Bad Arolsen, Residenzschloss
Inventarnummer: cbdd10153
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Schloss Arolsen wurde in den Jahren 1710 bis 1728 im Rahmen einer Standeserhöhung und Residenzneugründung erbaut. Die zahlreichen Deckengemälde von Carlo Ludovico Castelli stammen überwiegend von 1721/22 und beziehen sich fast alle mehr oder minder auf das Thema der Standeserhöhung.

Schloss Arolsen
Kurzbeschreibung und Lage
Das Schloss[1] steht am Ostrand von Bad Arolsen. Diese dezentrale Lage war nicht vorgesehen. Vielmehr sollte das Schloss im Zentrum der Anfang des 18. Jahrhunderts erbauten Planstadt stehen – der östliche Teil der Stadt wurde jedoch nie realisiert.
Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte
Das Schloss geht auf ein 1526 säkularisiertes Kloster zurück. Dieses Schloss wurde bis 1692 genutzt. 1706 setzten die Planungen für einen Neubau ein, der 1710 nach Plänen von Julius Ludwig Rothweil mit der Grundsteinlegung begonnen wurde. 1712 erfolgte die Erhebung von Graf Friedrich Anton Ulrich von Waldeck in den erblichen Reichsfürstenstand (erst 1717 erfolgte die offizielle Titelverkündung). Nun wurde das alte Schloss niedergelegt und 1713 begannen die Arbeiten am neuen Residenzschloss. Die Bauleitung hatte seit 1713/14 Julius Ludwig Rothweil inne sowie ab 1732 sein Sohn Franz Friedrich Rothweil. 1720 wurde der noch unfertige Bau eingeweiht und bezogen. 1726 war das Appartement der Fürstin fertig gestellt. 1728 konnte die Schlosskapelle geweiht werden und bis 1745 waren die Seitenflügel bezugsfertig. Das Fürstenhaus verschuldete sich zunehmend, und aufgrund widriger außenpolitischer Umstände gelang es nie, die Schulden zu tilgen. Das wirkte sich negativ auf den Fortgang der Bauarbeiten aus. Die Große Haupttreppe wurde erst 1766 errichtet, der Hauptsaal sogar erst 1809-1811 ausgestattet. Von 1986 bis 2009 wurde das Schloss umfassend saniert. Im Rahmen dieser Maßnahmen erfolgte auch die Restaurierung einiger Deckengemälde. Weite Teile des Schlosses werden heute museal präsentiert, andere Bereiche sind bis heute von den Nachfahren der ehemaligen Fürstenfamilie bewohnt.[2]
Architekten, Künstler
In nahezu allen Innenräumen aus der Erbauungszeit stammt der Stuck von Andrea Gallasini und die Deckenmalerei von Carlo Ludovico Castelli.[3]
Beschreibung
Das Schloss ist eine gestaffelte zweigeschossige Dreiflügelanlage, die sich nach Süden öffnet. Der Hauptflügel mit dreigeschossigem Mittelrisalit nimmt Haupttreppenhaus, Garten- und Hauptsaal auf. Nach Osten erstrecken sich im Haupt- und Seitenflügel das ehemalige Appartement des Landesherrn im Erdgeschoss und das seiner Gemahlin im Obergeschoss. Nach Westen hin sind ein ehemaliges Gastgemach bzw. das Appartement des Erbprinzen gelegen. Die eingeschossigen äußeren Flügel dienten im Osten überwiegend Wirtschaftszwecken und im Westen der Verwaltung.[4]
Forschungsstand zur Baugeschichte
Der Forschungsstand ist vergleichsweise gut. Während die Baugeschichte umfassend aufgearbeitet ist,[5] liegen zur Ausstattung[6] und zum Bildprogramm[7] jedoch nur Untersuchungen vor, die die wichtigsten Räume abdecken.
Schrift- und Bildquellen
Im Hessischen Staatsarchiv Marburg hat sich ein von Castelli schriftlich fixiertes Programm der Deckenbilder erhalten.[8]
Der Steinerne Saal (Gartensaal)
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der Steinerne Saal oder Gartensaal stammt überwiegend von 1715-1719 und wurde im Auftrag von Friedrich Anton Ulrich von Waldeck-Pyrmont durch den Stuckateur Andrea Gallasini und den Maler Carlo Ludovico Castelli ausgestattet. Der Raum und seine Malerei wurden ab 1987 bis 2006 umfassend restauriert.[9]
Beschreibung
Der Gartensaal wird direkt vom im Süden gelegenen Treppenhaus durch eine zentrale Tür betreten. Nach Norden öffnet er sich mit fünf Fenstertüren zum Garten. Die vier äußeren haben an der Südwand Wandnischen als Pendants, in die oberhalb der Paneele Gemälde eingelassen sind. Ost- und Westwand werden von zentralen Kaminen bestimmt, die im Süden von einer Scheintür und im Norden von einer realen Tür flankiert werden.[10]
Die Decke des Steinernen Saals
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Decke wurde zwischen 1715 und 1719 vom Andrea Gallasini stuckiert. 1721/22 kamen die Deckengemälde von Carlo Ludovico Castelli hinzu.[11]
Beschreibung und Ikonographie
Der Deckenstuck präsentiert Allegorien der vier Elemente. Ferner sind an die Decke zwei große Bilder gemalt, die im Westen Phaeton vor Apoll sowie im Osten Apoll und die Musen zeigen. Apoll wird also einmal als Sol-Apoll und einmal als Apoll Musagetes dargestellt. In der Voute sind im Norden und Süden die gemalten Allegorien von vier Flüssen zu sehen. An den Schmalseiten sind über die Kamine Putten gemalt.[12]
Apoll und die Musen
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Deckenmalerei wurde 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli in Secco-Mischtechnik geschaffen. Die Seccomalerei ist in mehreren Lasuren übereinander erfolgt. Es lassen sich Vorritzungen im Putz nachweisen. In den 1960er Jahren wurde das Bild großflächig übermalt. Ab 1987 wurde die Übermalung entfernt und die Malerei restauriert.[13]
Beschreibung und Ikonographie
Apoll und die Musen haben sich auf Wolken niedergelassen. Apoll als Führer der Musen hat dabei einen erhöhten Platz eingenommen. Im Hintergrund enteilt das geflügelte Pferd Pegasus. Putten bringen zudem Lorbeerzweige und Lorbeerkränze heran.[14]
Gestalterische Mittel – Komposition und Ansichtigkeit
Die Ansichtigkeit ist auf die Nord- und nicht die Eingangsseite hin orientiert.
Vorlagen und Vergleiche
Wie üblich für ihn hat Castelli das Bild nach verschiedenen Vorlagen kompiliert. Apoll etwa ist aus einer Götterversammlung von Giovanni Lanfranco aus dem Jahre 1624 übernommen, die er für die ehemalige Loggia im ersten Obergeschoss der Villa Borghese malte. Und einige der Musen gehen auf das Deckenfresko der Divina Sapientia von Andrea Sacchi zurück, das er 1629/30 im Palazzo Barberini in Rom malte. Sie dürften über Kupferstiche vermittelt worden sein.[15]
Phaeton bittet Apoll um den Sonnenwagen
Externes Bild
Perelle, Nicolas: [Phaéton demandant à Apollon de conduire le char du Soleil
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Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Deckenmalerei wurde 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli in Secco-Mischtechnik geschaffen. Die Seccomalerei ist in mehreren Lasuren übereinander erfolgt. Es lassen sich Vorritzungen im Putz nachweisen. In den 1960er Jahren wurde das Bild großflächig übermalt. Ab 1987 wurde die Übermalung entfernt und die Malerei restauriert.[13]
Beschreibung und Ikonographie
Das Gemälde zeigt, wie Phaeton seinen Vater Apoll darum bittet, den Sonnenwagen fahren zu dürfen. Phaeton kniet in der Bildmitte vor Apoll und Flora, die links unter dem Tierkreis sitzen. Im Hintergrund werden die Pferde bereits an den Sonnenwagen geschirrt. Im Vordergrund lagern weitere Götter als Allegorien der vier Jahreszeiten, die Flora ergänzen: Ceres, Bacchus und Saturn. Apoll wird seinem Sohn den Sonnenwagen übergeben, doch die Geschichte endet böse, denn Phaeton ist nicht in der Lage, den Wagen zu lenken und wird sterben.[16]
Gestalterische Mittel – Komposition und Ansichtigkeit
Die Ansichtigkeit ist auf die Nord- und nicht die Eingangsseite hin orientiert.
Vorlagen und Vergleiche
Castelli folgt in seiner Bildfindung Nicolas Poussin, vermittelt durch einen Stich von Nicolas Perelle.[17]
Allegorien der vier Flüsse Po, Tiber, Nil, Tigris
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die vier Gemälde wurden 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli in Secco-Mischtechnik geschaffen. Die Seccomalerei ist in mehreren Lasuren übereinander erfolgt. Es lassen sich Vorritzungen im Putz nachweisen. In den 1960er Jahren wurde das Bild großflächig übermalt. Ab 1987 wurde die Übermalung entfernt und die Malerei restauriert.[13]
Beschreibung und Ikonographie
Zu sehen sind Allegorien der vier Flüsse Po, Tiber, Nil, Tigris. Sie stehen nicht für die verschiedenen Kontinente.[18]
Putten
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Putten wurden 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli in Secco-Mischtechnik geschaffen. Die Seccomalerei ist in mehreren Lasuren übereinander erfolgt. Es lassen sich Vorritzungen im Putz nachweisen. In den 1960er Jahren wurde das Bild großflächig übermalt. Ab 1987 wurde die Übermalung entfernt und die Malerei restauriert.[13]
Beschreibung und Ikonographie
Zu sehen sind jeweils zwei Putten mit Lorbeerkränzen vor einem Wolkenhimmel.
Die Wände des Steinernen Saals
Beschreibung und Ikonographie
Das Bildprogramm der Decke bezieht sich auf das Waldecker Fürstenhaus. Dies verdeutlichen die an der Südwand in vier Rundbogennischen präsentierten Gemälde von Friedrich Anton Ulrich, seiner Frau Luise, seines Vaters Christian Ludwig sowie dessen zweiter Frau Johanna.[19]
Das Appartement des Fürsten

Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte
Das Appartement des Fürsten gehörte zu den ersten vollendeten Raumfolgen. Es ist zusammen mit dem Schloss ab 1714 erbaut worden und war 1720 bezugsfertig.[20]
Beschreibung
Das Appartement befindet sich im Erdgeschoss und wird vom Gartensaal aus nach Osten erschlossen. Es setzt sich zusammen aus einem Vorzimmer, einem Audienzzimmer und einem Schlafzimmer an der Nordostecke, die in Enfilade liegen. Nach Süden folgen auf das Schlafzimmer zwei Kabinette und eine Galerie sowie weitere Privaträume. Prinzipiell gehört zum Appartement auch ein Vorsaal im Süden des Vorzimmers, der von der hofseitigen Galerie aus betreten werden kann.[21]
Das Vorzimmer (Roter Salon)
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der Raum wurde 1715-1719 erbaut und erhielt 1721/22 seine Deckenmalerei.
Beschreibung
Der Raum liegt zwischen dem Gartensaal im Westen und dem Audienzzimmer im Osten. Er hat zwei Fenster nach Norden zum Garten.[22]
Venus übergibt Aeneas die siegbringenden Waffen

Externes Bild
Kilian, Georg: Venus überreicht Aeneas die von Vulcanus geschmiedeten Waffen
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Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Das Deckenbild wurde 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli in Mischtechnik erstellt.
Beschreibung und Ikonographie
Gezeigt wird, wie Venus ihrem Sohn Aeneas die siegbringenden Waffen vor seinem Kampf mit Turnus übergibt. Links steht Aeneas ehrfurchtsvoll vor seiner göttlichen Mutter, die sich rechts auf einer Wolke befindet. Mit ihrer linken Hand hat sie einen Schild ergriffen, um ihn ihrem Sohn zu überreichen. Sie wird von zahlreichen Amoretten begleitet. Links sieht der Flussgott Tiber der Szene zu.[23]
Vorlagen und Vergleiche
Die Darstellung folgt einem Stich von Georg Kilian.
Das Audienzzimmer (Garten Gobelinzimmer)
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der Raum wurde 1715-1719 erbaut und erhielt 1721/22 seine Deckenmalerei.
Beschreibung
Das Audienzzimmer ist zwischen Vorzimmer im Westen und Schlafzimmer im Osten gelegen. Es hat zwei Fenster zum Garten an der Nordseite hin.[24]
Danaë empfängt Jupiter in Form eines Goldregens
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Das Deckenbild wurde 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli in Mischtechnik erstellt.
Beschreibung und Ikonographie
Das Deckengemälde zeigt Danaë, die Jupiter in Form eines Goldregens empfängt. Aus einer Wolke über ihrem Schoß fällt das Gold herab. Amor ist im Begriff, das ihre Scham verdeckende Tuch zu entfernen. Weitere Amoretten wohnen der Szene bei – eine schießt einen Liebespfeil auf Danaë.[25]
Vorlagen und Vergleiche
Castelli hat sich eng an den Stich von Gaspard Duchange orientiert, der ein Gemälde Correggios wiedergibt. Die Putten rechts oben sind eine Zutat Castellis.[26]
Das Schlafzimmer (Garteneckzimmer)

Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der Raum wurde 1715-1719 erbaut und erhielt 1721/22 seine Deckenmalerei.
Beschreibung
Das Schlafzimmer ist an der Nordostecke des Schlosses gelegen und hat zwei Fenster nach Norden und zwei nach Osten. Es folgt auf das Audienzzimmer im Westen. Im Süden schließt sich ein Kabinett an.[27]
Leda und der Schwan

Externes Bild
Jupiter et Léda
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Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Das Deckenbild wurde 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli in Mischtechnik geschaffen.
Beschreibung und Ikonographie
Das Deckengemälde zeigt, wie Jupiter in Gestalt eines Schwans Leda begattet. In der simultanen Darstellung tauchen Leda und der Schwan gleich mehrfach auf. Anfänglich schreckt Leda vor dem Vogel zurück, gibt sich ihm aber nachher hin. Zuletzt fliegt der Schwan davon und Leda blickt ihm nach, während sie von einer Dienerin abgetrocknet wird.[27]
Vorlagen und Vergleiche
Castelli folgt weitgehend einem Stich von Gaspard Duchange, der ein Gemälde Correggios reproduziert. Allerdings hat er die Landschaft in eine mitteleuropäische abgewandelt.[28]
Kabinett (Gartenschlafzimmer)

Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der Raum wurde 1715-1719 erbaut und erhielt 1721/22 seine Deckenmalerei.
Beschreibung
Das ehemalige Kabinett ist an der Ostseite des Schlosses gelegen. Es folgt auf das Schlafzimmer im Norden. Im Süden liegt ein weiteres Kabinett.[29]
Apoll mit Genien

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Das Deckenbild ist nicht das 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli geschaffene, das Jupiter darstellte, der Asteria in Form eines Adlers verführte. In den Stuckrahmen wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts ein Leinwandgemälde eingelassen. Wahrscheinlich wurde es von Fürst Karl August Friedrich beauftragt. Der Künstler ist unbekannt. In dieser Zeit arbeitete Johann Heinrich Tischbein für den Fürsten.[30]
Beschreibung und Ikonographie
Das Gemälde zeigt Apoll auf Wolken mit strahlendem Haupt und Lyra. Auf den ihn umgebenden Wolken lagern verschiedene Genien.[31]
Kabinett (Gartenkabinett)
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der Raum wurde 1715-1719 erbaut und erhielt 1721/22 seine Deckenmalerei.
Beschreibung
Das so genannte Gartenkabinett ist an der Ostseite des Schlosses gelegen. Der kleine Raum verfügt nur über ein Fenster. Er folgt auf das erste Kabinett im Norden.[32]
Amor

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Das Deckenbild wurde 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli in Mischtechnik erstellt.
Beschreibung und Ikonographie
Das kleine achteckige Bild zeigt Amor vor einem Wolkenhimmel, wie er einen Pfeil abschießt.[33]
Die sog. Pfälzischen Zimmer

Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte
Das Appartement ist zusammen mit dem Schloss 1715-1719 erbaut worden und erhielt 1721/22 Deckengemälde vom Carlo Ludovico Castelli.
Beschreibung
Das Appartement diente Gästen zur Unterkunft. Es wird vom Gartensaal aus erschlossen. In Enfilade liegen ein Vorzimmer, ein Audienzzimmer und ein Schlafzimmer an der Nordwestecke des Schlosses hintereinander. Auf das Schlafzimmer folgt nach Süden eine Garderobe. Ferner gehört zum Appartement ein Vorsaal, der südlich des Vorzimmers gelegen ist und von der hofseitigen Galerie aus betreten werden kann.[34]
Das sog. Alhambrazimmer (Vorsaal)

Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der Raum wurde 1715-1719 erbaut und erhielt 1721/22 seine Deckenmalerei. 1853 kam das so genannte Alhambrazimmer in den Raum, eine Hochzeitsgabe für Helene von Nassau aus dem Wiesbadener Schloss.[35]
Die Decke des Alhambrazimmers
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Das Deckenbild wurde 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli in Mischtechnik erstellt. Sein Thema ist unbekannt. Spätestens 1853 wurde es verdeckt.[36]
Das sog. Erste Pfälzer Empfangszimmer (Vorzimmer)

Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der Raum wurde 1715-1719 erbaut und erhielt 1721/22 seine Deckenmalerei.
Beschreibung
Der Raum liegt westlich des Gartensaals und hat zwei Fenster nach Norden. Im Süden ist das Alhambrazimmer gelegen, im Westen das ehemalige Audienzzimmer.
Aeneas vor Jupiter

Externes Bild
Jean Le Pautre, Vénus introduisant Énée auprès des dieux de l'Olympe, Radierung nach Pietro da Cortona, 280 x 375mm , Radierung auf Papier, 1667.
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Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Das Deckenbild wurde 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli in Mischtechnik erstellt.
Beschreibung und Ikonographie
Das Gemälde zeigt Aeneas vor Jupiter, also den bereits vergöttlichten Heroen. Er kniet rechts ehrfurchtsvoll vor dem mit seinem Adler auf einer Wolke thronenden Obersten der Götter. Hinter ihm steht seine ihn unterstützende Mutter Venus. Unterhalb von Jupiter befinden sich drei Genien, am Himmel fliegen drei Amoretten.[37]
Vorlagen und Vergleiche
Das Bild geht auf verschiedene Vorlagen zurück. Venus und Jupiter folgen einem Stich von Jean Lepautre nach einem Gemälde von Pietro da Cortona, das zum Inhalt hat, wie Venus ihren Sohn Aeneas in den Olymp einführt.
Das sog. Zweite Pfälzer Empfangszimmer (Audienzzimmer)

Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der Raum wurde 1715-1719 erbaut und erhielt 1721/22 seine Deckenmalerei.
Beschreibung
Der Raum ist zwischen dem Vorzimmer im Osten und dem Schlafzimmer im Westen gelegen. Zum Garten im Norden weisen zwei Zimmer.[37]
Die Entführung der Oreithyia
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Das Deckenbild wurde 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli in Mischtechnik erstellt.
Beschreibung und Ikonographie
Das Deckenbild zeigt den Raub der Königstocher Oreithyia durch den Gott des Nordwindes Boreas.[37]
Das sog. Pfälzer Schlafzimmer (Schlafzimmer)

Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der Raum wurde 1715-1719 erbaut und erhielt 1721/22 seine Deckenmalerei.
Beschreibung
Das Schlafzimmer ist an der Nordwestecke des Schlosses gelegen und hat zwei Fenster nach Norden und ein Fenster nach Westen. Es wird von Osten aus dem Audienzzimmer erreicht. Im Süden schließt sich eine Garderobe an.[37]
Cephalus, von Aurora umarmt

Externes Bild
Cesio, Carlo: [Aurora und Cephalus]
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Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Das Deckenbild wurde 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli in Mischtechnik erstellt. Es ist partiell von der Mitte bis nach unten zerstört.
Beschreibung und Ikonographie
Die Deckenmalerei zeigt, wie die Morgenröte Aurora ihren Geliebten Cephalus umarmt. Woher die Arolsen übliche Identifikation der männlichen Figur mit Tefalo herrührt, ist unbekannt. Aurora bedrängt Cephalus geradezu. Rechts entfernt sich Phosphorus, während im Vordergrund die Nacht schläft. Im Hintergrund bringt eine Amorette den Wagen Auroras herbei.[37]
Vorlagen und Vergleiche
Castelli hat sich an einem Stich Carlo Cesios orientiert, der einer Malerei Annibale Carraccis folgt. Jedoch ist nur das Liebespaar übernommen, dass sich auf der Vorlage im Wagen befindet. Die Nacht hat eine andere Gestalt. Phosphorus und der Wagen mit der Amorette sind eine Zutat Castellis.
Die Garderobe
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der Raum wurde 1715-1719 erbaut und erhielt 1721/22 seine Deckenmalerei.
Beschreibung
Die Garderobe ist zwischen dem Schlafzimmer im Norden und einem Nebentreppenhaus im Süden gelegen und weist zwei Fenster nach Westen auf.[38]
Venus und Adonis
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Das Deckenbild wurde 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli in Mischtechnik erstellt.
Beschreibung und Ikonographie
Die Deckenmalerei zeigt das Liebespaar Venus und Adonis.[38]
Weitere Räume mit Deckenmalerei im Erdgeschoss des westlichen Flügels
Beschreibung
Ganßauge, Kramn und Medding erwähnen 1938 im Westflügel weitere Räume mit Deckenmalerei, die aber heute nicht der Öffentlichkeit zugänglich sind. Im so genannten Wohnzimmer nennen sie ein Deckengemälde, das zeigt, wie Atalante auf der Straße von Hippomenes besiegt wird.[38] Für das Schlafzimmer nennen sie ein Deckenbild, das eine Allegorie der Eitelkeit auf einem Bett liegend präsentiere.[38] Und im westlichen Eckpavillon gab es ein weiteres Wohnzimmer, an dessen Decke weibliche Genien auf Wolken zu sehen waren.[38]
Die Schlosskapelle

Bau- und Ausstattungsgeschichte
Die Schlosskapelle wurde zusammen mit dem Schloss ab 1713 erbaut. Erst 1728 wurde sie geweiht. Ihre Ausstattung mit Deckenmalerei erfolgte bereits 1721/22.[39]
Beschreibung
Die Kapelle ist am Ende des äußeren Flügels im abschließenden Pavillon gelegen. Die zweigeschossige Schlosskapelle über quadratischem Grundriss hat ihren Altar an der Südwand. Im Norden befindet sich eine Empore mit Herrschaftsstand und Orgel. Der Stand ist gegen den Kirchenraum mit stuckierten Trophäen und einem Allianzwappen unter Fürstenhut geziert.[40]
Die Decke der Kapelle und ihre Malerei

Externes Bild
Louvemont, François de: [Der Evangelist Johannes]
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Louvemont, François de: [Der Evangelist Matthäus]
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Externes Bild
Louvemont, François de: [Der Evangelist Lukas als Maler der Madonna]
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Externes Bild
Louvemont, François de: [Der Evangelist Markus]
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Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Deckenbilder wurden 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli in Mischtechnik erstellt. Der Stuck stammt von Andrea Gallasini. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde die Malerei überfasst und erst im 20. Jahrhundert wieder freigelegt.[41]
Beschreibung und Ikonographie
Die Decke ist in fünf Felder unterteilt, die durch Stuckbänder voneinander getrennt sind: ein Mittelfeld und vier trapezförmige Felder an den vier Seiten. Das zentrale Hauptfeld präsentiert ein flaches Stuckrelief, die Seitenfelder nehmen Malerei auf. Das Relief zeigt in der Mitte die silberne Taube des Heiligen Geistes in einem Wolkenkranz. Von ihr gehen goldene Strahlen aus, die unter dem Wolkenband und den Rahmen Seitenfelder hindurch bis in die Deckenmalerei reichen. Hier sind die vier Evangelisten auf Wolken zu sehen – jeweils mit ihrem Attribut, umgeben von Engeln.[42]
Vorlagen und Vergleiche
Auch hier hat sich Castelli grafischer Vorlagen bedient. Die Evangelisten gehen auf Stiche von H. Trudon zurück nach Gemälden von Giovanni Lanfranco. Castelli hat das Format der Vorlage den Gegebenheiten vor Ort angepasst.
Die Deckenmalerei über der Empore
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Deckenbilder wurden 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli in Mischtechnik erstellt. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurden sie überfasst und erst im 20. Jahrhundert wieder freigelegt.[41]
Beschreibung und Ikonographie
Über der Empore wird der Harfe spielende König David in Wolken gezeigt, umgeben von einer musizierenden Engelschar. Sechs Kartuschen um das Bild herum (an den Ecken und an den Längsseiten) zeigen weitere musizierende Engel.[43]
Die Hofbibliothek
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Die Bibliothek wurde zusammen mit dem Schloss erbaut. Ihre Ausstattung zog sich länger hin.
Beschreibung
Die Hofbibliothek liegt im südlichen Pavillon des äußeren westlichen Seitenflügels. Der Raum ist eingeschossig.
Die Decke der Bibliothek und ihre Malerei (Richterstuhl des Otanes)
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Das Deckenbild in Mischtechnik stammt von Carlo Ludovico Castelli aus dem Jahr 1721/22. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde es überstrichen und erst 1999 wiederentdeckt und anschließend restauriert.[44]
Beschreibung und Ikonographie
Dargestellt wird der Richterstuhl des Otanes mit der abgezogenen Haut seines Vaters, des Richters Sisamnes. Sisamnes war der Korruption überführt worden und von Kambyses dazu verurteilt worden, bei lebendigem Leibe gehäutet zu werden. Mit seiner Haut bezog man anschließend den Richterstuhl, auf dem sein Sohn und Nachfolger Platz nehmen musste, damit er immer daran erinnert werde. Otanes hat sich auf dem drei Stufen erhöhten und mit Baldachin ausgezeichneten Stuhl niedergelassen. Über ihm hängt die Haut seines Vaters. Vor dem Stuhl steht der Vertreter des Kambyses. Zahlreiche Menschen wohnen der Veranstaltung bei.[45]
Das Treppenhaus (oberes Vestibül)
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Das Treppenhaus ist zusammen mit dem Schloss erbaut worden. 1721/22 erhielt es seine Deckengemälde. Die Haupttreppe selbst wurde aber erst 1766 errichtet. 2006 wurde das Treppenhaus restauriert.[46]
Beschreibung
Das Treppenhaus ist mit dem oberen und dem unteren Vestibül kombiniert. Zwei spiegelsymmetrisch angeordnete zweiläufige Treppen mit Wendepodest erschließen das Obergeschoss. Die stuckierte Decke (u.a. mit den Kardinaltugenden) nimmt über den Treppenläufen je ein großes Gemälde auf. Das westliche zeigt den Kampf gegen die Laster, das östliche die Apotheose des Hauses Waldeck.[47]
Die Apotheose des Hauses Waldeck

