Götting, Pfarrkirche St. Michael


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 12, Teil 1: Stadt und Landkreis Rosenheim. Hirmer, München 2006, ISBN 978-3-7774-3355-4, S. 162–169, geschrieben von Bauer-Wild, Anna. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

GOTTING

Pfarrkirche, Markt Bruckmühl, Erzdiözese München und Freising; z.Z. der Ausmalung war die Pfarrei Götting Monatspfarrei. An der Kirche bestand die Corpus-Christi-Bruderschaft, unter Pfarrer Georg Waltleutner (1686-1716) eingeführt und 1703 konfirmiert. Gericht Aibling

Patrozinium: St. Michael

Zum Bauwerk: Konsens zum Abbruch der einsturzgefährdeten alten Kirche und zum Neubau 1723; Grundsteinlegung im Mai 1724 durch Dekan Johann Dinzenhofer, Pfarrer von Aibling. Schon am 6.11.1724 wurde die Genehmigung zur Benedizierung und damit zum Halten der Gottesdienste gegeben; die Arbeiten an der Fertigstellung zogen sich noch ein Jahr hin. Baumeister war der Aiblinger Maurermeister Wolfgang Dinzenhofer (Bruder des Aiblinger Pfarrers und Dekans Johann Dinzenhofer/Dientzenhofer), von dem auch der für die Entstehungszeit sehr altertümliche dünne Akanthusrankenstuck stammt (im Frühjahr und Sommer 1725 arbeiteten die Maurer an der »Quadratura«); Bomhard (Nachlaß, Nr. 160) weist auf die große Ähnlichkeit des Stucks mit dem in Kirchwald hin und vermutet in beiden Fällen »denselben unter Dinzenhofer arbeitenden Gesellen«. Zimmermeister war Jakob Hauser. Der Hochaltar ist aus der Bauzeit 1723/25 (im 19. Jh. verändert). Großes Kruzifix am Chorbogen 1725 von Anton Niggl, Bildhauer in Aibling. 1726 Turmbau. Die Kanzel kam 1733 aus der Pfarrkirche Aibling. Bei der Restaurierung 1887 wurde die vorher ausgebauchte Emporenbrüstung begradigt und um 1,00 m nach Osten vorverlegt. Neue Seitenaltäre 1852/53.

Weiter Saalraum zu vier Jochen mit kräftigen Wandpfeilern; Empore im W; Belichtung von N und S durch große Rundbogenfenster. Eingezogener AR zu einem Joch mit halbrundem Schluß. Belichtung von N und in der Abschlußrundung; im letzten LHs-Joch und im Chorjoch befinden sich an der Südseite keine Fenster.

Auftraggeber: Pfarrer Michael Rechmann (1716-27). Inschrift auf seinem Epitaph an der südlichen LHs-Wand: »Tres vivens S. Arch: MICHAELI struxit Ecclesias, Lizldorffianam Gettinganam hanc, et Rechmano=Mysticam seu Animam suam: Prima habet eius memoriam, Secunda hic eius corpus Tertiam transtulit S: Michael in caelum; Si dubitas? ut mox transferat, ora.« (Im Leben erbaute er drei Kirchen für der hl. Erzengel Michael: die Litzldorfer, diese Göttinger und seine eigene mystische Seele. Die erste hat sein Andenken, die zweite hier seinen Körper. Die dritte brachte der hl. Michael in den Himmel. Wenn du daran zweifelst, bete, daß er es bald tut.) Michael Rechmann war bis 1712 als Benefiziat in Au für die Filialen Lippertskirchen, Wiechs, Litzldorf und Kleinholzhausen zuständig. Er machte sich um den Neubau der Auer Filiale Litzldorf 1707/08 verdient. 1712 wurde er Pfarrer von Berbling und 1716 wegen einer Gehbehinderung vom Aiblinger Dekan Johann Dinzenhofer in die weniger anstrengende Pfarrei Götting empfohlen. Michael Rechmann starb am 1.3. 1727 in Götting.

Beim Kirchenbau von Götting besorgte Rechmann einen Teil der Materialfuhren und hatte Bauaufsicht und Rechnungsführung. Da die Ausmalung in den Kirchenrechnungen nicht abgerechnet ist, muß sie durch Spender finanziert worden sein. Die Thematik der Embleme weist auf die Corpus-Christi-Bruderschaft bzw. auf ihre Mitglieder hin.

