Eichstätt, Ehem. Dominikanerkloster
z.Z. der Ausmalung Klosterkirche, heute Kapelle und Aula des Gabrieli-Gymnasiums. An der Kirche bestand seit Anfang des 16. Jh.s eine Rosenkranzbruderschaft, die 1918 in die Domkirche transferiert wurde.
Patrozinium: St. Petrus und Paulus, bis ins 16. Jh. der Dominikanerheilige Petrus Martyr
Zum Bauwerk: Bau der Kirche in den siebziger Jahren des 13. Jh.s, Baumeister war Adalbero von Mössingen OP. Diese Kirche wurde 1366 durch Brand zerstört und erhielt wohl erst beim Wiederaufbau die späteren Dimensionen. Die Kirche war extrem lang und schmal, sie hatte einen gewölbten Chor (21,85 × 8,75 m) und ein flachgedecktes LHs (36,65 × 13,20 m)
Unter Bischof Kaspar von Seckendorf (1590-95) wurden die Langhausdecke erneuert und wohl auch die Langhausmauern verstärkt. 1660 Abbruch des Lettners und Bau einer Westempore. 1688 neuer Hochaltar, der am 16.9. 1688 geweiht wurde Barockumgestaltung ab 1713 durch den Hofbaumeister Benedikt Ettl. Der Konventuale P. Heinrich Faber hatte dem Kloster ein bedeutendes Vermächtnis hinterlassen, »... mit der Bestimmung ein neues Gotteshaus aufzurichten« (Vonwerden, S. 9). Die Langhausmauern wurden bis zur Solbank der Fenster abgebrochen und wieder aufgeführt. Das LHs bekam eine Spiegeldecke in Lattenkonstruktion, die Wände wurden rhythmisiert durch eingestellte Dreiviertel-Doppelsäulen. Im Chor zog man unter die alte Wölbung auch ein Lattengewölbe ein. 1715 Stuckierung, 1716/17 Ausmalung. 1716 wurden auch die beiden ersten Seitenaltäre aufgesetzt. 1723 war die Altarausstattung mit den Altarblättern von Johann Georg Bergmüller fertig. Der Altar der Rosenkranz-Bruderschaft, der vorher am Eingang des Chors gestanden hatte, war mit dem Hochaltar vereinigt worden. Weihe am 18.11.1723 durch Weihbischof Johann Adam Nieberlein. Damals wurde der alte Weihetitel Petrus Martyr zugunsten des schon lang gebräuchlichen Patroziniums der Apostel Petrus und Paulus aufgegeben.

In der Nacht vom 19./20. 10. 1918 brach im anschließenden Lehrerseminar ein Feuer aus und griff auf die Kirche über. Von der Ausstattung wurde gerettet, was noch zu retten war, die Kirche brannte bis auf die Außenmauern aus. Nur das Gewölbe im alten Chor hielt stand. 1920 wurde der Chor mit einer Quermauer von der Ruine des Langhauses abgetrennt, wieder instandgesetzt und fortan als Kapelle für die Lehrerbildungsanstalt und für das Gymnasium benützt. Das LH wurde in seinem äußeren Erscheinungsbild wiederhergestellt 1976-79 Einrichtung des LHs als Aula/Mehrzweckhalle des Gabrieli-Gymnasiums, wobei die barocken Gliederungen restauriert wurden. Der AR wird seit 2007 für lateinische Messen nach dem alten Ritus genutzt.
Der Kirchenbau ist einschiffig, schmal und langgestreckt. Der heute vom ehem. LH abgetrennte AR war einst stark eingezogen, hat drei Joche und einen siebenseitigen Schluss. Die fünf ehemals gotischen Fenster in den fünf östlichen Seiten des Schlusses sind rundbogig verändert. Zwei weitere, breite Fenster sind im ersten und zweiten Joch nach Süden.
