Dresden, Großes Opernhaus am Zwinger
Inventarnummer: cbdd10474
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Das Große Opernhaus am Zwinger wurde anlässlich der Hochzeitsfeierlichkeiten von 1719 errichtet und beim Dresdner Maiaufstand 1849 zerstört. Die verlorene Deckenmalerei und Innenausstattung stammte von dem venezianischen Theaterarchitekten Alessandro Mauro.

Bauwerk

Nach dem Umbau des Klengelschen Komödienhauses zur Hofkirche im Jahre 1707 war für die Abhaltung der Hochzeitsfeierlichkeiten von 1719 ein neues, repräsentatives Opernhaus notwendig geworden. Der Neubau nach den prinzipiellen Plänen Matthäus Daniel Pöppelmanns wurde an der Südostecke des Zwingers konzipiert und war über den Naturwissenschaftlichen (heute Porzellan-)Pavillon erreichbar. Die Grundsteinlegung erfolgte am 9. September 1718, nach vielerlei Schwierigkeiten wurde der Bau am 25. August 1719 abgeschlossen.
Der 53,6 x 23,6 m große, kastenförmige, sieben zu drei Achsen einnehmende Theaterbau war als einfacher Putzbau mit geohrten Rechteckfenstern äußerlich völlig schmucklos gehalten und wurde mit einem flachen Walmdach mit Gaupen abgeschlossen. Der Innenausbau erfolgte durch den venezianischen Theaterarchitekten Alessandro Mauro (um 1694–1736), welcher gemeinsam mit seinem Bruder Girolamo und weiteren Handwerkern aus Italien arbeitete.
Zuschauerraum
Der vollständig hölzerne, ungefähr 16 m lange und breite Zuschauerraum umfasste aus Sicherheitsgründen 1200 Besucher – 2000 Personen wären möglich gewesen. Die beiden ersten Ränge der annähernd als Halbkreis ausgebildeten Logenarchitektur waren als Korbbögen ausgebildet, vor denen sich unterschiedlich dekorierte Brüstungen vorwölbten, und die im Wechsel mit ornamental geschmückten Pfeilervorlagen auf Postamenten angeordnet waren. Der dritte Rang war als Balustradenbrüstung ausgebildet und an der Rückwand von einer Rundbogenarkade mit korinthischen Halbsäulen eingefasst. Auch das Proszenium war von einer hohen korinthischen Säulenstellung gerahmt, die – ebenso wie die jeweils erste Loge des Zuschauerraumes – von mächtigen Atlantenfiguren aus der Hand Balthasar Permosers getragen wurden. Ein hoher Korbbogen mit dem reich geschmückten Herrscherwappen im Scheitelpunkt schloss das Proszenium ab. Auch in der Herrscherloge wurde die mehrfach verkröpfte Brüstung von prachtvollen Figuren getragen oder gerahmt. Im ersten Rang trugen ebensolche eine Königskrone mit Lambrequins als Baldachin, im dritten veränderte sich die Architektur zu einer mit einem Segmentgiebel mit Figuren bekrönten Korbbogenöffnung.
Der Zuschauerraum wurde mehrfach verändert: 1738 von Andrea Zucchi und 1749/50 von Guiseppe Galli da Bibiena, seit 1782 wurde es als Redoutenhaus benutzt. Beim Dresdner Maiaufstand 1849 wurde das Große Opernhaus zerstört und danach abgebrochen.[1]
Die Decke des Zuschauerraums
Für das hohe Muldengewölbe des Zuschauerraums hatte Mauro ein Gemälde auf Leinwand gefertigt. Die beiden Darstellungen im Kupferstichwerk der Hochzeitsfeierlichkeiten sind bezüglich des Deckengemäldes recht unklar und zeigen lediglich fliegende Putten vor einem Wolkenhimmel. Auch die spätere, jedoch nicht unbedingt glaubwürdige Darstellung in der Lithographie von Emil Köhler von 1812 zeigt Ähnliches: Im Zentrum der Malerei eine Fama mit Posaune, die das kursächsische Wappen hält und von Putten mit Kränzen begleitet wird.[2]
Bibliographie
- Archivalien:
- Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstichkabinett, Inv.-Nrn. C 5693 (Ca 200, Bl. 14) und C 6695 (Ca 200, Bl.13). Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Inv.-Nr. B 3546.
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- Literatur:
- Gurlitt, Beschreibende Darstellung, 1901. – Gurlitt, Cornelius: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, Heft 2, Dresden 1901.
- Meinert, Das große Opernhaus, 1990. – Meinert, Günther: Das große Opernhaus am Zwinger, in: Marx, Harald (Hg.): Matthäus Daniel Pöppelmann. Der Architekt des Dresdner Zwingers, Leipzig 1990, S. 178–180.
Einzelnachweise
- ↑ Gurlitt, Beschreibende Darstellung, 1901, S. 456–462; Meinert, Das große Opernhaus 1990.
- ↑ Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstichkabinett, Inv.-Nrn. C 5693 (Ca 200, Bl. 14) und C 6695 (Ca 200, Bl.13). Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Inv.-Nr. B 3546.