Autor und Entstehungszeit: Autor unbekannt, 1725. Datum am Chorbogen MDCCXXIII-XXV (1723–25).

 
Der Kirchenraum
 

Für die stilistisch unbedeutenden und für die Entstehungszeit altertümlichen Bilder kommt nur ein lokaler Maler in Betracht. Zwei Maler werden in den Kirchenrechnungen 1726 erwähnt, Johann Blasius Vicelli aus Aibling für die Vergoldung des Turmknopfs, das Malen des Uhrblatts und das der zwölf Apostelleuchter; und Johann Eustachius Heigl (Heugl) aus Vagen, einer Hofmark im Bereich der Pfarrei Götting, der mit nicht näher aufgeführter Arbeit 19 fl. verdiente (StAM, Geistlicher Rat, Kirchen- und Stiftungsrechnungen Gericht Aibling 1726)

Johann Blasius Vicelli (* um 1690 Ebersberg † 1770 Aibling), Sohn des Aiblinger Malers Johann Vicelli (* 1650 Sillian/Osttirol † 1720 Aibling), war Bürger, Maler und Handelsmann in Aibling und im Gericht Aibling vorwiegend mit Faß- und Vergolderarbeiten beschäftigt; es sind aber auch figürliche Darstellungen bekannt: in der Pfarrkirche Aibling zwei Seitenaltarbilder, die Marter des hl. Stephanus und der hl. Simon Stock; in Wilparting die Bilder an der Emporenbrüstung mit Szenen aus der Legende der hll. Marinus und Anianus (1728). Diese Bilder stehen der Göttinger Ausmalung stilistisch so fern, daß man eine Autorschaft Vicellis ausschließen kann.

So bleibt als mutmaßlicher Autor Johann Eustachius Heigl; diese Annahme kann jedoch wegen des Fehlens für Heigl gesicherter Bilder nicht verifiziert werden. Johann Eustachius Heigl, Sohn des Wolfratshauser Malers Wolfgang Heigl, war durch die Heirat am 7.2.1718 mit Maria Gabler, der Witwe des Vagener Malers Franz Gabler († 1717) als Maler in der Götting benachbarten Hofmark Vagen ansässig geworden (AEM Matrikeln). Maria Gabler war in erster Ehe mit dem Vagener Maler Daniel Fiechter († 1711) verheiratet gewesen und hatte in zweiter Ehe dem Maler Franz Gabler die Vagener Malerwerkstatt zugebracht.

Vom gleichen Maler wie die Deckenbilder stammen auch die Hochaltarbilder.

Befund

Träger der Deckenmalerei: LHs (A-D) und AR (E) Tonne mit Stichkappen und Gurtteilung; die sehr kleinen Bildfelder a-m liegen in den Stichkappen

Rahmen: A, C und E Vierpässe mit Stuckprofilrahmung; B und D Rundbilder mit Stuckprofilrahmung; a-m Ovalmedaillons in Stuckprofil, umgeben von Blattmotiven

 

Technik: Secco; A, B, C, D und E polychrom; a, b, l, m monochrom Ocker und Grau; c, d, i, k monochrom Graugrün mit etwas Ocker; e, f, g, h monochrom Rötlichbraun

