Freiberg, Paul Klotz Haus fälschl Martin Planer Haus

Hertzig, Stefan:Freiberg, Paul-Klotz-Haus (fälschl. Martin-Planer-Haus), in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2023, URL: www.deckenmalerei.eu/8393ed13-ff11-4444-a692-e65e8dc3bddc

Inventarnummer: cbdd20091

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Das Haus entstand 1571, aus der Verbindung zweier älterer Gebäude, unter dem Hüttenrainer Paul Klotz. Im Inneren hat sich einiges an dekorativen Elementen aus der Entstehungszeit erhalten, aber auch eine Holzbalkendecke aus dem 18. Jahrhundert mit Blumen- und Rankenmalereien.

Freiberg, Paul-Klotz-Haus (fälschl. Martin-Planer-Haus) (Pfarrgasse 20)
Freiberg, Paul-Klotz-Haus (fälschl. Martin-Planer-Haus) (Pfarrgasse 20)

Das Paul-Klotz-Haus

 
Freiberg, Paul-Klotz-Haus (fälschl. Martin-Planer-Haus) (Pfarrgasse 20)

Das Haus Pfarrgasse 20 war nach 1571 von dem Hüttenrainer Paul Klotz unter Einbeziehung zweier älterer Gebäude – es gibt dendrochronologische Befunde zweier Dachstühle von 1546 bzw. nach 1553 – errichtet worden. Das zweigeschossige und nach Drehung des Giebels traufständige Haus mit hohem Satteldach weist eine vierachsige Straßenfassade auf. Diese war bei einer Restaurierung in den 1990er Jahren teilweise rekonstruiert worden: Die profilierten Renaissancefenstergewände, die man nach Befunden wiederhergestellt hatte, sind in der linken und rechten Haushälfte unterschiedlich ausgebildet und verweisen damit auf die Baugeschichte. Das Stichbogenportal war im 19. Jahrhundert hinzugefügt worden.[1]

[1]Dehio, Sachsen II, S. 296. Hoffmann/Richter, Denkmaltopographie, 2020, S 457. Aufgrund einer falschen Interpretation der Besitzergeschichte nahm man den Oberbergmeister Martin Planer als Erbauer an, nach dem das Haus auch längere Zeit benannt war. Dieser besaß jedoch das benachbarte Haus Pfarrgasse 18.

Bauwerksabschnitt

Auch nach seinem inneren Umbau im 18. Jahrhundert ist das Haus reich an Befunden aus der Entstehungszeit: Im Erdgeschoss ein Rundbogenportal mit floralen Motiven in den Zwickeln, sowie eine Volutenkonsole mit Akanthus. Darüber hinaus erhielten sich in beiden Etagen Reste von Wandmalereien aus der Renaissance mit teilweise bergbaulichen Motiven.

Gesamtdecke

Im ersten Obergeschoss des Hauses hat sich eine kleine Holzbalkendecke mit einer Bemalung aus dem 18. Jahrhundert erhalten: Die schmucklosen Unterzugsbalken sind mit einem dunkelgrün-anthrazitfarbenen Anstrich versehen. An der Decke selbst sind die in unregelmäßigen Abständen angeordneten und nur malerisch wiedergegebenen „Querbalken“ im Wesentlichen im gleichen Farbton gehalten, jedoch mit zahlreichen lichten Höhungen versehen. Die unregelmäßig rautenförmige Struktur soll dabei wohl eine Marmorierung vorgeben. Die in etwa quadratischen Füllungsfelder zeigen auf weißem Grund eine in dem vorgegebenen grün-anthrazitfarbenen Farbton ausgeführte Malerei, welche jedoch nur in schlechtem Zustand erhalten geblieben ist. Diese stellt unregelmäßig angeordnete Blumen, Voluten und Ranken dar.

Bibliographie

  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II. Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz, München/Berlin 1998, S. 296.
  • Yves Hoffmann /Uwe Richter: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Sachsen. Stadt Freiberg, Bd. IV., Stadt Freiberg. Altstadt, Petersberg 2020, S. 457.

Einzelnachweise