Abtsgmünd, Gartenpavillon Schloss Hohenstadt
Inventarnummer: cbdd10554
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Den Saal ziert ein um 1785 entstandenes Deckenfresko des Ellwanger Malers Johann Nepomuk Nieberlein. Apoll und Amor sind von den vier Jahreszeiten umgeben. Fingierte Reliefs nach Ovid beziehen sich im Fall von Apoll und Daphne auf die beiden zentralen Gottheiten. Auf den Emporen Landschaftsidyllen.

Gartenpavillon Schloss Hohenstadt, Typologie und Beschreibung
Lage innerhalb des Gartens
Der Hohenstadter Schlossgarten, der sich nicht direkt beim Schloss, sondern etwas weiter nördlich auf der anderen Straßenseite befindet, bestand bereits in der Renaissance. [1] Der Bereich des Ziergartens erstreckt sich auf einem längsrechteckigen ebenen Terrain von Süd nach Nord. Vom Schloss aus betrachtet, ist die vordere Gartenhälfte als barocker Heckengarten bepflanzt. Danach öffnet sich ein Parterre, an dessen nördlichem Ende sich der Gartenpavillon mit dem Deckengemälde von Johann Nepomuk Nieberlein erhebt. Parterre und Pavillon werden optimal von der im Süden stehenden Sonne beschienen.
Nachdem Joseph Anselm Adelmann von Adelmannsfelden (1728–1805) 1752 die Familiengüter übernahm, galt seine erste Baumaßnahme dem Garten. [2] Mit Datum vom 1. März 1754 regelte er in 21 Paragraphen akribisch die Aufgaben und Pflichten des Gärtners im sogenannten Schönen Garten. [3] Die Gänge und Rabatten sollten mit neuem Bux versehen, fehlende Gehölze nachgepflanzt werden. [4] Im März 1756 liefert die Reichsstadt Aalen aus ihrem Stadtwald „1000 junge schöne Hagenbuchen“, mit denen Joseph Anselm den bis heute bestehenden Heckengarten anlegte. [5] Linden bislang unbekannter Herkunft bilden die mittlere Baumreihe. [6]
Gartenpavillon holländischer Tradition
Entgegen der tradierten Auffassung, der Hohenstadter Gartenpavillon wäre nach französischen Vorbildern errichtet worden, [7] steht nach Ansicht der Autorin das mutmaßlich um 1760 entstandene Gebäude [7] in einer holländischen Tradition. Für Holland sprechen die steilen Proportionen, die sehr dichte zweigeschossige Durchfensterung, der Verzicht auf eine Pilastergliederung und die Errichtung als Fachwerk. Im Inneren stellen der Verzicht auf ein Vestibül, vor allem jedoch die typisch holländischen Schiebefenster den Bau in die Tradition niederländischer Gartenhäuser. Als Baumeister wird Sebastian Manz angenommen, wofür es jedoch keine Belege gibt. [7] Sollte der Bau in der Tat um 1760 errichtet worden sein, käme vielleicht auch der Zimmermann des Treppenhauses im Schloss, Joseph Holl, in Frage, der den Pavillon nach ihm zur Verfügung gestellten graphischen Vorlagen entworfen haben könnte.
Joseph Anselm und seine Gemahlin Johanna Josepha kannten Holland sehr gut, wo sie am 20. Dezember 1753 in Den Haag heirateten. [8] Joseph Anselm begleitete dort den österreichischen Botschafter Wenzel Anton Graf von Kaunitz-Rietberg (1711–1794).[9] Johanna Josepha war die Tochter des kaiserlichen Gesandten in Den Haag, Judas Thaddäus Freiherr von Reischach zu Immendingen (1698–1782). [10] Die holländischen Gärten mit ihren Lust- und Pflanzhäusern waren umfänglich als Stichwerke verbreitet. Sie konnten also nicht nur vor Ort besucht werden, sondern dem Paar auch im Nachhinein als Vorbild vor Augen stehen. [11]
Beschreibung des Gartenpavillons
Der rechteckige Pavillon am Nordende des Parterres erhebt sich zweigeschossig über fünf Achsen in der Breite und zwei in der Tiefe. Die Ecken werden durch glatt verputzte Streifen betont. An der Hauptfassade zum Parterre fassen Lisenen in der Breite dieser Eckbetonungen die mittleren drei Achsen ein. Das Hauptgeschoss liegt zu ebener Erde, wo die hohen Fenster segmentbogig schließen. Die rechteckigen Fenster des Obergeschosses sind etwas niedriger, aber immer noch großzügig dimensioniert, da sie die gesamte Raumhöhe einnehmen. Das mehrfach profilierte Kranzgesims trägt ein weit vorkragendes Mansarddach.
