Eichstätt, Benediktinerabtei St. Walburg, Untere Gruftkapelle
Grabkapelle der hl. Walburga, unmittelbar unter der oberen Gruftkapelle im östlichen Chorbereich der Klosterkirche gelegen
Zum Bauwerk: Die Gruftkapelle der hl. Walburga in der Form einer mittelalterlichen Confessio wurde von Bischof Heribert (1022-42) angelegt; die eigentliche Grabanlage stammt in ihrer heutigen Form aus der Zeit um 1460. Gruft und Grab wurden beim barocken Neubau der Kirche St. Walburg durch den Graubündner Baumeister Martino Barbieri 1629-31 nicht verändert, sondern in den Bau miteinbezogen. Innenausstattung der Gruftkapelle mit Stuck und Deckenbildern 1706 gleichzeitig mit der Kirche. Der Akanthusstuck ist wessobrunnisch und stammt wohl vom gleichen Stuckatorentrupp wie der der Kirche. Das reich verzierte schmiedeeiserne Gitter, das die Grabanlage an drei Seiten umfasst, stiftete Fürstbischof Johann Anton I. Knebel von Katzenelnbogen (1705–25). Wie einige Jahre später auch die Kirche, wurden die untere und die obere Gruft 1741 unter Äbtissin Adelgundis I. Pettenkofer umgestaltet und um die hohe Summe von 6368 fl. mit einer überreichen Rokokoausstattung versehen – das Edelmetall und die Goldschmiedearbeiten beliefen sich allein auf 4378 fl. Die Risse für die Umgestaltung machte der Eichstätter Hofbildhauer Matthias Seibold. Die Front der spätgotischen Grabanlage wurde durch eine prunkvolle Verkleidung aus vergoldetem Kupferblech mit Silberapplikationen völlig verändert. Am Grab selbst z.B. zeigten sich »ober der Hoehle und Grab der Heil. Walburgae mehr aus Kupfer verguldete kleine Saulen mit silbernem Laubwerck umflochten, und eben dergleichen verguldete und mit silbernen eingemengten Zierraten bekleidete Rahmen und runde Schild, in welchem die merckwuerdigere Stueck des Lebens der Heil. Walburgae, durch einen kunstreichen Pensel entworffen, eingeschlossen seynd« (Luidl 1750, S.79). Sogar für das »Vergoldten der Mauer in der Hl. Crufft« wurden 40 fl. bezahlt.
In Vorbereitung des 1000jährigen Jubiläums der Translation nach Eichstätt wurde diese Rokoko-Ausstattung des Gruftaltares 1870/71 durch eine neugotische Schreinanlage für die fünf spätgotischen Skulpturen der Diözesanheiligen Willibald, Walburga, Wunibald, Richard und Wuna (um 1500) ersetzt. Der neogotische Aufbau wurde 1957 im Zuge der Restaurierung wieder entfernt und die Skulpturen über dem Grab, bereits im Bereich der oberen Gruftkapelle, in einem einfachen profilierten Nischenrahmen angebracht.


Die obere Gruft, also der Raum hinter dem Hochaltar der Kirche, ist mit der unteren Gruft durch zwei Treppenanlagen in der Nordost- und Südostecke verbunden. Außerdem ist die untere Gruft vom anschließenden, etwas höhergelegenen Klosterhof im Osten über einige Stufen zugänglich. Es handelt sich um einen querrechteckigen Raum (7,00 × 8,60) mit zwei Fenstern nach Süden und mit einem kleinen Vorjoch im Osten zwischen den Treppen. Das Kreuzgewölbe ruht auf kräftigen Wandpfeilern und zwei freistehenden Mittelpfeilern, die es in zweimal drei Joche teilen.
Im Osten ist das Gewölbe durchbrochen durch eine weite rechteckige Schachtöffnung im Altarbereich der unteren Gruft, der von einem prachtvollen Gitter umgeben ist. Dieser Altar steht an der Westwand, reicht aber mit seinem Aufbau durch den Schacht bis in die obere Gruftkapelle. Über dem Altar ist ein Altarbild aufgestellt, das Maria mit dem Kind zwischen den Heiligen Willibald (links) und Walburga (rechts) zeigt. Darüber ist in der Altarwand eine silberne Tür mit goldenen Ornamenten, die zu dem kleinen Sammelbecken des Walburgisöls führt, das hier entnommen wird, ein »atmosphärischer Feuchtigkeitsniederschlag, der sich am Boden des
Steinsarges sammelt und in einem darunter befindlichen Schacht als Flüssigkeit aufgefangen wird« (Roth 1978/79, S. 82). Das Öl fließt nur im Winter, etwa von Mitte Oktober bis Ende Februar. Dem über dem Sammelbecken befindlichen steinernen Schrein mit den Reliquien Walburgas ist an der Altarwand ein kleines spätgotisches Relief mit dem Bild der liegenden Heiligen vorgeblendet.
Auftraggeber: Eine erste Ausmalung ist unter Anna Barbara Schmauss, Äbtissin von St. Walburg (1705-30; s. S. 81) anzunehmen. Die untere Gruft wurde um 1706 von den Stuckatoren der Abteikirche in Akanthusranken-Ornamentik stuckiert. Damals wurden zweifellos auch die Rahmen der Bildfelder schon stuckiert, und man kann als sicher annehmen, dass sie auch freskiert wurden.
Zweite Ausmalung: Anna Maria Adelgundis I. Pettenkofer Abtissin von St. Walburg (1730–56; s. S. 81f.). In der Priorats chronik finden wir am Ende der Abrechung über die Renovierungskosten der unteren und oberen Gruft 1741 den Vermerk »Die Undere Heilige Crufft außzumahlen das Portal vor der Thür mit Steinen und Marmelen, auch eisenes Güeter zu vergolten f: 150.« Diese Ausmalung von 1741 beschrieb Luid 1750 aufs genaueste, samt allen beigesetzten Inschriften.