Externes Bild
Blondeau, Jacques: MATVRA AETAS
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Externes Bild
Blondeau, Jacques: VIRTVTEM
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Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Das Gemälde wurde 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli in Mischtechnik geschaffen. 2006 wurde es restauriert.[48]
Beschreibung und Ikonographie
Die Apotheose des Hauses Waldeck wird durch eine Göttergesellschaft in Wolken allegorisiert, in deren Mitte ein bittender nackter Jüngling von Herkules, dem er die Keule abgenommen hat, und Fortuna geführt wird. Gegenüber dieser Gruppe thront wohlwollend Jupiter mit seinem Adler, den Ring der Ewigkeit in seiner linken Hand. Schräg hinter ihm kauert Mars. Noch weiter im Hintergrund sitzen weitere Götter und Genien. Oberhalb von Jupiter bringt ein Genius den Wappenstern des Hauses Waldeck herbei. Links von ihm enteilt Fama in extremer Untersicht, um den Ruhm des neuen Mitglieds der Götter zu verkünden. Noch weiter links spielen drei Putten mit Waffen. Schräg unter ihnen befindet sich Minerva, die darüber wacht, dass die Geschichte des Helden niedergeschrieben wird. In der linken unteren Bildecke kauert ein gefesselter Gefangener und ein Mann mit einem Buch. In der Ecke gegenüber ruht die Personifikation der Rechtsprechung mit Liktorenbündel und zwei weiteren Frauengestalten.[49]
Das Bild spielt auf die Erhebung des Hauses Waldeck in den Fürstenrang an. Den entscheidenden Hinweis gibt der Waldecker Stern.
Vorlagen und Vergleiche
Castelli hat aus verschiedenen Vorlagen Figuren zum Vorbild genommen und diese neu zusammengestellt und ergänzt. Die zentrale Figurengruppe geht dabei auf Pietro da Cortonas Deckenbild in der Sala di Giove im Palazzo Pitti zurück, und wurde durch einen Stich von Jacques Blondeau vermittelt. Auch die Putten mit den Waffen oder der Genius mit dem Stern (ursprünglich Phosphorus) sind von hier übernommen. Minerva ist eine Hinzufügung Castellis.[50]
Der Sturz der Laster
Externes Bild
Herkules bezwingt die Harpyen, nach Pietro da Cortona
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Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Das Gemälde wurde 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli in Mischtechnik gemalt. 2006 wurde die Malerei restauriert.[48]
Beschreibung und Ikonographie
Das westliche Deckenbild zeigt den Kampf der olympischen Götter gegen die Laster. Herkules, Minerva und Apoll in der Bildmitte treiben die Laster, die anhand ihrer Attribute zu bestimmen sind, nach links. Es handelt sich um die Erzlaster Wollust (Luxuria), Hochmut (Superbia), Faulheit (Acedia), Neid (Invidia), Geiz (Avaritia) und Zorn (Ira). Andere Götter sehen den drei Kämpfenden zu. Zu diesen gehört hinter Apoll seine Schwester Diana und weiter oben auf einer Wolkenbank Ceres und Flora, Juno und Jupiter, Neptun und Pluto und eine nicht zu bestimmende Göttin.[51]
Vorlagen und Vergleiche
Castelli hat sich verschiedener Vorlagen bedient, um sein Figurenprogramm zusammenzustellen. Die Figur des Herkules ist der Justitia-Seite vom Triumph der göttlichen Vorsehung Pietro da Cortonas im Palazzo Barberini in Rom entnommen. Apoll hat sein Vorbild in einem Deckenbild Cortonas in der Sala di Marte im Palazzo Pitti in Florenz, doch erhielt er von Castelli statt eines Speers einen Bogen. Die Laster links haben ihr Vorbild in einem Gemälde des Medici-Zyklus von Peter Paul Rubens, und zwar in jener Szene, in der die Götter über die spanische Ehe des Thronfolgers befinden. Allerdings hat Castelli die Laster enger zusammengerückt. Auch Neptun und Pluto entstammen diesem Götterrat. Alle Bildnisse sind durch Kupferstiche vermittelt, jenes von Rubens etwa durch Marc Nattier und Jean-Baptiste Nattier. In der Folge „Le Gouvernement de la Reine“ aus der „Gallerie du Palais du Luxembourg“ ist es Blatt 5.[52]
Das Appartement der Fürstin

Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte
Das Appartement der Fürstin wurde zusammen mit dem Schloss errichtet. Es war 1726 vollendet. Nach 1741 wurde es in seiner Ausstattung modernisiert. Dabei ersetzte man auch ein Deckengemälde.[53]
Beschreibung
Das Appartement ist im ersten Obergeschoss an der Ostseite gelegen, über dem des Fürsten im Erdgeschoss. Es erschließt sich vom Hauptsaal aus nach Osten. In Enfilade liegen Vorzimmer, Audienzzimmer und Schlafzimmer. Von diesem aus folgten nach Süden ein Porzellan- und Spiegelkabinett, ein weiteres Kabinett sowie ehemals ein Großes Kabinett, ein Naturalienkabinett, ein Winterspeisesaal sowie ein Raum für das Frauenzimmer. Ferner gab es im Süden des Vorzimmers wie beim Fürsten einen Vorsaal, der von einer hofseitigen Galerie aus zu erreichen war. Insgesamt war das Appartement umfangreicher als das des Fürsten. Dieser Umstand hat seine Ursache in dem höheren Rang der Frau von Friedrich Anton Ulrich – Louise von Zweibrücken-Birkenfeld -– die eine geborene Fürstin war.[54]
Das Vorzimmer (Musikzimmer, Musiksalon)
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Das Vorzimmer wurde zusammen mit dem Schloss erbaut.
Beschreibung
Der Raum ist zwischen dem Hauptsaal im Westen und dem Audienzzimmer im Osten gelegen. Er hat zwei Fenster nach Norden. Seine stuckierte Decke nimmt ein großes Hauptbild und vier kleine Nebenbilder auf.[55]
Juno befiehlt Aeolus, die Winde freizulassen
Externes Bild
Tardieu, Nicolas Henri: INCUTE VIM VENTIS; [Junon commandant à Eole de déchaîner les vents]
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Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Deckengemälde schuf Carlo Ludovico Castelli 1721/22 in Mischtechnik.
Beschreibung und Ikonographie
Zu sehen ist jene Szene, in der Juno dem Herrn der Winde – Aeolus – befiehlt, die in Felsen eingesperrten Winde freizulassen, damit sie das Meer in Wallung bringen und so den Untergang der Flotte des Aeneas herbeiführen. Juno sitzt in der Bildmitte in ihrem Wagen und wird von ihrem Gefolge begleitet. Sie trägt eine Krone und von ihrem Haupt gehen leuchtende Strahlen aus. Rechts erblickt man Aeolus vor den Felsen, in denen die Winde eingeschlossen sind. Einer von ihnen bricht ganz unten bereits hervor. Weder schließt Juno die Winde ein,[56] noch ist sie als Göttin der Lüfte dargestellt.[57]
Um das Hauptbild herum sind vier Nebenbilder angeordnet. Hier präsentieren Putten Hoheitszeichen wie Zepter und Kronen.[58]
So steht die Decke in ihrer Gesamtheit für die Herrschaft der Frau, die auch Männern Befehle erteilen kann. Das passt gut zum hohen Rang der ersten Bewohnerin des Appartements.
Vorlagen und Vergleiche
Castellli hat sich für das Bild einer Vorlage bedient, und zwar eines Stichs von Nicolas Henri Tardieu, der ein Gemälde von Antoine Coypel wiedergibt. Für die Situation in Arolsen hat er die Figuren enger zusammengerückt.
Das Audienzzimmer (Rotes Gesellschaftszimmer)
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Das Audienzzimmer ist zusammen mit dem Schloss gebaut worden.
Beschreibung
Das Audienzzimmer liegt zwischen dem Vorzimmer im Westen und dem Schlafzimmer im Osten. Es hat zwei Fenster nach Norden. Die Stuckdecke nimmt fünf Deckengemälde auf – ein Hauptbild und in den Ecken vier trapezförmige Nebenbilder.[59]
Majestas im Kreis der Tugenden