Besonders hervorzuheben sind die für Holland und England typischen Schiebefenster, die im Erdgeschoss den Eingang flankieren. Im Gegensatz zu den im Reich üblichen Flügelfenstern entfiel beim Schiebefenster der Mittelholm, sodass sich ein freier Blick auf die Landschaft, beziehungsweise in Hohenstadt den Ziergarten ergab.
Raumprogramm
Der Eingang führt unmittelbar in den Saal, der sich entlang der drei mittleren Achsen über die gesamte Tiefe des Gebäudes erstreckt. Auf ein Vestibül wurde verzichtet, was dem Raum eine enorme Lichtfülle beschert. Er wird an der Eingangsseite in Erd- und Obergeschoss über drei, beziehungsweise zwei Fenster und eine Tür, an der Rückwand über zwei Fenster im Erdgeschoss belichtet. Zu beiden Seiten führen zweiflügelige Türen in die entresolierten, also in zwei Geschosse unterteilten Nebenräume. Die emporenartigen Obergeschosse der Nebenräume sind nur zwei Meter hoch.
Im westlichen Nebenraum führt eine hölzerne Treppe ins Obergeschoss und von dort weiter ins Dachgeschoss. Da im Obergeschoss die beiden Nebenräume über eine den Saal an der Eingangsseite begleitende hölzerne Galerie miteinander verbunden sind, reichte für das Gebäude eine Treppe aus. Beide Obergeschosse öffnen sich raumhoch mit rechteckigen Öffnungen und schmiedeeisernen Brüstungen auf den Saal. Sie könnten sowohl als Musikemporen als auch – im Hinblick auf ihre Wanddekoration mit idyllischen Phantasielandschaften – als Kabinette gedient haben.
Zweigeschossiger Saal im Erdgeschoss
Saal mit ovaler Flachkuppel
Der rechteckige Saal mit leicht abgerundeten Ecken nimmt zweigeschossig die gesamte Höhe des Pavillons ein. An der Eingangsseite werden die Geschosse durch die schon erwähnte hölzerne Galerie, an den übrigen Seiten durch ein Stuckgesims getrennt. An den Schmalseiten öffnen sich die Obergeschosse der Nebenräume in wandhohen Rechtecken mit schmiedeeisernen Gitter zum Saal.
Sein Licht erhält der Saal vornehmlich von Süden. Nach Norden sind (zumindest heute) das mittlere Fenster des Erdgeschosses und alle drei Fenster des Obergeschosses nicht vorhanden. Die Wölbung besteht aus einer Flachdecke, die fast zur Gänze von einer großen ovalen Flachkuppel unterbrochen ist. In den vier sparsam stuckierten Ecken sind zwei männliche und zwei weibliche Büsten mit Lorbeerkränzen zwischen Frucht- und Blattgirlanden zu erkennen.
Deckengemälde mit Apoll und Amor, umgeben von den vier Jahreszeiten
Apoll und Amor im Zentrum
Die ovale Flachkuppel wird im Raumeindruck ins Unendliche gesteigert, indem sich hinter einer fingierten Balustrade ein gemalter Himmelsausblick öffnet. Im Zentrum sitzt, von der Sonne hinterstrahlt, Apoll auf einer Wolke. Sein Haupt umgibt ein grüner Lorbeerkranz. In der linken Hand hält er die Lyra, in der rechten hingen den Bogen, den Apoll gut zu führen wusste. Zu seinen Füßen hält der geflügelte Liebesgott Amor Pfeile in einem Köcher bereit.