Die heute existierende Ausmalung weicht allerdings in mehreren sachlichen Details und in mehreren Inschriften von der Beschreibung bei Luidl ab. Es muss also im späteren 18. Jh eine erneute Ausmalung gegeben haben, die mit verhältnismäßig geringen Abweichungen der Ausmalung von 1741 folgte. Das Datum dieser letzten, heute existierenden Ausmalung ist unbekannt und damit auch die Auftraggeberin.
Autor und Entstehungszeit: Der Autor der anzunehmenden ersten Ausmalung um 1706 könnte der in Eichstätt ansässige Matthias Zink gewesen sein (* 1665 Donaumünster † 1738 Eichstätt), der etwa gleichzeitig wohl auch die Abteikirche St. Walburg ausgemalt hat (S. 82). Von dieser Ausmalung ist nichts erhalten, auch von den Themen der damaligen Ausmalung ist nichts bekannt.
Bei der Neugestaltung der unteren Gruftkapelle 1741 wurde der Stuck von ca. 1706 beibehalten und die Kapelle wieder ausgemalt (s. o.). Der Autor dieser Ausmalung wird in der Rechnung nicht genannt, doch geht aus dem Zusammenhang hervor, dass man Vitus Joseph Greitmann (* 1712 Burgheim † Ort und Jahr unbekannt) als Autor annehmen darf, der das Deckenbild der oberen Gruftkapelle 1741 signierte.
Die Ausmalung von 1741 wurde zu einem noch nicht bekannten Zeitpunkt im späteren 18. Jh. erneuert. Diese heute existierende Ausmalung basiert auf der von 1741: die Bildthemen wurden beibehalten, mit manchmal divergierenden Details; die Inschriften dagegen weichen oft von den alten ab. Der Autor ist unbekannt.
Befund
Träger der Deckenmalerei: Kreuzgewölbe
Rahmen: Stark plastische Stuckrahmen mit vergoldeten Leisten als innere Rahmung; 1, 2, 6, 7, 10 und 11 rund, 3, 4, 5, 8 und 9 quadratisch mit abgesetzter, geschweifter Rahmenführung. Technik: Secco, Temperamalerei auf Gipsgrund; 1, 3, 4, 5, 8 und 9 monochrom ocker-braun, 2, 6, 7, 10, 11 monochrom grünlich-schwarz
Maße: Höhe 3,40 m; 1, 2, 6, 7, 10 und 11 Ø 0,90; 3, 4, 5, 8 und 9 1,10 x 1,10
Erhaltungszustand und Restaurierungen: Die Deckenbilder von 1706 wurden 1741 erneuert; im späteren 18. Jh. wurden sie dieser Ausmalung folgend weitgehend wiederholt, wobei die Abweichungen im Sachlichen und in den Inschriften wohl auf Schäden in den Bildern zurückzuführen sind, die auf die starke Inanspruchnahme der Wallfahrtsstätte (Kerzenruß, Schwitzwasser) zurückzuführen sind. Restaurierungen im 19. Jh. sind nicht bekannt. Die Restaurierung der Deckengemälde in der Kirche im Jahr 1907 durch Franz Xaver Zimmermann schloss auch die der Bilder in der unteren Gruft ein. Die an den Bildern heute feststellbaren Leimfarben- und Tempera-Retuschen stammen wohl von dieser Restaurierung. Eingriffe in die Bilder anläßlich der Kirchenrestaurierung 1957/58 sind nicht nachzuweisen. Letzte Restaurierung 1996 durch Claus Peter Mayer, Regenstauf. Die Bilder, durch Kerzenruß stark verschmutzt, wurden gereinigt. In fast allen Bildern zeigten sich Hohlstellen oder Risse. Die Hohlstellen wurden niedergelegt und gefestigt, die Risse geschlossen und die Fehlstellen in Tempera- und Aquarelltechnik retuschiert. Die Bilder sind zum großen Teil gut erhalten, größere Ergänzungen zeigen die Bilder 2 und 4. Der Raum selbst war sehr feucht, der Verputz der Wände war wegen der aufsteigenden Nässe zum großen Teil zerstört und mußte abgeschlagen werden, ein Teil der Apostelkreuze konnte nicht erhalten werden.
Beschreibung und Ikonographie
Exkurs zum Walpurgisöl
Die hl. Walburga, Äbtissin von Heidenheim, starb nach der Tradition am 25. 2. 779 und wurde von ihrem Bruder Willibald neben dem Bruder Wunibald in der Kirche von Kloster Heidenheim begraben. Ihr Todesdatum ist nach neuen Forschungen möglicherweise aber erst später anzusetzen, nach Willibalds Tod (s. Petersen 2005), was seinem Nachfolger Gerhoh (787-806) die Umwandlung des Klosters in ein Stift erleichtert hätte. Nach der Legende erschien Walburga im Jahr 858 dem Eichstätter Bischof Otgar (847–80) und beklagte sich über den Zustand ihres Grabes. Darauf begann Otgar mit dem Neubau der Heidenheimer Kirche; dabei wurden die Gebeine der Heiligen erstmals erhoben, weil man sie nach Eichstätt bringen wollte. Die Gebeine verströmten einen süßen Geruch und waren wie von Tau beglänzt. Papst Hadrian II. (867–72) erlaubte die Translation. Die Reliquien wurden im Jahr 875 auf einem Pferdewagen feierlich nach Eichstätt überführt. Dabei ereigneten sich wunderbare Krankenheilungen. Mit großem Geleit kam der Zug in Eichstätt an, die Pferde gingen bis zu einer kleinen Kirche außerhalb des Domklosters und blieben dort stehen. Man sah das als Zeichen des Himmels und Otgar ließ die Gebeine dort beisetzen (Goudin 1716, S. 53–59).