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Deckengemälde in Mischtechnik stammen von 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli.
Beschreibung und Ikonographie
Das Hauptbild zeigt Majestas, umgegeben von verschiedenen Tugenden wie der Milde, der Großzügigkeit, dem Ruhm und der Ehre. Die Gemälde in den vier Ecken bilden vier weitere Allegorien von Herrschaftstugenden ab, nämlich den Fürstenruhm, die Stärke, die Großmut und die Weisheit. Ergänzend zum Bildprogramm finden sich im Stuckrelief weitere Tugenden und Puttenpaare, die Fürstenhüte emporhalten sowie Allegorien der vier Erdteile.[60]
Das Schlafzimmer (Blaues Gesellschaftszimmer)
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Das Schlafzimmer wurde zusammen mit dem Schloss gebaut.
Beschreibung
Der Raum ist an der Nordwestecke des Schlosses gelegen. Er wird im Westen vom Audienzzimmer aus erreicht. Im Süden schließt sich ein Kabinett an. Zwei Fenster gehen nach Norden und zwei nach Osten. Die stuckierte Decke nimmt ein großes Hauptbild und acht kleine Nebenbilder auf.[61]
Die Morgenröte weckt den Schlaf

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Dorigny, Michel: [Die Sonne; Le Soleil]
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Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Deckenmalerei wurde 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli in Mischtechnik erstellt.
Beschreibung und Ikonographie
Das Hauptbild zeigt die Morgenröte, die den Schlaf weckt. Die geflügelte Aurora mit Blumen nähert sich von links. Ihr voraus zieht Phosphorus mit einer Fackel. Zusammen mit zwei Putten weckt er einen schlafenden Mann am Erdboden auf. Links unter Aurora fällt der Tau aus einem Krug auf die Erde. Die Eckbilder zeigen die vier Tageszeiten. An den Längsseiten sind monochrom in Ockertönen die vier Nachtzeiten gemalt.
Vorlagen und Vergleiche
Castelli hat sich für das Gemälde verschiedener Vorlagen bedient. Auf eine Darstellung von Apoll im Sonnenwagen von Simon Vouet, die durch einen Stich Michel Dorignys vermittelt wurde, gehen Aurora und die den Tau ausgießenden Frauen zurück.
Das Porzellan- und Spiegelkabinett (Arbeitszimmer der Fürstin)
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Das Kabinett wurde zusammen mit dem Schloss erbaut.
Beschreibung
Das Kabinett liegt im Süden des Schlafzimmers. Nach Süden folgt ein weiteres Kabinett. Zwei Fenster im Westen geben dem Raum Licht.[62]
Jupiter, Juno und die Parzen

Externes Bild
Duchange, Gaspard: La destinée de la Reine
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Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Das Deckenbild in Mischtechnik stammt von 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli.
Beschreibung und Ikonographie
Das Deckenbild zeigt oben Jupiter und Juno sowie unter diesen die drei Parzen, die den Lebensfaden spinnen. Sie sollen für die Tugenden der Fürstin stehen.[63]
Schrift- und Bildquellen
Im der Bildliste Castellis steht zu den Parzen in Übersetzung von Puntigam: „Sie exemplifizieren die Tugenden der durchlauchtigsten Fürstin.“[58]
Vorlagen und Vergleiche
Castelli hat auf eine Vorlage von Peter Paul Rubens aus dem Medici-Zyklus zurückgegriffen. Die Arbeit wurde durch einen Stich von Louis de Châtillon vermittelt. Castelli hat das Hochformat der Vorlage den Verhältnissen in Arolsen angepasst, indem er die Parzen enger zusammenrückte. Sie sind auch formal verändert, wenn nicht sogar anderen Vorlagen entnommen.[64]
Das Kabinett
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Das Kabinett wurde zusammen mit dem Schloss errichtet.
Beschreibung
Der kleine Raum hat nur ein Fenster nach Osten. Er wird von Norden aus einem Kabinett betreten.[65]
Merkur
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Das Deckengemälde in Mischtechnik stammt von 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli.
Beschreibung und Ikonographie
Das Deckengemälde zeigt Merkur.[66]
Weitere Räume des Appartements mit Deckenmalerei
Ganßauge, Kramm und Medding sowie Puntigam nennen 1938 bzw. 2006 weitere Räume mit Deckenmalerei die im ersten Obergeschoss des Westflügels gelegen, aber heute nicht allgemein zugänglich sind. In einem weiteren Kabinett wird die Allegorie der Wachsamkeit an der Decke genannt.[58] Für das Winterspeisezimmer wird eine Diana/Luna in ihrem von Hirschen gezogenen Wagen genannt[67] und im Pavillon am Ende der Galerie soll sich an der Decke eine Darstellung von Venus und der Hoffnung befinden, denen Amor bei der Entkleidung der Zeit hilft.[58]
Das Naturalienkabinett
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Das Kabinett wurde zusammen mit dem Schloss erbaut.
Beschreibung
Das Kabinett ist im ersten Obergeschoss des östlichen Pavillons gelegen.
Die Decke des Naturalienkabinetts

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Deckengemälde wurden 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli in Mischtechnik geschaffen.
Beschreibung und Ikonographie
Die Decke ist stuckiert. Während das große Mittelfeld heute wie der Stuck weiß gefasst ist, sind in den vier Medaillons in den Ecken der Decke Putten zu erkennen.
Der Vorsaal
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der Vorsaal wurde zusammen mit dem Schloss erbaut.
Beschreibung
Der Raum ist zwischen der östlichen Galerie im Süden und dem Vorzimmer im Norden gelegen.
Luna in ihrem Wagen
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Deckengemälde wurden vermutlich 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli in Mischtechnik geschaffen.
Beschreibung und Ikonographie
Über ein ausgeführtes Deckengemälde ist nichts bekannt. Jedoch steht in Castellis Bildprogramm: „E rapresentato il carro della Note tirato da Cervi con suoi simboli”.[68] Es war also eine Darstellung von Luna/Diana in ihrem von Hirschen gezogenen Wagen am Nachthimmel geplant.
Die östliche Galerie (Fürstengang)
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Die östliche Galerie wurde zusammen mit dem Schloss erbaut.
Beschreibung
Die so genannte östliche Galerie ist ein Flur oder Korridor, der an der Hofseite des Schlosses gelegen ist und vom oberen Vestibül bzw. Treppenhaus erreicht wird.[69]
Die Deckenmalerei in der östlichen Galerie
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Deckengemälde wurden 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli in Mischtechnik ausgeführt.
Beschreibung und Ikonographie
An der stuckierten Decke befinden sich insgesamt fünf in monochromen Farben gemalte Darstellungen der vier Jahreszeiten sowie des Überflusses (Abundantia). Von Westen her sind es eine Allegorie des Herbstes, des Frühlings, des Überflusses, des Sommers und des Winters. Die vier Jahreszeiten sind in Erdtönen gehalten, die Abundantia in Grüntönen. Der Herbst wird durch eine zentrale Gestalt personifiziert, die zu beiden Seiten von heiteren Weintrinkenden und Körben sowie Hotten mit Weintrauben umgeben ist. Hätte sie keine weiblichen Brüste, wäre sie mit Bacchus zu identifizieren. Der Frühling wird durch Flora und zahlreiche Genien allegorisiert, die Blumen streuen und mit lauer Luft die Kälte des Winters vertreiben. Die Personifikation der Abundantia hat ungewöhnlicherweise leere Füllhörner. Von beiden Seiten kommen jedoch Abgesandte des Frühlings, des Sommers und des Herbstes, um sie mit ihren Gaben zu füllen. Der Sommer wird durch Ceres personifiziert. Zu ihren Seiten befinden sich zahlreiche andere Figuren, die mit Sichel und Korngarbe auf die Getreideernte im Sommer verweisen. Der Winter schließlich wird durch Saturn personifiziert. Zahlreiche Helfer schütten Wasserkrüge aus, deren Inhalt als Schnee zur Erde fallen wird. Eine weibliche Figur wärmt sich an einem Feuer.[70]
Die sog. Kronprinzenzimmer

Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte
Die so genannten Kronprinzenzimmer wurden zeitgleich mit dem Schloss errichtet.
Beschreibung
Die Kronprinzenzimmer sind im ersten Obergeschoss gelegen und werden vom Hauptsaal aus nach Westen erschlossen. In Enfilade liegen hintereinander ein Vorzimmer, ein Audienzzimmer und ein Schlafzimmer an der Nordwestecke des Schlosses. Es folgt eine Garderobe nach Süden. Auch zu diesem Appartement gehört ein Vorsaal, der von der Hofseitigen Galerie aus betreten werden kann und in das Vorzimmer führt.[71]
Kronprinzenvorzimmer
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der Raum wurde zusammen mit dem Schloss erbaut.
Beschreibung
Das Vorzimmer liegt westlich des Hauptsaals und hat zwei Fenster nach Norden. Im Westen folgt ein Audienzzimmer.
Apoll im Sonnenwagen

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Das Deckengemälde in Mischtechnik stammt von 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli.
Beschreibung und Ikonographie
Das Deckengemälde zeigt Apoll im Sonnenwagen, umgeben von zahlreichen Frauengestalten. Sein Haupt leuchtet und strahlt. Am Wolkenhimmel ist ein Teil des Zodiacus zu sehen, und zwar Krebs und Löwe. Ein Bezug zu einem der Söhne Friedrich Anton Ulrichs von Waldeck lässt sich hier aber nicht herstellen.
Vorlagen und Vergleiche
Eine Vorlage konnte bislang nicht gefunden werden. Eventuell arbeitete Castelli auch ohne eine solche, was die falsche Verkürzung der Beine Apolls erklären würde. Prinzipiell ist das Deckenbild eine Variation von Guido Renis Deckenfresko mit Apoll und Aurora im Casino des Palazzo Pallavicini-Rospigliosi im Rom. Lediglich Aurora wurde fortgelassen.
Das sog. Kronprinzenempfangszimmer (Weißer Empiresalon)
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der Raum wurde zusammen mit dem Schloss erbaut.
Beschreibung
Das Zimmer ist zwischen Vorzimmer im Osten und Schlafzimmer im Westen gelegen. Castelli bezeichnet es als Vorzimmer. Es hat zwei Fenster nach Norden. Die stuckierte Decke nimmt ein großes Hauptbild auf sowie an den Längsseiten vier kleine Nebenbilder.[72]
Der Tod der Niobiden

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Dorigny, Michel: [Der Tod der Niobiden]
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Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Deckengemälde in Mischtechnik stammen von 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli.
Beschreibung und Ikonographie
Das Hauptbild zeigt den Tod der Niobiden, der Kinder der Niobe. Diese hatte sieben Töchter und sieben Söhne geboren und sich daher vermessen, sich über die Titanin Leto zu stellen, die nur zwei Kinder geboren hatte, nämlich Apoll und Diana. Ferner hinderte Niobe die Menschen an der Verehrung der Leto. Leto wandte sich daraufhin hilfesuchend an ihre Kinder, die zur Strafe die Kinder Niobes mit Pfeil und Bogen erschossen. Diesen Moment bildet das Deckengemälde ab. Apoll und Diana auf Wolken schießen ihre Pfeile auf die verzweifelten Niobiden auf der Erde, die ihrem Schicksal nicht entkommen können. Die vier Nebenbilder zeigen Putten, die gefüllte Köcher und Bögen herbeitragen.[73]
Vorlagen und Vergleiche
Das Gemälde Castellis folgt einem Gemälde Simon Vouets, vermittelt durch einen Stich von Michel Dorigny.
Das sog. Kronprinzenwohnzimmer (Roter Empiresalon)
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der Raum wurde zusammen mit dem Schloss erbaut.
Beschreibung
Das so genannte Kronprinzenschlafzimmer ist an der Nordwestecke des Schlosses gelegen. Im Osten befindet sich das Audienzzimmer, im Süden ein weiterer Raum, der heute als Schlafzimmer bezeichnet wird. Nach Norden und Westen hat der Raum je zwei Fenster. Die stuckierte Decke nimmt ein großes Hauptbild auf sowie an den Längsseiten vier Nebenbilder. In Analogie zu den anderen Appartements im Schloss müsste sich hier ursprünglich ein Schlafzimmer befunden haben. Castelli bezeichnet den Raum jedoch als Audienzzimmer.[72]
Die Entdeckung des Achilles

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Surugue, Louis: Achille reconnu
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Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Deckenmalerei wurde von Carlo Ludovico Castelli 1721/22 in Mischtechnik geschaffen.
Beschreibung und Ikonographie
Das Hauptbild zeigt die Entdeckung Achills. Dieser hatte sich in Frauenkleidern unter Frauen versteckt, um nicht am Trojanischen Krieg teilnehmen zu müssen. Odysseus entdeckt ihn jedoch, als er als verkleideter Händler kostbare Gewänder und Waffen anbot – nur Achill interessierte sich für die Waffen. Dieser Moment ist auf dem Gemälde zu sehen: Während die Frauen die Gewänder betrachten, hat sich der aufrechtstehende Achill einen Helm aufgesetzt. Links steht Odysseus. Die Nebenbilder nehmen Bezug auf das Hauptbild und präsentieren Putten mit Waffen vor einem Wolkenhimmel.[73]
Vorlagen und Vergleiche
Als Vorlage hat Castelli ein Stich von Louis Surugue gedient, der ein Gemälde von Nicolas Vleughels reproduziert. Lediglich die Brüstung links ist eine Zutat Castellis.
Das sog. Kronprinzenschlafzimmer (Blaues Schlafzimmer)

Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der Raum wurde zusammen mit dem Schloss erbaut.
Beschreibung
Das so genannte Kronprinzenschlafzimmer liegt an der Westseite des Schlosses und wird im Norden vom so genannten Kronprinzenwohnzimmer erreicht. Es hat zwei Fenster nach Westen. Die stuckierte Decke nimmt ein großes Bild auf, das an den Längsseiten von vier Nebenbildern ergänzt wird.[74]
Der Raub der Helena

