Dülmen, Marienkapelle von Haus Visbeck

Laß, Heiko:Dülmen, Marienkapelle von Haus Visbeck, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2022, URL: www.deckenmalerei.eu/b7861be4-eb82-4525-b363-806bbe72a8fa

Inventarnummer: cbdd10180

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In der Voute der Kapelle von 1749 befanden sich acht Bildnismedaillons, die heute überstrichen sind. Die Ikonographie ist bislang unbekannt.

Die Marienkapelle

Kurzbeschreibung und Lage

Die Marienkapelle[1] von Haus Visbeck wurde 1747-49 erbaut. Sie steht vor den Resten des Ritterguts Visbeck, vor der ehemaligen Tordurchfahrt in den Hof. Im 19. Jahrhundert erfolgte eine Umgestaltung und Vergrößerung der Kapelle.

Bau- und Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Das Gut wurde im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt und wurde brannte 1639 weitgehend ab. Eine zum Gut gehörige Marienkapelle ist urkundlich ab 1572 belegt. 1665 erwarb die Familie Droste zu Vischering das Gut. 1674-78 wurden das Haupthaus und die Wirtschaftsgebäude der Vorburg neu errichtet bzw. instand gesetzt. Die Kapelle erhielt 1678 eine Zustiftung. Spätestens ab 1680 hatte Visbeck nur noch die Funktion eines Vorwerks für die Droste zu Vischering. Die von 1747 bis 1749 errichtete Marienkapelle war ein Ersatz für die alte Marienkapelle, deren Lage unbekannt ist. Sie wurde mit einem Messprivileg 1747 und einer neuen Vikarie abgesichert. Während das Herrenhaus zu einem unbekannten Zeitpunkt Ende des 19. Jahrhunderts abgebrochen wurden, erhielt die Kapelle 1889 im Westen ein rechteckiges Langhaus angefügt. 1922 wurde sie erneuert und 1952 renoviert.

Auftraggeber

Bauherr der Kapelle und Stifter der Vikarie war Maximilian Heinrich von Droste zu Vischering.

Architekten, Künstler

Als Architekt der Kapelle wird im Allgemeinen Johann Conrad Schlaun angegeben. Florian Matzner und Ulrich Schulze haben den Bau jedoch bereits 1995 Schlaun abgeschrieben.[2] Auch andere Künstler sind unbekannt.

Beschreibung

Die Kapelle setzt sich aus dem achteckigen Ursprungsbau sowie der längsrechteckigen Erweiterung zusammen. Sie ist verputzt und hat den beiden nördlichen und den beiden südlichen Wänden hohe Rechteckfenster. Ein Zeltdach mit Glockendachreiter schließt den Kernbau nach oben hin ab. Das Oktogon ist verputzt, der Anbau nicht. In den beiden nördlichen und beiden südlichen Wänden des Altbaus sind hohe Rechteckfenster eingelassen.

Der Kapellenraum und seine ehemalige Deckenmalerei

Beschreibung

Das ursprüngliche Oktogon hat einen Durchmesser von 7,8 Metern. Es wurde im 19. Jahrhundert umgestaltet. Nur der originale Altaraufsatz hat sich erhalten.

Ehemalige Gemälde

In der Voute befanden sich ehemals acht Bildnismediallons über der Mitte einer jeden Wand. Die stark zerstörte Malerei ist heute überstrichen. Die Umrisse sind noch schwach zu erkennen. Die Ikonografie oder Darstellungsweise ist unbekannt.

Bibliographie

  • Literatur:
  • Autermann, Visbeck, 2004. – Autermann, Guido: Die Marienkapelle Visbeck — Baugeschichte und Baubeschreibung. In: Dülmener Heimatblätter 1 (2004), S. 2-21.
  • Kaspar, Visbeck, 2014. – Kaspar, Fred: Eine neue Vorburg als Zeichen des Aufstiegs? Der Neubau von 1674/78 auf Haus Visbeck bei Dülmen (Kr. Coesfeld). In: Kaspar, Fred/Gläntzer, Volker (Hrsg.): Güter, Pachthöfe und Sommersitze. Wohnen, Produktion und Freizeit zwischen Stadt und Land. Münster/Hameln 2014, S. 168–179.
  • Matzner/Schulze, Schlaun, 1995. – Matzner, Florian/Schulze, Ulrich: Johann Conrad Schlaun. 1695–1773. Das Gesamtwerk. Stuttgart 1995.
  • Püttmann-Engel, Schloßkapellen, 1987. – Püttmann-Engel, Kristin: Schloßkapellen im Raum Westfalen 1650–1770 (Denkmalpflege und Forschung in Westfalen, 14). Bonn 1987.

Einzelnachweise

  1. Kaspar, Visbeck, 2014; Autermann, Visbeck, 2004; Matzner/Schulze, Schlaun, 1995, S. 840; Püttmann-Engel, Schlosskapellen, 1987, S. 271-272.
  2. Matzner/Schulze, Schlaun, 1995, S. 840.