Amor mit Köcher zu Füßen Apolls spielt auf den Groll an, den Amor Apoll gegenüber hegte, nachdem dieser mit Pfeil und Bogen die Pythonschlange erlegt hatte. Amor, der für sich in Anspruch nahm, am besten mit Pfeil und Bogen umgehen zu können, verletzte Apoll zur Strafe mit einem Liebespfeil, woraufhin dieser sich in Daphne verliebte. Daphne hingegen traf er mit einem Pfeil, der die Leidenschaft tötete. Sie floh vor Apoll und verwandelte sich als Zuflucht in einen Lorbeerbaum.
Die Geschichte von Apoll und Daphne hat Nieberlein auf dem Fresko ebenfalls dargestellt und zwar in Form eines fingierten Reliefs auf der scheinarchitektonischen Brüstung. Von den vier Brüstungsreliefs mit Szenen nach Ovid war das von Apoll und Daphne das einzige, das sich auf die zentrale Gruppe von Apoll und Amor bezog. Es wurde darüber hinaus besonders hervorgehoben, indem nur dort die illusionierten Realitätsebenen miteinander interagierten.
Allegorien der vier Jahreszeiten
Am unteren Bildrand lagern vor der Scheinbalustrade, doch ebenfalls auf Wolken, figurenreiche Allegorien der vier Jahreszeiten. Sie gehören zu Apoll als Teil seines Hofstaates. Ihre Wolken überscheiden die Balustrade, geben jedoch in regelmäßigen Abständen den Blick auf scheinarchitektonisch gemalte Relieftafeln mit Geschichten aus den Metamorphosen des Ovid frei.
Unterhalb von Apoll und damit für den Besucher des Saals als erstes zu sehen, lagert die Allegorie des Frühlings mit Blumengirlanden. Sie wird deshalb im Folgenden als erstes beschrieben Der Blick des Betrachters nach rechts offenbart die Allegorie des Winters, der nach links die Allegorie des Herbstes. Die Allegorie des Sommers ist erst bei Verlassen des Saals zu sehen, da sie über dem Eingang platziert wurde.
Der Maler Johann Nepomuk Nieberlein und die Datierung
Das Deckengemälde wird seit seiner Restaurierung im Jahr 2002 von Georg Paula und Bruno Bushart dem Ellwanger Maler Johann Nepomuk Nieberlein (1729–1805) zugeschrieben. [12] Nieberlein taucht erstmals im Rechnungsjahr 1758/59 in Hohenstadt im Gasthaus Krone auf. [13] 1761/62 arbeitete er im Rathaus in Schechingen, das ebenfalls zur Herrschaft der Grafen von Adelmann gehörte. [14] In Ellwangen, wo er fürstpröpstlicher Hofmaler wurde, ist er erst 1762 sicher nachgewiesen. [15] Seine weiteren Werke in und um Ellwangen sind den Veröffentlichungen von Hubert Hosch und Marion Romberg zu entnehmen. [16]
Nieberleins Aufenthalt im Hohenstadter Gasthaus Krone liegt für das Deckengemälde im Gartenpavillon zu früh. Aufgrund der Ornamentik der Scheinbalustrade ist es deutlich später zu datieren. Marion Rombach schlug die Jahre um 1785 vor, [17] eine Datierung, der aus ornamentgeschichtlicher Sicht zuzustimmen ist. Die Scheinbalustrade mit ihren geschuppten hermenförmigen Pilastern und den zopfigen Girlanden gehört in die Zeit des Goût grec. Sie passt stilistisch zum frühklassizistischen Schlossumbau der Jahre 1784–1785. [18]
Allegorie des Frühlings
Den Frühling stellte Nieberlein mit dem Windgott Zephir im Zentrum dar. Der mit Libellenflügeln herbeifliegende Zephir bringt eine dicht gefügte Blumengirlande, deren unteres Ende die etwas tiefer auf einen Blumenkorb gestützte Flora ergreift. Unter Flora hält ein Putto einen Lorbeerkranz. Neben Flora tummeln sich Kinder mit einer Trompete und einem Windrad.
Allegorie des Winters
Der Winter wird von einem herbeifliegenden Genius in einem goldenen Gewand mit großen Schwingen dominiert. In der Rechten hält er ein Medaillon mit dem janusköpfigen Januar, in der linken eine Sichel, die als Attribut der Ceres traditionellerweise für den Sommer steht.