An der Übertragung beteiligt war die Nonne Liubila von Heidenheim, die später das Benediktinerinnenkloster Monheim gründen sollte. »Als Mitglied einer hochadeligen Familie setzte sie durch persönliche Verwendung Kaisers Arnulfs (887–99) beim Bischof Erchanbald von Eichstätt (882–912) im Jahre 893 eine Theilung der Reliquien durch« Der hl. Walburga wurde zum zweitenmal erhoben. Man zerteilte den Körper (der nach Goudin auch diesmal wie vom Tau beglänzt schien). »Die Brustgebeine blieben an ihrer bisherigen Stätte, die übrigen Theile des hl. Leibes brachte Liubila in ihr Kloster nach Monheim, welches jetzt gleich Eichstätt ein vielbesuchter Wallfahrtsort wurde und blieb, bis unter dem Pfalzgrafen Otto Heinrich (1556–59), dem letzten Kurfürsten aus der Heidelberger Linie, die Reformation dem katholischen Cultus in den Landen dieses Herrschers ein Ende machte (Jud 1894, S. 45f.). Die Reliquien von Monheim sind verschwunden.
In Eichstätt befinden sich von den Reliquien der hl. Walburga vor allem das Brustgebein und ein Arm. Diese Reliquien wurden nach der Teilung »unter dem Hoch-Altar, in einem darzu ausgeholten (ausgehöhlten) Stein, zur ewigen Begrabnuß beygesetzt.« Von dieser Zeit an ist »ein Brunn-clarer Liquor (welchen man schon von Alters her Oleum genannt) durch den Stein herausgeflossen« (Goudin, S. 63).
Dieses Ölwunder ist durchaus zeittypisch. Das Absondern des sog. Myron aus Heiligensarkophagen wurde im 9. Jh. vom byzantinischen Bereich ausgehend ein häufiges Phänomen, das einem großen Bedürfnis der Gläubigen entsprach, die sich bis dahin fast nur mit Kontaktreliquien begnügen mussten. Ein Tüchlein etwa, bisher nur an den Reliquien eines Heiligen berührt, wurde eine unvergleichbar kostbarere Reliquie, wenn es mit dem Myron – also der körperlichen Substanz des Heiligen – getränkt war, von der kostbaren und heilkräftigen Flüssigkeit selbst ganz zu schweigen. Das zur Zeit seiner Entstehung moderne Wunder des Walburgisöls in Eichstätt hatte eine neue Form der Reliquienverehrung zur Folge, die bis in unsere Zeit anhielt.
Mit dem Öl aus dem Sarkophag, das Walburgisöl genannt wird, beschäftigt sich das außergewöhnliche Bildprogramm der unteren Gruft. Öl galt schon in frühester Zeit als besondere Substanz. »Öl ist ein nachdenklich Wort der heiligen Schrift. Öl ist zwar etwas Leibliches, aber es ist das Mittel zwischen Gott und der Kreatur« (Friedrich Christoph Oetinger, Emblematisches Cabinet, Stuttgart 1776, S. 453; zur Symbolik des Öls s. Forster, S. 178–80).
Bereits im Alten Bund wird der liturgische Gebrauch des Oles von Gott vorgeschrieben, es unterhielt die Lampen des Heiligtums (Bild 3), es galt als Mittel der Schmerzlinderung und der Heilung (Bild 8 und 9), es diente zur Salbung der Hohenpriester und Könige (Bild 6 und 7), wodurch die Gesalbten zu Gott in besondere Beziehung gesetzt wurden und ihnen göttliche Kraft vermittelt wurde. Ganz allgemein waren Olbaum und Öl Symbole der Segensfülle (Bild 1, 2, 4 und 5).
Neben diesen eher antetypischen und symbolischen Bezügen zum Öl als besonderer Substanz allgemein bringen die Inschriften oft direkte Bezüge auf die Eigenschaften des Walburgisöls, vor allem in den drei Bildern 1-3 in der Mittelachse des Raums: es wird in Bild 1 als Öl überirdischer Herkunft genannt (Oleum desuper), in Bild 2 als Öl, das aus festem Stein dringt wie das Öl im Preislied des Moses (Oleum de saxo durissimo) und in Bild 3 als Öl von größter Reinheit (Oleum purissimum). Die Inschrift in Bild 4 weist darauf hin, dass es nicht versiegt (Oleum non imminutum), die in Bild 8 auf seine große Heilkraft (Oleum in ossibus eius). Endlich bringt das Programm den anagogischen Aspekt in den Bildern von der fünf klugen und den fünf törichten Jungfrauen (10 und 11), wobei die hl. Walburga ein Beispiel einer klugen Jungfrau ist. Die meisten Bilder sind als Paare ähnlicher Bedeutung mit gleicher Form und Farbe angeordnet: 4/5, 6/7, 8/9 und 10/11. Diese Ausmalung, von der Autor und Entstehungszeit unbekannt sind, basiert auf der Ausmalung von 1741 (s. o.). Diese beschreibt Luidl (1750) in Teil II, Cap. 10: »Erklärung der
Sinnbildern und Figuren aus göttlicher Schrift, mit welchen in der Walburgischen Gruf-Capell zu Eichstät das Lob der H. Walburgae samt ihrem H. Oel, und dessen Ursprung, Krafft, Eigenschafften und Würckungen zierlich vorgestellt werden« (S.111-32). Die heutige Ausmalung weicht von der von 1741 in einzelnen inhaltlichen Details und manchmal in Wortlaut der Inschriften ab. In der folgenden Beschreibung wird zuerst der heutige Zustand des jeweiligen Bildes beschrieben, und darauf folgt die Beschreibung und Deutung des Bildes bei Luidl.
1 ÖLBAUM In einer hügeligen Landschaft steht ein großer Baum auf einem Felsen; aus seinen Zweigen tropft eine Flüssigkeit. Unter dem Baum haben sich Menschen versammelt, die diese Flüssigkeit mit Schalen auffangen: Eine Mutter mit ihren Kind, ein greiser Bettler, auf seinen Stock gestützt und zwei Kinder im Hintergrund. Inschrift Oleum desuper Gen. 28. (Gen 28,18; Öl von oben).
