile des öffentlichen Wohlstandes in diesem altehrwürdigen Sitz der Markgrafschaft Burgau besorgt“[29] zu stellen. Die zeitgemäße Identifizierung einer fürstlichen Realperson mit einer mythologischen Personifikation fände damit auch in der Münze von Günzburg eine weitere Bestätigung.
Es hat fast den Anschein einer zusätzlichen kaiserlichen Nobilitierung der Münzeprägestätte in Günzburg, als Joseph II. nach dem Ableben seiner Mutter 1780 die Nachprägung des Maria-Theresia-Talers nach Günzburg vergab, „um den Handel und die Zahlungsfähigkeit zu erhalten.“[49] „Als Levantetaler, der auch von anderen Münzanstalten nachgeprägt wurde, handelte es sich um die am weitesten verbreitete Silbermünze der Welt, die noch nach dem Zweiten Weltkrieg in Afrika akzeptiert wurde.“[50] Diese war, laut Hofkammerverordnung vom 1. Dezember 1783, „immer mit der Jahreszahl 1780 so lange anzufertigen und zu verwenden, als die Frage nach Maria-Theresia-Taler anhalten sollte.“[51] Dass mit der immerwährenden Jahreszahl 1780 gleichzeitig die beiden Münzmeister Schöbl und Faby mit ihrem Kürzel SF[52] ihre weltweite Verbreitung fanden, ist eine persönliche Genugtuung für die Münzmeister, aber auch für die Günzburger Münzstätte allgemein.
Programm und Synthese: Kaiserin Maria Theresia und das Metall- und Münzwesen
Kaiserin Maria Theresia als Schutzherrin und Wiederherstellerin des Metall- und Münzwesens
In Günzburg wird dieser ikonographische Sachverhalt auf Linie, sprich auf Sichtachse (Nord-Süd) gebracht: Zwischen den beiden Kartuschen, die das kaiserliche Wappen und die Inschrift mit dem Lobpreis auf die Kaiserin Maria Theresia abbilden, befindet sich die Allegorie von Minerva, die einerseits als Schutzherrin des Metall- und Münzhandwerkes inszeniert ist, deren wichtigste Produktionsabläufe die Putten unter ihr vorführen. Zum anderen repräsentiert sie das Staatswesen, die gute Regierung, deren Machthaberin dafür sorgen soll, mit ihren vielfältigen politischen Aufgaben das Allgemeinwohl zu erhalten und/oder zu steigern. In diesem mythologischem Kontext ist auch die auftraggebende Kaiserin Maria Theresia mit einzubeziehen, die, laut Kartuschen-Inschrift „fromme, glückliche, erhabene Mutter des Vaterlandes, die Wiederherstellerin des Metall- und Münzwesens“, die den Münzstättenbau „als Zeugnis ihrer Majestät, zur Förderung der Vorteile des öffentlichen Wohlstandes in diesem altehrwürdigen Sitz der Markgrafschaft Burgau besorgt“[29] zu stellen. Die zeitgemäße Identifizierung einer fürstlichen Realperson mit einer mythologischen Personifikation fände damit auch in der Münze von Günzburg eine weitere Bestätigung.
Es hat fast den Anschein einer zusätzlichen kaiserlichen Nobilitierung der Münzeprägestätte in Günzburg, als Joseph II. nach dem Ableben seiner Mutter 1780 die Nachprägung des Maria-Theresia-Talers nach Günzburg vergab, „um den Handel und die Zahlungsfähigkeit zu erhalten.“[49] „Als Levantetaler, der auch von anderen Münzanstalten nachgeprägt wurde, handelte es sich um die am weitesten verbreitete Silbermünze der Welt, die noch nach dem Zweiten Weltkrieg in Afrika akzeptiert wurde.“[50] Diese war, laut Hofkammerverordnung vom 1. Dezember 1783, „immer mit der Jahreszahl 1780 so lange anzufertigen und zu verwenden, als die Frage nach Maria-Theresia-Taler anhalten sollte.“[51] Dass mit der immerwährenden Jahreszahl 1780 gleichzeitig die beiden Münzmeister Schöbl und Faby mit ihrem Kürzel SF[52] ihre weltweite Verbreitung fanden, ist eine persönliche Genugtuung für die Münzmeister, aber auch für die Günzburger Münzstätte allgemein.