Das LH in der Umwandlung von Ettl war mit Doppelstellungen von Dreiviertelsäulen und Doppelpilasterstellungen rhythmisiert, das umlaufende kräftige Gebälk sparte das Mitteljoch aus, über dem sich das runde, große Hauptbild befand, so dass es Ettl gelang, dem schmalen gotischen Bau tatsächlich das Ansehen eines zentralisierenden Barockraums zu geben. »Die Stuckaturen waren entsprechend der Übergangszeit von schweren Barock zum leichten Rokoko, weitausgreifend schon gelockert, großfigurig aber noch sehr auf helles Lich
und tiefen Schatten berechnet. Die Rosenzweige, die Akanthus- und Lorbeer-Rahmungen und -Kränze waren noch buschig, die Tuchgewinde und Gehänge, die Rosetten und Festons waren noch üppig und reich, wenn auch nicht mehr massig. Die Flachmuschel war noch gut vertreten« (Vonwerden S. 13f.)
Auftraggeber: Prior P. Johann Honeck (1715-17). Laut »Necrologium« des Eichstätter Dominikanerklosters S. 59f. legte Honeck, seit 1686 Priester, die Profess in Konstanz ab. Als Magister der Theologie war er schon 1701 »Praedicator generalis« und wurde, nach verschiedenen Aufenthalten, u.a. in Medlingen und in Würzburg, im Oktober 1715 zum Prior des Eichstätter Konvents gewählt. Dieses Amt übte er bis August 1717 »summo omnium consensu«, also zur größten Zufriedenheit aller aus, kurz danach, am 7.9.1717, wurde er Beichtvater des Eichstätter Fürstbischofs Johann Anton I. Knebel von Katzenelnbogen. Er starb 1723 in Eichstätt.
Autor und Entstehungszeit: Melchior Steidl (* 1657 Innsbruck † 1727 München) und Johann Georg Frey d. Ä. (* um 1670 Oberehnheim im Elsaß † 1737 Eichstätt) 1716/17
Die Autorschaft Steidls und die Datierung 1716/17 sind durch einen Eintrag im »Manuale Priorum« S. 1121. gesichert: »Eodem Anno [1716] ist auch das Gemähl in der Kirch undter dem kunstreichen Mahler aus München Nomine Melchior Steidl angefangen und 1717 vollendet worden so bey 700f. alleinig gekostet, ohne die zwey Seitenbilder nemblich Petrus et Paulus so gekostet«. Bei den im »Manuale Priorum« genannten Bildern handelte es sich um zwei große Ölgemälde Steidls, die an der Nordwand im Kircheninneren in Blendfenstern hingen, die Kreuzigung Petri und die Enthauptung Pauli darstellend. Bereits 1792 erwähnt Hirsching die Arbeiten Steidls in Eichstätt: »Das Kirchengewölbe hat keine Säulen, wohl aber schöne Deckenstücke, welche Melchior Steidlin gemalet hat, unter denen sich vorzüglich der Fischzug Petri auszeichnet, und sich wohl noch mehr auszeichnen würde, wenn Wasser und Fische nicht am Firmamente angebracht wären.«. Der malerische Anteil von Johann Georg Frey an der Freskierung ist durch einen Hinweis in einem von ihm verfassten, jedoch lediglich auszugsweise in einer Abschrift überlieferten »Handbuch« in den Collectanea des Joseph Brems im StadtA EI gesichert: »Anno 1716 ist die Dominikaner Kirch vom Herrn Melchior Steidl Bürger und Maler in München in fresco ausgemalt worden. Hat für die 8 Stück 700f. und seine Kost bey dem Kloster gehabt. Die Emblema und die Wappen habe ich Johann Georg Frey gemalen.«. Freys Mitarbeit in der Kirche ist seit Vonwerden allgemein anerkannt, doch wurde nie der Quelle nachgegangen, wie auch Vonwerden selbst die Quelle nicht angab.