Die Inschrift ist aus der Erzählung vom Traum Jakobs entnommen. Als dieser am Morgen erwachte, nachdem er in Traum die Himmelsleiter gesehen hatte, »tulit lapidem, quer subposuerat capiti suo et erexit in titulum fundens oleun desuper« (nahm er den Stein, den er zum Lager für seiner Kopf gemacht hatte, richtete ihn als Denkstein auf und goss Ölarüber). Wie das Programm im Folgenden zeigen wird besteht zwischen der dargestellten Szene und der Bibelstelle aus der die Inschrift stammt, nicht immer ein inhaltlicher Zusammenhang. Auch hier besagt die Inschrift nichts anderes, als dass das Öl von oben kommt, und damit ist weniger das Ober des Baums gemeint, sondern das Oben des Himmels. Das Bild am Eingang der Grabkapelle sagt also im übertragenen Sinn dass das Öl, das hier in dieser Kapelle fließt, eine Gabe des Himmels ist, heilkräftig und segenspendend, dass sich die Menschen darum bemühen und in ihm Heil suchen
Die Ausmalung von 1741 zeigte einen Ölbaum, »welcher helle Oel-Tropffen aus seinen Olive-Früchten abtriefet, so vor einem in den Lüfften schwebenden Engel gesammlet, und au die unter dem Baum daliegende Krancke und Presthaffte freygebig ausgegossen werden, mit der Überschrifft aus den Worten jenes Oel-Baums, so in lib. Jud.c.9 zum König der Bäumer solte erwählet werden: Et Dii utuntur et homines (Götter und Menschen benützen es).« Als die Bäume einst einen König erwählen wollten, kamen sie zuerst zum Ölbaum, der antwortete: »numquid possum deserere pinguetudinem meam qua et dii utuntur et homines« (Iud 9,9: Niemals kann ich mein Ol aufgeben, das Götter und Menschen gebrauchen). Luidl schreibt in Hinblick auf die Darstellung, das Walburgis-Öl ergieße sich durch himmlische Kraft aus den Gebeinen der Heiligen, als Werkzeug für Gottes Guttaten (S. 112).
2 MOSES SCHLÄGT WASSER AUS DEM FELSEN In einer Berglandschaft steht Moses mit seinem Stab vor einem hoch aufragenden Felsen, aus dem eine Quelle entspringt. Rechts lagern die Israeliten. Inschrift Oleum de saxo durissimo. Deut 32 (Deut 32,13; Öl aus sehr hartem Fels).
Bei ihrer Wanderung durch die Wüste litten die Israeliten Hunger und Durst. Auf das Geheiß Gottes schlug Moses Wasser aus einem Felsen. »Da kam Wasser heraus, viel Wasser, und die Gemeinde und ihr Vieh konnten davon trinken« (Num 20,11). Die Inschrift ist dem Lied des Moses in einem ganz anderen Zusammenhang entnommen, einem Preislied auf Jahwes Sorge für sein Volk: »Über die Höhen des Landes lässt er es schreiten, mit den Früchten des Feldes speist er es, lässt Honig es aus den Felsen saugen und aus Kieselgestein das Öl« (Deut 32,13). Wie Moses aus hartem Stein das nötige Wasser für das Volk Israel geschlagen hat, und wie Gott für sein Volk aus Kieselgestein Öl fließen lässt, so fließt auch das Walburgisöl aus dem harten Stein des Sarkophags.
Luidl erklärt, dass das Wasser des Moses »eine grosse Aehnlichkeit mit dem H. Walburgae-Oel bedeutet, als welches ebenfalls durch einen harten Stein wunderbarlich hervorguillet« (S. 112). Die spätere Ausmalung übernahm sowohl Bild als auch Inschrift.
3 SIEBENARMIGER LEUCHTER Bildfeld über dem Altar. Das Gitter um den Altar ragt bis knapp unter das Bild auf (keine Abb.). Dargestellt ist der Siebenarmige Leuchter. Inschrift Oleum purissimum. Exod. 27 (Ex 27,20: reinstes Öl). Der Siebenarmige Leuchter im Tempel des Salomo ist im zweiten Buch Mose genau beschrieben (Ex 37,17-24). Er war aus einem Stück Gold getrieben und hatte mandelblütenförmige Flammenkelche. Die Inschrift ist ein Zitat aus den Worten Gottes an Moses, mit denen er ihm auftrug, für den Leuchter ganz reines Öl aus zerstoßenen Oliven zu beschaffen: »Praecipe filiis Israel, ut adferant tibi oleum de arboribus olivarum purissimum piloque contusum, ut ardeat lucerna semper in tabernaculo testimonii« (Ex 27,20: Gebiete den Israeliten, dass sie dir reinstes Öl aus gestoßenen Oliven für den Leuchter bringen, damit man beständig Lampen aufstellen kann). Hier und in den beiden folgenden Bildern geht es darum, dass das Öl nie versiegen solle; in diesem Sinn beziehen sich die Bilder 3–5 auf das Walburgisöl.
Luidl beschreibt an dieser Stelle etwas missverständlich »sie ben Lampen, die vor der Arch Gottes unterhalten werden. (S.113), was aber mit Sicherheit den Siebenarmigen Leuchter bedeutet. Die Inschrift von 1741 war: »Oleum olivarum puris Similm«.
4 ELIAS UND DIE WITWE VON SAREPTA Bildschauplatz ist eine Landschaft mit hochaufragender Architekturkulisse. Die Witwe von Sarepta kniet vor Elias; neben ihr steht ein großer Vorratskrug. Elias segnet sie. Inschrift Oleum non imminutum 3 Reg 17 (3 Reg 17,16: Das Öl wurde nicht weniger).