Maße: A Höhe 9,90 m; 2,80 × 2,80

B Höhe 9,90 m; Ø 2,80

C Höhe 9,90 m; 2,80 × 2,8

D Höhe 9,90 m; Ø 2,80

F. Höhe 9,00 m: 2,80 x 2,80

= ------------------------------------ Erhaltungszustand und Restaurierungen: Erste bekannte Restaurierung 1846. Bei der umfassenden Restaurierung 1887/88 wurden die Deckenbilder von dem Aiblinger Maler Joseph Osendorfer durch neue Bilder anderen Inhalts übermalt, da der Pfarrer die emblemähnlichen Darstellungen für das Landvolk unverständlich fand und meinte, die Bilder überhaupt seien »nichts weniger als schön«. Statt der Embleme wurde die Apostel dargestellt, statt der Hauptbilder im AR das Opfe des Melchisedech, im LHs Raphael mit Tobias und Mariä Verkündigung. »Drei große Bilder, am Gewölbe der Kirche ... ersezte man durch neue jedes zu 50 M ... Zwei weitere, nem lich die Öffnung am Kirchengewölbe (D), sowie ein weitere über der Orgel (A) ließ man einfach herstellen u. kosten dans beide 50 M« (StAM, LRA). Bei einer neuerlichen Restaurierung 1946/47 durch Georg Hilz aus Bad Aibling wurden die barocken Bilder wieder aufgedeckt. Die Raumfassung von 1887/88 wurde von Hilz durch eine Neufassung ersetzt, die Altäre restauriert. Ab 1994 Planung einer erneuten Restaurierung. Bei der Befunduntersuchung stellte sich heraus, daß Georg Hilz nach dem ursprünglichen Befund gearbeitet und nur die Farbfolge von Stuck und Grundfläche ausbessern mit weißen Wänden und farbigem Gewölbe in Rosa, Ocker und Grün wurde wiederhergestellt. An den Deckenbildern fand man Lasierungen und zahlreiche Übermalungen von Hilz. Sie wurden abgenommen und die Bilder im Jahr 2000 von Stefan Hundbiß (Fa. Wiegerling) restauriert. Anschließend Restaurierung der Altäre.

 
D Musierende Engel um die Hl.-Geist-Öffnung

Beschreibung und Ikonographie

Die im Verhältnis zur weiten Wölbungsfläche recht kleinen Hauptbilder A-E sitzen jeweils im Gewölbescheitel eines Jochs zwischen den Stichkappen. Die rosafarbene Wölbungsfläche ist mit Rankenmotiven stuckiert, die Stichkappen haben ockerfarbene Muscheln als oberen Abschluß. Die Gurtbögen sind hellgrün-grundig.

Zwei Themenkreise bestimmen die Ikonographie des Kirchengewölbes: Auf das Kirchenpatrozinium bezieht sich der Engelszyklus in den Hauptbildern A-E sowie das Hochaltarblatt: es ist eine Darstellung des hl. Michael mit Schwert und Schild QUIS UT DEUS. Als Bild auf dem Schild führt er die Monstranz und erscheint damit als Verteidiger Gottes in der Eucharistie. Damit nimmt das Hochaltarblatt auch Bezug auf die Corpus-Christi-Bruderschaft, der die Folge der kleinen Medaillonbilder a-m gewidmet ist wie auch das Auszugsblatt am Hochaltar, das die Verehrung der Eucharistie durch Engel zeigt (19. Jh.).

Der Autor der Deckenbilder in Götting war in der Deckenmalerei nicht geübt: er bringt einerseits hochliegende Horizonte, andererseits aber auch Einblicke von unten in jäh verkürzte Gewölbe, so daß die architektonischen Konstruktionen fast wie in einem Zerrspiegel gesehen erscheinen. Die hohen Bäume werden, dem Rahmenverlauf der Bildfelder folgend, meist in das Bildfeld gebogen dargestellt. In der Figurenmalerei steht der Autor noch unter altertümlichen Einflüssen: Die Gewänder, besonders der Engelsgestalten, kommen wie aus dem Fundus des barocken Theaters bzw. der barocken Krippen des Oberlandes und Tirols; mit der Münchner Malerei um 1700 ist der Maler mit Sicherheit nie in Berührung gekommen. Die Farbigkeit ist fahl, ohne Tiefe, trocken, zwar hell, aber nicht transparent. Die Buntfarben, vor allem Blau und Rot wirken wie mit Grau abgemischt. Im Ganzen wiegen die grauen und grünen Farben der Landschaften vor, die mit ihrer weit in die Ferne reichenden Szenerien mit Flüssen, Bergen und hohen Bäumen auch das Reizvollste sind. In B, C und I sind Inschriften jeweils in gemalten Ornamentkartuschen unten im Bild.