Die Ausmalung zählt zu den Spätwerken des seit 1688 in München als Meister ansässigen Österreichers Melchior Steidl. Der vornehmlich in oberösterreichischen Klöstern und Stiften sowie in Altbayern und Franken tätige Freskant gilt neben seinem Lehrer, dem Münchner Hofmaler Johann Anton Gumpp, als Repräsentant einer Architekturmalerei nach dem Vorbild der oberitalienischen Quadraturmalerei des 17. Jh., die zweifelsfrei im malerischen Dekor des Kaisersaals zu Bamberg von
1707-09 seinen Höhepunkt fand. Die Ausstattung in Eichstätt folgt entsprechend der Bauaufgabe einem anderen Dekorationssystem. Hier lässt der konventionell klar gegliederte Stuck Platz für größere und kleinere, streng konturierte Bildfelder, die zumeist einansichtig konzipiert und in der Schrägansicht zu betrachten sind. An Hand des Stiftungsbildes im Chor, dem einzigen von der Steidl'schen Freskierung erhaltenen Deckengemälde, lässt sich der Malstil Steidls sehr gut studieren. Es zeigt die für ihn typische Gewanddrapierung mittels Ton-in-Ton gehaltener Parallelschraffuren und die gelegentliche Verwendung ornamental-geschwungener Binnenzeichnung. Auch wenn die Eichstätter Freskendekoration die Qualität der bahnbrechenden, frühen und reifen Werke fehlen lässt, spricht die Beauftragung Steidls für ein hohes Maß an Repräsentationswillen des Klosters.
Johann Georg Frey, der 1695 in Eichstätt Maria Susanna Flieger, Witwe des Malers Johann Flieger, heiratete, ist im Hochstiftsgebiet vor allem als Fass- und Ölmaler nachweisbar. Da die Fresken in Konstein (S. 313), Altendorf (S. 19) und Hitzhofen (S. 280), die für ihn früher in Anspruch genommen wurden, vom CBD dem Werk des Eichstätter Malers Matthias Zink zugeordnet werden, stellen die Malereien im Chor der


Dominikaner-Klosterkirche seine bislang einzigen bekannten Arbeiten auf diesem Gebiet dar. Es ist davon auszugehen, dass er auf Anweisung Steidls arbeitete.
Zeichnung von Melchior Steidl
Zu einem verlorenen Fresko im LHs (?): Der hl. Dominikus (?) vor dem Papst. Feder in Rotbraun, grau laviert, 37 x 20 cm Linz, Oberösterreichische Landesmuseen, Graphische Sammlung, Inv.-Nr. Ha II 75. Auf einen möglichen Zusammenhang der Zeichnung mit der Ausstattung Steidls der Eichstätter Peterskirche machte erstmals Straßer aufmerksam. Einziges Argument hierfür ist das Thema der Darstellung. – Josef Straßer, Melchior Steidl (1657–1727). Die Zeichnungen, (= Schriften des Salzburger Barockmuseums Nr. 23, zugl. Kat. Salzburger Barockmuseum 23.7.-29. 8. 1999), München-Berlin 1999. Kat. Nr. 70 mit Abb.