Bibliographie
- Dasser, Enderle, 1970 — Dasser, Karl Ludwig: Johann Baptist Enderle, Weißenhorn 1970.
- Elkar, Untergang, 2006 — Elkar, Rainer S.: Untergang und Neuanfang. Ein Beitrag zur Geschichte der aufgehobenen Münzstätten im neuen Bayern, in: Archivalische Zeitschrift, 1, 2006, S. 99-120.
- Henkel/Schöne, Emblemata, 2013 — Henkel, Artur/ Schöne, Albrecht: Emblemata.
- Handbuch zur Sinnbildkunst des 16. und 17. Jahrhunderts, Stuttgart 2013.
- Hunger, Lexikon, 1974 — Hunger, Herbert: Lexikon der griechischen und römischen Mythologie; mit Hinweisen auf das Fortwirken antiker Stoffe und Motive in der bildenden Kunst, Literatur und Musik des Abendlandes bis zur Gegenwart, Reinbeck bei Hamburg 1974.
- Kraft, Kunstdenkmäler, 1993 — Kraft, Klaus: Die Kunstdenkmäler von Bayern IX, Regierungsbezirk Schwaben, München 1993.
- Moog-Grünewald, Mythenrezeption, 2008 — Moog-Grünewald, Maria (Hg.), Mythenrezeption. Die antike Mythologie in Literatur, Musik und Kunst von den Anfängen bis zur Gegenwart (Der Neue Pauly, Supplemente Band 5), Stuttgart 2008.
- Paula, Enderle, 2002 — Paula, Georg: Anmerkungen und Ergänzungen zum Werk von Johann Baptist Enderle (1725-1798), in: Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte, 36, 2002, S. 466-482.
- Pötzl, Märkte, 2004 — Pötzl, Walter: Märkte, Dörfer, Weiler, Einöden in der Markschaft Burgau: historische Ortsbeschreibungen für den Landkreis Augsburg. Beiträge zur Heimatkunde des Landkreises Augsburg, Augsburg 2004.
- Radke, Pauly, 2013, Bd. 3 — Radke, Gerhard: Moneta, in: Ziegler, Konrad/ Sontheimer, Walther (Hgg.): Der Kleine Pauly. Lexikon der Antike, Band 3, Stuttgart/ Weimar 2013, Spalte 1410.
- Reißenauer, Günzburg, 2009 — Reißenauer, Franz: Günzburg. Geschichte einer schwäbischen Stadt. Von den Anfängen bis 1805, Augsburg 2009.
- Reißenauer, Münzstätte, 1982 — Reißenauer Franz, Münzstätte Günzburg 1764-1805, Günzburg 1982.
- Schaab/Schwarzmaier, Handbuch, 2000 — Schaab, Meinrad/ Schwarzmaier, Hansmartin (Hgg.): Handbuch der baden-württembergischen Geschichte, Band 1, 2. teil: Vom Spätmittelalter bis zum Ende des alten Reiches, Stuttgart 2000.
- Schiersner, Günzburg, 2006 — Schiersner, Ottmar: Altbayern und Schwaben. Günzburg, in: Handbuch der Historischen Stätten, Stuttgart 2006, S. 288-290.
- von Schrötter, Münzkunde, 1970 — Schrötter, Friedrich von (Hg.): Wörterbuch der Münzkunde, Berlin 1970 (2. Auflage).
- Wohlhaupter, Dossenberger, 1950 — Wohlhaupter, Alois: Die Brüder Hans Adam und Joseph Dossenberger. Zwei Baumeister des schwäbischen Spätbarocks, München 1950.
- Wüst, Rezension, 1983 — Wüst, Wolfgang: Rezension von: Franz Reißenauer: Münzstätte Günzburg 1764-1805. Geschichte, Prägungen, Katalog, Günzburg 1982, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben, 77, 1983, S. 255f.
- online
- https:/www.nbbmuseum.be/de/2014/07/coin-production-through...;
- hhtp://emblematica.library.illinois.edu/detail/emblem/E000930.
Einzelnachweise
- ↑ Wüst, Rezension, 1983, S. 256.
- ↑ Schiersner, Bayern I, 2006, S. 288.
- ↑ Schiersner, Bayern I, 2006, S. 288; Pötzl, Märkte, 2004, S. 13-14.
- ↑ Pötzl, Märkte, 2004, S. 14-15.
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