A BEFREIUNG PETRI AUS DEM KERKER (Act 12 3-9) Ansicht nach W. Der Bildschauplatz wird von einem tonnengewölbten Gefängnisvorraum mit vergitterten Fenstern und brennender Ampel an der Decke gebildet; rechts steht eine Gittertür in ein dunkles Verlies offen, links sieht man aus dem Kerker in eine nächtliche Landschaft unter bestirntem Himmel. Der Engel steht in der Mitte des Bildes und führt Petrus eben aus dem dunklen Kerkerraum; dabei deutet er ins Freie. Inschrift durch Orgeleinbau zerstört. Petrus war von Herodes gefangengenommen worden. Aber eines Nachts erschien ein Engel des Herrn »... und ein Licht schien in dem Gemach; und er schlug Petrus in die Seite und weckte ihn und sprach: Stehe behende auf! Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen ... Und er ging hinaus und folgte ihm und wußte nicht, daß es Wahrheit war, was durch der Engel geschah, sondern er meinte, er sähe ein Gesicht« (Ac 12,7-9). Die Worte Petri, nachdem er das Geschehen begriffen hatte, waren: »Nun weiß ich wirklich, daß der Herr seiner Engel gesandt hat ...« (Act 12,11).

B DIE ERRETTUNG DES LOT (Gen 19,1–26) Das runde Bildfeld zeigt eine weite baumbestandene Landschaft mit Bergen am Horizont. Rechts ist in der Bildtiefe die Stadt Sodom zu sehen, von einer hohen Mauer umgeben. Durch das weite, geöffnete Stadttor sieht man in eine Straße. Feuer und Glut fallen aus finsteren Wolken am Himmel auf Sodom und verzehren es: alle Häuser stehen in hellen Flammen. Von Stadttor aus führt ein Weg über ein Flußtal, das von einer hohen Bogenbrücke überspannt ist, einen Hügel herauf in der Bildvordergrund, wo links hochaufgerichtet der Engel steht in römischer Kriegstracht, mit weiten Flügeln und einen Federputz auf dem Kopf. Er weist Lot, der ihm zögernd folgt den Weg in die Sicherheit. Auf dem Weg von Sodom sind zurückgeblieben zwei Mädchen mit einem zweiten Engel zu sehen, und im Tal nahe der Stadt Lots Weib, das zurückgeblickt hatte und zur Salzsäule erstarrt ist. Engels Hilf / an Leib und Seel.

Zwei Engel kamen zu Lot, dem einzigen Gerechten in der Stadt Sodom, um ihn vor dem bevorstehenden Untergang zu retten. Sie führten ihn mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern fort. Sodom und Gomorrha wurden vom Feuer Gottes verzehrt und Lots Weib, das sich trotz des Verbotes umblickte um die brennende Stadt zu sehen, erstarrte zur Salzsäule.

C DANIEL IN DER LOWENGRUBE (Dan 6,17–24) Die Löwengrube ist als weitläufige gewölbte Substruktion gegeben, durch deren Bögen man rechts nach oben ins Freie blickt. Pflanzen hängen von oben und verleihen dem Schauplatz einen grottenartigen, unterirdischen Charakter. In der Bildmitte kniet Daniel, von Löwen umringt, deren einer zutraulich bei ihm kauert. Am Boden liegen Menschenknochen als Hinweis auf die in der Löwengrube bereits Umgekommenen. Neben Daniel ist der Engel erschienen, in römischer Soldatentracht mit Federbusch auf dem Helm: Er weist nach oben zum Zeichen der Errettung. Engels-Hilf / in / Leiblichen.

 
F Speisung des Eliz

Weil der Prophet Daniel ein Gebot des Königs Darius übertreten hatte, wurde er in die Löwengrube geworfen. Am nächsten Morgen sprach er zum König, der ihn unversehrt fand: »Mein Gott hat seinen Engel gesandt, der den Löwen den Rachen zugehalten hat, so daß sie mir kein Leid antun konnten; denn vor ihm bin ich unschuldig«.

D MUSIZIERENDE ENGEL Um die Heilig-Geist-Öffnung, auf deren Deckel der Heilige Geist in Gestalt der Taube gemalt ist, sind musizierende Engel dargestellt, die mit dem Stil der übrigen Fresken nichts zu tun haben und wohl von der Restaurierung durch Georg Hilz stammen.

E SPEISUNG DES ELIAS (3 Reg 19,4-6) In einer weiten, malerischen Fluß- und Berglandschaft wird die eigentliche Handlungsbühne im Vordergrund durch eine kleine Halbinsel gebildet, die von einem breiten Fluß umgeben wird, der den Mittelgrund des Bildes in seiner ganzen Breite füllt. Auf dieser Halbinsel lagert Elias unter einem Baum. Ein Engel neigt sich zu ihm und reicht ihm ein kleines Fläschchen. Brot und Wasserflasche liegen zu Häupten des Propheten. Am jenseitigen Ufer des Flusses, im Bildhintergrund, sieht man eine einsame hügelige Baumlandschaft, die in der Ferne von Bergen begrenzt ist. Engel-Hilf / im / Leiblichen. i.Reg. 19.V.5.