Als der Bach, aus dem Elias in der Wüste trank, wegen großer Trockenheit versiegte, schickte Jahwe ihn nach Sarepta und sprach, er habe dort einer Witwe geboten, ihn zu bewirten. Als Elias zu der Frau kam, hatte sie nur noch eine Handvoll Mehl und etwas Öl und fürchtete, mit ihrem Sohn zu verhungern, wenn sie die Speise mit Elias teilte. Elias bat sie trotzdem, ihm einen Fladen zu bereiten und dann erst das Essen für sich selbst und den Sohn, mit Hinweis auf die Worte Jahwes; »et comedit ipse et illa et domus eius et ex illa die hydria farinae non defecit et lecythus olei non est imminutus iuxta verbum Domini« (3 Reg 17,15f.: Und sie hatten zu essen, sie und ihr Sohn. Der Mehltopf wurde nicht leer und der Ölkrug versiegte nicht nach dem Wort Jahwes). Die Inschrift ist der Bibelstelle gegenüber etwas abgewandelt.
Die Inschrift von 1741 lautete: »Nec lecythus olei minuetus 3 Reg. 17.«
5 ÖLWUNDER DES ELISÄUS Das Bild zeigt das Innere des Tempels. Hier steht hochaufgerichtet Elisäus und überwacht einen jungen Mann und eine Magd, die aus Krügen Öl in große Vorratsgefäße gießen. Andächtig sehen ein junger Mann und eine Mutter mit Kind zu. Inschrift: Oleum effusum Cant. 1. (Cant 1,3: Ausgegossenes Öl).
Die Witwe eines der Jünger des Elisäus rief ihn um Hilfe an, da sie völlig mittellos war und der Gläubiger ihre Söhne zu Sklaven nehmen wollte. Elisäus befahl ihr, alle Gefäße, die sie bekommen könne, zusammenzuholen und ihr letztes Öl hineinzugießen. Ihre Söhne reichten ihr die Gefäße, und ihr Öl versiegte nicht, sodass sie alle Gefäße füllen konnte. Elisäus befahl ihr, mit dem Erlös des Öls ihre Schulden zu bezahlen und von dem Rest zu leben (4 Reg 4,1-7). Die Inschrift ist dem Hohen Lied entnommen und steht nicht in Zusammenhang mit dem Bildthema: » Oleum effusum nomen tuum ideo adulescentulae dilexerunt te« (Wie ausgegossenes Öl ist dein Name; darum lieben dich die Mädchen).
Die Inschrift von 1741 hielt sich an den Text der dargestellten Szene: » Salve creditori tuo. 4 Reg 4.« Luidl erklärt das Bild Wie die Witwe mit dem Öl ihre Gläubiger bezahlen konnte, so löst das Walburgisöl die Sündenstrafen ein, die wir Gott zu bezahlen schuldig sind.
6 SALBUNG DAVIDS DURCH SAMUEL Das Bild zeigt eine weite, vielgestaltige Landschaft. David als junger Hirte kniet auf einem Weg. Er hat die Hirtenschippe bei sich, neben ihm liegt eine Krone. Vor ihm steht der greise Samuel und gießt aus einem Horn Öl auf Davids Haupt. Inschrift Oleo sancto meo. Psal 88 (Ps 89,21: Mit meinem heiligen Öl). Da König Saul das Wort Jahwes missachtet hatte, war er von ihm als König verworfen worden. Um einen neuen König zu salben, schickte Jahwe Samuel mit einem ölgefüllten Horn zu Isai nach Bethlehem, weil er dessen jüngsten Sohn David zum König ausersehen hatte. Isai zeigte Samuel erst seine älteren Söhne, und als letzten erst David, der die Schafe hütete. »Und Jahwe sagte: Auf! Salbe ihn; denn der ist es. So nahm denn Samuel das Ölhorn und salbte ihn« (1 Sam 16,1-13).
Die Inschrift ist eng auf die Szene bezogen; sie stammt aus Psalm 89: »Inveni David servum meum oleo sancto meo unx eum« (Ich habe David ersehen, meinen Knecht, mit meinem heiligen Öl salbte ich ihn). Die Darstellung von 1741 entsprach dem heutigen Zustand.
7 SALBUNG SAULS DURCH SAMUEL Vor einer weiten Landschaftskulisse mit vielfältiger und malerischer Staffage steht Samuel und gießt Öl aus einem Krug auf das Haupt des jugendlichen Saul, der niedergekniet ist und die Krone hält. Inschrift Unctionis oleo. Exod: 4. (Ex 40,9: Mit dem Öl der Salbung).
Jahwe hatte dem Seher Samuel befohlen, Saul, einen Mann aus dem Gebiet Benjamin, den er ihm am nächsten Tag schicken werde, zum König zu salben. Samuel erkannte Saul, als er kam. Am nächsten Morgen nahm er ihn mit vor die Stadt und verkündete ihm das Gebot Jahwes. »Hierauf nahm Samuel das Ölgefäß und goss es über sein Haupt aus, küsste ihn und sprach: Hiermit hat dich Jahwe zum Fürsten über sein Erbtei gesalbt. Du sollst über das Volk Jahwes herrschen...« (1 Sam 10,1). Die Inschrift ist einer anderen Szene entnommen. Sie bezieht sich auf den Auftrag Gottes an Moses, den Altar im Heiligtum zu salben, damit er geheiligt werde: »et adsumpto unctionis oleo ungues tabernaculum cum vasis suis ut sanctifi centur« (Ex 40,9: Ebenso sollst du den Brandopferaltar mit allen seinen Geräten salben. Du sollst den Altar weihen, damit der Altar hochheilig ist).
Die Inschrift von 1741 lautete: »mutaberis in virum alterum. 1 Reg 10«. Die Stelle, die ebenfalls aus dem Text der Salbung Sauls durch Samuel stammt, heißt im Zusammenhang »et insiliet in te spiritus Domini et prophetabis cum eis, et mutaberis in virum alium« (1 Sam 10,6: Da wird nun der Geist Jahwes auf dich übergehen, so dass du mit ihnen in prophetische Begeisterung gerätst und in einen anderen Menschen verwandelt wirst).