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Surugue, Louis: L'Enlevement d'Helene
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Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Deckengemälde in Mischtechnik stammen von 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli.
Beschreibung und Ikonographie
Das Hauptbild zeigt den Raub der verheirateten Helena durch den Trojanischen Prinzen Paris. Der Raub veranlasste den so genannten Trojanischen Krieg, der mit der totalen Zerstörung Trojas endete. In der Bildmitte ist Paris im Begriff, Helena auf ein Boot zu heben, das die beiden zu seinem Schiff links bringen soll. Rechts folgen Helenas Dienerinnen. In den Bildern an den Längsseiten sind die Protagonisten des Parisurteils dargestellt: Merkur mit Stab, Juno mit Pfau, Venus mit Amor und Amoretten sowie Minerva mit Schild. Merkur hatte Paris im Auftrag Jupiters aufgefordert, zu bestimmen, welche der drei Göttinnen die Schönste sei. Und da Venus ihm Helena versprach, wählte er sie.[75]
Vorlagen und Vergleiche
Auch hier nutzte Castelli als Vorlage einen Stich von Louis Surugue, der ein Gemälde von Nicolas Vleughels reproduziert.
Weitere Räume mit Deckenmalerei im Westflügel
1938 nennen Ganßauge, Kramm und Medding weitere Räume im Westflügel, in denen sich Deckenmalerei befand bzw. ehemals befunden hatte. Diese ist heute überwiegend nicht mehr zu sehen. In einer Garderobe wurde an der Decke eine Malerei mit Venus auf dem Meer gezeigt – vermutlich also die Geburt der Venus.[76] An der Decke eines Vorzimmers war ehemals das Urteil des Paris zu sehen.[73] Die Deckenmalerei eines Schlafzimmers präsentierte ehemals den Raub der Proserpina durch Pluto.[73]
Das sog. Rote Eckzimmer
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der Raum wurde zusammen mit dem Schloss erbaut.
Beschreibung
Das so genannte Eckzimmer ist im Obergeschoss des Pavillons am Südende des Westflügels gelegen.[77]
Ceres, Venus und Bacchus mit Genien
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Deckengemälde in Mischtechnik stammen von 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli.
Beschreibung und Ikonographie
Das Deckenbild zeigt auf Wolken Ceres, Venus und Bacchus mit Genien. Aus den Wolken blasen verschiedene Winde. Hinzu kommen einige Amoretten. Zwei spielen mit den Tauben der Venus. Am Himmel fliegen mehrere Genien, von denen eine Blumen über die Gruppe streut.[77]
Programm
Hier wird die Redewendung „Ohne Bacchus und Ceres friert Venus“ ins Bild gesetzt. Sie entstammt einer Komödie des antiken Dichters Terenz und war im Barock sehr beliebt. Sie besagt, dass die Liebe ohne Trinken und Essen kalt bleibt.
Die westliche Galerie (Herzogsgang)

Bau- und Ausstattungsgeschichte
Die Galerie wurde zusammen mit dem Schloss erbaut.
Beschreibung
Die westliche Galerie verläuft im ersten Obergeschoss an der Hofseite. Es handelt sich um eine Art Korridor bzw. Flur, der vom oberen Vestibül bzw. Treppenhaus aus betreten wird.[78]
Die Deckenmalerei der westlichen Galerie
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Deckengemälde in Mischtechnik stammen von 1721/22 von Carlo Ludovico Castelli.
Beschreibung und Ikonographie
Die Stuckdecke zieren fünf monochrome Malereien: Die vier Elemente jeweils für sich und in der Mitte auf einem Gemälde die vier Erdteile zusammen. Während die Elemente in Ockerfarben gemalt sind, sind die Erdteile in dunklen Grüntönen gehalten.[79]
Das Feuer wird durch Vulkan in seiner Schmiede visualisiert. Der Gott sitzt in der Mitte. Rechts und links fällt der Blick in die Tiefen des Berges, wo seine Diener am Schmieden sind. Die Erde wird durch Ceres und Kybele in ihrem von Löwen gezogenen Wagen dargestellt. Links präsentiert eine Frau die Früchte des Ackerbaus sowie ein Wildschwein. Das Element der Luft wird durch Saturn verbildlicht, der zusammen mit Aurora die gekrönte Juno als Herrin des Himmels in die Höhe trägt. Über der Gruppe wölbt sich ihr Mantel, hinter dem ihr Pfau hervorschaut. Zu beiden Seiten betrachten Genien die Szene. Das Wasser wird durch eine Gruppe von Nereiden und Tritonen mit einem Fisch auf dem wellenbewegten Meer allegorisiert.
Bemerkenswert ist das mittlere Bild mit den Erdteilallegorien. Wie üblich sitzt Europa in der Mitte. Sie trägt Krone und Mitra in einer Schale vor sich. Hinter ihr erblickt man ein Pferd und zwei Zepter. Zu ihren Füßen liegen Palette und Pinsel, Noten und eine Gambe, ein geometrisches Dreieck sowie Schriften. Hinweise auf eine militärische Überlegenheit oder Europas Vormachtanspruch fehlen damit weitgehend. Links neben ihr sitzt die Personifikation Afrikas, mit einem überquellenden Füllhorn sowie einem Löwen. Rechts von Europa lagert die Personifikation Asiens mit einem Weihrauchfass, einem Dromedar sowie einem Ölzweig. Verweise auf eine Bedrohung durch den Islam fehlen ebenso wie jene auf Kultur und Wissenschaft (Porzellan, Leuchtturm etc.). Ganz rechts wird Amerika durch eine Frau mit Pfeil, Bogen und Köcher personalisiert. Sie trägt Straußenfedern im Haar. Vor ihr sitzt ein Papagei, ganz rechts kauert ein Affe. Es fällt auf, dass die üblichen Stereotypen von Überlegenheit oder Kulturlosigkeit weitgehend fehlen. Es geht lediglich darum, die Kontinente identifizierbar darzustellen.[80]
Das sog. Prinzenschulzimmer

Bau- und Ausstattungsgeschichte
Das so genannte Prinzenschulzimmer wurde zusammen mit dem Schloss erbaut.
Beschreibung
Der Raum ist im Dachgeschoss gelegen.[81]
Wettstreit zwischen Apoll und Pan

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Das Deckengemälde in Mischtechnik schuf Carlo Ludovico Castelli 1721/22.
Beschreibung und Ikonographie
Das Deckengemälde zeigt den musikalischen Wettstreit zwischen Apoll und Pan. Obwohl Apoll der Bessere war, zeichnete König Midas den schlechteren Pan aus, woraufhin er zur Strafe Eselsohren bekam. In der Mitte steht Midas, rechts erblickt man Pan und weitere Zuhörer, links Apoll.[81]
Das sog. Prinzenschlafzimmer

Bau- und Ausstattungsgeschichte
Die so genannte Prinzenschlafzimmer wurde zusammen mit dem Schloss erbaut.
Beschreibung
Der Raum ist im Dachgeschoss gelegen.[81]
Zweikampf zwischen Juno und Diana

