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Celle, Haus Schuhstraße 22

Aus Deckenmalerei-Lab
Laß, Heiko:Celle, Haus Schuhstraße 22, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2026, URL: www.deckenmalerei.eu/190b4751-7f4d-473f-93a2-9d65efb485b6

Inventarnummer: cbdd20374

Lage: Auf OpenStreetMap anzeigen

Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Aus dem Haus Schuhstraße 22 hat sich eine translozierte Deckenmaler erhalten, die vermutlich von Giuseppe Arighini zwischen 1670 und 1700 geschaffen wurde. Sie zeigt den Engel des Lichts, der einen Toten in den Himmel emporträgt.

Schuhstraße 22 in der Altstadt von Celle, Gedenktafel für den Lyriker Ludwig Hölty 1765-1768 über dem Hauseingang
Schuhstraße 22 in der Altstadt von Celle, Gedenktafel für den Lyriker Ludwig Hölty 1765-1768 über dem Hauseingang

Das Haus Schuhstraße 22

Schuhstraße 22 in der Altstadt von Celle, Gedenktafel für den Lyriker Ludwig Hölty 1765-1768 über dem Hauseingang

Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Das Haus Schuhstraße 22 wurde Ende des 16. Jahrhunderts erbaut, später jedoch verändert.[1] 1656 erwarb es die Stadt Celle, die es „zum Kommandantenhaus“ einrichten ließ.[2] Ab 1680 wurde es an „höhere Beamte vermietet“.[2] Ende des 19. Jahrhunderts ging es in den Besitz der Sparkasse über und verblieb dort bis 1909.[3] Im Inneren wurde das Haus stark umgestaltet, insbesondere im Erdgeschoss.

Beschreibung

Das zweigeschossige Giebelfachwerkhaus hat sechs Gefache. Der Giebel kragt zweimal vor. Im Obergeschoss befindet sich in der rechten Hälfte ein Erker mit Pultdach.[1]

Ein ehemaliges Zimmer

Beschreibung

„Ein Zimmer des Hauses hatte eine reich durchgebildete Stuckdecke mit Gemälde im Plafond.“[2]

Das translozierte Deckenbild

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Die Decke wird in die Zeit zwischen 1670 und 1700 datiert. Der Stuck wird Giovanni Battista Tornielli zugeschrieben, die Malerei Giuseppe Arighini. Beide arbeiteten in diesen Jahren nachweislich im Celler Residenzschloss.[3] Im Jahr 1909 wurde die Decke abgenommen und am jetzigen Standort Neumark 1 neu eingebaut.[4]

Beschreibung und Ikonographie

Die Stuckdecke mit Putten, Blumen, Blättern und Muscheln ähnelt in ihrer Gestaltung denen im Residenzschloss.[2] Die Malerei zeigt den „Engel des Lichts“, der einen Verstorbenen in den Himmel führt.[3] Vor einem dunkelblauen Himmel trägt ein rotgewandeter Engel mit strahlendem Haupt einen olivgrün gekleideten Menschen empor. Über der Gruppe streuen drei Engel bzw. Putten Blumen.

Die Darstellung steht für die Gewissheit der Lutheraner auf eine fröhliche Auferstehung der Gläubigen, da Jesus Christus bereits für die Sünden der Menschen gestorben ist.

Gestalterische Mittel – Komposition und Ansichtigkeit

Das Gemälde ist in starker Untersicht gemalt.

Bibliographie

  • Literatur:
  • Bellersen Quirini, Celle, 2016. – Bellersen Quirini, Cosima: 100 weitere besondere Orte in Celle. Celle 2016.
  • Siebern, Celle, 1937. – Siebern, Heinrich (Bearb.): Stadt Celle (Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, 21). Hannover 1937.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Siebern, Celle, 1937, S. 191.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Siebern, Celle, 1937, S. 192.
  3. 3,0 3,1 3,2 Bellersen Quirini, Celle, 2016, S. 22.
  4. Bellersen Quirini, Celle, 2016, S. 22; Siebern, Celle, 1937, S. 192.