Nach Luidl beziehen sich die beiden Darstellungen der Salbungen 6 und 7 zunächst darauf, dass Walburga eine große Himmelsfürstin sei und als solche »mit ihrem wunderbarer Oel auf Erd, gleichsam zu einer königlichen Beherrscherin de Krankheiten, Wunden, Schäden, ja des Tods selbst gesalbe werde; Von dem anderten aber, daß wir mit ihrem H. Oel eber jenen Geist schöpfen sollen, mit welchem sie beseelet alles ver achtete, was die Welt schätzt, und alles das umfienge, was di Welt verachtet«, um Christus »gleichförmig« zu werden (S. 113f.).
8 DER BARMHERZIGE SAMARITER In einer weiten Landschaft mit Bergen sieht man einen verletzten Mann am Boden liegen. Über ihn beugt sich ein Reisender, der sein Pferd an einen Baumstumpf angebunden hat, und träufelt ihm Öl in seine Wunde. Inschrift Oleum in ossibus eius. Psal 108. (Ps 109,18: Öl auf seine Knochen).
Lukas erzählt das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter. Ein Mann war auf dem Weg von Jerusalem nach Jericho unter Räuber gefallen und schwer verletzt worden. Ein Priester und ein Levit kamen nacheinander des Weges, achteten aber nicht auf den Verletzten und gingen vorbei. »Ein Samariter aber, der des Weges zog, kam in seine Nähe, sah ihn und wurde von Mitleid bewegt. Er trat hinzu, verband seine Wunden und goß Öl und Wein darauf; dann setzte er ihn auf sein eigenes Lasttier, brachte ihn in eine Herberge und trug Sorge für ihn« (Lc 10,30-34). Die Inschrift kommt aus einem völlig anderen Zusammenhang, aus einem Psalm Davids, in dem David vor Gott einen Menschen verflucht, der ihm Böses getan hatte: »Maledictio... intravit sicut aqua in interiora eius et sicut oleum in ossibus eius« (Ps 109,18: Der Fluch ... in sein Inneres soll er eingehn wie Wasser, in sein Gebein soll er dringen wie Öl).
Das Bild von 1741 zeigte das gleiche Thema mit der gleichen Inschrift, »welches zu verstehen giebt, daß das H. Walburgae- Oel alle Seel- und Leibs-Wunden zu heilen sonderbar ersprießlich seye« (S. 114).
9 KRANKENHEILUNG UND SALBUNG DURCH DIE APOSTEL Vor einer prachtvollen Portalkulisse stehen armselige Lagerstätten, auf denen zwei Kranke liegen. Ein dritter drängt sich von links dazu. Ein junger Mann rechts – wohl Johannes – kümmert sich um die Kranken. Von den Aposteln ist der vordere an der Haar- und Barttracht als Petrus zu erkennen; der zweite ist ebenfalls bärtig; mit ihm könnte Jakobus der Altere gemeint sein, der oft mit Petrus und Johannes auftritt. Petrus salbt dem Kranken, der sich herandrängt, die Stirne. Inschrift Oleum dexterae suae. Prov:25 (Prov 27,16).
Markus berichtet über die Aussendung der Zwölf durch Jesus: »Et exeuntes praedicabant ut paenitentiam agerent et daemonia multa eiciebant et unguebant oleo multos aegrotos et sanabant« (Mc 6,12f.: Darauf zogen sie aus und predigten, dass man umkehren solle. Dabei trieben sie viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten).
Die Inschrift bezieht sich nur im engen Wortsinn auf die Szene, in der Petrus mit seiner Rechten salbt. Sie ist aus völlig anderem Zusammenhang genommen: »tecta perstillantia in die frigoris et litigiosa mulier conparantur; qui retinet eam quas qui ventum teneat et oleum dexterae suae vocabit« (Prov 27,16: Am Regentag ein undichtes Dach, das forttreibt, dem gleich eine zänkische Frau; wer sie birgt, birgt Wind, und auf Öl- [glätte] trifft seine Rechte).
Die Inschrift von 1741 lautete: »Unguebant oleo multos aegros, et sanabant« (Mc 6,13).
10 DIE KLUGEN JUNGFRAUEN Links ist eine geöffnete Tür dargestellt, in der der Bräutigam erscheint. Von rechts nahen im nächtlichen Dunkel fünf junge Frauen, von denen jede eine kleine brennende Lampe hält. Inschrift Oleum in vasis suis. Matth: 25. V.1.
Die Inschrift von 1741 lautete nach Luidl: »In lumine tuo videbimus lumen. Ps 35« (Ps 36,10: In deinem Lichte werden wir das Licht schauen).
Diese und die folgende Darstellung zeigen das Gleichnis von den fünf klugen und den fünf törichten Jungfrauen, die auf den Bräutigam warteten. Die fünf klugen hatten außer ihren Lampen auch Öl mitgenommen, die törichten nicht. Als erst um Mitternacht der Ruf erscholl: Siehe, der Bräutigam! Auf, ihm entgegen! Da waren die Lampen der törichten Jungfrauen am Erlöschen und sie waren gezwungen, wegzugehen und Öl zu kaufen. Als der Bräutigam kam, gingen die klugen Jungfrauen mit ihm zur Hochzeit. Als die törichten endlich kamen, war ihnen die Tür verschlossen.
In diesem Gleichnis werden die Christen mit den Jungfrauen verglichen, die auf Christus, den Bräutigam warten. Selbst wenn sein Kommen sich verzögert, müssen sie ihre Lampen bereit haben, d. h. sie müssen wachsam und gerüstet sein.
11 DIE TORICHTEN JUNGFRAUEN Vor dem verschlossenen Tor stehen die fünf törichten Jungfrauen. In Wolken erscheinen zwei Putten mit Ölkannen. Inschrift De oleo vestro. Mtt: 25. (Von eurem Öl). Inschrift 1741: »Date nobis d oleo vestro« (Gebt uns von eurem Öl).
Die beiden Inschriften von Bild 10 und 11 sind aus dem Text der dargestellten Geschichte genommen: »prudentes vero acceperunt oleum in vasis suis cum lampadibus« (Mt 25,4: Die Klugen nahmen zu ihren Lampen auch Öl in Gefäßen mit) und
»fatuae autem sapientibus dixerunt: date nobis de oleo vestro« (Mt 25,8: Die Törichten sprachen zu den Klugen: Gebt uns von eurem Öl).