Befund
Träger der Deckenmalerei: Im Chor ist das frühgotische Gewölbe erhalten, im Schluss freiliegend unter dem Stuck, in den drei Jochen ist darunter ein Schalgewölbe eingezogen. Im LHs war ein hölzernes Korbbogengewölbe mit Stichkappen Rahmen: Kräftige, teils ornamentierte Stuckrahmen; a-h Stuckkartuschen
Technik: Fresko; B, 1, 2 polychrom, A, a-c, g-h ocker monochrom, d-f violett monochrom
Maße: B Höhe 14,30 m; 3,20 x 2,60
Erhaltungszustand und Restaurierungen: 1902 Restaurierung des Kircheninnern und der Gewölbedekoration. Nach dem Gutachten des Konservators Graf vom 16.7. 1901 »wurde das reich stuckierte Gewölbe der Kirche in seiner farbigen Dekoration nicht beendet, denn es wurden nur in den Hauptbildflächen gute, aber sehr eilig gemalte Darstellungen durch der sehr geschickten Maler Martin Melchior Steidl von Innsbruck angebracht, während dem die beabsichtigte Bemalung der seitlichen Bildflächen und eine Tünchung und Tönung der Stuckierung nicht mehr zur Ausführung kam. Da die Hauptgemälde unvermittelt und schwer in dem Gewölbe ste neben sachgemäßer Wiederherstellung der vorhandenen, die Anbringung passender einfacher Gemälde in den seitlichen Bildflächen und teilweise eine leichte Tönung des Stuckgrundes für die Gesamtwirkung der nicht sehr reichen Innenausstattung sehr wünschenswert.« »wurde das reich stuckierte Gewölbe der Kirche in seiner farbigen Dekoration nicht beendet, denn es wurden nur in den Hauptbildflächen gute, aber sehr eilig gemalte Darstellungen durch den sehr geschickten Maler Martin Melchior Steidl von Innsbruch angebracht, während dem die beabsichtigte Bemalung der seitlichen Bildflächen und eine Tünchung und Tönung der Stuckierung nicht mehr zur Ausführung kam. Da die Hauptgemälde unvermittelt und schwer in dem Gewölbe stehen, ist neben sachgemäßer Wiederherstellung der vorhandenen, die Anbringung passender einfacher Gemälde in den seitlichen Bildflächen und teilweise eine leichte Tönung des Stuckgrundes für die Gesamtwirkung der nicht sehr reichen Innenausstattung sehr wünschenswert.« Ein Dekorationsplan mit reicher, ornamentaler Bemalung und Vergoldung wurde von der Kreisregierung Ansbach verworfen. Der Raum sollte durch eine Tönung in Hellgelb, Hellviolett, Weißgrau, Hellrot gefasst werden, nach den ebenfalls von Steidl freskierten und mit getönter Stuckierung versehenen Vorbildern von St. Moritz in Augsburg und Obermünster in Regensburg.
Die Fresken sollten gereinigt und mit Kasein- oder Temperafarben retuschiert werden. Namentlich erwähnt wurden nur das Gründungsbild und die beiden seitlichen Wappen. Künstler Wilhelm Geromiller renovierte unter Leitung des Historienmalers Bonifaz Locher, München, die alten Deckenbilder; die neu anzubringenden Bilder, die »spätbarocke gemalte Symbole nachahmen sollten«, führte Künstler Albrecht aus. Maler- und Vergolderarbeiten durch Fa. Luxenhofer von Neumarkt/OPf.
Beim großen Brand am 19./20. 10. 1918 stürzte das Langhausgewölbe ein; das Chorgewölbe blieb erhalten. Die Stuckierung hatte sich gelockert bzw. war abgefallen. Die Fresken hatten nur teilweise gelitten, im Vorderteil des Chors waren sie besser erhalten. Die an die Kirche anstoßenden Institutsgebäude, von wo der Brand ausging, waren stark beschädigt. Hier war von der Stuckierung nichts mehr erhalten. Für den Neubau der Institutsgebäude wurde angeregt, dass die »hübsche, alte Stuckierung« in den Gängen als Vorbild dienen sollte.
Die Restaurierung des Chors, inzwischen als Seminarkapelle genutzt, führten 1923/24 Künstler Jakob Huwyler, Valley, Stuckator Karl Blersch und Malerfirma Helmut Wiedel, Nürnberg, aus. Die völlig zerstörten Malereien in den zwei kleinen vorderen Kartuschen, die jedenfalls auch mit Wappen geschmückt waren, wurden nur farblich eingestimmt. Am 29. 6. 1924 wurde die Kirche wieder eingeweiht. Von allen Bildern ist das Gründungsbild B das einzige, das sich als Werk Steidls ausweist. Die original erhaltenen Wappendarstellungen sind von Frey. Bei der Wiederherstellung des Stucks müssen große Partien erneuert worden sein, denn er präsentiert sich stilistisch uneinheitlich
Beschreibung und Ikonographie
Die Themen der verlorenen Fresken im Schiff sind zum Teil durch Photos, zum Teil durch die Beschreibung Vonwerdens (S. 16) überliefert. Das Fresko nächst der Orgelempore war dem Kirchenpatron Petrus gewidmet und stellte den Fischzug Petri dar, das große, runde Mittelbild die Heiligen des Dominikanerordens in Wolken, bestrahlt von der Sonne der Divina Sapientia. Das dritte Bild vor dem Chorbogen hatte ein seltenes Thema: Petrus und Paulus betrauen den hl. Dominikus mit dem Predigeramt. In den Medaillons der Gewölbezone repräsentierten Ordensheilige die Bedeutung der Dominikaner.