Auf einer Felsformation lagert ein Flussgott, der nicht die übliche Urne, sondern ein Füllhorn hält, aus dem das Wasser sprudelt. Über ihm sitzt eine schöne Frau, die ihr Haupt geheimnisvoll mit einem blauen Tuch bedeckt hat. Es könnte sich um eine Schauspielerin handeln, da zu ihren Füßen ein Putto eine Theatermaske vor sein Gesicht hält. Theater, Oper und Komödie waren bei Hofe im Winter ein typischer Zeitvertreib. Am rechten Rand bekämpfen zwei Putten Fledermäuse als Sinnbilder der Dunkelheit, indem einer mit einem Stock nach ihnen schlägt.
Allegorie des Herbstes
Der Herbst wird von der Jagdgöttin Diana mit Pfeil und Bogen dominiert. Unter ihr sitzt ein jugendlicher Bacchus mit Thyrsosstab in der Rechten, gestützt auf ein Weinfass und neben einem Korb mit Weintrauben. In der Linken hält er ein gefülltes Weinglas, mit dem er den Betrachter im Saal anzublicken scheint. Am linken Rand der Szene trinkt ein Putto aus einem Krug, während neben ihm ein Satyr bereits betrunken schläft. Am rechten Rand zielt ein Faun aus dem Gefolge des Bacchus mit einem Pfeil auf Daphne, die zwar neben ihm, als Relief jedoch in einer anderen illusionierten Realitätsebene vor dem Sonnengott Apoll flieht.
Allegorie des Sommers
Der Sommer wird von einem Jüngling in einem hell-purpurfarbenen Gewand mit einem grünen Sonnenschirm dominiert. Unter ihm lagert ein geflügelter Genius neben einem Löwen, der für das Sternbild der Monate August und September stehen könnte. In seiner linken Hand hält er einen Sternenkranz. Am linken Rand der Szene schwenkt ein weiterer Putto zwei brennende Fackeln. Sie könnten gemäß Ripa auf die im Sommer brennenden Stoppelfelder verweisen.
Relief mit Merkur und Argos
Die Relieftafel rechts neben der zuerst in den Blick geratenden Allegorie des Herbstes zeigt die Szene aus den Metamorphosen des Ovid, in der Merkur mit seiner Flöte den vieläugigen Riesen Argos einschläferte. Juno hatte ihn dazu auserkoren, die schöne Kuh zu bewachen, in die ihr untreuer Gemahl Jupiter seine Geliebte Io verwandelt hatte.
Merkur mit Flügelhelm sitzt flötenspielend am linken Bildrand auf einem Felsen. Er blickt auf Argos, der bereits vornüber gesunken seinen Kopf auf die Arme und auf einen Stein gelegt hat. Am rechten Bildrand schaut hinter Bäumen Io als Kuh hervor.
Relief mit Apoll und Koronis
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Rechts neben der Allegorie des Winters ist als fingierte Relieftafel das tragische Ende von Koronis dargestellt. Koronis war eine Geliebte Apolls, die sich jedoch, obwohl sie von Apoll schwanger war, in einen Jüngling aus Thessalien verliebte. Der von Apoll zur Beaufsichtigung seiner Geliebten gesandte weiße Rabe versäumte es, seinen Herrn zu benachrichtigen, woraufhin ihn Apoll in einen schwarzen Vogel verwandelte.
Der verschmähte Apoll tötete Koronis mit einem Pfeil. Der charakteristische Rabe fehlt im Bild, doch ist Apoll durch die aufgehende Sonne am linken Bildrand eindeutig bezeichnet. Das Kind im Mutterleib wurde gerettet und von dem Kentaur Chiron als Äskulap großgezogen.