Während bei Bild 11 die alte Inschrift wiederaufgenommen wurde, wurde die Inschrift von Bild 10 bei der späteren Ausmalung verändert. Nach Luidl bezieht sich Bild 10 auf Walburga als weise Jungfrau. Sie habe mit dem Licht des Glaubens und ihrer Gottesliebe die Menschen entzündet, »dardurch aber so hell unserem Teutschland geschienen, und vorgeleuch tet, daß es in diesem Licht das Licht des Glaubens ersehen, une sich aus seinen heydnischen Finsternussen erschwungen hat« Bild 11 »deutet auf uns selbst, und ermahnet uns, daß wir un zeitlich bei der Heil. Walburgae um ihre mächtige Vorbit bewerben« und durch die Stärkung mit ihrem Öl innerliche und äußerliche Salbung erhalten (S. 114).
Im Evangelium des Matthäus folgt dieses Gleichnis mit zwei sinnverwandten Gleichnissen auf Jesu Prophezeiung der Endzeit (Mt 24,1-44). Hier ist das brennende Öl in den Lampen Zeichen der Bereitschaft des Christen in dieser Endzeit: Wachet also, denn ihr kennt nicht den Tag noch die Stunde (Mt 25,13).
Luidl beschreibt neben den elf noch existierenden Bildfeldern ein weiteres, zwölftes: »Es zeigen sich in dem Gewölb ring herum zwölf aus göttlicher Schrifft entnommene Sinnbilde und Figuren des H. Oels«. Das zwölfte Bild zeigte einen Ölbaum, der seine Äste über die Äste anderer Bäume erhebt und sich dadurch würdig zeigt, von den anderen als König der Bäume gesalbt zu werden. Die Inschrift war: »Impera nobi Jud.9.«, »und dises will sagen, daß dem H. Oel, so aus de H. Walburgae, disem fruchtbar und glorreichen Oel-Baum is der Kirche Gottes reichlichist abfließt, billig ein Vorzug unte den übrigen Oel-Säfften, so aus anderer Heiligen Leibern und Reliquien entspringen, möge zugesprochen werden« (S. 112)
Literatur zu den Eichstätter Heiligen Willibald, Walburga und Wunibald, zur Wallfahrt und zum Ölwunder:
AASS, Walburga Feb. Tom. III, S. 511-72 (gesamter Text der Miracula von Wolfhard von Herrieden über Walburga); Willibald Feb. Tom II, S. 523-42.
Monumenta Germaniae Historica, Scriptores XV, S. 86-117 Vita S. Willibaldi et Vita S. Wynebaldi.
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Gretser, Jacobus SJ, Fons olei Walpurgini apud Eystettenses explicatus atque defensus, Ingolstadt 1620; deutsche Übersetzung von Christoph Schachner: Heylsamer Oelbrunn der heiligen Junckfrawen S. Walburgen - Das ist Gründliche Beschreibung und Rettung deß Heylsamen und Wunder wirckenden Oels, welches auß der heiligen Königlichen unnd Gott geweichten Junckfrawen S. Walburgen, Würdigen Heylthumb, inn ihrem Kloster zu Eystett... reichlich herauß fleust. Ingolstadt 1621 (Exemplar BSB 4 Liturg. 280k, Beiband 2). Stengel, Georg SJ (Hg.), Divi Eystetenses: Willibaldus, Wunibaldus, Sola, Walburga, Sermonibus aliquot e manuscripto veteri codice petitis laudati, Ingolstadt 1625 (Exemplar BSB 2 Bavar. 1761; die Sermones waren von P. Balthasar Böhm aus Pahdarf assahrishan ah rere)
Haim, Lorenz, Kurtzer Begriff oder Inhalt deß Lebens de Heyligen Wunderthättigen Königlichen Kloster-Jungkfrawei und Aebbtissin Walburgis, deß Hochstifts Eystett und eine Löblichen Klosters zu St. Walburg daselbst Seeligsten Patro nin. Wie auch dessen Ursprung, und Aufnemmen wolgedach ten Gottshauß zu S. Walburg; sambt beygesetzten Nämen de vornembsten Gutthättern, auch Aebbtissinnen, so vil man au denen uhralten Documentis deß Klosters in Erkandtnuß ha kommen könden, Ingolstadt 1665 (Exemplar BSB Bava 217n).
Goudin, Anselm OSB, Unerschöpfliches Hoch-Stiffts Aych stättischer Gnaden-Brunn der Heiligen Königlichen Jung frauen und Abbtissin Walburgis, Regensburg 1708; Beiband das Gebetbuch Aychstattisches Vergiß mein nich Regens burg 1708 (Neuauflage des Gebetbuchs Eichstätt 21715).
Goudin, Anselm OSB, Benedictinisches Weltwunder, vorgestellt in der Heil. Groß-Britannischen Königl. Princessin und jungfräulichen Äbbtissin Walburga auß den Heil. Benedicti ner-Orden; wie auch in dem übernatürlichen Oel-Fluß, wel cher in der Hochfürstl. Bischöffl. Haupt- und Residentz-Stad Aychstätt in Francken auß dero reinisten Brust-Gebeineren al ein Miraculoses Universal-Mittel wider alle leibliche Gebres ten schon über 900 Jahr hervor gequellet (mit einer Aufzäh lung der Wunder), Regensburg 1716 (Exemplar BSB Res/ Bavar. 871).
Goudin, Anselm OSB, Zusatz von der Uhralten Wallfahrt nacher Aychstätt zu St. Walburg. Wie selbe wunderbarlich bey diesen unseren Zeiten auf ein neues zu floriren angefangen, und von viel 1000 Hoch- und niederen Standts Persohnen mit vergnügtister Hertzens-Freud bishero besuchet worden (mit neuen Wunder-Berichten 1716-20), Eichstätt 1720 (Beiband zum BSB Res/4 Bavar. 871; weiterer Beiband eine Lobpredigt auf die hl. Walburga von P. Anselm Goudin).