Chorfresken
A (modern) ZWEIGE IN ROSENKRANZ Es handelt sich um einen großen Strahlenkranz, vor dem ein fast ebenso großer Kranz aus Rosen gemalt ist. In dem Mittelfeld, das sich durch ihn ergibt, sind zwei gekreuzte Palmzweige. Diese etwas rätselhafte Darstellung könnte die beiden Kirchenpatrone Petrus und Paulus bedeuten, die wegen ihres Martyriums hier durch die Palmzweige als Martyrerlohn symbolisiert sind, und die von den Dominikanern – durch die Rosen des Rosenkranzes symbolisiert – hervorgehoben und geehrt werden; eine Symbolik, die vielleicht in ähnlicher Form Gegenstand der Ausmalung Steidls war.
B GRÜNDUNG DES DOMINIKANERKLOSTERS In einer weiten Landschaft mit felsigem Vordergrund knien zwei fürstliche Personen, die zusammen das Modell der barocken Dominikaner-Klosterkirche zum Himmel heben. Während Maria oben rechts auf Wolken kniend die Stifter und deren Stiftung ihrem Sohn empfiehlt, lehnt Christus ihr gegenüber etwas erhöht auf einer Wolke und segnet die Gründung. Die Stifter des Eichstätter Dominikanerklosters von 1271 waren Sophia von Hirschberg und ihre beiden Söhne Gerhard († 1280) und Gebhard († 1305, letzter Graf von Hirschberg, begraben in der Klosterkirche Rebdorf, s. S. 391). Sophia ist
== EICHSTÄTT DOMINIKANERKLOSTER == auf dem Bild als Matrone dargestellt, reiferen Alters, in schon besticktem Kleid mit rotem Obergewand und Mantel, auf dem Kopf eine Art Diadem. Der Mann ist bärtig und ebenfalls im reifen Alter. Er trägt eine Rüstung und darüber einen roten, hermelingefütterten Mantel. Ihm zu Füßen liegt ein Ritterhelm mit Federbusch. Zwei Wappen flankieren das Bild: auf der Seite der Sophia von Hirschberg das bayerische Rautenwappen, denn Sophia stammte aus dem Haus Bayern, war eine Tochter Herzog Ottos II. von Bayern. Auf der Seite des Mannes, der in jedem Fall einen Grafen von Hirschberg darstellt, ist das Wappen von Hirschberg zu sehen. Es ist nicht eindeutig, ob mit dem Mann Sophias Mann Gebhard († 1275) oder einer ihrer Söhne gemeint ist. Aus historischer Sicht müsste Sophia mit beiden Söhnen abgebildet sein, da die Stiftung ja zu Lebzeiten beider Söhne gemacht wurde. Dies wurde auch im Spätmittelalter so gesehen, wie das Stifterdenkmal aus der Zeit um 1430-40 zeigt (Abb. KDB Taf. XXXVI). Nach Vonwerden, S. 22, wurde dieses Denkmal, das sich im Chor der Kirche befand, »im 18. Jahrhundert mit dem Gesichte in die Wand hineingekehrt«, vermutlich wohl während der Bauarbeiten ab 1713. Das Geschichtsbewusstsein muss sich demnach im Laufe der Zeit verändert haben; möglich, dass im Barock Sophias Mann bzw. ihr Sohn Gebhard, der ja der letzte Graf von Hirschberg war und seinen Besitz dem Eichstätter Bischof bereits zu Lebzeiten überschrieben hatte, als Einzelpersonen wichtiger gesehen wurden. Daher kommen beide in Frage, wenngleich Sophias Mann der Vorzug zu geben ist.