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Das Deckengemälde schuf Carlo Ludovico Castelli 1721/22 in Mischtechnik.
Beschreibung und Ikonographie
Das Gemälde zeigt den Zweikampf der beiden geharnischten Göttinnen mit Schwertern am Erdboden, währen Jupiter als Richter mit seinem Adler auf einer Wolke zusieht. Juno ist aufgrund des Pfaus zu identifizieren, Diana aufgrund des Halbmonds an ihrem Helm sowie eines Hirschen im Hintergrund. Die Göttinnen sind jeweils von ihrem Gefolge hinterfangen.[81]
Bibliographie
- Literatur:
- Buchstab, Arolsen, 2009. – Buchstab, Bernhard: Denkmalpflege am Residenzschloss Bad Arolsen – Aspekte einer Restaurierung. In: Kümmel, Birgit/Buchstab, Bernhard (Red.): Die Sanierung des Residenzschlosses Arolsen 1986-2009 (Arbeitshefte des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, 14). Stuttgart 2009, S. 25-34.
- Dehn, Arolsen, 2009. – Dehn, Eike: Die Restaurierung des Steinernen Saales im Residenzschloss Arolsen. In: Kümmel, Birgit/Buchstab, Bernhard (Red.): Die Sanierung des Residenzschlosses Arolsen 1986-2009 (Arbeitshefte des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, 14). Stuttgart 2009, S. 39-46.
- Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938. – Ganßauge, Gottfried/Kramm, Walter/Medding, Wolfgang (Bearb.): Kreis der Twiste (Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Kassel, NR, 2). Kassel 1938.
- Großmann, Arolsen, 1991. – Großmann, Dieter: Schloß Arolsen (Große Baudenkmäler, 147). München/Berlin 1991.
- Lange, Rangordnung, 2006. – Lange, Hans: Schloß und Kirche – Höfische Raumordnung in kleinen fürstlichen Residenzen des 17. und 18. Jahrhunderts im Alten Reich. In: Kümmel, Birgit/Schütte, Ulrich (Hrsg.): Julius Ludwig Rothweil und die Architektur des 18. Jahrhunderts. Bad Arolsen/Petersberg 2006, S. 129-148.
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- Menk, Waldeck, 1992. – Menk, Gerhard: Grafschaft und Fürstentum Waldeck im Zeitalter des fürstlichen Absolutismus. Grundlagen und Folgen kleinstaatlicher Politik. In: Kümmel, Birgit/Hüttel, Richard (Hrsg.): Arolsen, indessen will es glänzen. Eine barocke Residenz. Korbach 1992, S. 14-24.
- Neumann, Thron, 1992. – Neumann, Michael: Thron und Kanzel. In: Kümmel, Birgit/Hüttel, Richard (Hrsg.): Arolsen, indessen will es glänzen. Eine barocke Residenz. Korbach 1992, S. 64-69.
- Puntigam, Standeserhöhung, 1998. – Puntigam, Sigrid: Standeserhöhung und Schloßbau im kleinstaatlichen Bereich. In: Die Künste und das Schloß in der frühen Neuzeit (Rudolstädter Forschungen zur Residenzkultur, 1). München/Berlin 1998, S. 31-46.
- Puntigam, Raumdisposition, 2006. – Puntigam, Sigrid: ‚Oben und unten (und die leere Mitte)‘ – Geschlechterdifferenz und Statusfrage. Zur Raumdisposition der Herrscherappartements des Arolser Schlosses. In: Kümmel, Birgit/Schütte, Ulrich (Hrsg.): Julius Ludwig Rothweil und die Architektur des 18. Jahrhunderts. Bad Arolsen/Petersberg 2006, S. 89-108.
- Puntigam, Planungsprozess, 2009. – Puntigam, Sigrid: Öffnung und Grenzen. Das Arolser Residenzschloss im Planungsprozess. In: Kümmel, Birgit/Buchstab, Bernhard (Red.): Die Sanierung des Residenzschlosses Arolsen 1986-2009 (Arbeitshefte des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, 14). Stuttgart 2009, S. 77-93.
- Rappel, Arolsen, 2009. – Rappel, Franz: Schloss Arolsen. Hamburg [2009].
- Römer, Arolsen, 2009. – Römer, Jürgen: Waldeck und seine Residenzstadt Arolsen. Eine kleine Landesgeschichte. In: Kümmel, Birgit/Buchstab, Bernhard (Red.): Die Sanierung des Residenzschlosses Arolsen 1986-2009 (Arbeitshefte des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, 14). Stuttgart 2009, S. 11-18.
- Schütte, Arolsen, 1992. – Schütte, Ulrich: „Wie manchen Fürsten-Pracht hast du, O Fürst, erreicht“. Das Residenzschloß in Arolsen. In: Kümmel, Birgit/Hüttel, Richard (Hrsg.): Arolsen, indessen will es glänzen. Eine barocke Residenz. Korbach 1992, S. 33-48.
- Sprenger, Arolsen, 2006. – Sprenger, Michael H.: Zwischen Schönheit und Nützlichkeit. Zur Möblierung des Schlosses in Arolsen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. In: Kümmel, Birgit/Schütte, Ulrich (Hrsg.): Julius Ludwig Rothweil und die Architektur des 18. Jahrhunderts. Bad Arolsen/Petersberg 2006, S. 119-128.
- Suden, Arolsen, 2002. – Suden, Marina thom: Fürst und Mythos. Zum Programm der Deckenfresken von Carlo Ludovico Castelli in Schloß Arolsen (1721-1722). In: Geschichtsblätter für Waldeck 19 (2002), S. 10-59.
- Suden, Arolsen, 2009. – Suden, Marina thom: Repräsentation im Mantel der Mythologie. Die Deckenbilder im Schloss Arolsen und ihre Vorbilder. In: Kümmel, Birgit/Buchstab, Bernhard (Red.): Die Sanierung des Residenzschlosses Arolsen 1986-2009 (Arbeitshefte des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, 14). Stuttgart 2009, S. 95-107.
- Archivalien:
- Hessisches Staatsarchiv Marburg, 18a, Nr. 2874.
Einzelnachweise
- ↑ Rappel, Arolsen, 2009; Schütte, Arolsen, 1992; Großmann, Arolsen, 1991; Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 19-76.
- ↑ Laß, Arolsen, 2012, S. 88-102; Buchstab, Arolsen, 2009, S. 25-26; Dehn, Arolsen, 2009, S. 39; Römer, Arolsen, 2009; Puntigam, Planungsprozess, 2009; Puntigam, Raumdisposition, 2006; Suden, Arolsen, 2002, S. 14-17; Puntigam, Standeserhöhung, 1998, S. 36-39; Menk, Waldeck, 1992; Schütte, Arolsen, 1992, S. 37-39; Großmann, Arolsen, 1991.
- ↑ Buchstab, Arolsen, 2009, S. 30.
- ↑ Sprenger, Arolsen, 2006; Suden, Arolsen, 2002, S. 17-22; Puntigam, Standeserhöhung, 1998; Schütte, Arolsen, 1992, S. 34-37; Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 30-42.
- ↑ Laß, Arolsen, 2012; Puntigam, Raumdisposition, 2006; Lange, Rangordnung, 2006; Schütte, Arolsen, 1992; Großmann, Arolsen, 1991; Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 19-76.
- ↑ Sprenger, Arolsen, 2006.
- ↑ Suden, Arolsen, 2009; Suden, Arolsen, 2002.
- ↑ Suden, Arolsen, 2002, S. 11. Hessisches Staatsarchiv Marburg, 18a, Nr. 2874.
- ↑ Buchstab, Arolsen, 2009, S. 25, 30, 32; Dehn, Arolsen, 2009, S. 39-43.
- ↑ Rappel, Arolsen, 2009, S. 12-15; Puntigam, Raumdisposition, 2006, S. 95; Suden, Arolsen, 2002, S. 30-42; Großmann, Arolsen, 1991, S. 10; Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 34-35.
- ↑ Buchstab, Arolsen, 2009, S. 32; Dehn, Arolsen, 2009, S. 39.
- ↑ Suden, Arolsen, 2009, S. 100-102; Puntigam, Raumdisposition, 2006, S. 95; Suden, Arolsen, 2002, S. 34-35, 38; Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 35.
- ↑ 13,0 13,1 13,2 13,3 Buchstab, Arolsen, 2009, S. 25, 32; Dehn, Arolsen, 2009, S. 41-43.
- ↑ Suden, Arolsen, 2009, S. 102; Suden, Arolsen, 2002, S 31; Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 35.
- ↑ Suden, Arolsen, 2009, S. 102.
- ↑ Rappel, Arolsen, 2009, S. 14; Suden, Arolsen, 2009, S. 103; Puntigam, Raumdisposition, 2006, S. 95; Suden, Arolsen, 2002, S. 31-32.
- ↑ Suden, Arolsen, 2009, S. 103; Suden, Arolsen, 2002, S. 38.
- ↑ Buchstab, Arolsen, 2009, S. 30; Suden, Arolsen, 2009, S. 101; Suden, Arolsen, 2002, S. 32; Puntigam, Raumdisposition, 2006, S. 95.
- ↑ Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 35.
- ↑ Buchstab, Arolsen, 2009, S. 26.
- ↑ Laß, Arolsen, 2012, S. 98; Puntigam, Raumdisposition, 2006, S. 92-94; Suden, Arolsen, 2002, S. 22-24; Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 36-37.
- ↑ Rappel, Arolsen, 2009, S. 20-21; Suden, Arolsen, 2002, S. 23; Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 36.
- ↑ Rappel, Arolsen, 2009, S. 20-21; Puntigam, Raumdisposition, 2006, S. 95; Suden, Arolsen, 2002, S. 23; Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 36.
- ↑ Suden, Arolsen, 2002, S. 23; Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 36.
- ↑ Puntigam, Raumdisposition, 2006, S. 95; Suden, Arolsen, 2002, S. 23; Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 36.
- ↑ Suden, Arolsen, 2002, S. 23.
- ↑ 27,0 27,1 Puntigam, Raumdisposition, 2006, S. 95; Suden, Arolsen, 2002, S. 23-24; Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 36.
- ↑ Suden, Arolsen, 2002, S. 23-24.
- ↑ Suden, Arolsen, 2002, S. 24; Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 36-37.
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- ↑ Hessisches Staatsarchiv Marburg, 18a, Nr. 2874, fol. 104 r.
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- ↑ 72,0 72,1 Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 40. Hessisches Staatsarchiv Marburg, 18a, Nr. 2874, fol. 102 v.
- ↑ 73,0 73,1 73,2 73,3 Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 40.
- ↑ Rappel, Arolsen, 2009, S. 24-27; Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 40.
- ↑ Rappel, Arolsen, 2009, S. 27; Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 40.
- ↑ Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 40. Im Bildprogramm Castellis steht: „E rapresentato Venere figlia del mare nella conca marina tirata dalle colombe e de Cavalli marini Nella alla del altro apartato”. Hessisches Staatsarchiv Marburg, 18a, Nr. 2874, fol.102 v.
- ↑ 77,0 77,1 Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 41.
- ↑ Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 34.
- ↑ Suden, Arolsen, 2002, S. 27-29; Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 348.
- ↑ Suden, Arolsen, 2002, S. 28-29.
- ↑ 81,0 81,1 81,2 81,3 Ganßauge/Kramm/Medding, Twiste, 1938, S. 42.