Baumgartner, Johann Ludwig Victor, Aychstättisches Je Länger Je Lieber. Bestehend in kurtzer Lebens-Beschreibung deß
Heiligen Willibaldi, Ersten Bischoffen zu Aychstatt. Aus zer schiedenen weitschichtigen Lebens-Verfassern in gegenwärtiges Compendium gebracht, Eichstätt 1745.
Cultus D. Walburgae Virginis, e Sacra S. Benedicti Familia Antistitae, Eystadij Propitiae, Ingolstadt 1748 (Exemplar BSE Asc. 1305).
Luidl, Anton SJ, Eichstättisches Heiligtum, offentlich ausge setzt und vorgestellt, In dem Leben, Tugenden, Tod, Wunder thaten und übernatürlichen Oel-Fluß der Heil. Jungfräulicher Abbtissin Walburgae, samt einem Anhang und Bericht von dem Gottshaus und Jungfräulichen Closter-Stifft Ord S. Benedicti zu St. Walburg in Eichstatt, 3 Teile, München und Stadtamhof 1750 (Exemplar in der Bibliothek des DAEI).
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Zunker, Maria Magdalena OSB, Adelgundis I. Pettenkofer (1696–1756), Abtissin von St. Walburg in Eichstätt, S. 136–53, Michaela Morasch, S. 160–78, in: Barbara Bagorski und Ludwig Brandl (Hg.), Zwölf Frauengestalten aus dem Bistum Eichstätt vom 8. bis zum 20. Jahrhundert, Regensburg 2008.
Zunker, Maria Magdalena OSB, St. Walburg, in: Germania Benedictina, Bayern, Teil Franken (in Vorbereitung).
A.B.
Ehem. Dominikanerkloster
aufgehoben 1806 seit 1836 Schulgebäude (1965 Gabrieli-Gymnasium Luitpoldstr. 40
Ehem. Dominikaner-Klosterkirche S. 111 Ehem. Klostergebäude, Treppenhaus S. 118 Ehem. Klostergebäude, abgegangene Deckengemälde S. 122
Zur Geschichte: Der Dominikanerorden, vom hl. Dominikus als Orden gegründet, dessen Grundlagen die Armut und das Studium waren, wurde 1216 durch Papst Honorius III. bestätigt und verbreitete sich mit großer Geschwindigkeit. Wie die anderen Bettelorden siedelten sich die Dominikaner meist in den Städten an, wo sie als Seelsorger und vor allem als Prediger geschätzt waren. Wegen ihrer Glaubensüberzeugung und ihrer Gelehrsamkeit war ihnen von Gregor IX. 1232 die Inquisition und der Kampf gegen die Häresie anvertraut worden. Als Gründungsdatum des Dominikanerklosters in Eichstätt gilt das Jahr 1271. Stifter waren Sophia von Hirschberg, aus dem Haus Bayern, eine Schwester Ludwigs des Strengen, und ihre zwei Söhne Gebhard und Gerhard. Sophia schenkte den Dominikanern für Kloster und Kirche ein großes Grundstück innerhalb der Stadtmauer (Sophia starb 1289 und wurde in der Kirche begraben). Der Wortlaut eines Ablassbriefs des Bischofs Konrad von Freising 1278 für die »structura fratrum praedicatorum in Eisteten noviter inchoata« lässt schließen, dass Kloster und Kirche bereits im Bau, aber noch nicht fertig waren. Im Oktober 1279 befahl der Eichstätter Bischof Reinboto von Meilenhart (1279–97) dem Klerus, die Dominikaner zum Predigen zuzulassen. 1366 vernichtete ein Großbrand Kirche und Kloster. Mit Hilfe von Bischof Raban Truchseß von Wilburgstetten (1365–83) wurden die Bauten wiederhergestellt.
Kloster, Kirche, Hof und Gärten waren in einem Viertelkreis von der Stadtmauer umgeben. Die Klosterbauten lagen nördlich der Kirche, zuerst der Kreuzgang. An den Chor schloss nach Norden der langgestreckte Ostflügel an mit dem Refektorium und den Küchenräumen, in der Höhe des Refektoriums im rechten Winkel der Nordtrakt. Nördlich von diesem Flügel lag der weite Wirtschaftshof mit Bräuhaus und Ställen.
Nach den Schäden des Dreißigjährigen Krieges wurden die heruntergekommenen Gebäude unter dem Prior Chrysostonus Speth durch P. Albert Plattenberger aus Landshut und Bruder Johannes Spengler baulich erneuert (Osttrakt 1649). 1681 wurden der West- und Nordflügel mit Unterstützung des Bischofs Marquard II. Schenk von Castell (1637–85) neu erbaut.
Nach der Säkularisation durch das Königreich Bayern 1806 wurde die Kirche geschlossen und die 16 Mönche mussten das Kloster verlassen. 1817 kamen die Gebäude in den Besitz des Herzogs Eugen von Leuchtenberg. In den Klosterbauten wurde 1818 eine »Nahrungs- und Armenbeschäftigungsanstalt« eingerichtet. 1821/22 überließ Eugen die als Magazin benutzte Kirche wieder dem katholischen Kult. 1832 erwarb der Staat die Klosterbauten zurück und begründete hier 1834–36 ein Lehrerseminar, das 1880 in eine Lehrerbildungsanstalt umgewandelt wurde und bis 1935/37 existierte. Der verheerende Brand vom 19./20.10.1918 ging vom Ostflügel der ehem. Klostergebäude aus, der an die Kirche anschloss; dieser Ostflügel wurde beim Brand weitgehend zerstört und 1919-21 wiederaufgebaut. 1935-42 bestand hier eine Deutsche Aufbauschule, 1942-45 erneut eine Lehrerbildungsanstalt, 1946-56 ein Institut für Lehrerbildung, verbunden mit einer Oberschule in Kurzform, aus der sich das heutige 1965 nach Gabriel de Gabrieli benannte Gymnasium entwickelte.