1, 2 STIFTERWAPPEN
LAURETANISCHE SYMBOLE (weitgehend modern aber zum Teil möglicherweise auf den alten Bildern basierend Zählung von dem Bild an der Innenseite des ehem. Chorbogens aus im Uhrzeigersinn. Die Bilder d-f sind ohne Inschrift a Auxilium Christianorum Fahnen und Waffen, darüber der Name Maria im Sternen- und Strahlankranz
Quellen und Literatur
DAEL B152: Necrologium; B153: Manuale Priorum
StadtA EI, Collectaneen von Joseph Brems, Bd 1, S. 314-17: Supplement zur Kronik von Eichstätt. Aus einem alten Handbuch des bürgerlichen Malers Frey. Handschrift vom Canonicus Gulden vormals ex S. J.
BLfD, Akt Eichstätt, ehem. Dominikanerkirche St. Peter und Paul
Strauss, Andreas, Versuch einer historisch-topographischen Beschreibung der Hochfürstl. Bischöfl. Residenzstadt Eichstätt in Franken, Eichstätt 1791, S. 93ff.
Hirsching, Friedrich Carl Gottlob, Nachrichten von sehenswürdigen Gemälde- und Kupferstichsammlungen..., Erlangen 1792, Bd 6, S. 62.
Lang, Franz Xaver, Topographische Beschreibung und Geschichte der Königl. Baier. Kreishauptstadt Eichstätt, Eichstätt 1815, S. 31, 43.
Nagler Bd 17, 1847, S. 264.
Mader, Felix, Eichstätts übrige Kirchen und Kapellen, in: Eichstätts Kunst. Zum Goldenen Priesterjubiläum Dr. Franz Leopold Freiherrn von Leonrod, München 1901, S. 95-98, hier: S. 95 f.
Vonwerden, Ferdinand, Die ehemalige Peterskirche in Eichstätt, in: SHVE 33, 1918, S. 5–28; als Sonderdruck: Ferdinand Vonwerden, Die Peterskirche in Eichstätt vor dem Brande vom 19. Okt. 1918. Eine kunsthistorische Studie, Eichstätt 1919; je mit Abb. des Kircheninneren vor dem Brand und einem Klosterplan.
KDB V MF (1), S. 286–93 mit Fig. 218: Innenansicht vor dem Brand.
Mader, Felix, Ehemalige Dominikanerkirche, in: Sebastian Englert (Hg.), Eichstätt (= Deutsche Illustrierte Rundschau Nr. 6), München 1928, S. 25 f.
Buchner Bistum Eichstätt 1937, S. 236–38, 256
Neuhofer, Theodor, Aus der Geschichte des Eichstätter Dominikanerklosters, Wissenschaftliche Beilage zum Jahresbericht 1957/58 des Deutschen Gymnasiums Eichstätt (gleichzeitig Sonderdruck mit verändertem Umschlagtitel für den Historischen Verein Eichstätt).
-, Beiträge zur Kunstgeschichte des Hochstifts Eichstätt, in SHVE 61, 1965/66, S. 9-92, hier: S. 59 Anm. 151.
Endl, Edmund, Die Erneuerung des Gabrieli-Gymnasiums Eichstätt von 1968–1980. Planung und Baudurchführung, in Erneuerung des Gabrieli-Gymnasiums Eichstätt 1968–1980 Festschrift, Eichstätt 1980, S. 6–11.
Böhm, Rudolf, Ein Klosterbau in Geschichte und Gegenwart Das Dominikanerkloster, in: Ebd., S. 15–50.
Denkmaltopographie Eichstätt, S. 92–94
Flachenecker, Helmut und Emanuel Braun, Eichstätt. Geschichte und Kunst (= GKF Nr. 15), München-Zürich 1992, S. 36.
Dehio OB 1990, S. 226f.; 2006, S. 244
A. B./C. G.