Koronis liegt neben einem Brunnen am Boden. Apoll steht links im Bild. Da er den Pfeil in der erhobenen Rechten, also nicht am Bogen hält, hat er ihn seiner Geliebten offenbar soeben aus der Brust gezogen. Als graphische Vorlage könnte Johann Wilhelm Baur im Augsburger Nachstich von Melchior Küsel gedient haben, wobei, wie erwähnt, in Hohenstadt auf den charakteristischen Raben verzichtet wurde. [19]
Relief mit Dädalus und Ikarus
Dädalus hatte für sich und seinen Sohn Ikarus Flügel gebaut, damit sie zusammen über das Meer aus kretischer Gefangenschaft fliehen konnten. Trotz der Warnungen seines Vaters, der Sonne nicht zu nahe zu kommen, flog Ikarus zu hoch, sodass sich die mit Wachs befestigten Flügeln lösten und er ins Meer stürzte. Möglicherweise verwendete Nieberlein eine graphische Vorlage von Antonio Tempesta.
Relief mit Apoll und Daphne
Die fingierte Reliefplatte mit Apoll und Daphne befindet sich rechts neben der Allegorie des Herbstes. Sie ist innerhalb des Deckengemäldes in zweifacher Weise ausgezeichnet. Erstens ist sie durch ihren oben erläuterten inhaltlichen Bezug zu den beiden Gottheiten Apoll und Amor im Zentrum hervorgehoben, zweitens durch eine Verschränkung der illusionierten Realitätsebenen. Ein Faun aus dem Gefolge des Bacchus richtet einen Pfeil auf Daphne, obwohl diese ja nicht lebensecht, sondern nur als Relief dargestellt wurde.
Apoll kommt auf der Reliefplatte von rechts, Daphne flieht nach links. Als Vorlage könnte die entsprechende Radierung von Johann Wilhelm Baur gedient haben.
Östlicher Emporenraum mit Treppe und Landschaften über Lambris
Der östliche Emporenraum ist durch die dortige Treppe in seiner Intimität zwar etwas beeinträchtigt, besitzt durch die wandfüllenden Fenster dennoch eine hohe Aufenthaltsqualität.
Die stimmungsvollen Phantasielandschaften wurden erst in den 1980er Jahren freigelegt. [7] Wie das Deckengemälde von Nieberlein sind sie um 1785 zu datieren. Ihr Urheber ist nicht bekannt. Dargestellt sind über einem gemalten Sockellambris Landschaften mit einzelnen Bäumen vor einem hellen Himmel. Auf einem Wandfeld mit einer von einem Fluss umflossenen Kirche sind Männer zu sehen, die ihren Fischfang nach Hause tragen.
Westlicher Emporenraum mit wandfüllenden Landschaften
Die Flächen zwischen den raumhohen Fenstern und Öffnungen zieren wandfüllend gemalte Park- und Naturlandschaften.
Im Unterschied zur östlichen Empore stehen auf der westlichen Empore dramatische Felsformationen im Vordergrund. Eine Raumecke zeigt eine Parklandschaft mit Vase.
Programm und Synthese
Die Ausmalung bezieht sich mit Apoll und den vier Jahreszeiten in ihrer speziellen Ausgestaltung in erster Linie auf den höfischen Ziergarten. Prominent wurde der Frühling mit seiner Blumenvielfalt in Szene gesetzt. Die Allegorie des Sommers zeigt nicht die üblichen Feldfrüchte, sondern einen jungen Mann auf Wolken mit Sonnenschirm. Der Winter wird nicht durch das wärmende Feuer, sondern den höfischen Zeitvertreib des Theaters charakterisiert. Im Herbst wurde mit Diana die dem Adel vorbehaltene Jagd mit ins Bild genommen.
Mit Amor im Zentrum wurde im Deckengemälde auch die Liebe thematisiert. Sie wurde allerdings nicht unbeschwert, sondern mit den unglücklichen Geschichten nach Ovid vor allem moralisierend dargestellt.
Bibliographie
- Adelmann, Familiengeschichte, 2017 = Nikolaus Graf Adelmann, Die Grafen Adelmann von Adelmannsfelden. Familiengeschichte. Anekdoten. Geschichte rund um Hohenstadt, 5. überarbeitete Auflage, Norderstedt, 2017.
- AK Apeldoorn/London 1988 = Ausst.-Kat. The Anglo-Dutch Garden in the Age of William and Mary / De Gouden Eeuw van de Hollandse Tuinkunst, hg. von John Dixon Hunt und Erik de Jong (Journal of Garden History, 8, Nr. 2–3 [1988]), London 1988.