Elias, der die Propheten Baals umgebracht hatte, fürchtete sich vor der Rache und floh in die Wüste. »Er aber ging hin in die Wüste eine Tagereise weit und kam und setzte sich unter einen Wacholder und wünschte sich zu sterben und sprach: Es ist genug, so nimm nun, Herr, meine Seele; ich bin nicht besser als meine Väter. Und er legte sich hin und schlief unter dem Wacholder. Und siehe, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf und iß! Und er sah sich um, und siehe, zu seinen Häupten lag ein geröstetes Brot und ein Krug mit Wasser«.

a-m EMBLEME ZUM THEMA ALTARSSAKRAMENT In den Stichkappen des LHs und des AR sind Bildmedaillons mit emblemähnlichen Darstellungen, die sich sämtlich mit dem Altarssakrament, dem Gegenstand der Verehrung der 1703 gegründeten Corpus-Christi-Bruderschaft (auch Bruderschaft zur Anbetung des Allerheiligsten Sakramentes) beschäftigen. Die Bilder sind sehr klein und haben keine Lemmata. Die photographischen Aufnahmen entstanden vor der letzten Restaurierung.

a ZIEHBRUNNEN Auf dem Brunnenrand steht ein Kelch mit darüberschwebender, von Strahlen umgebener Hostie. Das Wasser des Brunnens ist typologisches Vorbild für das Blut Christi im Altarssakrament. Wie das Wasser Lebensquelle ist, so das Blut Christi Quelle des ewigen Lebens.

b BAUMSTUMPF MIT REIS In einer weiten Landschaft steht ein Engel und pfropft ein Reis auf einen Baumstumpf; in Wolken erscheint über der Szene eine Monstranz. »Nec incongrue dixeris, etiam Christianum icone ista significari, qui sumpta SS. Eucharistia, Deo ita conjungitur, ut Christus in ipso, et ipse in Christo quiescat« (Picinelli, Lib. IX, Nr. 473 s.v. surculus inoculatus).

c REGENBOGEN Über einem barocken Garten wölbt sich ein Regenbogen, auf dem eine Monstranz mit dem Allerheiligsten erstrahlt. Der Regenbogen ist das uralte Symbol der Versöhnung Gottes mit den Menschen, die durch den Opfertod Christi und die Einsetzung des Altarssakramentes erreicht wird.

d ARCHE Eine Arche schwimmt auf dem Wasser, auf ihr steht eine Monstranz; das Auge Gottes erscheint über den Wolken. Die Arche ist hier Symbol der Kirche, die aufgrund des Opfertodes Christi und der Einsetzung des Altarssakraments den Menschen göttlichen Schutz und das ewige Heil garantieren kann.

e SONNENUHR An einer Hauswand ist eine Sonnenuhr angebracht. Im Himmel über einer weiten Landschaft erscheint auf einer Wolke die Monstranz, deren Licht als Sonne über der Landschaft strahlt. »Ex eadem icone disces, hominem suamet industria nec quidquam proficere posse, omnemque ipsius operam ab auxilii Divini assistentia emendicari« (Picinelli, Lib. XXII, Nr.75, s.v. horologium solare). Ohne die Gegenwart Christi in der Eucharistie bleibt alles Tun der Menschen vergebens.

f AUFGEHENDE SONNE Über dem Meer geht die Sonne auf, darüber schwebt in Wolken die Monstranz. Die Sonne ist geläufiges Bild für Christus als Erlöser und wird hier zum Altarssakrament – Christus als Heilsbringer in Gestalt der Eucharistie – in Beziehung gesetzt.

g HIMMELSLEITER Im Vordergrund einer weiten Landschaft mit abschließenden Bergen steht eine Leiter, die nach oben führt, wo in Wolken eine Monstranz erscheint. Die Leiter ist hier Anspielung auf die Jakobsleiter, die ihrerseits Symbol für den Weg der Menschen zu Gott ist, bei dem ihm die Eucharistie Hilfe und Wegweiser ist.

h LEUCHTTURM Auf einem Leuchtturm am Meeresufer steht eine Monstranz. Auf dem Meer fährt ein Segelschiff. Das Altarssakrament ist hier als Licht dargestellt, das der Kirche (Schiff = Symbol für Ecclesia) den Weg weist, ebenso wie das Licht des Leuchtturms dem Schiff den Weg weist (ähnlich der Leuchtturm mit der Monstranz in Fresko B in Schäftlarn. s. CBD, Bd 3/1, S. 149).

