Freiburg Munzingen, Schloss
Inventarnummer: cbdd10489
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Sein frühestes bekanntes Werk signierte der in Freiburg ansässige Maler Simon Göser 1767 in Munzingen für die Grafen von Kageneck. Auf den Speisesaal mit einer Aufnahme des Herkules in den Olymp folgen von Georg Saum der Salon mit monochrom blauen Supraporten und von S. Göser das Treillagenkabinett.

Das Bauwerk
Das heutige Schloss Kageneck entstand als Umbau eines älteren, im Türsturz 1672 datierten Schlosses in den Jahren 1760–1765.[1] Bauherr des Umbaus war Reichsgraf Johann Friedrich Fridolin von Kageneck (1707–1783). Als Architekt gilt der Basler Johann Jakob Fechter (1717–1797), was Doris Huggel in ihrer Arbeit über den Architekten stilkritisch und typologisch bestätigen konnte.[2]
Erschließungsraumfolge zum 1. Obergeschoss
Speisesaal
Das Deckengemälde mit der Aufnahme des Herkules in den Olymp
Vor einem hellgelben Hintergrund lagern in gebührendem Abstand zueinander die Götter des Olymp. An der Basis des Gemäldes, das der Besucher mit dem Rücken zur Fensterwand zu betrachten hat, ballen sich dunkle, die Nähe zur Erde anzeigende Wolken. Hier sitzt rechts im Plafond Vulkan, der als Gott der Schmiedekunst einen Klauenhammer in der Rechten hält, während neben ihm ein Putto mit einer großen Zange ein Metallstück ins Feuer hält.
Knapp über Vulkan lagert als elegante Erscheinung die Jagdgöttin Diana im grünen Gewand mit Mondsichel im Haar. Sie blickt zur Bildmitte während sie wie abwesend Pfeil und Bogen in den Händen hält. Der weiße angeleinte Hund neben ihr schaut ebenfalls zur Bildmitte. Vervollständigt wird die Gruppe durch Neptun mit Dreizack, Schilf im Haar und einem Putto mit Koralle neben sich.
Über der Gruppe von Vulkan, Diana und Neptun sitzen einander zugewandt Mars und Venus. Zwar war Venus mit Vulkan verheiratet, jedoch Mars zugetan. Sie trägt einen blauen Rock und ein zartes goldenes Oberteil, das sie vor ihre unbedeckten Brüste hält. Mars in Rüstung mit rotem Mantel und rotem Federbusch sitzt friedlich neben ihr mit seiner Lanze im Arm und seinem Schild neben den Unterschenkeln.
Unbeeindruckt von Neptuns Dreizack, der in die linke Bildhälfte ragt, wird dort Herkules von einem weiblichen Genius in den Himmel geführt. Er ist bärtig, trägt um die Hüfte das Löwenfell und über der linken Schulter die Keule. Seine rechte Hand hat er wie zum Gruß erhoben. Auf dem Weg zu Jupiter, der seinen unehelich von Alkmene geborenen Sohn Herkules mit weit geöffneten Armen empfangen wird, steht Minerva. Sie ist an Helm und Rüstung sowie der langen Lanze zu erkennen. Das Medusenschild lugt hinter ihrem Gewand hervor, neben ihr sitzt als Zeichen ihrer Klugheit eine weiße Eule.
Jupiter mit Adler wird durch seine Gemahlin Juno mit Pfau sowie durch die gemeinsame Tochter Hebe ergänzt, die als Mundschenkin der Götter eine Kanne unter dem Arm trägt. Hebe wird im weiteren Verlauf der Geschichte Herkules zur Frau gegeben, was die freudige Haltung sowohl Junos als auch Hebes erklären mag. Oberhalb von Juno, in ihrer Blickrichtung jedoch den noch zu beschreibenden Jahreszeiten zugewandt, fliegt Fama, die Göttin des Ruhms, im leuchtend roten Gewand mit Posaune in der Rechten und Lorbeerkranz in der Linken.[3]Möglicherweise bläst sie zur baldigen Hochzeit.
Ergänzt wird die Basis des Götterhimmels auf der Gegenseite durch Personifikationen des Sommers und des Herbstes. Den Sommer versinnbildlicht Ceres mit Ähren im Haar, einem zusätzlichen Ährenbündel neben sich und einer Sichel in der Hand. Für den Herbst steht Bacchus mit seinen Weintrauben. Den Frühling könnte man in der Blumengirlande vermuten, die Putten in der Ceres und Bacchus benachbarten Ecke in die Höhe ziehen. Der Winter dürfte durch Vulkan personifiziert sein, sodass sich die beiden einander gegenüberliegenden Basislinien des Deckengemäldes inhaltlich verbinden.
Ein seltenes Detail stellen die Putti am linken Bildrand unterhalb des aufsteigenden Herkules dar. Sie sind zu dritt, wobei zwei Putti einen dritten, mit Bocksbeinen als Teufel gekennzeichneten Putto über das illusionistisch gemalte Gesims in die Tiefe des realen Raum hinunterstoßen.
An den beiden langen Seiten des Deckengemäldes hat Simon Göser auf dem Gesims illusionistisch in Grisaille Putten mit Waffen, Pauken und Fahnen gemalt. Es handelt sich um abgelegte Waffen, die zusammen mit den vier Jahreszeiten für Frieden und Wohlergehen stehen könnten. An den beiden kurzen Seiten halten gemalte Putten gemalte Medaillons. Dasjenige mit der Szene „Leda mit dem Schwan“ hat Simon Göser am Sockel mit seiner Signatur „S: gößer pinx: 1767.“ versehen. Das gegenüberliegende Medaillon der Fensterseite zeigt zwei Putti, bei denen es sich um die Kinder der Leda, die Zwillinge Castor und Pollux handeln könnte.
Empfangszimmer / Blauer Salon
Die monochrom blauen Supraporten
Tanzendes Bauernpaar mit sitzendem Dudelsackspieler

Tanzendes Bauernpaar mit Geiger und Cellist
Tanzendes Paar mit Geiger als Rückenfigur

Monochrom blaues Liebespaar über dem Spiegel
Kabinett / Grünes Kabinett
Plafond mit Treillagendekor
Bibliographie
- • KDM Landkreis Freiburg, 1904 = Die Kunstdenkmäler des Großherzogtums Baden, 6, 1: Kreis Freiburg. Die Kunstdenkmäler des Landkreises Freiburg, hg. von Franz Xaver Kraus, Tübingen/Leipzig 1904, S. 292.