- Hosch, Barockmalerei Ellwangen, 1981/82 = Hubert Hosch, Studien zur Barockmalerei der Fürstpropstei Ellwangen im 18. Jahrhundert, in: Ellwanger Jahrbuch, 29 (1981/82), S. 25–36.
- Paula, Enderle, 2002 = Georg Paula, Anmerkungen und Ergänzungen zum Werk von Johann Baptist Enderle (1725–1798), in: Verein für Augsburger Bistumsgeschichte. Jahrbuch, 36 (2002), Festgabe für Prälat Prof. Dr. Peter Rummel zum 75. Geburtstag, S. 466–482.
- Marion Romberg, Johann Nepomuk Nieberlein, in: Wolfgang Schmale (Projektleitung): Erdteilallegorien im Barockzeitalter, Wien, besucht 04.01.2024.
Einzelnachweise
- ↑ Adelmann, Familiengeschichte, 2017, S. 154–155.
- ↑ Das Datum 1752 bei Adelmann, Familiengeschichte, 2017, S. 147. Zu Herkunft und Werdegang des Bauherrenpaars Joseph Anselm Graf Adelmann von Adelmannsfelden und Johanna Josepha, geborene Gräfin von Reischach siehe den Eintrag zu Schloss Hohenstadt auf deckenmalerei.eu.
- ↑ Adelmann, Familiengeschichte, 2017, S. 157–162.
- ↑ Adelmann, Familiengeschichte, 2017, S. 157.
- ↑ Adelmann, Familiengeschichte, 2017, S. 163–164.
- ↑ Adelmann, Familiengeschichte, 2017, S. 163.
- ↑ 7,0 7,1 7,2 7,3 Adelmann, Familiengeschichte, 2017, S. 166.
- ↑ Adelmann, Familiengeschichte, 2017, S. 375. Nach anderen Angaben fand die Hochzeit erst am 29. Juli 1754 statt (https://erdteilallegorien.univie.ac.at/personen/joseph-anselm-adelmann-von-adelmannsfelden, Anm. 12).
- ↑ Adelmann, Familiengeschichte, 2017, S. 113 unter Verweis auf eine Schrift des Pfarrers Johann Michael Mettmann von 1754.
- ↑ Judas Thaddaus Adam Johann Joseph Anton Freiherr von Reischach (1698 - 1782) - Genealogy (geni.com). Zu den beiden Linien der Freiherren von Reischach: Constantin von Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, 60 Bde., Wien 1856–1891, hier Bd. 25, Wien 1873, S. 242. Ebd., S. 243 ist das Geburtsjahr mit 1696 angegeben.
- ↑ Einen guten Überblick über die holländischen Gärten im Barock und ihre Stichwerke vermittelt der Ausstellungskatalog AK Apeldoorn/London 1988. Ein von en Proportionen und der Durchfensterung passendes Vergleichsbeispiel in Kat.-Nr. 13 auf S. 126.
- ↑ Johann Nepomuk Nieberlein | Erdteilallegorien (univie.ac.at) (Vita Nieberlein, Anm. 29); Paula, Enderle, 2002, S. 480–481; Adelmann, Familiengeschichte, 2017, S. 166.
- ↑ Johann Nepomuk Nieberlein | Erdteilallegorien (univie.ac.at) (Vita Nieberlein, Anm. 10).
- ↑ Johann Nepomuk Nieberlein | Erdteilallegorien (univie.ac.at) (Vita Nieberlein, Anm. 13).
- ↑ Hosch, Barockmalerei Ellwangen 1981/82, S. 30.
- ↑ Hosch, Barockmalerei Ellwangen 1981/82, S. 32. Johann Nepomuk Nieberlein | Erdteilallegorien (univie.ac.at) (Vita Nieberlein).
- ↑ Johann Nepomuk Nieberlein | Erdteilallegorien (univie.ac.at) (Vita Nieberlein, Anm. 28).
- ↑ Siehe hierzu den Eintrag der Autorin zum Hohenstadter Schloss auf deckenmalerei.eu.
- ↑ http://diglib.hab.de?grafik=xb-4139-00022