 
C Daniel in der Löwengrube
 
Aufgehende Sonn
 
 
 
 

i BILD EINER MONSTRANZ Auf einem Bild, das auf einer Staffelei in einem einfachen Innenraum mit Malutensilien steht, ist eine Monstranz gemalt.

k HIRSCH AN DER QUELLE Im Himmel erscheint auf Wolken die Monstranz. Das Bild ist eine Anspielung auf die Psalmstelle »Wie der Hirsch lechzt nach den Wasserquellen, so dürstet meine Seele nach Dir, o Gott« (Ps 41,2), die als Hinweis auf die Sehnsucht nach der Vereinigung mit Christus in der Eucharistie verstanden wird.

l PELIKAN Ein Pelikan ist bei seinen Jungen im Nest und nährt sie mit seinem Herzblut. Darüber erscheint die Monstranz. »SS. Eucharistia verissime dicitur Sanguis vivificus quippe quae Christianorum vitam liberalissime sustentat ac promovet« (Picinelli, Lib. IV, Nr. 539, s.v. pelicanus; s. auch Nr. 542).

m BAUM DES LEBENS In der Krone eines Baumes erstrahlt die Monstranz. Das Bild erinnert an Christi Opfertod am Kreuz (aus dem Baum des Paradieses entstand später das Kreuz und der Paradiesesbaum ist Symbol des Kreuzes), der Voraussetzung für die Eucharistie ist. Ein ähnliches Bild finden wir in Großholzhausen (S. 180) mit der Inschrift E MORTE VITA.

Quellen und Literatur

BHStA, HL 3, Fasz. 273, Nr. 45: Finanzierung des Neubaus. StAM, Geistlicher Rat, Kirchen- und Stiftungsrechnungen Kirchenrechnungen Gericht Aibling.

StAM, LRA 118978: Restaurierungen 1887/88 und 1946. AEM, Pfarrakten Götting: Pfarrkirchenbauten; Pastoral- und Kultusgegenstände: Corpus-Christi-Bruderschaft.

AEM, Matrikeln der Pfarrei Götting (zu Johann Eustachius Heigh)

BLfD, Akt Götting, Pfarrkirche St. Michael

Schmidtsche Matrikel, Bd 2, S. 53 f. Mayer-Westermayer, Bd 1, S. 57 f. KDB IOB (2), S. 1591. Oppenrieder, Peter, Die Pfarrkirche in Götting, in: Altheimatland 3, 1926, S. 192 f.

 
 
 
 
 
r Himmelsleiter
 

Braßler, Karl, Dinzenhofersches aus Götting, in: Aiblinger Zeitung vom 28.4. 1942, Nr. 98.

-, Nochmals: Dinzenhofersches aus Götting, in: Aiblinger Zeitung vom 28.5. 1942, Nr. 122.

Bomhard, Peter von, Kunstdenkmale im Landkreis Aibling, in: Bayerland 57, München 1955, S. 175.

Bomhard, Peter von, Wolfgang Dinzenhofer, der Meister der Pfarrkirche Götting, in: Heimat am Inn 1956, S. 41ff. Brassler, Karl, Wolfgang Dinzenhofer – Aibling und die Pfarrkirche Götting, in: Heimat am Inn 1956, S. 30f.

Albrecht, Jakob, Zwei hervorragende Dinzenhofer in Aibling in: Der Mangfallgau 2, 1957, S. 99–105.

Historischer Atlas I, Bd 17, Gericht Aibling und Reichsgraf schaft Hohenwaldeck (Franz Andrelang), München 1967, S. 201–04.

Dehio 1990, S. 363 f.

o.V. (Thomas Gruber), Ein Haus voll Glorie. Pfarrkirche St. Michael in Götting (Festschrift zum Abschluß der Renovierung), Götting 2002. A. B.